Mein Sohn 27…. Warum wiederholt sich alles….

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo ich bin Mutter eines 27 jährigen alkoholkranken Sohnes. Er wohnte bislang seit 4 Jahren mit seiner Freundin zusammen, die ihn seit letzter Woche kurzfristig vor die Tür gesetzt hat.

    In seiner Verzweiflung hat er sich an mich gewendet, in der Hoffnung dass ich ihm Asyl gebe.

    Das hab ich jetzt auch getan, bin aber doch total verunsichert, ob das der richtige Weg ist. Allerdings hat er sich von allen weiteren Freunden und Familie isoliert und ich bin die einzige zu der er noch Kontakt hat.

    Als Mutter ist es natürlich auch total schwer NEIN zu sagen.


    Bin ich hie richtig um von euren Erfahrungen zu hören?

    Viele Grüße Claudia

  • Hallo Claudia,

    herzlich Willkommen.

    Ja, hier schreiben einige Eltern von alkoholkranken erwachsenen Kindern.


    Wichtiger als Asyl im Elternhaus wäre ein Besuch beim Hausarzt, damit eine ärztlich begleitete Entgiftung eingeleitet werden kann. Aber die Frage ist, ob er überhaupt aufhören möchte.


    Bei seiner Freundin ist er wohl genau deswegen rausgeflogen. Wenn er bei dir untergekommen ist, muß er ja eigentlich gar nichts ändern, aus seiner Sicht...?


    Ich glaube dir aufs Wort, daß es schwierig ist, dem eigenen Kind gegenüber Nein zu sagen. :?


    Deine Bewerbung fürs Forum ist eingegangen und wird zeitnah bearbeitet.


    Dann kannst du dich auch mit den anderen Angehörigen austauschen!


    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Mein Sohn , 27 , ist Alkoholkrank seit mindestens 5 Jahren . Er lebte bis letzte Woche mit seiner Freundin zusammen, die ihn nun endgültig vor die Tür gesetzt hat. Da er sich immer mehr von allen Freunden und Familie isoliert hat, ist sein einziger Unterschlupf nun meine Wohnung. Er hat mittlerweile 2 Ausbildungen abgebrochen und hätte nun eigentlich bei der 3. Anfang Mai Abschlussprüfung. Ich bezweifele stark, dass er das schafft.

    Aber letztendlich wäre es das wichtigste, erstmal trocken zu werden. Er hat bereits einen Entzug in einer Klinik erfolglos hinter sich.

    Am meisten erschreckt mich die Tatsache, dass wir angehörigen so machtlos sind . Mein Verstand sagt mir, dass ich ihn abweisen muss, damit er zur Einsicht kommt (oder auch nicht). Das es seine eigene Entscheidung ist, ob er trinkt oder nicht.

    Ich weiß das alles und habe viel über diese Krankheit gelesen usw. und doch komme ich mit meiner Situation jetzt nicht mehr klar.

    Unsere Geschichten der Angehörigen sind letztendlich alle austauschbar. Und gerade das ist das, was ich mittlerweile so unendlich schlimm finde.

    Mein Verstand weiß was ich tun sollte, doch mein Herz bringt es nicht fertig ihn vor die Tür zu setzen. Gerade jetzt, weil ich immer noch die Hoffnung habe, dass er es doch irgendwie schafft diese Prüfung zu bestehen , um endlich finanziell unabhängig zu sein.

    Ich bin fest davon überzeugt, ihn hier nur bis zum Ende seiner Ausbildung zu beherbergen. Ich weiß , dass ich mich sonst zugrunde richte.

    Warum muss das alles so schwer sein? Warum hat er nicht die Einsicht sich Hilfe zu holen? Ich weiß er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Ich weiß es und dennoch versuche ich ihn zu beeinflussen….. Es ist wirklich so schwer…..

  • Hi rosaclaudi,


    erstmal mein herzliches Mitgefühl, dass du den Weg hier ins Forum gefunden hast. Es muss schrecklich sein, dem Sohn beim Trinken zuzuschauen.


    Nur mal eine kurze Zwischenfrage: Wie stellst du dir denn vor, wie es nach der Abschlussprüfung weitergehen wird. Was machst du, wenn er sie besteht? Setzt du ihn direkt vor die Tür oder gibst du ihm eine Deadline? Was machst du, wenn er sich um keine Bleibe kümmert oder keine findet? Und jetzt mal noch weiter gedacht: Falls er die Abschlussprüfung schafft, ist ja danach nicht alles gut. Die Sucht ist trotzdem noch da und funkt in jeden Lebensbereich. Nach der Ausbildung ist es dann halt der Job! Weißt du, wie du dich vor solchen Tiefschlägen schützen kannst? Und was machst du, wenn er die Abschlussprüfung nicht schafft?


    Liebe Grüße,


    kttnlos

  • Hallo kttnlos,

    diese Fragen die du stellst, sind auch in meinem Hinterkopf und leider bisher unbeantwortet.

    Ich lebe momentan nur im Hier und Heute. Ich bin schon mal froh wenn er heute nicht trinkt und morgen auch nicht.

    Und alles andere kann ich nicht planen. Pläne habe ich in der Vergangenheit genug gemacht und diese wurden alle zerschlagen durch den Suff.

    Liebe Grüße

    Claudi

  • Moin Rosaclaudi,


    ich habe deine Fragen auch mit besonderem Mitgefühl gelesen. Ich kann dich so gut verstehen, auch ich habe einen 27-jährigen alkoholkranken Sohn.

    Wenn du magst, lies einfach alle meine postings und die dazu gehörenden Antworten durch, vielleicht ist etwas dabei, was du "mitnehmen" kannst für dich.

    Herzliche Grüße

    Loewenmama

  • Guten Morgen Rosaclaudi!


    Ich lese auch bei deinen Beiträgen schon eine Weile mit. Dachte mir aber, dass es nicht passend ist, wenn ich dir schreibe. Aber ich denke, hier ist alles erlaubt. Danke einfach, dass ich die Gedanken einer betroffenen Mutter auch lesen darf. Ich war die Partnerin, die gegangen ist und leider hatte ich oft das Gefühl, von seiner Mutter verraten zu werden. Er war immer da Problemkind, aber letztendlich hat sie ihn immer aufgefangen, finanziell unterstützt (im Grund erpresse - hörst du auf, tust du das, dann bekommst du). In den 10 Jahren meiner Beziehung hat sie zwar immer für mich gesprochen und ich hatte dennoch das Gefühl, dass sie im Grunde gegen die Sache gearbeitet hat. Wenn er mir eine gehauen hat und ich sie gerufen habe, dann hat sie im Nachhinein gemeint, dass ich übertreibe. Sie hat ihn mit dem Trinken konfrontiert, und zwar mit den Worten: "Sie sagt, dass du trinkst".

    Bei der endgültigen Trennung vor 6 Monaten hatte ich ein 5stündiges Gespräch mit mir und ich habe gesehen, dass sie vieles bzw. wie schlimm es war, nicht wusste oder anders erzählt bekam oder es auch einfach nicht wahrhaben wollte.

    Was ich aber nicht verstehe ist, dass sie sich dann doch auch wieder dazu hinreißen hat lassen von ihm, mit zu tun, dass ich ihm doch noch eine Chance gebe. Als wäre all das Erzählte/Vorgefallene nicht mehr da. Danach war ich wieder die "Blöde", weil er liebt mich ja so.

    Es ist mir klar, dass sie seine Mutter ist und ich hab sie auch gebeten, immer für ihn da zu sein, aber innerlich habe ich mich schon gekränkt, weil sie mit mir nicht an einem Strang gezogen hat, sondern letztendlich die Manipulationen mitgetragen hat.

    Wenn ich deinen Beitrag lese, dann denke ich mir, dass sie "innerlich" wohl alles wusste, aber nicht anders konnte, es war ihr Kind.

    Er hat zwar "noch" sein funktionierendes Leben (soweit ich weiß), aber kann mir vorstellen, dass auch sie die einzige Hauptbezugsperson derzeit für ihn ist.

    Ich habe dennoch eine distanzierte Haltung zu ihr, weil ich halt einige Muster auch bei ihr erkannt habe, aber zumindest sehe ich jetzt noch klarer, dass es ihr im Herzen mit Sicherheit nicht gut geht und sie mindestens genauso leidet wie ich. Eigentlich die Türe zuhauen müsste, aber es aus der Mutterliebe heraus wohl auch die eigene Art und Weise schwer ist.


    Ich wünsche dir viel Kraft!!!!!!!!

  • Liebe Anita,

    vielen Dank für deinen Beitrag.

    Mit seiner Freundin habe/hatte ich engen Kontakt, denn ich war eigentlich ihre einzige Bezugsperson, der sie sich im akuten Fall zuwenden konnte.

    Ich hatte ihr schon länger geraten die Trennung zu vollziehen, weil ich merkte, dass beide in einem Fahrwasser aus Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit leben. Und ich denke dass beide da nur durch eine Kontaktsperre raus kommen.

    Das Problem einer Mutter im Gegenteil zu einer Partnerin ist, dass es ein Band gibt, dass sich nicht so schnell trennen lässt. Eine Mutter trägt und erträgt viel.

    Ich versuche jetzt erst einmal mir klar zu machen, dass ich ihn nicht retten kann, wenn er sich nicht retten lassen möchte.

    Ich versuche die Sachlage realistisch zu sehen. Ich bin allerdings nicht sicher, ob ich das richtige mache.

    Prinzipiell würde ich so fast alles tun, damit er trocken wird, aber ich weiß, dass ich mich zurück halten muss, auch wenn es total schwer fällt . Denn nur wenn er auf mich zukommt, kann ich ihm helfen.

    Viele Grüße

    Claudi

  • Diese Einsicht, dass ich mich zurückhalten muss ist mir durch die vielen Beiträge hier gekommen.

    Es ist wirklich etwas leichter für mich, seitdem ich mich hier öffnen kann und ebenfalls habe ich 2 Freundinnen davon berichtet. Die wissen zwar gerade auch keinen Rat, aber diese Gespräche befreien meine Gedanken.

    Vielen Dank für eure Beiträge

  • Ich stelle gerade folgende Überlegungen an:

    Momentan leben wir ein ruhiges Miteinander. Allerdings ist mir bewußt , dass es jeden Moment krachen kann, bzw. sich mein Sohn wieder bis zur Besinnungslosigkeit betrinken kann.

    Meine Überlegung ist nun die, wie ich regieren werde, wenn ich ihn hier in meiner Wohnung so vorfinde.

    Habt ihr Erfahrungen damit , in diesem Fall einen Notarzt oder Rettungswagen zu holen?

    Ich bin nach wie vor unsicher, ob ein Notarzt ihn zum Ausnüchtern überhaupt einweisen würde.

    Ich würde diesen Schritte gehen wollen, damit er kapiert, dass er sich hier bei mir nicht einfach besaufen kann, seinen Rausch ausschlafen kann und dann die nächsten Tage so tun , als wäre nichts gewesen. Denn dann würde ich das Spiel ja so weiterspielen, wie es seine Freundin jahrelang mitgemacht hat.

    Viele Grüße

    Claudi

  • sich mein Sohn wieder bis zur Besinnungslosigkeit

    Hallo Claudi,


    Besinnungslosigkeit bedeutet eine akute Alkoholvergiftung und somit Lebensgefahr. Ein Notarzt ist verpflichtet den Patienten in ein Krankenhaus zu verbringen. Bestenfalls in eine spezialisierte Entzugsklinik.

    Wird auch für Dich mit hoher Wahrscheinlichkeit Entlastung bedeuten, wenn Du weißt, dass dein Sohn fachärztlich versorgt wird.


    Beste Grüße


    Thomas

  • Hallo Claudi,


    ja,du hast recht,unsere Geschichten ähneln sich wirklich sehr.Mit dem Unterschied,daß mein Sohn nochmal um einiges älter ist und bis dahin ein gutes Leben und einen guten Job hatte,jedenfalls war das immer meine Überzeugung.

    Dann passierte diese Trennung und dann ging es nur noch bergab.Alkoholsucht und Depressionen,wobei ich denke,daß die Depressionen stark von der Sucht begünstigt werden. Es gab bisher so viele Chancen für einen Neustart,die er nicht wahrgenommen hat.

    Sein letzter Absturz war der bisher schlimmste,jedoch nach 6 Wochen organisierte er für sich eine dreiwöchige Entgiftung -und Entwöhnung (zum 2x) und es soll nun tatsächlich im Anschluss eine vorgezogene 12wöchige Langzeittherapie folgen. Zu allem Übel kommt genau jetzt noch eine Coronainfektion dazu,so daß sich die Aufnahme in die Rehaklinik verzögert.

    Er hält sich derzeit bei seinem neuen Freund auf und ich kann nur hoffen,daß er diese Zeit durchsteht und er die LZ-Therapie als Chance nutzt.

    Was auch passiert,ich kann es nicht beeinflussen und ich halte mich da auch total zurück.

    Ich versuche,auf mich zu achten,aber es ist wirklich nicht einfach,den Kopf und die Gedanken abzuschalten.Du weißt es,als Mutter ist die Situation eine ganz andere,es ist wirklich verdammt schwer.

    Deinen eigenen Sohn sturzbesoffen vor sich zu sehen,ich kann verstehen,daß du ihn da nicht vor der Tür stehen läßt.Bei einer akuten Alkoholvergiftung den Notarzt zu rufen ,ist sicher richtig. Aber wenn er während oder nach der Entgiftung nicht im Krankenhaus bleibt,kann ihn niemand daran hindern,zu gehen. Aber wenn es darum geht,bei dir zu hause keinen Alkohol zu trinken,solltest du konsequent bleiben.

    Ich hoffe sehr für dich,daß dein Sohn die Prüfung durchzieht und schafft und wünsche dir ganz viel Kraft.

    Liebe Grüße,

    Maritha

  • Wir leben nun seit über einer Woche zusammen und mein Sohn vergräbt sich im Lernen.

    Er hat seit dem keinen Alkohol getrunken. Das er so viel lernt ist sehr lobenswert, allerdings vermute ich, dass er dies macht in der Hoffnung , nach bestandener Prüfung , wieder bei seiner Freundin aufgenommen zu werden. Dies befürchte ich jedoch, wird nicht eintreten. Und dass dann der noch größere Absturz kommt, macht mir Angst.

    Gut ich weiß, dass das alles Spekulation ist und ich eigentlich mit der derzeitigen ruhigen „Situation“ zufrieden sein sollte. Aber in meinem Hinterkopf ist jeden Tag die Angst, wie er nach Hause kommen wird.

    Wenn ich ihn auf das Thema Alkohol anspreche, reagiert er total abweisend und genervt. Er tut so als hätte er kein Problem mit Alkohol. Das glaubt er sich tatsächlich selbst.

    Nun will er nächste Woche mit einem Fanclub zu einem Fussballspiel. Das ist eine längere Tour mit Übernachtung. Ich habe ihn gefragt, ob er meint, dass das wirklich eine gute Entscheidung sei…Denn wir alle wissen, wie diese Touren enden. Er tut meine Sorge ab und meint ich übertreibe.

    Ich weiß , dass ich diese Diskussion nicht mehr führen darf, denn es ist seine Entscheidung. Er ist erwachsen und muss für sein Handeln die Konsequenz tragen.

    Hierbei mich jedoch zurück zuhalten , fällt mir schwer und ich muss den Atem anhalten. Werde lieber meine Ängste hier schreiben, als mich mit ihm darüber auseinanderzusetzen. Die guten Vorsätze sind zumindest schon einmal da.

    Viele Grüße

    Claudi

  • Hallo Claudi,


    was du gerade erlebst, geht mir nahe.


    Ich war mal "der betrunkene Sohn" und habe durch den Schleier des Alkohols nur sehr vage mitbekommen, wie meine Mutter gelitten hat. Meine Situation war insofern anders, als ich nicht bei ihr wohnte.

    Meine Mutter war, was Alkoholismus anging, einfach gestrikt. Für sie war es eine reine Willens"angelegenheit", das Saufen zu beenden. "Andere schaffen das auch." - "Damit geht man doch nicht zu Arzt!" usw ... Sie verstand einfach nicht, warum ihr Sohn ständig betrunken war und Geld brauchte.

    Ganz sicher aber hätte sie mich aufgenommen, wenn ich darum gebeten hätte, ja sie wäre wohl sogar froh gewesen darüber - ohne zu wissen, was dann auf sie zugekommen wäre. Ich habe sie jahrelang belogen, um den Finger gewickelt und betrogen. Ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht, denn mein Bier und meine Zigaretten waren wichtiger. Ich weiss auch, daß ich jedem Gespräch über Alkohol ausgewichen wäre und ihr übertriebene Sorge vorgeworfen hätte. Natürlich in drastischeren Worten.

    Warum schreibe ich dir das alles? Weil ich dich bitten möchte, daß du dich mit der Situation nicht zufrieden gibst, wie sie jetzt ist. Momentan ist das Ziel, daß dein Sohn seine Prüfung irgendwie hinter sich bekommt. Das verstehe ich. Und danach? Wirst du ihn bemitleiden, wenn er durchgefallen ist und plötzlich wieder trinkt? Wirst du ihn weiter beherbegen? Vorher kommt noch dieses Fussballspiel. Du hast ja schon jetzt Angst, wie das für ihn ausgeht.


    Ich glaube es ist das Schlimmste für eine Mutter, nicht helfen zu können. Deine Hilfe kann darin bestehen, ihn seinen Weg finden zu lassen. Das kannst du beeinflussen, wenn du Grenzen setzt. Es wäre ein Wunder, wenn er von sich aus Einsicht zeigt. Er wird auch die nächsten Chancen für seinen Neuanfang liegen lassen, vermute ich.

    Es ist an dir Claudi: mach´dir vorher und jetzt Gedanken über deine Grenze, deine Strategie und deine Entscheidungen. Lass´ihn freundlich spüren, wie ernst es dir ist. Dann ist der emotionale Fall nicht so tief und du hast Plan B.


    Viele Grüße

    Peter

  • Moin Peter,


    danke für deine offenen und ehrlichen Worte.

    Es ist so viel Wahres daran, was ich auch erlebe: Mein Sohn lügt wie gedruckt, beschimpft mich weitaus unter der Gürtellinie, erpresst mich via SMS mit Drohungen, "ich werde ja sehen, was ich davon habe". Alles nur, weil ich konsequenterweise ihn kein Geld mehr gebe und auch seine Behördenangelegenheiten nicht mehr erledige. Ich mache mir nichts vor: Diese Sucht ist verteufelt, solange er süchtig ist, wird der Alk und alles andere immer wichtiger sein als ich. Auch mir wird von ihm übertriebene Sorge vorgerworfen, in sehr dratischen Worten.

    Wer Geld hat, Alk zu kaufen und auch dahin zu Fuss kommt, der kommt auch ohne Mamas Hilfe zurecht.

    Es ist wirklich das Schlimmste für eine Mutter, nicht helfen zu können. Wie sieht nur Plan B aus?

    LG

    Loewenmama

  • Lieber Peter,

    vielen Dank für deine ehrliche Worte.

    Ich habe den Gedanken an die zeit nach der Prüfung von mir geschoben. Ich werde deine Worte beherzigen und eine Plan zurechtlegen, wie es für mich weitergehen kann, ohne mich zu sehr verbiegen zu müssen.

    Denn auch für mich ist es ungewohnt nach so vielen Jahren wieder mit meinem Sohn zusammenzuleben. Zukunft hat dieses Modell auf keinen Fall.

    Und ich werde versuchen mit ihm darüber zu sprechen, was sich aber immer wieder als etwas schwierig gestaltet, weil das für ihn unbequem ist.

    Viele Grüße

    Claudi

  • Ich bin gerade ratlos.

    Mein Sohn ist morgen zum Tennis verabredet. Diese sportlichen Betätigung tut ihm ausgesprochen gut. Das Problem ist nun nur, dass Sonntags hier bei uns auf dem Land die Öffentlichen fast gar nicht fahren und er praktisch nur mit großen Umständen diese Strecke und Wartezeiten am Bus bewältigen kann.

    Ich könnte ihm natürlich die Schlüssel meines Autos geben, dann wäre es für ihn eine große Erleichterung.

    Ich bin aber nicht sicher, ob ich das machen kann/soll? Ich hatte mir eigentlich fest vorgenommen, dass er mein Auto nicht mehr bekommt, solange er nicht nüchtern bleiben kann.

    Er hat seit 14 Tagen nichts getrunken, ist tapfer am Lernen, bekocht mich, weil ich zur Zeit krank bin und ist der liebste Mensch gerade. Kann ich dies honorieren, indem ich ihm wirklich meinen Autoschlüssel überlasse? Es wäre ein großer Vertrauensbeweis. Ich bin aber nicht sicher, ob das total in die Hose gehen kann.


    Über eine Einschätzung eurerseits wäre ich sehr dankbar.

    Liebe Grüße

    Claudi


    P.S. Er hat mich auf diese Möglichkeit nicht angesprochen…. Also sollte ich besser keine schlafende Hunde wecken? Allerdings wäre er mit dem Bus fast den ganzen Tag unterwegs… und würde lange an Bushaltestellen rumstehen, die Tankstellen in der Nähe haben….. Das stresst mich dann auch wieder.

  • Hallo rosaclaudi,

    wenn er morgen zum Tennis verabredet ist, kann er sich doch von seinem Tennispartner abholen lassen.

    Irgendwas muß er doch selber schon geplant haben, wenn er dich von sich aus nicht fragt.


    Ich würde an deiner Stellen gar nichts machen.


    Du hast dich eingangs gefragt: "Warum wiederholt sich alles". Bitte schau an diesem Beispiel einfach mal auf dich und nicht auf ihn. Warum hast du schon wieder Helfer-Ambitionen? Er ist 27 (!).


    Er ist für seine Aktivitäten verantwortlich. Lasse ihn mal machen. Wenn er es hinbekommt, tut das seinem Selbstbewußtsein gut, daß er mal ohne Mama was hinbekommen hat... Und wenn nicht, dann kann es entweder Grund zum saufen sein oder Grund sich mehr anzustrengen.


    Es ist kontraproduktiv ihm alles abzunehmen. Laß ihn mal machen.


    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo rosaclaudi,


    ich würde es genauso handhaben, wie Linde es schreibt.


    Dein Sohn ist erwachsen und sollte in der Lage sein, seine Freizeitgestaltung mit An und Rückfahrt selbst zu organisieren.

    Da er Dich auch nicht gefragt hat, wird er schon eine Lösung gefunden haben.


    Ich weiß, dass man als Mama schnell dazu neigt, Hilfsbereitschaft in der Familie, gutes Verhalten zu honorieren.

    In seinem Fall ( Suchterkrankung) wäre das aber aus meiner Sicht absolut kontraproduktiv, außerdem ist er bereits 27!!! Jahre.


    14 Tage ohne Alkohol ist zwar schon mal ein zarter Anfang, aber noch längst keine Garantie, dass er nicht doch wieder zu jeder Zeit rückfällig werden kann.

    Die Gefahr, dass mein Sohn dann betrunken mit meinem Auto fahren würde, im schlimmsten Fall einen Unfall verursacht, wäre mir zu groß.


    Mein Mann beteuerte mir zwei Tage vor seinem 2. Führerscheinverlust, dass er mit meinem Auto nicht betrunken fahren würde.....Zitat: "Er würde sowieso nie im Auto trinken, alles meine Einbildung!".....sein Auto befand sich in Reparatur, er hatte einen auswärtigen Termin.

    Natürlich habe ich ihm mein Auto trotz massiver Anfeindung nicht ausgeliehen.

    Ein akut suchtkranker Mensch, dazu gehört auch Dein Sohn, kann keine Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

    Da war ich in meiner Haltung absolut konsequent.


    Liebe Grüße,

    Christrose

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!