Dalida - Ich will es schaffen!

  • Hallo Zusammen,

    ich bin weiblich,46 Jahre alt und ganz offensichtlich bin ich alkoholkrank. Ich bin jetzt seit 4 Wochen abstinent, war in der Suchtberatung, bin nun auf der Warteliste für eine ambulante Therapie und will das unbedingt schaffen! Ich will das für mein Leben, meine Gesundheit und mein Seelenheil!

    Meine Geschichte ist glaub ich recht typisch, früher immer beim feiern getrunken, eigentlich auch wirklich selten mal zuviel, irgendwann in der WG immer mehr mit den Freunden, dann irgendwann auch alleine. Immer Prosecco oder Wein. Dann war ich über 4 Jahre in einer sehr, sehr toxischen Beziehung, wo ich schleichend immer mehr gerunken habe, auch und viel allein. Nach der Trennung bin ich aufgeblüht wieder viel feiern gewesen, viele Menschen kennengelernt, der Begleiter war immer das Glas in der Hand.

    Nach 8 Jahren Singlezeit habe ich die Liebe meines Lebens kennengelernt und wir waren das perfekte Paar über 7 Jahre! War, weil er sich vor knapp 4 Wochen wegen dem Alkohol von mir getrennt hat. Das war auch der Auslöser den Wahnsinn, der mir immer wieder entgitten ist zu beenden. Seither habe ich mich fast rund um die Uhr mit dem Thema Alkoholismus und auch der CO abhängigkeit in Foren, Podcasts, usw. Beschäftigt und tue es weiterhin.

    Letztes Jahr kamen bei mir bei einer Blutunterauchung abnorme Leberwerte zu Tage und ich habe 2 Monate aufgehört. Das fiel mir gar nicht so schwer, dann waren die Werte wieder in Ordnung und ein Urlaub mit Freunden stand bevor, wo immer viel getrunkwn wird. Ich dachte bei mir, naja in Maßen kann ich ja wieder mittrinken, natürlich war das ein Fehler. Ich merke einfach nicht wann es zuviel wird, esse dann zu wenig und dann bin ich blau. In den 7,5 Jahren bin ich 3x kurz ohmächtig zusammengebrochen wegen dem Alkohol, mein Partner musste das miterleben. Zuletzt vor 5 Wochen, dabei habe ich mir die Schulter gebrochen....

    Trotzdem habe ich danach in Maßen weiter Wein getrunken, ich dachte, dann kann ich den Schmerz mehr betäuben und endlich auch mal ein paar Stunden schlafen. Das war zuviel für ihn. Er zeigte mir Fotos die er gemacht hat von meinen Weinverstecken im Kleiderschrank und er sagte er liebt mich, aber er kann und will nicht mehr, er kann mir nicht mehr vertrauen. Selten, aber es gab Gespräche über mein Alkoholproblem, leider hab ich jetzt erfahren wohl mehr mit Freunden als zwischen uns.

    Oder ich hab es nicht immer in Erinnerung, weil schon wieder zuviel Wein intus war, sagt er...

    Jetzt bin ich geläutert und verlassen. Ich bin todunglücklich, halte aber an der Abstinenz und meinem Willen fest. Würde er mir nur die Zeit geben um zu beweisen wie ernst es mir ist und wieder Vertrauen zu können, es wäre nochmal eine riesen Unterstützung, noch mehr Ansporn ( das soll jetzt nicht falsch rüberkommen, ich mach es wie oben geschrieben für mich!)...

    Daher auch meine Bitte um Meinung von Co- Abhängigen, die das vielleicht zusammen mit ihrem alkoholkranken, einsichtigen und entschlossenen Partner geschafft haben...


    Aber natürlich freue ich mich insgesamt auf einen gewinnbringenden Austausch!

    Im Moment wissen es nur 2 enge Freunde von mir (das ernsthafte Alkproblem und die Trennung) Das wird noch ein hartes Brot für mich, mich der Familie zu öffnen. Davor habe ich Angst und ich schäme mich. Denn es ist vor Allem meine Schuld...

    Ich habe soziale Kontakte, Interessen usw vernachlässigt, wurde immer einsamer (Partner ist workaholic) und mein neuer Freund wurde immer mehr der Wein am Nachmittag /Abend.


    Es gibt sicher noch mehr zu schreiben freu mich aber erstmal auf eure Antworten!

    LG Dalida<3

  • Hallo Dalida,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Gut, dass du für dich den Absprung geschafft hast.

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich ausschließlich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.
    Wie sieht es da bei dir aus, siehst du dich als Alkoholikerin und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Nayouk,

    danke für deine Zeilen. Ja, leider Gottes bin ich Alkoholikerin und ich wünsche mir nichts mehr als ein erfülltes, abstinentes Leben! Viel zuviel hat mich diese Droge gekostet, wahrscheinlich auch so einige Lebensjahre... die Erkenntnis war in mir schon sehr lange da. Nun wird es endlich Zeit und höchste Eisenbahn es auszusprechen. Noch ist die Scham sehr groß, aber das wird


    Liebe Grüße,


    Dalida

  • Die Akzeptanz, Alkoholiker zu sein, mit all seinen Konsequenzen, hat mir erst den Weg in eine stabile Abstinenz ermöglicht.

    Da du seit 4 Wochen abstinent bist, folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich. Dort findet der eigentliche Austausch mit Gleichgesinnten statt.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.
    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Dalida

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Kennst du schon die "Grundbausteine" und den "Notfallkoffer"? Falls nicht, wäre eine hilfreiche Abendlektüre;)

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Das Forenteam
    27. August 2021 um 21:40

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Hallo Dalida.

    Ich bin Co. Deine Geschichte, deine Offenheit und dein dich auf den Weg machen berührt mich. Dafür wünsche ich dir viel Kraft.

    Und dass dein Partner für sich eine Trennlinie gezogen hat, dafür bekommt er meinen „Hut ab“… da ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer dies ist/sein kann.

    Liebe Grüße, Simsalabim 🧙‍♀️

  • Hallo,


    so in etwa finde ich mich in deiner Geschichte wieder, weil ich selbst seit 4 Monaten da durchgehe.

    Man könnte jetzt sagen, lernen durch Schmerzen aber eines ist leider wahr: es gibt selten Wege zurück und noch weniger sind sie erfolgreich, wenn man es für andere macht, als für sich. Weil dann wird der ganze "Erfolg" immer von außen sein.

    Meiner Ex war es am Ende auch zu viel, nicht mehr tragbar. Ich war vorher öfters zur Beratung und sie sah mein Bemühen. Da war immer Hoffnung.

    Den Schlüssel habe ich jedoch erst mit psychologische Unterstützung gefunden. Und ja, ich gehe seit der Trennung durch die Hölle mit den größten innerlichen Konflikten die man sich vorstellen kann. Da waren die Momente des Trinkens ein Witz gegen, um diese Gefühle zu überdecken. Das krasse jedoch ist, dass ich gemerkt habe, dass mir der Alkohol nicht dabei hilft. Das eine innere Stabilität ihn um Welten schlagen kann. Das ermöglicht es mir auch in dieser kurzen Zeit von nur wenigen Monaten ohne Rückfall, Verlangen und "jetzt ist eh egal" damit umzugehen.

    Die Suchtberatung hilft bei der Abstinenz, die Nachsorge mit dem Umgang im Alltag und Lebensphasen.

    Die Psychologin nach dem Warum. Ich weiß, dass wird hier zum Teil kritisch gesehen, mir hat aber erst diese Person die Augen geöffnet und den Blick dahin verschoben, wo ICH mein inneres Gleichgewicht verloren habe. Und erst als ich das erkannt habe.. es war nicht sofort gerade gerückt.. war diese riesen Wolke auf einmal ganz klein. Was das aber ist, ist von Person zu Person unterschiedlich. Mir hat es jedenfalls geholfen.


    Wie sich das auf das restliche Leben auswirkt, sag ich dir kurz vor meinem Tod ;) entscheidend, und das ist das einzige was für MICH zählt, dass jeder Tag seitdem erfolgreich war. Nicht ein einziges Mal kam die Versuchung.

    Und ja, ich denke auch immer dran: wenn sie mich jetzt sehen könnte, mein wahres Ich, wie wir uns kennenlernten, dann sieht sie mich wieder anders. Alkohol hinteerlässt jedoch Spuren und wenn es einmal zu spät ist, dann wird das Vertrauen für immer kaputt sein. Es kann 1 Jahr gut gehen, 2 oder 10 aber der Druck wird auf beiden Seiten immer indirekt da sein. Der Vertrauensbruch wiegt schwerer als das Trinken an sich selbst.


    Ich wünsche dir jetzt aber erstmal ganz viel Kraft und auch wenn es nicht sofort ankommt:

    Du kommst nackig allein auf die Welt, du geht's auch allein wieder. Was dazwischen ist, kannst du entscheiden. Manches mehr und manches weniger. Aber lerne dich zu schätzen und wenigstens ein bisschen mehr zu lieben als einen anderen Menschen. Lass dir dein Leben nicht wegen einer Substanz kaputt machen. Du hast jeden Tag die unglaubliche Chance es zu ändern. Nicht nur heute oder morgen, jeden Tag in deinem Leben! Und das kannst nur allein du bestimmen. Das ist eine unglaubliche Macht, die dir keiner nehmen kann.

  • Marie04 7. April 2026 um 00:36

    Hat den Titel des Themas von „Dalia - Ich will es schaffen!“ zu „Dalida - Ich will es schaffen!“ geändert.
  • Hallo Alex,

    danke der Nachfrage!

    Ja, heute ist Tag 91 ohne Alkohol begonnen und ich bin schon mächtig stolz darauf! Es gab zum Glück bisher nie wirklich starken Suchtdruck trotz sehr starkem emotionalem und psychischem Stress. Ich habe mich Familie und Freunden geöffnet. Es war erschreckend wie im privaten Umfeld allen mein Problem bekannt zu sein schien, Freunde sich Sorgen gemacht haben. Irgendwie ist davon wenig bei mir angekommen leider. Ich habe mich ja mit meiner Sucht sehr zurückgezogen, nur noch in meiner Beziehung stattgefunden, versucht Einladungen, Familientreffen aus dem Weg zu gehen, weil mich das massiv gestresst hat. Im Moment bin ich nach wie vor immer noch am liebsten allein, dabei war ich immer der geselligste Mensch überhaupt. In 2 Wochen heiratet mein Bruder, ergo großes Fest, ich hab so gar keine Vorfreude und der Gedanke stresst mich. Nichtvwegen dem Alkohol dort vor Ort, sondern weil ich da alleine hin muß, ohne Begleitung. Und ich da viele nach langer Zeit wiedersehe und keine Lust habe darüber zu sprechen.

    Der Antrag für die ambulante Therapie ist immer noch nicht durch, ist nicht so einfach weil das bei mir nicht über die Rentenversicherung läuft und auch die Suchtberatung in meinem Fall keine grossen Erfahrungswerte hat. Bis das endlich anfängt hatte ich bis diese Woche 14tägig, ab jetzt 3-wöchig ein persönliches,ca.halbstündiges Gespräch mit einem Therapeuten dort.

    Die gemeinsame Wohnung ist gekündigt, mein Expartner (es ist immer noch schlimm ihn so zu bezeichnen) ist vorletzte Woche ausgezogen und ich habe auch eine Wohnung, bin aber hin- und hergerissen, ob die die richtige Entscheidung war. Aber es ist eben sehr schwer etwas richtig tolles auf die Schnelle zu finden in der Großstadt, wenn man ein paar Kriterien hat. In jedem Fall muss ich leider richtig Geld in die Hand nehmen.

    Mein Ex und ich verstehen uns gut, aber ich kann nicht loslassen, leide zwischenzeitlich wie ein Hund, es gibt aber auch mal gute, motivierte Phasen. Im Moment habe ich das Gefühl, dass der Trennungsschmerz schwerer wiegt als alles Andere. Nichts desto trotz ist die Erkenntnis suchtkrank und Alkoholikerin zu sein allgegenwärtig, ich bin mehrmals täglich hier im Forum unterwegs, viele Abende schau ich kein Fernsehen, sonder verliere mich hier, mein neues Hobby sozusagen. Ich lerne soviel! Und bin unendlich dankbar dafür!! Ich habe schon sämtliche Filmempfehlungen durch, habe tolle Bücher gelesen, insbesondere "Nüchtern" von Daniel Schreiber hat mich sehr gefesselt. Ich hab mich sooft wieder erkannt!!! Als nächstes les ich von Katrin Sass "Das Glück wird niemals alt" und aktuell "volle Pulle" von Uli Borowka. Eben alles zum Thema. Ich denk schon an den Alkohol aber mit großer Abneigung. Bis letzte Woche war die Wohnung zu Hause voll davon, hat mich tasächlich zum Glück nicht getriggert, sonst hätte er raus gemusst. (Ex hat dann mitgenommen). In die neue Wohnung kommt Keiner logischerweise. Beim Einkaufen stört es mich nicht, ich schüttele aber innerlich immer mit dem Kopf, wenn ich die Schluckis an der Kasse sehe. Wie muss es denen gehen die ständig mit dem Suchtdruck zu kämpfen haben? Das ist der reine Spiessrutenlauf!

    Auch was so an Alkohol auf dem Kassenband landet von den Kunden! Einfach Wahnsinn! So war es bei mir ja auch und es war mir immer so peinlich, aber ich brauchte ja Nachschub!

    Ich war über Himmelfahrt auf 2 Trauerfeiern eines Freundes in der Schweiz. Seine Frau trinkt auch (aktuell vor allem) sehr viel, ich mach mir Sorgen. Nach den 2 Trauerfeiern an den 2 Tagen waren jeweils immer noch einige Freunde dort mit zu Hause und es wurde sehr viel Wein getrunken. (mein Ex und ich waren dort offiziell als Paar und haben bei der Freundin 2 Nächte geschlafen). Da hatte ich im Vorfeld Bedenken wie das wohl wird, war aber ok für mich.

    Ich habe gelesen, dass 70% im ersten Jahr rückfällig werden, ich will unbedingt zu den 30 Prozent ghören! (hier hatte ich eine noch höhere Quote gelesen)

    Das macht mir ehrlich gesagt Angst auch in Hinblick auf meine sehr schwierige emotionale Verfassung derzeit. Deswgen muss ich loslassen, aber ich schaffe es irgendwie noch nicht. Ich hoffe noch zu sehr.

    Mein Ex findet es unglaublich, dass ich jetzt nix mehr trinke, findetves total großartig, er kann aber nicht verstehen warum nicht viel eher. Er sagt, für ihn gibt es trotzdem kein zurück, zuviel und zu lange ging der Suff. Und mich zerreisst es. Ich ärgere mich sooo sehr über mich selbst und die nicht eher gekriegte Kurve.

    Habe sogar gesagt, dass ich ihm dankbar bin, sonst wär ich wohl jetzt noch nicht aufgewacht. Meine ich auch so auch wenn die Trennung fast unerträglich ist. Aber i r g e n d w a n n wird DAS besser werden, das Weitersaufen dagegen wäre nur noch Abgrund, das ist mir bewusst.

    Ich hoffe ich bleibe stark! Das ist Prio Nr. 1

    Liebe Grüße,

    Dalida

  • Und ich da viele nach langer Zeit wiedersehe und keine Lust habe darüber zu sprechen

    Du bist niemanden Rechenschaft schuldig und musst Dich auch nicht jedem erklären.

    Glückwunsch zu Deinen 3 Monaten, das ist doch toll. Im ersten Jahr +/- sollte man eher von großen Feierlichkeiten Abstand nehmen. Nun ist es aber Dein Bruder. Hast Du irgendeine Rückzugsmöglichkeit vor Ort, falls es Dir zu viel wird?

    nicht über die Rentenversicherung läuft und auch die Suchtberatung in meinem Fall keine grossen Erfahrungswerte hat

    Läuft das bei Dir über die Krankenkasse?

    _______________________________________

    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Glückwunsch zu Deinen 3 Monaten, das ist doch toll. Im ersten Jahr +/- sollte man eher von großen Feierlichkeiten Abstand nehmen. Nun ist es aber Dein Bruder. Hast Du irgendeine Rückzugsmöglichkeit vor Ort, falls es Dir zu viel wird?

    Läuft das bei Dir über die Krankenkasse?

    Hallo Tabsi,

    vielen Dank! Rückzugsmöglichkeit sind die Toilette und das Auto! :wink: Da ich selber fahren werde und das allein kann ich auch gehen wann ich will. Ich denke Braut und Bräutigam hätten da Verständnis.

    Und ja, das läuft über PKV und Beihilfestelle.

  • Btw., hatte /habe ich spätestens nach 1 Woche seit der Abstinenz einen wunderbaren Schlaf, zwar mit Einschlafproblemen wegen Gedankenkarussell, aber dagegen habe ich eine gut funktionierende App.

    Morgens aufwachen ist dafür nicht so schön und heute war nach 3 Stunden vorbei, weil ich bis spät in die Nacht hier online war und ich im Garten (Wochenendgrundstück) bin und hier einem die Sonne morgens direkt ins Gesicht scheint :), also raus, Käffchen kochen und den Vögeln zuhören.

    Das mit dem Garten ist auch ein Thema. Mein Ex meinte nach der Trennung, ich kann alles was wir zusammen angeschafft haben in der Wohnung behalten, er will nur den Garten.

    Das kann ich nicht. Es ist auch mein Zufluchtsort, mein Safespace und ich liebe es dem Stadtleben nach der Arbeitswoche zu entfliehen und hier draussen in der Natur zu sein (Fahrtweg 45 min). Also bin ich derzeit fast jedes We allein hier draussen (bin noch dabei mich daran zu gewöhnen), er kommt nur mal vorbei, macht was mit und fährt dann wieder. Plan ist evt den Garten zusammen abzugeben, oder ich behalte ihn, aber die Arbeit hier alleine zu stemmen ist für mich nicht schaffbar. Dass er ihn allein behält und ich ihn nicht mehr nutzen darf, er vielleicht das irgendwann mit einer Anderen teilt, geht für mich gar nicht. Der Garten ist mein Baby.

  • Eine Trennung mit Liebe, die man ja nicht wollte, wird lange dauern. Das geht nicht von heute auf Morgen weg.

    Du hast es schön geschrieben und das musst du dir bewusst machen: der Alkohol ist anderen auch aufgefallen. Du hast eine Trennung erlitten. Die geht es logischerweise heute nicht gut. Du willst nicht mehr trinken.

    Und du trinkst nicht mehr. Das musst du dir bewusst machen: trotz alldem greifst du nicht zum Alkohol. Du bist körperlich raus und jetzt geht es um die Stabilität. Heißt den schlimmsten und schwersten Schritt hast du hinter dir! Was du jetzt hast ist die Freiheit für dich. Du weißt was Alkohol bewirkt hat. Heißt, alle Entscheidungen und Dinge die ab jetzt passieren liegen nicht mehr am Alkohol! Der kann dir keinen Schaden mehr anrichten. Du allein bestimmst ob er wieder die Rolle übernehmen soll oder ob es das wahre Leben ist.

    Wahrscheinlich gibt es kein Zurück mehr. Ich musste auch lernen, dass nur Abstinenz nicht Vergebung heißt. Er heilt keine Verletzungen oder Vertrauensbrüche. Das ist härter zu wissen als der Alkohol selber.

    Genau das aber zeigt die: es liegt nicht an dir sondern an dem Alkohol, der das aus dir gemacht hat.
    Wenn du dir dem bewusst wirst, also richtig bis in die letzte Zelle deines Körpers, um so abstoßender wird der Alkohol. Du musst ihm dieses Image nehmen was du immer im Kopf hattest und es durch die Realität ersetzen: er macht so oder so am Ende alles kaputt. Die ersten 10 min Rausch und Ruhe fordern eine lebenslange Strafe. Vergleichbar mit dem Packt mit dem Teufel. Du verkaufst deine Seele.

    Du hast vielleicht nicht auf Verhalten und Gefühle anderer Einfluss aber auf deine. Und das einfachste ist einfach den Drink stehen lassen. Es ist nur ein Getränk! Du zahlst aber damit Trennung, Neuanfang, Liebeskummer, Zukunftssorgen usw. Das musst du immer im Kopf behalten. Nimm ihm die Verlockung.


    Was mir sehr geholfen hat war das Auseinander setzen damit, auf was verzichte ich? Wenn ich normal trinken könnte, würde ich es dann heute auch noch machen? Vor Einem Jahr war es noch: gesellige Runde. Das war das einzige was noch im Kopf war. Getrunken habe ich für mich, allein, aus Frust. Also alles andere als gesellig.
    Heute steht auf der Liste kein „Argument“ mehr weshalb der Alkohol (bisher) seine Verlockung verloren hat.

    Ich habe damit nicht nur Alkohol weggelassen, wieder Sport gemacht. Nein ich habe auch gespürt wer ich bin. Klar auch ich gehe seit einem halbe Jahr durch die Trennung mit wahnsinniger Schuld und Wissen es hätte nicht so sein müssen.

    Aber das letzte was noch was bringen würde wäre Alkohol. Ich würde es allen noch bestätigen, welchen Eindruck sie von mir zu letzt hatten.

    Ich will aber mein wahres Ich sein. Du wirst dich selber finden weil die Person die du jetzt bist und sein wirst, ist nicht mehr die alte. Du wirst bewusster und gestärkter rausgehen.

    Mir haben solche Sachen und Videos auch geholfen, mich bestärkt. Oft kam ich aber dann auch an den Punkt mit absoluter Traurigkeit und Wut auf mich. Es war einfach zu viel sich ständig damit zu beschäftigen.

    Manchmal muss man auch einfach gehen lassen. Unternimm was schönes ohne ständig die Gedanken daran. Glaub mir, irgendwann wird dich das nicht mehr so berühren wie jetzt. Ich hatte auch einige Jahre ohne Alkohol hinter mir und das Leben war schön. Mein Hintertürchen war aber „ein Bier wird schon gehen“ an einem Scheiß Tag. Ich hatte vorher keine Konsequenzen erfahren, damals so aufgehört. Heute habe ich massive Konsequenzen erfahren weshalb diese Tür jetzt zu ist. Das was du bisher geschafft hast … und das ist enorm… nämlich den Schritt machen und nicht nach einer Woche oder nach zwei Wochen wieder anfangen, kann dir keiner mehr nehmen! Nur du dir selber.

    Du gehst auf die Feier und ich sage dir, du wirst das gut machen. Weil du stärker bist als du dir selber zutraust. Diese Sachen bauen dich innerlich auf. Stück für Stück und sie bringen dich wieder zu dir. Dazu brauchst du keinen Alkohol. Die Kraft ist schon in dir drin.

  • Hallo Angler,

    danke für deinen ehrlichen und motivierenden Post. Ich habe einen Klos im Hals und Pippi in den Augen. Du hast Recht.

    Ich verfolge dich auch hier und finde das sehr interessant.

    Eins ist auf jeden Fall fakt : der Alkohol zerstört wirklich ALLES!!! Und das will und kann ich nicht mehr zulassen.

  • Ich wache jede Nacht auf und denke mir auch, wie mein Leben ohne Alkohol gewesen wäre. Was alles dadurch kaputt ging. Da kommt Wut und Traurigkeit. Verschenkte Lebenszeit. Trotzdem bekomme ich keine Panik mehr bei dem Gedanken. Wieso? Weil ich weiß, dass ich eben nicht mehr trinke! Das erfüllt mich wahnsinnig mit Sicherheit. Nicht gestern, nicht letzte Woche. Sondern lange schon nicht mehr. Alkohol ist nicht mehr in meinem Leben. Jedenfalls physisch. Und das musst du dir auch immer bewusst machen: zurück geht nicht aber jede Tag ist der richtige Weg. Es verschwindet nicht aber du kannst dir über dein jetziges Ich eben keine Vorwürfe mehr machen.

    Manchmal beobachte ich Menschen und denke mir dann: die trinken auch nicht und wirken glücklich. Sie sehen gesund aus und können alles machen. Genauso wie ich! Es gibt nur eine Sache die alles kaputt machen wird: Alkohol

    Immer als absolute Befreiung sehen, niemals als Lösung oder Verlangen. Du hast in deinem Leben für 4 getrunken, du verpasst nichts mehr. Sie es so, dein Pensum ist aufgebraucht und ab jetzt geht endlich das Leben ohne neblige Welt los.

    Menschen ohne Sucht werden das Gefühl nie kennen. Aber Freiheit zu bekommen, durch einen selber, ist das aller größte Geschenk!

  • Ich wache jede Nacht auf und denke mir auch, wie mein Leben ohne Alkohol gewesen wäre. Was alles dadurch kaputt ging. Da kommt Wut und Traurigkeit.

    Warum macht man das eigentlich? Man versucht, etwas zu verändern, das längst vorbei ist? Das ist für mich Selbstkasteiung und ein Opferrollenverhalten in Dauerschleife.

    Nüchtern kann ich heute Dinge, die in der Sucht unmöglich waren unmstezen. Warum also kümmert man sich noch um Themen, die nicht mehr die eigenen sind?

    Abstinenz funktioniert aber nur, wenn ich sie für mich mache.

    vielen Dank! Rückzugsmöglichkeit sind die Toilette und das Auto! :wink:

    Hast du die Grundbausteine für ein nüchternes Leben gelesen?

    Egal welche Strategie man sich vorher zurechtlegt , im ersten Jahr ist es nicht gerade prall, bei solchen Veranstaltungen dabei zu sein oder überhaupt darüber nachdenken zu müssen. Hochzeiten, Feiern, Partys überall dort, wo Alkohol auf dem Tisch steht, läuft dieselbe Gruppendynamik.

    Und da ist es völlig egal, welcher Verwandtschaftsgrad vorliegt. Die Sucht interessiert das reichlich wenig. Im Gegenteil , sie freut sich, alte Bekannte wiederzusehen, mit denen man immer gut saufen konnte.;)

    Man kann sich vorher Stärke einreden, Pläne machen, Fluchtwege überlegen , aber vor Ort ist es anders. Wenn das Saufen sichtbar ist, greift das Suchthirn sofort. Es malt alles plötzlich anders, schöner, harmloser. Das ist reien Sucht Biologie.

    Deshalb schreiben wir hier seit Jahren. Im ersten Jahr meidet man solche Veranstaltungen. Nicht aus Schwäche aus Selbstschutz.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hi Dalida,

    Wenn ich mich da mal einklinken darf….es gibt ja auch die Möglichkeit, bei der offiziellen Zeremonie dabei zu sein und sich dann zu verabschieden. Natürlich ist es grundsätzlich schön, Verwandtschaft und Freunde zu treffen, aber bei Dir ist das ja im Augenblick durch die Trennung von Deinem Partner eher emotional schwierig. Das und die Tatsache, dass auf solchen Festen meist viel Alkohol konsumiert wird, ist aus meiner Sicht für Dich gerade keine gute Mischung.

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