Sani - ich bin am Ende meiner Kräfte

  • Es KANN sein, dass er jetzt, wo er merkt, dass es dir ernster wird, eine Vielzahl von Gefühlen durchlebt die er auch zum Ausdruck bringt.

    Das muss nicht passieren, aber weil ich es hier schon soo oft gelesen habe, warne ich dich lieber mal vor.


    Das geht dann von Liebesbekundungen über weinen bis hin zu Wutausbrüchen.


    Es ist oft vorgekommen, dass ein Alkoholiker plötzlich alle Mittel einsetzt um seinen Co zu behalten.

    Die letzten Tage hat er auch nichts getrunken und es war ein friedliches und schönes Zusammenleben wir haben so viel gelacht wie schon lange nicht mehr. Habe das Gefühl unser letzter Streit hat ihm die Augen geöffnet dass ich wirklich schon mit gepackten Koffern da stand und hoffe dass es so bleibt.

    Aus meiner Erfahrung wird das nur ein kurzes Aufflammen und er wird ziemlich bald wieder trinken und sich entsprechend verhalten.

    Und rate, wie es dir dann damit gehen wird.

    Du wirst verzweifelt sein, du wirst diese besch… körperlichen Schmerzen haben. Deine Gedanken werden nicht zur Ruhe kommen und du wirst an diesen paar Tagen, an denen er dir gezeigt hat, wie es sein könnte, festhalten. Du wirst auf die nächste gute Zeit warten und hoffen, dass dann alles besser wird….

    Aber ich sag dir was: das wird es nicht :(

    Ich würde es mir wirklich für dich wünschen, nur so lange er sein Problem nicht aktiv für SICH angehen WILL, wird das mit jedem Mal schlimmer.

  • Hallo Sanni1234,

    Ich kann mich den anderen nur anschließen. Auch bei mir lief es immer wieder genau so. Er war auf einmal wieder der tollste Mann und wollte alles ändern und sich auf den Weg bringen. Es war zig Mal das selbe Szenario.

    Aber auf Dauer hat sich nie irgendwas geändert, trotz zahlreicher Entgiftungen und Therapien. Es waren immer nur Trinkpausen.

    Ich musste viele Runden drehen um das Suchtsystem zu verstehen und wirklich da aussteigen zu können.

    Alles in allem hat es Nova echt gut auf den Punkt gebracht.

    Liebe Grüße

  • Danke für die Antworten und das Teilen eurer Erfahrungen.

    Aus meiner Erfahrung wird das nur ein kurzes Aufflammen und er wird ziemlich bald wieder trinken und sich entsprechend verhalten.

    Und rate, wie es dir dann damit gehen wird.

    Du wirst verzweifelt sein, du wirst diese besch… körperlichen Schmerzen haben. Deine Gedanken werden nicht zur Ruhe kommen und du wirst an diesen paar Tagen, an denen er dir gezeigt hat, wie es sein könnte, festhalten. Du wirst auf die nächste gute Zeit warten und hoffen, dass dann alles besser wird….

    Aber ich sag dir was: das wird es nicht :(

    Ich würde es mir wirklich für dich wünschen, nur so lange er sein Problem nicht aktiv für SICH angehen WILL, wird das mit jedem Mal schlimmer.

    Würde mir auch so wünschen dass es nicht nur eine kurze Phase ist und will ihm iwie auch die Chance geben es zu zeigen dass er wirklich was ändern will.

    Ich denke er will es auch von sich aus angehen weil er gemerkt hat wie viel Lebenszeit im dadurch verloren geht wenn er immer so im rausch ist.

    Das tut mir leid zu hören..

    Darf ich fragen wann und wie du/ihr dann endgültig den Schlussstrich gezogen habt? Hattet ihr irgendwann einfach die Hoffnung verloren?

    Mir fällt es so schwer ich möchte ihm einfach immer glauben und noch eine Chance geben es zu zeigen und ihn dabei zu unterstützen..

    Natürlich ist jede Geschichte individuell - und deshalb muss es bei Dir natürlich auch nicht so laufen, wie bei mir.

    Aber weil Du fragst: Bei mir war es exakt so wie Du beschreibst - gepackte Koffer, Drama - Aussprache, Beteuerungen, Entgiftung, Therapien - neue Hoffnung, wundervolle Gespräche, Lachen, Planungen, Wachstum - und dann aus heiterem Himmel, wenn ich niemals damit gerechnet hätte, neue Saufphase! Bis zum nächsten „Neubeginn“…

    Ich hab einige Runden gebraucht, um zu verstehen, dass das nichts wird - jedenfalls nicht auf die lange Strecke - zumindest nicht gemeinsam.

    Also sei nicht zu enttäuscht, wenn irgendwann - trotz der schönen Momente und der Hoffnung - die Hölle wieder losbricht.

    Danke für dein ehrliches Feedback und teilen deiner Geschichte. Das macht mir wenig Hoffnung.. eine kleine Stimme in mir sagt natürlich 'bei uns wird es anders laufen'. Vermutlich mach ich mir da nur was vor.

    Hat er den konkret irgendwas gesagt, was er jetzt angehen und ändern will?

    Er möchte wieder mit Sport anfangen um einen Ausgleich zu finden und komplett auf den Alkohol verzichten. Auch nach Selbsthilfegruppen hat er geschaut.. Er meinte er hatte schonmal eine Zeit gehabt in der er mehrere jahre nichts getrunken hat und sich durch Sport ausgepowert hat. Dann kam Corona und es hat sich langsam wieder in die andere Richtung bewegt.

  • Aus meiner Erfahrung wird das nur ein kurzes Aufflammen und er wird ziemlich bald wieder trinken und sich entsprechend verhalten.

    Und rate, wie es dir dann damit gehen wird.

    Du wirst verzweifelt sein, du wirst diese besch… körperlichen Schmerzen haben. Deine Gedanken werden nicht zur Ruhe kommen und du wirst an diesen paar Tagen, an denen er dir gezeigt hat, wie es sein könnte, festhalten. Du wirst auf die nächste gute Zeit warten und hoffen, dass dann alles besser wird….

    Aber ich sag dir was: das wird es nicht :(

    Ich würde es mir wirklich für dich wünschen, nur so lange er sein Problem nicht aktiv für SICH angehen WILL, wird das mit jedem Mal schlimmer.

    Hallo Sani1234,

    deine Hoffnung kann ich sehr gut nachvollziehen wie die meisten von uns wohl. Leider ist es in den meisten Fällen umsonst. Ich weiß es ist schwer diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Man will dem anderen Glauben und hofft das alles gut wird. Die Angst vor einem Neuanfang mit all den Schwierigkeiten ist da. Und natürlich wäre es am einfachsten wenn er einfach nur aufhört zu trinken.

    Ich habe Jahre gebraucht. Nach der ersten Trennung im April letzten Jahres habe ich mich auch wieder umstimmen lassen. Das war ein Fehler . Aber heute denke ich das ich diese nochmalige Enttäuschung gebraucht habe um die Trennung vollziehen zu können. Seit August letzten Jahres habe ich den endgültigen Schlussstrich gezogen. Es ist und war sehr schwer und ich habe immer noch ständig Zweifel ob es wirklich richtig war. Das ist mal ein paar Tage besser und dann wieder schlechter. Ich erinnere mich dann ganz bewusst an die schlechten Momente zurück.

    LG

  • Hallo Sanni1234,

    Ich habe die Hoffnung irgendwann aufgegeben. Jeder Rückfall wurde schlimmer. Auch für mich, trotz räumlicher Trennung. Die Arbeit, die man für sich tun muss, um aus der Co-Abhängigkeit wieder raus zu kommen ist Arbeit genug. Solange der Partner nicht auch für sich ins Handeln kommen, wird nichts besser.

    Ich habe die Beziehung schweren Herzens aufgegeben und in Liebe losgelassen. 2 kranke Menschen können keine gesunde Beziehung führen. Es reicht nicht wenn sich nur einer auf den Weg macht. Ich habe Monate gebraucht um das zu verstehen und auch zu akzeptieren.

    Ich habe meinem Partner lange Zeit jede Unterstützung geboten und auch mir wurde immer wieder versprochen, dass ab jetzt alles anders und vor allem besser wird. Das hielt aber nie lange an. Man hält so lange an den guten Momenten fest und verdrängt, was alles eigentlich gar nicht gut läuft. Irgendwann ist der Leidensdruck jedoch so groß, zumindest war es bei mir so, dass man nicht mehr wegschauen kann. Und dann kann man die bewusste Entscheidung für sich treffen, dass das eben einfach nicht das Leben ist, was man sich wünscht.

  • Hallo ihr Lieben,

    jetzt ist es fast genau 1 Jahr her seit ich diesen Beitrag verfasst habe und hab nochmal das Bedürfnis etwas zu erzählen was in der Zeit passiert ist. Als ich mir den Beitrag durchgelesen habe dachte ich nur: wie schnell ist die Zeit vergangen. Ein Jahr ist rum und es ist noch alles beim alten. Also nicht ganz, nach zig zwischenzeitlichen Trennungen kämpfe ich weiter jeden Tag den no contact aufrechtzuerhalten. Dieses mal schaffen wir/ich es hoffentlich den anderen gehen zu lassen.

    Natürlich gab es im letzten Jahr zwischenzeitlich Hochphasen, in denen ich dachte oh wow es ändert sich wirklich was. Allerdings war das nächste Tief dafür um so stärker.

    ich habe inzwischen einen neuen Job begonnen und versuche mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, auch ohne ihn. Er ist aktuell noch immer arbeitslos und trinkt nach meinem letzten Stand weiter täglich. Viele halbherzige Entgiftungsversuche hielten nicht lange an. Es fühlt sich an als hätte ich versagt, konnte ich ihm doch nicht aus der Sucht helfen bzw war nicht wichtig genug um für die Chance auf eine gemeinsame Zukunft wirklich ernsthaft einen Entzug zu machen. Weiß das klingt etwas verrückt, dachte lange Zeit immer wenn die Liebe zum Partner stark genug ist und die Aussicht auf eine lange gemeinsame Zukunft da ist, dass man dann ernsthaft etwas ändern will. Aber außer große Worte ist nicht viel passiert.

    Ich habe in letzter Zeit auch etwas über die Co-Abhängigkeit gelesen, in der ich auf jedenfall lange Zeit sehr gefangen war, dass ich euch fragen wollte die auch davon betroffen waren: habt ihr Bücher/Tipps um das besser zu verstehen was wie warum und vor allem wie man an sich selbst arbeiten kann um diese Muster zu verlassen und dann in Zukunft irgendwann bei einem neuen Partner nicht wieder in alte Muster verfällt bzw. erneut an einen süchtigen Partner gerät?

    Fühlt euch gedrückt <3

  • Hallo Sanni,

    Schön, dass du wieder hier bist und dich nun um dich selbst kümmern möchtest! (auch wenn der Anlass traurig ist)

    Während er nichts nachhaltig gegen seine Sucht unternommen hat, hast du wohl auch im vergangenen Jahr nichts gegen deine gemacht.

    Deshalb freut es mich, dass du nun damit angefangen hast.

    Es ist schade, dass es so kommen musste, war aber leider absehbar. Und wie hier schon geschrieben wurde, reicht es nicht, wenn nur einer sich bewegt.

    Der no-contact ist jetzt das beste, was du machen kannst, um dich von ihm zu lösen.

    Magst du Podcasts? Gib in YT mal co-abhängig ein. Da gibt es einen, der mir irre geholfen hat. Der heißt Liebling wir sind abhängig.

    Als Buch wurde mir hier Robin Norwood empfohlen ‚Wenn Frauen zu sehr lieben‘ irre viele Augenöffner! Gibts auch als Hörbuch.

    Und das Forum bietet ne Menge Input!

    Ich finde es toll, dass du dich damit jetzt richtig auseinandersetzen möchtest. So lernst du viel über deine Muster und wie du dein Leben selbst wieder bestimmen kannst.

    Aber Spoiler: das ist kein Spaziergang. Die Arbeit an einem selbst ist teilweise echt anstrengen und erfordert auch ne Menge Kraft. Aber es lohnt sich so sehr!

    Und bleib hier! Schreib, wie es dir geht, was du für dich tust, wenn es dir mies oder gut geht. Was dich bewegt. Dafür ist die SHG goldrichtig!

    Viele sind bereits durch diesen Prozess durch, viele befinden sich mittendrin und einige fangen gerade an. So kannst du von allen Entwicklungsschritten ne Menge hier für dich rausholen.

  • Danke für deinen Input, ja das stimmt leider ich bin mit mir auch nicht wirklich weiter gekommen. Ich hoffe das ändert sich jetzt, hat es doch lange Zeit gebraucht um zu merken dass ich tief in der Co-Abhängigkeit gefangen bin und daran unbedingt was ändern muss. Und miteinander haben wir es leider nicht geschafft.

    Ich hör mal in den Podcast rein und schau mir das Buch mal an, danke für deine Empfehlungen!

    Hier gibt es zum Glück auch viele Beiträge die man mit lesen und kommentieren kann, ich hoffe das gibt mir weiterhin die Kraft und den Mut mich dem ganzen zu stellen.

  • Hey Sanni,

    ich bin grade neu hier angekommen und lese mich ein bisschen ein.

    Dein Beitrag berührt mich, da ich weiß wie es sich anfühlt "gefangen" in einer Partnerschaft mit Alkohol zu sein.

    Ich habe auch zu lange gehofft und gewartet, zu viel Energie in das Leben eines Süchtigen gesteckt und am Ende den Kampf gegen die Sucht verloren. Aber ich habe im Endeffekt Alles gewonnen, nämlich mich selbst. Ich konnte nie gut Grenzen setzen, war immer zu lieb und habe mein eigenes Leben immer als zweitrangig gesehen, habe immer zu viel für andere getan und nichts verlangt...

    Eine Sucht ist eine furchtbare Krankheit, die aber meistens nur ein Fluchtweg aus tieferen Problemen ist, mit denen wir als Co-Abhängige nichts zu tun haben und sie auch nicht von dem Betroffenen kennen. Wir können niemandem sein Leben abnehmen, wir haben doch selbst nur unser eigenes. Und im Nachhinein muss man sich leider auch die Frage stellen, ob es sich wirklich um Liebe in so einer Beziehung handelt oder um eine krankhafte Abhängigkeit zum Gegenüber. Ich habe die Erfahrung gemacht das wenn man jemanden wirklich von Herzen liebt, dann kann man ihn loslassen.

    Damals nach der Trennung habe ich mich selbst zurück gezogen, mit mir selbst viel Zeit verbracht und Hobbys aufleben lassen, auch wenn es Musik hören war, draußen spazieren gehen, sich was leckeres zu essen machen... Ich hatte nach der Trennung nicht mehr viele Freunde, da der größte Teil gemeinsame waren oder ich viele durch die Beziehung verloren hatte. Ich habe sozusagen komplett neu anfangen müssen. Bei mir hat der größte Schmerz 1. Jahr lang gedauert und noch heute stelle ich mir viele Fragen, aber diese Gedanken bestimmen mich nicht mehr so wie früher. Mir hat geholfen das ich wusste, wenn ich bei ihm oder zurück zu ihm gehe das ich dann süchtig bleibe (und er auch), aber das wollte und konnte ich nicht mehr. Ich wollte kein "Suchtproblem" haben, sondern ein ganz "normales", gesundes Leben, ja eigentlich das Leben was ich mir mit ihm zusammen aufbauen wollte. Da ich ja eigentlich nie süchtig war, die Partnerschaft mich aber in eine Rolle gedrängelt hat und mir bewusst gemacht hat, das ich an mir selbst arbeiten muss und gar keine Zeit habe auf jemanden zu warten der nicht handelt -> "Taten sind mehr als Worte" Ich habe sehr gelitten ihn gehen lassen zu müssen, da ich lange noch unsere Zukunft gesehen habe, aber ich schaute mich immer wieder im Spiegel an und sagte mir selbst, du bist nicht süchtig, du hast nur Baustellen, Ängste, Glaubenssätze an denen du jetzt arbeiten musst und dir ist was Schlimmes wieder fahren in der Beziehung, deshalb sei gut zu dir und ja, er wird vielleicht sterben oder ihm werden schlimme Sachen wiederfahren, aber ich habe nur die Verantwortung für mich selbst und nicht für ihn. Ich kann nur das Leben leben, was ich mir von Herzen wünsche, nur die Person sein die ich sein will und die Dinge tun die ich liebe, wenn ich ihn gehen lasse und aufhöre süchtig nach ihm zu sein und durch ihn mehr und mehr in Schwierigkeiten gerate, also ich mir mein eigenes Leben weiterhin auf lange Zeit zerstöre. Und nein, das ist alles nicht egoistisch, das nennt man Selbstachtung und Selbstliebe.

    Ich habe mich selbst stark in Regress genommen und ich konnte feststellen, das ich dadurch eine ganz neue eigene Stärke entwickelte, die mich alles mit ganz anderen Augen betrachten ließ und ich von Zeit zu Zeit innerlich immer mehr Abstand von ihm gewann und endlich Grenzen setzen konnte. Und jemand der wirklich, wirklich gesund werden will, der schafft das auch.

    Ich würde dir raten, das du dir mal wirklich eine Zeit lang nur Zeit für dich nimmst. Dein Gegenüber wird nicht weg laufen, der macht so weiter wie bisher. Tu Dinge die dir Freude bereiten und mach dir Vorstellungen wie DEIN Leben aussehen soll, in dem du dich wohl und geliebt fühlst, mach dir Pläne :) Und lass deine Gefühle zu , aber verschwende sie nicht weiter an ihn und kontaktiere ihn nicht wenn alles zusammen fällt, er ist kein sicherer Hafen für dich und deine Seele. Bleib erstmal voll und ganz bei dir, heile, lerne und gehe neue Wege.

    Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe und glaub mir, du kannst es schaffen, egal wie lange es dauert. Geb dich nicht weiter auf, du bist wunderbar und hast noch so viel schönes vor dir, jetzt bist du dran und niemand anderes :) Du bist nicht allein - wenn du bei ihm bleibst, bleibst du für immer einsam. Und du bist stark, so stark das du gegen eine Sucht eines anderen kämpfen wolltest - jetzt kämpfst du mal für dich und der Kampf wird sich lohnen:!:

    2 Mal editiert, zuletzt von Lila77 (11. Februar 2024 um 22:26)

  • Die Erfahrung von Lila77 teile ich zu 100%

    Meine Frage an dich sanni1234 ist: du hattest mal von einer Therapie erzählt. Bist du da noch dran? Ich hatte während der Trennung therapeutische Begleitung, um mich aus meiner Co-Abhängigkeit rauszuarbeiten. Ich habe den Fokus komplett auf mich und meine Beziehungsmuster gelegt und das war für mich dir Tür in die Freiheit.

    Da draußen, bzw in dir drinnen, wartet ein erfülltes Leben auf dich. Geh los!

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • ich habe inzwischen einen neuen Job begonnen und versuche mein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen, auch ohne ihn. Er ist aktuell noch immer arbeitslos und trinkt nach meinem letzten Stand weiter täglich. Viele halbherzige Entgiftungsversuche hielten nicht lange an. Es fühlt sich an als hätte ich versagt, konnte ich ihm doch nicht aus der Sucht helfen bzw war nicht wichtig genug um für die Chance auf eine gemeinsame Zukunft wirklich ernsthaft einen Entzug zu machen. Weiß das klingt etwas verrückt, dachte lange Zeit immer wenn die Liebe zum Partner stark genug ist und die Aussicht auf eine lange gemeinsame Zukunft da ist, dass man dann ernsthaft etwas ändern will. Aber außer große Worte ist nicht viel passiert.

    Hallo Sanni1234,

    wie du ja schreibst hat sich in dem Jahr nicht wirklich etwas verändert. Dieses Gefühl versagt und nicht genug getan zu haben kenne ich auch. Ehrlicherweise kommt das auch heute nach 1,5 Jahren Trennung immer noch ab und zu durch. Die Erkenntnis das der Alkohol ihm wichtiger ist als die Familie tut einfach nur weh.

    In den meisten Beiträgen erkennst du immer wieder das gleiche Muster. Der Alkoholiker verspricht, der Co glaubt es und schöpft Hoffnung. Ein ewiger Kreislauf der auf Dauer auch den Co krank macht. Aber du kannst diesen Kreislauf durchbrechen. Sei es dir Wert. Auch wenn du ihn liebst und es dir schwer fällt.


    LG

  • Lila77 , danke für deine aufmunternden Worte. Inzwischen würde ich mich auch als Süchtige betiteln, wenn es wieder Streit gab schwöre ich mir dass es dieses mal zu viel war und genug, kaum sind ein paar Stunden/Tage vergangen und er ist wieder lieb und beteuert sein Verhalten sehe ich direkt nur noch die schönen Seiten an ihm und die Hoffnung beginnt von neuem. Ich kämpfe dagegen an und versuche mir die Sachen durchzulesen um die ganzen schlechten Tage nicht zu vergessen.

    Nachdem bei ihm jetzt demnächst seine Wohnung auf Zeit ausläuft, hat er sich wieder gemeldet und große Worte wie stationärer Entzug, ambulante Therapie und ein neues Leben sind gefallen. Dafür wollte er bei mir einziehen. Einerseits dachte ein Teil oh ja ich fehle ihm und er merkt dass er so nicht weiter machen kann und möchte ernsthaft etwas ändern. Nach langem zögern und auch aus Angst dass es wieder so eskaliert als wir vor ca. 1 Jahr bereits zusammen gewohnt haben, machte ich den Vorschlag dass er bei mir einziehen kann wenn er davor einen Entzug gemacht hat. Dass er mir zeigt dass er es dieses mal wirklich ernst meint. Und wie ein bisschen erwartet: du willst mich nicht da haben, du hilfst mir nicht, ich brauch keinen Entzug machen ich schaffe das alleine und weitere Beschimpfungen folgten. Ich bin natürlich die Böse die ihn jetzt hängen lässt und auf die er sich nicht verlassen kann.

    Und die Hoffnung ist wieder erloschen. Aber meine Abhängigkeit und Sucht macht es so schwer nicht wieder auf solche Worte reinzufallen. Wo ich es mir doch so wünsche dass alles gut wird.

    Aber deine Worte Lila erinnern mich auch wieder daran, dass ich selbst auch viele Baustellen habe die es endlich Zeit wird weiter anzugehen. Es geht so schnell sich so auf den anderen zu konzentrieren dass man sich selbst und seine Probleme vergisst oder hinten anstellt. Er habe ja das größere 'Problem' für das man seine ganze Kraft aufwenden sollte. Aber wie ich hier schonmal gelesen habe können zwei süchtige keine normale und gesunde Beziehung führen und das muss ich mir leider auch endlich eingestehen.

    Und Kintsugi aktuell habe ich leider keinen Therapieplatz mehr, da ich umgezogen bin hab ich dementsprechend auch meinen alten Therapeuten nicht mehr. Aber ich bin schon auf der Warteliste, und hoffe dass ich meinen Fokus dann mehr auf meine Baustellen richten kann und in irgendeiner Weise weiter komme.


    mollyfisch ja kann ich mir vorstellen dass man noch lange daran zu knabbern hat.. ich hoffe es wird mit der Zeit leichter, durch diese ganzen Auf und Ab's ist Ruhe und Stille in letzter Zeit nur sehr schwer zu ertragen, da geht dann direkt wieder das Grübeln los mit 'was wäre wenn'


    Danke für das Teilen eurer Erfahrungen ihr gebt mir Mut dass man es schaffen kann und wenn man an sich arbeitet es mit der Zeit leichter wird.

    <3

  • Hallo Sanni,


    ich würde ihn auf gar keinen Fall einziehen lassen, auch nicht, wenn er einen Entzug machen würde.

    Was hat das denn schon zu bedeuten? Nichts.

    Ein Entzug kann man machen und danach kurze Zeit später (oder nachdem er bei Dir eingezogen ist) wieder weiter saufen.

    Das man als Gedanke. Ich würde mich nicht darauf einlassen.

    LG Cadda

  • Hi sanni1234 ,

    bin von der anderen Seite (nüchterner Alkoholiker). Du kannst sehr stolz darauf sein, beim potenziellen Einzug deine Grenzen kommuniziert zu haben.

    Dass er mir zeigt dass er es dieses mal wirklich ernst meint. Und wie ein bisschen erwartet: du willst mich nicht da haben, du hilfst mir nicht, ich brauch keinen Entzug machen ich schaffe das alleine und weitere Beschimpfungen folgten. Ich bin natürlich die Böse die ihn jetzt hängen lässt und auf die er sich nicht verlassen kann.

    Und es kam ja postwendend die Reaktion: Ich bekomme nicht was ich will, was interessiert mich mein Geschwätz von gerade eben...du bist schuld! Manipulation und Vermeidung, kenne ich auch von mir.

    Alkohol steht immer an erster Stelle, dann kommt das menschliche Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung und dann...dann kommst irgendwann DU und DEINE Bedürfnisse.

    Und das ist sehr traurig...

    Auch von mir mein Bauchgefühl als Einschätzung: auf gar keinen Fall einziehen lassen!

    Ich habe locker ein Jahr Abstinenz gebraucht um wieder klar denken zu können, jetzt nach zwei Jahren fühle ich mich erst wieder komplett fit. Tu dir das Auf und Ab bitte nicht an, das Leben ist echt zu kurz für so einen Mist. Geteiltes Leid im Bezug auf Sucht ist immer doppeltes Leid.

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!