Naira - ich stelle mich vor

  • Ich wohne mit meiner Familie in einem Haus. Und trotzdem fühle ich mich oft einsam.

    Mein Partner ist krank und es dreht sich vieles nur um ihn. Und um mein Kind, das die gleiche Krankheit hat. Zudem sind beide sehr intelligent im Gegensatz zu mir. Ich bin chaotisch, und sie sehr strukturiert und ordentlich. Mich plagt mein ADHS. Natürlich mache ich alles so wie es erwartet wird. Aber es gibt einfach Sachen, bei denen ich extrem Mühe habe. Papierkram sortieren und aufräumen zum Beispiel. Aber natürlich bin ich nur "faul" und zudem "ist ADHS keine Entschuldigung". Kann ich ja verstehen. Aber wehe wenn ich dann völlig überfordert oder erschöpft bin, dann wird sich wieder über meine schlechte Laune beschwert. Und unterstützt werde ich auch nicht. Es werden immer wieder irgendwelche Papiersachen auf einem Stapel oder sonstige Sachen in einem Haufen in mein Zimmer geworfen, wenn es sie stört. Und wenn so viel aufeinander liegt, wild durcheinander- dann überfordert mich das halt nun einmal.

    Das Gleiche mit Alkohol. Meiner Bitte, gewisse Getränke zu entsorgen, kommt niemand nach. Im Gegenteil, haben ja Geld gekostet und zudem ist es ja mein Problem, nicht ihres. Ich muss dazu sagen, dass tatsächlich nie jemand ein Problem mit meinem Alkoholkonsum hatte und es deswegen auch vom Umfeld überhaupt nicht ernst genommen wird. Es ist okay, wenn ich nichts mehr trinke. Aber ich soll die anderen nicht mit dem Thema belästigen. Ich dramatisiere ja nur.

    Und wenn es grad mal schwer ist, ist das auch mein Problem. Und meine Gefühle sind sowieso völlig egal... Oder halt übertrieben. Es ist ja echt kein Thema, kurz mal abends ein gebrauchtes Weinglas abzuspülen- also in ihren Augen. Sie verstehen es halt nicht. Mich hat es aber sehr gestresst ehrlich gesagt. Versteht das jemand hier?

    Und dadurch ziehe ich mich natürlich mehr zurück. In mein Zimmer, das eben mein sicherer Ort ist. Wo ich auch mal meinen Gefühlen (jetzt gerade sind es Tränen) freien Lauf lassen kann. Was auch wieder falsch ist, denn es gäbe noch so viel zu tun zuhause. Dabei hatte ich erst neulich einen Burnout und sollte auf mich aufpassen...

    Ich will aber unbedingt trocken bleiben. Auch wenn es nur für mich ist. (was nicht ganz stimmt, denn ich bin die einzige, die momentan arbeitet- und wenn ich wieder trinken würde, würde ich das und meine Gesundheit riskieren- aber das wird halt nicht so gesehen). Mir ist aber meine Familie auch extrem wichtig. Was kann ich tun, um mir Unterstützung einzufordern? Sie müssen ja nicht permanent irgendwas für mich tun oder für mich da sein. Aber was kann ich tun, damit sie es mir halt nicht immer noch schwerer machen?

    Und bitte- BITTE!- kein Spruch von wegen ich bereite nur irgendwas vor oder nehme es nicht ernst oder dass es so nicht klappen kann. Es MUSS klappen! Mir ist es verdammt wichtig, dass ich trocken bleibe. Sonst würde ich hier nicht gerade schreiben und in meinem Zimmer weinen, wenn es mir nicht wichtig wäre. Ich werde mich auch von niemandem davon abhalten lassen.

    So, ich muss kochen... weil kann ja nicht sein, dass ich am Laptop hänge, wenn es etwas zu tun gäbe, auch wenn der Rest der Familie gerade an den Tablets hängt und spielt oder etwas anguckt... Sorry, meine Gefühle mussten gerade einfach irgendwo raus, damit ich nicht durchdrehe. Wahrscheinlich ist es nur Selbstmitleid. Aber ich leide nun mal grad wirklich.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Dein Alltag klingt krass stressig und erst mal Hut ab, dass du das jeden Tag schaffst.

    Ich weiß nicht welcher Art die Erkrankung von Partner und Kind ist, aber sind die beiden körperlich so eingeschränkt, dass du alles alleine machen musst? Ist das Kind noch klein?
    Auch wenn Dein Partner krank ist, solltest Du ihm unbedingt klar machen, dass auch Du Suchtkrank bist. Das ist keine Kleinigkeit und erfordert schon auch Rücksichtnahme und Unterstützung. Warum hat von deiner Trinkerei keiner gewusst?
    Ich höre da eine große Distanz zu Deinem Partner durch und viel Enttäuschung. Könnt ihr gut miteinander reden?

    Warum glaubst Du dass Du dümmer bist als der Rest Deiner Familie? Wo kommt das her?

    Ich frage so nach weil ich auch in einer sehr vertrackten Familiensituation gelebt habe und teilweise noch lebe und spüre dass auch du mit der Situation sehr unglücklich bist.
    Aber vielleicht können wir da auch genauer drüber schreiben, wenn wir eines Tages im Geschützen Bereich angenommen sind…

    Jedenfalls ist es toll dass du trotz dieser widrigen Umstände nüchtern bleibst.

    Bitte einfach keine Gläser mit Alkohol abspülen! Warum braucht der Partner unbedingt Alkohol zu Hause?

  • Danke, AnnaBlume!

    Die Fragen sind nicht so ganz einfach zu beantworten. Weil ich auch nicht so viel über andere im offenen Bereich schreiben möchte. Es ist einfach so, dass die Probleme der anderen Familienmitglieder so viel Platz einnehmen, dass für meine gerade kein Platz übrig ist. Und dass sie eine Diagnose haben und ich nicht (bzw. nur ADHS, was aber auch nur ein Syndrom ist und deswegen keine Krankheit, sondern nur eine faule Ausrede).

    Warum es niemand bemerkt hat, möchte ich gar nicht gross schreiben. Mein Umfeld hatte eben kein Problem durch mein Trinkverhalten. Ich habe immer voll funktioniert, war nie richtig betrunken. Ich war jeden Tag arbeiten, habe viel geschuftet, alle Aufgaben erledigt. Und nur abends getrunken. Es blieb aber nie bei einem Glas und wurde stetig mehr. Und am Ende habe ich heimlich nachgetrunken. Ein Suchtberater meinte kürzlich, ich sei noch gar nicht so tief in der Sucht gewesen wie andere und könne womöglich irgendwann kontrolliert trinken. Ich habe ihm gesagt, dass ich davon überhaupt nichts halte und den Kommentar daneben fand. Vergleiche sind falsch. Mag sein, dass ich mit manchem nicht so grosse Mühe habe wie andere Süchtige (z.B. macht es mir normal nichts aus, wenn in Filmen Alkohol getrunken wird oder wenn sonst jemand etwas Alkoholisches trinkt, das ich noch nie mochte)- aber ICH nehme meine Sucht trotzdem sehr ernst. ICH weiss, dass ich vier Jahre lang versucht habe, keinen Alkohol mehr zu trinken und immer wieder doch wieder mit trinken begonnen habe. ICH weiss, dass ich manchmal grosse Mühe habe, wenn andere Alkohol trinken, v.a. wenn es etwas ist, was ich auch mochte- und das hätte ich nicht, wenn ich nicht süchtig wäre. ICH weiss, dass es für mich zu viel war. ICH weiss, dass es nie bei einem Glas bleiben wird und dass ich immer wieder in der Spirale landen werde. Und dass ich deswegen nie mehr Alkohol trinken möchte. Und ich bin froh, dass ich damit hier im Forum wenigstens ernst genommen werde.

    Eigentlich sind wir eine Familie, die sehr viel kommuniziert und gut zusammenhält. Nur durch die Krankheiten der anderen dreht sich halt verständlicherweise sehr viel darum. Und ich bin jemand, der ohnehin Mühe hat, seine Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen. Sie dann noch zu äussern, fällt mir sehr schwer. Ich denke oft, dass ich es auch nicht wert bin oder egoistisch bin, wenn ich es trotzdem mache. Vor allem, wenn die anderen wie jetzt krank sind. Dann sollte ich Rücksicht auf sie nehmen und nicht umgekehrt.

    Ich wünschte mir einfach, dass wenigstens alle Getränke, die ich mal mochte und konsumiert habe, aus dem Haushalt verschwinden. Oder dass ich auswärts zumindest vorher gefragt werde, ob es mir etwas ausmachen würde, wenn der Partner sich etwas Alkoholisches bestellt, auch wenn es etwas, das ich eh nicht mag (das ist nicht jeden Tag gleich- manchmal ist es mir total egal und habe ich null Verlangen nach etwas, manchmal stresst es mich aber). Selbst wenn ich natürlich jedesmal nichts trinke, würde es mir das Leben einfach leichter machen. Ist das wirklich zu viel verlangt? Die anderen Familienmitglieder wohnen ja auch hier. Darf ich ihnen Konsum und Kauf von gewissen Sachen verbieten? Eigentlich ja nicht. Und dann bleibt nur der Rückzug in meinen sicheren Raum...

    Irgendwie stehe ich total zwischen dem, was hier im Forum alles geraten wird, und dem, was in meinem Umfeld machbar ist. Und das zeigt mir ganz deutlich, dass ICH es sehr ernst nehmen muss mit dem nüchtern bleiben. Wäre ich tiefer in der Sucht gesteckt als eh schon, käme ich zuhause nicht mehr zurecht. Ich habe viel in meinem Leben geändert- eigentlich alles, was in meiner Macht steht. Damit habe ich jetzt eine echte Chance, auf mehreren Ebenen alkoholfrei neu zu starten. Solche Chancen hat man nicht oft im Leben. Nur zuhause ist es schwierig etwas zu ändern.

    :!:Und die Glaubenssätze etc. in mir drin. Weil ich endlich lernen muss, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und meine Grenzen zu respektieren und einzufordern. Nur so kann ich dauerhaft gesund und nüchtern bleiben. Das würde ich am liebsten dick und fett unterstreichen... :!:

    Ich glaube, ich versuche mir hier gerade Mut zu holen, mir mehr Unterstützung zuhause einzufordern. Für andere Leute mag es so aussehen, als wenn die ersten drei Monate ja recht einfach waren und ich nun über das Schlimmste hinweg bin. Aber ich kann immer gut eine gewisse Zeit für etwas kämpfen. Auch unter widrigsten Bedingungen- gerade dann mobilisiere ich unheimlich viele zusätzliche Kräfte. Aber wenn es wie jetzt beim Alkohol allmählich "normal" wird, und die "Challenge" weniger schwieriger wird, kommt das grosse Risiko für mich. Dann wird es langweilig, ich nehme es nicht mehr so ernst, denke nicht mehr so viel darüber nach... und schwupps sind alle Vorsätze vergessen. Und das will ich diesmal unter allen Umständen für immer vermeiden :!::!:

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Hallo Naira,

    ich hätte da mal eine einfache Frage:

    Was denkst Du was passiert wenn Du heute zur Tür rausgehst und erst in 4 Wochen wiederkommst? Rein hypothetisch.

    Du bist, auch durch Deine Handikaps, in eine bestimmte Situation eingeformt und erfüllst Deine vermeintlichen Aufgaben.

    Nimm Dich jetzt aus der Gleichung mal heraus. Was passiert?

    Und, noch viel wichtiger, was könntest Du Dir vorstellen was Du für Dich tun würdest.

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Hut ab Naira- das war der richtige Tonfall und wirklich eine gute Generalprobe das so und genauso als Vortrag vor deiner Familie zu halten. Ich will die großen ICH dabei bitte hören! Die gefallen mir nämlich sehr gut. Du hast verdammt noch mal ein Recht darauf mit Deinen Bedürfnissen gehört zu werden. Niemand sonst entscheidet, wann das nüchtern sein schwer ist- außer DIR. Offenbar nimmst du sehr viel Rücksicht auf Deine Lieben- da können die verdammt noch mal zu Hause auf Alkohol verzichten um DICH zu unterstützen. Mir ist keine Erkrankung bekannt bei der man das nicht vom Kranken verlangen kann (außer sie sind selbst abhängig- das wäre problematisch). Los geht’s, freundlich aber bestimmt Ansagen machen!

  • Was denkst Du was passiert wenn Du heute zur Tür rausgehst und erst in 4 Wochen wiederkommst? Rein hypothetisch.

    Zuhause würde nichts passieren. Es wäre ordentlicher (vielleicht). Sie könnten trinken, was sie sollten. Kind könnte jeden Abend Party machen bis mitten in der Nacht. Sie müssten halt alles selbst machen. Das würde auch gehen. Sie würden sich dann halt nicht ärgern, dass ich zu wenig mache, weil ich ja dann nicht da wäre. Mein Partner und ich würden uns vermissen. Wenn ich dann wiederkomme, wäre alles wie jetzt.

    Los geht’s, freundlich aber bestimmt Ansagen machen!

    Habe ich gemacht. Aber es hatte nicht ganz den erwünschten Effekt. Ich wurde ziemlich entsetzt gefragt, was eigentlich mit mir nicht stimme heute. Immerhin werden sie sich bemühen, das Zeug in nächster Zeit rauszuschaffen. Und bis dahin steht es an einem sicheren Ort. Trotzdem ein Mini Fortschritt. Mir ist aber dadurch noch mehr bewusst geworden, dass ich für mich meiner Entscheidung sicher sein muss und dass ich für mich sorgen muss. Es wird niemand anderes für mich übernehmen. Ich kann nur erfolgreich sein, wenn ich ganz bei mir bleibe. Meine Bedürfnisse immer mehr wahrnehmen, meine Grenzen achte und mich rausziehe, wenn ich merke, dass es mich stresst. Und Gläser spüle ich auch nicht mehr. Egal, ob sich dann jemand über das Glas oder meine Faulheit ärgert. Überhaupt sollte es mir sowieso mehr egal sein, was jemand über mich denkt.

    Ich habe irgendwo gelesen, dass jeder Mensch zwei Grenzen hat. Die eine ist die zur Komfortzone. Da ist es zwar nicht angenehm, wenn man sie verlässt, aber es ist okay. Und es gibt eine rote Linie. Diese darf niemand übertreten und ich auch nicht. Das mit dem Wein gestern war über der roten Linie.

    Ich muss mir nur echt überlegen, was ich mache, wenn das mit dem weinfreien Zuhause gar nicht akzeptiert wird. Dann muss ich eine andere Strategie finden, mich innerlich weit davon zu entfernen.

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Unabhängig von deiner gesamten Familiensituation, die sicherlich ein riesiges Problem darstellt, können wir dir hierbei leider nicht helfen. Aber wenn sich nichts ändert, was macht dich dann so sicher, nicht rückfällig zu werden? Frühere Versuche waren ja auch nicht erfolgreich?

    Zum folgenden.

    Mag sein, dass ich mit manchem nicht so grosse Mühe habe wie andere Süchtige (z.B. macht es mir normal nichts aus, wenn in Filmen Alkohol getrunken wird oder wenn sonst jemand etwas Alkoholisches trinkt, das ich noch nie mochte)- aber ICH nehme meine Sucht trotzdem sehr ernst. ICH weiss, dass ich vier Jahre lang versucht habe, keinen Alkohol mehr zu trinken und immer wieder doch wieder mit trinken

    Wenn du immer wieder mit dem Trinken begonnen hast, wie kannst du dann sicher sein dass es dir nichts ausmacht, wenn um dich herum getrunken wird? Nun siehst du es, riechst du es, und all das trägt dein Suchthirn und Unterbewusstsein mit nach Hause.

    Im folgenden Text erwähnst du, dass du Schwierigkeiten hast.

    ICH weiss, dass ich manchmal grosse Mühe habe, wenn andere Alkohol trinken, v.a. wenn es etwas ist, was ich auch mochte- und das hätte ich nicht, wenn ich nicht süchtig wäre.

    Es ist ein Widerspruch für mich.

    Ich muss mir nur echt überlegen, was ich mache, wenn das mit dem weinfreien Zuhause gar nicht akzeptiert wird. Dann muss ich eine andere Strategie finden, mich innerlich weit davon zu entfernen.

    Innerlich entfernen? Wie soll das klappen? Solange du deine Trockenheit unter den Scheffel deiner Familie stellst, sehe ich wenig Chancen. Sei es dir wert , etwas für dich einzufordern.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Aber wenn sich nichts ändert, was macht dich dann so sicher, nicht rückfällig zu werden? Frühere Versuche waren ja auch nicht erfolgreich?

    Davor habe ich ja momentan eben Angst.

    Wenn du immer wieder mit dem Trinken begonnen hast, wie kannst du dann sicher sein dass es dir nichts ausmacht, wenn um dich herum getrunken wird?

    Ich merke das momentan sehr gut, ob das Getränk des anderen in mir ein Verlangen auslösen könnte oder nicht.

    Solange du deine Trockenheit unter den Scheffel deiner Familie stellst, sehe ich wenig Chancen. Sei es dir wert , etwas für dich einzufordern.

    Einfordern möchte ich es schon. Das tue ich ja auch. Es ist auch der erste Versuch, bei dem ich mit Partner darüber rede. Heute habe ich mit beiden zuhause gesprochen. Trotzdem darf ich meine Entscheidung nicht von anderen abhängig machen. Ich muss/ will auch trocken bleiben auch wenn sie sich dauerhaft weigern würden. Noch besteht aber Hoffnung. Zumindest habe ich vorher offensichtlich einen erschreckenden Eindruck mit meiner Forderung gemacht :D

    Ich befürchte andererseits, dass mein schlechtes Gewissen irgendwann zu gross werden könnte. Wenn sie dauerhaft wegen mir eingeschränkt wären und mich das fühlen lassen würden. Ich habe Angst davor, dann irgendwann erst recht einzuknicken. Und dafür brauche ich langfristig auch Strategien, damit das nicht passiert. Aber das muss ich nicht heute schon überlegen. Momentan sollte ich mich um JETZT kümmern. Sonst überfordere ich mich...

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Ich wurde ziemlich entsetzt gefragt, was eigentlich mit mir nicht stimme heute.

    Ha! Immerhin eine Reaktion. Jetzt heißt es dran bleiben. Sie brauchen dich - ich vermute nicht nur als Fußabtreter so wie Du das offenbar oft wahrnimmst (und das kenne ich gut). Jetzt ist nachhaken angesagt. Sie schaffen das Zeug ‚in nächster Zeit‘ raus. Ich interpretiere das als ‚spätestens morgen‘ also kann freundlich nachgehakt werden. DU brauchst ein alkoholfreies Umfeld.


    Sei es dir wert , etwas für dich einzufordern.

    So wahr!

  • Sie haben chronische Krankheiten, du auch, nämlich Alkoholismus. Alle chronischen Krankheiten erfordern Maßnahmen. Da ist niemand mehr oder weniger wert als der andere.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Wenn sie dauerhaft wegen mir eingeschränkt wären

    Wie? Dass sie nicht bechern können, wie sie wollen? Wenn sie keine Alkoholiker sind, ist das auch keine besondere Einschränkung.

    Nachdem Du es klar formuliert hast, kannst Du Dich auch rechtschaffend aufregen, wenn sich darüber hinweggesetzt wird.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Ich habe es gerade nochmal meinem Partner gegenüber betont, dass es mich stresst und dass es mir sehr wichtig ist, dieses Mal wirklich davon weg zu kommen…

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Zuerst möchte ich dir heute sagen, dass ich es super finde, dass du so für dich kämpfst. Das ist ganz große Klasse.

    Ich will aber unbedingt trocken bleiben. Auch wenn es nur für mich ist. (was nicht ganz stimmt, denn ich bin die einzige, die momentan arbeitet- und wenn ich wieder trinken würde, würde ich das und meine Gesundheit riskieren- aber das wird halt nicht so gesehen). Mir ist aber meine Familie auch extrem wichtig. Was kann ich tun, um mir Unterstützung einzufordern? Sie müssen ja nicht permanent irgendwas für mich tun oder für mich da sein. Aber was kann ich tun, damit sie es mir halt nicht immer noch schwerer machen?

    Dauerhaft nüchtern werden funktioniert nur, wenn es für einen selbst ist.
    Natürlich profitiert das Umfeld auch davon, aber in Bezug auf meine Sucht bin ich mir erstmal am nächsten.
    Unterstützung einfordern finde ich schwierig. Du kannst bitten….aber wenn deiner Familie ihr eigenes Handeln wichtiger ist als dich zu unterstützen, wirst du da gar nix erreichen.

    Es ist schwer, einem Nichtsüchtigen zu erklären, was die Sucht mit einem macht. Ich persönlich habe meine Ansprechpartner zu diesem Thema (fast) ausschließlich hier. Einfach, weil meine Angehörigen das ganze Ausmaß meiner Alkoholabhängigkeit gar nicht fassen können. Das hat gar nix damit zu tun, dass sie es nicht wollen oder ich ihnen nicht wichtig genug bin. Sie können es einfach nicht.

    Vielleicht hätte ich da energischer meine Position vertreten können. Habe ich aber nicht. Weil ich der Meinung bin, dass es nichts an meiner Nüchternheit ändern würde.
    Ich habe mir meine alkoholfreie Zone in meinem Kopf geschaffen. Ich bin Alkoholiker und das werde ich immer bleiben. Das bleibe ich, egal, was die Leute um mich herum machen oder was sie trinken. Es ändert nix an der Tatsche, dass es für mich keinen Alkohol gibt. Weil ich nur nüchtern leben kann.
    Ich weiß auch, dass ich nicht noch einmal den Mut aufbringen kann, um nach einen Rückfall noch einmal nüchtern werden zu können. Das muss jetzt klappen oder ich werde mich tot saufen. Das ist in meinem Kopf drin und da diskutiere ich auch nicht. Ich mache meine Nüchternheit nicht von anderen abhängig.

    Und ich bin jemand, der ohnehin Mühe hat, seine Bedürfnisse überhaupt wahrzunehmen. Sie dann noch zu äussern, fällt mir sehr schwer. Ich denke oft, dass ich es auch nicht wert bin oder egoistisch bin, wenn ich es trotzdem mache. Vor allem, wenn die anderen wie jetzt krank sind. Dann sollte ich Rücksicht auf sie nehmen und nicht umgekehrt.


    Du hast erkannt, dass du Alkoholiker geworden bist. Und du willst unbedingt nüchtern bleiben. Ich finde, damit hast du ganz schön viel Bedürfniss wahrgenommen.
    Du hast mit deiner Familie gesprochen und du hast dich hier geöffnet. Du hast hier schon so viele Bedürfnisse wahrgenommen und aufgeschrieben. Lies noch mal nach. 😀

    Wenn du es dir nicht wert bist, wer sonst sollte das denn für dich übernehmen?
    Und was ist schlimm daran, auch mal egoistisch zu sein? Ich finde einen gesunden Egoismus super wichtig. Mit dem Nüchternwerden habe ich meinen Egoismus kennen- und liebengelernt. Er hilft mir, meine Nüchternheit an oberste Stelle zu setzen und sie da oben auch zu halten. Ich habe gelernt, dass ich in erster Linie für mich auf dieser Welt bin.

    Die anderen mögen krank sein. Du bist es auch. Die Alkoholsucht ist eine Krankheit, die dich bis an dein Lebensende begleiten wird. Du darfst genauso Rücksicht nicht nehmen wie deine Angehörigen das für sich auch beanspruchen.
    Ehrlich, und wenn ich nur mit ganz viel Egoismus nüchtern bleiben könnte….ich wäre der egoistischste Mensch auf der ganzen Welt. Das bin ich mir wert.

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

  • Es ist einfach so, dass die Probleme der anderen Familienmitglieder so viel Platz einnehmen, dass für meine gerade kein Platz übrig ist.

    Hallo Naira,

    Ich habe dich gelesen und der obige Satz steht exemplarisch für dein Dilemma, so meine ich.

    Es klingt, als wäre schon viel zu lange kein Platz mehr für dich übrig und du regelrecht in dieser belastenden Situation gefangen bist. Wenn dir kein Platz bleibt, wäre es an der Zeit, ernsthaft darüber nachzudenken, wie du das ändern kannst. Ein Ausbruch aus dieser toxischen Umgebung könnte dir den Raum geben, den du für dich selbst dringend brauchst. Wenn du weiterhin die Probleme anderer vor deine eigenen stellst, wird sich nichts ändern. Plane, wie du schrittweise deinen Weg aus dieser ungesunden Dynamik finden kannst – die dich immer kleiner werden lässt, bis nichts mehr übrig ist von dir.

    Es wird zu Beginn nicht einfach sein, aber letztendlich lohnt es sich, für sich einzustehen, sich zu befreien und sein Leben selbst zu gestalten.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen den nötigen Mut und die Kraft dazu.

  • Hallo Naira, dein Weg zur glücklichen Abstinenz ist leider steiniger, als der Weg von anderen Alkoholikern die sich zur dauerhaften Abstinenz entschieden haben. Dafür kannst du aber nichts. Es liegt an der Rücksichtslosigkeit deiner Familie. Nutze bitte diese Tatsache weder bewußt noch unbewusst als kleines Hintertürchen welches dein großern Traum von der Abstinenz zerstören würde. ICH war früher in meiner Nassen Zeit sowas von negativ denkend, wütend über lächerliche Sachen, konnte mit jedem Stundenlang diskutieren wenn ich mich im Recht sah, und, und, und.

    Weißt Du, ich bin auch noch nicht soo lange abstinent (ca fünf Monate) die Liste der positiven Veränderungen ist bei mir suuuperlang aber die schönste Veränderung bei mir ist, meine aktuelle Herangehensweise auf Sachen womit man Tag, täglich konfrontiert wird.

    Das Verhalten deiner Familie wird sich vielleicht nicht ändern aber deine Sichtweise auf deine Situation.

    Ich wünsche sehr das sie dir gegenüber Rücksichtsvoller werden. Du hast schon viel verändert und erreicht. Sei stolz und geduldig.

    Alles Gute wünscht Zwieback. 🍀

    Ich bin (M/geb. 71)und "lebe" glücklich, abstinent seit 05./24.

    Einmal editiert, zuletzt von Zwieback (25. Oktober 2024 um 01:43)

  • Hallo Naira,

    jetzt mische ich hier auch mal mit ;)

    Erstmal möchte ich dir sagen, dass ich deine Gefühle, dir selber und auch dem Forum gegenüber, sehr gut verstehen kann. Anfangs ging es mir ganz genau so. Frisch trocken (oder damals sogar noch nass), waren meine Gefühle derart durcheinander gewirbelt, alles war komisch, neu und irgendwie blöd. Dann kamen da noch ein paar Menschen, die es besser wussten und meine Gefühle damit noch mehr durcheinander gewirbelt haben. :)

    Aber lass dir gesagt sein, es kann besser werden. Gerade am Anfang ist es schwierig. Ich hatte damals gemerkt, dass mir der Alkohol massiv schadet, mein Kopf wollte und konnte sich aber nicht so schnell verabschieden oder sich damit abfinden, dass ich nie wieder trinken durfte. Körperlich ist der Entzug relativ schnell durch. Zumindest im Vergleich zum geistigen Entzug. Der dauert länger. Aber auch der kann mit jedem Tag stabiler werden.

    Daher hier meine Ermunterung für dich: Hab Geduld. Ein Tag nach dem anderen. Nicht 24/7 nur an Alkoholismus bzw. an die Abstinenz denken. Bei meiner SHG haben sie immer gesagt, dass ich dran denken soll, dass es neben meiner Krankheit auch noch ein Leben gibt. ;)

    Bei mir waren drei Dinge, die anfangs für mich sehr wichtig waren:

    1. Ich meide jede Situation, die mir gefährlich werden könnte. JEDE. Auch Familienfeiern. Das bedeutete für mich, meine Nüchternheit an die erste Stelle zu setzen. Evtl. auch manche Menschen vor den Kopf stoßen, hauptsache ich bleibe trocken.

    2. Regelmäßiger Austausch mit anderen Betroffenen. Anfangs vor allem zuhören was und wie andere (Langzeittrockene) das gemacht haben.

    3. vollständige Akzeptanz, dass ich Alkoholikerin bin und nie wieder trinken kann, wie andere. Keine Hintertür, kein vielleicht irgendwann mal. Nein, nie wieder. Als ich das für mich begriffen und verinnerlicht habe, wurde es so viel leichter.

    Wenn ich mich Beiträge heute hier triggern, dann lese ich sie, reagiere aber nicht direkt. Ich lasse erstmal sacken, reflektiere für mich ganz alleine (ohne mich niederzumachen) und schaue was dran ist. Am nächsten Tag, ohne Emotionen, kann ich ganz anders reagieren.

    Beherzige die 3G-Regel: Geduld, Geduld, Geduld

    Niemand möchte dir etwas böses. Warum denn auch? Jeder ist für sich selbst, für seine persönliche Krankheit hier. Ich profitiere von jedem Beitrag. Vor allem, wenn mich was triggert, darf ich bei mir schauen. Warum triggert mich das denn? Weil ich Angst habe, dass etwas dran ist?

    Noch zu deiner Familie: Mir kommt es etwas so vor, als würden sie dich nicht ernst nehmen, dir deine Gefühle aberkennen. Fühlst du dich manchmal so?

    Vielleicht magst du mal für dich ein wenig Revue passieren lassen und schauen, wie du dich abgrenzen kannst. Hier kannst du ja auch im Co-Forum lesen. Vielleicht ist da nützliches für dich dabei?

    So, ist jetzt was länger geworden als gewollt, aber ich habe die letzten zwei Seiten hier nachgelesen und es hat mich mehrfach in den Fingern gejuckt. ;)

    Mach dir einen schönen Tag. :)

  • Mich juckt es auch in den Fingern, wenn ich das hier so lese. Ihr seid alle (drei?) krank, aber Du bist die einzige, die arbeiten geht und anscheinend auch allein für den Haushalt verantwortlich?

    Da frage ich mich: Wer ist hier "faul", wer "ruht sich auf seiner Krankheit aus"? Wer ist rücksichtslos? Wer Party machen kann, kann auch im Haushalt seinen Teil tun. Verträgt sich der Alkohol überhaupt mit deren Krankheit? Wer bezahlt den?

    Ich finde übrigens schon, dass wir in unseren eigenen 4 Wänden erwarten können, dass unsere Mitbewohner dort keinen Alkohol mehr trinken und/ oder aufbewahren. Oder würdest Du auch Zigarettenqualm dulden, wenn Du Asthma hättest?

    Hier habe ich neulich erst irgendwo den klugen Spruch gelesen: Wer kein Problem mit Alkohol hat, hat auch kein Problem ohne. Sie können ja zum Trinken weggehen, dann entfällt auch das Spülen...

    Ich habe den Eindruck, dass es Deiner Familie lieber wäre, wenn Du weitertrinkst - weil Du dann so schön pflegeleicht bist und Ihnen aus lauter schlechtem Gewissen rund um die Uhr jeden noch so kleinen Stein aus dem Weg räumst. Mit Deiner Nüchternheit wirst du plötzlich unbequem, das kennen sie von Dir nicht. Kann das sein? (Lese ich hier übrigens öfter.)

    Das Schöne an der Nüchternheit ist, dass wir uns damit ganz neu erfinden bzw. Neue Seiten von uns entdecken und ausleben können. Also: Mach Deinem Forumsnamen Ehre, trau Dich, konsequent weuterl für Dich zu sorgen - sonst macht es keiner...

    PS: Starke Leistung übrigens, dass Du Dich von den anfänglichen Schwierigkeiten hier nicht abschrecken lässt, weiter so. Alles Gute!

  • Vielen Dank für eure zahlreichen Antworten. Ich habe viel darüber nachgedacht.

    Ich war diese Woche emotional echt durcheinander. Nicht nur wegen dem Alkohol. Auch nicht nur wegen dem Forum. Es gab auch noch andere Erlebnisse, die mich sehr gestresst haben, aber über die ich hier nicht gut schreiben kann. Und so war ich dann auch wirklich wütend und verzweifelt. Auch mein Ausbruch zuhause und wegen zuhause war heftiger als es eigentlich angemessen gewesen wäre. Ich bereue ihn trotzdem nicht. Es war gut, auch mal Wut zu spüren und zuzulassen und auch zuhause mal rauszulassen, als sie wie üblich runterzuschlucken.

    Aber ich muss das Bild meiner Familie etwas gerade rücken. Es ist nicht so, dass sie rücksichtslos und egoistisch ist. Es ist auch nicht so, dass nur ich arbeite und den Haushalt mache. Es kommt mir einfach so vor, wenn ich selbst total erschöpft bin und mich dann trotzdem zwinge, etwas zu tun. Weil ich denke, dass es so erwartet wird. Das Problem ist eigentlich gar nicht so sehr die Familie an sich. Sondern eigentlich bin ich das Problem. Ich denke immer, ich darf mich nicht zumuten. Ich muss Rücksicht nehmen. Ich muss die perfekte Mutter und Ehefrau sein. Ich muss für alle da sein. Alle anderen sind wichtiger als ich. Ich rede fast nie von meinen Gefühlen und Bedürfnissen. Ich ziehe mich zurück, wenn mich etwas verletzt oder ärgert.

    Ich ärgere mich darüber, dass ich gefühlt zuhause zu kurz komme. Aber ich tue nichts dagegen. Wie sollen sie verstehen, dass mich etwas stresst, wenn ich es nicht äussere. Wie sollen sie wissen, dass es mir schlecht geht, wenn ich so tue, als ob alles gut wäre. Wie sollen sie wissen, dass ich traurig bin, wenn ich lächle. Woher sollen sie verstehen, dass mich manche alkoholische Getränke sehr stressen, und dass mir der Verzicht nicht so leicht fällt- wenn ich es nicht äussere? Ich kann nicht erwarten, dass alle in mich hineinsehen können, wenn ich nach aussen etwas Gegenteiliges vermittele.

    Nach meinem Wutausbruch konnte ich mit beiden, die mit mir hier wohnen, sprechen und ihnen erklären, dass mir der Verzicht eben schwer fällt und warum es mir wichtig ist, es diesmal dauerhaft zu schaffen. Und beide reagierten verständnisvoll. Und gleichzeitig- habe ich mit den offenen Gesprächen die Türe zum Alkohol noch mehr verschlossen. Denn ich könnte mir so nie verzeihen, rückfällig zu werden. Jetzt wissen sie ja, dass ich unbedingt alkoholfrei leben möchte. Das wussten sie bei den letzten Versuchen nicht...

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

  • Woher sollen sie verstehen,

    … weil es Deine Familie ist und und man Dinge spürt, die vielleicht nicht ausgesprochen werden. Und wenn man nicht weiß, was los ist, kann man ja nachfragen.
    Für deinen Teil, bleibe dran. Setze Grenzen und teile mit, was für dich nicht verhandelbar ist. Es hat mir gefallen, was Du geschrieben hast.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • weil es Deine Familie ist und und man Dinge spürt, die vielleicht nicht ausgesprochen werden. Und wenn man nicht weiß, was los ist, kann man ja nachfragen.

    Ja, aber wenn meine Antwort dann meistens "nichts, alles gut" lautet und ich das Thema auf ihre Probleme wechsele? Übrigens etwas, das ich sehr oft mache: auf die Frage, wie es mir geht, "gut" antworten und dann gleich mit der Gegenfrage komme "und wie geht es dir?". Meistens noch mit einer genauen Nachfrage zu einem Problem, von dem ich weiss. Nur ja nicht von mir reden... Die meisten Menschen sind ja dankbar, wenn sie nicht zuhören müssen sondern stattdessen ihr Herz ausschütten können. Oder nicht?

    "Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden." (Niebuhr)

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