Franzi - Ehemann trinkt

  • Nachdem mein Mann die Unterhaltsberechnung erhalten hat, hat er von der aktuellen Phase „Alles versprechen und zurück ködern“ umgeschaltet auf „Angriff“ - aber nicht so unbeherrscht wie früher im Sinne von Beleidigungen und so (wäre mir fast lieber gewesen), sondern direkt mit: ich werde von ihm sicher kein Geld bekommen, er beantragt Wechselmodell, die Kinder wollen eh lieber im Haus bleiben (wollen sie) usw. usf.
    Erstmal ja alles sein gutes Recht und theoretisch auch schön für die Kinder, wenn sich ihr Vater endlich auch mal mehr kümmern würde.

    Na ja, wenns ums Geld geht, wird es ja leider oftmals fies.

    Aber nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Warte erstmal ab, bis sich der Schock bei ihm gelegt hat. Wahrscheinlich ist es eine ordentliche Summe, die er zahlen muss und damit hat er nicht gerechnet?

    Trennungsunterhalt steht dir ja in jedem Fall zu, da kann deine Anwältin dich doch sicher gut beraten.

    Und wenn er sich bislang wenig bis kaum um die Kinder kümmert und du sie ihm hinterherträgst, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass er tatsächlich Lust auf ein Wechselmodell hat und das einfordern wird. Das sieht für mich stark nach Drohung aus, damit du klein beigibst. Kinder sind viel Arbeit und da haben leider viele Männer so gar keine Lust drauf, wenn sie die plötzlich alleine machen sollen.

    An deiner Stelle würde ich den Bring- und Holdienst und das Hintertragen und Kümmern um Termine ab sofort einstellen. Und dann warte erstmal ab. Ich wünsche dir starke Nerven und viel Kraft. Und versuch dir Auszeiten von den Kindern zu organisieren, ohne deinen Ex da zu involvieren.

  • Hallo,

    ich habe lange nichts geschrieben… aber sehr viel weiterhin mitgelesen.
    wechselmodell und ähnliches hat sich bisher nur als heiße Luft herausgestellt. Im Gegenteil, besteht bis heute keine feste, regelmäßige umgangsregelung (leider). Wir leben nach wie vor getrennt, allerdings akzeptiert meine Nochmann nach wie vor die Trennung nicht und versucht alles mögliche, dies zu ändern.
    Er hat jetzt tatsächlich einen Platz in der Entzugsklinik. Das, was ich mir für ihn und uns so lange gewünscht oder erbeten hatte. Aber: ich glaube, odereigentlich weiß ich, dass er es nicht aus eigener, tiefer Überzeugung macht, sondern „nur“, um seine Familie zurück zu bekommen. Und dann wird das, fürchte ich auf Dauer eh nicht funktionieren. Es ist so traurig.

  • Hi Franzi,

    schön, dass du dich mal wieder meldest. Wie gehts dir so?

    Was genau meinst du mit "heiße Luft", er hat also überraschend keine Lust, sich regelmäßig um die Kinder zu kümmern, obwohl er dir vorher das Wechselmodell angedroht hat? Das ist bestimmt sehr anstrengend für dich und gemein den Kindern gegenüber. Wie kommen sie zurecht?

    Gibts denn von der rechtlichen Seite was neues, da müsste sich doch in drei Monaten was getan und was geklärt haben?

  • Er lässt sich auf keine feste Regelung ein. Vorrangig will er, dass wir zurück kommen. Ansonsten versucht er nach wie vor spontane Absprachen (a la „kommen die Kinder heute?“). Aber keine festen Zeiten. Auch ein Gespräch mit dem Jugendamt hat nichts gebracht.
    Für die Kinder ist es halt auch ein auf und ab. Mal super beim Papa und sie wollen gern, dann wieder nicht… ich versuche ihnen halt so viel Stabilität zu geben wie ich kann. Der Umgang könnte jetzt noch übers Gericht festgelegt werden, aber da bin ich skeptisch (wegen dem Saufen und ob „Zwangsumgang“ so sinnvoll ist, wenn der Vater das selber gar nicht will).


    Unterhalt ist jetzt zumindest geregelt, das nimmt mir eine große Sorge.

  • Wenigstens etwas, das ist ja schon mal sehr gut für dich :-).

    Das andere wird die Zeit zeigen, wenn er das nicht vwirlich für sich macht, wird es wohl kein langfristiger Erfolg. Hier hat man ja auch schon oft von Drehtürpatienten gelesen, die mehrere Entzüge und Langzeittherapien gemacht haben und die trotzdem weiter trinken.

    Für die Kinder ist es natürlich richtig mies, aber an deiner Stelle würd ich mich auf diese spontanen Dinge nicht einlassen. Das muss er einfach lernen, dass er halbwegs verlässlich sein muss, wenn er Kontakt zu den Kindern haben will.

  • Das mit dem unregelmäßigen Umgang ist schlimm. Ich kenne das. Seit 1 Jahr versuche ich eine Regelung zu vereinbaren. Ich habe mir Rat von der Jugendhilfe geholt und die haben mir wenig Hoffnung gemacht. Ich schwanke immer mal wieder, ob ich das so "auf Zuruf" hinnehme oder weiter auf eine Regelung poche.

    Ich würde es nicht übers Herz bringen, meiner Tochter die wenige Zeit mit ihrem Vater zu nehmen, nur weil der nicht in der Lage (oder bei uns wohl vielmehr nicht Willens) ist, Verantwortung zu übernehmen.

    Aber es gibt da sicher nicht richtig oder falsch. Im Vordergrund steht sicher, was für die Kinder in der Situation (und das kann sich mit der Zeit ändern) das Beste ist.

  • Aber es gibt da sicher nicht richtig oder falsch. Im Vordergrund steht sicher, was für die Kinder in der Situation (und das kann sich mit der Zeit ändern) das Beste ist.

    Ganz genau. Es hat alles seine Vor und Nachteile...

    Bei dem einen hat man eine Regelmäßigkeit, die aber mit Konsequenzen behaftet ist, wenn man sich nicht dran hält. Dann MUSS der Umgang stattfinden. Von beiden Seiten aus.

    Bei dem anderen fehlt diese Regelmäßigkeit, jedoch hat man da noch selbst alles in der Hand. Wenn die Kinder nicht wollen, dann müssen sie auch nicht.

  • Hallo,

    Danke für eure Antworten!

    Ich habe ja ganz lange noch gehadert, ob ich mich wirklich endgültig trennen will und auch „kann“, hab ihm erst Forderungen gestellt bzgl. Therapie / Trockenheit… nichts. Dann endlich für mich der Entschluss, nein, das wird nix mehr. Und dann, auf einmal: Termin für Entzugsklinik steht, Therapieplatz organisiert, alles möglich.
    Nicht ich schwanke jetzt - ich merke, ich will trotzdem nicht mehr. Zu viel ist kaputt gegangen.

    Aber er zieht alle Register: Das sei es doch, was ich wollte, ich kann doch nach Entzug etc. zurück kommen, wir könnten es doch dann nüchtern nochmal probieren, ich solle doch an die Kinder denken, usw. Es ist so schwer für mich, ihn immer und immer wieder abzuweisen. Er ruft an, schreibt E-Mails, kommt teilsweise vorbei, sucht auf alle möglichen Art und Weisen Kontakt.
    Ich weiß, ich will nicht mehr, er gibt mir aber das Gefühl ich „dürfe“ das gar nicht und als würde mit mir etwas niczt stimmen, und dass ich die Familie zerstöre. Ich bin fix und alle.

  • Hallo Franzi

    Ich weiß, ich will nicht mehr, er gibt mir aber das Gefühl ich „dürfe“ das gar nicht und als würde mit mir etwas niczt stimmen, und dass ich die Familie zerstöre

    Doch, das darfst Du. Und Du zerstörst nicht zwangsläufig eine Familie, „nur“ weil Du Dich vom Vater Deiner Kinder trennst. Es wird die Paarbeziehung zerstört und wer dafür die Verantwortung trägt, sei mal dahin gestellt.

    Eine Familie seid ihr trotzdem, auch wenn das klassische Modell nicht mehr vorhanden ist weil ihr getrennt seid/wohnt.

    Ich weiß, das wird er wohl nicht so sehen, aber vielleicht hilft Dir die Sichtweise ja.


    LG Cadda

  • Danke Cadda,

    so sehe ich das tatsächlich auch (nur konnte ich es nicht so gut in Worte fassen bisher). Nur diese gefühlte „Gehirnwäsche“ ständig macht mich ganz kirre. In endlosen Wiederholungsschleifen…

  • Nur diese gefühlte „Gehirnwäsche“ ständig macht mich ganz kirre. In endlosen Wiederholungsschleifen…

    Vielleicht einfach nicht mehr so oft reagieren? Wenn er nicht total verrückt ist, wird er ja nicht 20 Nachrichten hintereinander schreiben ohne dass eine Antwort kommt. Wenn doch dann ist er halt- wie gesagt- verrückt. Meistens wird die ‚Gehirnwäsche‘ aber ohne Reaktion langweilig. Hoffentlich.

    Nach allem was du erlebt hast ist doch klar dass du nicht freudestrahlend in seine Arme springst.

    Und wenn er dann noch ständig bettelt, treibt dich das ja noch zusätzlich weg. Vielleicht hilft es, wenn ihm das mal klar kommuniziert wird? Dass dieses Gebettel echt Nix bringt?

  • Vielleicht einfach nicht mehr so oft reagieren?

    Ja, da sollte ich wohl noch konsequenter umsetzen. Es fällt mir schwer, denn ich möchte ja auch nicht unhöflich sein, aber da ich ihm ja trotzdem abweise, kommt es so oder so „unhöflich“ bei ihm an und dann ist es ja auch schon wieder egal. Zudem wurde eigentlich alles schon zig mal gesagt. Ja, als verrückt würde ich es teils schon bezeichnen, wenn in zwei Stunden 78 Anrufe insAbwesenheit eingehen.

    Vielleicht hilft es, wenn ihm das mal klar kommuniziert wird? Dass dieses Gebettel echt Nix bringt?

    Leider hilft das auch nichts.

  • Er wollte, dass ich zurückkomme. Er ist nicht nüchtern geworden weil er es aus tiefstem Wunsch selber wollte.

    Daran bin ich gerade hängen geblieben bei Auroras Antwort in einem anderen Thread. Weil es wieder genau auf die Situation hier passt.

    Mein Noch-Ehemann ist seit gestern tatsächlich in der Entzugsklinik. Nie hätte ich das gedacht. Lange war es genau das, was ich von ihm wollte, sogar verlangt hatte. Und jetzt stehe ich dem Ganzen völlig gefühllos gegenüber.
    Er: erwartet, das dieser Schritt honoriert wird von mir. Dass ich die Trennung nochmal überdenke. Ihm trocken noch eine Chance gebe. Versteht gar nicht, dass sich deshalb für mich nichts geändert hat. All die Verletzungen der letzten Jahre nicht ungeschehen sind (auch hier die Parallele zu Aurora: „Aber ich trinke doch jetzt nicht mehr, das ist kommt doch jetzt nicht mehr vor“). Betont im Gegenteil, wie sehr ihn meine Ablehnung jetzt doch verletzt. Dass ich ihn nichtmal besuchen kommen will!
    So lange habe ich gehofft, dass er seine Abhängigkeit mit ärztlicher Hilfe angeht. Aber es ist zu spät. Ich kann ihm da jetzt nicht die Unterstützung geben, die er sich wünschen würde. Ich merke, in diese Richtung habe ich einfach keine Kraft mehr.

  • hallo Franzi,

    Lange war es genau das, was ich von ihm wollte, sogar verlangt hatte. Und jetzt stehe ich dem Ganzen völlig gefühllos gegenüber.

    in den Saufzeiten unserer Männer ist soviel auf der Strecke geblieben, da konnte ich auch nicht an Trockenheit glauben. Es ist ja auch nicht so, dass dann alles passt. Nach Entgiftung und eventueller Langzeittherapie geht ja die Arbeit für beide erst richtig los.

    Die Erwartungen von ihm an dich lassen für mich nicht darauf schließen, dass er etwas verstanden hat. Wenn es für dich zu spät ist, ist das doch in Ordnung, du bist nicht dafür da, seine Erwartungen zu erfüllen.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Franzi,

    So lange habe ich gehofft, dass er seine Abhängigkeit mit ärztlicher Hilfe angeht. Aber es ist zu spät. Ich kann ihm da jetzt nicht die Unterstützung geben, die er sich wünschen würde. Ich merke, in diese Richtung habe ich einfach keine Kraft

    Es ist gut, dass du das erkennst. Für mich war es damals auch zu spät. Zumal ich immer mehr gemerkt habe, dass er eigentlich nichts bei sich verändert hatte und auch garnichts verändern wollte. Er hatte bloß zu trinken aufgehört. Und ich hab gemerkt, dass ich das nicht mehr so wollte. Dass dieser Mann nichts mehr für mich war weil er mich nach wie vor respektlos behandelte, nur auf seine eigenen Bedürfnisse Rücksicht nahm, im Grunde genommen nur sein bequemes Leben mit mir weiterführen wollte. Es ging ihm nicht um " uns" sondern nur um ihn.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo,

    morgen wird mein xy entlassen, er hat es durchgezogen. Die letzten Tage waren sehr ruhig, endlich mal kein Kontakt, das hat gut getan. Jetzt werde ich langsam nervös. Er erwartet, dass ich ihn abhole. Ich weiß nicht, ob ich das will. Eigentlich ist es ja kein Thema, aber auf der anderen Seite will ich mich da einfach raushalten… was meint ihr? Einfach erstmal abwarten, ob sich wirklich was getan hat oder eben nur 1 Woche nicht getrunken wurde, wäre jetzt meine Devise. Auch wenn sich mein Co-Herz sträubt 🙈

  • Hallo Franzi!

    Die letzten Tage waren sehr ruhig, endlich mal kein Kontakt, das hat gut getan.

    Das sagt doch schon alles du willst eigentlich keinen Kontakt, weswegen solltest du ihn abholen? Er wird sich dann bestimmt wieder Hoffnung machen daß du zurück kommst das willst du doch bestimmt nicht.

    Wie er mit deiner Absage zurecht kommt ist nicht deine Sache. Du willst das nicht mehr und gut ist es.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

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