Teufelskreis

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo Lütte, Hallo Sunshine,


    danke für eure ehrlichen Worte. Ja, es wird tatsächlich so sein, dass ich mir vieles schönrede. Das will ich auch gar nicht abstreiten.


    Es kann auch daran liegen, dass ich sehr stur bin und grundsätzlich das Gegenteil mache von dem was man mir sagt. Wenn alle sagen, lauf da bloß weg, bin ich diejenige, die sagt „ihr habt alle keine Ahnung, in meinem Fall wird es schon gutgehen, ihr werdet sehen“. Das man damit in diesem Fall zu 99% auf die Schnauze fallen wird, sei mal dahingestellt.


    Und ja ich klammere mich immer an die einzelnen Ausnahmegeschichten, die man hört oder in seinem Umfeld sieht, wo es ein HappyEnd gab. Die gescheiterten Beziehungen blendet man in dem Moment aus.


    Ich wohne mit meinem Partner nicht zusammen und wenn ich jetzt auf Abstand gehen würde, dass heißt das - Trennung. Aber die Vorstellung, dass er eine andere Partnerin hat, würde mir das Herz brechen. Weil die Liebe eben trotz allem noch präsent ist. Sonst würde mir das Ganze auch nicht so nahe gehen. (Auch wenn vermutlich keine Frau es lange bei ihm aushalten wird, wie es die vergangenen Jahre gezeigt haben).


    Ich bin auch ehrlich, dass ich (noch) nicht bereit bin, ihn aufzugeben. Der Punkt ist bei mir einfach noch nicht erreicht. Und ich finde das muss jeder für sich entscheiden, wann er/sie genug hat und geht. Einige hier im Forum berichten davon, dass sie viele Jahre gebraucht haben, um endlich den Schlussstrich zu ziehen. Natürlich raten sie jetzt aus Erfahrung je schneller desto besser aus der Sache rauszukommen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass denen das damals bestimmt auch geraten wurde, aber auch sie mussten ihre „Schmerzgrenze“ eben erst einmal erreichen.


    Sunshine_33 Und so wie ich das hier im Forum gelesen habe und ich jetzt hoffentlich nichts verwechsle, ist dein Partner/Mann auch bei dir geblieben. Und du hast es geschafft. Auch wenn das eine nichts mit dem anderen zu tun hat i.S.v. dass das der Grund dafür war. Also seid ihr auch im weitesten Sinne diese Ausnahme. Wenn ich jetzt was durcheinander bringe, tut es mir leid. Warum kann meine oder die eines anderen hier im Forum nicht eben auch diese Art von Ausnahme werden. Das wird in diesem Forum leider von vornherein ausgeschlossen und man soll bloß weg von dieser Person.


    ***


    Nun zum derzeitigen Stand und meinen Gedanken, um später alles revue passieren zu lassen:


    Heute hatte er seinen ersten Termin bei der MPU-Vorbereitung mit der Suchttherapeutin. Beim nächsten Termin in 2 Wochen ist auch ein Psychologe dabei. Und dann wird eingestuft, ob er ein Alkoholproblem hat oder an dem Tag wo er betrunken Auto gefahren ist, einfach einen „schlechten Tag“ hatte.


    Sollte er es schaffen sie um den Finger zu wickeln und sie stufen ihn in die zweite Variante ein, habe ich nichts mehr in der Hand, denn dann hat ein Fachmann geurteilt, dass er ja gar kein Alkoholproblem hätte. (Ich glaube spätestens dann muss ich mir eingestehen das Feld zu räumen, da nichts mehr zu machen sein wird.) Gruppen- und Einzelsitzungen stehen auch noch bevor. Vielleicht leuchtet ihm im Prozess was ein.


    Mir wurde von einem guten Freund geraten, das Ganze eher still zu beobachten und ihn erstmal machen zu lassen. (DAS kann ich ja überhaupt nicht, am liebsten würde ich alles kontrollieren können). Denn wenn es jetzt von allen Seiten auf ihn einprasselt, dass er ein Problem hat und ich dann noch ankomme mit „Ha! Ich habe es ja gesagt“ könnte es passieren, dass er dann gleich wieder hinschmeißt.


    Aber dass er vorhatte beim Termin zu lügen und die Menge von Samstag auf 3 Bier zu verringern, ist schon sehr bezeichnend…

  • Hallo Becki,


    ich bin eine von denen, die es viel zu lange ausgehalten haben. Ich war immer voller Hoffnung, lange Zeit, dann aber wurde ich immer verzweifelter, zorniger, ausgelaugter... Ich bin eine von denen, die anderen sagt, komm in die Puschen... weil ich am eigenen Leib gespürt habe, wie einen das Leben in einer Co/Alkoholikerbeziehung zerstört. Ich leide heute noch, nach 14 Jahren, unter den Folgen.


    . Einige hier im Forum berichten davon, dass sie viele Jahre gebraucht haben, um endlich den Schlussstrich zu ziehen. Natürlich raten sie jetzt aus Erfahrung je schneller desto besser aus der Sache rauszukommen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass denen das damals bestimmt auch geraten wurde, aber auch sie mussten ihre „Schmerzgrenze“ eben erst einmal erreichen.

    Mir wurde das damals nicht geraten. Zumindest viele, viel zu viele Jahre nicht. Vieles wussten nämlich andere Leute nicht wirklich, aus Scham habe ich ja nichts erzählt. Na klar haben auch nahestehende Menschen viel mitbekommen. Aber zur Trennung wurde mir da nicht geraten. Im Gegenteil. Oft hörte ich, dass ich doch besser auf ihn aufpassen solle, er ohne mich verloren wäre, wie toll ich doch wäre, dass ich das alle mitmachen würde. Und es wurde, gerade von seiner Familie auch, alles verharmlost und ich als schuldig angesehen.


    Zur Trennung hat mir erst sehr viel später eine Freundin geraten, das war ca 2 bis 3 Jahre vor der Trennung. Zuerst war ich über ihren Rat sehr zornig, sie hatte mir mit Vielem da einen Spiegel vorgehalten, alles, was ich nicht sehen wollte. Aber - ihr Rat hat mich angestoßen und in Bewegung gebracht. Ich habe dann angefangen mich zu informieren, über die Krankheit Alkoholismus, erst da habe ich auch erfahren, dass es Coabhängigkeit gibt. Und als ich schon im Begriff war mich zu trennen, habe ich dieses Forum gefunden. Das war das beste, was mir passieren konnte.


    Natürlich bist du alleine verantwortlich und nur du kannst bestimmen, wann und ob du einen Schlussstrich ziehen möchtest. Ich wäre froh gewesen, wenn ich damals schon die Idee gehabt hätte, eine Selbsthilfegruppe zu suchen. Wenn Menschen, anstatt mich anzufeuern, noch mehr für ihn zu tun, unterstützt hätten um aus allem raus zu kommen.


    Liebe Grüße

    Aurora

  • Liebe Becki , wenn er vor hat bei der MPU zu lügen ist er sehr leichtsinnig, und er hat nichts verstanden , auch nicht vor aufzuhören , denn wie du ,,sagtest,, da ist ein Psychologe , das mit dem lügen wird da nicht recht klappen und ihm auf die Füße fallen.


    Mein Ex hat auch gerade letzten Monat MPU gemacht und das ist eine schwierige Kiste

  • Einige hier im Forum berichten davon, dass sie viele Jahre gebraucht haben, um endlich den Schlussstrich zu ziehen. Natürlich raten sie jetzt aus Erfahrung je schneller desto besser aus der Sache rauszukommen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass denen das damals bestimmt auch geraten wurde, aber auch sie mussten ihre „Schmerzgrenze“ eben erst einmal erreichen.

    Ich hatte meine Schmerzgrenze noch lange nicht erreicht, ich habe mir die Worte der ,,alten Hasen" sehr zu Herzen genommen.....

    Ich konnte mir richtig vorstellen wie es wäre wenn ich bleiben würde und wie sehr ich es irgendwann bereuen würde, nicht schon eher zu gehen.

    Ausserdem wollte ich meine Kinder retten. Möchtest du nie Kinder haben?

    LG Andrea

  • Hallo Becki,

    Du schriebst:

    Zitat

    Sunshine_33 Und so wie ich das hier im Forum gelesen habe und ich jetzt hoffentlich nichts verwechsle, ist dein Partner/Mann auch bei dir geblieben. Und du hast es geschafft. Auch wenn das eine nichts mit dem anderen zu tun hat i.S.v. dass das der Grund dafür war. Also seid ihr auch im weitesten Sinne diese Ausnahme. Wenn ich jetzt was durcheinander bringe, tut es mir leid.

    Richtig ist, das mein damaliger Partner und späterer Ehemann und ich heute (wieder) zusammen leben.

    Richtig ist aber auch, das ich mich nach 4 Jahren Trockenheit getrennt hatte, und wir dann über 2 Jahre lang getrennt lebten.

    Ich zog damals in eine eigene Wohnung und suchte mir einen neuen Job.

    Und er ging ins Ausland.


    Es war also nicht so, das ich aufhörte zu trinken und fortan lief alles supi und harmonisch.

    Uns passierte also auch das, was vielen anderen Paaren passiert, ich veränderte mich sehr, und irgendwann passte es nicht mehr zwischen uns.

    Außerdem war mein Mann nicht mein CO. Er hat keine CO-abhängigen Tendenzen, mit ihm hätte ich mit Sicherheit nicht das machen können, was ich hier manchmal so im CO-Bereich lese.


    Später fanden wir wieder auf anderer Ebene zusammen. Aber dazu mussten wir uns BEIDE verändern.

    Und auch dann war nicht immer alles gut, es gab immer wieder längere Trennungen, da er, wie erwähnt, beruflich ins Ausland

    gegangen war.

    Vor einigen Jahren folgte ich ihm dann und seitdem leben wir halb in D und halb im Ausland. Denn nur noch in D zu leben konnten wir uns nicht mehr vorstellen, mein Mann ist mittlerweile seit einiger Zeit in Rente.


    Es ist also eher so, das mein trockenes Leben und auch unsere Beziehung immer wieder voller Veränderungen war, teilweise auch unerwünschte, wo ich mit klar kommen musste.

    Es war ganz sicher nicht so, das ich aufhörte zu trinken und alles war paletti.

    Es gab danach so einige Irrungen und Wirrungen...und auch heute führen wir keineswegs eine symbiotische Beziehung, sondern sind selbstständige Menschen geblieben, die beschlossen haben, zusammen zu leben ;)


    Becki, wenn ich eines im Leben gelernt habe, dann ist es, das Leben auch ständige Veränderung bedeutet.

    Alles ist immer im Fluss... und was heute noch beständig erscheint, kann sich morgen schon anders darstellen.

    Und das muss nicht immer was negatives haben, aus vielen Veränderungen ergeben sich nämlich auch echte Chancen auf eine Verbesserung des eigenen Lebens.


    Solange Du nicht bereit bist für Veränderungen, krampfhaft am Alten festhalten willst (und sei das auch noch so leidvoll), solange nimmst Du Dir auch selbst Chancen auf eine Lebensverbesserung.

    Aber es ist ja Dein Leben... Du kannst es an einen nassen und uneinsichtigen Alkie verschwenden....Du könntest aber auch was richtig tolles draus machen.

    Es liegt allein in Deiner Hand!


    Nur mal so als Info:

    Da draussen gibt es jede Menge Männer, die nicht trinken müssen... mit denen kann man dann auch wirklich was aufbauen.

    Mit einem Trinker ist das nicht möglich.


    LG Sunshine

  • Hallo Becki,

    Und ja ich klammere mich immer an die einzelnen Ausnahmegeschichten, die man hört oder in seinem Umfeld sieht, wo es ein HappyEnd gab. Die gescheiterten Beziehungen blendet man in dem Moment aus

    Ja, diese Ausnahmen gibt es - ich gehöre dazu. Ich habe aber die gleichen Erfahrungen gemacht wie sunshine. Wir beide (mein Mann und ich) mussten uns verändern, damit es wieder passen konnte. Ich bin damals gegangen, in der Hoffnung, dass er dann ne Therapie macht :roll:. Hat er nicht, aber ich hab eine gemacht und ich habe die Zeit genutzt, um für mich wieder auf die Beine zu kommen. Ich bin in Bewegung gekommen und meine Welt hat sich mit bewegt. Mein Mann hat die Zeit für sich genutzt und seine Entscheidungen getroffen und am Ende hat es wieder gepasst. Das heißt nicht, dass alles harmonisch zugegangen ist. Es war eine sehr intensive Zeit mit vielen Ängsten, Zweifeln, verwirrenden Gefühlen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, alte Muster in einer "alten neuen" Beziehung zu überschreiben. Die Hoffnung, er trinkt nicht mehr und alles ist schick, kannst du getrost begraben. Wie sunshine schon schreibt, alles ist Veränderung und wir müssen uns immer wieder neu drauf einstellen.


    Diese Trennung war für meine Entwicklung enorm wichtig. Ich weiß jetzt, dass ich, was immer kommen mag, auf eigenen Beinen stehen kann und alleine klarkomme. Das ist ein tolles Gefühl.


    Was spricht denn dagegen, erstmal den eigenen Weg zu gehen. Lass ihn doch seins machen und genieße Dein Leben. Er ist erwachsen und darf/muss seine Entscheidungen treffen. Jeder ist zum Glück nur für sein Leben verantwortlich.


    sonnige Grüße

    Lütte

  • Aranea nein, ich möchte keine Kinder haben. Konnte noch nie etwas mit ihnen anfangen und hatte auch nie einen Kinderwunsch. Immer wenn ich das früher gesagt habe, hieß es „na warte noch bis du älter bist“ Nun bin ich fast 30 und möchte genau wie früher weder jetzt noch in Zukunft welche.


    lütte69 Es spricht an sich nichts dagegen meine Weg zu gehen. An sich tu ich das meiner Meinung nach bereits: ich habe meine Wohnung, einen Garten (damit ich nicht in Abhängigkeit gerate, wenn ich bei ihm auf dem Hof was pflanze und dann immer wieder hin müsste), einen Job, nette Kollegen, einen Hund, Eltern, Freunde. Aber am liebsten habe ich Zeit nur für mich zum Lesen o.ä. In all das beziehe ich ihn nicht ein, ich mache da ganz allein mein Ding. Ok, abends wenn alles auf seinem Hof erledigt ist, kommt er her und darf hier übernachten, damit wir wenigstens etwas Zeit füreinander haben. In seine Haus und Hofangelegenheiten mische ich mich auch nicht ein. Da macht er alles allein. Sonst sehen wir uns ja tagsüber nicht. Soll ich ihm das hier schlafen „verweigern“? Gänzlich den Kontakt zu ihm abbrechen? Nicht schreiben, nicht treffen? Wie erfahre ich dann, ob er was macht oder nicht. Ebenso könnte er sagen „du hast mich allein gelassen, wo es mir schlecht ging, dann brauchst du jetzt wo es mir besser geht (FALLS es mal so kommt) auch nicht mehr ankommen“. Wenn ich aber den Kontakt weiter aufrecht erhalte, dann läuft alles weiter wie bisher. Z.B. gemeinsames Sonntagsessen mit seiner Familie. Und wenn ich da absage, was ich schon ab und zu gemacht habe, dann ist er enttäuscht, weil wir so schon kaum Zeit füreinander haben.


    Wie soll denn dieses „ihn machen lassen“ aussehen? 🤔 also doch eine klare Trennung ansprechen? Da fehlt mir irgendwie die genauere Definition bzw. die Vorstellung wie das in unserer Situation von statten gehen soll.

  • Becki, Du DARFST doch so weiter machen!

    Wer sollte oder wollte Dir das denn verbieten?

    Aber dann lebe bitte auch mit den Konsequenzen, die sich aus einer Beziehung mit einem nassen Alkoholiker ergeben.

    Du darfst Dein Leben schrotten, und es wird Dich auch letztendlich niemand davon abhalten.

    Ebenso darf sich ja auch ein Alkoholiker FÜR die Sauferei entscheiden.


    Du willst aus Angst vor jeglicher Beziehungsveränderung und krankhafter Eifersucht nichts verändern.

    Wenn schon Du nicht, dann soll ihn auch keine andere haben, nicht wahr?

    Und trocken werden darf er natürlich auch nur mit Dir!

    Der Alptraum schlechthin ist doch bei Dir, das er mit einer anderen trocken wird oder trocken wird und sich dann einer anderen zuwendet.

    Du willst ihn kontrollieren. Du kannst ihn nicht machen lassen, Du willst ihn keinesfalls loslassen.

    Nicht das der Fall wie oben beschrieben eintritt.


    Weißt Du, wann mir echt schlecht wird?

    Wenn bei so einem Rumgemache noch von Liebe gesprochen wird!

    Denn Liebe hat mit dem allem so GAR NIX zu tun, auch von Deiner Seite aus nicht.

    Es geht hier nur um Eifersucht und Kontrollwahn und der Unfähigkeit, einen anderen Menschen mal loszulassen, ihm Freiheit zu geben, ihn mal selbst machen zu lassen, ohne minütlich über alles informiert zu sein, was er so tut.


    Zitat

    ich habe meine Wohnung, einen Job, nette Kollegen, einen Hund, Eltern, Freunde. Aber am liebsten habe ich Zeit nur für mich zum Lesen o.ä. In all das beziehe ich ihn nicht ein, ich mache da ganz allein mein Ding.

    Für mich alles nur Makulatur.

    In Wirklichkeit scheint sich doch alles nur um den Alkoholkranken zu drehen. Das lese ich jedenfalls aus den anderen Posts deutlich heraus.

    Das ist so viel Kontrollsucht und Eifersucht und Ängste...und erzähl mir nicht, das das ja nur manchmal hochkommt und ansonsten ist alles bei Dir in bester Ordnung.


    Becki, wir können hier nur Menschen helfen, die sich auch helfen lassen wollen.

    Ein "wasch mich, aber mach mich nicht nass" funzt nicht. Das ist aber das, was Du gern hättest.

    Du wirst also erstmal so weiter machen, weil Du ebenso eine Wand aufgebaut hast, wie ein nasser Alkie, der die Wahrheit nicht hören will.


    Ich bin hier raus, weil man hier einfach noch nicht helfen kann, da muss es leider erst noch viel schlimmer werden.

    Bequatsche ja auch keinen nassen Alkie, der weiter saufen will, weil ich weiß, das es nur verbrannte Zeit ist.


    Ich wünsche Dir alles Gute, und den Mut, mal die Augen aufzumachen, und hinzuschauen, was wirklich ist.

    Und den Mut zum Handeln.

    Aber auch eine Beendigung der Beziehung wird noch nicht viel bringen, Du müsstest ja auch an Deinen eigenen Süchten arbeiten, um überhaupt eine Beziehung führen zu können, wo der andere sich auch frei fühlen darf.

    "Nur den Säufer loswerden allein reicht nicht"... Du hast ja auch noch genug eigene Baustellen, die angegangen werden müssten.

    Hast Du mal an Hilfe durch eine Therapie diesbezüglich gedacht?


    LG Sunshine

  • Hallo Becki,

    Wie erfahre ich dann, ob er was macht oder nicht.

    Was möchtest Du aus welchem Grund erfahren? Es ist keine Frage, die Du hier öffentlich beantworten musst, aber hat es vielleicht etwas mit Kontrolle zu tun? Ich habe damals 1 Monat um eine Kontaktsperre gekämpft. Erst dann konnte ich für mich zur Ruhe kommen, weil ich nicht mehr hörte was er wann warum macht und mein Gedankenkarussell so nur am Kreisen war. Ich denke, Du bist in einer Phase, wo Du Dir darüber klar werden solltest, was Du wie möchtest. Was erwartest Du von einer Partnerschaft, von Deinem Partner. Wie glücklich oder zufrieden bist Du mit deiner derzeitigen Partnerschaft? Ich glaube, wenn Du weißt, was Du willst, kannst Du handeln und Ansagen machen, die Du dann auch einhalten solltest. Du kannst sagen, dass Du ihn nicht alkoholisiert treffen willst z.B., aber ich denke, damit ist das Problem langfristig nicht gelöst. Es kann erst funktionieren, wenn er für sich was ändern will. Das kannst Du ihm nicht abnehmen und du kannst ihn nicht dazu zwingen.


    „du hast mich allein gelassen, wo es mir schlecht ging, dann brauchst du jetzt wo es mir besser geht (FALLS es mal so kommt) auch nicht mehr ankommen“

    Vielleicht sagt er auch, "danke, dass Du mir die Chance gegeben hast, mein Leben für mich auf die Reihe zu kriegen, schön, dass du da bist." Liebe Becki, es kann niemand in die Zukunft schauen und jeder kann nur zusehen, dass er sein Leben so zufrieden wie möglich lebt. Gut, wenn es da Menschen gibt, die uns begleiten. Sie sollen aber doch eine Bereicherung und keine Last sein oder?


    Was wünschst Du Dir, welche Träume hast Du und siehst du ihn an deiner Seite so wie es jetzt ist?


    sonnige Grüße

    Lütte

    Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.

    (Henry Ford)

  • Hallo Becki


    Im Grunde ist hier bereits alles gesagt und dem ist prinzipiell nichts hinzuzufügen.

    In deinem Eingangspost vom 04. April dieses Jahres schreibst du


    „Ich liebe ihn und möchte mit ihm zusammen sein. Das geht aber nur, wenn er sich helfen lässt. Das muss er aber SELBST erkennen und sich Hilfe holen.“


    Das klingt nach einem wirklich schönen Lebensplan und wenn dein Freund da mitmacht und sich seine Beziehungswünsche mit deinen decken, dann steht ja dem zukünftigen Liebesglück nichts mehr im Wege.


    Vielleicht gelingt es dir ja, dass sich deine Bemühungen deinen Freund zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, erfüllen.

    Es wäre insofern prima, weil du dein Verhalten dann praktischerweise nicht ändern musst.

    Blöd ist natürlich, wenn diese ganzen Glücksphantasien von einem nassen Alkie abhängen, der ist nämlich unbelehrbar.

    Denn der Mensch ist ja in seinen Entscheidungen frei und so wie es aussieht, wird er wegen dir nicht aufhören zu saufen.

    Ist aber letztendlich auch egal, den nur die Liebe zählt und in deinem Fall zählst du halt seine konsumierten Biere.


    Warum ich das jetzt so plakativ beschreibe?

    Weil ich drei lange kostbare Jahre meines einzigen Lebens damit vergeudet habe,

    einen nassen Alkie im Namen der Liebe zu bekehren. Hoffnung, Lügen, Frust und Enttäuschung waren das Ergebnis.


    Während dieser drei elenden Jahre ging es mir immer schlechter, aber nicht dass ihn das irgendwie beeindruckt hätte,

    er soff munter weiter und ist, nachdem ich endlich die Sache beenden konnte, einfach weitergezogen und hat sich die nächste CO angelacht.


    Ob er heute noch säuft oder nicht, weiß ich nicht und will es auch garnicht wissen, weil es mich absolut nicht mehr interessiert was er tut oder nicht tut. Ich blicke auch nicht im Zorn zurück, denn ich hatte ja selbst auch immer die Wahl, und niemand hat mich schliesslich gezwungen, mich mit einem nassen Alkoholiker einzulassen.

    Aber was ich wirklich bereue, sind jene drei sinnlos vergeudeten Jahre.


    So wie ich das hier rauslese, willst du jetzt erstmal mir deinem Alkie weitermachen.

    Gute Entscheidung! Wirst sehen, bei dir wird alles ganz anders sein, als bei uns hier.

    Das ist das Schöne an diesen Abhängigkeitsbeziehungen, sie haben alle so etwas einzigartig magisches.


    Dir alles Gute.

    Solea

  • Sunshine_33


    Zitat

    Ich bin hier raus, weil man hier einfach noch nicht helfen kann, da muss es leider erst noch viel schlimmer werden.

    Schön. Ich kann mich auch nicht erinnern dich persönlich gebeten zu haben „drin“ zu sein. 🤷🏼‍♀️

    Zitat

    Du müsstest ja auch an Deinen eigenen Süchten arbeiten, um überhaupt eine Beziehung führen zu können, wo der andere sich auch frei fühlen darf.

    Ganz schön anmaßend, zu denken man wüsste genau Bescheid, wie die vorangegangenen Beziehungen waren, nur weil man Bruchstücke von der jetzigen lesen konnte. Ich habe vor meinem jetzigen Partner eine 8-jährige Bilderbuch-Beziehung hinter mir mit vollstem Vertrauen, Freiheiten, gemeinsamen Haus und allem drum und dran gehabt. Wir sind aber eben am Ende einvernehmlich im Guten auseinander gegangen. Aber gut, wenn man hier 24/7 in nahezu jedem Beitrag mit erhobenem Zeigefinger vertreten ist, kann man schonmal davon überzeugt sein, über jeden bestens Bescheid zu wissen und jeden in die eine vorgefertigte Schablone zu pressen.


    lütte69

    Zitat

    Was wünschst Du Dir, welche Träume hast Du und siehst du ihn an deiner Seite so wie es jetzt ist?

    Ich kann mir keinen anderen Mann an meiner Seite vorstellen, da er für mich (bis auf das Alkoholproblem) in allen anderen Bereichen perfekt ist. Punkt. Wir kennen uns über 10 Jahre und nur er hatte von Anfang an dieses etwas. (Wie bereits oben erwähnt hatte ich vor ihm eine lange Beziehung (8 Jahre) sie war auch schön, gemütlich und ruhig. Und am Ende ist es eher in Freundschaft übergegangen.) Ich möchte MIT IHM glücklich werden. Auch wenn das keiner nachvollziehen kann. Auf dem Weg, den er jetzt betreten hat, möchte ich ihm beistehen.


    ***


    Erstaunlich finde ich es, dass den Alkoholikern im Forum gesagt wird: Schäm dich nicht, Alkoholismus ist eine Krankheit wie Krebs oder HIV. (Ist ja auch so.) Aber gleichzeitig wird den Angehörigen geraten sich von dem Menschen abzuwenden und sein Ding zu machen. Ergo soll man sich bei den anderen Krankheiten auch am besten von den nahestehenden Menschen abwenden und sein Leben glücklich woanders verbringen? Getreu dem Motto - was kümmert mich das Leid anderer.


    Nochmal zum Schluss:


    Vielleicht habe ich meinen Standpunkt noch immer nicht deutlich klargemacht, oder er wird von allen Erfahrenen durch die „Lauf bloß vor dem Alkoholiker weg“- Strategie überlesen.


    Ich wollte mich nicht von meinem Freund trennen, habe auch nicht nach Tipps gesucht wie ich mich am besten trennen/abgrenzen kann um dann die Trennung oder das in der Beziehung erlebte hier in diesem Forum verarbeiten!


    Ich dachte ich finde in diesem Forum Menschen und Tipps, die mit einem Alkoholkranken trotz der „Schwierigkeiten“ zusammen sind und ihn bei seinem Weg in die Trockenheit unterstützen. Aber solche gibt es anscheinend nicht mehr. Alle verlassen den Alkoholiker und führen fernab ein glückliches Leben. Die einzig richtige Lösung ist: Streiche den Alkoholiker aus deinem Leben. Das ist das Fazit dieses Forums. Dann ist das so. Dann kommen wir hier nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Ende der Geschichte.


    Allen alles Gute fernab von euren trinkenden Partnern und Ex-Partnern und ein schönes alkoholfreies Leben!

  • Schön. Ich kann mich auch nicht erinnern dich persönlich gebeten zu haben „drin“ zu sein. 🤷🏼‍♀️

    Becki, bist du dir sicher, dass du bei uns im Forum richtig bist, wenn deine Reaktion auf kritische Beiträge, die von den Mitgliedern hier im Grunde nur deswegen für dich verfasst werden, weil sie dir helfen wollen bzw. dir die Augen öffnen wollen, derart pampig ausfallen, wie im eingefügten Zitat.


    Übrigens ist es hier im Forum nicht üblich, dass jemand eingeladen wird oder ausgeladen wird - je nachdem was du hören willst oder nicht hören willst.


    Ich wünsche dir an dieser Stelle alles Gute und die für dich richtigen Entscheidungen, damit du ein gutes Leben führen kannst!


    Cinderella

    "... und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben ..."

    (Herrmann Hesse)

  • Hallo Becki,


    ich lese eine Menge Frust aus deinem letzten Post. Ich kann Dir aus meiner Sicht nur sagen, dass ich Dir nix Böses will. Ich habe Dir meine Erfahrungen geschildert und meine Erkenntnisse, die ich daraus gezogen habe. Die scheinen aber nicht das zu sein, was Du erwartest hast und jetzt hörst Du dich sauer an. Vielleicht ist aber genau das ein Grund, sich unsere Posts noch einmal gründlich durchzulesen. Bei mir war es so, dass Dinge, die mich beim ersten Lesen auf die Palme gebracht haben, des Pudels Kern getroffen hatten, ich mir das nur nicht eingestehen wollte.


    Ich war zu meinem Trennungszeitpunkt über 20 Jahre mit meinem Mann zusammen. Er ist der Richtige für mich, wir konnten zusammen lachen, Projekte stemmen ...., aber ständig war da dieser Schei*alkohol, der diese Dinge immer wieder zunichte machte. Ich wollte mich nicht trennen, ich wollte das er ne Therapie macht und alles wird wieder gut. Was hab ich Flaschen gezählt, gebettelt, geredet, geweint, gemault. Es hat alles nix geholfen. Dann schlug es langsam um. Ich fühlte mich in seiner Nähe unwohl, konnte ihn nicht mehr riechen, konnte nicht mehr mit ansehen wie er stierend auf der Couch saß. Ich war unglücklich und er war Schuld. Ich hab noch nicht mal gewusst warum es mir so bescheiden ging, bis ich ein langes Gespräch mit unserem Kind hatte, dass mir die Augen geöffnet hat. Das war im April und ich fing an, im Netz zu recherchieren und kam auf dieses Forum. Im Juni bin ich ausgezogen. Es war die beschissenste Zeit, die ich je durchgemacht hatte. Aber ich hatte das Gefühl, wenn ich nicht gehe, gehe ich ein, verschwinde immer mehr und das wollte ich einfach nicht. Ich wollte von ihm erstmal nix sehen oder hören und er hat alle Register gezogen, damit ich wieder in die Spur komme. Aber ich konnte wie gesagt nach einem Monat die Kontaktsperre durchsetzen und dann ging es mir langsam besser. Vorher hatte ich Panikattacken, wenn er anrief. Ich fühlte mich so dermaßen schlecht, dass ich ihn verlassen hatte, mein Herz sagte, dass alles falsch ist und mein Verstand sagte mir, da musst du durch. Ich hab einfach mal gemacht, was der Verstand sagte und irgendwann kam mein Herz hinterher. So hatten wir beide Zeit, unsere Genesung in Angriff zu nehmen - jeder für sich.


    Du kannst doch gern mit deinem Partner so weiter leben wie bisher - das meine ich wirklich nicht sarkastisch. Es ist nur so, dass Du einen Alkoholiker nicht trocken legen kannst. Er muss selbst die Erkenntnis haben und dann muss er selbst beschließen trocken zu werden und dann muss er selbst Taten folgen lassen. Und ja, es ist eine Krankheit, aber ich als Partner kann bei anderen Erkrankungen ja auch keine Diagnose stellen, da muss mein Partner schon mal selbst zum Arzt gehen und die vorgeschlagene Therapie machen. Und nichts anderes ist es bei einem Alkoholiker - er muss in die Puschen kommen.

    Ich dachte ich finde in diesem Forum Menschen und Tipps, die mit einem Alkoholkranken trotz der „Schwierigkeiten“ zusammen sind und ihn bei seinem Weg in die Trockenheit unterstützen. Aber solche gibt es anscheinend nicht mehr. Alle verlassen den Alkoholiker und führen fernab ein glückliches Leben. Die einzig richtige Lösung ist: Streiche den Alkoholiker aus deinem Leben. Das ist das Fazit dieses Forums. Dann ist das so. Dann kommen wir hier nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Ende der Geschichte.

    Ich lebe wieder mit meinem Mann zusammen und habe Dir meine Erfahrungen geschrieben. Sie sind anscheinend nicht das, was Du Dir wünschst zu hören, denn für mich war es wichtig, allein wieder zu mir zu finden. Was aus meiner Ehe würde, war mir zu diesem Zeitpunkt völlig egal. Vielleicht hab ich es aber viel zu lange direkt neben einem Alkoholiker ausgehalten ohne die Freiräume, die Du hast und konnte es daher so durchziehen.


    Trotzdem denke ich, ist es wichtig zu wissen, was man wie möchte und es so auch seinem Partner zu kommunizieren.


    Du wirst Deinen Weg gehen und er wird für dich der richtige sein.


    sonnige Grüße

    Lütte

  • Weißt Du Becki,


    hier wird auch keinem Alkoholiker geraten, weiter zu trinken und hier tauschen sich auch keine Alkoholiker aus, die Tips haben wollen, wie man am besten mit der schwierigen Sauferei umgehen sollte. Das funktioniert nicht.


    Genau so wenig funktioniert das mit der Co.-Abhängigkeit. Du kannst doch nicht erwarten, dass man Dir hier Ratschläge gibt, wie Du es am besten mit einem trinkenden Partner aushältst. Perfekt außer.... Das ist eben nicht perfekt. Und es geht hier auch nicht um eine Kleinigkeit. Mit einem trinkenden Partner ist nun mal keine glückliche Beziehung möglich, siehst Du ja, sonst wärst Du ja nicht hier.


    Das hat auch nichts mit "im Stich lassen" zu tun. Er kann aufhören zu trinken. Auch wenn es eine Krankheit ist. Gegen Krebs kann ich nichts tun, gegen Alkoholismus schon.


    Du kannst die Wahrheit nicht ertragen und wirst bissig. Auch wenn Du DIch hier jetzt abmeldest. Das Geschriebene wirst Du sicherlich mitnehmen und notfalls in ein paar Wochen nochmal drüber nachdenken.



    Cadda

  • Erstaunlich finde ich es, dass den Alkoholikern im Forum gesagt wird: Schäm dich nicht, Alkoholismus ist eine Krankheit wie Krebs oder HIV. (Ist ja auch so.) Aber gleichzeitig wird den Angehörigen geraten sich von dem Menschen abzuwenden und sein Ding zu machen. Ergo soll man sich bei den anderen Krankheiten auch am besten von den nahestehenden Menschen abwenden und sein Leben glücklich woanders verbringen

    Stimmt Krebs und HIV sind auch Krankheiten . Jedoch keine bewusstseinsverändernde Krankheiten. Zudem ich mit keinem HIV Kranken ungeschützt verkehren würde. Und als CO muss ich mich eben erstmal auch schützen.

    Ich dachte ich finde in diesem Forum Menschen und Tipps, die mit einem Alkoholkranken trotz der „Schwierigkeiten“ zusammen sind und ihn bei seinem Weg in die Trockenheit unterstützen.

    nun komme ich aus der Alkoholiker Ecke und habe mir dein Thread durchgelesen und muss sagen das du die richtigen Tipps bekommen hast, jedoch hast du sie falsch einsortiert. Natürlich liest es sich Hammerhart an, wenn er nicht aufhört zu saufen, der letzte Ausweg ist sich zu trennen.


    Nun sind deine eigenen Versuche ihn "trocken" zu legen gescheitert, sonst wärst du ja nicht hier aufgeschlagen. Dann bekommt man solche „Tipps“ um die Ohren gehauen und ist auch zu Recht erstmal sauer und stellt alles in Frage. Was das soll.


    Ist bei einem Alkoholiker, der nicht aufhören will zu saufen ähnlich. Der hört sich einiges an, wenn jedoch die Einsicht fehlt, dann ändert er nichts.


    Die beste Unterstützung für mich war damals keine Unterstützung. Ich wusste längst, dass etwas mit meinem Trinkverhalten nicht stimmte und hörte mir auch alles geduldig an. Solange ich aber nur „labern“ musste, war doch die Welt für mich in Ordnung. Paar Zugeständnisse da und da und hoch die Tassen.


    Übrigens hat sich nicht jeder CO von seinem „Alkoholiker“ getrennt. Es gibt auch welche die es geschafft haben. Aber da waren beide dazu bereit, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo Becki!

    Erstaunlich finde ich es, dass den Alkoholikern im Forum gesagt wird: Schäm dich nicht, Alkoholismus ist eine Krankheit wie Krebs oder HIV. (Ist ja auch so.) Aber gleichzeitig wird den Angehörigen geraten sich von dem Menschen abzuwenden und sein Ding zu machen. Ergo soll man sich bei den anderen Krankheiten auch am besten von den nahestehenden Menschen abwenden und sein Leben glücklich woanders verbringen? Getreu dem Motto - was kümmert mich das Leid anderer.

    Es muß sich auch keiner schämen krank zu sein denn Alkoholismus ist eine schwere Krankheit. Aber der nasse Alkoholiker hat auch nicht das Recht durch seine Trinkerei mein Leben schwer zu machen und mich bis aufs Blut zu drangsalieren. Er kann ziemlich erfolgreich etwas gegen seine Sucht tun sofern er das will. Das ist der springende Punkt, er will oft gar nicht etwas ändern. Über 30 Jahre habe ich das mitgemacht, er hat in den 30 Jahren immer nur versprochen aufzuhören und mich hingehalten. Meinst du nicht ich hätte ihn lange genug "begleitet"? Gut ich hätte noch 6 Jahre länger bei ihm bleiben können dann hätte ich sogar miterlebt daß er an seiner Sucht stirbt. Wäre das in deinem Interesse? Dann bitteschön bleibe bei ihm bis ans Ende seiner/deiner Tage es hindert dich niemand.


    Es ist keine Schande krank zu sein aber man kann mit einer Krankheit gut leben wenn man sich bemüht und sich mit der Krankheit befasst. Ich bin selber schon ganz viele Jahre krank aber bemühe mich trotzdem am Leben teilzunehmen und das Leben zu geniessen. Als Trinker oder Co-Abhängiger geht das aber auf keinen Fall - man kann kein glückliches Leben führen.


    LG Marie

  • Hallo Becky,


    erst einmal tut es mir leid, dass es dir in einem Forum, wo du Hilfe und Unterstützung haben möchtest, dich nicht gut aufgehoben und verstanden fühlst. Das sollte so nicht sein, denn JEDER einzelne sollte emotional da abgeholt werden, wo er gerade steht und nicht verbogen werden, damit es in die Allgemeingültigkeitregel für Co-Alkoholiker passt. Das ist vllt hier misslungen, wir sind hier "nur" Menschen/Laien, die versuchen einander zu unterstützen.


    Vllt liest du noch mit, ich würde dir gerne eine Situation beschreiben und eventuell ist es das, was du dir erhofft hast an Hilfe.


    Seit vielen Jahren habe ich viele drogen-und alkoholabhängige Jugendliche begleitet, die mir sehr ins Herz gewachsen sind. Sie untergehen zu sehen, hat mich anfangs tief betrübt und ich wollte helfen. Es gelang mir Zugang zu ihren Geschichten und Emotionen zu erlangen, so dass sie mir vertrauten. Ich habe sie nicht unter Druck gesetzt und keinerlei Vorwürfe gemacht. Es gab viele Unterstützung durch Suchtberatung und Therapeuten.

    Das wichtigste war/ist, diese Jugendlichen NICHT zu verlassen, aber meine eigenen Regeln aufzustellen im Umgang mit Drogen, so wie mich emotional und physisch abzugrenzen.

    Wenn sie trinken/konsumieren wollten, dürften sie es mir sagen, aber NIEMALS in meiner Gegenwart, noch in meinem zu hause, das war tabu! Wenn sie bekifft, auf Speed oder betrunken nach Hause kamen, mussten sie sofort ins Zimmer bis sie wieder normal waren.

    Einmal hatte ich einen schwer Drogensüchtigen hier, den ich dann nicht mehr aufgenommen habe, er war wie ein Streuner und ich stellte ihm jeden Tag eine Zeit lang etwas zu essen vor die Tür, mehr nicht.


    Becky, ich habe diese Jugendlichen/jungen Erwachsene nicht verurteilt für das was sie tun, aber es MUSS klare Regeln und Grenzen geben, damit es DIR gut geht. Vllt stellst du diese zusammen mit deinem Freund auf. Du musst diesen Zustand nicht ertragen, ohne dass du ihn im Stich lässt. Ihn zu einer Entziehungskur zu zwingen bringt nicht und das Schlimmste was ein Alkoholiker braucht ist DRUCK. Das löst weglaufen aus und Vertrauensverlust.

    Vllt erklärst du ihm ein paar Regeln, immer mit dem Fokus "Du ich weiss, dass du die Abhängigkeit hast, ich bin für dich da, es ist ok, ABER im betrunkenen Zustand möchte ich dich nicht sehen/um mich haben.

    Und vllt hilft dir selbst eine Therapie, mit dem Menschen, den du liebst und der Krankheit weiter leben zu können. Dass es dir gut geht, ist DEINE Verantwortung, nicht die deines Liebsten, wenn er nicht ehr trinkt.


    Nur Mut!


    Viele Grüße

    Matts

  • Becky, ich hab nochmal nachgedacht. Wenn Du eine Trennung noch nicht einmal in Erwägung gezogen hast, ist es vermutlich auch alles zu viel auf einmal, was hier geschrieben wird. Es erwartet auch niemand, dass Du hier das tust, was man Dir rät. Manchmal hilft es aber, die geschriebenen Erfahrungen einmal sacken zu lassen.

    Hier sind eben viele Menschen, die zu viel Zeit durch falsche Hoffnung verschenkt haben. Das möchte man eben versuchen, Anderen zu ersparen.

    Vielleicht hilfst Du Deinem Partner aber auch genau damit, dass Du Dich anwendest. Das wirst Du nur herausfinden, wenn es soweit ist.

    Keiner sagt, dass es leicht ist, den Verstand über das Herz siegen zu lassen, damit eben dieses auf Dauer nicht kaputt geht.

    Lass erstmal alles sacken und versuche Dich zumindest schon mal etwas abzugrenzen und dafür zu sorgen, dass es Dir gut geht.


    LG Cadda

  • Ich wollte mich nicht von meinem Freund trennen,

    Warum jammerst Du dann hier so rum, über seine Sauferei. Man liebt den Mensch, wie er ist. Er ist ein nasser Säufer. End of Story. Dann genieß doch die stark schwindenden perfekten "nüchternen" Zeiten. Die werden immer weniger, und dein Sumpf tiefer. Am Anfang dachte ich ähnlich. Aber das Ende war das beste was ich tun konnte. Viel Spaß noch mit deiner Beziehung :thumbup:

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