Also der Vergleich war ein anderer.
Dann habe ich gemerkt, dass mich diese Frage nicht weiter bringt. Und habe sie stattdessen mir selbst gestellt: Kann ich selbst, trotz der langen Zeit, raus aus meiner Spirale? Und bin zu dem Schluss gekommen, dass es für mich selbst die Chance vermutlich eher erhöht. Weil mein inneres Fass nun übergelaufen ist.
Und das hat mich dann an den Tiefpunkt beim Alkoholiker erinnert. Der ja unter Umständen auch erst nach einer langen Zeit eintritt.
Oder habe ich dich missverstanden Elly?
Dein Vergleich hinkt irgendwie, Jump!
Ein Angehöriger hat einen klaren Kopf und entscheidet unbeeinflusst vom Nervengift Alkohol.
Ein Alkoholiker steht unter ständigem Alkoholeinfluss und verändert seine Persönlichkeit. Auch wenn Trinkpausen eingelegt werden, sich nicht die Einsicht einstellt, dass man Alkoholiker ist und der Groschen gefallen ist, wird sich nichts ändern.
Was ich sagen will, bei dem Angehörigen kann der "Tiefpunkt" unbeeinflusst vom Alkohol viel früher eintreten. In dem Sinne, dass er das Augenmerk auf sich selbst legt und sich schützen kann. D.h. eine innerliche und äußerliche Trennung vom Partner.
Der Alkoholiker ist gefangen in der Sucht und ihm gelingt erst die Trennung vom Alkohol, wenn er körperlich und seelisch am Ende ist. So war das auf jeden Fall bei mir. Und dazu habe ich viele Jahre gebraucht. Aber diese Einsicht und den Absprung schaffen nur wenige Alkoholiker. Sie befinden sich im Suchtkreislauf und finden nicht heraus.
gerade wegen der nervenschädigenden Wirkung des Alkohols fällt es mir ja so schwer die volle Verantwortung trotzdem an meinen Mann zu geben.
Und gerade das ist wichtig, Jump!
Für Dich zu erkennen, dass Du nichts, wirklich nichts tun kannst. Im Gegenteil, indem Du den Alkoholiker immer wieder auffängst, beginnt alles wieder von vorn. Der Suchtkranke weiß ja, dass er sich auf andere verlassen kann, dass sie ihn in den schweren, nassen Zeiten "tragen". Er gibt im Grunde die Verantwortung ab.
Ich als Alkoholiker muss für mich selbst den Weg aus der Sucht finden, da kann mich niemand hintragen oder hinschupsen. Es ist allein meine Verantwortung.