Tomte - Rückfall trotz gewollter Abstinenz

  • Tomte : Du liest Dich für mich so, dass das wahre Bindeglied zu Deinen Kontakten nur der gemeinsame Alkoholkonsum war. Ohne späteren Umtrunk keine vorherige Unternehmung, zutreffend?


    Meine Kontakte zu früheren Zechkumpamnen, mit denen ich was unternommen hatte, sind komplett eingeschlafen.


    Ich zitiere mal Folgendes:

    Alljährlich, so auch gestern, öffnet ein Paar in der Nachbarschaft ihren Garten und empfängt die Nachbarn, die etwas zu essen und trinken mitbringen. Alles ganz nett, nach 3 Stunden, als es alkohollastiger wurde, bin ich gegangen. Mit dem Kurs komme ich prima klar, ich schließe mich nirgends aus, nur wenn es zuviel Stoff gibt, bin ich weg. Nicht weil ich für mich nach mehr als 10 Jahren eine Gefahr sehe, sondern es mir dann nicht mehr gefällt.

    Einem Neuling im ersten Jahr rate ich dagegen ausdrücklich von der Teilnahme ab. Zu groß ist das Risiko, dass plötzlich doch zugelangt oder ein Glas angeboten wird, dem dann nicht plötzlich aufgrund unseres blendenden Suchtgedächtnisses nicht widerstanden werden kann.

    Im ersten Jahr ist der Neueinsteiger gut beraten, erst mal nur auf sich zu schauen und behutsam Schritt für Schritt zu gehen und dabei alkoholischen Veranstaltungen konsequent aus dem Weg zu gehen.

    Darauf kann ich nur verweisen.

  • Es geht hier nicht um ehemalige Zechfreunde. Leider sind gute Freundschaften eingeschlafen, da ich mich desöfteren alkoholisiert daneben benommen habe und auch als Trotzreaktion selber keine Anstrengungen unternommen habe, die Beziehung wieder zu verbessern. In dieser Zeit wollte ich einfach nur trinken.

  • Leider sind gute Freundschaften eingeschlafen, da ich mich desöfteren alkoholisiert daneben benommen habe und auch als Trotzreaktion selber keine Anstrengungen unternommen habe, die Beziehung wieder zu verbessern.

    Sei geduldig, das gibt sich wieder. Das oben von Dir geschriebene könnte von mir sein.

    Ich habe in der Zwichenzeit Demut gelernt. Und ich habe gelernt, wie ich über meine krankheit kommunizieren kann, so daß Menschen verstehen können, was mit mir los war und wie es dazu gekommen ist. Ich bin durch meine Krankheit und die Gruppengänge stärker und weiser geworden als ich vorher war. Ich habe heute keine Probleme mehr, über meine Krankheit zu sprechen und ich erfahre sehr viel Verständnis und auch Würdigung mit meinem Umgang meiner Erkrankung. Das tut mir gut.

    Es kann mir nicht jeder verzeihen, was ich besoffen so angestellt habe. Das ist vollkommen ok, ich kann heute damit leben, das es Dinge gibt, die ich nicht ändern kann. Die, die mir verzeihen können, heben das sowieso auf. Ich bin dankbar und demütig aber auch stolz auf das, was ich bisher geschafft habe. Ich wünsche Dir das auch. Es braucht alles seine Zeit. Sei geduldig. :)

  • Hallo Tomte,

    auch von mir noch ein herzliches Willkommen und herzlichen Glückwunsch zu dem Entschluss, nun endlich ein nüchternes Leben zu haben.

    Ein Jahr mit Unterbrechungen ist schon ein Erfolg, aber auch nur ein Anfang.


    Hmmm, ist das wirklich schon ein Erfolg?

    Du hast geschrieben, dass du beim Rückfall alles Wissen und alle Einsicht komplett ausgeblendet hast. Du wolltest trinken. Kannst du dafür einen bestimmten Auslöser ausmachen? War der Alkohol zu nah?

    Für uns Alkoholiker ist nicht nur kontrolliertes Trinken unmöglich geworden, für uns geht gar kein Alkohol mehr.
    Für Alkoliker gibt es nur ein absolutes und konsequentes ‚Nein‘ zum Alkohol.

    Du hast Freundschaften einschlafen lassen, weil dir der Alkohol wichtiger war. Ich finde das total klasse, dass du da wieder ansetzen willst.
    Hast du schon eine Idee, wie du da vorgehen willst?

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Leider muss ich mich mit unschönen Nachrichten melden. Letzten Dienstag habe ich wieder angefangen zu trinken. Aufgrund von Entzugserscheinungen 3 Tage durchgängig. Ich war aber noch so klar, dass der Wille nicht wieder in alte Muster zu verfallen noch vorhanden war und habe mir eine Einweisung zur Entgiftung vom Hausarzt geholt. Glücklicherweise wurde ich gleich Freitag morgens in der Klinik aufgenommen. Ich hoffe dadurch wieder so stabil zu werden, um das Ziel der dauerhaften Abstinenz doch noch zu erreichen. Hier habe jetzt die Zeit mich nur mit mir zu befassen. Ich lese weiterhin eure hilfreichen Beiträge. Viele Grüße

  • Gut, dass Du Dich gemeldet hast, Tomte.

    Und Du bist gleich den richtigen Weg gegangen, Klinik und Beobachtung.

    Weißt Du schon, wie lange Du in der Klinik bleiben wirst?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Danke, dass du von deinem Rückfall hier schreibst.
    Es ist gut, dass du direkt in die Klinik gegangen bist. So kannst du überwacht entgiften und neu durchstarten.

    Ich bin mir nicht sicher, wieviele solcher Chancen es geben kann. Mir ist das viel zu unsicher und ich bin sehr dankbar, dass ich den Ausgang aus der Suchtspirale einmal geschafft habe. Ich passe wirklich sehr gut auf mein nüchternes Leben auf.

    Rückfällig werden steht nicht auf dem Plan. Hast du deinen Rückfall mit eingeplant?

    Ich hoffe dadurch wieder so stabil zu werden, um das Ziel der dauerhaften Abstinenz doch noch zu erreichen.

    Wieder so stabil, um das Ziel der dauerhaften Abstinenz doch noch zu erreichen? :/
    Gab es schon mal Stabilität?

    Ich wünsche dir die Erkenntnis, dass es für einen Alkoholiker nur mit absoluter Abstinenz möglich ist zu leben. Jedes Glas Alkohol kann der Anfang vom Ende sein. Die Suchtspirale dreht sich immer nach unten. Immer. Und für das für jeden Alkoholiker, der nicht nüchtern wird und auch bleibt.
    Und ich wünsche dir, dass du genau das auch akzeptieren kannst.

    Einsicht in die Notwendigkeit, das ist es, was mich hat nüchtern werden und bleiben lassen.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Es ist gut, dass Du recht schnell wieder die Kurve gekriegt hast.

    Einen Tipp möchte ich Dir geben.

    Aufgrund von Entzugserscheinungen 3 Tage durchgängig.

    Das ist eine "Ausrede". Es gibt andere Möglichkeiten, gegen Entzugserscheinungen, als drei Tage durchgängig zu saufen. Jedenfalls klingt das nicht nach moderat. Oder verstehe ich das falsch?

    Es ist wichtig, die "Ausreden" der Sucht, als solche zu erkennen. Das ist ein wichtiger Schritt auf Deinem Weg.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Danke für eure Kommentare. Ich weiß noch nicht wie lange ich bleiben muss. Aber die Stabilität war ja schon mal 10 Monate da. Die Achtsamkeit hatte nachgelassen. Einmal die Woche SHG ist für mich nicht ausreichend.

  • Hi Tomte,

    wie meinst Du das, dass die Achtsamkeit nachgelassen hatte? Hattest Du vergessen, dass Du nichts trinkst?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo Tomte,

    Ich finde es beachtenswert, dass du dich hier nach deinem erneuten Rückfall gemeldet hast und dass du dich gleich in eine Klinik hast einweisen lassen. Das schafft nicht jeder.
    Jetzt bist du erstmal raus aus deinem Alltag und kannst dich ganz auf dich konzentrieren.


    Du hast dich am Montag das letzte Mal hier gemeldet und heute deinen Rückfall mitgeteilt.
    Was ist in der Zeit passiert? Du hättest dich hier jederzeit melden können, dass du Suchtdruck hast usw.
    Es gibt hier sogar einen SOS Thread, wo sich jeder melden kann, z.B. „Ich brauche Hilfe, seht in mein Tagebuch“ oder so ähnlich, da wirst du ganz schnell gelesen und kommst in einen Dialog, der dich weg vom Alkohol bringen kann.
    Das ändert jetzt an deinem Rückfall nichts mehr, aber vlt. kann es dir bei Not in Zukunft helfen.

    Gib dir die Zeit, die du in der Klinik brauchst.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hi Tomte,

    zunächst einmal meinen Respekt, dass Du Dich gleich hier gemeldet hast und in eine Klinik gegangen bist. Vielleicht kannst Du die Zeit dort auch nutzen, um einen Weg für das Ziel einer dauerhaften Abstinenz zu finden. Vielleicht eine erneute Therapie? Es scheint ja so, dass es Dinge in Deiner letzten Therapie gibt, die Du nicht dauerhaft umsetzen kannst. Du hattest nach Ende jetzt vier Rückfälle. Und ich glaube, es ist für Dich auch nicht hilfreich, dass Du versuchst, die Rückfälle kleinzureden. Du hast selbst schon geschrieben, was für Auswirkungen Deine Sucht auf Dich und Dein Umfeld hat. Und das solltest Du ernst nehmen.

    Liebe Grüße

    Kazik

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

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