Naira - ich stelle mich vor

  • Ich denke, Du hast aber noch nicht verstanden, was es wirklich heißt süchtig zu sein, wie Sucht funktioniert.
    Es gibt den Satz „Nur nicht trinken reicht nicht.“, den Du hier vielleicht schon gelesen hast.

    Uii, warum so angefasst? Trotz hat noch niemanden vor einem Rückfall bewahrt. Hier wird sich offen und ehrlich über die Risiken ausgetauscht.

    Ich bin eine erwachsene Frau. Aber ich werde hier teilweise behandelt wie ein Kind. Natürlich wehre ich mich dagegen.

    Ich glaube dir gerne, dass es dir und einigen anderen geholfen hat und hilft, wenn man sie ständig klein macht. Wenn man ihnen ständig vor die Nase hält, dass sie sich genau an das, was dir geholfen hat, halten muss, weil man sonst ganz sicher wieder säuft. Dass Alkoholabstinenz das einzige ist, was im Leben zählt. Und dass man nie mit Menschen zusammen sein darf, die womöglich mal etwas trinken. Lieber sollte man sich komplett in die soziale Isolation begeben. Es ist ja super, wenn dir und vielen anderen damit geholfen werde konnte.

    Es gibt aber übrigens auch einige, die wegen diesem Ton das Forum wieder verlassen haben und diese Hilfe daher nicht mehr in Anspruch nehmen konnten. Daher finde ich es nicht korrekt, sich damit zu brüsken, dass man so vielen mit seinem harschen Ton schon geholfen hat- und die anderen einfach vergisst dabei. Aber das hat viel mit Selbstreflexion zu tun... Ich überlasse es dir, ob du darüber nachdenken möchtest oder wahrscheinlich eher nicht. Aber ich werde mir nicht alles gefallen und nachsagen lassen.

    Zudem ist nicht jeder Mensch gleich. Ich würde gerne mehr dazu schreiben, kann es im offenen Bereich aber nicht. Soziale Isolation wäre Gift für mich. Und ich habe so vieles in meinem Leben verändert- das ich nicht gleich gefährden oder wieder hinwerfen möchte. Ausserdem bin ich ein Mensch mit wenig Selbstbewusstsein und mit viel Fremdbestimmung aufgewachsen. Ich bemühe mich gerade sehr, mich innerlich zu ändern. Aber wenn ich hier im Forum wieder nur Ja und Amen zu allem sage, und mich als schlechter Mensch fühle, entmutigt werde- würde das für mich bedeuten, wieder so zu werden wie früher. Und das wäre genau falsch, weil ich dann erst recht in alte Muster falle. Und diese dann eher dafür sorgen würden, ein Glas nicht ablehnen zu können. Aber wenn ich mir sicher bin, was ich will und was nicht und das nach aussen so auch vertrete, werde ich einfach sagen können "nein danke, ich trinke keinen Alkohol" und mir wird egal sein, was andere machen.

    Und da dies mein Beitrag ist, bitte ich auch zu akzeptieren, dass ich mich eben auch wehre, wenn bei mir durch so ein "von-oben-herab"-Kommentar ein altes Muster ausgelöst wird, das ich eigentlich gerade loswerden möchte und auch muss. Auch das ist ein Lerneffekt für mich, dass man sich auch mal wehren darf. Mit einer Forumssperre würde ich dann lernen, dass man das eben doch nicht darf und dass dementsprechend alles nichts bringt.

    Du hast geschrieben, dass es hier einen offenen und ehrlichen Austausch gibt. Ich hoffe, das gilt für alle und nicht nur für dich.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Es gibt aber übrigens auch einige, die wegen diesem Ton das Forum wieder verlassen haben und diese Hilfe daher nicht mehr in Anspruch nehmen konnten. Daher finde ich es nicht korrekt, sich damit zu brüsken, dass man so vielen mit seinem harschen Ton schon geholfen hat- und die anderen einfach vergisst dabei. Aber das hat viel mit Selbstreflexion zu tun...

    Niemand hat sich damit gebrüstet; das ist nicht korrekt.

    Zudem hast du die Art des Austauschs bereits kritisiert, bevor ich überhaupt etwas geschrieben hatte. Ob meine oder andere Methoden hilfreich sind, steht nicht im Vordergrund. Entscheidend ist der Nutzen für den User.

    Wir achten genau darauf, wer die Alkoholkrankheit ernst nimmt oder wer nur darüber plaudern möchte. Deshalb ist der Vorstellungsbereich vorgeschaltet. Bei dir hatten wir das Gefühl, dass du es ernst nimmst.

    Aber es muss dir nicht helfen. Kick es in die Mülltonne und gut ist.

    Und bevor im Forum erneut Begriffe wie "Mansplaining" verwendet werden, sollte man bedenken, dass Suchtverhalten unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion sowie sportlichen oder politischen Überzeugungen auftritt.

    In einem Alkoholikerforum nicht über Risiken zu sprechen, die zu einem Rückfall führen können, ist schon etwas befremdlich, oder nicht?

    Und dass man nie mit Menschen zusammen sein darf, die womöglich mal etwas trinken. Lieber sollte man sich komplett in die soziale Isolation begeben

    Niemand sagt, dass du das nicht darfst: Wer sagt das? Das sind deine eigenen Gedanken.

    Bis ich selbst keine Alternativen für mich geschaffen hatte, war ich noch im alten Denkmuster gefangen. Und Individualität als Mensch interessiert, die Sucht nicht.

    Aber wenn ich hier im Forum wieder nur Ja und Amen zu allem sage, und mich als schlechter Mensch fühle, entmutigt werde- würde das für mich bedeuten, wieder so zu werden wie früher.

    Ich bin froh, dass du das machst . Denn nur so können Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Ein Tipp: Betrachte den Post inhaltlich und nicht als Angriff, und nimm ihn nicht persönlich, dann sieht es ganz anders aus.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Mit einer Forumssperre würde ich dann lernen, dass man das eben doch nicht darf und dass dementsprechend alles nichts bringt.

    Das ist Blödsinn. Wie kommt man auf so etwas? Keiner wird hier willkürlich gesperrt. Nur weil du persönlich geworden bist? Nö, da mache dir mal keinen Kopf. Auch wenn ich die sachliche Ebene bevorzuge, ist das kein Grund.

    Da haben wir unser Regeln und das entscheidet kein Moderator alleine. Das macht das Team.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Eigentlich wollte ich hier nichts mehr schreiben, da das offensichtlich keinen Sinn macht.

    Da Du mich aber zitiert hast:

    Ich weiß nicht, wo Du das mit sozialer Isolation und Rückzug gelesen zu haben glaubst, bei mir jedenfalls nicht.

    Und davon ist ja auch überhaupt nicht die Rede, das ist Deine Interpretation.

    Es handelt sich bei Alloholsucht um eine tödlich verlaufende Krankheit und nicht um einen Schnupfen.

    Daher spielt hier die Risikominimierung, auf die wir hier,gerade auch aus eigener Erfahrung, immer wieder anspielen, eine ganz entscheidende Rolle.

    Du fühlst Dich offenbar extrem persönlich angegriffen. Wie heißt es so schön: Da wo es piekt, da geht der Weg entlang.

    Du erwähnst die Selbstreflexion, vielleicht auch etwas, wo Du ansetzen könntest?😉

    Niemand will Dir hier irgendetwas vorschreiben, das hier ist ein Selbsthilfe-Forum. Wer möchte, kann sehr viel für sich mitnehmen.

    Oder eben, wie Hartmut schon schrieb, in die Tonne kloppen.

    So, ich bin dann hier raus.

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • Wir achten genau darauf, wer die Alkoholkrankheit ernst nimmt oder wer nur darüber plaudern möchte. Deshalb ist der Vorstellungsbereich vorgeschaltet. Bei dir hatten wir das Gefühl, dass du es ernst nimmst.

    Das tue ich auch.

    Und bevor im Forum erneut Begriffe wie "Mansplaining" verwendet werden, sollte man bedenken, dass Suchtverhalten unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion sowie sportlichen oder politischen Überzeugungen auftritt.

    Das kommt nicht von mir. Ich wusste nicht mal, was das sein soll. Und ich empfinde unsere Kommunikation auch überhaupt nicht so.

    In einem Alkoholikerforum nicht über Risiken zu sprechen, die zu einem Rückfall führen können, ist schon etwas befremdlich, oder nicht?

    Natürlich ist es gut, wenn Risiken besprochen werden. Mir ging es aber bei den genannten 2! Situationen darum, dass es für mein neues Leben extrem schädlich wäre, nicht hinzugehen. Und dass ich dabei das Risiko für mich so einschätze, dass ich es mit entsprechender Vorbereitung und Vorsicht so weit minimieren kann, dass ich damit umgehen kann oder mich rechtzeitig zurückgehe, falls es wider Erwarten zu einem Problem werden könnte. Das bedeutet aber nicht, dass ich alle Tipps ignoriere.

    Ich bin froh, dass du das machst . Denn nur so können Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Ein Tipp: Betrachte den Post inhaltlich und nicht als Angriff, und nimm ihn nicht persönlich, dann sieht es ganz anders aus.

    Danke, dass du das schreibst. Für mich ist das sehr wichtig. Vor allem ist es für mich ein riesengrosser Fortschritt. Früher wäre ich entweder aus dem Forum gegangen oder ich hätte einfach gesagt, du hast recht und mich schlecht gefühlt. Heute fühle ich, was mich stört und besitze genug Mut, mich zu wehren und zu diskutieren. Und das sind Punkte, die so wichtig sind damit ich mein Leben ändern kann. Und vermutlich die beste Prävention, in alte Muster reinzufallen und damit auch ein wichtiger Punkt zur Prävention erneuter Abhängigkeit. Und genau deswegen wäre ich froh, wenn du bei mir weiter schreibst. Auch wenn ich mich aufrege, angegriffen fühle- aber wenn ich offen das auch rückmelden darf, kann ich sehr viel daraus lernen. Es gab sehr viele Personen in meinem Leben (auch weibliche), die "von oben herab" mit mir gesprochen haben. Und ich habe mich nie gewehrt. Vielleicht triggert mich das daher manchmal, wie du schreibst. Umso dankbarer bin ich für unsere Kommunikation, damit ich das bearbeiten und lernen kann. :)

    Das ist Blödsinn. Wie kommt man auf so etwas? Keiner wird hier willkürlich gesperrt. Nur weil du persönlich geworden bist? Nö, da mache dir mal keinen Kopf. Auch wenn ich die sachliche Ebene bevorzuge, ist das kein Grund.

    Das ist halt meine aufgrund schlechter Erfahrungen extrem grosse Angst vor Ausgrenzung, weil ich nicht genüge, falsch bin oder etwas falsch mache... Hat aber weniger mit dir zu tun, sondern eigentlich nur mit mir. Und es ist auch hier ein Fortschritt, nicht zu gehen, bevor ich womöglich gegangen werde. Sondern die Angst auszuhalten und weiter zu schreiben.

    Eigentlich wollte ich hier nichts mehr schreiben, da das offensichtlich keinen Sinn macht.

    Sorry, Sue, aber das stimmt nicht. Natürlich macht es Sinn. Wenn du meinen Beitrag anschaust, antworte ich sehr oft bei den Beiträgen, die mich "aufregen". Nicht immer nur zustimmend, sondern oft auch widersprechend. Genau das zeugt meiner Meinung auch davon, dass ich mich damit auseinander setze.

    Du erwähnst die Selbstreflexion, vielleicht auch etwas, wo Du ansetzen könntest?😉

    Du kennst mich nicht. Sonst wüsstest du, dass ich extrem viel über mich nachdenke, sehr selbstkritisch bin und mich selbst ständig reflektiere und hinterfrage. Und das auf eine sehr ungesunde Weise. Und nur, weil ich mich EINMAL wehre, bedeutet das nicht, dass ich nicht trotzdem darüber nachdenke.

    Du fühlst Dich offenbar extrem persönlich angegriffen.

    Ja, natürlich. Ich habe Fälle in meiner Verwandtschaft, die schon tief in die Alkoholsucht abgerutscht sind und teilweise sich zu Tode saufen. Ich war diejenige, die das Thema Alkoholsucht angesprochen hatte wo alle die Person deckten. Ich war diejenige, die jemand anderem in der Zeit des Entzugs, Rückfalls und erneuter Entzug geholfen hat und für diese Person da war- obwohl ich allen Grund gehabt hätte, nicht zu helfen. (mehr kann ich dazu hier nicht schreiben). Und dann bin ich so blöd, selbst reinzurutschen. Alles runterzuspielen, 4 Jahre lang immer wieder aufzuhören, damit zu kämpfen und dann doch wieder anzufangen. Ich verstehe selbst nicht, wie man so blöd überhaupt sein kann. ;( Ich hasse mich dafür.

    Gleichzeitig muss ich aus anderen Gründen zu mir selbst finden. Meine Bedürfnisse und Gefühle ernst nehmen. Versuchen, mich zu akzeptieren und wertzuschätzen. Meine Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren. Nicht mehr nur darauf zu achten, was andere wollen, und das tun. Sondern mich zu fragen, was ich möchte und brauche. Weil mich das sonst gesundheitlich genauso tötet wie das nächste Glas Alkohol. Und das ist momentan ein sehr schwieriger Balanceakt, der mich emotional extrem fertig macht und weswegen ich auch extrem dünnhäutig bin. Und vermutlich fühle ich mich deswegen auch extrem schnell angegriffen. Das tut mir leid.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Es gab sehr viele Personen in meinem Leben (auch weibliche), die "von oben herab" mit mir gesprochen haben.

    Das Gefühl, von oben herab behandelt zu werden oder es als Belehrung zu empfinden, wenn ich etwas poste, kann ich dem User nicht nehmen. Es ist sein Empfinden . Mein Ziel meiner Post ist klar, deutlich und direkt ohne viel Umschweife auf den Punkt zu kommen.

    Und genau deswegen wäre ich froh, wenn du bei mir weiter schreibst.

    Dann zieh dich mal warm an:whistling:;) (SCHERZ)

    Eines noch

    Und dass ich dabei das Risiko für mich so einschätze

    Das Problem ist, ob ich bereits in der Lage bin, Risiken richtig einzuschätzen. Jahrelanges Saufen hat diese Methode im Suchthirn verankert, immer aufhören zu können. Aber dort hat es eben nicht funktioniert.

    Und wie Nayouk24 schreibt.

    Nun ist es sicherlich ein Unterschied, ob ich 2 Monate oder 2 Jahre abstinent bin. Gerade am Anfang meiner Abstinenz bin ich besonders gefährdet, weil z.B. reversible Vorgänge im Gehirn noch nicht abgeschlossen sind.

    Das ist auch eine treffende Umschreibung oder Erklärung für das "nasse Denken".

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Und vermutlich fühle ich mich deswegen auch extrem schnell angegriffen.

    Mir hat es anfangs sehr geholfen, manche Beiträge nicht als persönlichen Angriff zu sehen, sondern mir erstmal das rauszuziehen, was passen könnte. Könnte, nicht muss.

    Es ist doch ganz klar, dass in einem Alkoholikerforum ganz viele Risiken aufgezeigt werden, denn jeder empfindet ja persönlich etwas anderes als Risiko und die gesamte Sammlung findest du in unseren Grundbausteinen.
    Den meisten bricht es nun mal das Genick, weil sie leichtsinnig werden, sämtliche Risiken ausblenden und bei ihnen sowieso alles anders ist.

    Letztendlich sind wir alle hier, weil wir Alkoholiker sind und die Alkoholsucht zum Stillstand bringen wollen. Wenn das in ein paar Wochen ‚Verzicht’ erledigt wäre, gäbe es nicht so viele Rückfälle.
    Da muss viel im Kopf ankommen und das ist manchmal gar nicht so einfach.

    Ich finde es übrigens ganz große Klasse, dass du deinen Weg hier weitergehen willst und dich nicht beleidigt zurückziehst.
    Du bist ja für dich hier.

    Nimm aus den Beiträgen mit, was passt und lasse liegen, was nicht passt.
    Ich schaue oft zurück und sammel noch ein, was ich vor ein paar Wochen noch liegen gelassen habe.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ich verstehe ehrlich gesagt nicht so ganz, was "nasses Denken" bedeutet.

    Vor allem auch in Bezug auf Weihnachtsfeiern. Ich gehe ja nicht hin, weil es eventuell sein könnte, dass jemand Alkohol trinken könnte. An diese Möglichkeit hätte ich, wenn ich es nicht im Forum gelesen hätte, gar nicht gedacht. Ich gehe hin, weil ich mit den Menschen zusammen sein, Kontakte knüpfen, reden, etwas lange eingeübtes vortragen und Zeit mit diesen Menschen verbringen will. Nun habe ich das mit dem Risiko gelesen und mir ist bewusst, dass ich aufpassen und gut auf mich achten muss, damit ich merke, ob mich etwas stresst oder triggert, und mir vorher zu überlegen, wie ich das Risiko minimiere (z.B. vorher überlegen was ich trinken werde und zu wem ich mich setzen werde bzw. ich kann mich auch um die kleinen Kinder dort kümmern. Das mache ich gerne und dann habe ich was zu tun anstatt beim Essen zu sitzen). Was ist daran "nass"? Nur damit ich es verstehe.

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  • Sieh es doch mal so. Du gehst mit dem Gedanken hin, wieder zu gehen, falls es eng wird, bedeutet: RISIKO

    Du schreibst, du schätzt das Risiko ein und minimierst es. Du gehst also mit dem totalen Bewusstsein dorthin, dass es eins ist. Merkst was?

    Soziale Isolation sei Gift, was ist Alkohol für dich? Am Alleinsein stirbst du erstmal nicht.

  • Was ist daran "nass"?

    Nass ist nicht das Vorhaben, nass sind Risiken, nicht als Risiken bewusst wahrzunehmen. Jahrelang war das Gehirn darauf trainiert, immer trinken zu müssen. Das verschwindet ja nicht von heute auf Morgen, sonst gäbe es keinen Suchtdruck. Das hat sich eingegraben.

    Wenn man früher auf solchen Festen immer mitgetrunken hat und nun nicht mehr trinkt, können alle Sinne wie Geruch, Sehen und Fühlen sowie Gedanken und emotionale Erinnerungen Verlangen nach Alkohol auslösen.

    Es kann auch passieren, dass jemand, der nicht weiß, dass du aufgehört hast, dir ein Glas Alkohol anbietet.

    Zu Beginn des Weges sollte man nicht unbedingt seiner Motivation, nicht trinken zu wollen, vertrauen. Da spricht immer ein Teil der Sucht mit dir.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Hallo Naira,

    Den Begriff nasses Denken habe ich auch erst hier im Forum gelernt. Mein nasses Denken ist: Ich kann genau sagen wer wieviel und was an Alkohol getrunken hat. Ich habe schon Rotwein aus drei Meter Entfernung gerochen. Am Anfang habe ich mir genau überlegt, was ich an Alternativen trinken könnte und mir darüber Gedanken gemacht, ob das negativ auffallen könnte. Manchmal schäme ich mich Alkohol abzulehnen ( ganz bescheuert). Ich habe immer noch die Verknüpfung langweilige Menschen leben abstinent und wer will schon langweilig sein? Das sind alles Gedanken, die ein Mensch ohne Saufkarriere nicht hat.
    Lange Zeit habe ich gedacht, das es reicht nicht trinken zu wollen. Aber irgendwie ist die Alkohol Sucht stark an Emotionen geknüpft und da wird es dann echt schwierig. Letztes Jahr habe ich bei einem Arzttermin zufällig aus dem Fenster auf den Weihnachtsmakt geguckt und bin traurig geworden. Ich habe mit Freunden einen total schönen Abend verbracht und in der darauffolgenden Woche bin ich auf einmal total traurig geworden. Vielleicht muss man das aber auch einfach mal selber erleben, so als Aha Erlebnis. Bevor ich das selber erfahren habe, hätte ich es auch nicht für möglich gehalten.
    Leider kann man bei der Alkohol Sucht nicht sagen ‚Versuch macht klug‘, dafür ist das Scheitern echt zu folgenschwer.
    Liebe Grüße Rina

  • Ich war zweimal bei dieser Gruppe zu einem gemeinsamen Essen. Frisch nüchtern und es war gar kein Problem für mich. Ich war mehrere Male im Sommer mit Leuten draussen. Manche haben getrunken, manche nicht. Das war auch kein Problem. Ich hatte dagegen einige Zeit später ein einziges Mal eine Panikattacke. Und habe mich dann hier angemeldet.

    Und hier habe ich dann gelesen, dass ich das alles nicht hätte machen sollen. Dann wurde es zum Problem. Inzwischen habe ich vor solchen Anlässen Angst, weil es hier so gefährlich dargestellt wird. Das füttert meine Angststörung und meine Versagensngst.

    Ich habe den ganzen Tag darüber nachgedacht. Mich extrem schlecht und verunsichert gefühlt. Ich bin richtig im eine Krise hineingeschlittert. Deswegen würde ich das Thema Weihnachtsfeiern damit gerne abschliessen, zumal es noch einige Zeit bis dahin dauert.

    Es gibt andere Themen, die mich momentan extrem stressen im Aussen und sehr viel Energie kosten. Über die kann ich hier nicht schreiben. Aber ich brauche noch einen Minufunken Selbstbewusstsein dafür… Und wenn ich den ganzen Tag in der negativen Dauerschleife bin, ein schlechter Mensch und Versager zu sein- schaffe ich die nächsten Tage nicht. Sorry. Ich weiss, dass das niemand beabsichtigt hat und ich mache auch niemandem einen Vorwurf!! Nur als Erklärung, dass ich mal kurz eine Pause brauche.

    Aber ich bedanke mich herzlich für die Antworten und werde sie vor den Feiern wieder hervorholen 😉

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Die Aussage "Du behandelt mich wie ein Kind" kenn ich nur allzu gut.

    Es wurde mir jahrelang vorgeworfen. Heute weiss ich das es auch zur Gegenwehr und Rechtfertigung gehört.

    Das Wichtigste ist ungestört weitersaufen zu können. Schuld sind immer andere. Ich habe aber erfahren dass gesoffen wird wenn sie glücklich oder traurig war. Es gab immer einen Grund.

  • Gestern war wieder ein Firmenevent ohne Alkohol (weil ich ihn organisiert habe 😉). Abends bin ich zu meinem neuen Hobby in dem Verein und habe noch Reste vom Vormittag mitgebracht. Das kam sehr gut an und wir haben anschliessend noch geredet und gegessen. Es hat auch niemand Alkohol getrunken. Daher bin ich auch beruhigter in Bezug auf künftige Treffen. Und da ich gestern etwas zu feiern hatte, war es für mich so viel besser und einfacher mit anderen zusammen zu sein als wie wenn ich alleine zuhause gesessen hätte…

    Ich habe halt immer alleine oder u zu zweit zuhause getrunken. Aber auswärts, wenn ich mit anderen zusammen war, eher nichts oder nur sehr wenig. Maximal ein Getränk. Ich war auch nie auf Partys oder in Kneipen. Ich habe eher danach noch alleine „nachgetrunken“… Ich werde es aber trotzdem nicht herausfordern und wachsam bleiben.

    Aber ich habe mich ohnehin entschieden offener mit dem Thema umzugehen. Und mindestens im Verein und privat zu sagen, dass ich keinen Alkohol mehr trinke, weil ich ein Alkoholproblem habe. Ich schäme mich halt leider immer noch deswegen. Wenn ich diese Scham überwinden könnte, ginge es leichter. Aber vielleicht kommt das auch. Denn vielleicht verurteilen mich gar nicht alle deswegen. Die, denen ich es bisher gesagt habe, haben entweder nichts oder nur nette Sachen gesagt.

    Nur für die Arbeit brauche ich noch einen guten Satz. Damit ich nicht so perplex bin wenn jemand mal was sagt oder fragt, wieso ich keinen Alkohol trinke. Damit ich vorbereitet bin. Lieber zu viel als zu wenig vorbereiten…

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Gestern war wieder ein Firmenevent ohne Alkohol (weil ich ihn organisiert habe 😉).

    Vielleicht wirst Du noch zum Trendsetter und die Leute machen das dann irgendwann auch. :thumbup:

    noch einen guten Satz. Damit ich nicht so perplex bin wenn jemand mal was sagt oder fragt, wieso ich keinen Alkohol trinke.

    Ich saß mal, vor vielen Jahren, mit einer anderen Familie im Biergarten. Deren Mann hat eine Apfelsaftschorle bestellt. Ich meinte: "Ja, wie? Man kann hier doch keinen Saft bestellen. Wieso trinkst du kein Bier?"

    Antwort: "Schmeckt mir nicht"

    Echt?

    Ja?

    Und das war es auch schon. Was soll ich da noch fragen? Ihm schmeckt es nicht.

    Ich selbst habe auch schon gesagt "ich vertrage es nicht mehr". Und das war ja definitiv auch so. Und wenn ich deutlicher werden kann, habe ich schon gesagt "ich habe für dieses Leben genug getrunken". Das löst dann immer ein "Ah..." aus. :)

    Da hat mir mal ein früherer Freund geantwortet: "Ja, wie? Du hast mehr als zwei Radler am Abend getrunken?"

    DER war gut. ;)

    Ich antwortete "Ja, viel mehr".

    Nicken von seiner Seite und das war es auch wieder. Anderes Thema.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Es geht mir sehr gut. Momentan bin ich im Urlaub. Mit meinem Partner zusammen. Deswegen schreibe ich gerade nicht so oft. Es ist auch sehr einfach, denn mein Partner weiss ja Bescheid wegen Alkohol. Wir haben auch abgemacht, dass er mich immer vorher fragt, ob es mir was ausmacht, wenn er etwas trinkt. Was sehr selten vorkommt in den letzten Tagen.

    Und mir fehlt es auch überhaupt nicht. Mir wird immer noch von Leuten, die ich länger nicht gesehen habe, rückgemeldet, dass ich so viel besser aussehe, vor allem im Gesicht…

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Hallo Neira,

    es ist gut, dass Dein Partner Bescheid weiß. Nur so kann es funktionieren. Stell Dir vor, er würde Dich ansonsten immer mal fragen, ob Du etwas mit trinken möchtest. Ausreden funktionieren da langfristig nicht.

    Ich habe seit dem ich nüchtern bin viel schönere Auszeiten, wenn ich woanders bin. Der Fokus liegt auf ganz anderen Dingen, die mich sonst null interessiert hätten. Früher war ich in Gedanken nur bei Unternehmungen, wo was getrunken werden kann. Alles was sonst um mich herum zu sehen war, habe ich gar nicht richtig wahrgenommen.

    LG Cadda

  • Die ersten drei Tage im Urlaub kam ich gar nicht mit Alkohol in Berührung. Dafür gestern Abend umso mehr 😄 Im Hotel stand plötzlich eine Flasche Wein im Zimmer vom Hotel. Im Restaurant gab es fast nur Gerichte mit Alkohol in der Sauce. Plus es wurde noch eine Aperitif ausgegeben mit Alkohol.
    Die Flasche Wein wurde weggestellt wo ich sie nicht sehe. (Dann stört sie mich auch nicht). Ich hatte eine einfache Auswahl im Restaurant und den Aperitif hat mein Partner getrunken.

    Was mich am meisten freute dabei: dass mich das alles gar nicht wirklich gestresst hat. Klar ich habe alles weggestellt/ weggegeben. Ich wollte jetzt nicht die Flasche Wein im Zimmer ständig anschauen. Das wäre zu viel. Aber sonst bin ich sehr froh und dankbar, und auch stolz ehrlich gesagt ( auch wenn ich den Respekt vor der Krankheit wohl nie verlieren werde)

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