yuna - Verzweifelte Jungmama weiß nicht mehr weiter

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo zusammen,


    Um ehrlich zu sein, ist es für mich mit sehr viel Scham besetzt, hier zu schreiben. Aber ich weiß nicht mehr weiter und fühle mich so alleine und hilflos.

    Mein Mann ist Alkoholiker. Das weiß seit dem ersten Tag, er hat nie ein Geheimnis daraus gemacht. (Am Anfang habe ich auch sehr gerne und sehr oft mitgetrunken, da war es für mich kein Problem)

    Wir sind jetzt über zwei Jahre zusammen, und etwas über ein Jahr verheiratet.

    Ich kam eigentlich auch "recht gut" damit klar, bis ich schwanger wurde und unsere Tochter vor drei Monaten zur Welt kam.

    Schon in der Schwangerschaft war sein Konsum eine riesen Herausforderung für mich. Er gibt sämtliche Verantwortung ab, an mich und/oder seine Mutter, hat starke Stimmungsschwankungen und ist mehr wie ein schwer erziehbares Kind, als wie ein erwachsener Mann.

    Jetzt muss ich aber auch meine Tochter schützen. Er ist ihr kein Vater, wie auch, wenn er ständig betrunken ist? Ich mag sie ihm nicht auf den Arm geben, weil er ... naja, spritig riecht und ich ihm nicht vertraue.... geschweige denn, ihn mit ihr alleine lassen.... es tut so weh, dass die kleine ihn fast nur betrunken kennt. Ich muss alles alleine machen, mit meiner kleinen im Schlepptau, was er natürlich betrunken unterschätzt. Jedes zweite Wochenende haben wir noch sein Kind aus erster Ehe... schon in der Schwangerschaft musste ich lange fahren, um ihn abzuholen und zurück zubringen, weil mein Mann keinen Führerschein hat. Jetzt muss meine kleine diese Touren mitfahren. Und sie hasst Auto fahren mittlerweile. Wenn sein erstes Kind dann da ist, muss ich mich auch um dieses kümmern, weil er trinkt. Somit kümmere ich mich um zwei kleine und ein großes Kind(ihn), den Haushalt und spiele noch für ihn den verständnisvollen Laune-regulierer (fast wie bipolar)

    Er macht bei der Arbeit blau, was ihn diese deswegen schon fast gekostet hätte... ich bin in Elternschaft, ich kann, wenn er den Job verliert uns drei nicht über Wasser halten.

    Nun ist es in diesem Moment so, dass er wieder seeeehr viel getrunken hat. Das nervt mich wirklich sehr, er ist dann anstrengend. Entweder sehr Liebebedürftig oder sehr wütend. Ich mag ihn dann nicht in den Arm nehmen, weil er so nach Alkohol riecht. Wir haben uns (in meinen Augen wegen einer Kleinigkeit) heftig gestritten und nun droht er mir mit Rausschmiss und dass er morgen nicht zur Arbeit geht. Er bepöbelt mich, vor unserer schlafenden Tochter. Ich liege jetzt mit ihr im Schlafzimmer... Er ist im Wohnzimmer. Ich weiß nicht, was ich tun soll.... ich hasse ihn so sehr, wenn er betrunken ist... ich bin einfach nur noch verzweifelt und ohnmächtig.

    Ich hoffe, ich kann hier Klarheit bekommen.


    Vielen Dank fürs lesen!

    Ich freue mich auf Zuspruch, Tips, oder was auch immer... <3

  • Bewerbung - Alkoholiker Forum
    Bewerbung für die Teilnahme am Forum
    alkoholiker-forum.de


    Hallo yuna,

    herzlich Willkommen hier bei uns in der Gruppe. Es ist gut, daß du dir Hilfe von anderen Betroffenen Frauen holst. Bitte achte darauf, daß er das nicht mitbekommt! Also kein Handy rumliegen lassen und den Verlauf im PC löschen. Nimm als Paßwort auch nicht den Namen deiner Tochter.


    Bitte klicke als nächsten Schritt hier oben auf den Link, schreibe kurz einen Satz, danach wirst du fürs Forum freigeschaltet.


    Liebe Grüße, Linde :)

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Was für eine miese Situation!


    Hier wirst du etliche Menschen finden, die eine ganz ähnliche Geschichte haben.


    Versuch erst mal, innerlich zur Ruhe zu kommen, damit du dir überlegen kannst, wie es weiter gehen soll.


    So jedenfalls reibst du dich in kurzer Zeit vollständig auf.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Dante,

    Vielen Dank für deine lieben Worte :)

    Ich übe jeden Tag, ruhig zu sein/bleiben und mich abzugrenzen. (Eine Mammutaufgabe... aber für meine Tochter ein Muss!)

    Ich freue mich auf den Austausch und auf die reflektion hier.

  • Aurora

    Hat den Titel des Themas von „Verzweifelte Jungmama weiß nicht mehr weiter“ zu „yuna - Verzweifelte Jungmama weiß nicht mehr weiter“ geändert.
  • Hallo Yuna,


    oje da bist du ja ganz schön gefordert. Ich weiß grad nicht was ich dir raten soll. Außer, pass gut auf dich und deine Kleine auf. Lese dich hier etwas ein und überlege dir genau welche nächsten Schritt du gehen kannst. Hast du Eltern oder Freunde denen du dich anvertrauen kannst?

  • PetraPetra


    Ja, ich habe meine Familie, zu der ich jeder Zeit kommen kann.

    Meine Vetraute in der Sache ist meine Mutter, nur ist die auch schon an ihren Grenzen, da ich ihr quasi verbiete, etwas zu unternehmen. Ich will mich hier mal umsehen und mir Tipps und Bestärkung holen.

    Ein großes Dankeschön <3

  • Liebe Yuna,


    Deine Situation tut mir unendlich leid, und ich hoffe, du kümmerst dich gut um dich selbst und dein Kind. Ich denke, dass nur eine Trennung dauerhaft für euch gut sein wird, aber der Weg dahin wird sicher lang.


    Ich möchte dir gleichzeitig danken. Danke, dass du dich hier mitteilst, denn du hast mir die Augen geöffnet. Ich bin gerade dabei, von meinem alkoholkranken Freund loszukommen, was mir sehr schwer fällt - aber dann wird mir gerade bewusst, dass ich irgendwann in deiner Situation sein könnte, und mir wurde bewusst, mit wie viel Leid das verbunden ist. Ich hoffe, ich darf das hier so schreiben, ich meine das absolut respektvoll, ich ziehe den Hut vor dir. Bitte achte auf dich und dein Kind, und finde einen Weg, gut aus der Situation herauszukommen.


    Liebe Grüße, Mel

  • Willkommen Yuna,


    das ist ja ein heftiger Brocken, den Du da mit dir rum trägst - im Prinzip hast du ja 3 Kinder zu versorgen, wovon eins nur wirklich deiner Fürsorge bedarf.


    Was möchtest Du? Sich darüber klar zu werden und das zu formulieren, kann schon mal ein erster Schritt sein.


    sonnige Grüße

    Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • MelScatterbrained


    Danke für deine lieben Worte und deine Anteilnahme <3

    Ich hoffe wirklich sehr, dass ich es aus der Situation schaffe, wenn nicht für mich, dann aber für meine Tochter.

    Wenn ich dir mit meiner Geschichte irgendwie helfen konnte/kann, dann bin ich sehr glücklich <3


    Wie lange bist du mit deinem Freund zusammen und wie lange weißt du von seiner Sucht?


    Liebe Grüße,

    Yuna

  • lütte69


    Ja, im Prinzip sind es drei Kinder. Und mein Mann ist bei Leibe das schwierigste. Mit den anderen beiden muss ich nicht diskutiert und die machen mir auch nicht so viel arbeit...


    Wenn ich es mir aussuchen dürfte, was sein wird, was ich mir wünschen würde; dass es ist, wie wir es uns damals gegenseitig vorgeschwärmt haben; gemeinsam erwachsen werden, eine Familie gründen und erfüllt sein. Ich hätte gerne den Mann zurück, in den ich mich verliebt habe. Der ist nur noch selten da.

    Am meisten stelle ich mir vor, wo ich alleine mit meiner Tochter wohnen werde, was ich dann alles machen werde, die Freiheiten genießen werde, die ich nicht mehr habe. Ich richte in Gedanken die Wohnungen ein, die ich mir heimlich in Immobilien Apps anschaue....

    Ich möchte, dass er sich in den Griff bekommt oder ich den Schritt schaffe, mich zu trennen.

    Ich frage mich wirklich, was daran so schwer ist... wäre ich meine Freundin, hätte ich alles daran gesetzt, mich aus dieser Beziehung zu bekommen...


    Liebe Grüße,

    Yuna <3

  • Hey Yuna,


    Ich bin nun ein Jahr mit ihm zusammen. Und ich habe das so richtig nach ca 3-4 Monaten gemerkt, dann wurde es auch immer schlimmer. Er geht zwar unregelmäßig zur Beratungsstelle, aber macht sonst nix. Andere Dinge sind immer wichtiger. Er lebt seit einem Jahr komplett von mir, geht im Moment nicht arbeiten, schreit mich ca 1x die Woche besoffen an, etc. Wenn er nicht betrunken ist , ist es oft ganz schön mit ihm, aber es wird Schlimmer. Er wird skrupelloser, hat letztens einfach Geld von mir, das für Notfälle für meine Katzen gedacht war, für Alkohol und Gras genommen, versteckt Alkoholflaschen in der Wohnung, trinkt heimlich - Vertrauen ist keins mehr da. Wir redeten über Kinder, aber wie soll das so gehen? Er will nicht los kommen vom Alkohol, also werde ich mich jetzt am Wochenende letztendlich trennen.


    Ich fürchte, solang dein Mann keine Therapie und Entzug und so macht, kommt der Mann, den du kennengelernt hast, nicht zurück. Meine Beraterin bei der Beratungsstelle sagte auch Mal, Alkoholiker haben häufig keine echte Empathie, sondern eine vorgespielte "Pseudoempathie", mit denen sie Leute anziehen. Ich weiß nicht, ob das stimmt... Aber ob man den Menschen eigentlich überhaupt kennt? Ich kenne keinen Freund zumindest nicht wirklich nüchtern, und die Erkenntnis war hart...


    Ich wünsche dir sehr,dass du eine Lösung findest für dich und dein Kind. Du solltest besonders an euch zwei denken.


    Liebe Grüße, Mel

  • Hallo,

    Ich fürchte, solang dein Mann keine Therapie und Entzug und so macht, kommt der Mann, den du kennengelernt hast, nicht zurück.

    danach bekommt ihr immer einen anderen Menschen zurück. Da beginnt das arbeiten für beide.

    Mein xy wollte plötzlich mitreden, dem war nichts mehr egal, er nahm wieder am Leben teil. Interessen kamen zurück.

    Das dauert bis man sich wieder angenähert hat.



    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • MelScatterbrained


    Ich finde es toll, dass du für dich den Entschluss gefasst hast, dich zu trennen.

    Denn wenn du auf kurz oder lang auch daran zerbrichst, hat ja keiner was davon.

    Auch, dass du zu einer Beratungsstelle gehst, finde ich richtig super! Ich habe mich auch schon an eine gewandt, aber die Beratung ist diese Woche im Urlaub, daher habe ich leider noch keinen Termin.

    Hat er dir verraten, wie lange er schon trinkt?

    Es muss heftig sein, dass du ihn mitfinanzieren musst und der dann auch noch dein erspartes nimmt... kaum vorstellbar für mich.

    Mein Mann nimmt auch gerne aus dem ersparten, um davon dann seine Schnapsideen zu finanzieren... Projekte, die dann aber sofort angegangen werden müssen, aber nicht fertig gemacht werden, oder eben, weil er duun ist, in die Hose gehen.

    Immerhin geht er arbeiten und trägt den Großteil zur Haushaltskasse bei. Allerdings darf ich mir das dann auch oft anhören, wenn er betrunken wieder wütend wird.

    Das ist bei uns meistens der Fall, wenn ich ihm nicht gaaaaanz vorsichtig zum Mund rede. Und es fällt mir immer schwerer, weil er sooooo nervt!

    Er kann auch unglaublich lieb sein, wenn er betrunken ist, aber auf eine unglaublich anstrengende Weise, die ich kaum aushalte. Dr. Jekyll und Mr. Hyde, wobei ich auch Jekyll betrunken nicht mag.

    Nüchtern ist hier auch alles toll, aber das ist nur vor und kurz nach seiner Arbeit der Fall... also wenige Stunden am Tag.

    Und die versteckten Vorräte, oh ja! Ist das nicht schlimm?

    Ich frage mich immer, für wie dumm er mich hält... auch wenn er meint, ich würde nicht merken, dass er getrunken hat... (eigentlich ist das zwischen uns kein Geheimnis, außer er hat mal wieder versprochen aufzuhören und hat es wieder nicht geschafft)

    Kann total verstehen, dass du da kein Vertrauen mehr hast. Ich habe meins leider auch verloren. Außerdem bin ich um seine Ausreden müde...


    Du schreibst, dass Alkoholiker oft eine Pseudoempathie haben. Das Gefühl habe ich auch oft bei ihm. Ich zweifle nicht daran, dass er mich liebt! Er liebt mich mehr als alles andere auf der Welt, aber hauptsächlich liebt er, dass ich für ihn da bin. Und mit Liebesbekundungen, Geschenken und Gesten versucht er mich an sich zu binden. So fühlt es sich für mich an. Ich glaube, deswegen kann ich mich auch darüber nicht mehr so freuen....

    Und wenn es nicht sowas ist, dann droht er mit Suizid, wenn ich ihn verlasse...

    War/ist das bei euch auch so?


    Morgenrot

    Das ist interessant, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht...

    War das sehr schwer?

    Oder war das vlt auch was schönes?


    Liebe Grüße,

    Yuna <3

  • Hallo Yuna,


    Auch von mir noch ein herzliches willkommen bei uns.

    Du mußt dich hier nicht schämen, ich habe bei deinem ersten Beitrag sehr oft genickt, und ich hatte auch 3 Kinder.

    Wenn ich es mir im nachhinein überlege hat er schon sehr lange mehr getrunken, als es ihm gut getan hat. Diese Erkenntnis war für mich hart, denn ich wollte es ja eigentlich "weg lieben" das Saufen. Im Prinzip wußte ich, das es nicht machbar ist, aber ich wollte es schaffen.

    Als ich mich hier anmeldete sah ich mich auf ganzer Linie gescheitert, ich habe es nicht geschafft mich zu trennen, warum weiß ich eigentlich bis heute nicht.

    Das ist interessant, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht...

    War das sehr schwer?

    Oder war das vlt auch was schönes?

    Das war eigentlich alles, ich wußte nicht, was auf mich zu kommt. Ich wußte nur eines, ich will nicht auch noch zur CO eines trockenen Alkoholikers werden.

    Zu Trinkzeiten war er ja froh, wenn er in Ruhe trinken konnte und nach der Langzeit fing er plötzlich an, sich einzubringen. Ich konnte nicht mehr so wie ich wollte und es war so anders als vorher. ;)

    Zuerst einmal fiel mir nur auf, das es wesentlich entspannter zuging, seit dieser Zeit können wir mit einander lachen, was unwahrscheinlich wichtig ist.

    Nicht alles so ernst nehmen, aber im Thema eben ernst bleiben.

    Wir gehen beide in reale Gruppen, die beide die gleichen Grundlagen haben, es weiß also jeder, wovon der andere spricht. Es ist nicht so dass wir ständig um das Thema kreisen, aber ich kann Dinge besser einordnen und deshalb besser damit umgehen.

    Er hat aber seine Ecken und Kanten behalten, die waren mit der Trockenheit nicht weg. Es ist eine große Aufgabe wieder vertrauen zu lernen, denn das war ja gänzlich weg, und auch nach fast 5 Jahren Trockenheit falle ich noch öfter in alte Muster zurück.



    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Morgenrot


    Vielen Dank für deine Antwort und deine Offenheit!

    Das macht mir Hoffnung.

    Hoffnung, dass es doch kein sinnloser Kampf ist <3

    Es scheint es ja wert gewesen zu sein, dass du es nicht geschafft hast, dich zu trennen.

    Total toll! Auch kämpfen und durchhalten kann sich lohnen.

    Bei all den Verletzungen, den Stress und der Aussichtslosigkeit frage ich mich auch immer, warum ich noch bei ihm bin...

    Dann muss ich an den Mann denken, in den ich mich verliebt habe und daran, dass er , ohne den Alkohol, ein wunderbarer, großherziger, humorvoller und liebevoller Mensch ist, dass er das Herz am richtigen Fleck hat!

    Und du sagts, er hat seine Ecken und kanten behalten?

    Sind denn das die, die schon vor dem Alkohol da waren?

    Und toll, dass ihr beide in Gruppen geht und gemeinsam darüber sprechen und daran arbeiten könnt!

    Wie habt ihr das erreichen können?


    Liebe Grüße,

    Yuna (^__^)/)

  • Hallo Yuna,

    als ich vor ca 2 Monaten hier ankam, hab ich in erster Linie nach den "Erfolgsgeschichten" Ausschau gehalten und dabei für mich 2 Dinge übersehen. Erstens findet man hier im Forum "konzentriert" trockene Alkoholiker. Bei mir hat das anfangs den Eindruck erweckt, dass jeder Alkoholiker irgendwann sein Aha-Erlebnis hat und dadurch die Einsicht gewinnt, dass ein Entzug und eine Therapie nötig sind. Draußen in der Realität kommen aber viel weniger zu diesem Ergebnis und bleiben Zeit ihres Lebens dem Alkohol treu. Das Zweite sind die Erfolgsgeschichten zwischen Säufer und Co. Ich habe für mich übersehen, dass es zur Wandlung der Beziehung bei den meisten sehr sehr viel Zeit gebraucht hat und vor allem oft eine Trennung von Jahren dazwischen lag und ich nehme an, dass es in dieser Trennungszeit nicht explizit klar war, dass aus dem ehemaligen Pärchen wieder eines wird (das habe ich aber nie nachgefragt.....@Sunshine , Morgenrot , lütte69 , wer noch? - könnt ihr dazu etwas sagen?)

    Bei all den Verletzungen, den Stress und der Aussichtslosigkeit frage ich mich auch immer, warum ich noch bei ihm bin...

    Was hält dich abseits der Liebe zurück zu gehen? Finanzen, gemeinsames Wohnen, Meinung der anderen, mangelnde Hilfe für den neuen Weg, gemeinsames Kind/Kinder, Glaubensmuster wie "man lässt seinen kranken Partner nicht zurück", "in guten wie in schlechten Zeiten"...?

    Ich bin von meinem Mann nun seit 3 Monaten getrennt und er hat weiterhin null Einsicht. Er nimmt auch nicht wahr, wie unsere Kinder leiden.

    Ich für mich bin aber inzwischen zur Erkenntnis gekommen, dass mich nicht nur der tolle Mensch, der er einmal war - und das war er wirklich - noch so sehr gebunden hat, sondern vor allem meine Gefühle der Aussichtslosigkeit und meine Ängste, wie ich das Leben finanziell alleine bewältigen soll. Ich weiß das zwar immer noch nicht, aber erste Schritte zur Unabhängigkeit von ihm konnte ich bereits setzen (das betrifft bei mir die Arbeit, durch die wir auch verbandelt waren - jetzt zum Glück schon nicht mehr).


    Dann muss ich an den Mann denken, in den ich mich verliebt habe und daran, dass er , ohne den Alkohol, ein wunderbarer, großherziger, humorvoller und liebevoller Mensch ist, dass er das Herz am richtigen Fleck hat!

    Dieses Heiß-Kalt in einer Beziehung erzeugt Sucht. In den miesen Momenten mit den schrecklichen Verletzungen lassen uns so sehr nach den früheren schönen Momenten dürsten. Ab und zu gibts dann zwischendurch wieder einen süßen Moment, der einen hoffen lässt, dass es nun so bleibt bzw gut weitergeht. So schnell kann man aber gar nicht schauen, geht es wieder bergab. Das bindet extrem und hat mit Liebe NULL zu tun! Das ist eine sehr ungesunde Bindung, klebt aber wie Superkleber.


    Ich kann dir von mir sagen, dass ich sehr lange auf ein Happy End gehofft habe und und ich sage auch jetzt nicht "Nie wieder!" - solche Versprechungen gehen nur zu gern in die Hose. Außerdem bin ich nach wie vor im Prozess. Für jetzt will ich von meinem Mann nur eines: nämlich Abstand!!

    Was einmal sein wird, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass ICH wieder glücklich sein will!!!!


    GLG, Saphira

  • Erstens findet man hier im Forum "konzentriert" trockene Alkoholiker. Bei mir hat das anfangs den Eindruck erweckt, dass jeder Alkoholiker irgendwann sein Aha-Erlebnis hat und dadurch die Einsicht gewinnt, dass ein Entzug und eine Therapie nötig sind. Draußen in der Realität kommen aber viel weniger zu diesem Ergebnis und bleiben Zeit ihres Lebens dem Alkohol treu.

    Genau so ist es!!


    Ich habe oft den Eindruck, dass es da Einigen so geht, wie Dir.

    Ich hoffe, dass die meisten User dann auch darüber stolpern, dass es hier nur so viele trockene Alkoholiker gibt, weil wir in genau so einem Forum sind,


    Darauf wollte ich an anderer Stelle heute auch schon hinaus. Es gibt etliche Alkoholiker die ihren Tiefpunkt niemals erreichen, deshalb lohnt sich das Warten darauf auch nicht.


    LG Cadda

  • Liebe Saphira

    Vielen Dank für deinen Beitrag <3


    Es ist toll, dass du es geschafft hast, von deinem Mann los zu kommen! :)

    Darf ich fragen, wie lange das bei dir gedauert hat? Und was war dein kanckpunkt?


    Vor dem finanziellen habe ich keine Angst. Ich habe eine tolle Familie, die mich unterstützen würde, außerdem bin ich es gewohnt, mit wenig Geld auszukommen.

    Auch die Meinung der anderen wäre sicher nicht negativ. Ich wette,jeder der wüsste, wie es bei uns läuft, würde mir dazu raten. Wahrscheinlich erzähle ich es deshalb auch keinem (außer meiner Mutter, die weiß alles, mein Vater weiß ein wenig)

    Es ist das schlechte Gewissen, die Angst er könne wegen mir dann leiden, weil ich ihn habe fallen lassen...

    Schon der Gedanke, ihn traurig zu machen, macht mich fertig. Ich hänge zwischen Hass, Liebe und Mitleid fest.

    Ich glaube, er will nicht wahr haben, was er seinen Kinden antut. Er säuft es weg. Zu zweien hat er nicht mal Kontakt. Er leugnet, dass die Beziehungen wegen seinem Konsum gescheitert sind, gibt den Frauen die Schuld. Und er hat immernoch nichts gelernt. Er macht es bei mir uns unserer Tochter genauso. Und das obwohl er so sehr unter den Verlusten leidet. Und jetzt lässt er es wieder darauf hinaus laufen...

    Ich bin wie gesagt, in meinen Gefühlen so hin und her gerissen...

    Das bindet extrem und hat mit Liebe NULL zu tun! Das ist eine sehr ungesunde Bindung, klebt aber wie Superkle

    So ähnlich habe ich mir das auch schon überlegt... Er zielt auf mein Gewissen ab, er erpresst mich emotional, genauso wie seine Mutter. Das klebt sehr, ja v.v


    Wie ging es dir, als es bei genug war, klick gemacht hat? Wie geht es dir heute?



    Cadda , danke dir

    Ja, das stimmt! Dieses Forum ist für diejenigen, die was geändert haben oder ändern wollen... ein winzig kleiner Teil von dem, was draußen in der Welt noch rum rennt...

    Oh gott, das ist so traurig...

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