R/no - "lauf R/no lauf"

  • Wenn ich im Supermarkt einen Bekannten treffe und er zufällig im Weingang steht und mich rüber winkt dann gehe ich da natürlich hin, wenn er mich dann auch noch fragt welcher Wein denn gut wäre bzw. welchen ich empfehlen würde, könnte ich das ohne Probleme. Natürlich nicht ohne zu erwähnen das ich Abstinent bin oder bei engeren bekannten das ich Alkoholiker bin.

    Kein Alkohol zuhause, keine Kneipenbesuche, keine unnötigen Risiken alles wichtig und richtig! Nur irgendwann sollte man sein Selbstvertrauen auch wieder finden und ohne Angst leben. Ansonsten wird das nichts mit der glücklichen Abstinenz.

    Ich rede hier nicht von Mutproben 🧐 sondern von Situationen aus dem alltäglichen Leben.

    Das wollte ich noch zu meinem Beitrag in Kecke Faden anfügen und dachte ich mach das hier.

  • Auch deine (allgemein) kritischen Anmerkungen kann ich oft gut nachvollziehen. Aber sie gehören hier halt nicht her, der Fokus liegt halt auf unserer Alkoholsucht.

    Sorry, was meinst du, was hier nicht hingehört. Ich lese auch gerne bei R/no. Vielleicht habe ich was übersehen. Nur zum Verständnis.Gruß Bono

  • Wenn ich im Supermarkt einen Bekannten treffe und er zufällig im Weingang steht und mich rüber winkt dann gehe ich da natürlich hin, wenn er mich dann auch noch fragt welcher Wein denn gut wäre bzw. welchen ich empfehlen würde, könnte ich das ohne Probleme.

    Es ist nicht die Frage, ob ich es kann, sondern warum ich es machen soll.? Ich habe mit Alkohol abgeschlossen, deshalb gebe ich auch keine Tipps.

    Höchstens, weil ich als Abstinenzler mich nicht ausgeschlossen fühlen möchte oder mir eine Tür offen halten will, falls ich doch wieder saufen würde, damit ich selbst den richtigen Wein kaufe.

    sondern von Situationen aus dem alltäglichen Leben.

    Nun habe ich heute Morgen jemanden Zigaretten kaufen sehen, und ich als ehemaliger Raucher konnte mich aber nicht dazu bewegen, ihm einen Tipp zu geben, welche Marke er rauchen soll, welche besser schmeckt oder schneller zur Lungenkrebs führt.

    Warum sollte ich jemandem Alkohol empfehlen, wenn ich selbst fast daran zugrunde gegangen wäre oder süchtig geworden bin?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Es gibt ja auch die berühmten „Turbo-Trockenen“ frisch abstinent, weiterhin auf Konfrontation, mitten im "nassen Umfeld". Sie klopfen sich dann euphorisch auf die Schulter, etwas durchgezogen zu haben, und verfallen schnell in ein "Ich muss nur umdenken".

    Kurz und auf den Punkt gebracht. Solange der Alkoholiker sich dermaßen überschätzt, sehen die Perspektiven sehr schlecht aus.

  • Guten Abend in die Runde,

    mir ist es ehrlich gesagt noch nicht passiert, dass ich einen alten Bekannten im Laden getroffen habe der von mir eine Wein-Empfehlung haben wollte. Aber ich denke, würde das passieren, würde ich ihm einen Wein empfehlen wenn ich mich gerade damit auskennen würde. Für mich ist Alkohol Gift, für viele hier im Forum auch. Aber eben nicht für alle. Nicht jeder ist Alkoholiker und nicht jeder wird früher oder später Alkoholiker. Also warum sollte ich dann prädigen dass Alkohol für jeden Gift ist. Weiss doch im Grunde auch jeder. Hinzu kommt, die Menge macht das Gift. Fakt ist, für mich persönlich ist es nicht nur Gift, es ist mein Untergang. Das weiss ich und damit muss ich leben. Aber ich muss nicht so tun als wenn Alkohol in meinem Leben nicht existieren würde. Schön wärs für mich, aber leider ist es nicht so. Wenn ich an der Kasse stehe sind die kleinen Flachmänner auf Augenhöhe. Ich kaufe sie trotzdem nicht, gerade weil ich weiss dass das der Anfang vom Ende für mich wäre. Also akzeptiere ich dass sie da sind, und lebe mein abstinentes Leben einfach weiter (Wobei ich mich eh frage, wer ausser einem Alkoholiker kauft sich Wodka in 0.1l Fläschchen beim bezahlen an der Kasse? Wieso ist das erlaubt?).

    Wenn ich auf einen Geburtstag gehe oder mit Freunden Essen, was ehrlich gesagt mehr als selten passiert, sollen die anderen auch gerne Alkohol trinken. ich trinke halt keinen und solange ich deswegen nicht genervt werde a la "Komm, ein Bier geht doch, nur zum anstossen, bla bla bla.." werde ich andere Leute auch nicht belehren. Ich kann mit alkohol nicht umgehen. Wenn andere das können, schön für sie.

    Genauso hat es mich auch immer genervt wenn mir Nichtraucher erklären wie schädlich rauchen ist. Wenn Veganer mir erklären dass Fleisch-essen Mord ist. Radfahrer mir einreden wie ich mit meinem Auto die Umwelt zerstöre. Und und und... Ich belehre ungern andere Leute, es sei denn sie fragen mich explizit nach Rat. Dann gerne, aber dieses Missionieren welches sich in unserer Gesellschaft immer beliebter macht nervt mich. Mindestens genauso wie Fragen warum ich nicht trinke.

    Ich bin Teil dieser Gesellschaft und habe meine Anker. Ich muss damit leben, dass draussen Gefahren lauern. Ich muss auf mich aufpassen und meide alle unnötigen Risiken. Aber ich lebe auch ein normales Leben mit anderen Menschen und mit denen möchte ich so normal es geht interagieren.

    Würde ich wieder Alkohol trinken, dann deswegen weil ich ihn aktiv trinken wollte. Die Flasche wandert nicht auf magische Weise in meinen Einkaufswagen, das Glas wandert nicht einfach so zu meinem Mund. Wenn, dann bin ich das der das macht. Und weil ich Alkoholiker bin, weiss ich was dann passieren wird, ohne wenn und aber. Der totale Absturz. Und das will ich nicht und werde ich nicht zulassen.

    Es ist ein Zwiespalt in dem wohl nicht nur ich mich befinde. Wie weit sich selber schützen und wie weit am Leben teilnehmen in dem Alkohol eine Rolle spielt. Die offensichtliche Risikominimierung ist klar. Kein Alk zuhause, keine Veranstaltung in der es primär ums saufen geht. Danach kommen aber Situationen die nicht klar definierbar als Gefahr sind. Ich würde fast soweit gehen zu sagen, dass eine übertriebene Risikominimierung auch nach hinten losgehen kann. Wenn ich auf einer einsamen Insel leben würde auf der es keinen Alk gibt, würde mich nichts gefährden. Wenn ich dann aber abrupt in der Zivilisation wäre, voller Bars und Alk-Werbung, trinkende Leute, Alk an jeder Ecke, glaube ich wäre es für mich sehr viel gefährlicher als wenn ich vorher schon "trainiert" wäre mit solchen Situationen umzugehen.

    Ich lese auch nicht gerne über alk oder höre mir Podcasts von anderen trockenen Alkoholikern an. Ich weiss ja was Alk für mich ist. Ich muss damit umgehen können. Wenn ich am HBf an den Junkies vorbeigehe die sich auf offener Strasse einen Schuss setzen denke ich auch nicht "Hmm.. einmal kann man ja, ist sicher ganz toll". Da weiss ich doch auch dass das der sichere Tod für mich wäre. Genau wie mit Alk, ebenfalls der sichere Tod für mich. Aber deswegen werde ich nicht die Strassenseite wechseln und wegschauen weil es mich sonst triggert. Wenn das wirklich so wäre und ich nicht einsehen würde dass ich Alkoholiker bin und Alkoholkonsum mein Todesurteil wäre, dann könnte ich mir das ganze hier sparen und in guter Hoffnung erstmal einen saufen gehen.

    Es gibt Situationen die mich triggern, so ist es. Aber es ist mein Lebenswille der dieses Situationen bei einem Trigger belässt.

    Liebe Grüße,

    Paul

  • Aber eben nicht für alle

    Doch, Alkohol ist giftig für alle. Es ist eine zellzersetzende Flüssigkeit. Und zwar ab dem ersten Schluck. Er wird nicht plötzlich nach dem dritten Schluck giftig, sondern er ist es auch schon vorher.

    Alkohol ist giftig, und aus diesem Grund rate ich davon ab. Und zwar nicht jedem, der welchen kauft. Aber wenn mich jemand danach fragen würde, auf alle Fälle. Ich gebe keine Tipps für die Aufnahme eines Giftes. .

    Wobei ich mich eh frage, wer ausser einem Alkoholiker kauft sich Wodka in 0.1l Fläschchen

    Das sehe ich genauso. Aus dem Grund habe ich in meiner nassen Zeit auch keinen gekauft. Weil dann hätte ich ja ein Problem gehabt. ;)

    Aber dass sich zwei bis dreimal die Woche in meinem Einkaufswagen 3 Sixpack Bier getummelt haben, war kein Problem.

  • Hallo erstmal,

    Es ist nicht die Frage, ob ich es kann, sondern warum ich es machen soll.? Ich habe mit Alkohol abgeschlossen, deshalb gebe ich auch keine Tipps.

    Warum sollte ich jemandem Alkohol empfehlen, wenn ich selbst fast daran zugrunde gegangen wäre oder süchtig geworden bin?

    Mit Hartmut zitaten decke ich glaube ich alles ab, das war mal wieder ein Gedankensalat den ich da produziert habe. Ich werde natürlich den Teufel tun und empfehlungen bzgl. Wein/Alkohol geben, eine wirklich sehr dumme Idee von mir. Ich treffe sowieso keine näheren Freunde im Supermarkt warum ich mir darüber gedanken gemacht habe und dann noch solche dummen, keine ahnung. Auf jedenfall geht es mir Abstinenzmässig sehr gut ich habe bis auf die obigen Geistesblitze keine probleme. Und Alkohol ist ein Nervengift da hat Alex_aufdemweg vollkommen recht, ich hab mich da sehr blöd ausgedrückt das war aber nicht so gemeint wie es geschrieben steht.

    Ich hatte die Tage viel stress und wenig lust zu schreiben was im nachhinein aber eine gute entscheidung war. Jetzt erkenne ich erst was ich da für einen quatsch geschrieben hab. Ich war aber nicht beleidigt oder ähnliches wegen der richtigstellung meines geschreibsels.

    Nächsten Monat hab ich endlich den termin beim Neurologen zur nessung der Nervenleitgeschwindigkeit, was nicht einfach war aber ich konnte sie überzeugen das es notwendig ist. Ironischerweise werden die probleme mit meinen Beinen aber immer besser, also ohne Supplemente oder andere Sachen, einfach so.

    Grüße R/no

  • Auf der Arbeit meinten 2 Kollegen ich kann ja Bier trinken gehen...ich antwortete das ich keinen Alkohol mehr trinke, daraufhin wurde ich grinsen gefragt wie lange schon, als ich dann gesagt hab seit anfang des Jahres sind denen komplett die Gesichtszüge entgleist. Ich hab dann meine probleme mit den Beinen angeführt und das Alkohol ja ein Nervengift ist und bei Schwierigkeiten mit eben diesen Nerven es vielleicht besser ist nicht mehr zu trinken.

    Den MDF hab ich auch wieder gesehen und so langsam tut er mir leid, vielleicht muss ich mal auf ihn zu gehen jetzt ist bald ein Jahr vergangen und er hat sich immer noch nicht gemeldet. Vor zwei Tagen hab ich seine Tochter gesehen und als ich mit dem Ra an ihr vorbei gefahren bin hab ich sie gegrüßt, er war auf der anderen Straßenseite Blick nach unten. Gestern kam sein Sohn zum Spielen vorbei und wir haben ihn dann im Dunkeln nachhause gebracht, sonst haben sie ihn immer abgeholt.

    Mich würde brennend interessieren was in seinem Kopf abgeht, ich kapier es einfach nicht. Nass war ich der Gute und trocken bin ich nicht mehr tragbar? Seine Frau macht auch immer weniger mit meiner Frau also muss es irgendeinen Grund geben🤔

    Entweder sind wir/ich jetzt White Trash oder die eigenen Probleme mit dem Alkohol sind etwas größer.

  • Ich werde natürlich den Teufel tun und empfehlungen bzgl. Wein/Alkohol geben, eine wirklich sehr dumme Idee von mir. Ich

    Ach was, ich habe zu Anfang auch einige Klopfer rausgehauen:/ Heute muss ich über einige Sachen schmunzeln. :) Dafür sind wir hier im Forum. Nobody is perfekt! Gruß Bono

  • Ah einen noch, nach 10 Monaten ohne Alkohol habe ich es endlich geschafft eine fehlende Steckdose im WC die mit Gaffa überklebt war nach 8 Jahren und 5 Minuten zu installieren. Meine Frau meinte 8 Jahre warten und 5 Minuten zum installieren...

  • habe ich es endlich geschafft eine fehlende Steckdose im WC die mit Gaffa überklebt war nach 8 Jahren und 5 Minuten zu installieren.

    Hallo R/no,

    ich habe den ganzen Tag schon Saulaune. Darf ich das so schreiben?? So von wegen schlechtes Vorbild und so... :S

    Jedenfalls hast du mich damit gerade zum Lachen gebracht. :D Danke dafür.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

    Einmal editiert, zuletzt von Marie04 (21. Oktober 2025 um 15:18) aus folgendem Grund: Korrigiert weil Realname

  • Schön, dass du dich wieder einmal gemeldet hast, R/no. Ich lese dich sehr gern im Forum. Aber warum denn so demütig? :) Keiner ist fehlerfrei, und ich finde, den größten Respekt verdient jeder, der sich selbst hinterfragt. Das ist alles andere als dumm.

    Glückwunsch zur installierten Steckdose 8)

    Mattie

  • Jedenfalls hast du mich damit gerade zum Lachen gebracht. :D Danke dafür.

    Hallo Linde,

    das freut mich sehr! Mir ging es die Tage wirklich schlecht und ich werde die Tage mal etwas darüber schreiben was da mit mir los war, ist sicher ein guter Rat für die frisch abstinenten es nicht do zu tun...darum tut es mir gerade gut wenn ich dich und andere zum schmunzeln bringe.

    Wenn ich mich offenbart habe musst du sicher noch mehr schmunzeln 😏

  • Meine Frau meinte 8 Jahre warten und 5 Minuten zum installieren...

    8 Jahre Planung und 5 Minuten für die Umsetzung, das ist deutsche Ingenieurskunst auf höchstem Niveau - gut Ding will eben Weile haben 😎

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Ah einen noch, nach 10 Monaten ohne Alkohol habe ich es endlich geschafft eine fehlende Steckdose im WC die mit Gaffa überklebt war nach 8 Jahren und 5 Minuten zu installieren. Meine Frau meinte 8 Jahre warten und 5 Minuten zum

    Was für eine Erfolgsmeldung. Ich bin begeistert. Aber ganz ehrlich,was bedeuten schon 8 Jahre in dieser großen weiten Welt/Universum 🌌! :)

  • Die haben mit Stuttgart 21 nicht Stuttgart 2021 gemeint, sondern Stuttgart 2100. Wußtest du das nicht? :saint:

    ist sicher ein guter Rat für die frisch abstinenten es nicht do zu tun...darum tut es mir gerade gut wenn ich dich und andere zum schmunzeln bringe.

    Wenn ich mich offenbart habe musst du sicher noch mehr schmunzeln

    Njaaa, neee, kann sein, daß ich da nicht schmunzle. Bei dem Thema bin ich ernst. Habe zu viele Verwandte an die Sucht verloren.

    Ich freue mich, daß du wieder hier bist und schreibst.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

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