Gibt es auch jemanden bei euch, der eine Psychotherapie gemacht hat?
Ja. Wegen meiner Kindheit und Sucht und noch andere Sachen
Gibt es auch jemanden bei euch, der eine Psychotherapie gemacht hat?
Ja. Wegen meiner Kindheit und Sucht und noch andere Sachen
ich auch.
Hallo JEB,
ein Willkommen noch von mir. Habe gerade die Beiträge hier gelesen und mich macht gerade der Umgang deiner Eltern mit dem Baby richtig wütend. Bierschaum verabreichen!
Ein absolutes No Go und was stimmt da nicht?
Ich würde klare Ansagen mit entsprechenden Konsequenzen bei Nichteinhaltung den Eltern gegenüber machen und das Kind schon gar nicht aus den Augen lassen!
Ich hätte da überhaupt kein Vertrauen.
In den ersten beiden Jahren musste ich lernen, dass Gefühle zum fühlen da sind. Jahrelang habe ich sie mit Alkohol betäubt.
Auch musste ich lernen, gelassener zu werden. Das funktioniert nicht von heute auf morgen… Kleine Schritte für kleine Füße. Schau Dir dein Baby an, jeden Tag ein kleiner Fortschritt.
So ist es auch mit der Abstinenz. Jeden Tag das erste Glas stehen lassen und die Tage reihen sich wie eine Perlenkette aneinander.
Verzichtsgedanken sind keine guten Begleiter.
Mir fehlt nichts mehr, wenn ich keinen Alkohol trinke. Ich möchte kein Gift mehr zu mir nehmen und einem Baby gibt man auch kein Gift!!!
Hallo zusammen!
Leider hatte ich gestern einen Rückfall. Darf ich hier davon erzählen? Oder soll ich einfach aus dem Forum raus? Auch das würde ich verstehen
Leider hatte ich gestern einen Rückfall. Darf ich hier davon erzählen?
Wegen eines Rückfalls wird hier niemand rausgeworfen. Entscheidend ist nur, was du jetzt vorhast.
Weitersaufen – dann können wir dir nicht helfen, weil das Forum auf Abstinenz ausgerichtet ist.
Sofort wieder aufhören – dann bleibst du hier, schreibst weiter und wir begleiten dich. Aber kläre das unbedingt mit deinem Arzt ab, wegen einer eventuell notwendigen erneuten Entgiftung.
Mehr ist es nicht. Ein Rückfall ist kein Grund für einen Ausschluss, aber er markiert einen Wendepunkt. Du bestimmst, in welche Richtung es weitergeht.
Vielen Dank, Hartmut.
Ich will sofort wieder aufhören, das ist gar keine Frage.
Leider hab ich gestern den Fehler gemacht, mich mit meiner Familie und meiner dementen Patentante im Biergarten zu treffen. Eigentlich wollte ich ja nur sie sehen, das hätte ich auch so lösen können.
Aber in meiner Gutgläubigkeit dachte ich, es wird bestimmt ein schöner Abend, immerhin wollen alle, dass sie eine gute Zeit hat.
Nach einiger Zeit hat dann "diese Seite" der Familie völlig ungehemmt Witze erzählt, die einfach nur gruppenbezogen menschenfeindlich und rassistisch waren. Und ich hatte einfach nicht die Kraft, aufzustehen und zu gehen. Hatte meinen Mann eigentlich vorher gebeten, mich zu begleiten, wenn sowas passiert, aber er meinte, wir säßen weit genug weg und wären ja nicht wegen der anderen da. Das könne man ja wohl mal ignorieren.
Da ist er stärker als ich. Ich konnte es nicht. Also doch Bier bestellt. Ich hab mich gefühlt wie ein Tier, das in die Ecke gedrängt wird. Jetzt fühle ich mich furchtbar. Bin sauer auf mich, auf meinen Partner und auf den Teil der Familie, der sich so daneben benimmt. Zu dem insbesondere mein Vater gehört, wegen dem ich als erwachsenes Kind alkoholabhängiger Eltern hier schreibe.
Hallo JEB,
gut, dass du dich nach dem Rückfall wieder meldest. Viele verschwinden nach einem Rückfall ,du nicht. Mein Respekt.
Ja der Wunsch aufzuhören war da. Aber die Grundbausteine, die Basics, die wir hier vermitteln, wurden eben nicht umgesetzt. Das ist nichts Ungewöhnliches –,am Anfang hat fast jeder mehr gute Vorsätze als den Mut, das wirklich umzusetzen, was notwendig ist.
Wenn ich etwas falsch einordne, sag Bescheid. Mir geht es nicht darum, dir etwas vorzuwerfen. Ich möchte dir zeigen, warum Rückfälle oft nach dem gleichen Muster passieren – nicht, weil man „versagt“, sondern weil die Sucht genau die Stellen nutzt, an denen noch Lücken sind.
Ein Punkt ist der Start. Der Arztbesuch am Anfang hat gefehlt. Für viele ist das der Moment, an dem der Weg wirklich beginnt, einmal offen aussprechen, was los ist, sich medizinisch absichern, sich zum Alkoholismus bekennen. Wenn dieser Baustein fehlt, fehlt ein Stück Stabilität.
Auch die reale SHG war nur ein Plan. Du hast sie gefunden, aber bist nicht hingegangen
Dann das "nasse" Umfeld. Deine Familie wusste nichts oder ? Dein Partner konnte die Tragweite nicht wirklich einschätzen. Das ist keine Schuldfrage. Aber es bedeutet, dass du am Anfang ohne eigenen Schutz unterwegs warst.
Und genau das ist passiert. Biergarten, trinkende Familie, toxische Atmosphäre – das ist für die Sucht ein gefundenes Fressen. Nicht weil der Biergarten schuld ist, sondern weil die Sucht solche Situationen dankbar annimmt. Ich habe im ersten Jahr konsequent alles gemieden, wo Alkohol selbstverständlich dazugehört. Nicht aus Angst, sondern weil ich meiner Sucht möglichst wenig Angriffsfläche geben wollte.
Auch die Schutzmechanismen wie HALT oder der Notfallkoffer helfen nur, wenn man sie im entscheidenden Moment auch nutzt. Man kann sie kennen und trotzdem nicht einsetzen. Und genau deshalb sind die Grundbausteine am Anfang so wichtig:.
Sie fangen vieles ab, bevor es überhaupt kritisch wird.
Das alles ist keine Bewertung deiner Person. Es zeigt nur, warum es schiefgehen konnte. Nicht der Wille hat gefehlt. Es haben die Schutzmechanismen gefehlt, die den Willen im Alltag tragen. Die gute Nachricht: Genau das lässt sich aufbauen. Ein Rückfall macht den Weg nicht unmöglich. Er zeigt nur sehr deutlich, wo die Sucht noch Lücken gefunden hat.
Mein Umfeld kann ich nicht ändern. Wie sie reagieren, liegt nicht in meiner Hand. Aber ich kann mich auf meine Sucht einstellen – denn wenn ich das nicht tue, saufe ich halt wieder
Danke für dein Feedback ! Beim, Arzt war ich, aber leider nur Hausarzt und noch nicht Psychiater.
Ansonsten hast du Recht, sowohl das Umfeld als auch die Umgebung haben das begünstigt.
Und die SHG war bis jetzt wirklich nur ein Vorhaben. Montag ist die nächste Sitzung. Sie haben gesagt, ich kann immer vorbei kommen, ohne verurteilt zu werden. Leider bin ich selbst mein schärfster kritiker
sowohl das Umfeld als auch die Umgebung haben das begünstigt.
Aber auf alle Fälle. Ich bin jetzt 4 1/2 Jahre trocken und würde mich nicht mit Leuten in einen Biergarten setzen. Und ich fühle mich mega stabil.
Ich verstehe auch, dass am Anfang dieses Feingefühl für die Gefahren noch fehlt. Aus dem Grund ist es wichtig einfach das zu tun was hier geraten wird. Ich habe das so gemacht und leben ein zufriedenes, trockenes Leben.
ich kann immer vorbei kommen, ohne verurteilt zu werden.
Das denke ich mir. Wäre ja auch seltsam. Schließlich gibt es die SHG ja genau aus dem Grund. Ich war im ersten Jahr jede Woche dort. Vor dem ersten Mal bin ich vor Angst bald gestorben. Ist eigentlich so gar nicht mein Ding. Anschließend bin ich voller Energie und motiviert raus gelaufen. Und das dann jedes Mal. Es tat vor allem gut, sich nicht verstecken zu müssen und festzustellen, dass man damit nicht alleine ist.
So, dann viel Glück. Ein neuer Tag beginnt.
Ich hatte leider auch 2 Rückfälle seit ich hier bin. Danach ging es mir saudreckig. Und ja, ich war auch sauer auf mich, Schuldgefühle, traurig, zerstört vom Gift.
Es gab nur 2 Wege für mich. Weitersaufen, was für mich alles noch schlimmer macht oder wieder neu starten und die Grundbausteine, HALT und Notfallkoffer konsequent nutzen. Dank dem Forum wurde mir bewusst woran es scheiterte.
Maximaler Abstand zum Alk und Abstand zu toxischen Situationen aber auch zu großer Euphorie.
Jetzt bin ich seit 5 Monaten trocken, viele Situationen gemeistert, angestrengt, umgesetzt. Es lohnt sich!!
Aber auf alle Fälle. Ich bin jetzt 4 1/2 Jahre trocken und würde mich nicht mit Leuten in einen Biergarten setzen.
JEB : Das ist definitv der falsche Ort für einen Neuling. Ich habe so was auch mal ausprobiert, war aber schon ein paar Jahre abstinent. So richtig "dolle" war es nicht, weil es primär, wie auch der Name schon sagt, ein Orten zum Saufen ist, zumindest für viele. Der Konsum des Biers steht total im Vordergrund und das ist der Unterschied zu einem Cafe, Bistro oder Restaurant, in denen auch Alk ausgeschenkt wird, aber nicht dermaßen im Mittelpunkt des Geschehens.
Wenn dann noch Faktoren wie Stimmung, Laune, Verhalten Dritter hinzutreten, kann der Weg zum nächsten Bier recht kurz werden.
Ich wünsche Dir, die jetzt nötigen richtigen Entscheidungen zu treffen und auch umzusetzen. Dazu gehört als erstes, dem Partner mal klar zu machen, wo Du stehst. Weiter leben, wie bisher, nur ohne Alk, das wird nicht gut gehen. Klartext gegenüber dem eigenen unmittelbaren Umfeld gehört m.E. ganz nach oben auf die Tagesordnung. In den Grundbausteienen steht viel Richtiges und Nützliches, ja auch konkret Umsetzbares, das auch funktioniert. Schau sie Dir noch mal in aller Ruhe an.
Auch Du kannst es schaffen, auf dem Weg findest Du hier Unterstützung, aber laufen musst Du schon selbst.
Gut, dass Du Dich hier direkt wieder gemeldet hast, JEB. Bleib dran und nimm alle Hilfe, die Du bekommen kannst.
Lies Dir auch ruhig Deinen Faden noch mal in Ruhe durch und verfolge Deine eigene Entwicklung, auch vor dem Hintergrund der letzten Beiträge von erfahrenen Trockenen.
Alles Gute für Deinen Neustart in ein zufriedenes trockenes Leben!
Mal eine Frage an (Falls vorhanden) Erwachsene Kinder Alkoholabhängiger Eltern. Habt ihr den Kontakt abgebrochen, schleichend, radikal und wenn das, wie?
Carl Friedrich : ist es nicht genau das, was wir wollen? Weiterleben wie bisher, aber trocken? Irgendwas daran hab ich nicht verstanden, tut mir leid
Hi JEB
weiterleben wie bisher ohne jegliche Änderung, außer Alkohol wegzulassen, das funktioniert aus meiner Sicht nicht. Die Sucht, eine schwere chronische Krankheit, hat sich für immer im Gehirn verankert. Einem Rückfall kann man nur durch Achtsamkeit (vor allem bezüglich der eigenen Bedürfnisse) vorbeugen und Achtsamkeit bedeutet auch, sich nicht unüberlegt in kritische Situationen hineinzustürzen bzw. sich bewusst einem nassen Umfeld auszusetzen. Solche „Mutproben“ sind definitiv nicht angezeigt, erst recht nicht, wenn man noch nicht lange trocken ist.
LG, Schmidtty
Ja, eine goldene Regel hier im Forum lautet "Nur nicht trinken reicht nicht." (Um dauerhaft zufrieden trocken zu werden und zu bleiben.)
D. h. im Namen der Selbstfürsorge einmal alles in der persönlichen Situation auf den Prüfstand stellen und ggf. Hie und da die Weichen neu stellen, etwa durch Abschied von reinen Saufkumpanen und -anlässen.
Ich habe mein Leben komplett umgestellt. Zu Saufevents gehe ich nicht, das sind solche, bei denen der gemeinsame Konsum von Alk dominiert.
Ich habe keinen Kontakt mehr zu früheren Saufkumpanen.
Ich treibe mehr Sport, bewege mich mehr und habe die Zeit, die ich mit Saufen verschwendet habe, mit anderen Dingen, die mir Freude machen, gefüllt. In der kalten Jahreszeit gehe ich gerne mal in die Sauna, aber dort nicht mehr an die Theke, sondern trinke Wasser, Schorle, ggf. 'ne Zero und/oder Kaffee.
Das sind schon mal einige Beispiele für eine Änderung der persönlichen Lebensführung.
Ich habe anfangs mal irgendwo bei einer langjährigen Abstinenten gelesen: "Und dann ist nichts mehr so, wie es mal war." Das trifft auf mich zu.
Weiterhin überall hin mit denselben Leuten wie früher, das kann und wird nicht gut gehen. Das wird aber auch den Leuten nicht gefallen, wenn einer der "Ihren" plötzlich was anderes trinkt. Das führt zu permanenten Nachfragen und Provokationen. Das gemeinsame Bindeglied war halt der gemeinsame Konsum, fällt diese Bindung weg, erledigen sich auch die Kontakte.
Das kann ich gerade so unterschreiben Carl Friedrich
Dein Beitrag bringt es genau auf den Punkt.
Danke für diese Perspektive. Irgendwie ist es trotzdem heftig, die eigenen Eltern als "Saufkumpanen" zu sehen. Aber je mehr ich darüber nachdenke, stimmt es leider. Das kann mir wenigstens helfen, mich besser von ihnen zu distanzieren
Hallo JEB,
erstmal danke für Deinen Mut, hier weiter im Forum zu bleiben und den Rückfall aufzuarbeiten.
So weiterleben wie bisher, aber trocken? - ein klares NEIN- das funktioniert nicht.
Trocken werden bedeutet, nicht nur nicht zu trinken, sondern die Verantwortung für Dein eigenes Leben und Wohlsein zu übernehmen.
Erinnere Dich an die Situation, als die „Familienseite“ ungehemmt menschenfeindliche Witze erzählte, wahrscheinlich schon unter einem gewissen Pegel?
Welches Gefühl hat das in Dir ausgelöst?
Scham, Ekel, Peinlichkeit?
Sind das nicht auch die Gefühle, die Du als EKA in Deiner Kindheit erlebt hattest?
Ich muss nichts aushalten, nur für andere, denn es ist MEIN Leben.
Du bist heute nicht mehr das Kind, das keine andere Wahl hat und bleiben muss. Heute als Erwachsener, hast Du eine Wahl Dich zu distanzieren.
Da würde ich auch mit Deinem Mann nochmal darüber reden.
Vielleicht ergibt sich für Dich das nächste Mal eine andere Form der Begegnung mit Deiner Patentante.
Alles Gute weiterhin. Bleib am Ball…
Danke für diese Perspektive. Irgendwie ist es trotzdem heftig, die eigenen Eltern als "Saufkumpanen" zu sehen. Aber je mehr ich darüber nachdenke, stimmt es leider. Das kann mir wenigstens helfen, mich besser von ihnen zu distanzieren
Wenn du ihnen sagst du bist trockener Alkoholiker, wenn du weitersäufst stirbst du. Ich darf eigentlich nur noch nüchterne Alk freie Menschen haben. Ja das ist heftig. Mein Vater hat regelmässig getrunken,seit ich denken kann. Aber heimlich und für sich. Habe es trotzdem gemerkt
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!