Elara - Should I stay or should I go?

  • Hallo zusammen.

    Ich bin auf der Suche nach einer Gruppe zum Austausch über das Zusammenleben als Ehefrau mit einem Alkoholiker.

    Mein Mann ist seit Jahren alkoholabhängig und hat schon eine Langzeittherapie hinter sich und dieses Jahr 5 Entgiftungen.

    Mir fehlt langsam die Kraft das ganze noch mitzutragen und würde mich über einen Austausch hier freuen.

    Liebe Grüße an alle

    Löwin65

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Hallo Elara,

    herzlich willkommen in unserer Online Selbsthilfegruppe.

    Es ist tatsächlich so. Wir Angehörigen versuchen Jahr für Jahr, den normalen Alltag aufrecht zu halten. Gleichzeitig sehen wir, wie der Partner immer weiter in der Sucht versinkt. Dann kommen die Versuche ihm zu helfen... all das, ein schlimmer Kreislauf, der zu keinem Ende führt. Das raubt mehr und mehr Energie, macht viel Stress, Angst,Wut...

    Für den Austausch kannst du dich hier bewerben:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Wenn du auf den Link klickst öffnet sich ein Fenster, schreib einfach, dass du um Freischaltung bittest. Danach findest du dein Thema im Bereich für Angehörige und Coabhängige, dort beginnt dann der Austausch.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aurora 1. Dezember 2025 um 16:46

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „Loewin65“ geändert.
  • Sooo,

    und schon bist du angekommen, liebe Elara. Du kannst dich jetzt überall austauschen, nur schreibe bitte die ersten 4 Wochen nicht im Vorstellungebereich bei den Neuanmeldungen.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ah, deine Bewerbung ist schon eingegangen. Wird gleich erledigt ...

    Wie kann ich einen Beitrag posten. Ich habe unter „Konversationen“ angefangen zu schreiben, aber ich muss „Teilnehmer“ angeben, damit ich absenden kann. Vielleicht gibt es hierzu einen Hilfebeitrag?

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Gerade hast du einen Beitrag gepostet.

    Einfach unter dem letzte Beitrag ins leere Feld schreiben und das blaue Antworten anklicken.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo ich bin Elara und momentan ziemlich verzweifelt.

    Ich bin nach einer 28 jährigen Beziehung und gescheiterten Ehe mit einem Narzissten wieder an den „Falschen“ geraten.

    Nach meiner damaligen Trennung vor 8 Jahren habe ich meinen jetzigen Mann kennengelernt und mein erstes Bauchgefühl war: ein depressiver Alkoholiker.

    Leider hat er mich mit seinem Charme und seiner damals noch lustigen Art eingelullt und ich bin relativ schnell bei ihm eingezogen. Dass er damals sehr viel getrunken hat, habe ich auf seine noch frische Trennung von seiner damaligen Ehefrau geschoben bzw. verdrängt.

    In der ersten Zeit haben wir wirklich sehr viel gemeinsam unternommen, sind das Wochenende weggefahren, er hat mich wieder zum Radfahren gebracht und es war alles gut. Leider ist die Alkohlabhängigkeit mit den Jahren immer schlimmer geworden. Er konnte nicht mehr arbeiten, wurde ausgesteuert, danach Hartz-IV und am Ende Frührentner. Danach kamen zwei Schlaganfälle und schwere Depressionen dazu.

    Letztes Jahr war er 15 Wochen auf Langzeittherapie und davor 8 Wochen trocken und ich hatte echt die Hoffnung, dass doch noch alles „gut“ wird.

    Nachdem er wieder zu Hause war, hat er nach einigen Wochen wieder mit dem Trinken angefangen. Angeblich war jemand schuld, der ihn schlecht behandelt hat und deshalb wieder „ein“ Bier getrunken hat, was dann letztlich wieder in dem normalen Alkoholkonsum geendet ist.

    Dieses Jahr war er 5 mal zum Entgiften in Kliniken, aber wenn er wieder zu Hause ist, geht alles wieder von vorne los. Mittlerweile ist scheinbar seine Leber so geschädigt, dass er teilweise Delir hat (er wollte eine halbe Stunde lang von einer Tischlampe trinken, weil er dachte, es wäre ein Glas, hat sich in eine Zimmerecke gestellt und nicht verstanden, warum es nicht weitergeht usw.).

    Aus seiner Sicht sind die Ärzte, die Gesellschaft usw. daran schuld, dass es ihm so geht, weil ihm niemand hilft. Mein Motto ist „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ (P.S.: ich bin nicht gläubig, aber das sagt man so). Das sage ich ihm relativ oft, weil man nicht warten kann, bis jemand kommt und einen rettet.

    Ich versuche so gut es geht ihn zu unterstützen. Da ich berufstätig bin, lastet nebenbei der ganze Alltag auf mir (Einkaufen, Wäsche waschen, Wohnung sauber halten, Garten pflegen usw.) und es geht mir langsam die Kraft aus. Er ist den ganzen Tag zu Hause und schafft es mittlerweile nicht mehr, die normalen Tätigkeiten im Haushalt zu erledigen. Er duscht sich nur, wenn ich ihn extrem nerve, pflegt sich und seine Umgebung nicht und mittlerweile ekelt mich vor ihm. Neulich wollte er mich umarmen, da habe ich die Arme vor der Brust verschränkt und ihn abgewehrt. Seitdem ist er wieder beleidigt und frägt tausendmal, ob er sich zu mir setzen darf. Er versteht aber nicht, dass es an ihm liegt, dass ich eigentlich nichts mehr mit ihm zu tun haben will.

    Nachdem es ihm richtig schlecht ging, ist er freiwillig in eine Klinik zur Entgiftung gegangen und bleibt dort vermutlich 2 Wochen (wenn er abbricht, ist er sein Leben lang gesperrt, weil er das schon öfter durchgezogen hat). Morgen wollte er mit dem Oberarzt sprechen, dass er länger bleiben kann. Heute morgen hat er sich beschwert, dass die sich nicht richtig um ihn kümmern, weil er „Rücken“ hat und er keine starken Schmerzmedikamente bekommt und er am liebsten abbrechen würde. Das ist immer sein Problem, dass es ihm nach ein paar Tage Entzug wieder relativ gut geht und dann wieder diese Überheblichkeit auftaucht, dass alles nicht so schlimm ist, dass er es lieber alleine schaffen will, weil ja alle doof sind ……

    Aber zu der eigentlichen Frage aus meinem Titel: soll ich gehen oder bleiben. Aus einigen Forenbeiträgen, die ich so mitgelesen habe, aus Gesprächen mit meinen Kindern (aus erster Ehe), mit Freunden, Bekannten usw. weiß ich was ich tun sollte: gehen. Nur leider schaffe ich das nicht. Zweimal hatte ich mir schon eine Wohnung gesucht und war kurz davor, den Mietvertrag zu unterschreiben. Natürlich das übliche: Versprechungen usw., dass alles besser wird. Nur leider keine wirkliche Änderung.

    Vor zwei Wochen hatte ich einen Fahrradunfall und liege momentan mit einer Streckschiene zu Hause und kann mich nur humpelnd versorgen. Als er noch da war, hat er mir immer wieder versichert, dass er für mich da ist und sich um mich kümmern wird, weil ich das ja auch immer für ihn mache. Wenn ich ihn aber dann um etwas gebeten habe, war die Stimmung schon nicht mehr so toll. Und dann hat er sich nach 3 Tagen in die Klinik verkrümelt. Dass ich mit 3 Katzen und 2 Hunden alleine zu Hause bin, war ihm egal. Ich habe auch nichts gesagt, weil ich nicht, wollte, dass er „wegen mir“ wieder seine Bedürfnisse zurück stellen muss.

    Aber er fragt nicht wie es mir geht, ob ich alleine zurecht komme …. bei den Telefonaten geht es nur um ihn, dass ihm langweilig ist, dass sich ja niemand wirklich um ihn kümmert usw ….

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich zwar verheiratet bin, in Wirklichkeit aber eigentlich alleine bin und zurechtkommen muss. Da frage ich mich schon manchmal, was der Unterschied zum wirklichen Alleinsein ist: ich müsste mich nur um mich kümmern und hätte ihn nicht mehr am Hals. Es tut mir leid, dass ich so denke, aber ich habe einfach keine Kraft mehr. Ich habe meine Hobbys, bin oft alleine unterwegs, aber selbst wenn wir im Urlaub sind, bin ich alleine, weil es ihm so „schlecht“ geht und er nicht mitkommen kann oder will. Und wenn er mitkommt, ist es eigentlich nur stressig, weil er entweder dauernd auf Toilette muss oder keine Muße hat. Ich bin ein Mensch, der die Kleinigkeit am Wegesrand sieht und darüber glücklich ist, ich genieße die Natur, die Ruhe, die Aktivität, die Stille und ihm ist alles egal. Er interessiert sich für nichts mehr. Nur seine Krankheiten, Schmerzen, Probleme sind für ihn wichtig. Oft denke ich, dass er ein Hypochonder ist, weil er immer was anderes hat und sicher daran „sterben“ wird.

    Warum ich dann nicht gehe?
    Ich habe Angst davor, alleine zu sein, wieder gescheitert zu sein, das nicht alleine zu schaffen, mich wieder breitschlagen zu lassen….
    Manchmal bin ich selbst überrascht, dass ich vor 8 Jahren alles hingeschmissen habe, da waren auch noch meine Kinder im Spiel, aber ich war so verzweifelt, dass ich einfach nur geflüchtet bin, sonst wäre ich in der Beziehung zugrunde gegangen. Aber die Zeit danach, mit all den Zweifeln, Schmerzen, Traurigkeit, Selbsthass usw. …. ich weiß nicht, ob ich das nochmal schaffen kann.

    Als ich vor einem Jahr gehen wollte, habe ich mit meinen Kindern darüber gesprochen und sie waren dafür, dass ich gehe. Als ich dann wieder einen Rückzieher gemacht habe, haben sie mich nicht verurteilt, aber ich habe gemerkt, dass sie nicht verstehen, warum ich geblieben bin.

    Jetzt habe ich niemanden mehr, mit dem ich mal reden kann. ;(

    Meine Überlegung ist aktuell:

    • ich suche mir in Ruhe eine neue Bleibe (nicht überstürzt, sondern wohlüberlegt)
    • danach sage ich meinem Mann, dass ich ausziehe

    Aber ob ich das wirklich durchziehe …..?

    Ja es ist wahrscheinlich die 100.000te Geschichte, die sich immer wieder ähnelt, aber es ist auch immer wieder ein total verzweifelter Mensch dahinter, der so oder so leidet….egal wie man sich entscheidet.

    Liebe Grüße

    Elara

    P.S.: Ich bin eine Löwin, die es gelernt hat zu kämpfen, aber dabei oft die eigenen Grenzen überschreitet.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Hallo Elara,

    normalerweise lese ich bei den Co-Betroffenen eher still mit, weil ich selbst Alkoholiker bin. Aber du hast mir mit deinem Thread-Titel gerade mal eben einen Ohrwurm verpasst (The Clash…), und deshalb möchte ich dir zwei Gedanken mitgeben.

    Du schreibst:

    Warum ich dann nicht gehe?
    Ich habe Angst davor, alleine zu sein, wieder gescheitert zu sein, das nicht alleine zu schaffen, mich wieder breitschlagen zu lassen….

    und:

    Jetzt habe ich niemanden mehr, mit dem ich mal reden kann. ;(

    Wenn man das so liest, muss man ganz nüchtern fragen:
    Bist du nicht jetzt schon allein? Nur mit zusätzlichem Ballast?
    Eine romantische Beziehung erkenne ich in deinen Zeilen nicht mehr, eher das genaue Gegenteil: Ekel, Distanz, Erschöpfung. In einer funktionierenden Partnerschaft wäre das letzte Wort, das einem einfällt, „Ekel“. Das sagt sehr viel.

    Ich weiß, dass Weggehen schwer ist und Angst macht. Aber objektiv gesehen lebst du gerade nicht in einer Beziehung, sondern in einer Ein-Personen-WG mit Pflegeauftrag. Und eine WG lässt sich sogar leichter führen als das, was du beschreibst.

    Außerdem stelle ich mir Gespräche mit jemandem, der in der Ecke steht und eine Tischlampe für ein Trinkglas hält, ehrlich gesagt fast unmöglich vor. Du kannst an dieser Krankheit nichts retten und du sollst dich auch nicht selbst zugrunde richten, nur weil er sich weigert, Verantwortung zu übernehmen.

    LG

  • Hallo Boss,

    ja, das ist alles genau richtig, wie du es sagst und trotzdem erinnert frau sich oft an den Menschen, der er eigentlich immer noch ist.

    Deshalb ist ja so schwer zu gehen.

    Danke für die offenen Worte.

    LG ;(

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Hallo Elara,

    Was du beschreibst, klingt furchtbar. Ich weiß nicht wie es um die Gesundheit deines Mannes bestellt ist. Aber ich kann dir nur nahe legen, mal den Faden der Lieben wieweiter zu lesen.
    So kann es im schlimmsten Fall enden.

    Vielleicht hilft es dir beim Sortieren deiner Gedanken.
    Alles Liebe dir!

    Einmal editiert, zuletzt von Wichtelmama (1. Dezember 2025 um 20:06) aus folgendem Grund: Schreibfehler

  • Hallo Elara,

    einen Gedanken von mir möchte ich dir da lassen.

    und trotzdem erinnert frau sich oft an den Menschen, der er eigentlich immer noch ist.

    Meinst du wirklich, dass er noch der Mann ist, den du vermisst und dir herbei sehnst? Ist es nicht viel eher so, dass dieser Mann, in den du dich verliebt hast, gar nicht mehr da ist? Hat sich nicht sein Wesen verändert? Hat sich nicht sein Äußeres verändert? Was ist von dem ursprünglichen Menschen überhaupt noch da?

  • Hallo Sonnenschein,

    das ist das schmerzliche, das mir schon länger klar ist, dass er nicht mehr der Mensch ist, dass nicht mehr viel übrig ist. Und das schmerzt umso mehr.

    Ich habe gerade den Faden von wieweiter gelesen und dabei vieles entdeckt, was auch auf mich zutrifft. Bei einem Termin mit seiner Hausärztin hat sie mir ganz klar gesagt, was passiert, wenn er nicht aufhört zu trinken. Ich werde mich von ihm trennen und ihm das auch so sagen, dass ich die Hoffnung verloren habe.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Aurora 3. Dezember 2025 um 12:23

    Hat den Titel des Themas von „Loewin65 - Should I stay or should I go?“ zu „Elara - Should I stay or should I go?“ geändert.
  • Hallo Elara,

    ich fühle so mit Dir und weiß genau was Du meinst. Man weiß man sollte gehen und trotzdem hält einen irgendwas in der Beziehung.

    Mein Partner ist leider uneinsichtig und hat noch nie über Entzug/Entgiftung usw. nachgedacht, er hat ja per se kein Problem und alle anderen sind ja viel schlimmer...

    Ich kann auch total nachempfinden wenn Du schreibst, dass Du momentan diejenige bist, da Deine Verletzung Dich ausbremst. Ging mir vor einigen Monaten so, bin im August operiert worden, sollte mich schonen, was allerdings kaum bis gar nicht möglich war. Mittlerweile fokussiere ich mich mehr auf mich, meine Gesundheit, hab auch eine Therapie angefangen wo alles zur Sprache kommt, aber ich finde auch den Austausch mit anderen Betroffenen wichtig und gut.

    Fühl Dich gedrückt, auch wenn ich keinen wirklichen Rat habe, da ich ja selbst gerade mittendrin stecke und die Frage ständig im Kopf schwirrt.


    Lg -Leonia-

  • Hallo Leonia,

    danke für die lieben Wünsche.

    Ja es ist nicht einfach sich zu entscheiden….und wenn man so die Fäden der anderen Menschen hier liest, hat man wenig Hoffnung, dass es positiv ausgeht.

    Das wichtigste ist, dass derjenige einsieht, dass er ein „Problem“ hat. Aber selbst dann ist der Weg schwierig, weil es ja niemanden gibt, der dich irgendwo hinsteckt oder an die Hand nimmt, sondern du musst trotzdem aktiv daran arbeiten, um aus der Spirale rauszukommen. Und aus meiner Sicht fehlt Süchtigen (auch mit Depressionen) oft einfach die Kraft, um das anzupacken. Das ist leider die Realität.

    Ich bin auch noch so stark am kämpfen und bin gerade daran „Plan B“ vorzubereiten.

    Fühl dich auch gedrückt.

    LG Elara

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Hallo Elara,

    ich weiß was Du meinst, darüber hatte ich mit meinem Therapeuten gesprochen.

    Das Problem liegt aber nicht darin, dass der andere die Einsicht kriegen muss mit dem Trinken aufzuhören, natürlich schon, aber kein Co-Abhängiger wird ihn dazu bringen können, es muss ja von ihm selbst kommen.

    Ich hab berufsbedingt da einiges erlebt, war Krankenschwester und dennoch hat es sich wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen, ich weiß also auch was Worst-Case kommen kann und damit meine ich nicht die Trennung.

    Und ja als Co-Abhängig hast Du auch ein riesen Problem, man hat ja nie gelernt wirklich Grenzen zu ziehen und diese dann auch einzuhalten, oder Bedürfnisse wahrzunehmen, benennen und befriedigen...

    Das gleiche Prinzip wie die Partner mit dem Alkohol. Also kann ich nur bei mir ansetzen, ich habe keinen Einfluss auf sein Trinkverhalten, nicht auf das Verhalten, dass er mir gegenüber an den Tag legt, weil ich ja nie weiß, wer da Abends nach Hause kommt und wie viel Stress er hatte, hat er was getrunken, wieviel trinkt er wenn wir weg gehen ...

    Aber ich kann mich beeinflussen, ich kann natürlich weiter versuchen ihn davon zu überzeugen, kann mir den Mund fusselig reden, streiten, drohen..., aber es bringt am Ende nichts, ausser das es mir schlecht geht und er weiter trinkt.

    In meiner Therapie geht es nicht darum diesen Menschen sofort zu verlassen, es geht mehr darum, mich darin zu bestärken den Fokus auf das zu legen was ich kontrollieren und beeinflussen kann, MICH! Mein Therapeut hat mich gebeten mir vorzustellen, dass um meinen Partner ein Kreis ist und um mich, da wo sie sich überschneiden ist die Beziehung.

    Am Anfang der Therapie war der Kreis meines Partners noch riesen Groß, meiner eher ganz klein und eng um mich, weil es immer um ihn ging, sein Verhalten , seine Sucht..., sie haben sich auch nur ganz leicht überschnitten.

    Mittlerweile nach einigen Monaten, ist mein Kreis etwas gewachsen, seiner etwas geschrumpft und sie überschneiden sich schon mehr, auch wenn es innerhalb der Überschneidung eher leer wirkt.

    Ich bin also dabei meinen Kreis größer zu ziehen, ob es uns gelingt die Überschneidung zu füllen ist erst einmal nicht wichtig, aber was wichtig ist, wenn mein Kreis irgendwann so groß sein sollte wie der meines Partners am Anfang, dann ist der Zeitpunkt an dem ich gehe und darauf habe ich ganz alleine einen Einfluss.

    Das Einzige auf das ich keinen Einfluss habe, ist der Umstand, dass er bevor ich mein Ziel erreiche, ein Opfer seiner Krankheit wird, eben Worst-Case und ich schiebe den Gedanken weit weg, sonst würde es mich momentan wieder von meinem Ziel abbringen, da ja jeder Tropfen Alkhol der sein könnte der ihn umbringt.

    Lg -Leonia-

  • Hallo, ich weiß das klingt jetzt seltsam, aber vielleicht kann man das Ganze ja mal von einer anderen Seite aus betrachten. Ich bin geschieden und er jetzt tot, weil er leider zu spät erkannt hat, dass er in den Entzug muss. Durch die Scheidung bin ich unversorgt. Kein Unterhalt, keine Hinterbliebenenrente, kein Erbe. Ob und wie es gelaufen wäre, wenn ich bei ihm geblieben wäre, weiß ich nicht. Seine letzten Jahre und Monate waren vom Konsum und körperlichen sowie geistigem Abbau geprägt. Er konnte nicht mehr aufstehen und saß in seinen Ausscheidungen. Die Wohnung voll von leeren Flaschen und Dreck.

    Wieviel Kraft es gekostet hätte, das mitzumachen und für ihn zu sorgen? Hätte ich das geschafft oder hätte ich ihn vielleicht rechtzeitig davon überzeugen können in den Entzug zu gehen vor dem worst case? ich weiß es nicht.

    Sowas weiß man eben nicht vorher und darüber nachgedacht habe ich zu der Zeit auch nicht. Es hieß damals nur: wenn Du ihn liebst, lass ihn fallen. Vielleicht fällt er so tief, dass sich etwas ändert. Leider nein.

    Dem gegenüber steht nun aber, dass ich von meiner kleinen Rente leben muss und zudem noch traurig bin über den Verlust meiner großen Liebe. Er war derjenige mit dem ich alt werden wollte, als alles noch in Ordnung war.

    Hätte ich ("in guten, wie in schlechten Zeiten") bei ihm bleiben sollen?

    Was wäre gewesen, wenn? Komplette Selbstaufgabe, aber versorgt mit einer guten Rente?

    Ich weiß es nicht. Vielleicht wäre ich ja auch zuerst gestorben oder verrückt geworden?:-|

    Lege das auf die "Waagschale", wenn Du darüber nachdenkst zu gehen. Hat er Schulden, für die Du aufkommen müsstest, wenn Du Dich nicht scheiden lässt? Musst Du die evtl. Hartz-Leistungen mitfinanzieren etc? (nur als Beispiel)

    sch.. Krankheit..

    Liebe Grüße

  • c.o.ma Ich finde auch das es nicht seltsam klingt und mein Beileid im Nachhinein 🫂

    Ich sehe es auch als sehr realistisch und auch gut, sich darüber im Vorfeld, also weit vor der Trennung oder dem Worst-Case Gedanken zu machen, wenn es so weit ist, hat man evtl. keine Zeit oder Muße mehr darüber nachzudenken.


    Und ja es ist eine sch.... Krankheit 😔

  • puh, das ist aber harter Tobak. Und du weißt ja vorher nicht, wie lange das dauern kann.

    Hätte auch sein können, du wärst geblieben und er hätte noch 20 Jahre gelebt. Und dann wärst du durch den Stress vielleicht richtig krank geworden. Ob es das wert ist, das Risiko einzugehen? Ich weiß ja nicht.

    Außerdem nimmt man sich so die Chance, vielleicht nochmal jemanden kennenzulernen und irgendwann eine gute Partnerschaft führen zu können.

  • puh, das ist aber harter Tobak. Und du weißt ja vorher nicht, wie lange das dauern kann.

    Hätte auch sein können, du wärst geblieben und er hätte noch 20 Jahre gelebt. Und dann wärst du durch den Stress vielleicht richtig krank geworden. Ob es das wert ist, das Risiko einzugehen? Ich weiß ja nicht.

    Außerdem nimmt man sich so die Chance, vielleicht nochmal jemanden kennenzulernen und irgendwann eine gute Partnerschaft führen zu können.

    es waren mehr als 20 Jahre und gefunden habe ich niemanden. Aber das muss ja nicht bei allen so laufen. Bin ja schon etwas älter.

    Liebe Grüße

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