mit Alkoholiker zusammen bleiben - und "Regeln" für sich setzen?

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Liebe Lea!

    Vor allem auch die Meinung zu hören von Personen, die selbst mal getrunken haben. Und von erfahrenen Co's, die das alles schon hinter sich haben und jetzt mit einem anderen Blick darauf schauen.

    Diesen anderen Blick kannst auch du erreichen :) Ich habe sehr lange dafür gebraucht bis ich zu manchen Erkenntnissen kam, bei mir ist es ja auch schon einige Jahre her mit meinem neuen Leben.


    Ich finde es toll daß du dich hier einbringst und trotz viel Gegenwind weiter schreibst. Das ist sehr mutig von dir denn es ist nicht einfach so "zerpflückt" zu werden. Aber nur so kann sich vielleicht ganz langsam deine Denkweise ändern. Ich bin erst hier aufgeschlagen als ich die Trennung mental bereits vollzogen hatte. Ich wusste nicht so viel von Co-Abhängigkeit ich hatte einfach die Nase voll von meinem Mann, vieles geschah noch instinktiv um mich zu retten und zu schützen.


    Hier habe ich dann ganz neue Erkenntnisse gewonnen und Jahre später fing ich an das Erlebte aufzuarbeiten.

    Ja, meinen Denken ist schon ziemlich verdreht und voller Ausreden.

    Ich schätze mal im Grunde weisst du ja daß etwas gewaltig schief läuft in deinem Leben sonst hättest du dich hier nicht angemeldet. Du musst nur verschiedene Dinge umsetzen das ist das Schwierigste überhaupt.


    LG Marie

  • Liebe Lea,


    ich gebe Speranza Recht, diesen Blick kannst Du auch erreichen. Ich habe genauso gedacht wie Du. Habe inzwischen durch meine Erfahrung nun das Denken wie z.B. Sunshine.


    Ich finde es gut, dass Du offen für die Kritik bist!!!!


    LG Cadda

  • Hello again,


    ich wollte eigentlich zu jedem Kommentar von euch etwas schreiben, kriege das aber grad nicht hin. Jedenfalls habe ich alles aufmerksam gelesen und mir meine Gedanken gemacht.


    Nun war ich gestern fast so weit hier zu schreiben: "Ich habe mich entschieden, mit ihm zusammen zu bleiben, da ich ihm noch eine Chance geben möchte, vor allem mit dem Geld und den damit verbundenen Möglichkeiten (reisen, Kampfsport, Fortbildungen und bessere Jobaussichten für ihn etc).

    Außerdem war ich immer noch irgendwie der Meinung, dass ich seinen Alkoholkonsum etwas überschätze. Er selbst hat mir in letzter Zeit immer wieder gesagt, dass ihn die "Lust zu trinken" immer mehr verlässt, je älter er wird (jetzt 51).


    Nun ... nachdem er mir gestern wieder latent aggressive WhatsApp Nachrichten geschrieben hat, die für mich immer auf Alkoholeinfluss hindeuten, hatte ich vorhin so eine Eingebung und bin zu seiner Wohnung gefahren (ja ich weiß ... kontrolliges Co-Verhalten hoch zehn). Aber irgendwie brauchte ich wohl nochmal einen eye opener. Was habe ich vorgefunden: eine leere Weinflasche und 6 leere Dosen Starkbier - mit der dazugehörigen Rechnung vom Pizzaservice vom gestern. Puhhh ... das sind echt Mengen, mit denen ich nicht so gerechnet hatte und ein "Feierabendbierchen" wie er es nennt, deutlich übersteigen.

    Wenn ich ihn drauf ansprechen würde, dann würde er es sicher darauf schieben, dass es an mir liegt, da unsere Beziehung grad so in der Luft hängt und ich keine klaren Aussagen treffe, wie es nun weitergeht und überhaupt, weil ich an allem Schuld bin.


    Ich lasse das alles nochmal wirken, auch alle eure Kommentare ... und werde dann meine ganze Kraft zusammen nehmen und mich wohl doch trennen.

  • hallo Lea,

    auch von mir ein herzliches Willkommen bei uns im Forum



    Außerdem war ich immer noch irgendwie der Meinung, dass ich seinen Alkoholkonsum etwas überschätze.

    alleine das du dir über seinen Konsum Gedanken machst, spricht doch für sich. Du hast Probleme mit seiner Trinkerei, dann bist du hier richtig, ich glaube ich habe noch keine Handvoll User hier getroffen, die sich verabschiedet haben weil sie den Konsum überschätzt haben.

    Vertrau auf deine Wahrnehmungen, die sind wichtig und richtig.

    Du kannst einem nassen Alkoholiker nicht vertrauen, was er dir erzählt.

    Er selbst hat mir in letzter Zeit immer wieder gesagt, dass ihn die "Lust zu trinken" immer mehr verlässt, je älter er wird (jetzt 51).

    das erzählt er dir, so lange bis du wieder "rund" läufst.

    Solche Sätze habe ich jeden Tag gehört und immer wieder habe ich Hoffnung geschöpft und dreimal darfst du raten, wurde sie wieder enttäuscht.

    Das ist eine Achterbahnfahrt und die wird immer schneller und kennt nur die Richtung nach unten.

    Klar wird er dir alle Schuld geben, die du aber definiv nicht hast.

    Es ist nur ein weiteres Instrument, damit er bei sich nicht hinsehen muß. Denn in der Regel will man sich ja verteidigen und dem anderen klar machen, das ich nicht schuld bin.

    Schon waren wir in der dicksten Diskussion, und es ging plötzlich um mich und das Thema Alkohol war vom Tisch.

    Bitte bleib aber konsequent und kündige nur das an, was du auch ausführen kannst, denn sonst wirst du nicht ernst genommen.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Lea,

    du hast offenbar noch einen „eye-opener“ gebraucht und der scheint ja wirklich ein Volltreffer gewesen zu sein.

    Dein Gefühl, dass seine latent aggressiven WhatsApp-Nachrichten unter Alkoholeinfluss geschrieben worden sind, hat dich nicht getrogen.

    Du hast mit eigenen Augen gesehen, dass sein Alkoholkonsum doch deutlich höher ist, als du‘s erwartet hattest, und dass das eben nicht auf nur ein „Feierabendbierchen“ hindeutet.


    Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass er die Schuld für seinen Konsum gestern Abend auf dich schieben wird. Wahrscheinlich glaubt er sich das sogar selbst. Die Schuld bei anderen zu suchen und sich am besten noch selber leid zu tun, ist einfach typisch für nasse Alkoholiker. Von solchen Erfahrungen kannst du bei ganz vielen lesen.

    Natürlich trägst du keine Schuld daran. Das wäre ja noch schöner. Du hast Schwierigkeiten mit seiner Trinkerei und teilst ihm das mit und DESWEGEN muss er noch mehr trinken. Echt schiefes Denken, meinst du nicht auch?


    Du hast was Besseres verdient, denkt

    AufderSuche.

  • Hallo Lea,


    Ich kann die Erfahrungen mit einem nassen Alkoholiker, die hier bereits geschildert und sich erschreckend ähneln, wenn nicht sogar die gleichen sind, leider nur bestätigen. Ich habe anfangs ähnlich gedacht wie Du und auch viele andere…mehr gehofft, als wirklich gedacht. Es wird von Konsum zu Konsum schlimmer und immer mehr Psycho! Es werden Streits provoziert, Beziehungsprobleme erfunden, damit er endlich in Ruhe saufen kann…völlig aus dem Off. Dann wird man mit Ignoranz bestraft, weil der Selbsthass ja so groß ist. Es ist ein Netz aus Lügen, die er selber strickt, damit er bei sich nicht hinschauen muss, weil er es nicht will! Darauf folgt das tiefe Selbstmitleid und die Erklärung, er sei ja kein schlechter Mensch, aber ob du nicht siehst, wie schlimm und schlecht es ihm geht. Ich bin da immer wieder drauf reingefallen, weil er ja schließlich einsichtig war und mehrfach versucht hat, da raus zu kommen…musste feststellen, dass er trotz seines schlechten Zustandes, der ihm ja so Kraft raubt, die Muße und Energie hatte, Bilder von anderen Frauen mit Herzen und Komplimenten zu kommentieren und sicherlich auch mit der ein oder anderen geschrieben hat, wenn nicht sogar mehr. Ich will es heute gar nicht mehr wissen.

    Erspare Dir diesen zusätzlichen Schmerz, diese zusätzliche Kränkung, Liebes.

    Du hast etwas Echtes, mit Größe, Respekt und Wertschätzung verdient!

    Die Hoffnung stirbt immer zuletzt…ich musste schmerzhaft erkennen, in meinem Fall war diese Perlen vor die Säue…

  • Hallo Lea,

    schön dich zu lesen,

    ich lese, dass du beschlossen hast ihm noch eine Chance zu geben und dich nicht zu trennen ....es ist natürlich deine Entscheidung und es gibt tatsächlich Beziehungen bei denen das klappt....aber da muss man viel für tun...

    du schreibst, er wisse, dass eure Beziehung in der Luft hängt und es an dir liegt...also mach was....ich glaube nicht, dass die Beziehung weiter (gut) läuft wenn er einfach weiter trinkt, das hast du ja auch sicher jetzt schon oft, hier gelesen... ich habe auch diese Erfahrung gemacht...und das mit dem vielen Geld ist eine Illusion, Geld hat damit wirklich nichts zu tun,

    wenn du eine weitere Beziehung willst musst du ihm sagen was du von ihm willst und wie eine Beziehung für dich möglich ist....du hast geschrieben, dass du auch über eine Trennung nachdenkst...sag ihm das! und gib ihm Aufgaben auf, die er zu machen hat, vor allem aufhören mit Alkohol trinken....das ist sonst ein nicht aufzuhaltender Selbstläufer, wenn er nicht weiß wie... mach ihm Vorschläge oder bestehe darauf das er sich Hilfe holt zB. Arztbesuch Selbsthilfegruppe, Therapien...seine Philosophie wird sein (wenn er darauf eingeht) ....OK ich trinke nichts mehr....aber so funktioniert das nicht er muss was dafür tun, wenn man nichts anders macht, verändert sich auch nichts

    er scheint ja auch in der Luft zu hängen und weiß nicht wie es weiter geht...das kann ein sehr langer und anstrengender Weg werden, wenn er sich darauf einlässt...wenn nicht liebt er sich und seinen Alkohol mehr als dich...und dann????

    Lieben Gruß

    mexico

  • Hallo liebe Gruppe,


    Morgenrot, AufderSuche, Sensual, Mexico und alle anderen ... danke für eure Feedbacks.


    Es hat sich schon wieder etwas verändert ... gestern war ich ja noch fest überzeugt "Das wars jetzt!". Obwohl ich ihm das noch gar nicht mitgeteilt hatte, hat er mir eine 20minütige Sprachnachricht geschickt und dermaßen einsichtig und emphatisch war wie noch nie zuvor. So als hätte er es geahnt, dass ich nun den Schlussstrich ziehen möchte.

    Er hat zugegeben, dass er zur Zeit zu viel trinkt und es auch früher oft getan hat (er sprach von derzeit mind. 1 Flasche Wein pro Abend). Neulich hätte er so viel getrunken, dass er einen richtigen Filmriss hatte.

    Er hat sich für vieles entschuldigt, auch für die ungerechtfertigten Angriffe und Vorwürfe von neulich.

    Nun würde er sehen, dass ich immer mehr für die Beziehung getan habe als er. Und er will jetzt auch seinen Teil dazu beitragen.


    Das alles - was und wie er es gesagt hat - hat nun meine Einstellung wieder um 180 Grad gedreht.

    wenn du eine weitere Beziehung willst musst du ihm sagen was du von ihm willst und wie eine Beziehung für dich möglich ist....du hast geschrieben, dass du auch über eine Trennung nachdenkst...sag ihm das! und gib ihm Aufgaben auf, die er zu machen hat, vor allem aufhören mit Alkohol trinken....das ist sonst ein nicht aufzuhaltender Selbstläufer, wenn er nicht weiß wie... mach ihm Vorschläge oder bestehe darauf das er sich Hilfe holt zB. Arztbesuch Selbsthilfegruppe, Therapien...seine Philosophie wird sein (wenn er darauf eingeht)


    mexico - Bringt es denn was, ihm das alles zu sagen und ihm Vorschläge zu machen?

    Meine Ansage wäre: 100% trocken, kein Alkohol + Unterstützung durch Gruppen, Therapie etc


    Aber da haben mir schon so viele geschrieben, dass das nix bringt. Da muss er selbst drauf kommen oder?

    Wie könnte ich ihn denn unterstützen? Können mir vor allem die trockenen Alkoholiker dazu nochmal was sagen?


    Derzeit habe ich so eine Überlegung im Kopf, dass ich mit ihm eine Beziehungspause vereinbare (3 Monate oder vielleicht sogar 6) und jeder schaut, in der Zeit auf eine gute Spur zu kommen. Ich würde u.a. in eine 12 Schritte Klinik und an meiner Liebes-/Beziehungssucht und Co Abhängigkeit arbeiten. Und er kann ja machen was er will, vielleicht geht er nach Thailand in das Kampfsport Zentrum. Dann schaue wir danach, ob jeder in seinem Tempo mit seinen Themen weiter gekommen ist.


    Ich kann mir tatsächlich schlecht vorstellen, ihn derzeit zu "begleiten" und immer mit der Unsicherheit zu leben "Hat er wieder getrunken oder nicht".


    Oh man, ich bin echt durcheinander - weiß überhaupt nicht mehr was ich will und was der "richtige" Weg für mich ist.

    Einige hier denken vielleicht eh schon "Was schreib ich mir hier die Finger wund, sie checkt es einfach nicht" :roll:

  • Hallo LeaLux

    Er hat zugegeben, dass er zur Zeit zu viel trinkt und es auch früher oft getan hat

    Und was soll sich nun daran ändern?


    Nun komme ich aus der Alkoholiker Ecke und für mich sind es nicht mehr oder weniger nur Halte oder Rückholversuche den Co wieder ins Boot zu holen. Oder hat er Taten folgen lassen.? Arztbesuch, Beratungsstelle ?


    Wenn nicht dann sind es nur Absichtserklärungen und entpuppen sich zu leere Worthülsen auf der emotionalen Ebene.


    Schaue mal im unteren Link, da hatte ich vor Jahren mal einen Thread eröffnet . Vielleicht findest du da noch mehr Antworten.


    Fragen an einen Alkoholiker - Erste Schritte für EKA, Angehörige und Co Abhängige - Alkoholiker Forum (alkoholiker-forum.de)

    Gruß Hartmut

    ---------------------


    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo Lea,


    ich kann mich Hartmut nur anschließen, du mußt nicht immer wieder formulieren oder ihm gar Aufgaben geben, das funktioniert nicht.

    Du kannst und solltest trotz Entschuldigungen von seiner Seite auf ( s ) Handeln bestehen.

    Steig aus diesem ewigen Beruhigungs - und Hoffnungkreislauf aus.

    Er zermürbt dich, während er in Ruhe weiter trinkt.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Danke Morgenrot. Hab gerade auch hier in Hartmuts Frage-Antwort Thread folgenden Kommentar von ihm gefunden:


    "er schafft sich nur ein Zeitpuffer, um in Ruhe weiter saufen zu können. Du machst es ja, zwar mit Unmutsäußerungen, problemlos mit. Also ist die Welt in Ordnung. Solange du für dich keine Konsequenzen ziehst, (es geht hier ja um dich) solange stößt du weiterhin auf „Fragen, die für dich keine Antwort geben“ Es gibt nur eine Antwort auf die Fragen. Er müsste von sich auf aufhören zu saufen. Und zwar nur von sich aus.

    Macht er es nicht, weil er noch nicht soweit ist, dann bleiben dir nur 2 Sachen übrig. Du machst es weiterhin mit und jammerst über die Situation oder du ziehst für dich Konsequenzen damit du wieder zufrieden und ohne Ängste, glücklich werden kannst."


    Wieso geht das nicht in meinen Kopf? Bzw. in mein Gefühl, denn kognitiv habe ich das ja verstanden...

  • Hallo Lea,

    Wieso geht das nicht in meinen Kopf?

    das dauert, ich bin mir sicher das du es von deinem Verstand her schon weißt. Was einem bei einem nassen Alkoholiker so im Wege steht ist das Gefühl, die immer wiederkehrende Hoffnung die er immer wieder durch Versprechen schürt, und so am Leben hält.

    Das Gefühl muß nicht einmal die Liebe sein, es reicht schon der Gedanke: er ist krank und ich kann doch jetzt nicht gehen.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo LeaLux,


    ich schreibe dir als trockene Alkoholikerin.


    Ich konnte trocken werden, als ich mir meiner Eigenverantwortung wieder bewusst werden konnte.


    Du schriebst

    Zitat

    Derzeit habe ich so eine Überlegung im Kopf, dass ich mit ihm eine Beziehungspause vereinbare (3 Monate oder vielleicht sogar 6) und jeder schaut, in der Zeit auf eine gute Spur zu kommen. Ich würde u.a. in eine 12 Schritte Klinik und an meiner Liebes-/Beziehungssucht und Co Abhängigkeit arbeiten. Und er kann ja machen was er will, […]. Dann schaue wir danach, ob jeder in seinem Tempo mit seinen Themen weiter gekommen ist.


    Ist doch eine gute Idee. Es hilft dir vielleicht, den Schritt jetzt zu gehen, wenn du es erst einmal als Trennung auf Zeit begreifst. Und sechs Monate ohne dich - wenn er es dann nicht schafft, hast du in deiner eigenen Therapie für Co-Abhängigkeit, die du machen willst, genügend Stärke gewonnen, um dich endgültig für Neues zu öffnen und dich von dieser Beziehung zu verabschieden.


    Hab Mut und sei dir wichtig.

    Herzlichen Gruß

    Thalia

  • Das sehe ich auch so, obwohl ich mich in einer ähnlichen Situation befinde, auch mir fällt das Loslassen schwer, ich hab auch immer gedacht sie macht schon, sie hört auf, aber es wurden von mal zu mal die Abstände kürzer und die Zeit die sei betrunken war immer länger! Das letzte Mal vor 1,5 Monaten war 5 Wochen jeden Tag betrunken, davon 2 Wochen nicht zu Hause. Aber ich werde keine Rücksicht mehr nehmen, hatte auch auf ihr Entgegenkommen gehofft, allein schon unserer 12 jährigen Tochter wegen, aber nein, es "geht ihr alles am Arsch vorbei", schlimmer noch, wir werden von ihr beschimpft, das es ja schließlich unsere Schuld sei. Sie hat schon neue Wohnung, ich werde jetzt den Auszug beschleunigen, und, es wird nicht auf Zeit, es wird für immer! Meine Gesundheit hat gelitten, meine Kinder haben gelitten, basta, aus und vorbei, sonst wäre das Leben ja vorbei, da sie NIEMALS im Leben aufhört zu trinken. Genug jetzt, Gn8, bis später

  • mexico - Bringt es denn was, ihm das alles zu sagen und ihm Vorschläge zu machen?

    Meine Ansage wäre: 100% trocken, kein Alkohol + Unterstützung durch Gruppen, Therapie etc

    Hallo LeaLux,

    die Frage ist, wie sehr du ihn liebst bzw wie groß der Wille ist, die Beziehung aufrecht zu erhalten oder eben nicht (lohnt es sich für euch?)....bei mir hat es mit vielen Gesprächen, Bedingungen Selbsterkenntnisse und nutzen des Hilfesystems und Liebe) funktioniert....mir wurde verklickert was ich alles verliere, ich hatte die Wahl (ohne richtigen Druck, ich musste selbst die Entscheidung treffen) ist für beide ein schwerer Weg und es hat dann noch ca 11 Jahre gehalten und war schön.......

    er muss es verstehen, dass du ihn nicht bestrafen willst....er kann auch nicht richtig was dafür, dem Alkohol verfallen zu sein, war halt seine Art und Möglichkeit durchs Leben zu kommen....wurde dann wie bei fast allen zum schwer aufzuhaltenden Selbstläufer die Alkoholkrankheit halt....dh er muss sich um seine Alkoholkrankheit kümmern, unbedingt zum Arzt und halt irgendwas aus dem vielseitigen Hilfesystem annehmen und von alleine bzw mit seinem Arzt)drauf kommen...und MACHEN...ANFANGEN...

    dies ist wirklich ein sehr schwerer Weg....Depressionen, Stimmungsschwankungen, Rückfalle....du musst halt wissen ob du das eingehen wirst...,denn die Krankheit nimmst du dann mit in dein weiteres Leben mit... wenn du noch nicht genau weißt was tu tust....6 Monate Trennung ist doch ein guter weg...da hat er genug Zeit für sich die Entscheidung zu treffen und du auch

    Lieben Gruß

    mexico


    Liebe kann Berge versetzen

  • Hallo in die Runde,


    jetzt habe ich hier ein Weilchen nichts geschrieben ... das liegt daran, dass meine innere Haltung zu dem Thema so sehr schwankt. Geht es anderen Co's auch so?

    Wenn ich hier im Forum lese, dann denke ich oft: Ja klar, er ist Alkoholiker ohne Problembewusstsein - die einzige Möglichkeit für mich ist die Trennung!

    Und dann verbringe ich damit ein paar Tage und bin mir wirklich 100% sicher, dass ich das jetzt durchziehe.

    Dann passiert wieder irgendwas ... z.B. dass er anruft oder mir eine doch etwas einsichtige Nachricht auf WhatsApp hinterlässt - und schon ändere ich meine Meinung.

    Oder es kommt noch nichtmal von ihm sondern in meinem Kopf dreht sich was, nach dem Motto: Ach komm, er ist ja nie richtig volltrunken, die paar Bierchen sollte ich wirklich nicht überbewerten. Und er ist ja sonst auch ein toller Kerl.


    ....bei mir hat es mit vielen Gesprächen, Bedingungen Selbsterkenntnisse und nutzen des Hilfesystems und Liebe) funktioniert....


    Liebe kann Berge versetzen


    Ich hatte ja schon alles Mögliche versucht: Verständnis, Angebote von Hilfe und Unterstützung, Akzeptanz der Situation (wegschauen) ... bis hin zu weinen und Ultimaten (die ich meist nicht eingehalten habe).

    Seine Reaktion ist meisten ein gewisser Trotz ("dann mache ich es erst recht, du hast mir gar nichts zu sagen") oder richtige Wut auf mich. Ganz selten gibt er zu, dass an meinen Worten etwas dran ist. Neulich hat er es mal gesagt und meinte auch, dass es ihm leid täte wie sehr ich drunter leide und dass er aufhören würde.


    Hinzu kommt, dass ich in dieser Beziehung auch echt viel verbockt habe (Fremdgehen). Das hält er mir dann immer vor und sagt, was ich gemacht hätte, sei viel schlimmer und mir stände es überhaupt nicht zu, von ihm irgendwas zu erwarten aufgrund meines Fehlverhaltens.

    Aber so kommen wir ja nicht weiter ... Ich sage ihm dann immer, dass wir über meine Sachen auch reden können und müssen. Aber es bringt ja nichts, das gegeneinander aufzurechnen. Das sind zwei separate Themen. Natürlich habe ich dann immer krasse Schuldgefühle ...

    Wir habe eine ziemlich lange Zeit mit der unausgesprochenen Verabredung verbracht "Ich lasse dich trinken und dafür fragst du nicht nach, wo und mit wem ich zusammen war"

    Komische Beziehung ... wenn ich so drüber nachdenke. Alles ganz schön verdreht ...

  • Hallo Lea,


    Du kannst ihn nicht "trocken lieben ". Das funktioniert nicht. Lass dich nicht unter dem Deckmäntelchen von Liebe und Einsicht einwickeln.

    Trocken werden muß er für sich und ohne deine direkte Hilfe.

    Was er jetzt macht, sind Spielchen spielen, damit du auf "Kurs" bleibst. Nasse Alkoholiker sind die besten Schauspieler die ich mir vorstellen kann.

    Es ist seine Verantwortung nicht deine.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Lea,


    danke, dass ich hier Deinen Beitrag zu verfolgen darf. Du fragst, ob es anderen Co´s auch so geht?


    Na klar. Das ist ja das Tolle an der Coabhängigkeit, sie funktioniert ohne dass wir das mitbekommen.


    Als ich hier das Forum 2006 fand, da war mein Leitspruch: „wir schaffen das“. Wir zwei beiden gemeinsam. Alles ist möglich, denkbar und ich kenne Paare, die haben die Jahre gemeinsam überstanden. Später war ich geschafft, aufgebraucht, leer und meine Akkus waren voll gewesen, richtig randvoll, da ist dann ein Leidspruch draus geworden.


    Über zwei Jahre habe ich gebraucht, bis ich endlich fassungslos vor mir stand und nochmals 1 ½ Jahre bis die Scheidung durch war.


    Übrigens habe ich hier in diesem Forum meine jetzige Frau kennengelernt, ist schon so 12 Jahre her und heute sind wir glücklich verheiratet.


    In unseren Beziehungen ging es immer nur um die Befindlichkeiten des anderen, um die Sauferei, um den Druck, um Stress, um dies, um jenes, es drehte sich immer nur um Dinge, die überflüssig sind, so wie der Suff an sich. Es gibt so viele Dinge im Leben zu bewältigen, es passiert ständig so viel, da braucht sich niemand noch obendrauf so eine Belastung zu packen, das ist Überüberfluß.


    Das was in so einem Leben alles passiert, das kann auch leicht sein und gemeinsam doppelt leicht sein. Gemeinsam und leicht, lass Dir das mal auf der Zunge zergehen.


    Mit Überüberfluß auf den Schultern und im Kopf, kann nichts leicht sein. Ist das eine Basis für eine Beziehung? Überüberfluß auf dem Schultern hört sich nach schwer an. Glück sieht anders aus.


    LG und viel Glück Karl

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

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