Tiger1991 - Kleine Kinder und Co-Abhängig

  • Hallo Tiger,

    es bringt doch nichts, ihn zu konfrontieren. Das hast du doch schon getan. Was erhoffst du dir davon?

    Ich habe auch so oft kontrolliert um meine Wahrnehmung zu bestätigen.

    Tiger, wende deinen Blick auf dich und die Kinder. Du kannst ihn nicht überzeugen oder überreden. Spar dir deine Kräfte für euch auf. Ihr könnt sie brauchen.

    Du musst ja nicht so tun als wäre nichts, du kannst Konsequenzen ziehen und deine Drohungen wahr machen. Denn, welche 'Belege' brauchst du noch?

    Volka

  • Jetzt sitze ich vor der Tür und weine. Wir sind seit 20 Jahren zusammen, seitdem ich 13 Jahre alt bin. Ich konnte mir viele Jahre kein Leben ohne ihn vorstellen und auch jetzt fällt es mir so schwer mir einzugestehen, dass unsere Ehe den Kampf gegen den Alkohol verloren hat.

    Ich bin so traurig, so enttäuscht, ich habe versagt. Er vertraut mir scheinbar auch nicht genug um seine Schwäche vor mir zu gestehen, der schwäche dem Alkohol gegenüber. Wie konnte alles nur so weit kommen..

    Ich habe keine Ahnung, wie das hier alles weitergehen soll. Ich schaffe es nicht mehr, den Kampf gegen den alkohol kann ich nicht alleine gewinnen.

  • es bringt doch nichts, ihn zu konfrontieren.

    Das kann ich absolut bestätigen. Er würde vermutlich tausend Ausreden parat haben - das sei die Flasche/Kiste eines Kollegen, usw und du am Ende wieder an deiner Wahrnehmung zweifeln. Er würde ablenken, indem er dir irgendwelche Vorwürfe macht, du seist doch verrückt, paranoid, warum du ihm hinterherschnüffelst… Ich kenne das leider auch. Ich kann dir keinen Rat geben. Aber ich kenne es aus Erfahrung, dass solche „Konfrontationen“ eigentlich nie das erhoffte Ergebnis haben.

  • Du musst ja nicht so tun als wäre nichts, du kannst Konsequenzen ziehen und deine Drohungen wahr machen. Denn, welche 'Belege' brauchst du noch?

    Volka

    Aber wie schaffe ich das? Ich möchte ihn ungern vor den Kindern bitten seine Tasche zu packen.. es wird mit ihm weder vernünftig noch erwachsen ablaufen. Er wird laut und bockig werden. Unsere große ist 5, ich würde ihr die Situation so gern ersparen.

  • Ich bin so traurig, so enttäuscht, ich habe versagt.

    Du kannst doch da gar nichts dafür. Es ist eine Krankheit und nur er kann es ändern, niemand sonst.

    Er vertraut mir scheinbar auch nicht genug um seine Schwäche vor mir zu gestehen, der schwäche dem Alkohol gegenüber.

    Auch mit Vertrauen hat es nichts zu tun. Du legst rationale Maßstäbe an eine irrationale Krankheit.

    Deine Gefühle sind einfach normal und menschlich. Doch geißel dich nicht selbst.

    Nimm dich und die Kinder als die wichtigsten Menschen in deinem Leben.

    Kopf hoch, du schaffst das.

    Letztendlich wusstest du vorher, was du in dem Auto sehen wirst. Nun hast du es gesehen und bestätigt.

    Un nun? Drehst du noch eine Runde?

    "Vor allem die „leere Hülle“.. Ich habe in den letzten 2 Jahren eine riesige emotionale Mauer um mich gebaut, fühle mich eiskalt und einsam.

    Den Kindern zuliebe versucht man irgendwie gute Laune und Spaß zu haben. Aber in einem sieht es so anders aus, meine Gedanken kreisen, wie viel hat er wohl intus wenn er von Arbeit kommt, usw."

    Das hattest du bei releasme geschrieben.

    Willst du so weiter dein Leben leben?

  • Aber wie schaffe ich das? Ich möchte ihn ungern vor den Kindern bitten seine Tasche zu packen.. es wird mit ihm weder vernünftig noch erwachsen ablaufen. Er wird laut und bockig werden. Unsere große ist 5, ich würde ihr die Situation so gern ersparen.

    Ich kenne deine persönliche Situation nicht. Kannst du die Kinder aus der Situation bringen? Bei Freunden oder Familie?

    Zudem wird ohnehin empfohlen, diese Gespräche nicht alleine zu führen. Gibt es denn jemanden, der dir beistehen kann?

  • Er vertraut mir scheinbar auch nicht genug um seine Schwäche vor mir zu gestehen,

    Ich bin von der anderen Seite. Es muss nicht unbedingt mit Vertrauen Dir gegenüber zusammenhängen. Ich habe es vor mir selbst nicht eingestanden. Wie hätte ich es dann vor jemand anderem eingestehen können? Es ging nicht. Weil die Alternative gewesen wäre, aufhören zu trinken. Und das konnte ich ja nicht.

    den Kampf gegen den alkohol kann ich nicht alleine gewinnen.

    Tut mir leid. Aber Du kannst überhaupt nicht gegen den Alkohol kämpfen. Die Erkenntnis haben und den Weg gehen, kann nur er alleine.

    Du brauchst Dir keine Vorwürfe wegen seinem "Problem" zu machen. Du hast nur in der Hand, wie es für Dich weiter geht.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Vor den Kindern musst du ihn ja nicht raus schmeißen- das wären unschöne Szenen. Können die Kinder mal zur Oma oder so, damit ein Gespräch tagsüber und nüchtern möglich ist?
    Dann klar sagen was ist. Du hast lange gehofft, aber du hast einfach jetzt keine Kraft mehr so zu tun als wäre alles gut.

    Glaubst du denn er geht auch wenn du ihm sagst dass er gehen soll? Vielleicht erst mal zu einem Kumpel oder seinen Eltern, damit du und die Kinder mal durchatmen könnt?

    Aber nicht für drei Tage und dann wie gehabt. Aber erst mal als schnelle Lösung. Dir geht es doch echt dreckig.

  • Hallo Tiger,

    vertraust du deinen Wahrnehmungen nicht, oder warum kontrollierst du sein Auto? Ich weiß selbst, dass es sehr schwer ist, seinen Wahrnehmungen zu vertrauen, weil ja immer Beschwichtigungen kommen, wie falsch man liegt usw.

    ich habe versagt. Er vertraut mir scheinbar auch nicht genug um seine Schwäche vor mir zu gestehen, der schwäche dem Alkohol gegenüber. Wie konnte alles nur so weit kommen..

    ich kann dir sagen, dass du nicht versagt hast. Du hast keinerlei Einfluß auf diese Krankheit. Es ist eine Krankheit und keine Schwäche. Du bist machtlos gegen diese Krankheit, und kannst wirklich nur etwas für dich und die Kinder tun. Du hast sonst keine andere Chance. Du kannst nicht seine Trockenheit herbei kämpfen, dabei bleiben du und die Kinder auf der Strecke, und er trinkt weiter.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Tiger,

    wie lange hat Dich jetzt der Inhalt seines Transporters zerrissen? Wie ein hungriger Tiger auf der Jagd bist Du seinem Schlüssel hinterhergeschlichen. Und nun? Was hat es gebracht? Bist Du jetzt ... ja was eigentlich ? Der Alkohol nimmt einen Riesenplatz in Deinem Kopf ein. Mach dem ein Ende.

    Zudem wird ohnehin empfohlen, diese Gespräche nicht alleine zu führen. Gibt es denn jemanden, der dir beistehen kann?

    Hol Dir jemanden dazu, vor Allem wenn er gern laut wird. Kinder zur Oma z.B. wäre natürlich am Besten. Es muss ja nicht gleich morgen früh sein, da kommt es jetzt auf ein paar Tage auch nicht an. Plane es in Ruhe durch. Am Besten sagst Du morgen garnichts, es kommt nichts dabei heraus ausser Stress.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo Tiger,

    mir tut eure Situation sehr Leid und ich kann das alles nachvollziehen. Vor ein paar Tagen bin ich durch dieses Forum auf den Podcast von „Flaschengeist“ gestoßen. Ich habe mir einige Folgen angesehen. Hat mir sehr geholfen diese Krankheit etwas mehr zu verstehen. Es gibt eine Folge über seine Beziehung zu seinen Partnerinnen. Vielleicht schaust du da mal rein wenn du Lust hast.

    Liebe Grüße, Wichtelmama

  • Hallo Tiger,

    ich schließe mich allen an, die sagen, dass das natürlich NICHTS mit Versagen zu tun hat. Aber natürlich ist es hart...ihr seid zusammen seit Du 13 bist? Das wird ein schwerer Weg, sich zu trennen. Aber glaub mir: zusammen zu bleiben wird noch schwerer!

    Mir hat (nach weit über 20 Jahren Beziehung) sehr geholfen, dass ich eine Therapeutin (kann aber auch Suchtberater, Coach oder oder sein) hatte, die mich gefühlt an die Hand genommen und mit mir von Woche zu Woche ganz konkrete Schritte durchgesprochen hat. Teilweise auch regelrechte Übungen (vor dem Spiegel geübt, was ich meinem Partner wie sage). Ohne sie hätte ich das alles sicher nicht so geschafft!

    Alles Gute Dir und den Kindern!

  • Ich konnte mir viele Jahre kein Leben ohne ihn vorstellen und auch jetzt fällt es mir so schwer mir einzugestehen, dass unsere Ehe den Kampf gegen den Alkohol verloren hat.

    Tiger, ich möchte dir mein Mitgefühl aussprechen und Mut machen. Ich kann, wie so viele hier in diesem Forum, sehr gut nachvollziehen, was du durchmachst! Auch ich habe meinen Partner an den Alkohol verloren. Er war ein wunderbarer Mann und ich war sicher, dass wir gemeinsam alt werden. Den Traum zu begraben, dass tat sehr weh, hat lange gedauert und ist manchmal immer noch unfassbar. Aber eine Entscheidung zu treffen, die Sucht nicht zu unterstützen und einen eigenen Weg zu gehen, lohnt sich. Gerade dann, wenn Kinder im Spiel sind. Aber auch für sich selbst sollte man das tun.

    Ich habe aus seinem Arbeitszimmer (dem "Sauf-Zimmer") nun einen wunderbaren Ort für mich gestaltet. Auch das Wohnzimmer haben meine Tochter und ich neu eingerichtet. Nun ist es wieder ein Raum, in dem wir uns gerne aufhalten und gemeinsam viel Zeit verbringen. Kein Besoffener, der auf dem Sessel schläft und schnarcht. Ich habe wieder Zeit für Freunde und Hobbys. Meine Tochter ist unbeschwerter und selbstbewußter.

    Ich habe wie du Beweise gesucht und gefunden. Immer wieder. Es wurde fast zu einer Sucht. Gebracht hat es natürlich nichts. Nach dem Auszug meines Ex-Partners habe ich lange gebraucht, diesen Drang der Kontrolle nicht mehr zu verspüren. Je eher du davon Abstand nimmst, desto besser. Aber nimm es dir selbst nicht krumm, wenn es nicht auf anhieb klappt. Mach vielleicht beim nächsten Mal, wenn du es nicht lassen kannst, ein Foto. Das kannst du dir dann immer wieder ansehen. Mir hat´s geholfen.

    Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche!

  • Hallo zusammen,

    ich brauchte ein paar Tage um mich zu sammeln, klar zu kommen und einfach so zu tun, als wäre alles in Ordnung.

    Ist es natürlich nicht. Kein bisschen.

    Ich war heute mit meinen Mädels Eis essen bei diesem traumhaften Wetter, als wir wieder kamen hab ich die Fahne meines Mannes schon von weitem gerochen.

    Es kann so wirklich nicht weiter gehen. Natürlich lieben die Kinder ihn trotzdem über alles, aber auch misshandelte Kinder lieben ihre Eltern. Es hat so keine Zukunft mehr. Ich merke auch immer öfter, wie deplatziert er im Familienleben ist.
    Er zeigt kein großes Interesse an den Kindern oder mir. Selbst nach dem Kindergeburtstag seiner eigenen Tochter hat er gestern nicht mal gefragt wie es war, da saß er mit einem Freund zusammen als ich die Kinder endlich im Bett hatte und hatte schon ein paar Bier weg.

    Sein Kumpel wollte wissen wie es war und als ich anfing zu reden hat mein Mann mich einfach unterbrochen und ein anderes Thema begonnen. Traurig.

    Mein Schwager hat angeboten mal mit ihm zu reden, aber ich hab Angst, dass mein Mann ihn dann meidet, dass wäre schade für meinen Mann, wenn er sich noch die letzten paar Freunde vergrault.

    Aktuell überlege ich, ob ich seine Mutter ins Boot hole, sie selbst hat sich auch von einem alkoholiker scheiden lassen. Vielleicht könnte sie ihn auch erst einmal aufnehmen, dann hätte ich eine Sorge weniger wenn ich endlich schaffe DEN Schritt zu machen.

    Ich bin einfach so kraftlos, könnte den ganzen Tag nur noch schlafen weil meine Gedanken scheinbar wirklich viel Energie ziehen.

  • Vielen Dank für eure lieben Nachrichten zu meinem letzten Post. Ich gehe die Tage noch mal auf einzelne Themen ein, jetzt wollte ich euch nur kurz updaten und sagen, dass ich am Ball bleibe und es so nicht akzeptieren kann. Mein Entschluss steht fest, ich muss ihn nur umsetzen.

  • Aktuell überlege ich, ob ich seine Mutter ins Boot hole, sie selbst hat sich auch von einem alkoholiker scheiden lassen.

    Warum überlegst Du das? Damit sie Dir Durchhaltetipps gibt oder damit er wieder zu ihr ziehen kann? Weiss sie nicht was mit ihrem Sohnemann los ist?

    Wenn Du das Gespräch suchst, solltest Du ein Ziel haben. Etwas das Du mit dem Gespräch erreichen willst.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Warum überlegst Du das? Damit sie Dir Durchhaltetipps gibt oder damit er wieder zu ihr ziehen kann? Weiss sie nicht was mit ihrem Sohnemann los ist?

    Ich denke sie ahnt es, aber weiß nicht wie weit fortgeschritten die Sucht ist. Ich würde ihr ihren Sohn gern wieder in ihre Verantwortung übergeben, also schon damit er für den Übergang zu ihr ziehen kann, bis er für sich eine Wohnung findet.
    Meine Sorge ist, wenn er bei einem Freund unterkommt, dass er gänzlich ertrinkt. Bei seiner Mutter gibt es zumindest keinen Alkohol, da sie selbst keinen Schluck trinkt.

  • Meine Sorge ist, wenn er bei einem Freund unterkommt, dass er gänzlich ertrinkt.

    Und weiter...? Was dann? Wie weit geht Dein ( leider sinnloses )Gedankenkarussell ?

    Du kannst seine Sucht nicht steuern, nicht mit Liebe, Hass oder auch Gleichgültigkeit. Er geht seinen Weg mit dem Alkohol. Wie weit und wohin entscheidet er selbst.

    Ob sich seine Nicht-Trinkende Mutter mit Alkoholikererfahrung den Sohn ins Haus holt ist eh fraglich. Das hatte sie alles schon. Trinken tut er dadurch auch nicht weniger, nur woanders . Und sie weiss das vermutlich auch.

    Ich verstehe aber das Du Dein Gewissen beruhigen willst. Das liest man in diesem Bereich hier oft, irgendwie fühlst Du Dich da verantwortlich.

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Ich würde ihr ihren Sohn gern wieder in ihre Verantwortung übergeben

    Sorry, aber das liest sich, als ob Du mit einem Kind, das noch zur Mami gehört, Kinder gekriegt hast.

    Er ist ein erwachsener Mensch. Und es ist so, das ein erwachsener Mensch trinken darf, so viel er will, auch wenn das für andere absolut unverständlich ist. Das nennt sich die Freiheit des Einzelnen. Er ist Dir darüber keine Rechenschaft schuldig und Du darfst auch mit Deinem Leben machen, was Du willst. Aber mit seinem Leben darfst Du nicht machen, was Du willst, das darf nur er. Ausser er lässt zu, dass Du ihm sagst, was er machen soll. Gegenseitige Verpflichtungen klären normalerweise Familiengerichte, wenn man sich nicht einigt.

    Die Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, sind schon lange vorbei. Das gabs nur im Märchen.

    Versuch mal, ihn nicht wie Dein Kind zu behandeln.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

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