Angeregt von der direkt geführten Diskussion "funktionierende" Alkoholiker und "Outen" in einem Extra-Thread
Das Bild vom Alkoholiker ist ein Klischee, ein Stigma, das sich hartnäckig hält. Die Vorstellung: Penner am Bahnhof, vollgekotzt, alles verloren, Leben im freien Fall. Und wer hält dieses Bild am Leben? Nicht nur die Gesellschaft sondern auch die Alkoholiker selbst, die nicht in der Ecke sitzen, sondern im Büro, im SUV, im Designeranzug.
Die schweigen. Verstecken sich. Bloß nicht zugeben. Denn sich zu outen würde bedeuten, das Gesicht zu verlieren und das ist für viele unvorstellbar. Genau diese, die sich als „funktionierende“ Alkoholiker bezeichnen, sind Teil des Problems. Sie posaunen Tipps herum, wie man sich möglichst geräuschlos durch die Welt der Säufer bewegt und jammern gleichzeitig über die Stigmatisierung.
Wenn diese Menschen mal den Mund aufmachen würden, wäre das Bild von Alkoholismus ein anderes. Dann würde man erkennen Sucht hat nichts mit Aussehen zu tun. Nichts mit Status. Aber solange geschwiegen wird, bleibt das alte Bild bestehen. Und das hilft niemandem.
Zu hart, meine Analyse?