Anneliese: Neu hier als Angehörige

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Nasse Alkoholiker scheinen es echt nicht zu begreifen bzw. sehr erfolgreich zu verdrängen, was es für Auswirkungen hat für Partner bzw. Familie. Nicht unbedingt absichtlich - das ändert aber nichts an den Fakten.

    So sieht es aus. . Begreifen schon, aber die Sucht und das folgende Saufen übertüncht es rechtmäßig. Für das Verhalten ist die Sucht verantwortlich, es entschuldigt es jedoch nicht.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Also als jemand der regelmäßig getrunken hat, kann ich dem Text von Hartmut nur zustimmen, wir sehen es nicht was es mit unseren Lieben macht. Ich bin nun 6 Wochen trocken, zwischen drin mal kurze Episoden, aber schon lange nicht mehr so klar wie jetzt. Wenn ich mir jetzt Urlaubsbilder der letzten Jahre anschaue, dann sehe ich die Veränderungen im Gesicht meines Partners, es verlor immer mehr das freudige und unbeschwerte Aussehen und wirkte zunehmend verkrampfter. Nun gab es bei uns auch den Punkt, wo es zum Urknall kam mit der Trennung und bei mir dem "Klick". Ich kann nur jedem Angehörigen raten auf sich aufzupassen und wenn nötig zu gehen, um sich zu schützen.

  • Du bist eine ganz starke Frau, Andrea!! Du hast Dein Leben wieder in die eigene Hand genommen und kannst unfassbar stolz auf dich sein! Behalte dies immer in deinem Herzen: du hast dies hier geschafft- also kannst du alles schaffen.


    Bzgl Alkoholiker und Empathie: mir hat ein trockener Alkoholiker mal gesagt, wie unfassbar geschockt er war, dass er mit seiner Sucht das Leben von vier Menschen zur Hölle gemacht hat- sein, aber noch viel. Mehr das seiner Frau und seiner zwei Kinder. Und dass ein Alkoholiker seine Sucht, bzw das was er dadurch zerstört quasi potenziert, weil jeder Alkoholiker meist Angehörige hat, und diese immer mit betroffen sind. Und dass natürlich gerade Kinder nicht mal eine Wahl haben. Die Einsicht kam ihm aber erst, nachdem er schon lange trocken war.


    Dein Ex-Partner ist davon noch Lichtjahre weg- und du hast dies GsD bereits komplett verstanden.

  • Hallo Saphira,

    schön, dass Du Dich meldest.


    Tja, wie geht es mir? Ganz ok. Ich schlafe allerdings sehr schlecht…

    Ich bin bis heute noch alleine im Haus meiner Eltern und konnte einfach mein Ding machen und etwas zur Ruhe kommen. Einfach weinen, rumdümpeln, habe aber auch wieder mit Yoga angefangen, einen dicken Roman gelesen und viel mit Freunden telefoniert. Ich war auch zweimal in Hamburg, um Freunde zu treffen.


    Was mich gewundert hat, ist die verständnisvolle Reaktion von allen Seiten. Es kam fast immer sofort ein „oh, ja, wenn es um Alkohol geht, dann ist es die richtige Entscheidung“. Ich habe nicht nachgefragt, aber ich vermute, dass das Thema Alkoholismus eben sehr verbreitet ist und viele Betroffene kennen - sei es direkt oder um die Ecke.


    Mein Ex hat es jetzt doch geschafft mich in Ruhe zu lassen und sich eine ganze Woche nicht gemeldet. Freitag hat er angerufen, aber es gibt nix Neues… Es hat bei ihm nicht „Klick“ gemacht. Schlimm. Aber gut zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin in dieser Situation. So fällt es mir leichter nicht zu denken „er liebt mich nicht genug, sonst würde er was ändern“. Ich bin auch sehr froh, dass ich zum “richtigen“ Zeitpunkt gegangen bin. Vielleicht bin ich zwar zu sehr an meine emotionalen Grenzen gegangen, aber: ich wollte mir der Trennung nichts bei IHM bewirken, sondern für MICH tun.


    ich muß jetzt langsam schauen, wie es für mich weitergeht. Ich habe sehr viel Glück, dass ich mich zeitlich nicht stressen muß, auch finanziell nicht und ein gutes Umfeld hier habe. Trotzdem weiß ich, dass die Ungeduld mich antreiben wird und ich aufpassen muß auch genug zu „trauern“.


    Liebe Saphira, ich schaue gleich auch mal bei Dir im Blog, was denn bei DIR der Stand der Dinge ist! Schönen Sonntag.


    GLG

  • Ach Andrea, für die Umstände klingt das doch sehr gut. Du hast die Situation angenommen wie sie ist und daraus wird sich bestimmt etwas schönes Neues entwickeln. Ich bin da bei dir sehr zuversichtlich!💖

    Viel Kraft und Zuversicht weiterhin

  • Guten Morgen Andrea,


    völlig normal, dass solche Momente kommen. Du kommst ja jetzt auch gerade zur Ruhe. Die ersten Tage warst Du beschäftigt, hast Pläne gemacht, diese umgesetzt, warst in Gange und voller Tatendran. Nun kommst Du zur Ruhe und das kann schon sehr traurig machen zeitweise. Aber es ist so, wie oben schon von traumgeplatzt beschrieben: Es wird. Langsam vermutlich, aber es wird :)


    LG Cadda

  • Hallo zusammen,

    ich war gestern noch sehr lange hier und habe quer gelesen und mich hat das total mitgenommen. :huh:


    Wie schlimm sich eine Alkoholkrankheit zwischenmenschlich auswirkt auf die engen Angehörigen. Katastrophal, echt.

    Und dann die körperlich-psychischen Folgen von langem starken Alkoholkonsum an sich - im Zweifelsfall bis hin zum Korsakow Syndrom….

    SCHLIMM!! Mir war wirklich ganz schlecht. Dass das dadurch passieren kann. Oh mein Gott, wie kann man seinem Partner dabei zugucken. Da geht man vor Sorge doch kaputt!


    Ich habe also entsprechend schlecht geschlafen….


    Ja, und heute dachte ich dann nicht nur „Was für eine verrückte crazy beschissene Parallelwelt dieser Alkoholismus mit sich bringt!!“ sondern auch „Ich bin da raus, ich muß mich damit nicht mehr belasten. Puhhhhh.“
    (….das letztere mit leicht schlechtem Gewissen)


    Verdammt, ich verwünsche den Scheiß-Alkohol und dass er so gesellschaftsfähig als Genussmittel verkauft wird!

    Und ich wünsche jedem und jeder hier im Forum einen guten Weg und Umgang damit zu finden! <3

  • Alex07

    Hat den Titel des Themas von „Andreg_h Neu hier als Angehörige“ zu „Anneliese: Neu hier als Angehörige“ geändert.
  • ich merke, dass ich hier immer wieder im forum bin, um mich selbst darin zu bestärken, dass es richtig und okay ist, jetzt meinen weg alleine zu gehen…

    puh…

    das macht mich traurig.

    ich fühle mich aber auch erleichtert.


    und ich WEISS, da kommt was neues für mich, was gutes.

    trotzdem: ich muß aber auch trauern, das darf ich nicht vergessen, nicht zu schnell voranschreiten, sonst holt es mich früher oder später ein.

  • Ich fühle mit dir, weil ich auch betroffen bin. Und mich erschrickt es ganz furchtbar nach gemeinsamen vierzig Jahren plötzlich alleine dazustehen, nicht zu wissen was morgen sein wird und ohne Sicherheit in diesen Lebensabschnitt zu gehen. Ich weiss nicht mehr wie das geht und habe Angst erneut zu versagen.

  • Hallo Anneliese,


    es ist nach wie vor richtig, dass Du aus der Situation raus bist und Dich nicht mehr damit belasten musst. Glaub mir, Du hast den wichtigsten Schritt geschafft und wirst auch wieder glücklich und zuversichtlicher werden. Gib Dir etwas Zeit!!


    LG Cadda

  • Guten Morgen zusammen!

    Mit geht es nicht gut ?( Sitze gerade weinend im Bett.

    Ich habe wieder so schlecht geträumt, von meinem Ex, von belastenden Situationen, …

    Gestern war auch schon kein guter Tag, hab‘s aber mit Roman lesen teilweise weggeschoben.


    Ich denke an ihn, mache mir Sorgen, würde gern wissen, wie es ihm geht.

    Würde gern einfach mal wieder mit ihm normal reden - wie früher. Nur - das geht halt nicht. Wüßte auch nicht über was konkret.

    Außerdem habe ICH drauf gedrängt, dass er sich nicht meldet (was er seit 1 Woche auch nicht tut). Da kann ich mich jetzt nicht einfach bei ihm melden.

    Im Zweifelsfall gibt es eh nichts Neues. Was sein Trinkverhalten betrifft eh nicht. Und was die Firma angeht - das will ich auch nicht wirklich hören.

    Ich weiß also ehrlich gesagt, gar nicht genau, WAS ich hören will. Einfach IHN.

    Ach Scheiße. Ich bin einfach traurig und - ja - ich mache mir Sorgen. :|


    Vielleicht ist es doch gar nicht gut, dass ich hier so viel lese, weil es meine Sorgen antickt, bestärkt?

    Vielleicht aber auch doch.

    Ich weiß, dass ich mir auch Zeit geben muß traurig zu sein. Fühlt sich halt nicht gut an.

    Aber ich bin eh schon sehr schnell viele Schritte nach vorne gegangen und muß jetzt wahrscheinlich mal stoppen und das Ganze verarbeiten…


    Ach ja…

    Ich schicke Euch allen meine Gedanken und Kraft fürs Wochenende

  • Hallo Anneliese,


    mir ging es damals auch so, dass ich auf dem Bett in der anderen Wohnung gesessen habe und wie ein Schlosshund heulte. Ich hab für mich so viele große Dinge in kurzer Zeit einfach nur mit dem Kopf entschieden. Da war klar - naja, mir erst nicht so - dass das Gefühl irgendwann auch mal an die Tür klopft und raus will. Ich finde, dass ist auch in Ordnung so. Du solltest Dir die Zeit zum Trauern nehmen. Es ist ein großer Traum geplatzt, ein Lebensplan - ich finde, da muss man erst mal mit klar kommen. Es ist nur wichtig, sich nicht in der Trauer zu verlieren und den Lebensmut nicht zu verlieren. Es liegt ja auch eine große Chance in diesen gravierenden Veränderungen.


    Ich wünsche Dir, dass Du die sonnigen Momente genießen kannst.


    LG Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Guten Morgen, Anneliese


    Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es Dir geht. So eine Trennung ist ein harter Schritt. Das muss erstmal verarbeitet werden.

    Aber jeden Morgen neben einem Alkoholiker aufzuwachen ist auch nicht besser... :cry:

    Mein Mann ist zwar trocken, aber dafür schaue ich jeden Tag seinem langsamen Sterben zu...

    Es wird immer schlimmer mit seiner Krankheit. Ich hoffe, dass er mich in der Zukunft noch erkennt.

    was Deine Situation betrifft: sei froh, dass Du den Schritt gemacht hast. Er ist für sich selbst verantwortlich und solange er noch seine sieben Sinne zusammen hat, hat er auch die Möglichkeit, sich zu entscheiden.

    Ich hätte auch gehen sollen, das wird mir immer klarer...

    Und das mit dem Lesen ist nicht falsch, es hilft Dir, zu verarbeiten.

    Ich wünsche Dir ein sonniges Wochenende, geh spazieren, geh auf einen Flohmarkt, geh Kaffee trinken, ein Eis essen Geh in die Natur, nimm Dein Buch mit und setze Dich auf eine Bank und lese..


    Liebe Grüsse

    Barbara

  • Guten Morgen,


    Mach etwas Schönes für Dich, um

    ein positives Lebensgefühl zu bekommen. Ein Spaziergang, ein Eis essen und Leute beobachten, ne Runde Fahrrad fahren.


    Ich weiß, es ist schwer sich aufzuraffen, aber es hilft!!!!


    LG Cadda

  • Liebe Anneliese,


    solche Heultage gehören dazu, leider. Wie gut, dass du sie annehmen kannst und rauslässt, was weh tut.


    Ich umarme dich einfach mal aus der Ferne.

    Hab Mut, das wird besser.


    Liebe Grüße

    Aurora

    Du kannst nicht zurückgehen und den Anfang ändern.

    Aber du kannst jetzt neu anfangen und das Ende ändern.

  • Liebe Anneliese,


    diese Tage/Momente kenne ich auch zu gut. Schwer auszuhalten, aber wenn man es zulässt und sich selbst trösten kann, wird es besser. Nimm es an. Meine Psychologin sagte gestern zu mir: Sie haben eine Entscheidung getroffen und dabei etwas verloren. Das darf betrauert werden.

    Und ich finde, man hat etwas verloren, ja. Und das Herz weint. Aber man gewinnt auch so viel dadurch. Mir hat es geholfen, eine Liste zu schreiben. Was man dadurch "gewinnt" - für sich.


    Du schaffst das!

    Wir hören Dir zu.

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