Könntest du ein paar tage wegfahren?
Luffi - gefangen im Alptraum
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Hallo Luffi!
Kennt ihr das auch? ich könnte gerade einfach nur noch weinen, schreien, irgendwas an die Wand klatschen. Bin total überfordert gerade mit Mann, Arbeit, Haushalt etc.
Das kenne ich zur Genüge, ich hatte früher auch immer alles am Hals, betrunkener Ehemann, Beruf, jammernde Schwiegermutter, ein Haus und einen großen Garten. Das ging jahrelang so, ich dachte ich müsste immer funktionieren weil wenn ich es nicht mache wer denn?
Alle ( Mann aber auch die Ausenwelt) wollen das ich funktioniere.
Wenn alle etwas wollen musst du es noch lange nicht machen, wehr dich, sag NEIN.
Aber auf Arbeit funktioniert auch grad nix mehr. Mach voll viele Fehler. Genauso hier im privaten.
Das ist ein Zeichen daß du einfach total erschöpft bist und alles zuviel wird. Ich war damals so erschöpft daß ich meine Arbeit gar nicht mehr schaffte, ich hatte einen regelrechten Zusammenbruch. Mich davon zu erholen hat Monate gedauert und ganz weg ist es nicht mehr gegangen.
Ich habe damals auch nicht auf die inneren Stimmen die immer lauter wurden gehört. Kannst du dir nicht zumindest etwas Erleichterung verschaffen indem du dich nächste Woche krank schreiben lässt und dann nur für dich was machst, egal wer wieder etwas von dir will soll gefälligst warten.
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Liebe Marie. Ja das stimmt. Ich bin einfach nur Müde. Müde von allem. Und ja... ich hatte auch schon Zusammenbrüche wo ich nur noch geschrien hab. Jetzt nicht mehr da ich ein gutes Medikament bekommen hab das mich nicht total oben rausschießen lässt.
Ich muss noch 4 Wochen warten. Dann ist Krankenhaus...
Ich sehne mich so sehr nach meinem Urlaub im Juli. Allein, nur für mich.
Das mit krankschreiben muss ich noch überlegen. Will hier eigentlich nicht den ganzen Tag sein... da ist Arbeit fast besser. Auch wenn die beste Entscheidung die krankschreibung wäre. Das weiß ich...
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Hallo Luffi,
brauchst Du denn schon für den ersten Tag eine AU?
Bei uns muss ich erst nach dem 3. Tag eine AU vorlegen.
Wenn es bei Dir genauso ist, dann melde Dich doch mal für 2 oder 3 Tage krank, ganz ohne ärztliches Attest.
Pass gut auf Dich auf!
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Das stimmt. Tatsächlich... ich machs nur immer mit Krankschreibung wegen meiner eigenen Krankheit. Da hab ich schon so oft, auch länger, gefehlt. Und ich merke wie die auch langsam wieder " Hallo ich bin auch noch da" sagt.
Und- keinen interessiert es. Wenn mich nur mal jemand ( egal wer) in den Arm nehmen würde und sagen ich steh hinter dir. Oder einfach nur mal reden. Aber da gibt's niemanden... ich muss alles allein schaffen. Mann ist es egal (was wundert es) und der Rest sagt, tja selber eingebrockt. So kommt es zumindest an da keiner auch nur annähernd was zu mir gesagt hat.
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Hast du eine beste Freundin? Meine bitte ich ab und zu: Kannst du mich bitte mal in den Arm nehmen? Macht sie dann. Brauchen dann gar nicht viel zu reden.
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Hallo Luffi,
Aber da gibt's niemanden... ich muss alles allein schaffen.
Echt, genau so waren damals auch meine Gedanken. "Ich muss alles alleine schaffen, es steht niemand hinter mir, keiner, der mich mal auffängt".
Da habe ich mich so richtig in eine passive Opferrolle fallen lassen. Denn es war so, dass ich auch niemanden um Unterstützung gebeten hatte, nach außen immer die Starke gewesen bin, mir nicht habe anmerken lassen, was wirklich in und mit mir los war. Ich habe immer gedacht, mein Umfeld müsste es doch sehen, wie schlecht es mir geht. Mir helfen, mich da rausholen.
Ich weiß nicht ob es bei dir auch so ist gerade aber das was du schreibst erinnert mich sehr stark an diese Gefühle, die ich hatte.
Das wurde dann sehr schnell besser als ich aktiv geworden bin. Mir Hilfe gesucht habe. Mehr und mehr auf mich geachtet habe. An meinen freien Tagen ( ich war da Teilzeit beschäftigt) was für mich unternommen habe.
Vielleicht gibt es ja Möglichkeiten, Dinge, die du für dich tun kannst auch wenn du krankgeschrieben bist. Du musst ja nicht dauernd bei deinem Mann hocken. Vielleicht hast du in deinem Zuhause eine kleine Ecke nur für dich. In der du lesen kannst, dich ausruhen kannst. Ich hab damals ganz viel Musik über Kopfhörer gehört. Durch die Kopfhörer war ich sozusagen für mich.
Du hast selbst eine Erkrankung, nimm dich ernst damit. Du bist wichtig.
Liebe Grüße Aurora
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Nein. Leider nicht. Durch meine lange Krankheit ist mir keine geblieben. (Ist auch nicht einfach über Jahre mit jemand der schwer depressiv ist befreundet zu sein. Das versteh ich ja) Oberflächlich ja. Aber um das zu bereden leider nicht. Es war immer nur mein Mann der da war. Und ich für ihn. Vorallem in den letzten 4 Jahren. Aber er ist jetzt in seiner Sucht soweit, das er auch nur an sich denkt. Klar ich halte alles andere ja auch ab...
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Aurora, ja genau diese Gedanken.
Ja ich suche mir Hilfe. Ich habe in den letzten 2 Monaten auch viel dazu gelernt. Entscheidungen getroffen an die ich anfangs des Jahres nicht mal gedacht hätte. Aber... schön und gut. Man weiß es... wies mir damit geht interessiert wirklich nicht. Nur immer er, er,er. Dabei können se sichs ja eigentlich sparen... es bringt ja nix
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Hallo Luffi,
es ist ja wirklich so. Die Angehörigen kreisen um den Alkoholiker. Machen sich Sorgen, sorgen für ihn wenn er immer weniger auf die Reihe bekommt, reden, zanken, er ist immer im Fokus.
Und er sitzt in der Mitte und trinkt in Ruhe weiter.
Und die Angehörigen, Mitbetroffenen, verausgaben sich im schlimmsten Fall bis zur Selbstaufgabe. Und werden ganz, ganz oft nicht gesehen. Zum Teil aber auch deshalb weil sie sich schämen und nach außen die heile Welt aufrecht erhalten.
Aus diesem Umkreisen, aus dem Strudel auszusteigen ist schwierig. Der ist ja wie ein Sog, so wie in diesen Strömungskanälen im Schwimmbad. Es ist schwer aber nicht unmöglich.
Ja, du hast schon viel erkannt, Fortschritte gemacht. Und darauf kannst du echt stolz sein 🙂.
Liebe Grüße Aurora
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Hallo, Ich mal wieder,
Die letzten Wochen gingen so lala. Hab angefange mich um mich zu kümmern. Inzwischen geht's mir wieder richtig mies. 1 Woche noch bis zum Entzug.
Und ich bin der seelische Mülleimer. Wegen allem und jedem werde ich angemeckert. Sag ich was meint er, es ist doch nicht gegen dich. Ja aber der Ton macht die Musik. Ich versuche Inzwischen überhaupt nicht mehr aufzufallen und ja und amen zu sagen. Obwohl ich es hasse. Und das maximal noch die eine Woche mache.
Und was ganz schrecklich ist- er hasst Inzwischen unseren Hund. Mein ein und alles. Mir bricht jedes mal das Herz. Das ist etwas was ich absolut nicht abkann. Mein Hund ist mein Leben. Vorallem die letzten Monate auch mein Fels in der Brandung. Wir haben ihn zusammen ausgesucht. Er wollte ihn auch. Zum Glück verstehen Hunde ja unbekannte Worte nicht.
Ich hab überlegt mit ihm im Krankenhaus zu reden. Wenn der körperliche Entzug durch ist. Ihm mal alles zu sagen was war, was ich fühle und was die Konsequenzen für die Zukunft sind wenn es so weitergeht. Da hat er zur Not Hilfe... und vor allem er ist nüchtern. Da kommt es an. Fies oder ein gute Idee?
Traurige Grüße
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Warum nimmst du nicht den Hund und fährst ein paar Tage mit dem Hund weg?
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Mach ich ja. Nach dem Entzug. Da hab ich Urlaub-,allein- gebucht. Brauch ich dringenst. Auch um mit mir zu bereden was ich in Zukunft mache.
Das was jetzt mach machich nur "noch" weil ich verheiratet bin und mal geschworen habe "in guten wie in schlechten Zeiten". Aber 4x ist genug. Nummer 5 gibt es nicht.
Trotzdem macht es mich komplett fertig/ kaputt....
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Hey Luffi,
denk bitte auch dran, dass dieser Satz mit den guten und schlechten Zeiten eigentlich auch für Deinen Mann gelten sollte. Er hat sich leider aus seinem Teil der "Vereinbarung" verabschiedet und alles lastet jetzt auf Dir. Fair ist das nicht.
Ich hab mich die letzten Wochen vor der Entgiftung meines xy auch so durchgehangelt wie Du.. Auf Durchzug geschaltet, versucht, Konflikte zu umschiffen, weil es nix bringt, mit einem ständig Betrunkenen zu diskutieren. Das ist kein Leben so.
Wie lange ist der Entzug angedacht und was folgt für ihn danach, geht er in eine Langzeitreha? Ich wünsche Dir, dass Du die verbleibenden Tage so gut es geht überstehst und dann wirklich mal Luft holen kannst und zu für Dich guten Entscheidungen im "Gespräch mit Dir selbst" kommst. Er ist dann dort erstmal versorgt, so kannst Du Abstand gewinnen.
Fährst Du in Deinem Urlaub weg? Ein Tapetenwechsel mit Hund wäre bestimmt gut. Mich hält mein Hund auch aufrecht. Ein Glück, dass wir die haben.
Liebe Grüße
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Hallo EllaDrei,
Ich fahre weg. Sonne, Strand,Meer. Und da ich dann halt auf das Flugzeug angewiesen bin kann auch net nach 2 Tagen kommen: Komm heim ich schaff das nicht. Geht dann eben nicht.
Ja stimmt. Wir rackern uns ab, spielen Mäuschen etc. Und sie? Behandeln uns wie...
Sag auch immer, wenn er jetzt ne Krankheit hätte die aus Schicksal entsteht, dann würde ich alles tun für ihn. Aber so- er ist selber Schuld. Bekommts seit 4 Jahren nicht auf die Reihe... bin da inzwischen stinke sauer.
Und nein, er macht keine Reha danach. Nicht gut, aber er sträubt sich mit Händen und Füßen. Zwingen geht ja nicht. Und ich weiß ja jetzt schon was passieren wird. Aber dann bin ich nimmer da.
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Hey, das machst Du genau richtig mit dem Urlaub. Lass Sorgen und Mühsal der vergangenen Jahre daheim und mach Dein Ding. Dass Dein Mann keine Langzeit will, ist kein gutes Zeichen, da hast Du Recht - aber andererseits: Selbst wenn, wäre das ja keine Garantie. Hab das auch erlebt - Rückfall direkt nach zehn Monaten Langzeitreha mit viel Hoffen und Bangen meinerseits. Er ist noch am Entlasstag für Wochen vollkommen abgetaucht, als hätte es diese Zeit gar nicht gegeben. Im Nachhinein seh ich es als meinen Fehler, nicht da schon gegangen zu sein - auch wenn ich ihn mag. Hab mich selbst in Depression reingearbeitet - nicht sehr verantwortungsbewusst mir selbst gegenüber.
Jetzt bin ich am selben Punkt wie Du, entweder er packt es, oder ich bin weg. Der Abstand der letzten Wochen hat mir gut getan, diesmal fühl ich mich gewappnet. Das wünsche ich Dir auch sehr.
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hallo Luffi,
wenige Tage nach der Entgiftung meines xy bin ich auch in Urlaub gefahren. Es gab eine Sozialarbeiterin, die mich dabei sehr unterstützt hat und der ich heute noch dankbar bin. Du machst das richtige.
lg Morgenrot
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Danke.
Ja das einzige wo ich weiß das ich es richtig mache ist der Urlaub.
Jetzt sagt er mir, er wüsste jetzt warum er unseren Hund nicht mag. Er sei der Auslöser warum er nach dem letzten Entzug rückfällig wurde
Klar jetzt wars der Hund- selber ist er ja nie Schuld an irgendetwas.Ja er war als Welpe schwierig und ich war auch verzweifelt - aber deswegen greif ich noch lange nicht zu Alkohol..
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Auf so einen Blödsinn muss mal erst mal kommen ... 😠 Ich hoffe, er tut dem armen Tier nichts ...
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Nein...das tut er dann doch nicht. Er schickt ihn nur immer weg. Ich versuch das dann mit ganz viel Liebe wieder gut zu machen...
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