Borussia - Lebst du schon oder trinkst du noch?

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  • Hallo. Ich weiß nicht recht wie man sowas anfängt, aber ich will und kann das nicht mehr für mich behalten


    Ich bin 33 und trinke seit mehreren Jahren.

    Es fing damit an, dass ich mit Kollegen nach dem Dienst um die Häuser gezogen bin und dort generell tiefer ins Glas geschaut wird. Leider blieb es bei mir nicht bei den Feierabendbieren. Mittlerweile kann ich es auch während der Arbeit nicht lassen wofür ich mich unglaublich schäme, denn ich gefährde damit nicht nur mich selber. Ich habe so viele Ausreden parat, dass ich selber nicht mehr weiß wer ich eigentlich bin.

    Meinen Tiefpunkt hatte ich letzte Woche in Verbindung mit anderen Mittelchen. Es sind immer mehr Tage, an die ich mich nicht mehr erinnere. Ich glaube dass es heißt, dass ich ein riesen Problem habe und das muss ich angehen.


    Gruß

    L.

  • Hallo L.


    Willkommen im Forum.


    Du schreibst, dass du ein Problem hast und es angehen musst. Grade auch 'in Verbindung mit anderen Mittelchen' klingt stark danach, dass Mal ein Arzt drauf schauen sollte.

    Hast du das Mal in Betracht gezogen? Und bist bereit auch ehrlich mit ihm und dir zu sein?


    Siehst du dich denn als Alkoholiker?


    Grüße


    Barthell

  • Hallo Barthell,


    Um ehrlich zu sein spreche ich hier von Beruhigungsmitteln, die mir vom Arzt verschrieben worden sind. Es war aber eine absolute Ausnahme

    Grundsätzlich bin ich bereit mir ärztliche Hilfe zu holen, habe aber Angst dass es nicht ernst genommen wird und ich meine Arbeit verliere. Wo fange ich da an, bei einem Hausarzt?


    Und ja, ich denke ich bin Alkoholiker.

  • Grüße dich L.


    Ja Hausarzt ist ein guter Ansatz wenn du ihm vertraust.


    Falls nich: eine Suchtberatung in der Gegend fragen die haben meist Ärzte an der Hand die sich mit Sucht auskennen .)


    Woher kommt die Angst nicht ernst genommen zu werden?



    Barthell

  • Dafür müsste ich mir einen suchen, da ich unmöglich zu meinem Betriebsarzt dafür kann.

    Danke dir, ich habe eben im Forum auch darüber gelesen. Zur Suchtberatung möchte ich eigentlich ungern, ich habe ständig dass mich ein Kollege erkennen könnte


    Das soll jetzt nicht abwertend klingen, aber es gibt Leute, denen geht es deutlich schlechter als mir. Andererseits geht es mir gerade ziemlich besch... wegen Entzugserscheinungen und das nach einem Tag.


    Danke dass du dir meinen Mist durchliest :)


    Gruß

  • Hallo L. willkommen.


    Wenn Du wirklich aufhören möchtest, versuche doch Mal herauszubekommen, was alles möglich ist und nicht was nicht geht bzw. Du (lieber) nicht möchtest.

    Suchtberatung ist eine gute Idee: anrufen, Termin ausmachen und hingehen, so schwer kann das doch nicht sein & wie Barthell schon erwähnte, die können dir auch gleich einen guten Arzt empfehlen. Irgendwo musst du ja anfangen - es liegt an dir!


    Viele Grüße

  • Hallo Borussia,


    willkommen im Forum. Anfangen solltest du mit einem Arztbesuch. Ein Kalter Entzug kann lebensgefährlich sein. Du musst ja nicht zum Betriebsarzt, einfach zu einem Allgemeinmediziner. Es gibt auch welche mit eine Spezialisierung für Suchterkrankungen. Das kannst du googlen oder bei der Suchtberatungsstelle erfragen. Dort kannst du anrufen, dann triffst du auch niemanden. Und wenn du einen Kollegen triffst, hat er ja anscheinend das gleiche Problem.


    Was meinst du mit "anderen geht es schlechter"? Alkolkrank ist man oder nicht. Willst du aufhören zu trinken? Dann solltest du als erstes zum Arzt gehen und danach kommt die Arbeit an deiner zufriedenen Abstinenz. Schritt für Schritt.


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Moin Borussia!


    Der Betriebsarzt ist nicht der geeignete Ansprechpartner für dein Problem.

    Der Hausarzt schon viel eher, aber da drängt sich mir die Frage auf, wer dir denn die Beruhigungsmittel verschrieben hat.

    Bestimmte Mittel, namentlich Benzodiazepine, haben nämlich erheblichen Suchteffekt, der genau in die gleiche Richtung wie Alkohol geht.

    Benzodiazepine zusammen mit Alkohol potenzieren sich in ihrer Wirkung, einschließlich ihrer Folgewirkung, ganz erheblich!


    Des Weiteren scheinst du Suchtberatungsstelle mit Selbsthilfegruppe zu verwechseln.

    Wenn du Angst vor einer Begegnung mit Kollegen hast, empfiehlt es sich, eine andere als die örtliche Suchtberatungsstelle aufzusuchen.

    Außerdem gibt es bestimmt die Möglichkeit einer telefonischen Beratung.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Danke für das willkommen heißen und die Ratschläge. Ist schwer, den ersten Scjritt zu gehen und sich ein Problem einzugestehen, wenn das Trinken im Kopf teils noch mit positiven Gefühlen verbunden ist.

    Ich werde mir also eine Suchtberatungsstelle suchen und sehe dann weiter. Sorry für das durcheinander


    Dante: Ist in bestimmten Berufsfeldern leider nicht schwer, an sowas ranzukommen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen..

  • Hallo L.



    ich zitiere mich mal selbst aus dem Artikel zum Artzbersuch:




    Zitat von Barthell

    Wie schon in einigen Vorstellungen geschrieben, ist ein Arztbesuch oder vorher noch ein Besuch bei der Suchthilfe nichts wofür man sich schämen muss.

    Der Knoten im Bauch wenn man im Wartezimmer sitzt ist soviel größer als das was "wirklich" passiert.


    Alle Ärzte, Suchtberater, Empfangsdamen und Ähnliche unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht! (Wichtig das zu erwähnen)

    Da braucht es keinen spezialisierten Arzt.


    Das Ganze fängt am Besten mit einem Telefonat an: Sprechstunde vereinbaren, dabei muss man keinen Grund angeben oder kann auch einen Arzt wählen, der nicht der Hausarzt ist (grade auf dem Land evtl ein Thema wo jeder jeden kennt und Angst hat).


    Dann auch zum Termin HINGEHEN! also nicht zu weit in die Zukunft legen.

    In der Sprechstunde kann man dann ansprechen, dass man ein Alkoholproblem hat (oder denkt eins zu haben) in der Regel wird der Arzt dann nach den Trinkgewohnheiten fragen, hier am Besten ehrlich sein... das ist denke ich der schwierigste Part. Wenn das mal ausgesprochen ist, geht es meistens leichter.


    Im Anschluss wird dann normalerweise Blut abgenommen, um ein großes Blutbild insbesondere Leberwerte/Nieren zu erfassen.

    Je nach Ausstattung des Arztes kommt dann noch ein Ultraschall von Niere, Leber, Schilddrüse und Magen dazu, falls sich dort bereits Schäden eingestellt haben.

    Und das wars dann schon.


    Die Hürde im Kopf ist soviel größer als man sich vorstellen kann und ein guter Arzt wird keinesfalls da verurteilen oder lachen.

    Alkoholismus ist eine KRANKHEIT keine "Willensschwäche" oder so.



    die Hürde im Kopf ist die größere ;)


    Grüße


    Barthell

  • Ich werde mir also eine Suchtberatungsstelle suchen und sehe dann weiter. Sorry für das durcheinander

    Sehr gute Idee!


    Nur Du kannst den ersten Schritt gehen. Trau` dich einfach ...


    Als ich bei der Suchtberatung anrief, es gab ein Gespräch am Telefon und einen zeitnahen Terim. Dort war ich gänzlich allein mit der Beraterin (wohl coronabedingt ? )

  • Es ist fast 2 und ich weiß nicht ob das hierher gehört, aber ich kann sonst mit keinem reden

    Meine noch- Frau ist heute Navht ausgezogen für ein paar Tage und will sich scheiden lassen. Auf einmal war der Gedanke da, dass ich es nun zu Hause nicht mehr verstecken muss. Gleichzeitig macht es mir ne heiden Angst, weil es das ganze noch schlimmer machen wird. Ich habe Panik vor dem Anruf bei der Beratungsstelle, auch weil es der letzte Schluck sein könnte in den nächsten Tagen. In 5 Stunden fängt mein Diensr an und ich hab Suchtdruck ohne Ende

  • Hallo Borussia,


    ich hoffe, Du bist dem Suchtdruck nicht nachgekommen. Das ist eine schwierige Situation mit Deiner Familie. Aber was passiert, wenn Du nun weiter trinkst? Werden die Sorgen dadurch besser? Vielleicht für den Moment erträglicher, aber es macht langfristig gesehen doch alles schlimmer. Zeig Deiner Familie doch lieber, dass Du an Dir arbeitest, indem Du eben NICHT mit Trinken reagierst auf diesen Auszug.


    LG Cadda

  • Hallo Borussia,

    auch ich hoffe, der Suchtdruck ist vorüber und du warst standhaft. Deinen Gedanken kenne ich. Meine Frau und ich haben uns auch getrennt und beim Einrichten meiner Single- Wohnung hatte ich genau diese Gedanken. Mach dir klar, dass du für DICH nüchtern bleibst, nicht für deine Frau. Du brauchst für die nächste Zeit alle deine Resourcen. Auch und besonders einen klaren Kopf.


    LG vom Eismann

  • Hallo L. ,


    ähnliche Gedanken gingen mir auch durch den Kopf. Auch ich hatte Angst, fast panische.


    Ich sagte mir immer, die Sucht, ... was trinken wollen ist „nur“ in meinem Kopf.

    Körperlich brauche ich es nicht. Ich erinnerte mich an die Zeit, als ich noch nicht täglich trank – da ging es ja auch. Warum sollte es nicht wieder funktionieren?

    Ich muss nur die ersten Tage schaffen, dann wird`s leichter … dann weiter, ein Tag nach dem anderen.

    Und genau so war`s! Es wurde immer leichter, der Druck ließ nach und hörte dann auch auf. Gib bzw. nimm dir die Zeit. Es funktioniert.


    Wenn du jetzt wieder trinkst, hast du die Angst für heute „besiegt“ , morgen ist sie wieder da und schon drehst du dich wieder im Kreis.

    Irgendwann bemerken sie es auf der Arbeit (wenn nicht schon längst geschehen ?? ) , was dann folgt, weißt du selbst.


    Habe doch ein bisschen Mut. Suchtberatung, das ist nur ein Anruf! Die Menschen dort haben täglich mit Hilfesuchenden zu tun, das ist ihr Job. Da schaut dich keiner schief an oder macht dir Vorwürfe. Sie wissen genau, wie man am besten vom Alk loskommt und helfen dir.


    Suche bitte Wege, warum nicht trinken möchtest! Wenn der Saufdruck groß ist, trinke viel Wasser, Limo oder sonst was, lenke dich ab – tu`was.

    Aber mache den ersten Schritt, damit es losgehen kann.


    Es hat hier im Forum bei vielen funktioniert, auch sie hatten am Anfang Angst, Furcht, trauten sich sich nicht, doch sie wagten den ersten Schritt und sind nun trocken.


    Ich gehöre auch dazu.

  • Vom Verstand her weiß ich, dass ich mit jedem Mal riskiere erwischt zu werden und ein Disziplinarverfahren riskiere. Vielleicht hoffe ich insgeheim, dass mich jemand darauf anspricht..

    Kann selber kaum glauben, dass es eine Zeit gab in der ich die Hemmschwelle noch nicht überschritten habe auf der Arbeit zu trinken und erschrecke mich selber wohin die Sucht mich getrieben hat.


    Danke dass ihr eure Gedanken mit mir teilt. Es hilft zu wissen, dass ich nicht der einzige bin


    Habe mich heute überwunden und mir bei einem Arzt in Umgebung einen Termin geben lassen, für Mittwoch wo ich sowieso dienstfrei habe. Jetzt muss ich nur noch hingehen

  • ... . Jetzt muss ich nur noch hingehen

    Das ist ja wohl der leichteste Teil der Übung!


    Dagegen ein eventueller Verlust des Arbeitsplatzes ... ich würde nicht hoffen, daraufhin angesprochen zu werden. Ich weiß zwar nicht, was du beruflich machst, doch hat man in der Firma erstmal den Ruf eines Alkoholikers weg - wirst du ihn nie mehr los, mit allen Konsequenzen und Vorurteilen. Und glaub` mir, das spricht sich schneller rum als einem lieb ist.


    Dagegen ist ein Arztbesuch Kindergeburtstag.


    Bei mir war erst der Führerschein weg, dann zwangsläufig der Job. Das war bitter!


    Mit dem Trinken aufhören tat nicht so weh!!!


    Die ersten Wochen hatte ich zwar ganz schön zu kämpfen (im Kopf). Doch so nach und nach gewöhnte ich mich daran, eben nur alkoholfreies zu konsumieren.

    Ich habe mir nie das Trinken verboten. Ich wollte es und will es noch immer, freiwillig! Was ändert sich, wenn man Alkohol trinkt (zum positiven, außer daß man langsam matschig in der Birne wird) ?


    Stelltes du dir diese Frage schon ein Mal?

  • Hallo Borussia,


    toll, dass du es angehst und einen Termin vereinbart hast. Bei deiner Arbeit muss ja niemand von deinem Alkoholproblem erfahren. Aber Hilfe von außen kannst du dir ja trotzdem holen. Ich war für 8 Wochen stationär in einer Reha und dennoch weiß bei meiner Arbeitsstelle niemand warum ich in einer Klinik war.



    Viele Grüße

    Seeblick

  • achelias Ich verstehe die Frage nicht ganz, was meinst du damit?


    Und nein, ich will es eigentlich auch nicht darauf ankommen lassen. War nur ein Gedanke. Was genau ich mache, möchte ich öffentlich nicht schreiben. Ich denke öffentlicher Dienst genügt schon- wenn das rauskommt, kann ich mir einen neuen Beruf suchen. Ironischerweise wird in meinem Kollegium gesoffen ohne Ende... aber eben privat.

    Das wird für mich die größte Umstellung sein. Ich habe unter den Kollegen auch Freunde, die ich seit der Ausbildung/Studium kenne.

  • Hallo L.

    alles o.k. , wer was genau macht ist auch irrelevant. Doch ein Mal das äußerst negative Stigma bekommen, wird man es nie wieder los - gerade auf der Arbeit.


    " Was ändert sich, wenn man Alkohol trinkt (zum positiven, außer daß man langsam matschig in der Birne wird) ?"


    Die Frage bezieht sich auf deine Aussage, daß du auch Angst hättest, nie wieder etwas trinken zu können. Ich kann die Frage auch anders formulieren:

    Was schadet es, wenn man keinen Alkohol trinkt?


    Ich kenne einige Nichttrinker, die noch nie Probleme hatten, weil sie eben nicht trinken, sei es aus gesundheitlichen, religiösen oder nur persönlichen Gründen, weil denen das Zeug einfach nicht schmeckt bzw. diesen hilflosen Zustand nicht mögen.


    Wenn mich jemand fragt, warum ich nicht mehr trinke. Sage ich die Wahrheit: Ich vertrage keinen Alkohol (mehr) !

    Ich muß ja nicht gleich die Hose runterlassen.

    Andere haben eine Nussallergie, sie essen keine Nüsse, weil sie sie nicht vertragen - ganz einfach! :o)

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