Maeron - Von der Krankheitseinsicht & meiner täglichen Abstinenz

  • Und immerhin hast Du Dich noch am gleichen Abend bei uns gemeldet und Dich nicht nach dem Motto "jetzt ist sowieso alles egal" in den Totalabsturz gesoffen und verkrochen, das ist doch schon mal gut, denke ich (als naive?) Anfängerin.

    Dazu fällt mir noch ein: Nicht, dass das trickreiche Suchthirn jetzt bei dir auf die Idee kommt: "Kann ich ja irgendwann noch mal machen, wenn ich mal wieder Lust habe,zu trinken, kann ja anscheinend doch noch halbwegs rechtzeitig aufhören ..." 🤔

    Darum: dranbleiben und hier zumindest regelmäßig mitlesen!

  • Den Gedanken kann ich nachvollziehen. Und tritzden, nein auf keinen Fall. Ich habe ja gemerkt, das es sehr schwer war nach Hause zu gehen und es mir auch scheiße dabei ging.

    Es gibt keine einzigen Grund das nochmal zu machen.

    Ich will nicht alles aufs Spiel setzten.

    Mir geht es ohne Alkohol gut.

    Ich glaube wirklich das etztendlich jetzt mein Abstinenz Entschluss noch stärker ist. Ich hätte darauf verzichten können. Aber nun ist es so. Und vielleicht wäre ich sonst nachlässig und es wäre dann irgendwann passiert, mit schlimmeren Folgen.

  • Dazu fällt mir noch ein: Nicht, dass das trickreiche Suchthirn jetzt bei dir auf die Idee kommt: "Kann ich ja irgendwann noch mal machen, wenn ich mal wieder Lust habe,zu trinken, kann ja anscheinend doch noch halbwegs rechtzeitig aufhören ..." 🤔

    Genau mit dem Gedanken konnte ich mich gestern bremsen. Wenn Du jetzt nachgiebst wird es vielleicht gar nicht so schlimm. Und dann machst Du es wieder. Und schon hängst wieder in der Kacke die Du nicht mehr willst.

    Ich war ja auch schon auf dem Weg zum Supermarkt. Der Kopf vernebelt. Und mit mal kam laut und deutlich das NEIN.

    Es ist wirklich wie ein Training. Je mehr und fleissiger man übt, desto erfolgreicher ( in der Abstinenz gefestigter) wird man.

    Nur Mut maeron, nicht locker lassen.

  • Hallo Maeron,

    Sehr gut, dass du gestern dich hier gleich gemeldet hast. Und dass du nicht weiter getrunken hast, sondern gemerkt hast, dass du es eigentlich gar nicht möchtest.

    Ich habe eine Frage zu dem Punkt „alleine sein“. Du hast geschrieben, das könnte so etwas wie ein Auslöser bei dir gestern gewesen sein.
    Was genau stört dich am Alleinsein? Ist es so, dass dann die soziale Kontrolle wegfällt, weil Frau und Kind nicht da sind und du quasi tun und lassen kannst, was du möchtest? (Da würde sich dann als Nächstes die Frage stellen: warum möchtest du dann ein Gift in dich hineinschütten?)

    Oder magst du das alleine sein generell nicht? Fühlst du dich dann unwohl und möchtest du dann dieses Unwohlsein irgendwie weg haben, und war das dann eventuell die Motivation, die schlechten Gefühle mit Alkohol zu betäuben?

    Oder ist noch etwas anderes mit dem alleinsein für dich verknüpft?

    Wenn du weißt, warum das gestern passiert ist, dann kannst du dein Verhalten in Zukunft besser danach ausrichten.

    Alles Gute für dich, LG viola

    Wer bei sich bleibt, der ist schon weit gekommen.

  • dass dann die soziale Kontrolle wegfällt, weil nicht da sind und du quasi tun und lassen kannst, was du möchtest?

    Das ist ein Punkt der für meine Suchtgedanken eine Rolle spielen. Wenn keine Kontrolle, kann ich es tun. Und warum tu ich es dann? Weil ich Verlangen danach habe.

    Oder magst du das alleine sein generell nicht? Fühlst du dich dann unwohl und möchtest du dann dieses Unwohlsein irgendwie weg haben, und war das dann eventuell die Motivation, die schlechten Gefühle mit Alkohol zu betäuben?

    Das auch. Einsamkeit erinnert mich an meine Konsumzeit. Da war ich auch einsam.

    Und gestern scheint dann beides zusammen gekommen zu sein.

  • hast Du einen kleinen Parkplatzrempler hingelegt

    Ich habe ein Herz gegeben. Weil ich übereinstimme. Nur den Satz möchte ich ausklammern.
    Das klingt mir zu sehr nach, kann immer mal passieren.

    Außerdem wurde nach diesem Rempler noch mal zurück gesetzt und dann kurz darauf nochmals drauf gefahren.
    Zwei Getränke an verschiedenen Orten.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich hab mit meinem Mann vereinbart, dass ich einen Rückfall nie vor ihm verheimlichen werde und es ihm sofort sagen würde. Auch, damit er nicht mehr soviel Bedenken hat, wenn ich alleine unterwegs bin - also nicht heimlich trinke. Ich find das gut, so wie du es gemacht hast. Vielleicht muss sie das erstmal sacken lassen oder kann gerade nicht antworten.

  • hallo Maeron,

    du hattest ja um Angehörigenmeinungen gebeten.

    Es war richtig, dass du dich hier gemeldet hast, aber noch besser wäre vorher gewesen. Ich denke, dass weißt du heute auch.

    Lass deiner Frau Zeit, dass muss auch sie erst einmal verarbeiten. Offenheit ist aber immer gut, dass kann helfen verlorenes Vertrauen aufzubauen. Es sollte aber nicht dazu führen, dass deine Frau dich nicht mehr alleine läßt, denn sie hätte deinen Rückfall sicherlich auch nicht verhindern können.

    Mein Mann hatte kurz vor seinem 6. Trockengeburtstag einen Rückfall, es hat mich erst einmal sehr getroffen, aber das Wissen, dass ich nichts hätte verhindern können, war relativ schnell wieder da.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Aus Sicht einer Angehörigen: Seitdem mein Mann trocken ist, ist absolute Ehrlichkeit vereinbart, was dieses Thema angeht. Also eigentlich ist ja Ehrlichkeit eh eine Voraussetzung in Beziehungen, das war auch immer so bei uns, jedenfalls bis er alkoholabhängig wurde.

    Nachdem ich in seiner nassen Zeit bezüglich seines Konsums angelogen wurde, muss ich mir jetzt sicher sein können, dass mir ein Rückfall sofort mitgeteilt wird, sonst könnte ich kein Vertrauen zu ihm wieder aufbauen.

    Ihr habt doch bestimmt darüber gesprochen, wie ihr im Fall der Fälle damit umgehen wollt?

    Ich kann mir aber auch sehr gut vorstellen, dass sie geschockt ist und das erstmal verarbeiten muss, so würde es mir zumindest gehen. Frag sie doch mal, ob sie einen ruhigen Moment hat und ob ihr mal telefonieren könnt. Das würde ich mir zumindest wünschen, um Näheres zu erfahren. Ich bin aber natürlich nicht sie, du kennst sie ja besser.

  • Danke euch.

    Wir hatten jetzt geschrieben, nur hat sie nicht auf das Thema Bezug genommen. Denke wir reden später drüber wenn sie da ist.

    Also sie meinte mal, sie will es wissen, sollte ich trinken. Mehr haben wir nicht darüber gesprochen.

  • Hallo Maeron,

    zunächst: Ich freu mich wirklich für dich, dass du gestern nicht weitergetrunken hast. Vielleicht ist der Rückfall ja wirklich gestoppt, das wird die nächste Zeit zeigen, und du liest dich entschlossen.

    Allerdings: Ich empfand deinen Rückfall schon so ein bisschen „mit Ansage“, will damit sagen, es hat mich nicht so sehr überrascht.

    Du hast in der Vergangenheit ab und zu mal von kritischen Situationen und Suchtdruck geschrieben (zum Beispiel kürzlich hier #483 am 8.3.), aber nicht wirklich etwas geändert.

    Wie siehst du das?

    Viele Grüße und danke fürs Teilen hier!

    Thalia

  • Du hast in der Vergangenheit ab und zu mal von kritischen Situationen und Suchtdruck geschrieben (zum Beispiel kürzlich hier #483 am 8.3.), aber nicht wirklich etwas geändert.

    Wie siehst du das?

    Ja, das hatte ich ab und zu. Ich wüsste nicht was ich verändern könnte. Es hatte ja ansich immer geklappt.

    Also geplant hatte ich das nicht. Aber vielleicht war es unbewusst schon länger so, dass es sich so entwickelt hat, in diese Richtung.

    Glaube es ist einiges zusammen gekommen:

    - Zufriedenheit im Job hat sich eingestellt

    - ich habe nicht regelmäßig eine reale Gruppe besucht und war hier eher weniger, zeitweise

    - Ende der ambulanten Reha. Das heißt, seit ein paar Wochen plötzlich keine Gruppen- und Einzelsitzungen mehr. Dadurch aber auch weniger "Kontrolle".

  • ich habe nicht regelmäßig eine reale Gruppe besucht und war hier eher weniger

    Dazu hatte ich Dir letztens geschrieben. Deine Antwort war. "Aber trotzdem..." und "keine Motivation" wenn ich mich recht erinnere.

    Dann hoffe ich, dass Du die Erfahrungen hier nicht nur zur Kenntnis nimmst, sondern sie beginnst für Dich umzusetzen.

    Einen Motivationsschub (der negativen Art) hast Du ja jetzt erhalten.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Durch "Kontrolle" ist noch keiner nüchtern geblieben. Entweder Du willst es für Dich, oder nicht.

    Das, stimmt. Ich tu es ja für mich.

    Aber eine Verpflichtung nicht trinken zu dürfen, wegen der Reha, die wegfällt, kann trotzdem Auswirkungen haben. Sie ist ja wie eine zusätzliche Schranke gewesen.

    Im Laufe der Zeit ging es mir immer besser in der Abstinenz. Deswegen soll es so bleiben!

  • Hallo Maeron,

    vielleicht war es unbewusst schon länger so, dass es sich so entwickelt hat

    Dann hilft vielleicht das Bewusstmachen.


    Das tust du ja auch schon, indem du aufzählst, was vielleicht Faktoren sind/waren, die für dich Risiko bedeuten.

    Darin liegen dann vielleicht auch schon ein paar Antworten auf deine Frage bzw. Feststellung:

    Ich wüsste nicht was ich verändern könnte.


    Von hier aus (also von mir aus, von außen) sieht es so aus, als wäre es wichtig, nicht einfach so weiterzumachen wie bisher. Auch wenn es „an sich immer geklappt“ hat.

    Dass du bei „weniger Kontrolle“ durch den Wegfall der Reha und das Alleinesein am Wochenende Suchtdruck bekommst, klingt für mich so, als seiest du noch nicht in deinem trockenen Leben angekommen.

    Mir hat dabei (wirklich trocken zu werden) die regelmäßige Beschäftigung mit meinem Alkoholismus hier und anderswo entscheidend geholfen.


    viele Grüße

    Thalia

  • Hallo Maeron,

    Aber eine Verpflichtung nicht trinken zu dürfen, wegen der Reha, die wegfällt

    Vielleicht liegt hier der Knackpunkt? Dass es für Dich eine „Verpflichtung“ war nicht trinken zu dürfen (wohlgemerkt: zu dürfen!)?
    Bei einer zufriedenen Abstinenz ist es - so meine Erfahrung - so, dass das „dürfen“ durch „wollen“ ersetzt wird.

    Wenn Du schreibst, nicht trinken zu dürfen und dass dann noch als Verpflichtung wahrnimmst, dann klingt das für mich nicht nach zufriedener Abstinenz. Ist das so?

    VG Sue

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • Ich will nicht mehr trinken.

    Mich ekelt es an. Vorallem jetzt nach gestern.

    Es gehört nicht in meinen Körper und es tut meiner Seele nicht gut.

    Der anfängliche Verzichtsgedanke ist nicht mehr. Gerade auch nach gestern habe ich kein Bedürfnis mehr nach "Feier gehen = saufen gehen". Eine Zeitlang hatte ich den Gedanken, das ich das in der Menge feiern, tanzen, trinken, vermisse. Doch gestern in der Bar habe ich gemerkt, dass ich es nicht will. Es stank. Die Leute sind zum Saufen hingekommen. Ein scheiß Ort. Ich will das nicht. Nie wieder

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