Wie sage ich es ihm?

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Guten Abend,


    ich bin 38 und bin nach 4 Jahren Beziehung zu der Einsicht gekommen, dass mein Partner Alkoholiker ist. Da es für mich bereits die zweite Beziehung mit einem Suchtkranken ist, möchte ich mir auf jeden Fall Hilfe und Beratung zu meiner Co-abhängigkeit suchen (meine Geschichte könnt ihr im Vorstellungsbereich nachlesen).


    Zu meiner eigentlichen Frage: ich werde meinen Partner auf sein Alkoholproblem ansprechen und ihn vor die Wahl stellen. Entweder macht er eine Therapie oder ich werde mich trennen. Wie führt man so ein Gespräch am besten? Soll man das Problem direkt auf den Punkt bringen? Soll ich ihm Bedenkzeit geben, denn wahrscheinlich muss er das ja auch erstmal verdauen. Oder setz ich ihm lieber die Pistole auf die Brust und verlange, dass er sofort mit dem Alkohol aufhört? Fragen über Fragen... Ich kann das Gespräch nicht mehr lange hinauszögern, denn die Situation ist für mich langsam unerträglich.


    Danke und liebe Grüße
    Angel

  • Hallo!


    Anknüpfend an Karsten noch der Tipp: Biete ihm an, mir ihm zur Suchtberatung zu gehen oder er macht dort einen Termin aus.


    Meine Frau ging seinerzeit mit unserem Nachwuchs gemeinsam zur Suchtberatung, ohne mich vorher zu informieren. Anschließend berichteten sie mir davon, wie verständnisvoll und vertrauenserweckend der Therapeut war. Sie ließen mir seine Durchwahl da und forderten mich auf, ihn zu kontaktieren und mir die dort angebotene Hilfe zu holen, andernfalls unsere Beziehung zu Ende sei.


    Das hat bei mir gesessen und gewirkt. Allerdings war ich zu dieser Zeit nicht mehr in der Lage, Saufpausen einzulegen wie zu früheren Zeiten. Mir war zu diesem Zeitpunkt klar, dass ich fest im Klammergriff des Alkohols steckte. Daher kam ich der Aufforderung der Familie nach.


    Ich weiß nicht, in welchem Stadium dein Partner steckt. Eventuell kann der Schuss auch nach hinten losgehen und er zeigt sich bockig, beleidigt oder gar verbal ausfallend. Alles möglich bei Leuten, denen man die Wahrheit sagt, die ihnen selbst nicht passt.


    Patentrezepte, wie man einen Alki dazu bringt. die Flasche stehen zu lassen, gibt es nicht. Wichtig ist, dass der Patient krankheitseinsichtig ist.


    Nur eins: Vertrau nicht den Sprüchen "alles halb so schlimm und er werde sich bessern." Den Sprüchen sollten schon zeitnah ganz konkrete Taten folgen. Ist er dazu nicht bereit, dann liegt es an dir, die nötigen Konsequenzen zu ziehen.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Hallo Angel,


    hier ist guter Rat wirklich teuer....da ist jeder anders "gestrickt" und wie es bei deinem Freund ist, kannst nur du beurteilen.


    Allerdings glaube ich (aus meiner Sicht) das es ein paar wichtige Basics gibt.
    Zum einen -wie Karsten ja schon geschrieben hat- sende starke ICH-Botschaften aus, ohne direkte Vorwürfe oder auf einzelne konkrete Ereignisse einzugehen. Das öffnet nur eine Tür um sich über diese einzelne Situation zu unterhalten und diese zu relativieren.
    Bleib bei dem Gespräch bei dir...deinen Gefühlen, deinen Wünschen und deiner Zukunft!!


    Und wie Carl Friedrich auch schon richtig sagt, kann sowohl das eine als auch das andere gut sein, oder nach hinten losgehen....


    Mein gedanklicher Leitfaden wäre evtl. folgender:
    - Mach ihm deutlich das du dieses Leben nicht mehr so fortführen wirst.
    - Danach evtl. ein wenig spontan - Wird er bockig, wirst du aktuell kaum Chancen haben...
    - Verspricht er dir "das Blaue vom Himmel" Große Vorsicht - Verdrängen, Leugnen, relativieren und Versprechungen (welche nicht eingehalten werden) ist ein Begleiter der Krankheit und mit Vorsicht zu geniessen....
    Sollte er allerdings einsichtig sein (ist ja auch eine Alternative) dann könntet ihr ja einen gemeinsamen Weg gehen...Diesen würde ich allerdings zwingend unter therapeutische "Leitung" stellen und sehr sehr konkret festlegen....


    Ich wünsche dir auf alle Fälle dafür viel Kraft - und egal wie es laufen sollte, hoffe ich dass du deinen !! Weg findest!

  • Hallo Angel,


    meine Vorschreiber haben dir ja schon eine Menge guter Dinge geschrieben!


    Wie führe ich da ein Gespräch?


    Wichtig ist, dass er nicht allzu betrunken ist, denn so ganz nüchtern wird er ja eh nie sein. Aber wenn er voll ist dann ist kein guter Zeitpunkt für ein Gespräch. Denn er ist dann überhaupt nicht aufnahmefähig, sag ich mal.


    Ja, Ich-Botschaften sind gut! Also zum Beispiel:


    ich mache mir Sorgen
    es geht mir immer schlechter mit deiner Sauferei
    ich mag das nicht mehr mitmachen so


    Du kannst ihm auch durchaus ja Hilfe anbieten, also dass du ihn unterstützen wirst sollte er trocken werden wollen. Allerdings muss er die Schritte dafür alleine machen! Nur wenn er bereit ist Hilfe anzunehmen, mit voller Einsicht, wird es auch klappen.


    Das fällt mir so spontan ein.


    Bei mir war es so, dass mein Exmann dann anfing mit diesen Beteuerungen, von denen dir meine Vorschreiber schon geschrieben haben. Ich bin immer wieder darauf reingefallen weil ich es einfach auch glauben wollte. Und er hat dann auch immer einige Zeit kaum was getrunken oder gar nichts, dachte ich jedenfalls, denn er hat es eben so gemacht, dass ich nichts gemerkt habe davon. Und ich dachte dann immer, nun würde sich alles zum Guten bessern.


    Weit gefehlt...


    Mein wichtigster Schritt war, dass ich endlich konsequent wurde. Ich habe also nicht mehr gejammert und gefleht oder so sondern gemacht. Und zwar für mich. Nach all diesen Gesprächen, nach denen sich nichts langfristig geändert hatte, konnte ich nicht mehr. Und ich hatte auch immer gedroht mich zu trennen und so - da hat er mich nicht mehr ernst genommen.


    Und das ist ein ganz wichtiger Punkt! Alles, was du sagst oder auch androhst solltest du auch in der Lage sein zu machen!


    Ich hatte zum 1000sten Mal also angedroht mich zu trennen und war dann wirklich so weit, er hat mich ausgelacht wie immer und war sprachlos, als ich es gemacht habe. Das ist jetzt 12 Jahre her. Danach hat er aufgehört mit dem Trinken, ist zur Entgiftung gegangen und war etwas mehr als 4 Jahre trocken. Weil er es so wollte, er dachte aber, ich würde dann zurück kommen. Er hat es also nicht wirklich für sich gemacht... Zurück gegangen bin ich nicht, zu viel war zerstört worden. Inzwischen bin ich auch in 2er Ehe glücklich verheiratet :D .


    Mein Ex ist übrigens Anfang November letzten Jahres verstorben, er hatte wieder angefangen zu trinken, mit einem "Bierchen" weil im Urlaub das Meer so schön war. Er hat sich tot gesoffen :( .


    Wie dem auch sei.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank für eure Antworten. Bin wirklich froh, dass ich mich in diesem Forum angemeldet habe und so viel Hilfe bekomme.


    Ich habe gestern mit ihm gesprochen. Soweit ich das beurteilen kann, habe ich eure Ratschläge soweit es mir möglich war, befolgt. Habe mich gegen die "Pistole auf die Brust-Methode" entschieden. Er hat sich alles angehört und ist auch ruhig geblieben. Ich habe ihm ein paar Telefonnummern von Beratungsstellen hingelegt und ihm gesagt, dass ich für meine Tochter und mich auf jeden Fall eine Beratung in Anspruch nehmen werde und ich mich freuen würde, wenn er das auch tun würde. Er sagte, er muss eine Nacht darüber schlafen. Im Laufe des Gesprächs hat er gesagt, dass er dann jetzt in der Woche alkoholfreies Bier trinken wird und es ja wohl nicht dramatisch ist, wenn er am Wochenende mal ein richtiges Bier trinkt. Daraufhin sagte ich, dass es nicht meine Entscheidung ist und auch nicht meine Aufgabe zu beurteilen, ob das dramatisch ist oder nicht und er ja deshalb eine Beratungsstelle aufsuchen sollte und ich ihn auch begleiten würde, wenn er das möchte. Er hat gestern alkoholfreies Bier getrunken (ist dafür extra mit dem Fahrrad zum Kiosk gefahren), auch als wir Besuch von einem Freund hatten, der "richtiges" Bier getrunken hat. Trotzdem sagt mir mein Bauchgefühl, dass er noch nicht soweit ist. Habe hier im Forum oft von der "geballten Faust in der Hosentasche" gelesen. Genauso würde ich seine Gemütslage heute Morgen beschreiben. Er ist dann zur Arbeit gefahren und die Nummern liegen immer noch da... Ich habe schon Kontakt zur Beratungsstelle aufgenommen und warte jetzt auf einen Rückruf zwecks Terminvereinbarung. Vielleicht täusche ich mich auch und er muss erstmal alles verdauen. Ich lasse mich von seiner Laune jedenfalls nicht beeindrucken. Ich gehe zur Beratungsstelle und bin auf jeden Fall auch Bereit ihm letztendlich die Pistole auf die Brust zu setzen. Habe ihm gestern auch noch gesagt, dass ich nicht mehr dabei zusehen werde wenn er trinkt und ich merke, dass er nicht aufhören kann. Werde ihn da alleine sitzen lassen.


    Ein Teil der Last ist mir durch dieses Gespräch erstmal von den Schultern gefallen. Ich weiß, dass noch ein weiter Weg vor mir liegt, aber ich bin bereit ihn zu gehen.


    Nochmal vielen Dank an euch.


    LG
    Angel

  • Hallo Angel,


    Zitat

    Im Laufe des Gesprächs hat er gesagt, dass er dann jetzt in der Woche alkoholfreies Bier trinken wird und es ja wohl nicht dramatisch ist, wenn er am Wochenende mal ein richtiges Bier trinkt.


    das sind Beruhigungsformeln für Angehörige, so bin ich auch ruhig gestellt worden. Zum ersten gibt es kein alkoholfreies Bier, und zum zweiten kann ein Alkoholiker nicht nur mal am Wochenende ein Bier trinken.
    Das zeugt nicht von einem Problembewußtsein.
    Ich finde es gut, das du zur Beratungsstelle gehen willst, dort werden dir sicher auch Gespräche angeboten, so war es jedenfalls damals bei mir. Diese Gespräche haben mir sehr gut getan.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo,


    immer wieder habe ich hier im Forum gelesen, dass der alkoholkranke Partner anfing mit Vorwürfen, Beschimpfungen usw. Da dachte ich noch, dass ich Glück im Unglück habe, weil mein Partner das bis jetzt nicht getan hat. Bis gestern... Nachdem er ja schon voller Wut zur Arbeit gefahren ist, ist er mit noch mehr Wut wieder nach Hause gekommen. Als ich ihn darauf angesprochen habe, sagte er wie heftig das ist, dass er Schuld sein soll, dass meine Tochter vielleicht einen Schaden hat (ich habe nur gesagt, dass ich für sie und für mich eine Beratungsstelle aufsuchen werde), und dass das alles völlig übertrieben sei und ich würde ja so tun, als wäre er der schlimmste Alki, der schon morgens anfängt zu saufen und den ganzen Sch*** im Internet wird er sich nicht durchlesen und er wird auch keine Beratungsstelle anrufen und wie ich hinter seinem Rücken da anrufen konnte und und und... Über die Menge, die er trinkt, könnten wir ja reden, aber alles Andere ist natürlich völlig übertrieben...


    Ich habe versucht ruhig zu bleiben und ihm immer wieder gesagt, dass ich Hilfe für mich in Anspruch nehme, weil es mir in dieser Situation nicht gut geht und das vor ihm nicht rechtfertigen muss. Und trotzdem erwische ich mich immer wieder bei diesem Gedanken, dass er ja vielleicht doch Recht hat und ich übertreibe ein wenig. Und dann kostet es wirklich Kraft diesen Gedanken wieder loszuwerden. Ich freue mich schon auf den Beratungstermin und alles, was noch kommen wird...


    Liebe Grüße
    Angel

  • liebe Angel,


    in meinen Augen hat er sich jetzt "enttarnt". Er reagiert wie die meisten nassen Alkoholiker, denn du "drohst" jetzt ausszusteigen aus dem Kreislauf des Lügens und vertuschens.
    Du hast mit Sicherheit nichts aufgebauscht, vertrau deinen Wahrnehmungen, denn sie sind richtig. Du tust das richtige.



    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Angel,


    ja, man kann so gut gewappnet sein, und alles im voraus wissen was auf einen zukommt, aber es tut so weh trotzdem.


    Ich muss gestehen dass ich dich ein bisschen beneide. Weil es dir leichter ist zu gehen wenn du gehen willst.
    Für mich hat Beratung sehr viel gebracht.
    Ich hoffe, dir wird es auch so gehen.


    Alles Gute, ideja

  • Liebe Angel,


    genau SO reagiert ein Alkoholiker. So hätte ich damals reagiert, als ich noch gesoffen habe und genau so hat auch mein ehemaliger Lebensgefährte mal reagiert, der heute noch trinkt.


    Zu beneiden bist Du nicht, wie ich finde, denn es fällt Dir bestimmt nicht leicht, zu gehen. Auch wenn Du den Verstand dafür bereits hast, das Handeln ist gar nicht so leicht.


    Ich hoffe, Du schaffst das sehr bald.


    Ich hatte so einen Liebeskummer, wenn ich zurück denke. Aber ich bin so glücklich, dass ich da weg bin. Das wirst Du bestimmt auch eines Tages sein.


    Liebe Grüße
    Cadda

  • Hallo zusammen,


    mein Beratungstermin ist nächste Woche. Bis dahin versuche ich die ganzen Vorwürfe und Ähnliches nicht zu sehr an mich rankommen zu lassen, auch wenn es wirklich schwer fällt. Es ist nicht einfach zu verstehen, warum ihm das Bier so viel wichtiger ist als alles, was wir uns zusammen aufgebaut haben. Ein kleines Paradies einfach eingetauscht gegen ein paar Flaschen Bier...


    ideja
    Es hört sich vielleicht leichter an, als es für mich ist. Auch wenn ich ein Stück weit immer noch in der Co-abhängigkeit drin bin, habe ich ja bereits eine Beziehung mit einem süchtigen Partner (Spielsucht) hinter mir. Damals in dieser Zeit ist meine Mutter viel zu früh an Brustkrebs gestorben. Es klingt verrückt, aber in dem Moment habe ich gedacht: wenn mich das gleiche Schicksal ereilen sollte, möchte ich nicht auf dem Sterbebett liegen und rückblickend über mein Leben sagen, dass es kein glückliches Leben war und ich immer nur gekämpft und gelitten habe (für jemanden, dem es egal war). Als die Sucht meinen Ex damals immer mehr im Griff hatte und ich wie ein Zombie durch´s Leben gegangen bin, nur noch funktioniert und meine Umwelt gar nicht richtig wahrgenommen habe, war das ein schrecklicher Zustand. Nachdem ich mich getrennt habe und mich von all seinen Vorwürfen, Manipulationen usw. nicht mehr beeindrucken ließ, habe ich auch meine Lebensfreude zurückgewonnen. Auf einmal habe ich gemerkt, wie schön es ist den Kopf frei zu haben und wieder mit allen Sinnen zu leben... Ich habe mir damals geschworen, dass ich mir das nie wieder nehmen lasse. Und erst recht lasse ich nicht zu, dass meine Tochter Gefahr läuft irgendwann vielleicht selbst zum Zombie zu mutieren...


    Das habe ich damals natürlich nicht alleine geschafft. Ich habe ganz viel mit Freunden und mit meiner Familie gesprochen, habe mich in einem Spielsucht-Forum angemeldet... Mir war nur nicht bewusst, dass ich die Co-abhängigkeit noch lange nicht überwunden habe. Aber das soll sich jetzt ändern.


    Cadda und Morgenrot
    Vielen Dank. Eure Worte machen mir wirklich Mut und geben mir Kraft weiterzumachen.


    Bis dann
    Angel

  • liebe Angel,


    ich kämpfe seit November mit mir und bin noch immer hier, was heißt, ich bin noch immer Ehefrau von einem uneinsichtigen Alkoholiker.
    Äußere Umstände sind ein bisschen anders als bei dir. Aber ich kann sehr gut fühlen wie dir zumute ist.
    Ich beneide dich, genau deswegen, weil du Kraft hattest schon einmal zu gehen. Und, ich bin sicher, Kraft finden wirst wenn es nötig sein wird noch einmal zu gehen.
    Und noch etwas, ich bewundere dich, wie ich auch bewundere jede Frau oder jeden Mann von Alkoholiker/Süchtigen die es geschafft haben sich zu trennen.
    alles Gute, ideja

  • Hallo Angel,


    das du einen Termin für dich gemacht hast finde ich super!! Klasse!
    Dort werden dir neutrale Experten einiges wichtiges erzählen...
    Bis dahin heißt es "durchhalten" Klar leichter gesag als getan, da dass Herz nicht immer so mitspielt!


    Über die Mengen die dein Freund trinkt, brauchen wir nicht wirklich reden....
    Das Verhalten reicht, kenne ich von mir zu Genüge!


    Bei mir war es so:
    Über die Mengen können wir reden =
    Krampfhafter Versuch aus der Nummer raus zu kommen und weiter zu trinken. Nach aussen hin wurden die Mengen bei mir weniger, der Pegel war aber der gleiche. Habe ich halt mehr heimlich getrunken....
    Beratung brauche ich nicht =
    Um Gottes willen, ich weiß das ich ein Problem habe, gestehe es mir aber nicht ein....Und wenn es mir dann ein Suchtexperte vor den Kopf knallt, wird es real....Wer wirklich kein Problem mit Alkohol hat, hat auch kein Problem mit jemanden darüber zu reden.


    Den Weg denn du gerade gehst ist kein leichter, aber die Richtung stimmt !!!!


    Ich hoffe für dich und deine Tochter dass du in Verbindung mit der Beratung weitere, gute Schritte unternehmen kannst!
    Auf Sicht wird es sich lohnen!


    Kopf Hoch!!

  • Hallo zusammen,


    im Moment geht es mir gar nicht gut. Diese Diskussionen mit ihm machen mich müde und rauben mir die Kraft im Alltag...


    Immer wieder Vorwürfe: Geh doch zu der Beratung. Damit sagst du mir doch indirekt, dass ich das Kindeswohl gefährde. Und wenn mein Kumpel nachher kommt, trink ich mir ein "Richtiges" mit ihm. Als ich das hinterfragte, weil er ja nur am Wochenende "Richtiges" trinken wollte, sagte er: ich habe keine Lust mich für jedes Bier zu rechtfertigen oder mich von dir blöd angucken zu lassen sobald ich mir eine aufmache. Darf ich mir also nicht mal mehr mit meinem Kumpel eine Flasche Bier trinken? Du hast mich so kennengelernt und jetzt soll ich ganz auf Alkohol verzichten oder was?


    Er wird auf gar keinen Fall zur Beratung oder Therapie gehen. Das hat er schon mal durch (beim Vorbereitungskurs für seine MPU). "Da wurde beim ersten Treffen über Alkohol geredet und dann nur noch über mein Leben. Da hab ich keinen Bock drauf!"


    Immer wieder denke ich über die Antwort von Karsten nach: "Wenn du dich auf diesen Kompromiss einlassen möchtest, wirst du ja sehen, was passiert."
    Möchte ich mich auf diesen Kompromiss einlassen? Ich habe Angst davor mich darauf einzulassen. Mein Magen dreht sich dabei um. Als ich ihn gefragt habe, warum er sich nach unserem letzten Gespräch nicht an die Abmachung halten konnte, sagte er: Keine Ahnung. Hab jetzt aber auch keinen Bock auf therapeutische Gespräche. Und bis jetzt kein "Schatz es tut mir leid, dass ich mich nicht daran gehalten habe" oder "Mach dir keinen Kopf, ich schaff das schon."


    Mein Verstand schreit mich an: Geh doch endlich, er versteht es nicht, weil er es nicht verstehen will. Und dann dieses kleine flüsternde Männchen in meinem Herzen, dass mich darüber nachdenken lässt: Was ist, wenn er sich doch ändern und seinen Bierkonsum reduzieren kann?


    Du hattest Recht Cadda, mein Verstand weiß es, aber das Handeln ist wirklich gar nicht so leicht... Irgendwann wird mein Verstand lauter Schreien und dann werde ich das Flüstern im Herzen überhören.


    Bis dann
    Angel

  • Hallo Angel,


    Zitat

    "Schatz es tut mir leid, dass ich mich nicht daran gehalten habe" oder "Mach dir keinen Kopf, ich schaff das schon."


    Nasse Alkoholiker halten keine Versprechen ein, sie machen zwar oft welche, nur die Umsetzung erfolgt nicht.
    Ich weiß, wie ich meinen xy vor einer Feier gebeten habe nicht viel zu trinken, da wir nachts nach Hause laufen mußten und ich stark sehbehindert bin. Du darfst raten, wer denn am Ende wen nach Hause gebracht hat.
    Bei der Entscheidung zu gehen, bin ich auch nie weit gekommen, obwohl wir getrennt im eigenen Haus gelebt haben, ich habe nichts mehr für ihn erledigt, aber den letzten Schritt habe ich nie geschafft, ich weiß nicht warum.
    Von daher kenne ich deinen Zwiespalt sehr gut.



    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Angel,
    ein Alkoholiker kann nicht kontrolliert trinken. Er kann auch nicht reduzieren, sich zusammenreißen, warten bis zum Wochenende o.ä.
    Ein Zeichen von Alkoholismus ist ja gerade der Kontrollverlust. Er kann es nicht mehr kontrollieren, selbst wenn er es dir zuliebe wollte. (Will er aber sowieso nicht, wie du es gerade beschreibst.)
    Sowie er weniger oder gar nichts mehr trinken würde, kommt er in den Kalten Entzug. Die Entzugserscheinungen können von zittern, schwitzen bis hin zu Delir gehen.
    Damit das nicht passiert, verlangt der auf Alkohol eingestellte Körper weiteren Alkohol.
    Alkoholismus ist eine Suchtkrankheit, keine Willensschwäche.
    Am persönlichen Tiefpunkt angelangt, kann der Alkoholiker die Krankheit zum Stillstand bringen. Das erfordert eine Entgiftung und danach einiges an Lebensveränderungen.
    Diese Fragen stellt er sich aber nicht...
    Wann ist DEIN persönlicher Tiefpunkt, wo du sagst, jetzt kann und will ich einfach nicht mehr länger warten, hoffen, mich anlügen lassen, reden, kontrollieren, aushalten, diskutieren...
    Viele liebe Grüße, Linde

  • Hallo Angel!


    Zitat


    im Moment geht es mir gar nicht gut. Diese Diskussionen mit ihm machen mich müde und rauben mir die Kraft im Alltag...


    Versuche doch mal nicht mit ihm zu diskutieren denn ihm fehlt bis jetzt jegliche Einsicht und du kommst nicht auf einen gemeinsamen Nenner.. Es kann ja sein dass er meint nicht zuviel zu trinken aber es geht ja um DICH. Du leidest unter der Situation und möchtest für dich Dinge tun damit es dir wieder besser geht das ist dein gutes Recht. Bleibt er dabei auf der Strecke ist das seine Sache.


    Ich konnte lange Zeit nicht begreifen dass ihm sein Alkohol wichtiger als alles andere ist nach über 30 Jahren Ehe ging alles den Bach runter. Ich habe diskutiert und geredet ohne Ende und bin letztendlich doch gegangen. Mir tut es leid dass ich nicht schon viel früher die Kurve bekommen habe. Er hat sich mittlerweilen ins Grab getrunken.


    Ich habe mir ein ganz neues Leben aufgebaut habe aber natürlich einige Narben auf der Seele. Es bringt aber nichts zu grübeln und in der Vergangenheit zu hängen und ich kann ganz stolz sagen ich habe es geschafft mir ein schönes Leben aufzubauen wenn auch anders als ich es mir gewünscht habe. Zu begreifen dass wir nicht gemeinsam alt werden können hat auch lange gedauert.


    Also ich kann nur jedem raten zu gehen wenn er keine Einsicht zeigt.


    Alles Gute und
    LG Marie

  • Von welchem Kompromiss schreibst Du? Er geht doch überhaupt keinen Kompromiss ein. Im Gegenteil. Er hat das Blatt komplett gewendet und stellt Dich als Problem hin, nicht ihn.


    Davon mal abgesehen: Selbst WENN er einen Kompromiss eingehen wollen WÜRDE... es gibt beim Thema Alkoholismus keine Kompromisse. Ganz saufen oder NICHTS mehr. Und dazu ist er offensichtlich nicht bereit.


    Dein Verstand weiß genau, was zu tun ist. Die Masche, die er jetzt fährt, ist mies und genau perfekt geeignet, um den Co.verzweifeln zu lassen und sich selbst in Frage zu stellen.


    Vertraue auf DICH und Dein Gefühl. Ich verspreche Dir, Dein Verstand liegt goldrichtig.


    Ganz liebe Grüße
    Cadda

  • Guten Morgen, Angel...


    Wie geht es Dir denn so? Vermutlich unverändert, sonst hättest Du bestimmt was geschrieben bzw berichtet. Mein Beitrag sollte nicht fordernd rüberkommen. Er war lediglich als Gedankenbestätigung gedacht. Dass man nach der Erkenntnis nicht sofort in der Lage ist, zu handeln, das ist mir auch bewusst. Manchmal braucht man eben etwas Zeit, weil ja auch Gefühle im Spiel sind. Erzähl doch mal, wie so die Situation gerade für Dich ist, wie es in Dir aussieht.
    Liebe Grüße von mir.

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