Was ist Suchtdruck?

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Na dann hoffe ich, daß dir diese Erkenntnis/ Weiheit dich bei der Bewältigung deiner Sucht weiterhilft.

    Nein, denn das hat damit nicht das Geringste zu tun. Bei der Suchtbewältigung hilft mir die SHG hier, ein langzeittrockener Freund, den ich im Notfall jederzeit anrufen kann und in erster Linie meine eigenen Erfahrungswerte darüber was passiert, wenn ich trinke. Offensichtlich habe ich mich da wohl nicht klar genug ausgedrückt, kann ja mal vorkommen.

  • Am als ich mich entschied nicht mehr zu trinken, verbot ich mir den Alkohol, das musste sein, ich war labil, unsicher und hing noch fest in meiner Suchtstruktur … jeden Abend trinken, jeden Tag Alkohol kaufen.


    Das war am Anfang sehr schwer, ich musste mich zusammenreissen und mied alles (!) was nur im entferntesten mit Alk. zu tun hatte.


    Nach zwei … drei Monaten hob ich mein „Verbot“ im Kopf auf und ersetzte es durch Freiwilligkeit, ich nahm mir „den Druck“ und setzte auf Vernunft.

    Mir fiel das leichter … ich war im Supermarkt, stand vor`m Alkoholregal, ich konnte frei entscheiden, kaufen oder lieber nicht … ich entschied mich für `lieber nicht` .


    Sicher, ein gewagtes Experiment, doch ich wollte es lernen, ich wollte mich wieder an die Normalität gewöhnen, immer nur Weglaufen, Augen verschließen, das kann auf Dauer nicht gut gehen.

    Nach einer gewissen Zeit nahm ich eine Flasche Bier in die Hand (im Supermarkt) und beobachtete mich aufmeksam, was löste das in mir aus, wie reagierte ich?

    Nach ca. einem halben Jahr wagte ich mich zum Nachbarn, es wurde gegrillt und natürlich auch Bier getrunken.

    Ich hielt es eine ½ Stunde aus, dann floh ich, das war dann doch zu viel, ich war noch nicht so weit.


    Mein „Training“ im Supermarkt betrieb ich weiter, mittlerweile konnte ich gelassen dem Alkohol in Flaschen begegnen, auch in der Gaststätte machte es mir nichts mehr aus, wenn am Nachbartisch getrunken wurde. Ich wurde immer selbstsicherer, das gab mir Mut, Zuversicht. Suchtdruck kannte ich nicht.

    Mittlerweile war ich bei div. Festen, wo auch Biertrinker immer in der Überzahl waren, zunehmend konnte ich dem entspannter begegnen, die Trigger wurden immer seltener. Nie waren sie gänzlich weg!

    Natürlich war ich nie sehr lange dort, als Alkoholfreier wurde mir schnell langweilig und der zunehmende Alkoholpegel der anderen war nicht gerade lustig.

    Ich muß da nicht hingehen, ich muß mich nicht an Saufende gewöhnen, wenn mir etwas nicht gefällt, gehe ich.

    Ich muß aber auch nicht mittrinken, ich muß keine Angst mehr vor Alkohol haben, ich muß mich nicht fernhalten. Es ist wie bei allem im Leben, wenn mir etwas nicht zusagt, entscheide ich.



    Ich empfehle NIEMANDEN es mir gleich zu tun!

    Ich berichte von mir.

    Jeder darf einen Weg selbst finden.

  • Hallo achelias,


    wenn ich dich lese, denke ich an einen alten Thread von mir. Da ist wiedermal jemand, der sich als Alkoholiker Light einreiht.



    Meine Grundsätze, die sich auf jahrelange Erfahrungen beruhen. Wer mit der Sucht spielt, dem spreche ich die Ernsthaftigkeit seiner Abstinenz ab. Wer versucht, die Alkoholkrankheit für sich neu zu erfinden, spreche ich die Erkenntnis ab. Wer die Konfrontation auf seinen Weg mit dem Alkohol sucht und es mit Verstand lösen will, hat die Krankheit nicht verstanden, nicht für sich akzeptiert.


    Und zu guter Letzt. Wer nie einen Tiefpunkt hatte, der wird auch nie ein Gefühl für das Ausmaß der Krankheit bekommen.


    Vielleicht findest du dich hier oder da in einem Punkt wieder. Ich möchte da auch nichts interpretieren .


    Ich empfehle NIEMANDEN es mir gleich zu tun!

    Ich berichte von mir.

    Jeder darf einen Weg selbst finden.

    Ich empfehle es nicht, ich rate dringlichst davon ab.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo Hartmut,


    danke, daß du deine Meinung teilst.


    Nur spiele ich nicht mit der Sucht oder gar der Abstinenz, ich verliere meine Angst vorm Alkohol, mache mir bewusst, daß nicht der Alk. mich in der Hand hat oder die Sucht, da war einmal, sondern, daß ich angstfrei und respektvoll mit der Sucht umgehe.

    Ich versuche nicht, die Alkoholkrankheit neu zu erfinden.


    Ich kann nur meinen Problemen (allen) mit Verstand, Wissen und Erkenntnis begegnen und dem daraus resultierendem Verhalten. Alles andere wäre Augenwischerei. Ich weiß, das Alk. für mich nicht mehr in Frage kommt. Ich brauche auch nicht die Konfrontation mit Alk. zu suchen, Alk. begegnet mit jeden Tag (fast).


    Ich kann meine Angst verlieren, das bedeutet doch nicht, daß ich unvorsichtig oder übermütig werde.


    Manche Gedankengänge kann ich nicht nachvollziehen, wenn ich schreibe, ich verbiete mir den Alk. nicht, wird verstanden: ich trinke Alk. , wenn ich schreibe: ich bin beim Grillen mit Biertrinkern zusammen und daß ich das dann aushalten muss, wird angenommen, daß man es generell aushalten muß. Nein!

    Wenn ich mich dazugeselle, muß ich, doch ich muß mich nicht dazugesellen – ich wähle.

    Ich weiß, daß mein Suchtgedächis wieder anspringen kann, dazu muß ich nichts Neues erfinden, doch ich kann mich testen ohne zu konsumieren. Wenn ich mit Biertrinkern zusammen bin, meinen andere gleich „Saufkumpane“ , dieses Denken ist krank.

    So nun genug „gerechtfertigt“ , dem Erklärbären genügt`s für heute.

  • danke, daß du deine Meinung teilst.

    Nein, da bin ich kleinlich. ;)


    Ich schreibe keine Meinung, ich schreibe Erfahrungen aus ca. 30 Jahre „nass“ und 15 Jahr trocken. Eine Meinung oder Sichtweise kann nie eine Erfahrung wegdiskutieren.


    Das Denken ist am Anfang der Sucht anders und nicht mit dem zu vergleichen, was ich heute über die Sucht weiß. Ich bin jedoch nicht hier, um zu missionieren, ich zeige eben aus den Erfahrungen auf, woran viel eben scheitern. Wenn ich bei der Sucht überhaupt von scheitern sprechen kann.


    Jeder ist eben für sich selbst verantwortlich.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

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