JEB - Vorstellung

  • Danke Hartmut, Rennschnecke et al. Ich habe verstanden, dass ich auch bei Diagnosen hinterfragen muss, ob sie mich triggern könnten.

    Aber letztlich zählt ja meine Selbsteinschätzung und die hat sich ja nicht verändert. Habe ich dem Arzt so auch kommuniziert und er will mich beim Trockenbleiben unterstützen.

  • Ich will dem Arzt mal mindestens eine weitere Chance geben.

    Sätze wie "So schlimm ist es bei Ihnen ja gar nicht" habe ich von anderen Ärzten schon gehört. Das hab ich schon mal berichtet. Falls hier sowas kommen sollte, was ich nicht hoffe, muss ich eben weitersuchen.

  • Vielleicht kann er ja auch was lernen von dir.

    In Büchern und Lehrplänen steht ja allerhand, aber Erfahrung ist am besten.

    Auch Ärzte können (sollten) sich weiterbilden.

    Kann eine gute Zusammenarbeit werden

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Wenn du dem Arzt sagst: Ich bin Alkoholikerin - dann muss er das meiner Meinung nach akzeptieren. Wer sollte das denn besser wissen als du, dass du süchtig bist?

    Seltsame Reaktion des Mediziners, dagegenzurechnen und deine eigene Einschätzung abzumildern.

  • Widersprochen hat er auch nicht. Verharmlost auch nicht. Aber ich sehe ein, dass die Formulierung der Diagnose das suggeriert. Solange er mich ernst nimmt, bin ich zufrieden. Irgendwas muss er ja auf Rezepte etc. schreiben.

  • Hallo @ JEB

    Ich habe seit meiner Jugend denselben Hausarzt. Ich habe den Hausarzt noch nie gewechselt, weil ich mit ihm sehr zufrieden bin.

    Ich habe ihm schon vor sehr vielen Jahren gesagt, dass ich viel zu viel trinke, auch harte Sachen. Seine Reaktion war immer wieder: ‚Ja, dann nehmen wir mal Blut ab und prüfen die Leberwerte.’ Nach dem Ergebnis hat er immer wieder auf eine beruhigende Art und Weise gesagt, dass die Leberwerte zwar erhöht sind, aber alles noch halbwegs im Rahmen ist. Also ja, Alkohol ist schädlich, aber aktuell gibt es keinen Handlungsbedarf. Wenn Sie mit dem Alkohol aufhören, wäre es gut, und wenn nicht, ist es auch in Ordnung.

    Ich schätze ihn als Allgemeinmediziner sehr, aber ein Allgemeinmediziner kann in meinen Augen selten ein Alkoholismusexperte sein.



    Ich finde nur, du selbst kannst am besten wissen, wo du herkommst und wo du hin willst. Deshalb höre auf dein inneres Ich, und falls dein inneres Ich dir sagt, dass du eine Alkoholikerin bist, dann ist die Aussage deines Mediziners brandgefährlich.


    🙋🏻‍♂️

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • 2 Liter Bier pro Tag und diese Einordnung? Das ist doch nicht "zeitweise"? Ich kenn mich mit den Einstufungen und Zuordnungen nicht aus, aber das kommt mir komisch vor. Hauptsache, du hast die Erkenntnis gewonnen, dass du Alkoholikerin bist.

    Beantworte doch mal ehrlich den Online Test wegen Alkoholismus. Wäre spannend was dort rauskommt. Ich behaupte dein Arzt hat unrecht

    dass es (Zitat) "nur Bier" war und damit,

    Habe fast nur Bier gesoffen, war trotzdem immer stockbesoffen

    Heute trinke ich nicht

  • sodele nu ich auch noch, vielleicht fragst du den guten mal ob seiner meinung nach der alk im bier eine andere chemische zusammensetzung hat als der im schnaps. wenn ich sowas höre geht mir das messer in der tasche auf. ich weiß echt nicht was an den unis vermittelt wird oder ob der gute die entsprechenden vorlesungen geschwänzt hat, aber so eine aussage ist in meinen augen eine verhöhnung der süchtigen und zeugt von absolutem unwissen.

    es ist völlig unwichtig wie groß die menge ist, es ist völlig unwichtig wie lange das ganze schon geht. einzig ausschlaggebende ist der innerer zwang trinken zu müssen. und wenn sich das noch nicht bis in die kreise der psychiater rumgesprochen hat besteht da in meinen augen akkuter nachholbedarf.

    wenn ich trinken muß bin ich süchtig, punkt. und das kann keine skala und kein bluttest feststellen, das findet in meinem inneren statt und ist nicht messbar. genau wie schmerzen, liebe, und wut nicht messbar sind. mir ist wirklich schleierhaft warum man ausgerechnet sucht versucht in so ne schablone zu pressen.

    so habe fertig

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Aber letztendlich unterstützt der Arzt die Abstinenz und JEB. Klar, seine Aussage war nicht das Gelbe vom Ei, aber seine Unterstützung ist da und das ist gut. Vielleicht besser, als ein Arzt der 100 % sagt Alkoholiker, aber dann einen vollkommen alleine lässt.

    Wäre das ein Grund zu denken "Ich kann wieder trinken" ist das eigentlich wie alle zurechtgelegten Schein-Sauf-Argumente. Die findet man immer. Aber klar, ich verstehe schon, dass eine Aussag vom Arzt viel Gewicht hat, aber er sagt ja, dass er den Weg von JEB voll unterstützt und hat selbst auch auf Selbsthilfegruppen verwiesen (falls ich das richtig gelesen habe). Klingt nicht nach einem schlechten Arzt.

    „Die Guten sind die gleichen Leute wie die Bösen. Es sind alles nur Menschen, die vor sich hinleben.“

  • Ich hab mal in das ICD-10 geschaut, das offizielle Diagnosehandbuch. Eigentlich hätte er mir wohl eine suchthafte Alkoholerkrankung attestieren müssen. Bin aber eben kein Arzt.

    Ich kann ihn ja nächstes Mal danach fragen. Im Zweifelsfall wollte er mich vielleicht auch einfach motivieren... Gut gemeint, schlecht gemacht

  • Ich vermute, dass viele ältere Ärzte da irgendwie andere Maßstäbe anlegen- vielleicht weil viele sonst selbst erkennen müssten, dass sie über ‚zeitweise problematisch‘ längst raus sind.

    Diese Bagatellisierung habe ich bei einem Radiologen erlebt. Nach einem CT mit deutlich sichtbarer Fettleber, knuffte mich der Arzt kumpelhaft in die Seite und sagte schmunzelnd ‚na, gelebt haben wir gut‘.
    Damals war ich heilfroh nicht ‚erwischt‘ worden zu sein, weil ich pitschnass war.

    Irgendwie fehlt das Kapitel Alkoholsucht in der Ausbildung für Ärzte- obwohl die Krankheit doch weiß Gott nicht selten und schon gar nicht harmlos ist!

  • Meine Empfehlung: Weg von den hypothetischen Nebenschauplätzen.

    Ob da nun Missbrauch, Abhängigkeit oder sonst irgendein ICD‑Kürzel auf einem Zettel steht, wäre mir für meine Selbsterkenntnis, Alkoholiker zu sein, ziemlich egal. Ich kenne zumindest niemanden, der sich freut, Alkoholiker zu sein und anschließend noch zum Amt rennt, um sich die passende Urkunde abzuholen. ;)

    Du hast dich selbst als Alkoholikerin eingeordnet und willst lebenslang abstinent leben. Fertig.

    Natürlich kannst du die Ärztin noch einmal fragen, was sie mit ihrer Diagnose gemeint hat. Nur würde ich mich irgendwann fragen, warum mir diese Unterscheidung überhaupt so wichtig ist. Hoffe ich vielleicht doch auf „ein bisschen weniger“? Alkoholiker Light? Lifestyle-Alkoholikerin? Die Sucht bietet erstaunlich viele Sondermodelle an, wenn man lange genug danach sucht.;)

    Für mich sind das irgendwann nur noch Hintertüren im Kopf.

    Wenn ich ein Bein verloren habe, wächst mir schließlich auch kein neues, nur weil jemand sagt: „Das ist nicht verloren. Das ist lediglich weg.“

    Ich würde den Stempel liegen lassen und mich um das kümmern, was mich trocken hält. Alles andere ist für mich hypothetisches Geplänkel.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • dieses ganze relativieren, rechtfertigen und umschreiben ist nichts anders als die suche nach nem schlupfloch um weiter saufen zu können. damit meine ich jetzt hier niemand bestimmten, das ist ganz allgemein gemeint. wenn ich für mich erkannt habe das ich trinken muß ist es völlig wurscht wie andere es nennen, was sich andere ausdenken oder wie sie es einordnen. für mich ist klar, ich darf das nicht mehr anfassen sonst ist das vorzeitige ende so sicher wie das amen in der kirche, und da gibt es weder ein evtl noch ein vielleicht für mich. ich will nicht trinken und gut ist. wer damit nicht klar kommt geht mir dann wohl besser aus dem weg, denn ich bremse nicht für ausredenerfinder.

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

  • Hartmut und Robyn, ich bin halt ein großer Fan von Leitlinien und Definitionen, immer schon gewesen .

    Man könnte Robyns und Hartmuts Aussage auch anders verstehen. Nicht die Diagnose hilft mir beim Trockenbleiben. Das muss ich schaffen. Ganz alleine. Indem ich handle und mir Hilfe suche. Es gab bestimmt noch nie einen Suchtkranken, dem ein Zettel "Sie sind süchtig" gegeben wurde. Und nur dadurch wäre der dann trocken geblieben.

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