Und was macht ihr jetzt mit dem, was ihr trinken könnt oder getrunken habt? Ist das als Abschreckung gedacht?
Und noch eine direkte Frage. Warum braucht es eine Abschreckung, wenn man bereits erkannt hat, Alkoholiker zu sein?
Ich merke nur, dass in meinem Kopf nach dem Satz „Ich bin Alkoholiker“ immer noch eine automatische Relativierung auftaucht. So etwas wie „so schlimm war es doch nicht
Ganz normal , am Anfang schleichen sich nun mal „nasse Gedanken“ ein. Das gehört dazu. Das hier ist ja kein Sprint, sondern ein Marathon. Es dauert, bis das Sucht-Hirn umgeschrieben ist, nicht komplett, aber so weit, dass Trocken‑Sein für mich normal wirkt und nicht mehr wie ein Ausnahmezustand.
Ich bin ein Freund des Outens, aber zuerst dort, wo echte Risiken bestehen, die ich nicht vermeiden kann , bei Ärzten zum Beispiel oder an einem Arbeitsplatz, an dem täglich gesoffen wird. Alles andere regelt sich mit der Zeit von selbst, es spricht sich herum und verliert an Bedeutung.
In meinem alten nassen Umfeld habe ich das bewusst nicht gemacht. Die saufen heute noch und hätten es damals wie heute sowieso nicht verstanden. Außerdem hätten sie es als Belehrung oder Angriff gesehen, so nach dem Motto, ich würde ihnen unterstellen, sie seien Säufer.![]()