liebe wieweiter,
gib dir ganz viel zeit bei der verarbeitung. gefühle des verlustes kenne ich auch sehr gut, und ich kann dir aus erfahrung sagen, es dauert lange. aber es wird besser! ich wurde vor vielen jahren von heute auf morgen verlassen, das war so mit das schmerzhafteste was ich je erleben musste. er ist nicht gestorben, aber er wollte mich quasi über nacht nicht mehr, nachdem wir sehr lange zusammen waren, ich hab uns alt werden sehen... er nicht. und ich stand also quasi ueber nacht vor einem seelischen scherbenhaufen. hab monate so viel geweint, daß ich dachte es kann doch gar nichts mehr kommen an tränen. in der zeit habe ich sehr viel geschrieben, war endlos lange draußen, drinnen wurde es mir oft zu eng in der seele. hatte auch freunde, die mir zur seite standen, aber es hat ein gutes jahr gedauert, bis ich wieder klar kam. weil letztlich war ich dann doch mit dem schmerz alleine. weil ihn auch jeder anders empfindet.
eins erinnere ich, ich war in der zeit durchsichtig wie nie und hab so viel wahrgenommen, was auch schön war um mich herum. durch die tränen glitzert alles, ich weiß noch das mich der gedanke irgendwann richtig überrascht hat.
die trauer ist ein ausnahmezustand. tröstlich ist, sie/er (?) bleibt nicht, jedenfalls nicht in der intensität, dazu sind unsere körper zu schlau, die machen da ja auch mit, nicht nur dein geist. gib dir zeit.
gut daß du hier schreibst,
einen ganz lieben gruss zu dir
koda