Snowman - meine Frau...

  • mir wurde am Sonntag erklärt, dass diese Woche alkoholfrei ist, bis Freitag. Heute ist anscheinend Freitag, hat ja genau einen Tag geklappt. Als ich dann erwähnt habe, das Dienstag nicht Freitag ist, wurde ein massiver Streit vom Zaun gebrochen, mit fantasivollen Theorien und Annahmen. Hab die Diskussion dann beendet mit " du lenkst nur ab, damit du in Ruhe trinken kannst" und bin gegangen. Ich glaub ich halt das nicht mehr lange aus.

  • Also was machst Du für Dich?

    LG Momo

    Keine Ahnung, hab momentan extrem viel Arbeit. Jetzt ist Ruhe ( denk ich mal) vor dem (Wochenende) Sturm. Die letzten 2 Tage waren alkoholfrei, das Verhalten war als ob wiedermal nie was geschehen ist. Das macht mich persönlich ziemlich wütend. Ich denke, wenn ich morgen von der Arbeit heimkomme wirds ein typisches Wochenende werden. Man ist gespannt.

  • Hallo Snowman,


    es tut mir leid, dass es dir so geht. Ich habe den Vater meiner Kinder vor mehr als einem Jahr verlassen und ich kann dir sagen, dass es bei den Kindern Spuren hinterlassen hat. Such dir Hilfe beim Jugendamt oder bei Beratungsstellen, es gibt so viele Möglichkeiten.

    Was würde ich mir wünschen, dass es bei meiner Frau auch "klick" macht.

    Das ist genau der Punkt, es ist und bleibt ein Wunsch. Und ob dies überhaupt jemals passieren wird, weiß niemand. Du hast aber die Chance, dein Leben so zu leben, wie du es möchtest. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie sich der Alltag bei euch anfühlt. Vielleicht hilft es dir, dir mal auszumalen, wie du dir das Leben vorstellst und was deine Wünsche an einen schönen Abend sind. Diese Abende gibt es sogar, aber nicht mit einem nassen Alkoholiker oder einer nassen Alkoholikerin.

    Eine Freundin und ich haben neulich festgestellt, mit wie wenig wir uns "zufrieden" gegeben haben und darunter innerlich schmerzvoll gelitten haben. Das Leben kann schön sein, man muss nur manchmal eine Tür schließen und dann öffnet sich eine neue.

    Liebe Grüße

    Matilda

  • 1,5 Flaschen Wein und ich bin wieder an allem Schuld

    Und täglich grüsst das Murmeltier. Es wird immer in die gleiche Kerbe geschlagen. Irgendwann ist Dein Panzer durch und es fängt richtig an zu schmerzen. Dann bist Du bereit für die nötigen Schritte.

    Gruß WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hallo Snowmann!

    Wie lange willst du so weitermachen? Bei ihr macht es nicht "klick" wie sieht es bei dir aus?

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • hmmm. Wie läuft es aktuell. Naja, ich hab ihr einmal in Ruhe mitgeteilt, dass sie definitiv ein Problem mit Alkohol hat, sie da aber selber draufkommen muss. Die letzten 2 Wochen hat sie unter der Woche ( Mo-Frei) abstinent verbracht, an den Samstagen hat sie eine Flasche Wein getrunken. Wenn das so bleibt, ist ja eine positive Tendenz feststellbar. Ich traue der "Ruhe" aber nicht. Es wurde ja auch prophezeit, dass sie bis Ostern ganz brav ist. Also hab ich ( wie jedes Jahr ) Angst vor Ostern, da ging es immer ziemlich rund. Ich denke, das wird ganz schnell wieder kippen, aber ich gehe immer grundsätzlich in Allem vom Schlimmsten aus.

  • Hallo Snowman,

    Die letzten 2 Wochen hat sie unter der Woche ( Mo-Frei) abstinent verbracht, an den Samstagen hat sie eine Flasche Wein getrunken. Wenn das so bleibt, ist ja eine positive Tendenz feststellbar. Ich traue der "Ruhe" aber nicht.

    Solche Gedankengänge kenne ich. Aber ist es nicht nur ein bisschen Hoffnung, dass sich etwas ändern wird? Bist du wirklich mit diesem Ergebnis zufrieden? Eine ganze Flasche Wein an den Samstagen….. mmmhhh. Ist das nicht Augenwischerei? Ist das wirklich „Ruhe“?

    Ich bin auch oft auf solche Zugeständnisse reingefallen. In der Regel wird es ganz schnell wieder schlimmer und auch noch schlimmer als vorher. Das merkt man immer erst später.

    Ich wünsche dir Kraft, Durchhaltevermögen und einen guten Blick mit viel Abstand auf die Situation.

    Liebe Grüße

  • Ruhe ist das nicht, aber besser als vorher, Zufrieden bin ich damit natürlich nicht, dafür ist schon zuviel passiert. Und ich nehme an, dass sich die Situation wieder ganz schnell ändern kann, respektive ändern wird.

  • Hallo Snowman,

    "und wenn sie nicht gestorben sind ...." fällt mir dazu gerade das klassische Märchen-Ende ein, nur dass Dein Leben und vor allem das deiner Kinder alles andere als ein Märchen ist.

    Liest Du hier im Forum bei anderen COs mit? Liest Du Dir manchmal die Beiträge in Deinem Faden durch?

    Ich rate es Dir sehr. Nirgendwo sonst kannst Du so viel über die Mechanismen von Sucht und Co-Abhängigkeit lernen.

    Und vor allem kannst du hier am Beispiel und aus der Rückmeldung anderer lernen, wie Du dir dein Leben Stück für Stück zurückerobern kannst.

    Das bist du auch deinen Kindern schuldig. Probleme sind dazu da, konstruktiv angegangen und nicht ausgesessen zu werden.

    Dass es einfach wird, hat keiner gesagt. Aber es geht, wenn du dich darauf einlässt. Also hier in den Austausch gehen und nicht nur (verständlicherweise) zu leiden und vorsichtshalber das Schlimmste zu erwarten.

    Es kann auch hilfreich sein, mal zu gucken, welche Muster Du in Deiner Kindheit gelernt hast, in Bezug auf Partnerschaft, Sucht, Ungang mit Gefühlen etc. Und dann gucken, wie du dir ggf. Gesündere Muster aneignen kannst.

    Wie war das, bist du auch in der Angehörigenberatung der Suchtberatung (z. B. Caritas oder Diakonie)?

    Nur Mut!

  • "und wenn sie nicht gestorben sind ...."


    dann trinkt sie immer noch. Tja wie wars seitdem? Im Grunde ging es gleich weiter wie bisher. Seit 28. November notiere ich mir jeden Tag ob/wieviel getrunken wird. Jetzt ist der 27. Jänner und wir kommen auf 10 nüchterne Tage, davon 4 berufsbedingt. Ich habe viel über das Thema gelesen, habe mit den Vorwürfen aufgehört. Hab zu dem Thema nur gesagt, " Du weisst selber, dass das ein Problem ist, aber das musst du selbst erkennen". Schlafe die meiste Zeit in einem anderem Raum im Haus. Am Wochenende wurde darüber auch kurz geredet, weil ja Streit ein quasi täglicher Begleiter ist. Die Diskussion am Samstag lief erstaunlich freundlich. Sie hat gesagt, ja sie weiss, dass sie zuviel trinkt, sie wird unter der Woche nicht mehr trinken. Darauf folgte ein nüchterner Sonntag und ein ( zu meinem Erstaunen ) ein nüchterner Montag. Heute kommt sie heim, bei den Einkäufen, eine Flasche Wein. Ich hab dann nur gesagt " Ich dachte du trinkst unter der Woche nicht, ist am Dienstag schon Wochenende ? Na dann gings rund. Zu einer Beratung will sie nicht, für sich glaubt sie, weil sie ja funktioniert ( beruflich ) ist das ja nicht so schlimm und sie liebt Wein ( bei dem Spruch musste ich innerlich ein paarmal bis 10 zählen, so wütend hat der mich gemacht ). Tja ihr hattet recht. Und ich muss mir überlegen wie es weitergeht.


    In kurzen Worten was ich derweilen verändert habe:

    1. Ich gehe meinen Hobbys nach

    2. Ich habe nur mehr selten einen Streit angefangen wegen der Trinkerei

    3. Wenn ich beschimpft werde, gehe ich.

    Ja das ist zuwenig, ich bin aber ziemlich ratlos.

  • hallo Snowman,

    Was willst du mit dem notieren der täglichen Trinkmenge erreichen? Nasse Alkoholiker haben in der Regel so viele Tricks um ihre Mengen zu verschleiern.
    Du hast darüber keinerlei Kontrolle.

    Konzentriere dich auch dich, und tue etwas für dich, an ihrem Konsum wirst du nichts ändern.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Was willst du mit dem notieren der täglichen Trinkmenge erreichen? Nasse Alkoholiker haben in der Regel so viele Tricks um ihre Mengen zu verschleiern.
    Du hast darüber keinerlei Kontrolle.

    Ja, stimmt. Man kann der ganzen Kontrolliererei ja vielleicht noch den Sinn zugestehen, dass man nach einer Weile weiß, wie viel und oft sie *mindestens* trinkt, dass da wohl ganz sicher ein Problem ist und dass es Dir unabhängig davon sowieso zu viel ist.

    Aber das weißt Du ja nun nach drei Monaten. Und meiner eigenen Erfahrung nach ist es dann schon sehr erleichternd, wenn man den ganzen Kontrollzwang abschüttelt, weil man sich dann schon viel freier fühlt: Man weiß jetzt Bescheid, was *mindestens* los ist, keine Zweifel mehr, und auf dieser Erkenntnis aufbauend kann man dann versuchen, zu Entscheidungen zu kommen, wie man sein Leben weiterführen will.

  • die Kontrolliererei hat ehrlich gesagt andere Gründe. Falls es mal zu einer Obsorgeentscheidung kommen sollte, hat man mir geraten das aufzuschreiben. Ich tu eh was für mich, das wird mir dann zwar immer vorgeworfen, es ist mir aber mittlerweile ziemlich egal.

  • Ah, OK.

    Hm, paar Gedanken:

    Aber von der Kontrolliererei abgesehen hängst Du doch jetzt im Wesentlichen schon seit über zwei Jahren unverändert in derselben Situation fest.

    Es klingt für mich irgendwie so, als wärst Du eigentlich nicht co-abhängig(Du zeigst kaum typische Verhaltensweisen und bist von ihrer Trinkerei und damit von ihr deutlich distanziert), aber kannst Dich trotzdem nicht lösen. Klar, da sind die Kinder.

    Dass man Dir alles vorwirft, was der anderen Seite nicht gefällt (Distanzierung, die ihr an sich unangenehm ist und durch die Du ihr in machen Situationen vielleicht auch das Trinken irgendwie erschwerst, ...), ist ja quasi normal - weil es ihr eben nicht gefällt. Sie will ja sicherlich die Beziehung mit Dir und gleichzeitig ungehindert trinken können, so viel sie braucht.

    Dass sie ihr Verhalten aber trotzdem nicht ändert, zeigt meines Erachtens nur die Alkoholabhängigkeit.

    Kenne ich selbst: Partnerin X: "Klar, bleib am besten weg, Du Spaßbremse." Partnerin Y: trinkt sowieso viel weniger als X, merkt, dass ich mich distanziere, und passt sich (klar, soweit ich das weiß) sofort (und dauerhaft, wie es aussieht) an.

    3 Mal editiert, zuletzt von sorrowful (27. Januar 2026 um 20:09)

  • Hallo Snowman,

    ich habe deinen letzten Beitrag wunschgemäß in den Trash geschoben. Dort kann ihn niemand lesen außer wir Mods.

    Wenn du es dir überlegst, dass er doch wieder hier stehen sollte, sag Bescheid. Er kann dann hier wieder zurückgeschoben werden.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

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