Soapstar Wenn "Feiern" schon lange kein "Feiern" mehr ist

  • Hallo Soapstar

    Ist dir noch langweilig oder hast du eine befriedigende Beschäftigung gefunden ?

    Ich hatte in meiner Vergangenheit einen Freundinnen - Spieleabend .

    Je mehr Alkohol wir intus hatten um so alberner wurden wir .


    Als ich keinen Alkohol mehr trinken wollte , habe ich das meinen Freundinnen kundgetan und letztendlich auf weitere Spieleabende verzichtet - aus Selbstschutz .

    Keine von ihnen hatte Lust mir zuliebe auf Alkohol zu verzichten .

    Ich war traurig und verletzt.

    Okay , sie hatten auch kein Problem am nächsten Tag sich nüchtern im Alltag zu bewegen .

    Sie brauchten kein "Kontergetränk", hatten keinen irrsinnigen Kater , kannten ihre Grenzen .

    Meine Grenzen bezüglich Alkohol trinken waren schon längst überschritten .


    Nach und nach habe ich mir einen Freundeskreis aufgebaut , wo auch ohne Alkohol gelacht , gespielt und rumgealbert werden kann.

    Von heute auf morgen geht das nicht .

    Hab Geduld .

    Grüß von Shawn

  • Hallo Shawn,

    bei mir hat sich bezüglich des Freundeskreises noch nicht viel getan.

    Aber das ist aktuell auch wieder ganz okay für mich, da ich seit dieser Woche wieder arbeiten gehe und sich so wieder die Normalität bzw der Alltag eingestellt hat.

    Ich war vorhin auch mal in einer anderen, realen SHG und das lasse ich gerade mal sacken und überlege, ob und wie es auch in dieser Richtung für mich weitergehen könnte.

    Danke für Deinen Beitrag!

    VG Soapstar

  • Hallo Forum,

    ich wollte mich auch mal wieder melden und mir ein bisschen was von der Seele schreiben.

    Vorweg: ich bin immer noch abstinent bzw. trocken (leider nicht zwischen den Ohren, wie man sagt), aber immer noch nicht zufrieden damit.

    Letztens hatte mein Nachbar und eigtl auch guter Freund einen runden Geburtstag. Den Samstag über wurde der Smoker von ihm aufgebaut, er hatte einen mobilen, beheizbaren Pool gemietet und auch die Biertischgarnituren wurden nach und nach aufgebaut. Die Freunde und Bekannten, die teilweise auch meine sind und nach und nach eintrudelten und die ersten Biere kippten, ließen auch nicht lange auf sich warten. Das hab ich bei schönem Wetter alles vom Balkon aus beobachtet (ich bin kein Spanner, mein Balkon zeigt einfach auf seinen Garten), denn ich war einfach nicht eingeladen.

    Kein "Hallo, komm rüber, nimm dir Steak und Bier", wie es bis letztes Jahr regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr vorkam. Das hat mir echt weh getan und ich denk, man wollte den Langweiler halt nicht dabeihaben.

    Letzten Samstag war ich mit Freunden (die letzten richtigen, wie ich dachte) im Theater, weil gemeinsame Bekannte dort aufgetreten sind. Es wurde auch dort in 90 Minuten ein Bier nach dem anderen getrunken, obwohl sie von meinem Problem und auch der unzufriedenen Abstinenz wissen. Rücksicht Fehlanzeige. Und als es hinterher ins Gasthaus ging, hat mich niemand gefragt, ob ich vielleicht mitkommen möchte. Im Gegenteil, es wäre alles reserviert und ich hätte mich vorher melden sollen. Man meinte noch "das ist für dich da eh nix", aber vorher konnte man ja neben mir auch saufen wie ein Loch.

    All diese Erlebnisse machen mich z.Zt. echt traurig und ich hadere auch nach neun Monaten immer noch mit meinem neuen Leben und denk mir manchmal "Schluss jetzt mit dem Experiment, das bist einfach nicht du, du bist Säufer, fertig aus".

    Ich will auch gar keine anderen Tipps für Freizeitgestaltung oder ähnliches, ich gehe meinen Hobbys ja immer noch bzw wieder nach. Aber Zufriedenheit stellt sich leider immer noch nicht ein.

    Klar, keine Zelle, kein Krankenhaus usw. ist natürlich super und lohnenswert, aber es reicht mir einfach nicht, um nicht manchmal wehmütig an die Saufzeit zu denken.

    Danke fürs Lesen und viele Grüße, Soapstar

  • Schluss jetzt mit dem Experiment, das bist einfach nicht du, du bist Säufer, fertig aus".

    Aber Zufriedenheit stellt sich leider immer noch nicht ein.

    Hey Soapstar ,

    wie bitte soll sich Zufriedenheit einstellen, wenn Du Deine Abstinenz als Experiment bezeichnest? Und gleichzeitig denkst das Du als Säufer eben nur saufen kannst. Und gleichzeitig mit saufenden Kumpels abhängst oder es bedauerst das Du nicht an einer Saufveranstaltung teilnehmen kannst. Weil Du nicht eingeladen wurdest.

    Hast Du eigentlich schon einmal mit Risikominimierung auseinandergesetzt? Jedes Mal, wenn Du ein Risiko eingehst, wenn Du Dich mit saufenden Kumpels triffst oder auf Deinem Balkon gehst und Deinen Kumpels beim Saufen zuschaust. Bindet sich Dein Suchtgedächtnis schon das Lätzchen um.

    Und so ist es dann nur noch eine Frage der Zeit bis Du das "Experiment" wirklich abbrichst. Aber nicht, weil Du es willst, sondern weil Du den Willen nicht mehr aufrechterhalten kannst es fortzuführen. Du kannst Deine Sucht nicht mit Willen alleine stoppen.

    Konsequente Risikominimierung hilft mir dabei das ich meinen Willen eigentlich nie brauche. Ist nicht notwendig.

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • Als ich Ende 2024 mit dem Trinken aufgehört habe - und man dies dann so langsam mal in meinem Umfeld realisierte - habe ich in einem halben Jahr sicherlich die Hälfte meiner Freundschaften verloren. Wobei, "verloren" ist hier vielleicht das falsche Wort... Wenn wir uns sehen, wird zwar nach wie vor nett geplaudert, doch wenn es um die sonst einst so üblichen Veranstaltungen, Ausflüge, Urlaube geht... ja, da werde ich auch gerne mal übersehen. Oder vergessen. Versehentlich oder absichtlich, wer weiß. Gut, ich bin halt auch nicht mehr so präsent (sprich: ständig abends unterwegs). Naja.

    Natürlich hat mich das anfangs auch geärgert (oder eher irritiert), nicht mehr überall dabei zu sein (gerade bei den after-business-drinks fiel mir das extrem auf - aber klar, einer, der nichts trinkt, ist da eher ein Störfaktor - vielleicht das schlechte Gewissen, oder?), aber zu ändern ist diese Situation schwer. Zumindest wenn die Abstinenz vorrangiges Ziel ist.

    Die Zeiten ändern sich eben; in der Vergangenheit verhaftet zu sein, ist für trockene Alkoholiker nicht gut. Ich bin daher selbst immer ein wenig auf der Suche nach Neuem, neue Bekanntschaften, neue Hobbies, Betätigungen. Denn aus meiner Sicht ist die Langeweile der größte Feind der Abstinenz.

    Ich fürchte, als trockener Alkoholiker wird man immer mal wieder an die früheren Zeiten zurückdenken (tue ich ja auch so ab und an), die es so halt nicht mehr gibt. So wie an die erste Liebe, das erste Auto, den ersten Urlaub ohne Eltern oder was weiß ich...

    Andererseits: Mit der Zeit legt sich diese "Unzufriedenheit" oder auch Unruhe, glaub's mir.

    LG, Stef.

  • Hallo Kazik,

    Du hast da natürlich in allem Recht, was du sagst. Ich wollte allerdings nicht zum Saufen eingeladen werden, ich hätte mich halt generell über eine Einladung gefreut, auch als Nichttrinker.

    Und das Theater war eine Idee von mir, mal wieder das Schneckenhaus zu verlassen. Dass auch das eine Saufveranstaltung wird, hätte ich wissen können, ja. Aber gehofft hab ich vielleicht auf was anderes, ich weiß es nicht genau.

    Ich wohne halt auf dem Dorf, dort lernt man keine neuen Leute kennen und wenn man was unternehmen möchte, dann trifft man zwangsläufig immer die gleichen Leute. Und ich kann und will einfach nicht mehr jeden Samstagabend auf dem Sofa verbringen, das ist mir einfach zu wenig.

    Das "Experiment" war vielleicht eine unglückliche Wortwahl, ich sehe die Abstinenz schon als notwendig für mich an. Aber meinem Suchthirn geht sie immer noch ganz gehörig gegen den Strich, das wartet immer noch auf seine Belohnung. Und das ganz hartnäckig schon seit über einem Dreivierteljahr.

    Ich habe hier schon oft gelesen und auch in der SHG gehört, "Kampf", "Willen" und "Messer zwischen den Zähnen" funktioniert auf Dauer nicht. Aber diese vollständige Kapitulation bekomme ich einfach nicht gebacken. Ich dachte mal eine Zeitlang, dass ich es geschafft hätte, aber das hat sich aktuell leider als falsch entpuppt. VG Soapstar

  • Hallo Stef,

    Denn aus meiner Sicht ist die Langeweile der größte Feind der Abstinenz.

    das trifft es zu 100%. Aber leider kann ich sie nicht komplett verhindern. Ich will dem Dorfleben jetzt auch nicht die Schuld geben oder Verantwortung von mir wegschieben, aber es ist hier halt anders als in der Stadt.

    Ich kann hier abends nicht einfach mal essen gehen außer im Wirtshaus und wen ich da treffe? Die trinkenden Bekannten auf jeden Fall... und auch alles andere ist hier von Freitagmittag bis Sonntagnachmittag mit Alkohol verbunden. Da komm ich gar nicht drumrum, wenn ich nur vor die Türe gehe. Leider ist halt auch mein Leben hier verwurzelt, Arbeit, Eltern, alles hier und eigentlich will ich hier auch gar nicht weg.

    Auf jeden Fall fühle ich mich gerade schon besser, einfach weil ich das hier mal aufschreiben konnte.

    VG Soapstar

  • hallo Soapstar

    nur mal so ein gedankengang von mir. steigst du eigentlich gern mit einem gegner in den ring der dir haushoch überlegen ist? ich red hier auch nicht von david gegen goliath, weil den kampf hast du schon vor langer zeit verloren;) du setzt dich selber unter druck in dem du den alten "nassen" zeiten nachtrauerst. das klingt alles andere als vernüpftig. lass doch den rest sein ding machen. wenn der einzigste bezugspunkt der ist, ordentlich einen zu bechern, würd ich per definition "feunde" noch mal neu überdenken. vielleicht bekannte, aber keine freunde die sich sorgen um dich und dein wohlergehen. setze dich mit dir und deiner abstinenz auseinander, lass die anderen aussen vor. keiner von denen wird an deiner seite sein wenn du wieder rückfällig wirst und der ganze mist von vorne losgeht. klar kann ich verstehen das du versuchst , gerade in einem kleinen dörfchen, was zu erleben und wenn es nur das witshaus ist. aber du merkst ja selber , dass du an deine grenzen kommst. ich wohne in einer großstadt und tue mir das auch nicht an. warum auch? es ist mein leben, meine gesundheit und meine entscheidung...wenn du deine mitte gefunden hast, wirst du sehen das sich viele sachen von ganz allein erledigen, ohne gross erklärungen abgeben zu müssen. bleib bei dir, dass leben hat mehr zu bieten...

    gruss

  • Hallo Soapstar,

    die beiden Episoden lesen sich traurig; kann voll verstehen, dass da Bitterkeit bei dir entsteht, durch das gar nicht nicht eingeladen worden zu sein. (Kann es dafür noch weitere, andere Gründe geben?) An deiner Stelle wäre ich weggefahren und hätte mir das Spektakel vom Balkon aus nicht gegeben.

    Die Beschäftigung mit dem vollständigen inneren Loslassen vom Gift halte ich für essenziell - sie macht das abstinente Leben leicht und entspannt. Ich hatte dir in #57 dazu geschrieben …

    Meine Kapitulation hat das Mantra: Der Traum* ist aus. (*vom genussvollen seltenen Schluck). Ich neige dazu, für solche Eigen-Gehirnwäsche meine eigenen Vokabeln zu benutzen - ist bei mir am wirksamsten und hat funktioniert.

    Treffen mit alten Freunden finden bei mir schon noch statt; derartige Ausladungen habe ich nicht registriert. Jedoch hatte ich mich länger zurückgezogen, mit wenigen wohlüberlegten Ausnahmen.

    Ich setze insofern Grenzen, dass ich Kneipen vollständig meide. Es sind durchweg echte, alte Freunde, mit denen ich offen über meine Abstinenz rede. Die trinken dann schon ihr Bier, aber es ist keine Sauferei; stört/triggert mich null. Und ich kann immer und jederzeit gehen, darauf achte ich und das würden sie auch verstehen und akzeptiere.

    Einem Gartenfest, wie von dir beschrieben, bin ich bis dato ferngeblieben. Einfach, weil die Stimmung nach kurzer Zeit zu feuchtfröhlich würde; vielleicht später mal, dosiert, für kürzere Zeit.

    Das ist halt der "Preis" für die eigene neue Freiheit. Ich halte ihn für niedrig, verglichen mit der "Gesamtrechnung".

  • deine alten saufkumpane wollen dich nicht dabei haben denn du hälst ihnen den spiegel vor indem du nicht trinkst. aber ich verstehe auch nicht so ganz was es dir bringt wenn die anderen saufen und mit steigendem pegel der stuß der gelabert wird paralel ansteigt. wieso gibt man sich sowas oder besser, was vermißt du daran? was gibt dir das?

    du solltest wirklich schauen durch deine hobbys andere menschen in dein leben zu lassen deren haupthobby es eben nicht ist sich die lichter aus zu schießen. die siehst du aber nicht wenn du nur zu denen schaust die saufen. die die nicht saufen sind dort nicht zu finden, denn die haben eben auch keine lust auf dämliches gelaber.

    du solltest dich endlich umdrehen, das säuferlager verlassen und mal im sportverein, im hobbykurs oder so nach menschen suchen die es schaffen sich einen kaffee oder mineralwasser zu bestellen. so lange du das nicht wirklich umsetzt wird der suchtteufel immer weiter mit der pulle vor deiner nase rumwedeln.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Ich find es nur sehr schade, dass du immer noch nicht zufrieden lebst und ich werde mich mit Tipps zurückhalten, weil es bei mir nicht so war. Es hat sich von Anfang an einfach nur gut angefühlt und war nie ein Kampf. Aber ich kann mir vorstellen, wie ätzend das sein muss und ich wünsch dir, dass sich bald was ändert. Vor allem in dir drin.

    Lieber Gruß

  • Hi Soapstar ,

    noch mal eine Ergänzung zu Kapitulation, Wille und wie ich das in meinem Kopf gelöst habe.

    Das erste und wichtigste was ich hier für mich mitgenommen und verinnerlicht habe, ist das es für mich als Alkoholiker eine Notwendigkeit ist das ich nicht trinke. Weil ich dann sofort wieder auf dem elendigen Weg des Saufens bin und schlussendlich genauso elendig daran draufgehe.

    Und weil es eine Notwendigkeit brauche ich vor meiner Sucht auch nicht zu kapitulieren. Ich habe das trotzdem gemacht aber das war für mich eigentlich nur eine "Formsache".

    Und weil es eine Notwendigkeit ist, brauche ich meinen Willen auch kaum. Klar musste ich am Anfang die Zähne manchmal zusammenbeißen aber inzwischen muss ich das schon sehr lange nicht mehr. Im Prinzip habe ich meinen Willen nur in Bereitschaft dafür, wenn ich völlig unerwartet in eine riskante Situation komme oder wenn es irgendwelchen Gründen starken Saufdruck bekommen sollte. Beides ist bis jetzt nicht passiert und für beides habe ich ja auch noch meinen Notfallkoffer.;)

    Liebe Grüße Kazik

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    abstinent seit 10.12.2024 / Heute trinke ich nicht.

  • ich hätte mich halt generell über eine Einladung gefreut, auch als Nichttrinker.

    Und dann? Absagen oder hingehen und den anderen beim Saufen zuschauen und deren Gelaber zu hören. Ich sehe es als sehr vorteilhaft an, nicht mehr von ehemaligen Mittrinkern angesprochen oder eingeladen zu werden. Denn eins steht fest, die hätten eh gesoffen. Und so etwas optisch und akustisch zu ertragen, ist mir mittlerweile zu viel, das tue ich mir nicht mehr an.


    Im Übrigen handelt es sich bei den wehmütigen Erinnerungen um ziemlich direkte Grüße Deines Suchtgedächtnisses. Aus Dir spricht die Sucht und die will nur eins, Dich wieder ans Saufen bringen.


    Such Dir ein paar sinnvollere Beschäftigungen, die nicht mit Deinen früheren Mitsäufern verknüpft sind.

  • Das hab ich bei schönem Wetter alles vom Balkon aus beobachtet (ich bin kein Spanner, mein Balkon zeigt einfach auf seinen Garten), denn ich war einfach nicht eingeladen.

    Da hätte ich nicht aus dem Fenster geguckt, am besten wäre ich woanders hingefahren

    Kein "Hallo, komm rüber, nimm dir Steak und Bier", wie es bis letztes Jahr regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr vorkam. Das hat mir echt weh getan und ich denk, man wollte den Langweiler halt nicht dabeihaben.

    Ist das nicht völlig falscher Umgang wenn man trocken ist? Ich bin froh wenn mich keiner in die Nähe von Alkohol bringt. Du bist kein Langweiler, du bist süchtig und schützt dich, oder nicht? Wenn ich für jemanden ein Langweiler bin denke ich: Du weißt garnicht was bei mir los ist. Juckt mich auch nicht- ich mache was für MICH am besten ist

    Letzten Samstag war ich mit Freunden (die letzten richtigen, wie ich dachte) im Theater, weil gemeinsame Bekannte dort aufgetreten sind. Es wurde auch dort in 90 Minuten ein Bier nach dem anderen getrunken, obwohl sie von meinem Problem und auch der unzufriedenen Abstinenz wissen. Rücksicht Fehlanzeige.

    Wenn ich an die Grundbausteine denke, völlig falscher Ort. Ich werde die Grundbausteine wohl für immer anwenden. Ich bin einfach zu süchtig.

    All diese Erlebnisse machen mich z.Zt. echt traurig und ich hadere auch nach neun Monaten immer noch mit meinem neuen Leben und denk mir manchmal "Schluss jetzt mit dem Experiment, das bist einfach nicht du, du bist Säufer, fertig aus".

    Deshalb keine Erlebnisse dieser Art- das macht es doch viel Entspannter. Ich habe 0,000000 Kontakt zum Alk und das tut mir sowas von gut. Warum hast du aufgehört zu Saufen? Willst du dort wieder hin. Also ich nicht

    Aber Zufriedenheit stellt sich leider immer noch nicht ein.

    Klar, keine Zelle, kein Krankenhaus usw. ist natürlich super und lohnenswert, aber es reicht mir einfach nicht, um nicht manchmal wehmütig an die Saufzeit zu denken.

    Womit bist du unzufrieden? Was fehlt dir? Ich denke es ist dein Saufhirn.

    Teilweise bei den KLEINSTEN negativen Gefühlen meldet sich schon mein Saufhirn. Mir gehts da nicht anders. Das nervt sehr. Es soll seine Schnauze halten- macht es aber nicht. Aber mit Alkohol habe ich danach die GRÖßTEN negativen Gefühle.

    Lieben Gruß

    Heute trinke ich nicht

  • Achso, dir wird es von Jahr zu Jahr immer schlechter gehen, je älter du wirst- so ist es bei mir. Es ist eine krankmachende tödliche Krankheit die alles schöne mit sich reißt. So habe ich es hier gelernt. Ist das richtig?

    Heute trinke ich nicht

  • Ich will dem Dorfleben jetzt auch nicht die Schuld geben oder Verantwortung von mir wegschieben, aber es ist hier halt anders als in der Stadt.

    Ich wohne auch auf dem Dorf. Da muss man etwas kreativer werden. Hast du ein Auto? Kannst du Zuhause Kraftsport machen? Oder so richtig lange in der Natur spazieren gehen, so 1-2 Stunden? Das tut mir immer extrem gut. Wie siehts aus mit zocken? Vielleicht holst du dir mit deinen Eltern etc. einen Hund? Hast du eine Partnerin? Die hält einen auf Trab und man ist nie alleine.

    Es gibt doch so nen Spruch: Es gibt für alles eine Lösung. Ob der stimmt? Ich weiß es net:/

    Heute trinke ich nicht

  • Achso, dir wird es von Jahr zu Jahr immer schlechter gehen, je älter du wirst- so ist es bei mir.

    Hallo Abstinenzler

    Von Jahr zu Jahr, aha.woher willst du das wissen?

    Ich werde auch jedes Jahr ein Jahr älter, unvermeidlich ,erwarte aber nicht das es mir von Jahr zu Jahr besser geht,das wäre Quatsch.

    Altwerden ist nix für Feiglinge :lol:

    Das geht nur ohne Alkohol, mit wäre ich schon lange hops.

    Aber mit jedem Jahr trocken steigt die Zufriedenheit und die Lebensqualität.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Die ersten paar Wochenenden waren die Erinnerungen an die letzten Abstürze noch sehr präsent und das Verlangen deswegen sehr klein. Aber die Erinnerungen verblassen leider viel schneller als der Gedanke an "gesellige Runden".

    Ich hab mal deine alten Beiträge überflogen, ich weiß nicht, ob Du sie Dir auch nochmal durchgelesen hast…

    Da waren zu Saufzeiten mal die 3 K‘s …Wie haben Deine „Kumpels“ ( wäre eigentlich das 4. K) darauf reagiert, wenn Du mal nicht im Vollrausch gefunden hast?


    Lange Rede kurzer Sinn, ich fühlte mich nicht ernst genommen

    Wahre Freunde nehmen mich Ernst

    Ich bin immer noch trocken und aktuell nicht mehr ganz so neidisch auf trinkende Mitmenschen

    … da scheint wohl aktuell der Neid gepaart mit Suchtgedächtnis wieder gewaltig an Deine Tür zu klopfen….

    und nicht wirklich hat sich seit letzten Sommer etwas verändert…

    Ich wohne auch auf dem Dorf. Wenn Besoffene vollgepinkelt, gröhlend und torkelnd nach Hause gehen, hat die Dorfgemeinschaft mal wieder Gesprächsstoff und derjenige hat die Lacher auf seiner Seite.
    Möchtest Du wieder dazugehören?

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

    Einmal editiert, zuletzt von Tabsi (19. März 2026 um 20:30)

  • Ich hab mal deine alten Beiträge überflogen, ich weiß nicht, ob Du sie Dir auch nochmal durchgelesen hast…


    … da scheint wohl aktuell der Neid gepaart mit Suchtgedächtnis wieder gewaltig an Deine Tür zu klopfen….

    und nicht wirklich hat sich seit letzten Sommer etwas verändert…

    Hallo Tabsi,

    habe heute tatsächlich meine alten Beiträge hier gelesen und ja, ich bin wohl immer noch dort, wo ich letzten Sommer auch war.

    Es erschreckt mich irgendwie schon, dass ich gefühlt aktuell der einzige bin, der so denkt und fühlt, wie ich das tue. Andere haben den Punkt zum Glück schon länger überwunden oder nie gehabt und sind Gott sei Dank (ich gönne es wirklich jedem von Herzen) zufrieden abstinent.

    Mein Suchthirn hingegen kommt gerade wirklich mit den dümmsten Ideen überhaupt daher. "Sauf halt mal wieder, um dir wirklich zu beweisen, dass es schei*e ist" oder "Du bist ja vielleicht doch kein Alkoholiker. Als du dir die Diagnose gestellt hast, warst du halt gerade down". Ich kann gar nicht glauben, dass das wirklich in meinem Kopf spukt, ich hab schließlich alles, was in meinem Leben schief gelaufen ist, dem Alkohol zu "verdanken".

    Ich habe morgens um 5 verkotzte Klamotten gewechselt, um mit dem Fahrrad zum nächsten Bahnhof und von dort mit dem Zug in die nächste geöffnete Spelunke zu fahren, um mich dort weiter abzuschießen und orientierungslos eingesperrt zu werden und glaube immer noch, dass es aber auch mal wieder lustig sein könnte, auf Sauftour zu gehen. Echt nicht normal...

    Ich erwarte selbst in einem Alkoholikerforum nicht, dass das gerade jemand nachvollziehen kann, aber das Niederschreiben tut echt gut.

    Ich werde heute leider nicht mehr antworten, da ich jetzt ins Bett muss, da der Wecker morgen um halb fünf klingelt. Nochmals vielen Dank für alle Antworten und viele Grüße

    Soapstar

  • Sicherlich bist Du nicht der einzige. Die Rückfallquote liegt immerhin bei über 90 % und nur wenige schaffen es, lebenslang trocken zu bleiben. Die, die es nicht schaffen, sind über kurz oder lang irgendwann ein Pflegefall oder begraben.

    Ich brauche den Alkohol nicht mehr, für mich ist jedes alkoholische Getränk ein aus Ethanol bestehendes Nervengift. Zu Trinkzeiten habe ich mich damit nicht befasst, Alkohol gehört(e) auf dem Dorf mit dazu, Wein oder Prosecco zu trinken war Lifestyle. Niemand, mich eingeschlossen, stellte sich da die Frage, was man sich da gerade einflößt. Kenne heute noch die Sprüche: „ trinke ja nur Bier oder Wein“.

    Es gibt nur 2 Optionen: Leben oder am Alkohol krepieren. Es liegt an Dir, wofür Du Dich entscheidest.
    Schlaf gut.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

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