Jump! aus dem Hamsterrad

  • Hi Jump! Ich hab das auch so empfunden. Irgendwie gehört es für mich nicht in diesem Umfang hierher. Darauf verweisen kann man ja. Aber es ist mir persönlich zu psychologisch und liefert Erklärungen, die die Selbsterkenntnise hemmen. - edit - Ich wär damit überfordert, wenn ich da gerade mitten drin stecke.

    LG

    Hera

    Einmal editiert, zuletzt von Linde66 (3. Oktober 2024 um 14:17)

  • Aber Hartmut, ich habe doch in meinem Beitrag nochmal ganz genau erklärt weshalb diese Studien-Ergebnisse für mich selbst sehr wichtig sind, also FÜR meine Selbsthilfe

    Für mich waren die Ergebisser diese Studie deshalb eine richtige Befreiung

    Es geht hier doch nicht um irgendwas Abstraktes. Ich habe es auch einzeln nochmal auf mich selbst bezogen.

    Nochmal wegen der Persönlichkeit: es geht darum, dass hier jeglicher Zusammenhang zu bestimmten Persönlichkeitstypen angezweifelt wurde. Also sowieso nicht im Sinne einer Störung. Aber auch nicht sonstige Merkmale.

    Und jetzt sag ich's mal provokant: ich kann quasi "sofort auf Los gehen - ich muss nicht zuerst ins Gefängnis" 😜. Heißt: ich muss nicht erst sonst was an mir selbst ändern - ich kann mich direkt trennen. Es liegt nicht an mir. Es liegt nicht an ihm. Es liegt an der Sucht. Solange die nicht gestoppt ist werde ich aus der Nummer nicht raus kommen.

    Bei Alkoholikern ist es so "einfach". Wenn sie nicht mehr trinken sind sie trocken.

    Was wenn es bei Cos auch so einfach ist: wenn sie keinen aktiv Süchtigen mehr um sich rum haben, geht's ihnen wieder gut?

    Das ist es was ich für mich denke und hoffe.

    Aber das große Thema bleibt ja: wie schaffe ich es dahin? Wie erreiche ich diesen Punkt.

    Mir hat dieses Forum unfassbar geholfen um dahin zu kommen jetzt auszuziehen. Niemals hätte ich das ohne das Forum geschafft. Da bin ich sicher. Für mich ist es dieses Gefühl im gleichen Boot zu sitzen. Ganz viel auch das Vorbild! von anderen, die es durchziehen und schaffen. Das Verständnis. Aber auch die Konfrontation. Und das Schreiben selbst, also dass ich hier den Raum habe zu reflektieren und zwar nicht nur alleine für mich, sondern eben zusammen mit euch. Dafür bin ich sehr dankbar 🏵️

  • Es geht um die Ausarbeitung wissenschaftlicher Studien in einem Selbsthilfeforum, das auf eigenen Erfahrungen basiert. Da passt dann das eben nicht. Oder hier bei uns nicht. Es ist nicht in dieser Form erwünscht. Unabhängig davon, dass es zu dir passt.

    Wenn wir es zulassen würden, könnte es zu einem Flächenbrand kommen, und die eigene persönliche Sichtweise sowie Meinungen und Erfahrungen würden nicht mehr auf persönlichen Erfahrungen, sondern sich auf wissenschaftlichen Grundlagen stützen.

    Wir haben das nun hier geduldet und dann sollten wir einfach wieder zum "Alltagsaustausch" zurückkommen.

    Das Forum hat auch ein Bereich, wo Buchempfehlungen gemacht werden können.

    Thalia1913
    12. Oktober 2021 um 07:38

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Alles klar Hartmut. Das verstehe ich. Du hast recht: es passt halt zu mir.

    Wenn ich meinen Faden lese, dann passt es einfach sehr auf die vielen Fragen die ich mir schon immer hier gestellt habe. Aber wenn jetzt jemand von Außen nur diesen meinen Beitrag zur Studie liest, dann sieht es aus wie ein Theoretisieren (oh, ha, gibt's dieses Wort überhaupt?).

    Hera, ich finde auch deinen Hinweis, dass es die Selbstreflexion hindert, gut. Genau deshalb hatte ich ja ganz lange absichtlich nichts gelesen dazu. Aber für mich selbst war das jetzt genau richtig so und hat das getroffen was in mir war.

    Einmal editiert, zuletzt von Jump! (3. Oktober 2024 um 15:06)

  • Liebe Jump!

    Ich bin noch nicht so lange hier und übrigens Autistin.

    Zuerst hat es mich empört, was Du in Bezug auf deinen Mann und "autistoid" geschrieben hast.

    Ich habe lange darüber nachgedacht und dann ist mir irgendwie klar geworden, dass genau das mitunter ein Punkt sein könnte, der mit ein Auslöser dafür ist, dass ich aus meiner Spirale nicht heraus kommen kann.

    Auch das was Du geschrieben hat bezüglich der Studie, klingt für mich sehr schlüssig. Ich mache mir auch schon seit Jahren Gedanken über die Muster, Gewohnheiten usw.


    Ich danke Dir darum herzlich, dass Du mich ein Stück weiter gebracht hast.


    Lg Hayley

  • Hallo Jump,

    Aber für mich selbst war das jetzt genau richtig so und hat das getroffen was in mir war.

    Für mich war es das auch. Es hat mir ganz viel klargemacht, was mir immer komisch vorkam. An meinem Leben als Co aber auch jetzt im Zusammenleben mit einem Partner im abstinenten Leben.

    Denn meine Persönlichkeit ist so, wie sie ist. Ich kann da achtsam mit mir umgehen um nicht zu übertreiben. Und das mache ich auch. Aber sie war nicht der einzige Grund, warum ich so lange coabhängig gelebt habe. Sie hat das ein Stück weit begünstigt aber ich bin deshalb nicht falsch. Ich fühle mich jetzt ein Stück weit ganz, als Gegenteil von kaputt, verkehrt oder so.

    Das war jetzt Hilfe zur Selbsthilfe, für mich.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Bei Alkoholikern ist es so "einfach". Wenn sie nicht mehr trinken sind sie trocken

    Wie kommst Du zu dieser Annahme? Ich (als Alkoholikerin) sage ganz klar: als ich aufgehört habe zu trinken, war ich meilenweit davon entfernt trocken zu sein. Ich war vielleicht „nüchtern“ oder „abstinent“, aber bestimmt nicht trocken.

    Das hat lange gedauert. Wie lange genau, kann ich im Nachhinein nicht mehr sagen. Aber da spreche ich (bei mir!) eher von Jahren als von Wochen oder Monaten.

    Trocken zu werden (und es zufrieden zu bleiben) ist ein langer Prozess und erfordert viel mehr als einfach nur aufzuhören zu trinken! Auch heute noch, nach über 12 Jahren, befinde ich mich in diesem Prozess. Anders natürlich, als in den ersten Jahren, dennoch aber ist es für mich ein dauerhaftes „mich-auseinandersetzen-mit-meiner-Sucht“.

    Nicht falsch zu verstehen: es ist für mich kein „Muss“ oder „Kampf“, denn ich bezeichne und fühle mich als stabil und sehr zufrieden trocken. Aber das dauerhafte Auseinandersetzen mit meiner Sucht (die ja nur gestoppt, nicht aber geheilt ist!) ist weiterhin ganz präsent.

    VG Sue

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • Erstmal danke für dein Verständnis.

    Alles klar Hartmut. Das verstehe ich. Du hast recht: es passt halt zu mir.

    Einfach auf ein Buch hinweisen, das geholfen hat und gut ist.

    Nun zu dem anderen: Schuster, bleib bei deinen Leisten.:whistling::saint:

    Wenn ein Alkoholiker nach dem Aufhören schon trocken ist, warum gibt es dann Co-Abhängige, die hier immer wieder aufschlagen, weil ein Rückfall den nächsten jagt?

    Bei Alkoholikern ist es so "einfach". Wenn sie nicht mehr trinken sind sie trocken.

    Aber das ist ja nicht Deins. Es ist auch gut, dass ein Co-Abhängiger nicht alles über die Sucht des Partners weiß. Das aus einem einfachen Grund: Er kann sich dann besser um sich selbst kümmern. Zu hart oder zielorientiert?

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Sorry, ich habe den Begriff "trocken" falsch verwandt.

    Alles ist gut. Wir sind im Austausch, und es geht nicht immer um Korrektheit. Ich finde es auch gut, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt, sonst würde das hier keinen Sinn machen.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Danke Dir Jump für die Zusammenfassung der Studie. Auch ich kann daraus vieles für mich mitnehmen.

    Die Co-Persönlichkeitszuschreibungen habe ich schon lange als übergriffig empfunden. Ich finde dieses Gedankenkonstrukt eher hinderlich bei der Aufgabe, an den eigenen Verhaltensmustern auf pragmatische Weise und durch das Machen-von-neuen-Erfahrungen etwas zu ändern. Bei mir passiert dies zur Zeit auf wirklich intensive Weise in einer Gruppentherapie. Mit Abhängigkeit hat all das nichts zu tun.

    Diese Co-Persönlichkeitszuschreibungen pieksen mich aber wohl auch deshalb so sehr, weil meine alkoholkranke Mutter mich früher mit Persönlichkeitszuschreibungen argumentativ ausknocken wollte, um mich mundtot zu machen und ihren Willen durchsetzen zu können. Ob dies mit ihrer Alkoholkrankheit zusammenhängt oder aber andere Ursachen hat, ist mir mittlerweile egal. Ich bin froh, so etwas mittlerweile innerlich weit von mir weisen zu können, wenn es Mal wieder auftaucht. Ihre Überzeugung ändern, werde ich aber nicht. Das war früher bereits aussichtslos, mittlerweile ist die Alkoholdemenz meiner Mutter so weit fortgeschritten, dass es absurd wäre, es nur zu versuchen.

    Bei der Arbeit an und gegen für mich schädliche Beziehungsdynamiken hilft mir die Gruppentherapie übrigens viel besser als eine EInzeltherapie, die ich ja auch viele Jahre lang gemacht habe.

    Liebe Grüße in die Diskussionsrunde, Siri

  • Trocken zu werden (und es zufrieden zu bleiben) ist ein langer Prozess und erfordert viel mehr als einfach nur aufzuhören zu trinken!

    Das ist ein Punkt, den habe ich auch erst hier verstanden. Ich war immer so erleichtert, wenn mein Mann eine Trinkpause gemacht und für mich war das "trocken". Dass das mit "trocken" rein gar nix zu tun hat, ist mir erst gedämmert als ich hier sehr sehr viel gelesen habe und auch erkannt habe, dass mein Mann zu keinem einzigen Zeitpunkt so weit war, wirklich trocken zu werden. Dafür hätte es viel mehr Schritte gebraucht als er zu gehen bereit war. Schade, aber nicht zu ändern. Zumindest nicht von mir.

  • Schade. Da hab ich ein einzelnes Wort falsch benutzt und meine ganze Message kommt nicht mehr an.

    Natürlich weiß ich mittlerweile was mit "trocken" gemeint ist. Ich war unachtsam. Weil ich mich selbst bzw. die Sicht als Angehörige im Kopf hatte. Klar verstehe ich auch, dass es wichtig ist dies auch für Mitlesende klar zu stellen. Aber für mich - und hier soll es doch um mich selbst gehen - ist das dann ein Weg-Führen von dem was ich eigentlich sagen wollte.

    Ich probiere es nochmal anders.

    Beim Alkoholiker ist klar, dass er seine Sucht nur stoppen kann, wenn er nicht mehr trinkt. Hier wird nicht von einer Alkoholiker-Persönlichkeit gesprochen. Und auch wenn z.B. Depressionen häufig mit Alkoholismus korrelieren, wird dies hier im Forum nicht verknüpft. Sucht trifft alle gleichermaßen, egal welche Gesellschaftsschicht, Charakter, Bildung, Vorerkrakungen, Intelligenz, arm oder reich... Wer lange zu viel trinkt wird süchtig.

    Das meinte ich, wenn ich das Selbe versuche auf Cos zu übertragen. Wenn ich mit einem nassen Alkoholiker zusammen lebe dann entwickelt sich eine zunehmende Belastungssituation. Egal welche Eigenschaften die Co mitbingt, egal wie gebildet, welche Herkunft etc./siehe oben.

    Und ich kann auf verschiedene Weise versuchen mit dieser unglaublichen Belastung umzugehen. a) c) und d) sind ja übrigens auch nicht wirkungslos. Es reduziert das eigene Stresserleben auch. Aber die räumliche Trennung hat eben den deutlichsten Effekt. Es wurde deutlich, dass dadurch die belastenden Symptome der Angehörigen innerhalb kurzer Zeit zurück gingen. Also durch den Abstand. Der Abstand selbst war entscheidend. Nicht das Arbeiten an den inneren Mustern. Wobei das eine ja vermutlich vom anderen nicht wirklich klar getrennt werden kann.

    Im Grunde unterstreicht es das was hier im Forum immer gesagt wird: Handeln ist entscheidend, nicht nur das Reflektieren.

    Es gab auch den Vergleich mit Angehörigen, die eben keine Eheleute/Partner waren, sondern Geschwister, Verwandte, die woanders gewohnt haben - die waren deutlich! weniger belastet, auch wenn sie sich gekümmert haben. (Mütter waren nicht erwähnt - hier ist es, glaube ich, nochmal eine ganz eigene Dynamik).

    Aber ich muss jetzt wirklich mal damit aufhören Cos überhaupt mit Alkoholikern zu vergleichen. Es ist unpassend. Auch wenn es zuerst so ähnlich wirkt und ich dann verführt bin Analogien zu finden. Darauf basiert ja auch die Populärliteratur. Das Zusammenhänge hergestellt werden, die so wunderbar logisch wirken und im Gehirn diese wohligen Aha-Effekte aus lösen. Obwohl bei näherer Betrachtung Äpfel mit Birnen verglichen werden. Aber wir suchen ständig nach Mustern, nach Struktur, nach Sinn, nach Ähnlichkeiten. Das löst Wohlbefinden aus. Bei mir ganz doll.

    Heute habe ich mir aber vorgenommen mein Wohlbefinden lieber praktisch auszulösen 😉, indem ich jetzt erst mal auf den Markt gehe, schön frühstücke, mich um die Pflanzen kümmere, spazieren gehe, endlich mal wieder meine Sizilianische Familiensage weiter lese, lecker koche und hoffentlich auch mal einen bequemen Sitz-Platz ergattere - die sind nämlich alle von schlafenden Katern belegt...😂

    Mein Katerchen macht übrigens gute Fortschritte. Er kratzt nicht an der Wunde, oh Wunder!

    🏵️

    P.S. Stromer, falls du das liest...ich vermisse dich!

  • Ich frage mich auch , warum du nicht loslassen kannst und immer wieder versuchst zu erklären, wie ein Alkoholiker tickt. Auch wenn die Grundlagen mehr oder weniger (mehr weniger) stimmen, hat das doch nichts mit dem einzelnen Alkoholiker zu tun.

    Ich weiß, dass viele Co-Abhängige sich immer wieder ein neues Bild von ihrem "eigenen" Alkoholiker malen, es interpretieren und letztendlich auch für ihn reflektieren.

    Niemand kann einen Alkoholiker vollständig verstehen, nicht einmal der Alkoholiker selbst, der selbst nur bestimmte Sequenzen seines irrsinniges Verhaltens nachvollziehen kann.

    Aber ich muss jetzt wirklich mal damit aufhören Cos überhaupt mit Alkoholikern zu vergleichen

    "Tun muss man Tun" ;) Zudem ein Vergleich CO und Alkoholiker immer hinkt . Was sie verbindet, ist die Sucht. Bei Alkoholikern gibt es den Begriff "Kapitulation" Kann ich für CO-Abhängige nur wärmsten empfehlen.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Hartmut du verstehst meinen Punkt einfach nicht. Aber lass' gut sein. Ich werde hier jetzt tatsächlich loslassen.

    Ich merke auch, dass meine Versuche mich zu erklären so viel Energie raubt. Und ich dann nicht mehr auf die so wertvollen Beiträge und Antworten der anderen betroffenen Angehörigen eingehe. Und darauf will ich mich jetzt fokussieren.

    Es muss mich ja auch nicht jeder verstehen.

  • Hartmut du verstehst meinen Punkt einfach nicht.

    Das hat meine letzte "Co-Abhängige" in der nassen Zeit auch zu mir gesagt, dass ich das und das nicht verstehe und ich habe munter weitergesoffen.;)

    Übrigens muss ich nicht verstehen, wenn genau die Verhaltensweise, die einen Co-Abhängigen ausmacht, hier beschrieben wird. Ich muss nicht mal ein Alkoholiker verstehen, mich herein fühlen, denn das hindert daran, objektiv zu bleiben. Die Abläufe genügen, um Parallelen zu meiner Sucht zu ziehen und eigene Schlüsse daraus zu ziehen.

    Der einzige den ich verstehen muss, der bin ich selbst. Es ist meine Selbsthilfe und wenn es deine Ist dann ist doch alles gut. Oder?

    Ich verstehe aber den Punkt, dass dies ein Forum ist, um sich von seiner Sucht zu befreien, seine Sucht zu verstehen und sich auf sich selbst zu konzentrieren. Alles andere ist "Privatvergnügen" und meine Post ist kein Angriff, sondern eine Feststellung.

    Es gibt einfach zu viele Co-Abhängige, die sich ständig im Kreis drehen, sich als unverstanden darstellen und sich dabei selbst im Wege stehen. Auch das ist kein Vorwurf, es ist Sucht.

    Und wenn jemand anderes aus der CO-Ecke das, was ich schreibe, hilfreich findet, ist doch alles gut. Wenn nicht, ab in die Tonne und weiter experimentieren.

    Nix für ungut

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Ich sehe es so, ich kann einen nassen Alkoholiker nicht verstehen, und wenn ich noch so viel darüber gelesen habe, es ist mir nie gelungen.

    In meiner schlimmsten COzeit, habe ich für mich den Satz geprägt: Der nasse Alkoholiker hat den Alkohol im Blut, und ich habe ihn im Kopf. Meine Gedanken kreisten oft nur um den Alkohol, und den nassen Alkoholiker interessierte das wenig bis gar nicht, er trank weiter.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hartmut

    Also ist der Co-Abhängige ebenso Suchtkrank wenn ich Dich jetzt so richtig verstehe.

    Dann bin ich nicht Co-Abhängig, ich bin definitiv nicht süchtig danach, drehe mich trotzdem immer wieder im Kreis!

    In unzähligen Therapien hat man mir suggeriert ich sei das alleinige Problem mit meiner Behinderung, die Suchtproblematik von Männern der Ursprungsfamilie und Partnern wurde zwar thematisiert/besprochen und schriftlich dokumentiert, aber nie als ein problematischer Faktor angesehen,es wurde nie von Trennung/ausziehen /Veränderung der Situation gesprochen, nur das ich mein Verhalten/meine Einstellung ändern muss, was ich wirklich bis zum erbrechen versucht habe, es geht nicht, ich kann es nicht unproblematisch sehen, ich habe auch kein Helfersyndrom, dafür bin ich nicht empatisch genug, so Aussage von AG und mehreren Kollegen und auch der Grund warum ich keine Angehörigen auf der Intensiv bei Todesfällen betreuen durfte.

    Eben weil ich beruflich mehrfach live miterlebt habe wie Menschen mit Suchtproblematik sterben, was definitiv kein schöner Anblick ist, ist es mein Problem, stimmt, aber nur die Einstellung/den Partner oder den Schauplatz zu ändern nützt ja nichts, das Problem Sucht ist ja dann nicht weg und meine Einstellung dazu ändert es genauso wenig.

    Wenn ich dies dann erörtere ob nun zu Hause oder in der Therapie, dann übertreibe ich, sehe das zu verbissen und so schlimm ist das ja alles sicher nicht.

    Wenn ein Mensch also jedes Wochendende (den täglichen Konsum bewusst weg gelassen) innerhalb von 20 Minuten fast 2 Liter Bier trinkt, dazwischen noch ein paar Kurze und nach 1 Stunde auf Whisky umsteigt um nach 2 Stunden so besoffen zu sein, dass er nicht mehr gerade aus laufen kann, sich nicht mehr artikulieren kann, der Rotz aus der Nase läuft, im Auto sofort einschläft, ins Auto kotzt oder zu Hause die Treppe runter fällt, neben der Toilette in seiner Kotze einschläft, aggressiv wird (Ex-Partner, nicht der jetzige).., ist das vollkommen unproblematisch ich weiß, ich übertreibe:rolleyes:

    Natürlich kann ich gehen, es zwingt mich niemand zu bleiben und mir das anzusehen, ihn nach Hause zu bringen, ihn ihn die stabile Seitenlage zu bringen um nicht an erbrochenem zu ersticken, evtl. sogar den Notarzt oder die Polizei zu rufen, mich deswegen beschimpfen zu lassen, verharre weiter und gehe nicht, weil ich süchtig danach bin?

    Oder weil mir alle suggerieren es sei allein mein Problem und alle anderen haben gar keines.

    Für mich hat es was von den Elefanten die ohne Kette an ihrem Platz bleiben, weil sie in der Prägephase angekettet wurden.

    törööö

    Lg Hayley

  • Also ist der Co-Abhängige ebenso Suchtkrank wenn ich Dich jetzt so richtig verstehe.

    Dann bin ich nicht Co-Abhängig, ich bin definitiv nicht süchtig danach, drehe mich trotzdem immer wieder im Kreis!

    Ist es von Bedeutung für dich zu klassifizieren, ob man suchtkrank ist, wenn man sich ständig im Kreis dreht und ein massives Problem damit hat, oder ist es nicht wichtiger, sich dem zu widmen, was belastet?

    Es scheint bei dir belastend zu sein, sonst wärst ja nicht hier auch wenn die Empathie durch Asperger etwas eingeschränkt ist. Ich bin zwar nicht mit Asperger vertraut, aber wenn ich die Sucht als solche definieren müsste, würde ich sagen, sie hat Asperger-ähnliche Züge.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

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