Erna - Jetzt oder nie.....

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Tolle Leistung finde ich ich vor allem, dass du dich sehr intensiv mit dem Thema auseinander setzt. Dafür was dein Suchtgedächtniss dir in den Kopf bringt, kannst du ja nichts.

    Sehe ich differenzierter,


    dein Auseinandersetzten Erna, kommt bei mir in die Schublade „Nur nicht trinken reicht nicht aus“ Es zieht ja nur begrenztes Handeln nach. Egal wie ich es umschreibe, du gehst auf Konfrontation in einem nassen Umfeld.


    Natürlich weiß ich auch nicht, wann und wo das Suchtgedächtnis zuschlägt. Aber es trägt eben jede Konfrontation dazu bei. Krank ist eben krank. Ein Mensch, der auf ein Produkt allergisch ist, vermeidet es auch und probiert es nicht ständig aus.


    Das Schöne an er Alkoholkrankheit ist doch, dass ich es selber in der Hand habe sie zu stoppen. Es liegt an dir

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo Erna,


    am Anfang hatte ich auch ähnliche Gedanken, auf Festen, in Gaststätten, beim Grillen oder sonst wo.


    Alle hatten ein Bier in der Hand waren fröhlich, nur ich armer Wurm hatte kein Bier in der Hand.

    Das machte mich nicht froh, im Gegenteil. Warum eigentlich?


    Benötige ich Bier, um fröhlich zu sein, werde ich „ausgestossen“, wenn ich kein Bier trinke, lässt man mich nicht mit daran teilnehmen?


    Irgendetwas machte ich verkehrt, mir fielen auch Menschen auf, die keinen Alkohol tranken und trotzdem dazugehörten und fröhlich waren. Einige fragte ich warum, trinkt ihr kein Bier, schmeckt nicht, muss noch fahren, bekam ich zur Antwort.


    Wenn ich unter kiffenden Menschen bin, kiffe ich auch nicht mit – warum? Schmeckt nicht, kann nichts damit anfangen, ausserdem äusserst ungesund/ unvernünftig. Das ist mir bewusst. Beim Alkohol werde ich wohl noch eine Weile brauchen, bis diese Erkenntnis gefestigt ist.


    Über Jahre bedeutete Bier immer: lustig, fröhlich, angenehm. War es das Bier oder waren es die Leute, die angenehme Gesellschaft?

    Wenn die Gesellschaft, die Leute nicht so prikelnd waren, half auch kein Bier! Warum also machte ich alles am Bier, am Trinken fest? Ich verdarb mir die Stimmung schon im Vorfeld: da wird Bier getrunken, ich darf nicht = kein gutes Gefühl, Unwohlsein.


    Immer wenn ich mir etwas verbiete, setze ich mich unter einen gewissen Stress, obwohl ich weiss, das es vernüntig ist, gewisse Sachen nicht zu tun.

    Sehr früh in meiner abstinenten Zeit, gestattete ich mir Alkohol zu trinken, die Versuchung hielt sich in Grenzen, Stress kam keiner mehr auf. Ich appellierte an meine Verunft, rief mir meine Entgleisungen, meine Abstürze vor Augen, so peinlich wollte ich nie wieder werden.


    Mich immer wieder ausschliessen, zu Hause bleiben, war am Anfang zwar hilfreich, aber auf Dauer keine Lösung, ich tastete mich langsam vor, grillte mit, gesellte mich zu Biertrinker, ich muss gestehen, am Anfang vorsichtig, zögelich, doch ich musste mich langsam daran gewöhnen.

    Und siehe da, es machte mir zunehmend weniger aus, wenn jemand neben mir trank, doch ich musste mich langsam daran gewöhnen.


    Immer nur sich fernhalten, sich isolieren, machte mir zusätzliche Angst und setzte mich unter Druck. Ich konnte sehr gut einschätzen, wann es brenzlich wurde, wann ich wankte und die Versuchung Bier zu trinken zu groß wurde, dann ging ich.

    Ich habe die Wahl, was ich mir zumute, ich entscheide. Es gibt keine gefährliche Situationen, das einizig „gefährliche“ bin ich, mein Unvermögen, meine Unsicherheit.

    Auch „Stärke“, Bewusstsein, Vernunft musste ich wieder lernen, vertrauen zu mir selbst finden.

    Das geht nicht von heute auf morgen.


    Glaube an dich, werde nicht übermütig, aber traue dir selbst etwas zu.


    MfG

  • Um es ganz klar zu machen, es geht nicht darum, nun alle sozialen Kontakte zu meiden. Durch ein trockenes Leben soll man ja nicht in eine Art Isolation geraten!

    Wir Menschen brauchen soziale Kontakte.


    Es geht darum, sich ein trockenes Umfeld aufzubauen und gefährliche Situationen zu vermeiden.

    Ein trockenes Umfeld bedeutet, das beispielsweise niemand in meiner Gegenwart Alkohol konsumieren muss.

    Solche "Freunde" habe ich gleich anfangs aussortiert.

    Und ich gehe nicht zu Saufveranstaltungen, auch heute noch nicht. Da habe ich nix zu suchen.

    Es gibt auch Hobbys, die man gemeinsam mit anderen ausüben kann, und die nix mit Trinken zu tun haben.

    Man muss halt schauen, wie man sich sein trockenes Leben einrichtet...da gibts kein Allgemeinrezept, weil jeder anders gestrickt ist.


    Ich muss sagen, ich wäre wahrscheinlich auch auf so ein Drachenfest gegangen, weil ich dort eigentlich nicht damit rechne, das mich das triggern könnte. Ich würde da auch nicht mit exzessiven Trinkern rechnen, es hört sich für mich eher wie ne Kinderveranstaltung an.


    Berlin ist schon ein heißes Pflaster in Sachen Alkohol, habe ich festgestellt. Ich war nun bereits öfters in Berlin aufgrund von Auslandsreisen, die vom Flughafen BER starteten. Wir sind immer einen Tag eher angereist und bummelten dann oft Abends noch Abends über den Alex und Umgebung...um an einer Currywurst Bude schlussendlich noch was zu essen.

    Mich stößt Berlin mittlerweile extrem ab, gefühlt läuft da jeder zweite mit ner Pulle Bier am Hals rum.

    In meiner Stadt gibt es das nicht in dieser Art. Das wird hier als total asi empfunden, mit ner Pulle Bier durch die Stadt zu gehen. Sehe ich auch deshalb wohl auch nur höchst selten.

    Naja...obwohl...der Alex ist da wahrscheinlich auch besonders extrem...


    In Hamburg habe ich auch schon ähnliches gesehen...dieses Rumlaufen mit Bierdose oder Flasche in der Hand.

    Scheint n Großstadt-Phänomen zu sein.

    Ich kann da auch dann gar nicht gut hinschauen, weil es mich so abstößt.

    So unterschiedlich kanns wohl sein...

    was den einen abstößt, kann jemand anderen triggern.


    LG Sunshine

  • Sehr früh in meiner abstinenten Zeit, gestattete ich mir Alkohol zu trinken, die Versuchung hielt sich in Grenzen, Stress kam keiner mehr auf.

    Sorry, aber mit Abstinenz hat das nichts, aber auch rein gar nix zu tun. Entweder man lebt abstinent von Alkohol...oder nicht.

    Mich immer wieder ausschliessen, zu Hause bleiben, war am Anfang zwar hilfreich, aber auf Dauer keine Lösung, ich tastete mich langsam vor, grillte mit, gesellte mich zu Biertrinker, ich muss gestehen, am Anfang vorsichtig, zögelich, doch ich musste mich langsam daran gewöhnen.

    Und siehe da, es machte mir zunehmend weniger aus, wenn jemand neben mir trank, doch ich musste mich langsam daran gewöhnen.


    Immer nur sich fernhalten, sich isolieren, machte mir zusätzliche Angst und setzte mich unter Druck. Ich konnte sehr gut einschätzen, wann es brenzlich wurde, wann ich wankte und die Versuchung Bier zu trinken zu groß wurde, dann ging ich.

    Ich habe die Wahl, was ich mir zumute, ich entscheide. Es gibt keine gefährliche Situationen, das einizig „gefährliche“ bin ich, mein Unvermögen, meine Unsicherheit.

    Genau dieses beschriebene Verhalten stürzt immer wieder Menschen zurück in die nasse Phase der Alkoholkrankheit!

    Das beweisen auch viele Berichte hier von Rückfälligen.

    Niemand "muss" sich daran "gewöhnen", sich mit trinkenden Menschen zu umgeben!

    Das ist einfach Bullshit.

    Solche Argumente kommen nur von denjenigen, die nichts groß in ihrem Leben ändern wollen.


    Achelias, ich lese übrigens Deine Beiträge vollständig, Du bezweifeltest das ja neulich.

    Und weißt Du, was ich als Quintessenz aus Deinem Schreiben immer wieder denke?

    Du hast Deine ALKOHOLKRANKHEIT für Dich bisher nicht angenommen. Du siehst Dich nicht wirklich als Alkoholiker.

    Du schreibst von antrainieren und wieder abtrainieren bezüglich Deiner Sauferei...aber so einfach ist es nicht.

    So einfach ist Sucht nicht...und so einfach vor allem nicht abzutun.

    ‐-----------

    Ich möchte an dieser Stelle dringend von Nachahmung abraten, sich in nasses Umfeld aus Gründen der Anpassung zu begeben.

    Das hat schon zu vielen das Genick gebrochen in Sachen Alkoholkrankheit.

    Denn so geht man dem Alk wirklich bereitwillig entgegen...und ist auch rein physisch nur noch ne Armeslänge vom Alk entfernt!

    Bitte besonders am Anfang nicht auf die eigene Willensstärke vertrauen, denn die Denke ist da einfach noch zu nass und davon stark beeinträchtigt!

    Besser ist es, sich selbst zu schützen.

    Und sich ein trockenes Umfeld aufzubauen.


    Das ist meine persönliche Erfahrung als Selbst Betroffene, aus den vielen Berichten hier im Forum und auch aus den Berichten in meiner ehemaligen realen Gruppe.


    LG Sunshine

  • Niemand "muss" sich daran "gewöhnen", sich mit trinkenden Menschen zu umgeben!

    Das ist einfach Bullshit.

    Solche Argumente kommen nur von denjenigen, die nichts groß in ihrem Leben ändern wollen.

    Ich bin bei solchen Aussagen auch immer wieder fasziniert Sunshine, in meiner lokalen Selbsthilfegruppe wird man für so etwas mitunter auch gefeiert, aber ich muss da halt auch nicht jeden ernst nehmen und kann mir meinen Teil denken.


    Ich kann nur für mich sprechen, aber bei mir hat jedes zusammensitzen mit Trinkern seit meiner Trockenheit (und das kann ich an einer Hand abzählen) nur dazu beigetragen, dass es mir im nachhinein um die Zeit Schade war, die ich damit verschwendet habe, was ich auch für den richtigen Effekt halte. Mich nerven Trinker einfach nur noch, relativ egal ob moderat oder volle Kanne, ich habe diesen Leuten nichts mehr zu sagen und sie mir auch nicht.

  • Sorry, aber mit Abstinenz hat das nichts, aber auch rein gar nix zu tun. Entweder man lebt abstinent von Alkohol...oder nicht.

    ...

    Ich gestatte es mir, d.h. ich verbot es mir nicht, d.h. aber nicht, daß ich weiter trank!

    Ich trank keinen Alkohol und lebte abstinent, ich entschied, frei von Verboten.


    Vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt und nicht eineindeutig für den interpretierenden zu erkennen.

  • okay, dann war es tatsächlich unglücklich ausgedrückt.


    Vielleicht war bei mir auch einiges anders, weil ich einen schlimmen Tiefpunkt hatte zum Zeitpunkt meiner Entgiftung. Ich hatte mich fast tot gesoffen.

    Für mich war es von daher auch nur unendlich erleichternd, endlich Hilfe zu bekommen. Und es war für mich wie ein Wunder, keine Entzugssymptome mehr zu bekommen.

    Ich wusste, wohin ich nie wieder zurück wollte! Verbote oder Gebote brauchte ich von daher nie.


    Ich tat alles dafür, nie wieder trinken zu müssen. Ich änderte mein Leben und mein Umfeld. Ich war bereit dazu.

    Meine Trockenheit war mir auch immer mehr wert als irgendeine Veranstaltung oder Feier.

    Und als Verzicht habe ich es nie empfunden, nicht überall dabei zu sein. Derweil habe ich was anderes Schönes für mich gemacht.

    Und ich hatte das große Glück, das mein Mann und meine Familie mich bei allem unterstützte. Das war auch eine große Hilfe.


    LG Sunshine

  • hallo

    Ich teile die Aussagen von Sunshine vollumfänglich

    Ich bin bei solchen Aussagen auch immer wieder fasziniert Sunshine, in meiner lokalen Selbsthilfegruppe wird man für so etwas mitunter auch gefeiert, aber ich muss da halt auch nicht jeden ernst nehmen und kann mir meinen Teil denken.

    Dann sei mal weiter fasziniert und nimm es eben nicht ernst.Deine Entscheidung.

    Bolle

  • Bei mir ist es ebenso, lustforlife...es gibt mir überhaupt nichts, mich in nassem Umfeld zu bewegen. Die Gespräche werden immer bekloppter, je höher der Alkoholpegel. Ich will nicht, das mir jemand im angesoffene Zustand das Ohr abkaut.

    Von daher vermisse ich da auch nix, weil ich halt weiß, wie das abläuft.


    Ich halte es für dumm, Stärke demonstrieren zu wollen bei einem Gegner, der mich immer wieder niedergeschlagen hat. Das macht doch keinen Sinn.

    Aber vielleicht ist sowas für Frauen auch eher zu akzeptieren.


    Ich schütze mich lieber selbst. Auch, indem ich bestimmte Situationen vermeide. Was andere machen, soll mir egal sein.

    Werden aber andere durch Beiträge ermuntert, sich in saufendes Umfeld zu begeben, werde ich mich dazu auch entsprechend äußern.

    Denn manchmal kann der nächste Rückfall auch der Letzte sein.

    Es geht hier nicht um ne Erkältung, sondern um eine lebensbedrohliche Erkrankung...das musste ich leider auch am eigenen Leib so erleben.


    LG Sunshine

  • Dann sei mal weiter fasziniert und nimm es eben nicht ernst.Deine Entscheidung.

    Ihr habt mich komplett missverstanden, ich sollte echt nicht schreiben, bevor ich richtig wach bin. Ich sitze da mit großen Augen in der lokalen SHG und kann es nicht fassen, wie unglaublich behämmert ich das finde, wenn alles sagen: "Ist ja toll, dass du jetzt, wo du nicht mehr trinkst, noch mit deinen Alten Saufkumpanen abhängst." Ist das jetzt eindeutig genug?

  • dein Auseinandersetzten Erna, kommt bei mir in die Schublade „Nur nicht trinken reicht nicht aus“ Es zieht ja nur begrenztes Handeln nach. Egal wie ich es umschreibe, du gehst auf Konfrontation in einem nassen Umfeld.

    Handle ich tatsächlich noch zu wenig? Konfrontiere ich mich, wenn ich nachmittags mit einer nichttrinkenden Freundin, mit der ich auch noch nie konsumiert habe, in die Nähe von einem Kinderfest gehe?

    Eigentlich dachte ich, ich passe schon auf. Ich war nicht im Urlaub, nicht am See , hab ein Konzert sausen lassen, meine Einkaustage angepasst. Das Offensichtliche lasse ich aus.

    Gut, ich geh zur Probe. Das könnte ich sein lassen, aber das möchte ich nicht. Ich glaube, dass hätte auch eher negative Effekte. Mal abgesehen davon, triggert mich die Probe nicht. Gehört in meinen Alltag.

    Und Ich war ganze 2 Mal mit dem Kind zu einer Kinderveranstaltung. Beide Male haben mich stark getriggert. Beides hatte etwas mit Feiern zu tun. Hatte den Hauch von etwas Besonderem, nicht Alltag. Wahrscheinlich ist das die Nuance, die dann den Suchtdruck auslöst. Und so unverfänglich mir das Kindergedöns vorkommt, ist es offensichtlich nicht für mich. Schade....aber ich werde in Zukunft danach handeln. Dafür musste ich es wohl erst am eigenen Leib spüren.

    Das WE hängt mir auch noch ganz schön nach. Immer wieder kommt der Gedanke von der Möglichkeit des kontrollierten Trinkens. Ich weiß, dass es für mich nicht machbar ist. Aber der Wusch danach, ist immer mal wieder sehr intensiv. Das alles fühlt sich nach einigen Schritten zurück an. Es ging schon bedeutend besser und ich mache mir ein wenig Sorgen. Ja , ich weiß, selbst schuld.


    Und ich mache weiter


    LG Erna

  • Hallo Erna,

    Immer wieder kommt der Gedanke von der Möglichkeit des kontrollierten Trinkens. Ich weiß, dass es für mich nicht machbar ist.

    Das ist nicht nur für Dich nicht machbar, sondern für keinen Alkoholiker. Nicht, dass Dein Suchthirn Dir noch einredet, es könnte irgendwann mal wieder machbar sein.


    Wenn erst einmal eine Grenze überschritten ist, dann ist kontrolliertes Trinken grundsätzlich nicht möglich. Könnte man kontrolliert trinken, wäre man kein Alkoholiker. Das gilt also nicht nur für Dich, sondern insgesamt. Die Hintertür kannst Du also mit Schwung zuknallen, bevor Du auf die Idee kommst, Du könntest da eine Ausnahme sein.


    Dass Du die Kontrolle bereits verloren hast, kannst Du ja in Deinem Vorstellungsbericht nachlesen.


    Welches Gefühl ist denn schlimmer für Dich? Nach einem Kinderfest mit dem Wissen nach Hause zu gehen, nicht mehr betrunken den Tag beenden zu können oder einen Tag später irgendwo aufzuwachen und erstmal abzuchecken, mit wem Du was genau gemacht hast und wem Du so alles geschrieben hast, um dann verkatert zu schauen, was davon Dein Kind mitbekommen hat?


    Ich habe am Anfang in einer Situation, wo ich einen Verzichtsgedanken hatte immer umgedacht und mir vor Augen geführt, was ich gewinne.

    „Wenn das Kinderfest vorbei ist, gehe ich mit klarem Verstand nach Hause. Ich kann den Tag so beenden, wie ich es möchte. Morgen früh werde ich -ebenfalls bei klarem Verstand- wach werden und gut gelaunt ohne mich zu schämen in den neuen Tag starten“.


    LG Cadda

  • igentlich dachte ich, ich passe schon auf. Ich war nicht im Urlaub, nicht am See , hab ein Konzert sausen lassen, meine Einkaustage angepasst. Das Offensichtliche lasse ich aus.

    Das Wegbleiben von verschiedene trinkenden „Veranstaltungen“ ist Verzicht. Wenn ich irgendwann zu einer anderen „Veranstaltung“ gehe, klopft das Alkohol-Belohnungssystem an. Unabhängig, ob da gesoffen wurde oder wird. Muss ja irgendwie etwas nachgeholt werden.


    Wichtig für mich war, wenn ich nicht an einer Veranstaltung teilnehmen konnte, diese Zeit nutzte und es mit irgendetwas anderes ersetzte. Mit etwas, was auch Spaß machen. (könnte) Damit aktiv dazu beigetragen, mein Suchtgedächtnis zu überschreiben.


    Ich handelte am Anfang meines Weges bewusst pragmatisch, ohne ständig die Vor- und Nachteile im Hirn durchzudenken. Ich analysierte am Anfang auch nie bis ins Detail, warum nun das Suchthirn in einer Situation ansprang. Mein Hirn wurde jahrelang daruf trainiert, dass Saufen immer eine Lösung ist. Das verschwand ja nicht mit dem Wegstellen des Glases. Das dauert eben auch schon mal eine Zeit.

    Das WE hängt mir auch noch ganz schön nach. Immer wieder kommt der Gedanke von der Möglichkeit des kontrollierten Trinkens. Ich weiß, dass es für mich nicht machbar ist. Aber der Wusch danach, ist immer mal wieder sehr intensiv.

    Wenn ich deine letzten Posts lese, dann reihen sich die Zweifel, angefangen bei der Abstinent, deinen Tiefpunkt und soeben kontrolliertes Trinken an. Der Rückfall fängt im Kopf an.


    Wie weit siehst du dich schon vorm ersten Glas sitzen?

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Liebe Erna,

    Ich kann zu Saufdruck und übermäßig aktiven Suchtgedächtnis nicht sooo viel sagen, weil ich davon weitestgehend verschont blieb.

    Meine Situation war auch eine ganz andere als Deine.

    Ich hatte gerade so eine schwere Entgiftung überlebt, es war sehr eng. Ich war danach wochenlang im KH, verlor sehr viel Gewicht und musste das Laufen neu lernen durch die lange Bettlägerigkeit.

    Ich musste mich danach über Wochen ganz hart ins Leben zurück kämpfen.

    Ich sah, was der Alkohol mir körperlich und psychisch angetan hatte, hatte einen Tiefpunkt, den ich beinahe nicht überlebt hätte. Und ich wollte dahin nie wieder zurück.

    Vielleicht hatte darum mein Suchtgedächtnis auch relativ wenig Chancen, mich zu bequatschen. Und mir war immer klar, selbst ein einziger Schluck Alk würde mich genau wieder da hinkatapultieren, wo ich war. Ich war da immer sehr realistisch.


    Aber ich kenne Situationen, wo sich mein Suchtgedächtnis doch meldete...

    Das war im Grunde immer dann, wenn ich etwas Schönes noch irgendwie toppen wollte. Ein feierlicher Anlass...nette Gespräche und Menschen um mich herum...und schon sprang es an. Da musste keiner in meiner Gegenwart Alk konsumieren, es sprang trotzdem an.


    Bei Dir lese ich von Proben, ich nehme an, Du spielst in einer Musikband oder einem Orchester? Proben tut man ja für einen Auftritt, oder? Fühlst Du Dich dem denn dann gewachsen? Der Druck könnte auch zu erneutem Saufdruck führen.


    Das Wegbleiben von verschiedene trinkenden „Veranstaltungen“ ist Verzicht. Wenn ich irgendwann zu einer anderen „Veranstaltung“ gehe, klopft das Alkohol-Belohnungssystem an. Unabhängig, ob da gesoffen wurde oder wird. Muss ja irgendwie etwas nachgeholt werden.

    Darüber habe ich nachgedacht...und da ist was dran...und Ja, ich muss das bestätigen. Das Suchthirn kann auch anspringen, ohne das jemand neben einem konsumiert.



    Wichtig für mich war, wenn ich nicht an einer Veranstaltung teilnehmen konnte, diese Zeit nutzte und es mit irgendetwas anderes ersetzte. Mit etwas, was auch Spaß machen. (könnte) Damit aktiv dazu beigetragen, mein Suchtgedächtnis zu überschreiben.

    Das halte ich für ne gute Idee!

    Für mich war es allerdings schon immer Belohnung genug, mir nicht besoffenes Gequatsche anhören zu müssen.

    Ich machte es mir dann Zuhause recht gemütlich, mit einem schönen Buch, einem kuscheligen Drum-Herum...oder ging meinen reaktivieren Hobby nach, woran ich viel Freude hatte.


    Erna, ich möchte Dich mal was fragen.

    Wie viel bist Du Dir selbst wert?

    Sorgst Du gut für Dich?

    Ißt Du genug, das Du richtig satt wirst?

    Nimmst Du ausreichend Flüssigkeit zu Dir und hast Du ausreichend Schlaf?

    Das mag sich so banal anhören, aber Saufdruck kann auch entstehen, wenn man auch nur eine Sache davon vernachlässigt.

    Sei also möglichst gut zu Dir selbst, belohne Dich auch mal mit was Schönem!

    Sei Dir was wert!


    Mein Hirn wurde jahrelang daruf trainiert, dass Saufen immer eine Lösung ist. Das verschwand ja nicht mit dem Wegstellen des Glases. Das dauert eben auch schon mal eine Zeit.

    Das ist einfach so, Hartmut hat recht. Wir haben Jahre bis Jahrzehnte lang gesoffen, das überschreibt man nicht in ein paar Wochen. Es dauert seine Zeit.


    Erna, ich sehe auch, wie wackelig Deine Abstinenz gerade ist, und wie überaus aktiv Dein Suchtgedächtnis arbeitet, um Dich wieder in die Sauferei zu drücken.

    Ich kann nur hoffen, das Du das heil überstehst!


    LG Sunshine

  • Hallo Erna

    Das Offensichtliche lasse ich aus.

    Das ist auch gut so.Aber es gibt auch Situationen wo es nicht so offensichtlich ist,so wie du es ja erlebt hast.

    Dann nutzt es nichts zu hinterfragen wo das denn herkommt,sondern direktes Handeln und gegensteuern hilft am besten.

    Mit Gedanken und Argumenten.

    Das ist zu Beginn nicht einfach und muss ständig geübt werden.Ich mach das so. und beim 10. oder auch 100. Mal sitzt das einfach.Dann argumentiere ich kurz und knapp.Mit Basta! oder Schluss jetzt und führe diese Gedanken mit wenn und aber einfach nicht weiter.Punkt.

    Je öfter es dir gelingt das Gedankenspiel zu unterbrechen,desto einfacher wird es.

    Ablenkung durch irgendwas tun hilft auch.Handeln hilft immer.

    LG Bolle

  • Hallo Erna,


    jetzt musste ich erst mal nachschauen in welchem Bereich wir uns befinden.


    Bei Dir lese ich besonders gerne. Ich finde es sehr gut, dass Du so offen schreibst.


    Die darauf folgenden Beiträge, sind für mich von großem Nutzen.


    Von mir bekommst du nur einen Wunsch. Ich wünsche Dir, dass es bald „klick“ macht. Und deine Gedankengänge von „ich darf und kann“ nicht zu „ich will und brauche“ es nicht umswitchen.


    Dann erübrigt sich das anstrengende Für und Wider. Diese vielen inneren Diskussionen die du für dich austragen musst.


    Bis dahin, wünsche ich dir viel Kraft und Durchhaltevermögen.


    Setze weiterhin um, was dir hier geraten wird. Und es wird bald sehr viel einfacher werden.


    VG Alex

  • Hallo Erna,


    Aber ja, ganz vollkommen und so richtig in mir drinnen ist der Wunsch nach Abstinenz noch nicht in mir angekommen. Oberflächlich schon und rein sachlich ist mir klar, dass ich nur Abstinent glücklich und zufrieden sein kann. Ich sehe die positiven Veränderungen und möchte die auch weiter voran bringen. Manchmal fühle ich es auch.

    Aber der letzte Rest an Zweifen ist noch da und es ist noch nicht ganz in die Tiefen meines Inneren vorgedrungen. In mir rangeln noch 2 Ernas miteinander.


    Ich hoffe, dass die Zeit ihren Teil dazu beiträgt und mein kontinuierliches Auseinandersetzen mit dem Thema, das es irgendwann wirklich ankommt.

    Bei mir war es so.


    Als ich zum (hoffentlich) letzten Mal aufhörte mit Trinken, war die Erkenntnis, alkoholkrank zu sein, auch noch nicht ganz „in die Tiefen meines Inneren“ vorgedrungen, und nie mehr trinken zu wollen - davon war ich noch weit entfernt.


    Für mich hat es ganz klar die trockene Zeit, Woche für Woche und Monat für Monat, und die Beschäftigung mit dem Thema, ganz besonders hier im Forum, ausgemacht, dass sich meine Haltung nach und nach geändert hat.


    Insofern …. Bleib dabei, was du gerade tust.


    Viele Grüße

    Thalia

  • ...

    Das WE hängt mir auch noch ganz schön nach. Immer wieder kommt der Gedanke von der Möglichkeit des kontrollierten Trinkens. Ich weiß, dass es für mich nicht machbar ist. Aber der Wusch danach, ist immer mal wieder sehr intensiv. ...

    Hallo Erna,


    du brauchst noch Zeit, um dich an`s Nichtrinken zu gewöhnen.


    Gib` dir die Zeit und mache dich nicht verrückt, vermeide es, dich hineinzusteigern.

    Vermeide alle Triggersituationen, auch wenn`s schwerfällt.


    Auch bei mir dauerte es mehrere (!!) Wochen bis die Trigger langsam abnahmen. Erst nach einen ½ Jahr wagte ich mich Mal auf ein Grillfest, ich muss gestehen, nur kurz, … ich sah überall Bier und bevor ich schwach werden konnte, „floh“ ich.


    Appelliere an deine Vernunft, du kannst es.

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