Abstinenzler - Für mich gibt es nur einen Weg- Die Abstinenz

  • Hallo Abstinenzler,

    ein Jahr Forum - acht Monate abstinent - das ist doch was! 💐

    Dazu kommt , wenn z.b. 3 Wochen keine Saufgedanken da waren und plötzlich welche da sind, ich garnicht mehr weiß wer will jetzt trinken?! Wollte ich oder das Saufhirn? Das geht immer so schnell.

    Sowas ähnliches habe ich schon ab und zu bei dir gelesen. Und nicht verstanden, welchen Unterschied du da versuchst zu machen.

    Was Alkohol betrifft, gibt es im Hirn kein „Ich oder das Saufhirn“ mehr. Ich nenne es bei mir zwar nicht so, aber die Realität ist die gleiche wie bei dir, da wir Alkoholiker sind: zum Thema Alkohol spricht immer die Sucht in mir.

    Deine innere Frage „wer will jetzt trinken“ ist daher aus meiner Sicht absurd bzw. einfach nasses Denken.

    Bezüglich deiner Erkältung kann ich dagegen deinen Frust gut verstehen und wünsch dir gute Besserung!

    Viele Grüße

    Thalia

  • Herzlichen Glückwunsch, Absti, auch von mir. 💐

    Ich erinnere mich noch, dass der erste "Forumsgeburtstag" für mich fast bedeutsamer war als der erste Trockengeburtstag. Weil mir das Forum eben so viel gibt.

    Den Eindruck habe ich bei Dir auch und bewundere, wie intensiv Du Dich hier zu Deinem eigenen "Trocknungsprozess" austauschst. Das ist auch für Mitleser sehr lehrreich. Mach "einfach" weiter so!

  • Dazu kommt , wenn z.b. 3 Wochen keine Saufgedanken da waren und plötzlich welche da sind, ich garnicht mehr weiß wer will jetzt trinken?! Wollte ich oder das Saufhirn?

    Als ich mir die Frage das erste Mal gestellt hatte, war die Antwort für immer klar und ich habe sie mir nie wieder gestellt, denn ich wusste was zu tun ist, wenn sich mein Suchthirn meldet.

    Ein Jahr Forum kann etwas bewirken, wenn ich mich darauf einlasse. Bei dir habe ich den Eindruck, dass es gewirkt hat, denn du hast dich eingelassen:thumbup:

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Was Alkohol betrifft, gibt es im Hirn kein „Ich oder das Saufhirn“ mehr. Ich nenne es bei mir zwar nicht so

    Doch wenn ICH wirklich wieder trinken möchte und MICH entscheide: ICH trinke wieder.

    Deine innere Frage „wer will jetzt trinken“ ist daher aus meiner Sicht absurd bzw. einfach nasses Denken.

    Man soll doch trockene von nassen Gedanken trennen. Was ist das Saufhirn und was ICH

    Den Eindruck habe ich bei Dir auch und bewundere, wie intensiv Du Dich hier zu Deinem eigenen "Trocknungsprozess" austauschst.

    Danke. Ist ja auch das ALLER wichtigste für mich als Süchtigen- ohne Abstinenz geht alles kaputt. 25 Jahre extrem abhängig ist auch heftig

    Heute trinke ich nicht

  • Man soll doch trockene von nassen Gedanken trennen. Was ist das Saufhirn und was ICH

    Moin Absti,

    ich finde die Unterscheidung auch wichtig, besonders „am Anfang“. Und mir hat das auch definitiv geholfen, nasse Gedanken zu erkennen und mich von ihnen zu distanzieren (und dafür wird das Konzept der „Sichtstimme“ in der Suchttherapie auch eingesetzt).

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Guten Morgen Abstinenzler,


    eventuell missverstehen wir einander.

    Ich unterscheide natürlich auch und identifiziere (bzw. versuche es) Suchtgedanken.


    Du schreibst aber so, als wolltest du etwas anderes unterscheiden.

    wer will jetzt trinken?! Wollte ich oder das Saufhirn?

    Das macht für mich persönlich eben keinen Sinn. Wenn etwas in mir trinken will, ist es immer die Sucht. Ist das bei dir anders?

    Doch wenn ICH wirklich wieder trinken möchte und MICH entscheide: ICH trinke wieder.

    Trinkst du dann wieder? Und denkst, das hat mit deinem „Saufhirn“ nichts zu tun?

    Viele Grüße

    Thalia

  • Das macht für mich persönlich eben keinen Sinn. Wenn etwas in mir trinken will, ist es immer die Sucht. Ist das bei dir anders?

    Ja, ich selber könnte auch mal wieder trinken wollen oder nicht?! Auch mal wieder berauschen usw.

    Naja, geht ja eh nicht- bin Alkoholiker. Wird auch nie gehen- bin Alkoholiker.

    Von daher bin ich ja raus. Das meine ich mit diesen Diskussionen im Kopf: Könnte man man wieder oder nicht. Lohnt es sich.

    Dieses abwägen und verhandeln ist eklig. Ist aber selten

    Heute trinke ich nicht

  • Also für mich ist die Sucht ein Teil von mir. Kein schöner Teil, aber dennoch von mir. Das bin "irgendwie auch ich". Ich verstehe den gedanklichen Mechanismus, diesen Teil "auszulagern", sich quasi als "fremdbestimmt von der Sucht anzugucken", das birgt gewisse "Vorteile" bezüglich des Selbstbildes. Scheint mir jedoch etwas an der "Wahrheit" vorbeizugehen, aus meiner Sicht.

    Auch ich sag mir "schau, das hat der Alkohol mit mir gemacht." - Dennoch, ich war es ja, der dies zuliess. Ich war es, der zum ersten Glas gegriffen hatte. Ich war es, der sämtliche Warnungen ignoriert hatte. Und auch ich war es der weiter gemacht hat.

    Dass eine Flüssigkeit, die meinen Geist und meinen Hormonhaushalt beeinflusst, Macht über mich und mein Handeln erlangt, ist irgendwie schon erbärmlich. Das nehm' ich auf mich. Ich bitte mich selbst um Verzeihung für diesen Fehler.

    Und ich ringe manchmal um Selbstakzeptanz meiner Vergangenheit. Ich glaube, nur das Eingeständnis an mich selbst, dass ICH das war, der all dies getan hat, bringt mich weiter zur Akzeptanz meiner selbst mit meiner Vergangenheit.

    Und ja, ich finde das nicht immer einfach. Das sehe ich in Gesprächen mit meiner Frau, wenn sie auf meine Vergangenheit zu sprechen kommt. (Sie kennt mich "so" gar nicht, und hat auch schon geäussert, dass diese Schilderungen aus ihrer Sicht von einem anderen Menschen handeln, da ich "so" irgendwie gar nicht (mehr) bin.)

    Bei diesen Gesprächen/Gedanken kommen Schamgefühle auf. Und Bedauern.

    Der Mensch macht Fehler - konsequenzenreiche Fehler. Doch er hat die Chance, sich zu ändern. Jeden Tag.

    Das hat irgendwie so was "Der verlorene Sohn"-mässiges. Man kommt zur Besinnung, ändert sich, sein Verhalten, sein Sein, und.. jaa, da darf ich - dürfen wir alle - mächtig stolz drauf sein. Glücklich darüber, dass wir dieses "Tal der Schatten" hinter uns lassen, und in die Sonne gucken dürfen. Mit unverfälschtem, echten Ich-Sein. (das ist eh' der weitaus bessere Trip.. )

  • Ja, ich selber könnte auch mal wieder trinken wollen oder nicht?! Auch mal wieder berauschen usw.

    Naja, geht ja eh nicht- bin Alkoholiker. Wird auch nie gehen- bin Alkoholiker.

    Von daher bin ich ja raus. Das meine ich mit diesen Diskussionen im Kopf: Könnte man man wieder oder nicht. Lohnt es sich.

    Dieses abwägen und verhandeln ist eklig. Ist aber selten

    Ich verhandele und diskutiere da nicht mit der Sucht, ob es geht oder nicht.

    Dieses: naja, geht ja eh nicht… liest sich für mich so, als ob Du da noch irgendwas hinterhertrauerst.
    „Könnte man wieder oder nicht, lohnt es sich“. - diese Gedanken kommen bei mir erst gar nicht auf.

    Kämpfst Du noch mit Dir und Deinen Gedanken?

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Guten Morgen Abstinenzler,

    Ja, ich selber könnte auch mal wieder trinken wollen oder nicht?! Auch mal wieder berauschen usw.

    Genau das meinte ich. Das ist aus meiner Sicht möglicherweise der Grund, warum du immer wieder so in innere Konflikte kommst.

    Wer soll das sein, dieses „Ich“, das „auch mal wieder trinken will“? Glaubst du, das ist ein Teil von dir, der nicht süchtig ist?

    Ich finde, hier läuft die gedachte Abgrenzung zum „Suchthirn“ in die falsche Richtung bzw. ist eben nasses Denken.

    Viele Grüße, Thalia

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