stef2303 - Der Weg in ein suchtfreies Leben - Zeit wird es!

  • Hallo Stef,

    das hört sich nach Hamsterrad an. Meines habe ich verlassen, denn es hatte mich in der Sucht gehalten.
    Ich weiss nicht, ob du durch dein Abstinentwerden auch ein Hamsterrad verlassen hast, aber irgendwie klingt es so, als ob du in einem weiteren gelandet bist.

    Es gibt viel zu tun, der Stresspegel ist hoch, das Wetter schlecht, die Stimmung teils unterirdisch.

    Wann ist der Krug voll? Es gibt Dinge die kann ich steuern und es gibt Dinge, auf die habe ich keinen Einfluss, sie passieren einfach und wenn der Krug schon ziemlich voll war,
    dann könnte er überlaufen.

    Die Auszeit über Weihnachten ist eine guter Plan, bei dem du in Ruhe Jahresinventur machen kannst.
    Ich wünsche dir eine gute Zeit und auch, dass dir das Wetter dafür wohlgesonnen ist.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Stef,

    mir fällt jetzt in der dunklen Jahreszeit es auch wieder schwerer, nicht zu trinken, insbesondere nach der Arbeit kreisen die Gedanken und ich würde gerne den Kopf in die Weinwatte packen. Statt dessen rege ich mich über unliebsame Zeitgenossen, Müll auf der Straße, tausende Autos und Weihnachtsmärkte auf. Alles besser als trinken, keine Frage, aber womit endlich den Kopf mal abschalten?? Landgasthaus klingt gut, ich wünsche dir eine ruhige Zeit!

    LG Matcha

  • Liebe Leute!

    Erstmals danke für Eure netten Worte und den Zuspruch. Bitte seht es mir nach, dass ich nicht auf jeden Beitrag direkt im Einzelnen antworte.

    Dennoch:

    Ich bin jetzt offiziell in diesem Forum seit etwas mehr als einem Jahr. Und ich habe gemerkt, dass mir dieser Austausch hier sehr hilft. Auch wenn ich ab und an mal eher fragwürdige Beiträge liefere (ja ich weiß, vorher denken und dann schreiben wäre besser), freut es mich, dass ich weiterhin hier sein darf. Der Austausch hier hilft mir insoweit, als dass ich merke, dass ich nicht der Einzige bin, der sich so mehr oder weniger durch das Leben "kämpft". Bzw. sind die Themen und Schwierigkeiten doch oft dieselben.

    Zu mir: Ja, ich merke tatsächlich, dass es, wenn ich zurück denke, jetzt schön langsam so nicht mehr geht. Jetzt ist ein "Herunterfahren" echt angesagt. Das mache ich auch. Bzw. ich versuche es. Diesmal am Land; die Sache mit dem Kloster (Daumen hoch! - Da hat jemand sehr (sehr!) gut mitgelesen! :thumbup:) kommt zu Ostern. Kurswechsel ! - Da war ich jetzt wirklich überrascht!

    Insgesamt ist jetzt ab 24.12. mal Ruhe angesagt. Ich glaube, da schlafe ich vermutlich 2 Tage durch; und dann ist Selbstfindung angesagt. Wieder einmal... Ich baue jedenfalls auf ein neues (besseres?) Jahr 2026.

    Ja, mehr kann ich heute nicht bieten, abgesehen davon, dass der Chat wieder mal wirklich nett war.

    LG, Stef.

    Einmal editiert, zuletzt von stef2303 (21. Dezember 2025 um 22:12)

  • Liebe Leute!

    Ich hoffe, ihr habt den Heiligen Abend gut verbracht? Dass das bei so manchem und mancher Co vermutlich - wieder mal - leider nicht der Fall gewesen sein dürfte, das kann mir vorstellen. Ich kenne das von früher, was mir auch sehr leid tut.

    Vom Heiligen Abend habe ich nicht viel mitbekommen, da ich abends nach ein paar Telefonaten und versendeten Glückwünschen auf dem Sofa schlichtweg eingeschlafen bin. Aber nicht, weil ich etwas getrunken hätte, sondern weil ich nur noch müde war. Gerade die letzten Wochen haben mir mal wieder gezeigt, wie es nicht sein sollte. Habe dann heute auch bis mittags geschlafen; so etwas hatte ich früher nie.

    Für die nächsten Tage ist nun in erster Linie Ruhe bei mir angesagt. Dass dies nötig sein wird, hat sich bei mir ziemlich spürbar am 23.12. zu Mittag gezeigt. Ein Erlebnis für mich, dass mir gezeigt hat, dass die Trockenheit ein sehr fragiles Gebilde ist, das sehr schnell zerbrechen kann.

    Kurz beschrieben ging es mir gerade die letzten Tage weniger gut. Die weihnachtliche Hektik, der berufliche Alltag, die eine gesellschaftliche Verpflichtung hier, die andere da. Dazu der Sport und das absolut grauenhafte Wetter (seit Ende November: Dauernebel. Täglich.) Jedenfalls legte man mir in mein Büro noch ein paar Verträge zur Unterschrift vor. Die letzten für heuer. Wie es so üblich ist, lässt man mich dann etwas allein, weil ich mir das eine oder andere noch durchlese, dann unterschreibe und dem Sekretariat weiterleite (also auf den Tisch lege).

    Und so sitze ich nun da beim ersten Stück, blättere auf die letzte Seite und will meine Unterschrift draufsetzen. Der Schreiber berührte das Papier und plötzlich fing meine Hand so zu zittern an, dass ich eine gerade und leserliche Unterschrift nicht mehr so recht zusammenbrachte. Nicht nur beim ersten Schriftstück, bei allen. Da kamen mir Erinnerungen an früher, als ich ähnliche Episoden hatte. Da war aber der Grund ein weniger ein anderer, weshalb ich auch nach wie vor hier im Forum bin. Damals hätte ich mich mit einem schnellen Glas ruhig gestellt - also meine Hand, dann ging es ja auch wieder. Diesmal dachte ich mir kurz auch, ein Schluck und es würde wieder gehen. Natürlich habe ich nichts getrunken; die Unruhe blieb eine gewisse Zeit bestehen. Das Suchtgedächtnis, ja, in schwierigen Situationen ist es immer wieder präsent.

    Das ist auch ein Grund, weshalb ich jetzt mal Ruhe gebe und aufs Land entschwinde.

    Ich wünsche Euch allen noch schöne Feiertrage. Macht's gut.

    LG, Stef.

  • Hab schöne Tage auf dem Land, Stef.

    Lass Dich aber trotzdem mal wegen dieses Tremors mal medizinisch durchchecken. Externe Ursachen gibt es natürlich, z.B. Stress, den Du beschreibst. Aber wie heißt es so schön: sicher ist sicher.

    Alles Liebe und Gute.

  • Liebe Leute!

    Ab morgen bin ich dann für 14 Tage weg; ich lese zwar weiter, aber ansonsten halte ich mich dann vorerst mal im Abseits.

    Eine Erfahrung möchte ich aber hier noch bringen, zeigt sie mir doch tatsächlich, was die Abstinenz - und damit verbunden eine geänderte, freundliche(-re) und menschenbezogene(-re) Lebensweise - mit sich bringt:

    So schrieb mir nämlich heute im Zuge des Austauschs der Weihnachtsgrüße eine Kollegin, mit der ich meist nicht so gut zusammenkam, eben weil ich vielleicht früher nicht immer so ganz nett und freundlich war [warum wohl bzw. weil es oft recht unfreundliche Reibungspunkte gab], nun (Zitat:) "...Ich habe Sie in meinem Herzen wie meinen Sohn. ..."

    Das hat mir schwer irritiert...

    Auch wenn ich normalerweise nicht sentimental bin, und ich kenne diese Dame, aber das hat mich dann letztlich doch schon schwer gepackt. Eben weil ich sie kenne und sie so etwas nicht einfach so sagen würde. Und wir früher auch stets Gefechte miteinander ausgefochten haben...

    Vielleicht also hat mein geändertes (nüchternes) Verhalten doch etwas gebracht. Vielleicht merkt man das auch nach außen hin. Dass mir da, wenn ich so etwas lese (und das gibt es normalerweise überhaupt nicht), die Augen feucht geworden sind, ja, das war eine für mich vollkommen neue Erfahrung.

    Tatsächlich, so etwas hatte ich noch nie...

    Nun gut, jetzt seid ihr mich mal für ein paar Tage los.

    LG, Stef.

  • Hallo Stef,

    ich wünsche dir ganz viel intensive Zeit mit dir selbst und noch mehr solcher bewegender Momente:

    die Augen feucht geworden sind

    (aber bitte nur aus positivem Anlass 😉)

    Hab eine gute Zeit 🙋🏼‍♂️

    „Ein klarer Geist ist wie ein stiller See – jeder Tropfen hinterlässt Wellen, aber die Ruhe kehrt immer zurück.“

  • Vielleicht also hat mein geändertes (nüchternes) Verhalten doch etwas gebracht. Vielleicht merkt man das auch nach außen hin. Dass mir da, wenn ich so etwas lese (und das gibt es normalerweise überhaupt nicht), die Augen feucht geworden sind, ja, das war eine für mich vollkommen neue Erfahrung.

    Ja, wie man in den Wald rein ruft, so schallt es auch wieder heraus.

    Ein ganz tolles Kompliment hast du da bekommen. Da werden mir ja schon beim Lesen hier bei dir die Augen feucht.
    Genieße diese Erfahrung und habe eine gute Auszeit.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Einen schönen guten Nachmittag, liebe Leute!

    Die Feiertage sind vorbei, ja leider (vielleicht aber auch Gott sei Dank). Aus meinen beabsichtigten 14 Tagen "Untertauchen" sind es letztlich leider nur 11 geworden; morgen muss ich wieder ins Büro... naja... Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

    Nachdem ich mich sehr weit im Landesinneren einquartiert hatte und einfach mal Ruhe haben wollte, ja, da ist dann auch viel Zeit zum Nachdenken: Was war, was ist und wie soll es weitergehen.

    Bestätigt hat es sich auch in der ländlich-winterlichen Idylle, mal wieder, dass in erster Linie die Langeweile der Grund für meine Trinkerei war. Langeweile gepaart mit Gewohnheit. Zwar auch der Stress bei der Arbeit, aber dies in untergeordnetem Ausmaße. Langeweile und Gewohnheit - eine gefährliche Kombination. Wenn nichts zu tun war, ja, da war es einfach üblich, eine Flasche Bier aufzumachen. Ging es heiß her, dann normalerweise nicht. Es ist schon interessant, finde ich.

    Als ich nun fort war und es kaum etwas zu tun gab, da klopfte der Suchtteufel in der Tat vermehrt wieder an. Da kamen immer wieder mal Gedanken, in die Gaststube zu gehen... Tat ich aber nicht, weil warum auch sollte ich mir durch solch eine Unüberlegtheit das zerstören, was ich mir jetzt nun seit über 13 Monaten so konsequent aufgebaut habe..?

    Jedenfalls bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass meine letzten 30 Jahre vor dem Entschluss, dauerhaft abstinent zu bleiben, im Grunde ein untragbarer Zustand waren. In vielerlei Hinsicht. So hätte es auch nicht weitergehen dürfen, das ist mir klar. Das "Jetzt" ist nach wie vor noch eine nicht ganz so einfache Phase, da eine nachhaltige Lebensumstellung schon viel Zeit, Energie und Motivation braucht. Andererseits gilt es, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, wobei ich denke, vermutlich werde ich wohl noch ein paar Jahre brauchen, um mein altes Leben gänzlich zurücklassen zu können. Das wäre dann auch meine Zukunftsvision: Im Grunde ein neues Leben, ohne den Ballast von früher.

    Lese ich hier im Forum von den Abstinenzen der ganz "Jungen", freue ich mich natürlich für sie und deren Anfangseuphorie. Wirklich schwierig wird es halt aber erst später, wenn es auch darum geht, sein Lebensumfeld und seine Lebensweise nachhaltig zu verändern. Das hätte ich mir auch bei mir einfacher vorgestellt, als es letzten Endes ist. Eben weil so viele Rädchen ineinander greifen... Und mit dem Hammer auf das Uhrwerk zu schlagen, bringt freilich auch nichts, weil dann alles zerstört ist und nichts mehr geht. Ja, nichts mehr trinken, das geht schnell, bloß das, was dann folgt, das ist ein sehr langwieriger Prozess mit vielen Höhen aber auch Tiefen.

    Wenn man - bewusst - in einem Zimmer ohne TV untergebracht ist und aufgrund der Lage die Internetverbindung auch sehr von der Witterung abhängig ist, dann ist viel Zeit da, sich mit so manchem zu beschäftigen. So bin ich auch zu dem Ergebnis gekommen, dass meine derzeitige Lebensweise in dieser Form nicht unbedingt das Wahre ist. Wenn die Arbeit das Leben dominiert und für Hobbies bestenfalls etwas und für Freunde und Familie dann praktisch kaum noch Zeit ist, dann muss ich auch insoweit etwas ändern. Hier werde ich dann 2026 ansetzen und ein wenig mehr in die work-life-Balance investieren. Wenn es denn auch geht...

    Ansonsten hoffe ich, dass ihr den Jahreswechsel gut über die Bühne gebracht habt. Die kleineren Turbulenzen hier im Forum habe ich peripher mitbekommen; ich selbst werde mich in Zukunft auch hüten, bei den CO's zu schreiben (wobei es mir mancherorts vorkommt, als kenne ich die Geschichte und könnte da schon etwas erzählen...). Aber solange es bei der Diskussion nicht wirklich persönlich wird, ist ein Gedankenaustausch ja auch nicht wirklich schlimm, finde ich.

    In diesem Sinne: Starten wir also in ein hoffentlich gutes, neues Jahr.

    LG, Stef.

  • Wirklich schwierig wird es halt aber erst später, wenn es auch darum geht, sein Lebensumfeld und seine Lebensweise nachhaltig zu verändern. Das hätte ich mir auch bei mir einfacher vorgestellt, als es letzten Endes ist. Eben weil so viele Rädchen ineinander greifen...

    Darf ich fragen, was genau das schwierige für dich war (oder noch ist) und wie du dir das einfacher vorgestellt hast?

    Bei mir war das nämlich so ganz anders: Ich war oft zurückhaltend in meiner Freude, hatte immer im Kopf die Vorstellung, dass jetzt eine ganz schwere Zeit auf mich zukommt, dass ich unheimlich stark sein muss, um dem Alkohol widerstehen zu können.
    Ich musste ja den Tag neu lernen, das Leben …. und das alles komplett ohne Alkohol. Das habe ich mir so sehr gewünscht und doch konnte ich mir ein alkoholfreien Leben gar nicht mehr vorstellen.

    Und dann war alles so leicht. Das war mir so unheimlich, dass ich richtig auf den ‚großen Knall‘ gewartet habe. Sehr lange sogar. Er kam bis heute nicht.

    Heute denke ich, dass es so einfach war, weil ich aufgehört habe zu kämpfen.
    Ich habe akzeptiert, dass ich Alkoholiker geworden bin und dass ich das auch für immer bleiben bleibe. Und als solcher bleibt mir nur, absolut abstinent zu leben. Immer. Egal, was in meinem Leben passiert.
    Es gibt keinen Sieg über die Alkoholsucht. Es gibt aber ein Leben mit der Alkoholsucht.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Und dann war alles so leicht. Das war mir so unheimlich, dass ich richtig auf den ‚großen Knall‘ gewartet habe. Sehr lange sogar. Er kam bis heute nicht.

    Hallo Stern, bei mir fühlt sich bis jetzt auch alles ganz leicht an. Ich warte auch auf den großen Knall. Das werde ich jetzt abstellen und einfach genießen,das es bis jetzt so ist. Ich will damit auch nicht trommeln, weil ich jeden Tag lese, wie schwer es für die meisten hier ist.

  • Darf ich fragen, was genau das schwierige für dich war (oder noch ist) und wie du dir das einfacher vorgestellt hast?

    Hallo Stern!

    Das ist schwer zu erklären. Anfangs dachte ich mir, Du hörst mit dem Trinken auf und alles kommt schon - so irgendwie - wieder in geregelte Bahnen. Im Grunde bleibt hoffentlich alles so, wie es ist, bloß ohne Alkohol.

    Ein Trugschluss, muss ich sagen.

    Ich trinke nicht (mehr), doch bleibt das Umfeld ein nasses, leider. Das kann ich nicht ändern. Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit habe ich x offizielle Termine wahrzunehmen; ja, und da wird ausgeschenkt; es ist jedes Mal ein Kampf, muss ich sagen. Mich hiervon zu distanzieren, ist nicht so einfach, eben weil so viel "dranhängt". Da geht es nicht nur um mich; ich muss auch auf mein Unternehmen schauen - hier geht es um so vieles.

    Die tatsächliche "Freiheit" hätte ich vermutlich nur dann, wenn ich ich meinem derzeitigen Job "Adieu" sagen würde. Bloß geht das nicht. Auch nicht mehr in meinem Alter. Meine existenzielle Grundlage werde ich nicht zerstören können / wollen. Also kann ich derzeit nur auf mich schauen, damit es mir besser geht. Insgesamt... naja...

    Ich fürchte, viel mehr kann ich hierzu nicht sagen...

    LG, Stef.

  • Ich trinke nicht (mehr), doch bleibt das Umfeld ein nasses, leider. Das kann ich nicht ändern.

    Das ist so. Die Welt wird nicht trockener, nur, weil ich nicht mehr saufe. Auch nicht, wenn du nicht mehr trinkst. Das ist so.
    Kannst du das als Fakt akzeptieren?
    Mir hat das gerade am Anfang sehr geholfen, mir über das, was andere trinken, keine Gedanken zu machen. Ich bemerke das. Das ist so. Und dann bin ich gedanklich auch schon wieder woanders.

    Aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit habe ich x offizielle Termine wahrzunehmen; ja, und da wird ausgeschenkt; es ist jedes Mal ein Kampf, muss ich sagen. Mich hiervon zu distanzieren, ist nicht so einfach, eben weil so viel "dranhängt". Da geht es nicht nur um mich; ich muss auch auf mein Unternehmen schauen - hier geht es um so vieles.

    Was ist das, was dich so kämpfen lässt?
    Ein Bedauern, nicht mittrinken zu können? Das Drängen der Anderen? Angst, als Alkoholiker erkannt zu werden?


    Es mag viel an solchen offiziellen Terminen dranhängen. Und sicher geht es dann auch nicht nur um dich, sondern auch um das Unternehmen. Aber dein Unternehmen ist nur soviel wert wie du dir wert bist.

    Alkohol gehört in der Gesellschaft dazu. Das ist so. Und ich denke schon, dass es Situationen gibt, da kann das auch nicht umgangen werden.
    Hilft es, wenn da nicht nur ein Tablett mit Sekt da steht, sondern eins gemischt mit Sekt und mit Orangensaft. Ich bin mir sicher, dass es immer welche geben wird, die dann auch zum O-Saft greifen.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Ich trinke nicht (mehr), doch bleibt das Umfeld ein nasses, leider. Das kann ich nicht ändern.

    Nun kann ich alles ändern, was mir schadet. Entscheidend ist, welchen Stellenwert ich setze – mich selbst oder den Beruf. Wähle ich das Risiko, dann lebe ich Tag für Tag mit möglichem Saufdruck und einem eventuellen Rückfall. Die Auswirkungen verschwinden nicht, wenn ich mich für das Risiko entscheide.

    Ich nenne das die berühmte Faust in der Tasche, durchhalten, dem Druck standhalten.

    ls ich nun fort war und es kaum etwas zu tun gab, da klopfte der Suchtteufel in der Tat vermehrt wieder an.

    Der Suchteufel ist nicht schuld. Er macht nur seinen Job – dafür ist er ausgebildet, und das kann er auch nur. Am besten funktioniert er dort, wo alte Muster wieder auftauchen, wo früher mitgetrunken wurde. Genau da klopft er an. Aber da erzähle ich dir nichts Neues.

    Es gibt eben nur Risiko oder kein Risiko. Das Hinterlistige daran ist, dass ich nie genau weiß, wann und wo es am stärksten wirkt. Deshalb setze ich auf Risikominimierung.

    Ich bin kein Freund davon, jede einzelne Situation zu analysieren und auszudiskutieren – wo, wer, wie und warum es Alkohol gibt.

    Er ist da, und ich bin süchtig. Meine Sucht lässt sich nicht wegdiskutieren. Strategien kann man nur in einem „nassen“ Umfeld begrenzt entwickeln, in einem trockenen Umfeld muss ich mir darüber keine Gedanken machen.

    Also entscheide ich, wie und wo ich etwas mache. Dir weiterhin alles Gute.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Liebe Leute!

    Ich denke, das kann ich hier ruhig posten.

    Da schenke ich (in dieser Materie: ich, keine Ahnung von nichts) einer Mitarbeiterin von mir (< 25 Jahre), die ein bekennender Harry-Potter-Fan ist, ein (simples) Kartenset - die schwierigsten Fragen für Potter-Heads, Quiz-Karten. ABER: Ich habe an sie gedacht! Das kostet praktisch nix; das [und vieles (vieles!) andere] zahle ich privat. Ich bin übrigens keiner - ich meine, ein Harry-Potter-Fan.

    Aber um das geht es ja auch nicht.

    Sie stand heute vor mir, mit Tränen in den Augen... Noch nie hatte sie anscheinend bei früheren Arbeitgebern etwas Derartiges bekommen. Ich selbst war hier echt irritiert... Ich hätte sie umarmen können, aber das tun wir (ich) nicht. Machen wir nicht, tun wir nicht.

    In nassen Zeiten hätte ich das niemals getan.

    Aber: Inzwischen ist mir das sehr wichtig; mir sind meine Mitarbeiter/innen wichtig..

    Was soll ich hier noch sagen,

    LG, Stef.

  • Du sammelst Karma Punkte. Sehr gut.

    Ich glaube zwar nicht an Karma, aber irgendwie kommt doch immer etwas Positives zurück. Bei mir "läuft" es aktuell auch. Mehr dazu später in meinem eigenen Faden.

    Über mich - Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. – Mahatma Gandhi

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