wieweiter - Was tun?

  • Ich war gerade bei meiner Ärztin weil ich nicht mehr kann. Ich bin fix und fertig. Er liegt wieder auf der Couch, betrunken und übergibt sich wieder.

    Ja er hat das Recht sich todzusaufen. Aber warum in meiner Wohnung.

    Meine Ärztin wird eine Betreuung in die Wege leiten. Das dauert aber.

    Ich sitze hier und heule weil ich es nicht mehr ertragen kann. Ich kann nur wegbleiben und hoffen, dass es irgendwann zu Ende ist.

  • Du hast richtig entschieden, indem Du Dich erstmal hast aus dem normalen Alltag hast herausnehmen lassen!

    Die Ärztin hat jetzt übernommen und Du kannst Dich insgesamt zurückziehen und Dich erstmal erholen!

    Gute Besserung! 🍀

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • hallo wie weiter,

    du kannst Kontakt zu einem Hospiz aufnehmen, oder durch die Ärzte aufnehmen lassen.

    Es gibt ja Palliativärzte, mit denen du auch Kontakt aufnehmen könntest. Diese Palliativteams betreuen auch dich als Angehörige. So jedenfalls meine Erfahrungen.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo wieweiter,

    Hat es geklappt mit der Kontaktaufnahme zu einer palliativen Einrichtung? Hospiz?

    Meiner Erfahrung nach trifft man dort auf ganz besonders tolle Menschen! Für die Patient*innen UND die Angehörigen.

    Alles Gute

    Api

  • Liebe API,

    Die Ärztin hatte mir den Vorschlag gemacht da xy ein Tag vorher in der Praxis war und einen sehr schlechten Eindruck hinterlassen hat. Am gleichen Abend hat er 2 x versucht bei mir anzurufen. Beidemale hatte er vergessen das Telefon auszuschalten und es lief die Mailbox. Als ich die abgehört habe, durfte ich mir die ausgiebigen Gespräche von ihm und der Nachbarin in meiner Wohnung anhören.

    Das hat mich so wütend gemacht, ich frage mich, wann er wen verarscht. Eben liegt er noch todsterbenskrank auf der Couch, im nächsten Moment zieht er sich an und geht aus dem Haus. Dass er sich dann von der Nachbarin trösten lässt, weil ich ja so böse bin und mich immer aufrege das schlägt dem Fass den Boden aus.

    Jedenfalls habe ich nichts unternommen. Ich habe ihm nochmals klargemacht, dass er sich eine neue Bleibe suchen soll.

    Ich bin so froh meine kleine Wohnung zu haben. Und ich habe seit drei Wochen keinen Alkohol getrunken. Statt einem Abendweinchen einen leckeren Wintertee. Corona habe ich auch gut überstanden. Ich komme langsam zur Ruhe.

    Wünsche eine gute Nacht

  • Hallo Ihr Lieben,

    Ich habe die letzte Zeit ganz viel hier im Forum gelesen, vieles gleicht meiner Situation. Oft möchte ich auf Beiträge schreiben aber dann fühle ich mich wie gelähmt. Soviel Elend durch dieses Nervengift.

    Ich denke viel nach, freue mich aber auch über schöne Erlebnisse. Gestern mit zwei Bekannten bei einem wunderbaren Weihnachtlichen Chorkonzert. Heute singt meine Enkeltochter, da will ich hin.

    Warum ziehen Menschen ein Leben in Betäubung und Sucht dem schönen im Leben vor? Es ist so traurig.

    Innerlich hänge ich noch an der Vorstellung wie schön das Leben mit ihm hätte sein können. Vom Verstand her weiß ich, dass es nicht möglich ist. Es braucht Zeit das alles zu realisieren.

    Ich wünsche Euch einen schönen 3. Advent.

    Wieweiter, Schritt für Schritt nach vorne

  • Ja, ich verstehe das auch nicht. Aktuell bin ich wieder an einem Punkt wo ich denke ich bin schuld und es war doch gar nicht so stark. Vielleicht ist er doch nicht süchtig und ich hab unsere Familie kaputt gemacht…
    Immer dann, wenn von Außenmanipulationen oder Irritationen kommen, weiß ich nicht mehr, wo mir der Kopf steht.

  • Warum ziehen Menschen ein Leben in Betäubung und Sucht dem schönen im Leben vor?

    Weil diese Menschen (so wie ich früher) sich gar nicht vorstellen können, dass ein Leben ohne Alkohol keinen "Verzicht", sondern vielmehr eine Bereicherung bedeutet.

    Das hat die Sucht ihnen ins Hirn gepflanzt und es wird ihnen tagtâglich vorgelebt: "Spaß und Geselligkeit bei Erwachsenen - ohne Alkohol? Das ist doch höchstens was für Sonderlinge oder bedauernswerte Alkis ..."

  • Mit Spaß und Geselligkeit hat das bei meinem xy schon lange nichts mehr zu tun. Das ist nur noch Betäubung und Flucht vor dem Leben.

    Für mich waren und sind Menschen, die keinen Alkohol trinken keine Sonderlinge. Ich respektiere das und hab noch nie den Grund hinterfragt. Ich hab auch nie jemanden bedrängt doch ein Glas zu trinken. Ich selbst hab gerne Wein oder Sekt getrunken. Hatte aber auch nie Probleme wenn ich bei einem Umtrunk nur O-Saft wollte.

    Aber ich habe oft erlebt, wie Menschen andere zum Alkoholtrinken gedrängt haben, obwohl sie genau wussten, dass diese ein Alkoholproblem haben. Und sich dann über den oder die Berauschte amüsierten. Unterste Schublade.

  • Mit Spaß und Geselligkeit hat das bei meinem xy schon lange nichts mehr zu tun. Das ist nur noch Betäubung und Flucht vor dem Leben.

    Klar, aber Sucht hat ihre eigene Logik: "Wenn ich nicht mehr trinke, bleibt mir ja gar nichts mehr, komme ich erst recht nicht klar...", usw.

    Nichttrinken erlebte und erlebe ich nur bei verantwortungsvollen Schwangeren und Autofahrern und einem seit ewigen Zeiten trockenen Verwandten.

    Wenigtrinken erlebe ich da schon häufiger (oft wg. späterem Autofahren ). Ansonsten sehe ich (gerade erst wieder bei einer dienstlichen Weihnachtsfeier und einem Geburtstagskaffee mit Kindern) eher eine "Hurra, wieder ein Trinkanlass!"-Mentalität.

    Mir ist es inzwischen egal, für die noch nicht einsichtigen Süchtigen ist es dagegen eine Steilvorlage: "Gar kein Alk? Gibts doch gar nicht ..."

    Die vom Trinker erlebte Krankheitslast muss erst größer sein als der subjektiv erlebte Krankheitsgewinn, bevor ein Umdenken einsetzen kann. Aber auch das lässt sich nicht erzwingen...Das Denken kann man prima ausschalten...

  • für die noch nicht einsichtigen Süchtigen ist es dagegen eine Steilvorlage

    Das ist leider so. Ich denke immer an den Spruch, die Welt hat sich nicht geändert, nur weil ich nicht mehr trinke, das akzeptiere ich.
    Ich glaube es gibt keine Gesellschaft, die so willentlich sorglos mit der Droge Alkohol umgeht, wie die unsere.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Ich erzähle Euch mal was, war vor 2 Jahren.

    Wir wollten seine Familie besuchen, sind so fast 600 Kilometer.

    Da ich nicht soweit auf einmal fahren will und auch die Fahrt mit Zwischenübernachtungen gut finde, hatte ich eine wunderschöne Unterkunft in E..... gebucht. Wir hatten eigentlich einen schönen Tag, aber dann meinte er er möchte Fußball schauen. Ich sagte er kennt doch den Weg in die gebuchte Wohnung nicht, aber er war stur.

    Ich bin dann alleine in die wunderschöne Unterkunft gefahren und nachts rief er mich an, weil er nicht mehr zurück fand. Ich hab ihn dann an einer Bushaltestelle betrunken gefunden und in die Wohnung gebracht. Dort hat er sich eingenässt und ich hab die ganze Nacht gewaschen und getrocknet. Ich habe mich so geschämt. Es ist wie ein Alptraum. Ich wünschte mir einen Partner mit dem ich schöne Dinge erleben kann. Aber es ist seit Jahren nur ein Alptraum. Jetzt bin ich alleine in einer kleinen Wohnung und ich bin froh dass es so ist. So hatte ich mir aber das Leben nach 50 Jahren Arbeit nicht vorgestellt. Aber es ist gut so, obwohl es noch keinen Abschluss gefunden hat. Er ist immer noch in der von mir gemieteten Wohnung und ich weiß nicht wie ich das beenden kann

  • Nunja, es ist zu Ende wenn Du sagst es ist zu Ende. Dann tust Du alles was nötig ist. Ohne Rücksicht auf Verluste. Weil Du es unbedingt willst.

    Bei einem Alkoholiker läuft das ja ähnlich. Es gibt Anfangs in den allermeisten Fällen ganz viele Gründe warum das mit dem aufhören gerade nicht geht. Hintergrund ist eigentlich nur, das der unbedingte Wille noch nicht da ist und diese ja unausweichliche Entscheidung herausgezögert wird.

    Für das rechtliche "Wie" gibt es Experten und kostenlose Ersteinschätzungen.

    Wir sagen hier : Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.

    Dieser unerbittliche Wille nach dieser getroffenen Entscheidung lässt keine Alternativlösungen mehr zu. Und das macht dann den Weg frei.

    Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe , wartest Du jetzt auf eine Palliativ-Entscheidung ? Oder hattest Du das jetzt erstmal als Möglichkeit in Warteschleife gestellt?

    Falls es irgendwann etwas wird, er irgendwo hinkommt, willst Du die Wohnung eigentlich dann wieder beziehen?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Nein, ich will die Wohnung nicht mehr beziehen.

    Die Palliativentscheidung ist schwierig, da er zwischendurch fitter erscheint.

    Ich weiß selbst nicht mehr das alles einzuschätzen. Ein Tag Einsicht, dann wieder Absturz. Ich kann das nicht einschätzen. Ich rechne immer mit dem Schlimmsten und dann regeneriert er sich wieder. Ich geh daran kaputt, nicht er.

    Ich trau manchmal meiner eigenen Intuition nicht mehr. Übertreibe ich?

    Ich weiß nur, dass ich das nicht mehr will.

  • Für das rechtliche "Wie" gibt es Experten und kostenlose Ersteinschätzungen.

    Hab ich nicht den Eindruck.

    Ich fühle mich eher alleingelassen.

    Jeder sagt er hat das Recht sich todzusaufen. Welches Recht habe ich?

    Tut mir leid, aber mein Gefühl ist, ich kann warten bis er sich todsäuft. Vorher gibt es keine Hilfe. Und das kann dauern

  • Welches Recht habe ich?

    Langfristig hast Du das Recht darauf ein für Dich zufriedenes und selbst bestimmtes Leben zu führen. Was wäre dafür nötig?

    Kurzfristig hast Du das Recht diese Wohnung zu kündigen. Es gibt auch Kündigungsfristen, Zeit genug zu reagieren für Ihn. Er hat dann die Möglichkeit das Mietverhältnis weiterzuführen ( Er muss dann mit dem Vermieter einen neuen Vertrag machen, Du bist dann raus ) oder er sucht sich etwas Neues. Das soll dann aber auch nicht mehr Dein Problem sein. Aber er kann das nicht ignorieren.

    Er wird sich schon bewegen wenn er muss. Das siehst Du täglich wenn er sich neuen Stoff besorgt oder auch Gespräche mit der Nachbarin führt. Er muss dann zu den Ämtern, Wohngeld, Bürgergeld...etc. . Nicht mehr Deine Baustelle.

    Jedenfalls habe ich nichts unternommen. Ich habe ihm nochmals klargemacht, dass er sich eine neue Bleibe suchen soll.

    Warum sollte er das tun. Läuft doch prima so. Es muss unbequem werden. Nur dann passiert auch Etwas. Dein Reden, Betteln, Schimpfen oder Drohungen interessieren ihn genausolange bis Du wieder weg bist. Das stört eigentlich nur im Trinkeralltag. Wenn Du auftauchst ist er desolat, gehst Du wieder dann wird er aktiv. Normales Trinkerverhalten. Kenn ich alles noch aus meinen Zeiten.

    Vorher gibt es keine Hilfe.

    Das warten auf die dritte Macht. Auf ein Ereignis das alles ändert. Jemand der Dir alles abnimmt ... genauso wahrscheinlich wie der erhoffte Lottogewinn. Die plötzliche Einsicht oder die rapide Verschlechterung eines Zustandes. Warten. Hoffen. Bangen. Jemand oder Etwas der/das Dir die Verantwortung abnimmt für das was passieren könnte. Damit Du nicht schuld bist.

    Dabei bist Du in Deinem Kopf für Dich ja eigentlich sowieso schon schuld. Egal wie das weiterläuft.

    Jeden Tag ein Stück unzufriedener aufwachen, weil die dritte Macht einfach nicht eingreift. Dir die Absolution erteilt, Entscheidungen abnimmt.

    Er ist ja ein eigenständiger Staatsbürger mit Rechten, Pflichten und dementsprechenden Möglichkeiten.

    Ein anderer Mensch, eine andere Person, und nicht Dein Kind für das Du Verantwortung übernehmen musst.

    Es gibt Einrichtungen, Männerwohnheime, Psychiatrien, betreutes Wohnen, Gastfamilien, Sozialstationen... Möglichkeiten genug für Ihn etwas anzupacken. Auch in diesen Zuständen. Du glaubst garnicht wozu Alkoholiker alles in der Lage sind. Ich weiss das leider aus eigener Erfahrung.

    Er ist am Zug sich Hilfe zu besorgen, wenn er das nicht tut landet er auf der Strasse. Nicht mehr Dein Problem.

    Dein Rucksack wird jeden Tag schwerer und Du wirst schwächer. Die Zeit arbeitet gegen Dich. Mach das die Zeit wieder für Dich arbeitet und sie wieder Dein Freund wird. Leben. Ziele. Planungen. Für Dich.

    Da gibt es übrigens noch Etwas: Mit jedem Tag den Du zögerst verlängerst Du seinen Leidensweg. Deinen sowieso. Du trägst ihn ja momentan.

    Er kann das ja nicht unbegrenzt so weiterführen und muss sich irgendwann entscheiden zwischen Abstinenz oder Tod. Mach ihm die Entscheidung leichter, dringender, indem Du Ihm die Verantwortung für sein (Weiter-) Leben wieder übergibst und Dich rausziehst.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo wieweiter,

    ich kann das, was Whitewolf geschrieben hat, nur unterstreichen.

    Und:

    Jeder sagt er hat das Recht sich todzusaufen. Welches Recht habe ich?

    Du hast das Recht auf Leben, auf Zufriedenheit und Glück.

    Sogar im Artikel 2 des Grundgesetzes steht unter anderem:" jeder hat das Recht auf Leben und körperlich Unversehrtheit".

    Damit bist auch DU gemeint.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • hallo wieweiter

    wieso kündigst du die wohnung nicht ordnungsgemäß und gut. du bist doch nicht dafür verantwortlich das er auszieht. wenn er nicht will gibts halt ne räumung, blöd aber auch nicht dein problem. mag sein das deine moral da was anderes sagt, aber genau das ist ja das gängelband an dem er zieht. wird zeit da paar fäden abzuschneiden wenn du frei sein willst. ihn verstehen wirst du eh nicht, da müßtest du schon abhängig werden und die zwänge erleben, aber das wünsch ich nicht mal meinem ärgsten feind. mein mann war auch nie zu irgendwas fähig, er war ja immer soooo leidend. aber als ich ihm dann klar und deutlich gesagt habe das es aus ist, was meinste wie schnell der zur bank flitzen konnte um mir das konto zu sperren. wie ww sagt. es liegt an dir, er wird sich bewegen wenn er muß.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

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