releaseme - Wie soll es weitergehen?

  • Hallo releaseme,

    Ich fühl mich gerade nur leer traurig und unendlich müde. Vl wars das jetzt wirklich... unglaublich.. Ich hätte das nie nie nie erwartet, dass UNS soetwas passieren wird.

    Das ist erstmal ein sehr schlimmes Gefühl. Aber ganz, ganz viele von uns Cos hier, ich eingeschlossen, haben das auch gedacht. Wer rechnet schon damit, dass es so wird.

    Mein Exmann hat auch schlimme Dinge zu mir gesagt und er wusste genau, womit er mich mitten in's Herz treffen konnte. Das hat sich angefühlt als hätte er mich geschlagen. Und im Grunde genommen ist es ja auch so. Worte können Waffen sein. Genau DAS ist dir heute passiert.

    Er hat Schuld und Verantwortung auf dich abgewälzt. Das ist erstmal schlimm. Aber ich sag dir, dass du keine Schuld an etwas hast, du bist nicht verantwortlich. Dass er trinkt ist eine Folge der Sucht, es ist nur bequem für ihn, sich mit solchen Ausbrüchen zu rechtfertigen. Das passiert in solchen Beziehungen immer und immer wieder.

    ich habe Job und viele Leute die mir helfen,

    Das ist sooo viel wert.

    Aber jetzt atme erstmal durch und versuche, zur Ruhe zu kommen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Ich kann mich Aurora nur anschließen.

    All die Gefühle und Gedanken die du beschreibst sind völlig nachvollziehbar. Wenn Beziehungen zerbrechen, sind das tiefe Lebenskrisen.

    Was du heute beschrieben hast, macht eigentlich alles sehr deutlich. Er übernimmt keine Verantwortung, wälzt sie auf dich ab. Er sagt offen, dass er seinem Konsum weiter frönen will. Seine Zugeständnisse mögen für ihn epochale Ausmaße haben - das sind sie aber nicht. Es zeigt, dass er nichts verstanden hat.

    Es ist ja schön, dass er sich im Haushalt und bei den Kindern mehr einbringt. Soll das die Tatsache, dass dich sein Konsum stört, aufwiegen?
    So funktioniert es leider nicht. Das eine kann man doch nicht mit dem anderen kompensieren.

    Zudem liest man auch diese typischen Verdrehungen und Rechtfertigungen heraus. Dazu eben schweigen als 'Abstrafung'. Das ist einfach mies.

    Vielleicht hat es für dich diesen Tiefpunkt noch einmal gebraucht!?

    Auch solche Tage wie heute, an denen du dich so fühlst, vergehen. Du wirst deine Kraft wieder finden.

    Trennungen tun in den allermeisten Fällen einfach weh. Das Wort an sich sagt es schon. Es wird dabei so viel getrennt.

    Ich nehme immer den homöopathischen Ansatz: es wird ersteinmal etwas schlimmer, bevor es dann besser wird.

    Stellst du diese Weichen aber nicht, ist die Chance, dass es besser werden kann, sehr gering.

    Kopf hoch!

  • Halle releaseme,

    es tut mir so leid für euch. Du hast alles richtig gemacht. Dich trifft keine Schuld.

    Und jetzt sitze ich da, ich zittere, meine Verdauung spielt verrückt. Ich unterdrücken mir die Tränen, ich will stark sein vor meinen Kindern. Und da ist das alte Muster- ich möchte hingehen und alles klären, möchte wieder nachgeben und Friede haben, da ist sie diese fürchterliche Angst- dass ich es wirklich nicht schaffe ohne ihn und dieses schlechte Gewissen: hätte ich doch bloß nichts gesagt, dann wäre jetzt keine Streit..

    Das Gefühl kenne ich. Und das habe ich jetzt immer noch manchmal, wenn er wieder Nachrichten schickt und verbal um sich schlägt. Ich habe es immer wie eine Panikattacke gesehen. Mir ein paar Minuten Auszeit genommen und dem Säbelzahntieger gesagt, dass ich heute nicht sterben werde. Es ist nur mein Mann, er ist krank und ich viel stärker. Je nach Tagesform habe ich dann meine Kraft gebündelt oder bin eingeknickt….

    , ich bin es, die die Trennung herbeiführen soll, ich bin die die alles kaputt macht. So kann er mir den schwarzen Peter für alles zuschieben.

    Genau so… und mein Noch-Mann tut es noch immer. Ich sollte die Trennung aussprechen und ich bin schuld. Und es muss einen anderen Mann geben. Das ist total praktisch. Dan muss man die Schuld nicht auf sich laden und seinem Problem in die Augen sehen.

    Wahrscheinlich geht es mir so schlecht, weil ich heute schwarz auf weiß erleben musste, dass es diesen einen Menschen gar nicht mehr gibt.

    Auch das ist richtig. Es tut mir leid. Ich habe solche Tage wie du sie heute erlebt hast in den letzten 10 Jahren ein Dutzend Mal erlebt und es ist wie eine Fahrt mit dem Karussell. Und noch einmal… und noch einmal…. Immer und immer wieder. Und die Streiterei und die verbalen Aussetzer werden schlimmer und schlimmer….

  • Liebe releaseme

    Du bist echt nicht alleine mit deinem Erlebten! So vieles kenne ich fast wörtlich wieder und das erschreckt mich richtig!

    Gleichzeitig möchte ich Dir sagen: Mich erschreckt es, weil es ERINNERUNGEN an meinen Partner und mich hervorruft. ERINNERUNGEN bedeutet aber: Es ist VERGANGENHEIT! Und für Dich kann es heißen: Diese Verletzungen können auch für Dich (und Deine Kinder) bald schon VERGANGENHEIT sein! Es kann vorbei gehen. Leider nicht von alleine und leider wohl nicht durch aktives Tun Deines Partners, sondern durch weiteres aktives Tun von Dir.

    Dafür wünsch ich Dir viel Kraft!!!

    Und ich glaube fest, dass Du die hast!

    LG

    Api

  • Hallo releaseme!

    Was du heute mit deinem Mann erlebt hast kenne ich zur Genüge. Genau nach diesem Schema lief es bei uns auch immer ab. Wenn ich es wagte mich über seinen Konsum aufzuregen wurde er sehr beleidigend und natürlich hat er mir die Schuld gegeben. Er hat immer von sich abgelenkt und machte mir unsinnige Vorwürfe. Er hatte auch selten Lust etwas mit uns zu unternehmen und hat dann immer Streit von Zaun gebrochen.

    Ich hatte dann immer ein schlechtes Gewissen weil ich mich getraut habe etwas was mir auf der Seele lag zu sagen. Irgendwann habe ich nichts mehr gesagt und mich innerlich total zurückgezogen. Meine Liebe zu ihm ist auf der Strecke geblieben und so konnte ich endlich die nötigen Schritte zur Trennung unternehmen.

    Meine Kinder haben mich oft gefragt warum ich mich nicht schon viel früher von ihm getrennt habe. Natürlich würde ich jetzt so manches anders machen.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Liebe releasme,

    Ich kann mich den anderen Vorrednern nur anschließen.
    Deine Gefühle kann ich nachvollziehen. Alles was du beschreibst, war auf der Agenda meines Mannes.
    Diese Wesensänderung, die Verantwortung abwälzen und leugnen, Verheimlichen und täuschen.
    Und am Ende - Ich war und bin die Böse,

    Meinerseits an der Stelle ein klares „Nein“. Den Schuh zieheп wir uns, bitte, nicht an. Der Alkoholiker hat eine andere Realität, die Aktionen sind dem Bedürfnis unterworfen weiter trinken zu können. Du und deine Anforderungen, deine Änderungswünsche- das passt nicht in dem Schemata.
    Nimm dir die Zeit, um die Ereignisse zu verdauen und Kraft, um die Situation zu akzeptieren. Es gibt keine normale Logik in dem was passiert, die Suchtkrankheit tickt anders. Du hast gar nichts falsch gemacht oder gedacht. Dieses Gefühl der Ohnmacht kann dir keiner abnehmen, fühl dich gedrückt ❤️

  • Liebe releasme,

    dein Mann ist süchtig. Er kann nicht einfach so aufhören zu trinken. Ich habe aber den Eindruck du versuchst das immer wieder zu erzwingen. Dass das dann schief geht ist klar. Ihn also unter Druck zu setzen mit: "DU musst das Auto fahren, ich fahre nicht" funktioniert nicht. Eher: ich fahre alleine mit den Kindern. Punkt.

    Das selbe dachte ich, als du vor einer Weile empört geschrieben hast, dass er sich im Eisladen eine Dose Bier gekauft hat (ohne sie zu öffnen). Er "braucht" das, um nicht in einen Entzug zu kommen, vermute ich. Er ist süchtig.

    Er muss zuerst in eine Entgiftung und einen begleiteten Entzug machen. Ich habe den Eindruck, dass du den ganzen Ernst der Lage selbst noch nicht richtig verstanden hast. Da hilft keine Liebe, kein Druck, kein Weinen und Flehen. Er muss trinken. Das ist alles vergebene Mühe und führt nur zu Streit und Eskalation.

    Bleib bei dir! Bei dir selbst: ich will nicht mit einem alkoholisierten Mann zusammen sein - daher mache ich etwas ohne ihn. Ich fahre natürlich selbst Auto, denn ich weiß , dass er entweder betrunken ist, oder im Entzug und das ist beides gefährlich - ich nehme ihn aber nicht mit. Ich diskutiere auch nicht, ich mache. Ich plane mein Leben ohne ihn, weil alles andere heißt, ich verleugne die Realität. Und ich mache das ganz ohne Vorwurf und auch icht demonstrativ. Es geht mir nicht darum ihm eins auszuwischen, sondern darum für mich zu sorgen. Ich trenne mich auch nicht, um ihn damit zu schockieren oder zum Umdenken zu bewegen, sondern weil ich mich damit um mich selbst kümmere. Mir wieder ein lebenswertes Leben erschaffe.

    Releasme, dein Mann ist süchtig. Ich glaube du selbst musst das ganze Ausmaß noch begreifen. Da hilft kein vernünftiges Reden, kein Zwingen, kein Strafen, keine Liebe, kein Vorwurf.

    ich wünsche dir aus 'releasme' wird bald: I release myself! Und irgendwann dann: released!

    Deine Verzweiflung verstehe ich sehr gut!

    Jump! 🏵️

  • Hallo ihr Lieben! Danke Ino für die Nachfrage.. Es sind nun 4 Tage seit meinem SOS vergangen.. Ich habe wirklich die ganzen letzen Tage gebraucht um wieder zu mir zu finden. Aber allzuviel Zeit zum Grübeln bleibt mir nicht- die letzen 2 Tage hatte ich sehr lange Arbeitstage, das war gut um auf andere Gedanken zu kommen und ich muss ja funktionieren.. der Alltag hängt ja zu 100% an mir (und meinen Eltern, die mir soviel es geht abnehmen): Schule, Kita, Arbeit, Arzttermin mit dem Großen, etc, da kann ich mir keinen Ausfall erlauben. Dennoch fühlt sich alles nochmal ein Stück anders an als noch das Wochenende zuvor. Ich weiß nicht ob jemand das Gefühl kennt - so als wäre wieder ein Stück vom Herz weggebrochen, das man nicht wieder ankleben kann. Ich fühle mich irgendwie so kaltherzig ihm gegenüber, da erschreck ich mich fast selber, weil ich nie dachte, dass ich ihm gegenüber mal so fühlen würde. Ich war immer der Meinung, dass ich ihn so unendlich lieben würde. Aber ja, ist ja auch wenig verwunderlich, bei all dem Mist.. Jedenfalls bin ich diese Woche nicht eingeknickt- ich kam nicht auf ihn zu wie sonst und wir haben vl pro Tag nu 10 Worte gewechselt.. also mit Ehe hat das wenig zu tun.. Und heute bestätigt er mir wieder alles - er hat Grippe und nimmt Medikamente, das Bier darf trotzdem nicht fehlen.. 🫣

    Ich habe auch viel über Jump! s Beitrag nachgedacht- deine Worte mögen oft rau klingen- aber sie haben mich dazu gezwungen nochmal tiefer und ehrlicher in mich zu gehen, das ist gut. Du hast Recht - ich versuche insgeheim noch immer ein Umdenken zu erzwingen, das erklärt auch meine Drohung, dass er selber fahren muss (auch wenn ich mir in der Situation darüber nicht bewusst war).. Ich möchte einfach so so sehr meinen Mann, den ich geheiratet habe zurück und es fällt so verdammt schwer für mich Dinge zu akzeptieren. Ich habe immer alles in meinem Leben geschafft, was ich schaffen wollte, weil ich hart für Dinge arbeite, die mir wichtig sind. Umso schwerer ist diese Situation für mich- ich kann noch so hart kämpfen, es nutzt mir nichts. Und egal wie es ausgeht- man verliert ja sowieso...:-(

    Ich habe sehr wohl das Ausmaß begriffen - mein Leben ist ein Trümmerhaufen und deshalb versuche ich wirklich oft die Realität auszublenden. Oft wache ich am Morgen auf und denke es war ein Traum, aber das ist es nicht. Wenn er abends heimkommt träum ich davon, dass die Tür aufgeht er die Kinder nimmt und sagt "was gibt's zu essen" und grinst.. aber das tut er nicht. Er ist wirklich oft wie ein Fremder. Ich weiß nicht wie es anderen Betroffenen gegangen ist- aber ich hab echt das Gefühl mein Mann lebt in einer Blase..So wie in einer Parallelwelt zu uns- er ist da, aber er kriegt nichts mit von uns, von der Schule,vom Alltag etc. Er ist so mit seinen Dingen beschäftigt und mit seinen Wehwechen, weil sein Körper ihm deutlich zeigt, dass es ihm weh tut. Er nimmt viele Tabletten - hat oft Tagelang wieder Magenschmerzen, Sodbrennen, usw..

    Aber jump, du hast recht. Ich bleibe bei mir. Ich bringe mich nicht mehr in diese Situationen, ich will mich weiter befreien.

    Meine Pläne bleiben - Urlaub nur mit den Kindern ist gebucht und ich hoffe dort Kraft und Mut für weitere wichtige Schritte zu finden.

    Mein aller größtes Problem ist: ich weiß nicht wie ich mich trennen soll. Der Gedanke mich vor ihn zu stellen und zu sagen " es ist vorbei , ich kann nicht mehr mit dir leben" - das verlangt sooo Mut und ich bewundere alle, die das geschafft haben und nicht eingeknickt sind. Wir hatten noch so viele Pläne.. Aber es hilft ja nichts.. Es ist so.. Das muss jetzt in meinen Kopf rein..

    Und irgendwie kommt in mir auch immer mehr das schlechte Grwissen hoch, dass ich ihn auf Biegen und Brechen ändern und bekehren will..vl ist er ja glücklich so wie es ist.. Ich kann mich nur schwer rein denken, was in diesem Suchtkopf vorgeht!

  • Es ist schön, dass du dich gemeldet hast. Ich kann deine Gefühle und Ängste sehr gut verstehen.
    Es schmerzt loszulassen. Ich hab auch meine Zeit gebraucht. Irgendwann habe ich es mir eingestehen müssen, dass ich mich nicht mehr belügen kann. Es war keine Beziehung auf Augenhöhe und ich war nicht mehr ich. Ich wusste sogar nicht mehr, wer ich eigentlich bin. Wie konnte ich dann ein Kind glücklich großziehen, meine Träume verwirklichen und mit einem Lächeln durchs Leben laufen?
    Heute geht es mir besser, weil ich langsam zu mir komme, Ich sehe mich nicht durch die Augen einer anderen Person, welche mich manipuliert und verwirrt. Ich stämme einen Berg von Aufgaben, weil ich klarer im Kopf bin und ein selbstbestimmtes Leben führe, mir all meinen Fehlern und Macken . Traurig und wütend bin ich auch, aber ich gönne es mir!
    Liebe releasme, ich wünsche dir, dass du dich auf deine Veränderung konzentrierst und nicht auf die damit verbundenen Ängste. Unsere Ängste sind oft nur Gedanken in unserem Kopf.

    Wünsche allen eine gute Nacht 🌙

  • Guten Morgen releaseme,


    Ich kann das Gefühl so gut verstehen. Das man das Gefühl hat, der Partner ist zwar da, aber eigentlich nicht. Also körperlich da. Aber im Kopf ist er woanders. Ich habe das zuletzt auch immer vermisst, dass er reinkommt und sich einfach mal freut. Uns zu sehen, Zeit mit uns zu verbringen. Und ehe man sich versieht geht so viel Zeit ins Land, und man kann hoffen bis der Arzt kommt, und es ändert sich nichts. Man lebt nebeneinander her, die ganze Arbeit bleibt an einem selber hängen. Das tut weh. Auch weil die ganzen schönen Momente der Kinder vom Papa gar nicht miterlebt werden. Sie werden so nebenbei abgetan. Bis das alles zur Normalität wird. Ich wünsche mir für meine Kinder und mich ein anderes Leben. Mit mehr Freude und Liebe. Es ist nicht immer einfach. Aber es liegt in unserer Hand.

    Ich lass dir liebe Grüße da ❤️

    Haferflocke

  • Haferflocke Danke für deine Antwort! Ja, es ist wirklich so, die Zeit verstreicht und ich merke wirklich, wie wenig er in unserem Familienleben drinnen ist. Er kriegt ja oft gar nicht mehr mit, was in der Schule abgeht usw, er hat diese Woche nichtmal gefragt, wie der Zahnarzttermin vom Großen war ( es ging ium Zahnreguliering oder noch nicht ), da will ich nicht mal davon reden, dass er ja auch mal einen Termin übernehmen könnte, das hab ich sowieso schon aufgegeben.

    Aktuell hat sich seit meinem SOS vor knapp 3 Wochen (! Irre wie die Zeit verfliegt) nicht viel verändert, wir schweigen uns sehr viel an, aber ich habe das Gefühl, dass ich meinen Kampfgeist wieder gefunden habe - nicht den um ihn zu bekehren, sondern den um auszubrechen...

    Ich habe wirklich seither kein Wort mehr ihm gegenüber wegen dem Alkohol verloren- ich habe es einfach satt, ich habe nichts mehr nachgezählt, wenn die Kinder und ich Lust auf Unternehmungen hatten haben wir das gemach - ich hab ihn 1x gefragt wenn er nicht wollte haben wir die Aktivität ohne ihn gemacht.. die Kinder haben nicht 1x nachgefragt wo Papa ist oder warum er nicht mitgekommen ist. Ich versuche, dass mir das alles nichts mehr ausmacht.. Ich weiß, dass ich so nicht ewig weitermachen kann, aber mir gibt es Sicherheit, dass ich all das auch ohne ihn schaffe... Manchmal denke ich, dass es ihm vl jetzt ganz recht ist so, weil niemand mehr meckert, kontrolliert, ihn stresst und er munter weitermachen kann, und er so nie was ändern muss, andererseits weiß ich auch immer mehr, dass ich ihn nicht ändern kann und dass auch das Gemeckere nichts bringt. Für mich fühlt es sich an als hätte ich uns wieder ein Stück aufgegeben, vl muss sich ein Stück für Stück Loslassen auch so anfühlen. Es ist kein schönes Gefühl, aber ich kenne keine andere Lösung.

    2 Dinge beschäftigen mich aber schon sehr :

    1. Kennt das jemand von euch, wenn man sich wieder ein bisschen mehr loslöst, dass dann plötzlich vom Partner weniger konsumiert wird? Also ich zähle es ja nicht mehr, aber es kommt mir so vor als wäre es die Woche deutlich weniger gewesen, was aber nichts ändert...

    2. Das belastet mich sehr, ich versuche mich abzugrenzen, aber mein Mann klagt schon seit einigen Wochen über extreme Bauchschmerzen, die kommen und gehen, anfangs "nur" Magenschmerzen, mittlerweile den ganzen Bauch, die Abstände werden kürzer, die Schmerzen heftiger und er hat wirklich extreme Schmerzen, so hab ich ihn noch nie gesehen. Ich war kurz davor den Krankenwagen zu rufen. Er will aber absolut nicht zum Arzt, ich habe es mehrmals angeboten. Und ich muss sagen, auch wenn ich es nicht ändern kann und es sein Körper ist und seine Verantwortung, so mache ich mir trotzdem riesige Sorgen, er ist der Papa meiner Kinder und ich wünsche ihm nichts Schlimmes. Er weiß natürlich, dass er seinen Alkohlkonsum nicht vertuschen kann, wenn er zum Arzt geht und Blut abgenommen wird etc. - deshalb verweigert er alles.. Das ist nicht schön mit anzusehen. Und es macht mich noch mehr wütend, weil ich nicht verstehen kann, wie man so mit seinem Körper umgehen kann! Er denkt nicht eine Sekunde an seine Kinder... naja.. kein Wunder wenn der Körper mal um Hilfe ruft, bei dem ganzen Mist, den man da in sich reinschüttet. Ich weiß, dass ich nichts machen kann, aber egal ist es mir leider auch nicht!

    Schönes Wochenende euch allen!

  • 2 Dinge beschäftigen mich aber schon sehr :

    1. Kennt das jemand von euch, wenn man sich wieder ein bisschen mehr loslöst, dass dann plötzlich vom Partner weniger konsumiert wird? Also ich zähle es ja nicht mehr, aber es kommt mir so vor als wäre es die Woche deutlich weniger gewesen, was aber nichts ändert...

    2. Das belastet mich sehr, ich versuche mich abzugrenzen, aber mein Mann klagt schon seit einigen Wochen über extreme Bauchschmerzen, die kommen und gehen, anfangs "nur" Magenschmerzen, mittlerweile den ganzen Bauch, die Abstände werden kürzer, die Schmerzen heftiger und er hat wirklich extreme Schmerzen, so hab ich ihn noch nie gesehen. Ich war kurz davor den Krankenwagen zu rufen. Er will aber absolut nicht zum Arzt, ich habe es mehrmals angeboten. Und ich muss sagen, auch wenn ich es nicht ändern kann und es sein Körper ist und seine Verantwortung, so mache ich mir trotzdem riesige Sorgen, er ist der Papa meiner Kinder und ich wünsche ihm nichts Schlimmes.

    Liebe Releaseme

    Ja ich kenne beides- als ich mich das erste mal vor 9 Jahren getrennt habe, hat mein ExPartner drei Monate nichts getrunken, danach gings langsam wieder los. Und später auch - immer wenn er merkte, dass ich die Nase voll hatte reduzierte er den Konsum für eine Weile, dann ging alles wieder von vorne los...

    Und auch die Sorge um den gesundheitlichen Zustand, die kenne ich auch. Mein ExPartne und ich sind seit über einem Jahr getrennt und haben eine Tochter. Heute wollte er sie nicht mal bei sich haben. Er hätte leider keine Zeit meinte er. Ich glaube eher dass er zu verkatert und müde war. Er hat auch seit längerem gesundheitliche Probleme, er würde sie aber nicht dem Alkohol zuschreiben, denn sonst müsste er ja was daran ändern. Er ist sehr verschlossen, vielfach auch depressiv was mich sehr traurig und hilflos macht. Ich muss mich aber auf mich und meine Tochter konzentrieren und habe mehr als genug um die Ohren.

    Letzte Woche habe ich nun wirklich meine restlichen Sache aus der Garage geholt und musste diese Tage immer wieder weinen. Ich hoffe so sehr, dass er aus der Sucht rausfindet aber es sieht leider nicht danach aus.

    Fühl dich gedrückt... du bist nicht alleine mit deinen Sorgen und Hilflosigkeit. Leider können wir niemandem helfen der keine Hilfe will....

  • Ich freue mich über deine Antwort, danke! Ja, es scheint so, dass es uns wirklich allen ähnlich geht.. Neulich sagte meine Mama zu mir, ob ich wüsste, wann ich meinen Mann zu letzt mal Lachen sah? Seither denke ich oft darüber nach und vermute, dass es auch hier wirklich eine Depression sein könnte, dann kommen noch die körperlichen Leiden dazu, wo soll da noch Kapazitäten sein für Familie? Aber zu sehen wie es jemanden schlecht geht, das fühlt sich für mich so schrecklich an. Einerseits bin ich oft sehr hart zu ihm, weil ich mir denke er ist ja selbst schuld dran, andererseits weiß ich auch, dass er nicht aus seiner Haut kann... Aber ja.. Es scheint tatsächlich oft ähnlich zu laufen:-(

  • Hallo releaseme,

    auch ich kenne beides. Das eine ist Manipulation und das 2. ist nicht nur sehr schlimm für dich, sondern auch für die Kinder. Ich konnte meinen Mann irgendwann nicht mehr ansehen, weil es mir das Herz zerrissen hat. 62 kg bei 1,85 m und dazu die Motorik eines 80 Jährigen und das mit nicht einmal 50 Jahren. Was meinst du, welche Angst und Unsicherheit so etwas bei den Kindern auslöst. Eine meiner derzeit größten Ängste ist es ihn sehen zu müssen. Ich kann das gar nicht beschreiben und ich weiß, dass er selbst schuld ist, aber ich will mir das Elend nicht mehr ansehen. Er tut mir dann leid und das ist das letzte was jetzt gebrauchen kann.

    aber ich habe das Gefühl, dass ich meinen Kampfgeist wieder gefunden habe - nicht den um ihn zu bekehren, sondern den um auszubrechen...

    Das klingt richtig gut. Nutze diese Stimmung und mach etwas draus. Einen Schritt nach dem anderen.

    Ich weiß, dass ich so nicht ewig weitermachen kann, aber mir gibt es Sicherheit, dass ich all das auch ohne ihn schaffe...

    Du schaffst das. Das machst du bestimmt sowieso schon seit Jahren. Und ja, es gibt auch Tage mit Zweifel und einen Durchhänger, aber das gehört dazu. Sei nicht zu streng zu dir. Der Weg ist das Ziel. Den Weg bin ich auch gegangen. Vor einem Jahr stand ich an der Abzweigung, wo du gerade bist.

    Kennt das jemand von euch, wenn man sich wieder ein bisschen mehr loslöst, dass dann plötzlich vom Partner weniger konsumiert wird?

    Ja, ich. Plötzlich wollte er Dinge tun, die er vorher nie getan oder sogar gehasst hat. Und ich bekam wieder regelmäßig Blumen geschenkt. Solange, bis ich mich wieder in Sicherheit gewogen habe. Dann kam die nächste Klatsche. Er hat mich in die Spur gebracht und dann gleich alles aufgeholt, was in der Zeit nicht ausgelebt werden konnte. Und somit wurde es schlimmer und schlimmer.

    Erst als mich diese Beschwichtigungsversuche nicht mehr beeindruckt haben und ich es solche erkannt habe, ist auch bei ihm eine Erkenntnis eingetreten. Nur nicht die heilsame. Und da habe ich endgültig verstanden. Ich wurde ausgetauscht gegen Alkohol und zwar schon vor sehr langer Zeit. Wir haben 10 Jahre lang eine Dreiecksbeziehung geführt und jetzt ist Schluss. Ich habe ihn frei gegeben.

  • Ich kenne das auch. Bei uns war es mit der Trennung dann erst einmal mehr Alkohol, was ja irgendwie nachvollziehbar ist, weil mein Noch-Mann trinkt, um sich und seine Emotionen zu regulieren.

    Zu dem Thema körperliche Beschwerden. Ich kenne das auch und hab ihn bei ganz akuten Herzschmerzen gezwungen zum Arzt zu gehen. Danach hat er so weiter gemacht. Jetzt sind wir getrennt, er weiß, dass er körperliche Probleme hat und meint etwas zu ändern, er trinke ja weniger, aber das ist für einen Außenstehenden keine Veränderung.

    Zur Depression: ich kann es nur mit dem Kater nach dem Aufwachen aus einer Party Nacht vergleichen. Da hängt man ja auch den ganzen Tag immer durch. Und ich nehme an, Alkoholiker haben das dauerhaft.

    Du wirst es alleine schaffen. Es wird in vielen Punkten leichter, weil du nicht täglich mit dem Leid konfrontiert bist, weil der Traum von der Familie so oder so ausgeträumt ist, es wird dir nur nicht immer wieder bildlich präsentiert.

    Ich finde es manchmal schlimm alle Verantwortung alleine tragen zu müssen, auch wenn ich das in der Beziehung auch schon getan habe, aber jetzt ist es wie schwarz auf weiß. Am schlimmsten ist aber, dass sich mein Noch-Mann so gut wie nicht für unser gemeinsames Kind interessiert. Und ich glaube das ist eine Sache an der man als Mutter noch lange knabbern wird.

  • Guten Morgen releasme,

    Genauso war es bei uns auch. Davon abgesehen hatten wir uns damals auf das klassische Modell "Er geht arbeiten, ich bleibe bei den Kindern" geeinigt. Aber es hat ihn letztendlich auch nicht mal mehr interessiert wie die Termine waren. Als mein eines Kind stolz wie Bolle erzählt hat dass es das Seepferdchen geschafft hat, kam von ihm nur "toll" :/

    Joa.

    Ich finde es klasse dass du deinen Kampfgeist wieder gefunden hast! Den wirst du in nächster Zeit auch sicher brauchen. Ähnlich wie bei dir, war bei uns auch diese langsamer Ablösung. Ich habe mich hier erst angemeldet, da war ich schon von ihm getrennt. Letztlich hat das Forum aber den berühmten letzten Tropfen gegeben. Ich habe es entdeckt und hier gelesen, und war wie vor den Kopf geschlagen. Das war der Zeitpunkt mein Leben und das meiner Kinder zu ändern. Die lange Zeit davor; die Ausflüge alleine, Spaziergänge, Spielplatzbesuche,... das kam alles schon bevor ich mich hier angemeldet habe. Aber so wie du es jetzt erlebst, war es hier auch. Eigentlich war ich eh schon alleinerziehend.

    Zu deiner ersten Frage: Bei uns war es andersrum. Wir haben uns vor einigen Jahren schon einmal (aus anderen Gründen) getrennt. Auch da war sein Konsum schon riskant. Nach einem halben Jahr sind wir wieder zusammen gekommen und er sagte mir, in der Zeit hätte er furchtbar viel getrunken. Er hat es mir aber auch so verkauft: weil DU Dich von mir getrennt hast. Es war also quasi meine Schuld. Das ist hier ja auch ein Dauerbrenner.

    Zu deiner zweiten Frage: Schmerzen hatte er nur ab und zu. Zuletzt hatte ich das Gefühl es wird mehr. Aber da wir getrennt sind bekomme ich es nicht mit. Ich bin auch ganz froh darüber.


    Und auch das mit den Depressionen kenne ich von hier. Ich habe letztens auch noch gesagt, wann hat er eigentlich das letzte Mal gelacht? Ich erinnere mich nicht. Das ganze letzte Jahr war geprägt von diesen leeren Augen, der Gang als müsste er die Last der ganzen Welt auf seinen Schultern tragen (bis die ersten Bier getrunken waren). Ich vermute auch hier Depressionen. Habe aber im Forum auch schon oft gelesen, dass Alkohol Depressionen begünstigt. Da müsste er selber was ändern. Ich wünsche ihm dass er es irgendwann auch schafft. Allein für unsere Kinder.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

  • 62 kg bei 1,85 m und dazu die Motorik eines 80 Jährigen

    Hier exakt das Gleiche! Ein paar Zentimeter ist er kleiner und noch 2 Kilo schwerer.. aber diese rasante Gewichtsabnahme in kurzer Zeit! Ich habe es so satt, dass ich dauernd drauf angesprochen werden, was mit ihm los sei, weil er so krank aussieht. Und trotzdem mach ich mir Sorgen um ihn- aber er nicht um sich. Seine Antwort war "ist ja egal, jeder muss sterben " 🫣 Also da bin ich ratlos..Und bei den Kindern ist es auch so: mein Sohn hat ihn gestern angelegt, dass er zu einem Arzt soll, weil er wieder so Schmerzen hatte.. Das von einem kleinen Kind!

    Und ja es kommt langsam bei mir an, dass der Traum von Familie ausgeräumt ist. Ich bin zwar noch hier im Haus mit den Kindern und er lebt auch irgendwo daneben her, in meinem Kopf habe ich schon 100mal den Moment der Trennung durchgespielt, ausgesprochen habe ich es noch nicht, aber irgendwie fühlt es sich in mir mittlerweile so an, als wäre alles verloren und als ob es kein zurück mehr geben würde.. Es fehlt noch dieser kleine aber schwierigste Schritt, es ihm ins Gesicht zu sagen. . Ich habe mir ein Ziel gesetzt, wenn kein Wunder passiert hoffe ich es bis dahin durchsetzen zu können...

  • Liebe Releasme,

    ich schreibe dir aus der Sicht des Kindes eines alkoholkranken Vaters und kann dich so gut verstehen. So viele schlimme Situationen, die du berichtest, haben mein Bruder, meine Mutter und ich mit unserem Vater damals auch erlebt. So viele verbale Verletzungen haben wir davongetragen (gewalttägig war mein Vater aber nie). Als meine Mutter wieder arbeiten gehen wollte, nachdem wir Kinder aus dem Gröbsten raus waren, kommentierte mein Vater mit: "Tu lieber daheim mehr." Dieser Satz hat meine Mutter so getroffen. Sie hatte den Haushalt hervorragend im Griff, organisierte erfolgreich unser und ihr Leben. Und dann so ein Satz, der alles in Frage stellt und, noch schlimmer, schreckliche Schuldgefühle hervorruft.

    Wie oft habe ich mir mit etwa 11 Jahren gewünscht, dass ich von heute auf morgen erwachsen bin um dem Ganzen entfliehen zu können.

    Meine Mutter war 49, als sie sich endlich von meinem Vater trennte. Heute ist sie 80, genießt ihr selbstbestimmtes Leben nun schon seit über drei Jahrzehnten.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Mut, dass du frei von jeglichen Schuldgefühlen und von schlechtem Gewissen dir und deinen Kindern ein ruhiges und nicht suchtbelastetes Leben einrichten kannst.

    Hochfelln

  • ausgesprochen habe ich es noch nicht, aber irgendwie fühlt es sich in mir mittlerweile so an, als wäre alles verloren und als ob es kein zurück mehr geben würde.. Es fehlt noch dieser kleine aber schwierigste Schritt, es ihm ins Gesicht zu sagen

    Liebe releaseme,

    Genau das war auch meine Herkulesaufgabe. Ich kann dir aus meiner Erfahrung sagen, wenn es endlich ausgesprochen ist wirst du dich besser fühlen. Ab dann geht es wieder vorwärts für dich.

    Liebe Grüße

    Haferflocke

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