Die Alkoholiker die aber trocken wurden und es geblieben sind, konnten aber aufhören zu trinken. Also hat es ja doch mit "Wille" zu tun.
Ich bin Alkoholiker.
Und das habe ich auch ziemlich schnell gewusst. Ich habe die ganze Welt um mich herum belogen, mir selbst aber nie was vorgemacht.
Ich wollte mit dem Alkohol trinken aufhören. Ich wollte das so sehr wie nichts anderes auf dieser Welt. Viele viele Jahre.
Ich habe das jeden Morgen gewollt ….und jeden Nachmittag habe ich neuen Alkohol gekauft. Ganz oft stand ich dann da mit meiner Flasche und wollte den Inhalt dann einfach nur wegkippen….ich habe mich so geekelt vor dem Wein und ich fand mich eklig…. ich wollte so gerne damit aufhören.
Ich konnte es nicht. Ich konnte einfach nicht damit aufhören, obwohl ich es so sehr wollte.
Selbst sterben wäre die bessere Wahl gewesen…als immer weiter trinken zu müssen. Ich habe es nicht geschafft.
Erst als mein Kartenhaus aus Lügen zusammengefallen ist, konnte ich langsam akzeptieren, dass ich Alkoholiker geworden bin.
Ich hatte ja immer dieses Bild vom Alkoholiker im Kopf, der runtergekommen hinterm Bahnhof seinen billigen Fusel säuft…dass ich genau da dazu gehören soll, konnte ich nie akzeptieren. Ich habe mich nach Außen nie zu erkennen gegeben.
Für mich zu akzeptieren, dass ich genau dieser Alkoholiker geworden bin, dann die Erkenntnis, dass ich krank bin und die hoffnungsvollen Worte in diesem Forum, dass es möglich ist, die Sucht zum Stillstand zu bringen, gaben mir die Hoffnung, dass auch ich das schaffe….nüchtern werden und nüchtern bleiben.
Die vielen ,normalen’ Menschen hier haben mir gezeigt, dass es möglich ist, die Sucht zu stoppen. Der Wunsch aus tiefstem Herzen reichte dafür nicht aus.
Am Anfang steht die Erkenntnis, krank zu sein Alkoholiker…. süchtig…. abhängig… Egal, wie man das Kind nennt, es musste im Kopf ankommen, dass die Alkoholsucht eine Krankheit ist und dass die nie wieder weg geht und dass es nur mit absoluter Abstinenz möglich ist, diese Krankheit zum Stillstand zu bringen. Es gibt sie…diese Möglichkeit, wieder normal leben zu können.
Ich musste akzeptieren, dass ich Alkoholiker geworden bin. Ich glaube, dass war für mich das Schwerste überhaupt. Aber es war auch mein Start in mein nüchternes Leben.
Es musste im Kopf ankommen, dass es nur diesen einen Weg gibt: kein Alkohol mehr. Nie wieder.
Dieses ‚nie wieder‘ hat ja etwas Endgültiges. Kann auch Angst machen.
Mir machte das keine Angst.
Mir machte das Hoffnung…..weil ich es so sehr wollte.
Ich werde die Sache mit dem Willen, der Einsicht und dem Krank-Sein vermutlich niemals verstehen.
Vielleicht helfen dir meine Gedanken ein wenig dabei.
Momo, wie geht es dir heute?
Was kannst du aus den Gedanken hier für dich mitnehmen?