Johanna89, bis zum Hals in Dysfunktionaler Beziehung und Co Abhängig

  • Ich denke der Unterschied bei nassen Alkoholikern, speziell meinem Mann ist: die spirale dreht sich immer wieder im Gegenteil: es passieren viele Dinge, die verletzen, und er wird sicher im Nachgang in irgendeiner Form ein schlechtes Gewissen haben oder?

    Was bringt es dir, zu wissen, ob er ein schlechtes Gewissen hat? Das macht eine Situation, die sich ständig wiederholt, nicht besser. Schuldgefühle sind keine Handlung, sie ändern nichts.

    Wenn das Leid groß ist, zählt Handeln , nicht das Grübeln darüber, was einer im Besoffenzustand oder danach angeblich denkt. Oder?

    Er sagte, eher zynisch: „Ja klar, was bin ich denn sonst?!“ Und das war es dann auch wieder. Komischerweise fühlte ich hauptsächlich ein Gefühl: Entwaffnung.

    Ich nannte es mein inneres Alibi: „Ich bin Alkoholiker, ich muss eben trinken.“ Damit war erst einmal Ruhe. Später kam der nächste Schritt: „Ich suche mir Hilfe. Ich schaffe es nicht allein, kannst du mir helfen?“ Der Wille wird betont, doch in Wirklichkeit passiert nichts.

    Aber das weißt du ja schon;)

    Konsequenzen bzw Verhaltensänderungen sind natürlich keine Feststellbar. Im Gegenteil.

    Er wird weitersaufen, solange er selbst nichts ändert oder zugrunde geht. Und du bist in diesem Moment nur Mitläufer im Suchtsystem. Und ohne eigene Handlung bleibst du Teil des Kreislaufs.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • sicher im Nachgang in irgendeiner Form ein schlechtes Gewissen haben oder?

    wäre ein Super-Saufgrund. Ich bin so schlecht, um mich ist es ja nicht schade, wenn ich weitersaufe.
    Ein Nasser denkt nass, und das ist nass.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Lieber Hartmut, lieber LK, danke euch für diese tiefen Einblicke! Ich weiss auch nicht warum das wichtig für mich ist, die Zusammenhänge zu verstehen. Vielleicht versuche ich damit die Gesamtsituation irgendwie vorhersehbarer zu machen?! Den Punkt „Ich brauche Hilfe“ hat er jedenfalls noch lange nicht erreicht. Ich war es, die heimlich in der Suchtberatungsstelle war.

    wäre ein Super-Saufgrund. Ich bin so schlecht, um mich ist es ja nicht schade, wenn ich weitersaufe.

    Das macht absolut Sinn. Ich denke schon das er der Typ ist für Trinken um nichts aushalten zu müssen. Merkt man eigentlich immer wenn von irgendwo Gegenwind kommt (nicht mal in Bezug auf Alkohol) dann wird es immer extrem.

    Aber wieso folgen dann auf die Tage (Nächte) in denen er es so richtig übertreibt, immer Tage in denen er bemüht ist „normal“ zu wirken? Also wie gesagt er trinkt dann natürlich trotzdem. Aber anders ist es dann schon.

    Und woher kommt dieser Hass und die Verachtung gegen mich?

  • Weiss nicht, ob Dir das jemand wirklich sagen kann.

    Ich habe zwar auch exzessiv getrunken und mich mit meiner Frau heftig gestritten, aber so nen extremen Hass, wie Du das mit der Kamera beobachtet hast, hatte ich nicht.
    Im Streit und dazu besoffen wird es natürlich schon mal schräg.
    Ich hab ihr einmal eine gelangt und sie hat mir einmal ein Weizenglas über den Kopf gezogen. Damit hatten wir Gleichstand und wir waren uns einig, das kommt nicht wieder vor. Streit an sich gehört für uns zu einer Beziehung.

    Was sehr häufig der Fall ist, was wir auch hatten, dass der Trinker es als persönlichen Angriff auffasst, wenn ihn jemand vom Trinken abhalten will.
    Aus meiner Logik war es völlig klar, dass Saufen absolut normal ist und ich jedes erdenkliche Recht dazu hatte.
    Und wer mir das absprechen wollte, war nicht mein Freund.
    Und ich wollte auch keine Partnerin, die sich an meiner Sauferei störte. Das entwickelte sich und dann waren Gefühle da, sonst wäre das ein klarer Fall für Trennung gewesen.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Lieber LK, wow, danke für deine Offenheit. Ich kann mir vorstellen dass das nicht einfach ist und schätze das sehr.

    Das ist ja der Punkt der so irritierend ist für mich:

    - ich meide Konflikte
    - ich ignoriere Provikationen
    - ich kommentiere NIE wenn/ob/was er trinkt. Habe insgesamt zweimal gefragt oh er was getrunken hat, weil er angeboten hat, zu fahren. Beide male hat er mich angelogen. Zum Glück hatte ich da schon die Vorräte gescannt und wusste dass er was getrunken hat. Ich beobachte das still und leise um für mich eine Einschätzung der Lage zu haben
    - ich halte ihm alles vom Hals, was irgendwie anstrengend sein könnte. Auch aus Selbstschutz. Er muss nicht mal auf unseren Sohn ein Auge haben, ich nehme ihn mit wenn ich das Haus verlasse. Vor allem wenn er getrunken hat, das kann ich nicht verantworten.
    - ich bin (typisch Co) auch die Beschafferin. Frage ob ich was mitbringen soll. Tue es teilweise auch unaufgefordert wenn ich kistenweise Altglas entsorgt habe und dadurch weiss, dass seine Vorräte zur neige gehen. Bin sogar an Heiligabend vormittags noch zum Getränkehändler meines Vertrauens gefahren um ihn für die Feiertage zu versorgen.

    Das ist alles nicht richtig. Weil ich damit seine Sucht unterstütze, und damit auch seine Erkrankung, ich weiss. Und ich schäme mich unendlich dafür. Aber ja, ich habe Angst. Und ja, es ist leichter wenn er was getrunken hat. Entzügig ist es noch schlimmer.

  • Du brauchst wirklich dringend Hilfe!

    Das ist absolut krank, toxisch und absolut ungesund für dich, was du da machst.

    Und warum fragst du dich, warum er nicht aufhört zu trinken? Warum hörst du nicht auf, dich aufzuopfern und das kranke System aufrecht zu erhalten? Mir tut euer Kind unendlich leid, ihr seid erwachsen, ihr könnt mit eurem Leben machen, was ihr wollt, aber er ist auf euch angewiesen und euch hilflos ausgeliefert.

  • Hallo Johanna,

    das ist doch der totale Widerspruch. Dich belastet seine Sucht, seine Trunkenheit auf allen Ebenen und trotzdem besorgst du ihm sein Suchtmittel.

    Und dann dieses Verbiegen um keine Angriffsfläche zu bieten, die er wieder als Argument zum Saufen nehmen könnte. Meene Jüte, wie gut ich das kenne. Und wie wenig bzw es überhaupt nichts genutzt hat. Ich hab dadurch mir selbst geschadet weil ich völlig unfrei geworden bin. In meinem Handeln. Immer nur darauf bedacht, nix falsch zu machen.

    Und dann - Überraschung, war er trotzdem total abgefüllt.

    Und dieses Verhalten von Zuckerbrot und Peitsche, von Leugnen, dass er ein Problem hätte, dass er getrunken hätte, dass er all die Dinge, die im Suff passiert waren völlig ausgeblendet hat und ich, wenn er nüchtern war ( soweit er das überhaupt noch sein konnte) wieder sein " Engelchen" war... Das hat mich total verwirrt, meine Wahrnehmungen völlig zerstört und verdreht.

    Das war Verunsicherung pur und dieses Verhalten hat dann auch Angst in mir ausgelöst. Weil ich nie wusste, was im Grunde genommen Wahrheit oder Täuschung war, was mich erwarten würde.

    Und das hat mich psychisch kaputt gemacht, ich hatte irgendwann Depressionen von all dem Stress, den sein Verhalten mir gemacht hatte.

    Geholfen hat mir im Endeffekt wirklich nur die Trennung. Mein Rückzugsort an dem ich in Ruhe und Sicherheit war.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Hallo Johanna89,

    Du möchtest, dass er etwas ändert. Nämlich aufhört zu saufen!!!!!

    Warum änderst du nicht etwas?

    Ich kann deine Ängste sehr gut nachvollziehen. Angst davor, alles alleine zu Stämmen. Finanziell usw. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es in jeglicher Hinsicht Hilfe gibt. Jobcenter zahlt dir Miete und du bekommst Geld zum leben, Unterhaltsvorschuss usw.

    Du wirst nicht auf der Straße leben oder verhungern. Glaube mir. Das einzige, was du tun musst ist losgehen. Dich selbst dazu zwingen, den ersten Schritt zu machen. Und du kannst dir jetzt gar nicht vorstellen, wieviel Unterstützung du bekommen wirst. Denk an dein Kind. Es ist deine Pflicht, dein Kind zu schützen!!!!!!!!! Ich habe das alles hinter mir. Vor 4 Jahren bin ich losgelaufen und das war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich hatte 2 Kinder, keine Wohnung und kein Job. Heute bin ich glücklich und meine Kinder haben eine ruhige und stabile Kindheit. Du bekommst bei allem Hilfe. Musst nur offen und ehrlich sein, damit man deine Not erkennt. Es ist viel einfacher, als du denkst.


    LG Fee

  • Liebe Johanna89 ,

    ich habe deinen ganzen Faden gelesen und noch viele weitere von Co-Frauen. Ich bin eine EKA und das Thema spielt seit über 30 Jahren in meinem Leben eine Rolle. Ich lese viel bei den Co‘s, weil ich auch diese Seite gern verstehen möchte, verstehen möchte, warum meine Mutter die Sucht meines Vaters seit so langer Zeit trägt, was sie bei ihm hält, warum man die Erniedrigungen über sich ergehen lässt, ständig Hoffnung schöpft, Enttäuschungen überlebt, zwar weiß, dass jede Liebesbekundung Bull-shit ist und sie trotzdem in sich aufsaugt.

    Du hast ein Kind und am Anfang erwähnt, dass es den Papa sehr liebt. Ich habe meinen Vater abgöttisch geliebt. Ich würde sogar sagen, dass wir beste Freunde waren. Und doch habe ich erst jetzt als Erwachsene verstanden, welchem psychischen Druck er mich ausgesetzt hat. Beispiele dafür hätte ich genug. Als ich älter war, habe ich sein Problem erst erkannt und da war ich aber selbst schon in der Co-Abhängigkeit (glaube ich im Nachhinein) zumindest.

    Bitte stehe für dein Kind ein, denn was hat es denn in dem Zusrand von seinem Vater? Du kannst die Situation lenken und die Zukunft deines Kindes gestalten.

    Liebe Grüße

  • Liebe Johanna,

    Was du schreibst, klingt furchtbar. Euer Kind tut mir Leid. Es lernt doch gerade auch, dass die Mama sich alles gefallen lässt. Bloß nicht auffallen. Immer dem Papa gefallen. So oder so ähnlich liest es sich für mich.

    Dein Sohn liebt seinen Vater. Meine Kinder lieben ihren Vater auch. Aber sie werden größer und verstehen mehr. In einer solchen Dynamik groß werden ist nicht unbedingt schön. Kinder nehmen viel mehr auf als man denkt. Das kommt nur alles später raus, nicht unbedingt gleich.

    so wie du deinen Mann beschreibst, vor allem mit seiner Wut, hätte ich Angst vor ihm. Ich hätte Angst was im Suff noch alles passieren könnte.

    Der Vater meiner Kinder wurde im Suff teils aggressiv gegenüber den Kindern. Mein großes Kind erinnert sich noch gut an eine Situation, wo der Vater sie auf die Treppe geworfen hat. Trotzdem lieben sie ihren Vater.

    Ich hatte Angst vor dem Auszug, vor allem wegen der Finanzen. Es hat sich alles gefügt, wir kommen zurecht. Du kannst viele Hilfen beantragen.

    Ich hoffe du findest den Mut um die ersten Schritte zu gehen.

  • Liebe Johanna,

    ich kann mich den anderen nur anschließen.

    Und dann bekam ich zwei recht teure Geschenke zu Weihnachten, ein Konzert im Sommer und noch eine Auswärts-Aktivität im März. Natürlich freue ich mich, aber wie soll das bitte funktionieren?!

    Das kenne ich. Teure Geschenke und nach außen war der Schein gewahrt, dass er alles für dich tut. Das wurde dann auch schön heraus posaunt. Da wird die Partnerin dann doch wohl nicht undankbar sein, und es nicht zu schätzen wissen. Das gehört alles zum System der Manipulation. Ich hab dann irgendwann gesagt, dass ich keine Geschenke mehr möchte, sondern nur einen Mann an meiner Seite der nicht säuft. Das konnte er mir nicht geben und damit war das Thema durch. Ich habe keine Geschenke mehr angenommen, keine Ausflüge und Konzerte mehr geplant oder mit ihm besucht und auch keine Blumen mehr angenommen. Ich wurde mit meinem Verhalten laut und unbequem.

    Momentan ist es eher so, als hätte ich ein großes erwachsenes Kind, das nur Chaos verursacht.

    Auch das kenne ich. Ich hatte zeitgleich drei pubertierende Personen im Haushalt, wovon eine Vater und Ehemann sein sollte.

    Ich musste weinen vor Wut, dass eben nicht einfach ein Mann in Reichweite ist, der sagt „Zeig mal her, ich regel das!“ Mein Mann war ja schon längst wieder nach oben verschwunden. Ihn dazu holen hätte absolut keinen Sinn gemacht. Er kann nicht mal einen Imbus-Schlüssel erkennen. Und ich hätte wieder nur abwertende Kommentare über meine neue Küche geerntet. Also Krone gerichtet, YouTube-Tutorial gegoogelt und nachdem ich beide Schubladen raus, und wieder eingesetzt hatte, war alles wieder ok.

    Auch dieses Gefühl kenne ich. Ich habe regelmäßig beim einkaufen geweint, wenn ich Paare gesehen habe, die ihre Essensplanung beim gemeinsamen Einkauf tätigen. Ich war immer alleine unterwegs. Alleine beim Einkauf, alleine auf dem Spielplatz, alleine bei Veranstaltungen in Schule und im Kindergarten.

    Sieh es als Vorbereitung. Ich kann inzwischen streichen, bohren, einen Spülkasten auseinandernehmen, entkalken und wieder zusammenbauen und eine Autobattetie ab- und wieder anklemmen. Ganz abgesehen von den anderen Tätigkeiten, die eh immer auf mir hingen, wie Rasen mähen, Büsche schneiden, Luftdruck am Auto messen, die Fahrräder der Kinder reparieren, Möbel zusammenbauen und vieles mehr. Es gibt nichts in meinem Leben mehr, wofür ich einen Mann brauche.

    Du hast erkannt, dass es ein Problem gibt. Du hast dir hier Informationen geholt, die richtigen Fragen gestellt und für dich alles eingeordnet. Nun ist es an der Zeit zu handeln. Bereite dich vor, sichere Papiere, lass dich beim Amt beraten. Du hast Angst und bist unsicher, aber es gibt einen Weg da raus. Du wirst aufgefangen mit unserem Sozialsystem. Setzte einen Fuß vor den anderen. Und hör auf, seine Sucht zu unterstützen.

    Setz klare Grenzen, die du offen aussprichst und dann auch einhalten kannst. Bereite dich vor, damit du im Falle einer Eskalation einen Plan B hast. Ich habe das alles hinter mich gebracht und es war nicht leicht, aber ich bin wieder glücklich. Ich lebe nicht mehr in ständiger Angst und Unsicherheit. Es lohnt sich.

    Und ganz zuletzt: bitte rette dein Kind. Ich habe 2 Töchter, die seelisch nicht unbeschadet aus der Sache herausgekommen sind und auch sie lieben ihren Vater. Diesen Menschen gibt es aber nicht mehr. Er hat sich inzwischen so verändert, dass er mit der ursprünglichen Version nichts mehr gemeinsam hat.

    Du bist die einzige, die etwas tuen kann. Hilf ihm mit Nichthilfe. Hilf dir mit Selbstfürsorge. Und hilf deinem Kind indem du ein trockenes Umfeld schaffst, frei von Ängsten und Unsicherheit. Du bist das einzige funktionierende Elternteil und hast eine Verantwortung und Pflicht gegenüber deinem Kind.

    LG ☀️

  • Heute möchte ich mich mit einem aktuellen Stand melden.

    Vorab, ich bin absolut ängstlich, wie wahrscheinlich alle Frauen in dieser Lage.

    Ich fahre am Montag für 4-5 Tage in eine andere Stadt ins Hotel wegen einiger Termine dort. Mit meinem Sohn, ich nehme meine Hunde mit, und natürlich das Auto.

    Und ich habe einen Plan:

    Bei einer günstigen Ferienwohnung habe ich bis dahin vorab reserviert.

    Ich werde ihm kurz vor der Abreise sagen, dass ich eine räumliche Trennung möchte, weil die Situation für mich, und vor allem meinen Sohn nicht mehr tragbar ist. Und er sich bis Donnerstag überlegen soll, ob er das Haus verlässt oder ich.

    Wenn er es nicht möchte, werde ich nicht zurückkommen.

    Davon hängt maßgeblich der weitere Verlauf unserer Ehe ab: ist er einsichtig und packt im Sinne unseres Sohnes seine Sachen, holt sich Hilfe und regelt seine Probleme, haben wir vielleicht mittelfristig noch eine Chance. Stellt er auf Stur, wird trotzig und lehnt sich zurück in dem Glauben dass ich das eh nicht durchziehen werde, werde ich direkt von dem Hotel in die Ferienwohnung gehen. Und im Zweifel über das Familiengericht die Zuweisung der Wohnung beantragen. Mein Sohn hat sich hier gerade eingelebt, ich möchte das so unkompliziert wie möglich für ihn machen.
    Wie denkt ihr darüber? Schaffe ich das? Ich habe so Angst. Es ist alles so viel.

  • Ich werde ihm kurz vor der Abreise sagen, dass

    Hm, könnte das gefährlich werden? Oder laut?

    Hund und Kind im kalten Auto, ihr beide streitend im Haus?

    Wenn eh bekannt ist, daß du für paar Tage wegfährst, könntest du ihm das auch aus der Ferne kund tun, oder?

    Nur mal laut gedacht.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Liebe Linde, in diesen Momenten wird klar warum es sinnvoll ist sich hier auszutauschen.
    Auf die Idee, das aus der Ferne zu kommunizieren, bin ich noch gar nicht gekommen.

    Aber ich habe so Angst. Dass ich mein gerade erst eingerichtetes Häuschen nicht wiedersehe. Ich kann überhaupt nicht einschätzen inwieweit er sich kooperativ zeigen wird. Wenn er dann einsieht dass es vor allem für den Kleinen das beste ist, wenn er das Feld räumt, würde ich meinen Bruder bitten ihn abzuholen und zu der Ferienwohnung zu fahren. Und wenn er darauf besteht stelle ich ihm gerne das Auto nach meiner Rückkehr vor die Tür. Das wäre noch das kleinste Übel. Alles andere, vor allem die finanzielle Situation, kläre ich dann. Ich fürchte, dass ich den Berg des „klärens“ sonst so lange vor mir herschieben würde, dass ich nicht ins handeln komme.

  • Und noch eine Frage stellt sich mir:

    Ist es richtig ihm die „Wahl“ zu lassen oder sollte ich sagen: „Ich hab in Ferienwohnung XY reserviert, ich möchte, dass du bis Donnerstag deine Sachen packst, mein Bruder holt dich, und dann sehen wir weiter!“

    Oder ist das unfair?!

  • Bei uns läuft vieles ähnlich wie bei dir. Und mittlerweile habe ich so viele Podcasts zum Thema Narzissmus gehört, dass ich weiß, dass mein Mann beides hat. Und so erklären sich für mich auch die extrem bösen Ausfälle und verbalen Attacken sowie die ständigen Manipulationen und die Schuldumkehr viel besser. Ich weiß nun, dass alles nicht "nur" am Alkohol liegt. Und bei und gab es diese Bekenntnisse zum "Alkoholiker" schon sehr oft: mal hat er sturzbetrunken im Familienurlaub meine Eltern amgefleht ihm zu helfen weg zu kommen, dann hat er kurz später wieder gesagt er sei kein Alkoholiker und das ging oft so. 3 Tage bevor ich ging sagte er noch er will sein Leben leben wie er es will, er lässt sich nicht trockelegen.

    Bei meinem Auzug sagt er wieder, er hat ein Problem, fuhr in die ambulante Suchtklinik, 2 Tage später sagte er , es ist wahnsinnig, was wir ihm angetan haben, wir haben ihn alle als Alokoholiker abgestempelt usw.. dann tut er es wieder nur für uns..Und so weiter.. Diese Endlosspirale will nicht enden. Und auch ich habe Angst nicht stark genug zu sein, zurück zu kehren und meine Lebenszeit zu verschenken und die meiner Kinder!! Und gleichzeitig habe ich auch Angst wenn wir uns scheiden lassen, wie es mit dem Sorgerecht weitergeht- was ist wenn die Kinder bei ihm sind am Wochenende? Ich verstehe dich soo gut! Es ist wirklich schwer :( aber ich würde mir so sehr ein normales Leben für mich und meine Kinder wünschen.

  • Dein Sohn ist 4 Jahre alt, du gehst mit ihm in eine andere Stadt, in ein Hotel, weil du Termine hast.
    Ist er da gut versorgt und beaufsichtigt?Muss er nicht in den Kindergarten?
    Ist das alles zu Ende gedacht von dir, auch in Hinblick auf die Ferienwohnung? Wie soll es danach weiter gehen, stell dir vor dein Mann geht zur Polizei und macht eine Vermisstenanzeige, oder schlimmer noch, Kindesentführung? Das ist dünnes Eis was du da machst, oder wir haben zu wenig Informationen, um das gut oder schlecht zu heissen.

    Ansonsten finde ich deine Geschichte und auch deine Ansichten hochgradig interessant, sie ähnelt meiner wirklich sehr, nur in umgekehrter Geschlechterrolle, und das ich vorteilhafter Weise finanziell unabhängig bin.

  • Halt Stop, nur zur Klarstellung:

    Die Tage in der anderen Stadt (das ist unsere alte Heimatstadt, wir sind kürzlich umgezogen) sind schon lange genau so geplant und mit meinem Mann abgestimmt. Und die Termine sind bei unserem bisherigen Zahnarzt und Besuche von Freunden. Wir schlafen eben nur im Hotel, das sehr Kinderfreundlich ist, und das auch nicht zum ersten mal und selbstverständlich ist mein Kind rund um die Uhr bei mir.
    Ich wollte eigentlich nicht so sehr ins Detail gehen, irgendwie habe ich immer Angst dass irgendwann jemand mich erkennt.

    Mir erschien die Gelegenheit für den Absprung bzw. den beginn der räumlichen Trennung eben sinnvoll, weil ich nicht da bin und mein Mann einige Tage Gelegenheit hat ein paar Sachen zusammenzupacken. Aber zugegebenermaßen bin ich jetzt wieder total verunsichert und habe das Gefühl alles ist falsch.

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