Hier bin Ich....

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Liebe Community,


    ich lese schon etwas länger in diesem Forum.

    Nun möchte ich mich und meine Geschichte vorstellen.


    Ich bin 34 Jahre alt, verheiratet, keine Kinder. Ich habe eine jüngere Schwester, ansonsten lebt der Großteil der Familie im Ausland.


    Im Moment macht mir mein Vater sehr zu schaffen. Meine Mutter ist bereits 2011 verstorben, sie war 45 Jahre alt, verstarb scheinbar an plötzlichem Herzversagen. Genaueres wissen wir nicht, da mein Vater eine Obduktion verneint hat.

    Mein Papa ist vor kurzem 59 Jahre geworden und trinkt schon seit vielen Jahren. Früher, als unsere Mama noch lebte, immer mal wieder, wie es so ist. Mal ein Feierabend-Bier hier, mal ein Schnaps da. Im Nachhinein betrachtet natürlich zu oft. Seit dem Tod meiner Mama geht es mit ihm bergab. Einige Jahre nach dem Tod seiner Frau hat er eine Freundin gehabt, ies war völlig in Ordnung für uns, wir haben uns sehr für ihn gefreut. Im Moment sind sie nicht zusammen, sie erträgt seinen aktuellen Zustand nicht und kann nicht mit ihm leben kann. Er hat es nie geschafft über den Tod seiner Frau, unserer Mutter hinweg zu kommen.


    Unser Vater war all die Jahre voll berufstätig. Mitte 2018 begann es, dass er oft krank war und nicht arbeiten konnte; 2019 fehlte er oft unentschuldigt, ging teilweise betrunken in die Arbeit (Staplerfahrer), wurde nach Hause geschickt. Er behauptet, dass genug Mitarbeiter da waren und er deshalb nach Hause sollte. Dies war natürlich nicht die Wahrheit. Im Laufe der letzten Jahre weigerte er sich sogar Termine beim Betriebsarzt wahrzunehmen, der seine Arbeitsfähigkeit beurteilen sollte. Es kam soweit dass er zum Ende diesen Monats nach über 20 Jahren gekündigt wurde.

    Im Januar/Februar wurde er mehrfach mit Hilfe der Feuerwehr aus seiner Wohnung geholt, er hat mehrere Klinikaufenthalte hinter sich, in denen er stets verleugnet, dass er ein Problem hat. Die klinischen Zeichen sowie Laborwerte und sein Zustand sprechen da eine andere Sprache. Er hat einen Betreuer, der für die meisten Bereiche zuständig ist. Meine Schwester und Ich wollten und konnten diesen Part nicht übernehmen; wir sind selbst beide gesundheitlich sehr angeschlagen und noch auf dem Weg der Genesung.

    Die Leberwerte unseres Vaters sind katastrophal, die Leber versagt langsam, der Alkohol hat mittlerweile das Gehirn geschädigt, er leidet am Korsakow-Syndrom, hat Phasen, in denen er verwirrt ist und nicht weiß wo er ist.

    Durch seinen Alkoholkonsum hat er keinen Führerschein mehr; fährt dennoch Auto; sobald wir ihm den Schlüssel wegnehmen wollen, wird er uns gegenüber aggressiv.


    Die Lage ist aussichtslos. Seit Anfang diesen Jahres beschimpft er uns immer wieder. Nach einem Tag weiß er nichts mehr davon. Die Situation ist unerträglich für mich und meine Schwester.
    Natürlich machen wir uns Sorgen, er ist immer noch unser Vater, aber diese Woche hat sich die Situation so zugespitzt, dass wir jetzt beschlossen haben den Kontakt erstmal komplett abzubrechen. Ich kann im Moment einfach nicht mit ansehen wie er sein Leben wegschmeißt und am Alkohol zugrunde geht.


    Es tut gut mal alles niederzuschreiben. Ich bin gespannt auf den Austausch hier.


    Ich wünsche Allen einen schönen, ruhigen Abend.

  • Hallo Wunder_87,

    schön dass du da bist. Ich versuche auch den Kontakt zu meiner Mutter zu minimieren. Wir wohnen unter einem Dach. Bei ihr ist es aber noch nicht so krass wie bei dir. Meine Mama ist im Ruhestand, kann seit einer Krebs OP einfach gar nichts mehr, sie hat sich total aufgegeben, obwohl sie organisch gesund ist. Sie trinkt den lieben langen Tag aber bis auf einen heftigen Treppensturz ist zum Glück nichts geschehen…

    Es ist lieb von dir hier deine Geschichte zu erzählen. Ich hoffe sehr, dass dein Papa sein Problem noch einsieht. Meine Mama weiß dass sie zu viel trinkt, aber sie ist nicht bereit grundsätzlich auf den Alkohol zu verzichten. Es zerreißt einen auch wenn man weiß, dass sie für sich selbst verantwortlich sind. Wenn du eine Strategie kennst, wie man das ertragen kann, teil sie bitte mit uns…

    LG Sporty

  • Er hat einen Betreuer, der für die meisten Bereiche zuständig ist.

    Hallo Wunder_87,


    den Betreuer immer wieder darauf ansprechen. Vermutlich bleibt nur noch eine Entmündigung.

    Habe es zweimal in der Familie erlebt. Da beide Geschwister keine Hilfe angenommen haben, bzw. ja angeblich kein Problem hätten, habe ich mich der Situation entzogen, da auch selbst betroffen.

    Auch wenn es noch ein paar Jahre gedauert hat, habe ich beide der Reihe nach zu Grabe getragen. Von jetzt auf gleich versagen die Organe eventuell noch durch einen Sturz begünstigt.

    Brutal, das Endergebnis einer Alkoholsucht.


    Wünsche alle Kraft der Welt


    Topema

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!