Hallo Tottie,
mit dem ganzen Demutskonzept, spirituellen Deutungen oder AA‑ähnlichen Modellen kann ich persönlich nichts anfangen. Das ist nicht mein Weg und auch nicht der Ansatz dieses Forums.
Und wie ich schon angedeutet habe. Es spielt hier keine Rolle, wie erfolgreich oder unabhängig andere Gruppen arbeiten. Wir haben unseren eigenen Rahmen, und wir diskutieren hier nicht dauerhaft über andere Konzepte oder Gruppen.
Das bitte beachten. Wir haben seit über zwanzig Jahren unsere eigenen Prinzipien.
Ich bin trocken geworden, weil ich irgendwann akzeptiert habe, dass ich mit jedem weiteren Glas mein Leben riskiere. Ich hatte mich fast totgesoffen. Das war der Punkt.
Keine höhere Macht, keine spirituelle Erleuchtung, keine große Sinnsuche. Sondern eine klare Entscheidung und danach ganz praktische Schritte: Eben diese Forum, Arzt, Entgiftung, Maßnahmen, Alltag stabilisieren, neue Routinen.
Und auch später spielte „Demut“ für mich keine Rolle. Im Gegenteil. Dieses Sich‑kleinmachen, Sich‑unterordnen oder dieses seelische „Ich bin machtlos“ war für mich eher ein Teil der Haltung, die mich überhaupt erst mit ins Saufen gebracht hat.
Das brauche ich nicht und es ist für mich auch keine Diskussionsgrundlage.
Vielleicht reden wir am Ende teilweise sogar über ähnliche Dinge, nur mit völlig anderer Sprache. Du nennst es Demut. Ich nenne es Verantwortung, Konsequenz und die nüchterne Erinnerung daran, wie schnell Alkohol alles zerlegen kann.
Deine Sicht kannst du natürlich haben. Für mich bleibt sie aber sehr philosophisch und für viele hier eher schwer greifbar. Wir halten es bodenständiger, nicht saufen , stabil bleiben, konkrete Maßnahmen und morgens nüchtern aufwachen. Der Rest ist eher Verpackung.
Und Demut ist keine Philosophie, keine Idee, keine Religion, kein Bewusstseinszustand, es ist eine Lebenseinstellung, die nur zu einem führt: Bodenhaftung, der Mut am Boden zu bleiben. Etwas was süchtigen wie mir scheinbar sehr oft fehlt. Wenn das hilft, warum nicht weitersagen?
Also doch ein bisschen missionieren?
Für mich ist „Demut“ keine allgemeine Lebenseinstellung, sondern ein psychologisch stark aufgeladener Begriff. Viele verbinden damit Religion, Unterordnung, spirituelle Modelle oder ein bewusstes Sich‑kleinmachen.
Genau deshalb taugt der Begriff für mich nicht als allgemeiner Schlüssel, den man einfach auf alle übertragen kann. Die User hier , egal ob neu oder lange trocken sind nicht blöd. Jeder kann selbst einschätzen, ob er mit solchen Begriffen etwas anfangen kann oder nicht.
Wenn dir das persönlich hilft, ist das völlig in Ordnung. Aber es bleibt deine Perspektive nicht die allgemeine Sichtweise.