NovaSol - Und noch eine Neue

  • Halloweenparty

    Wenn Du mich fragen würdest, ich würde nicht hingehen und zwar aus einem einzigen Grund:

    ich bin aber „erst“ knapp 6 Wochen nüchtern

    Höre tief in Dich rein und wenn Du mit Dir diskutieren musst, dann würde ich es 2x lassen.

    Ich kenne die Situationen auch, bei 6 Wochen Nüchternheit. Heute würde ich sagen, dass ich damals, nach 6 Wochen, das einfach nicht beurteilen konnte, ob ich mir das zutrauen kann oder nicht.

    Ich war mir sicher, dass ich nicht trinken würde, aber ich wusste nicht, was es mit mir danach machen kann.

    Viele Grüße

    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Gestern wurden wir noch zu einer Halloweenparty eingeladen. Ich würde da wirklich gern hingehen. Die Gastgeber werden dort auch alkoholische Getränke anbieten, aber es ist eine Gruppe, die eher wenig trinkt. Ich habe noch nicht zugesagt, muss da nochmal in mich gehen. Es ist keine Veranstaltung, bei der es vorrangig ums trinken geht, ich bin aber „erst“ knapp 6 Wochen nüchtern. Mein Liebster sagte, wir gehen nur hin, wenn ich mir das zutraue. Na mal schauen, ich habe noch bis Ende der Woche Zeit, um zuzusagen.

    Nun bin ich schon ein paar Tage hier, und je länger die Begründungen sind, oder besser gesagt die Rechtfertigungen, um einen Ort zu besuchen, an dem Alkohol getrunken wird, ist es bereits im Kopf vieles abgehakt, was gefährlich werden könnte. Leider funktioniert es bei der Sucht nicht auf diese Weise.

    Ob die Gruppe jetzt wenig oder viel trinkt, ist eigentlich egal, es genügt, wenn man nur ein Glas mittrinkt, was ja nicht viel ist. Oder?

    Ich habe mal in den Kalender geschaut, das nächste Jahr ist auch wieder Halloween. Warum etwas riskieren, wenn es immer wieder kommt?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Vermutlich habt ihr recht und ich werde wohl absagen. Aber ich sag’s wie es ist, ich bin traurig darüber und auch etwas frustriert. Ich weiß, es ist die vernünftigste Entscheidung, es ändert aber nichts daran, dass ich mich ausgeschlossen fühle. Hilft alles Nix…Große mädchenschlüpper an und tun, was sicher ist.

  • . Aber ich sag’s wie es ist, ich bin traurig darüber und auch etwas frustriert. Ich weiß, es ist die vernünftigste Entscheidung, es ändert aber nichts daran, dass ich mich ausgeschlossen fühl

    Diese Gefühle sind nicht ungewöhnlich und treffen auf viele zu. War bei mir auch so.

    Du kannst es bedauern und aussitzen, was zu Verzichtsgedanken und darauffolgendem Suchtdruck führen kann. Alternativ könntest du die Zeit nutzen, die du sonst auf der Party verbringen würdest, um etwas mit deinem Mann zu unternehmen.

    Alleine geht es natürlich auch.:whistling: Schaffe eine Alternative, die deinem Suchthirn zeigt, dass du dich selbst um dich kümmern kannst.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Bei mir sind die 1.000 Tage durch. Aber bei "Halloweenparty" trötet bei mir die Alkohol-Sirene.

    Da wird genug getrunken. Möchte ich da dabei sitzen und den anderen dabei zuschauen? Aus Erfahrung weiß ich, dass bald die Stimmung "anders" werden wird. Und diesen Stimmungsumschwung mache ich dann ja nicht mit. Und dann fühle ich mich ausgeschlossen.

    Mit der Zeit kam bei mir das Gefühl von selbst, dass ich da nicht hin möchte. Ich finde Hartmuts Tipp sehr gut.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Danke für eure Gedanken zu der Thematik. Ich habe nun die Teilnahme abgesagt. Ich weiß, dass es auf der Basis von Vernunft richtig war und trotzdem bin ich -noch- traurig. Ich könnte es jetzt schönfärben aber das bringt mir nichts. Meine bessere Hälfte fragte, worum es mir jetzt genau leid tut. Zu meiner Überraschung fiel mir als erstes ein, dass ich mich gern wieder mal verkleidet hätte. Da spricht ja nichts gegen, sprach er und verschwand auf dem Dachboden. Er hat die Ganze Halloween Deko und unsere kostümkleidersäcke vom Dachboden geholt. Kommendes Wochenende dekorieren wir innen und außen und an Halloween öffnen wir den Kindern dann eben verkleidet, auch wenn wir nur für uns sind 🙂. Darauf freue mich mich schon. Wir haben bei der Gelegenheit jetzt auch über Silvester gesprochen. Wir haben mehrere Optionen besprochen und werden nun mit einem befreundeten Paar bei uns zuhause feiern. Ganz ohne tamtam, Raclette, spiele, Rakete, gute Nacht 😅 naja es ist jetzt wie es ist. Die letzten 6 Wochen haben mir einen Vorgeschmack auf mein Leben wie es sein kann gegeben und das will ich nicht aufs Spiel setzen, nicht für eine Party (egal welcher Natur) und auch sonst will mir nichts einfallen, was sich mit Alkohol besser angefühlt hat, als ohne.

  • Kommendes Wochenende dekorieren wir innen und außen und an Halloween öffnen wir den Kindern dann eben verkleidet, auch wenn wir nur für uns sind

    Das finde ja mal total klasse. 😀

    Macht es euch schön.
    Und die Kinder werden Augen machen, wenn ihr da verkleidet die Tür aufmacht.

    Ganz ohne tamtam, Raclette, spiele, Rakete, gute Nacht 😅 naja es ist jetzt wie es ist.

    In deinem ‚naja‘ klingt Wehmut.
    Warum?
    Raclette ist toll. Spiele sind toll. Raketen sind toll.
    Und nüchtern ‚gute Nacht‘ ist der schönste Jahresabschluss, den es gibt.
    Freu dich drauf. 😀

    Ich habe bei solchen Planungen schon mal im Kalender die Tage gezählt, die ich dann schon nüchtern sein werde. Darauf habe ich gefreut und konnte es kaum erwarten.

    Du wirst dann schon so schöne Meilensteine wie 100 nüchterne Tage und 111 nüchterne Tage erlebt haben.
    Solche Tage sind immer mein persönliches tamtam. Und die mache ich mir mit einem besonders schönen Blumenstrauß noch schöner.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

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    In deinem ‚naja‘ klingt Wehmut.
    Warum?
    Raclette ist toll. Spiele sind toll. Raketen sind toll.
    Und nüchtern ‚gute Nacht‘ ist der schönste Jahresabschluss, den es gibt.
    Freu dich drauf.

    Wehmut, Mhmmm ja vielleicht. Ich muss mal in mich gehen, wo dieses Gefühl des Mangels jetzt herkommt. Bisher war Silvester halt immer groß. Und ich habe insbesondere den Part VOR der Party total genossen. Das chic machen (lassen), die Vorfreude aufs Tanzen und ausgelassen sein. Auf der Party selbst, war es mir dann eigentlich fast immer schnell zu voll, zu laut, zu viele Gespräche mit fremden Menschen. Und dann ist etwas seltsames passiert. Nach den ersten paar Drinks, war ich plötzlich weniger empfindlich. Ich konnte mit fremden interagieren, die Lautstärke war erträglich, die Müdigkeit verschwand. Also wo ich jetzt so darüber nachdenke und es versuche in Worte zu fassen…ich glaub ich mochte es mich hübsch zu machen aber das Event an sich hab ich mir dann schön gesoffen. Ergibt das Sinn? Da muss ich mal ein bisschen drauf rumdenken.

  • Also wo ich jetzt so darüber nachdenke und es versuche in Worte zu fassen…ich glaub ich mochte es mich hübsch zu machen aber das Event an sich hab ich mir dann schön gesoffen. Ergibt das Sinn? Da muss ich mal ein bisschen drauf rumdenken.

    Ja, das ergibt Sinn. Also, für mich als Außenstehende.
    Ich habe mir nie Events schön gesoffen, Ich habe ja ausschließlich alleine zu Hause gesoffen. Bei Veranstaltungen stand ich mit meinem Wasser da und sehr oft war waren diese Veranstaltungen tatsächlich so, dass ich oft das Gefühl hatte, die Leute saufen sich das schön. Vermutlich ist das sogar so.

    Es gibt Veranstaltungen, die mag ich total gerne. Aber da ist Alkohol eher nebensächlich.
    Letztendlich ist es ja so, dass Alkohol überall getrunken wird. Es ist sehr schwer, ihm aus dem Weg zu gehen. Ihm hinterher rennen muss ich aber auch nicht.

    Für mich ist es wichtig, dass meine alkoholfreie Zone in meinem Kopf ist …in mir drin.
    Egal, wo ich bin, egal was dort getrunken wird ….. ich bleibe alkoholfrei. Das ist ganz fest in mir drin.

    Eine kluge Frau sagte hier mal: „Meine Nüchternheit ist nicht verhandelbar.“
    Ich finde, dieser Satz beinhaltet alles, was ich für mein nüchternes Leben brauche. Er ist zu meinem Lebensmotto geworden.

    Dieses ‚drauf rumdenken‘ kommt bei mir ganz oft, wenn ich hier schreibe oder etwas lese.
    Beim Schreiben sortieren sich die Gedanken….die dann noch weiter gedacht werden wollen. Ich finde das immer wieder total faszinierend, was für Gedanken den nüchternen Kopf beschäftigen. Vieles wird ja überhaupt zum ersten Mal gedacht.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Hallo, ich war früher sehr oft auf Sauf-events..... Ich und meine Freunde haben gesoffen um zu feiern und gefeiert um zu saufen. Wir hatten es uns ja auch verdient, weil wir alle hart arbeiten usw.. , naja, das war früher. Ich habe mich in den vergangenen Monaten sehr verändert. Meine Abstinenz hat nun den höchsten Stellenwert. Es ist auf Platz Nummer eins. Ich habe nicht den kleinsten Gedanken an Verzicht, vielmehr kommt immer wieder der Gedanke:Sch***e, ich hätte viel früher aufhören müssen ;( alles gute, Zwieback

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

  • Und ich habe insbesondere den Part VOR der Party total genossen.

    Das ging mir haargenauso! Ich hatte es gerade mit meiner Freundin davon, dass die Aufbruchstimmung vor einer Party oder einem Ausgehabend sehr häufig schöner ist als der Abend selbst.
    Wir haben echt schon überlegt wie wir diese Momente auch so schaffen können- verkleidet Süßigkeiten verteilen und dabei noch ein wenig Schauspielern ist gar keine schlechte Idee… Danke dafür!!!

  • schnell zu voll, zu laut, zu viele Gespräche mit fremden Menschen.

    Stimmt. Das wusste ich aber schon vorher. Aus dem Grund hatte ich nie richtig Bock, da hinzugehen. Das hat mir dort sogar besoffen noch Kraft gezogen. Aus dem Grund bin ich gerne relativ früh heim (und habe mir da erstmal ein Bier aufgemacht).

    Das chic machen (lassen),

    Vielleicht hätte ich das mal probieren sollen. :/^^

    Aber es ist ja jetzt so. Ich muss keinem mehr irgendetwas beweisen. Wie gut ich interagiere, oder wie kommunikativ ich doch bin. Wie gut ich insgesamt funktioniere.

    Seltsam, gerade jetzt, wo ich rund um die Uhr funktionieren könnte, habe ich nicht mehr das Bedürfnis das zu zeigen.

    Klinge vielleicht wie ein Opa. Aber dieses Geschrei, Gedränge und das Laute, brauche ich absolut nicht. Und das habe ich auch nie.

    Zum Glück bin ich Alkoholiker und habe jetzt einen guten Grund, das ausfallen zu lassen.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo zusammen, nur ganz kurz: ich bin weiter in der Spur, habe aber grade viel zu verdauen. Bei meiner Mutter wurde (wieder) Krebs diagnostiziert. Wir haben das als Familie vor einigen Jahren schon mal durchgestanden und werden es auch nochmal in Angriff nehmen müssen aber diesmal fühle ich mich besser „vorbereitet“. Ich weiß, was kommt, ich werde jederzeit fahrtüchtig sein, ich kann mich bei den Arztgesprächen besser konzentrieren. Letzte Woche Donnerstag kam das Ergebnis, der größte Schock hat sich gelegt. Ich freue mich, dass der erste Gedanke nicht war, dass ich sofort einen Drink will, sondern, dass ich auf der Stelle meinen Liebsten anrufe. Es geht mir den Umständen entsprechend gut und saufen würde an der Erkrankung meiner Mutter nichts ändern. Ich fühle mich stabil und werde das Thema heute mit in die Gruppe nehmen.

  • Eine solche Nachricht zu verdauen fällt sehr schwer, ich habe das auch bei meinem Vater erleben müssen, deshalb wünsche dir alles, was du jetzt gerade brauchst um mit deiner Mutter diesen Weg zu gehen.

    Es ist gut, dass du trinken auf diesem Weg nicht als Option siehst, du weißt ja wo wir sind.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Du hast schon viel für dich erreicht. Es ist gut zu lesen, wie ihr das als Familie meistert und Alkohol für dich keine Option ist. Wenn du zwischendurch deine Gedanken sortieren willst, hier ist Platz dafür.

    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Vielen Dank ihr Lieben. Davon werde ich ganz sicher Gebrauch machen. Spätestens wenn die chemo losgeht. Das war beim letzten Mal wirklich schlimm meine starke, fröhliche Mutti so zu sehen. Ich wurde gut aufgefangen und hoffe dann auch die stärke zu haben, um sie zu stützen, wenn sie mich braucht. Ich werde mit Argusaugen auf mich achten. Grade jetzt!

  • …. und Du wirst sehen, dass Du nicht nur Deine Mutter stützen kannst, sondern wie Du Dich selbst stärkst, weil Du nüchtern einfach handlungsfähig bist.

    Ich wünsche Dir viel positive Energie für die kommende Zeit.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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