releaseme - Wie soll es weitergehen?

  • Die Idee mit den Selbsthilfegruppen finde ich gut.

    Und was ich noch sagen wollte: Dein Kind bekommt nun zwei Lebensmodelle/ Lebensweisen mit. Wenn es größer ist (und nicht voll in ein Co-Verhalten rein rutscht), kann es beide miteinander vergleichen und seine eigenen Schlüsse draus ziehen.

  • Ich habe einfach so eine Wut auf den ganzen Rechtsstaat- er trinkt scheinbar weiter und die Kinder müssen dennoch zu ihm, man kann nichts machen.

    Das solltest du vorzugsweise rational betrachten, es ist (wie hier im Forum immer gesagt wird) eine Krankheit. Dein Mann ist krank, und Krankheit ist kein Grund ihm seine Kinder zu entziehen. Er ist ja nicht geistig behindert oder pflegebedürftig mit Vormundschaft, er ist eine normal geschäftsfähige Person, bis jemand etwas anderes festgestellt.

    Ich bin gegangen, dass die Kinder diesem Alk Wahnsinn nicht länger ausgesetzt sind und jetzt bin ich weg, aber sie sehen es nach wie vor. Und ich habe Angst, dass mein großer auch ein CoVerhalten entwickeln könnte - wie war das bei euren Kindern? Mir fällt auf, dass er ständig beobachtet ob Papa was trinkt, wieviel er trinkt, er erzählt mir das dann auch immer und ich weiß nicht wie ich damit richtig umgehen soll.

    Ist bei mir folgendermaßen:

    Kind 1 ist zeitnah mit Volljährigkeit ausgezogen hat eine gültige Vorsorgevollmacht und kümmert sich um alles was verpflichtend / gesetzlich relevant ist.
    Kind 2 ist ebenfalls mit Volljährigkeit ausgezogen und hat den Kontakt zur Mutter abgebrochen.

    Lange Rede kurzer Sinn, die Kinder bekommen alles mit und beurteilen das auch selbstverständig für sich.

    Zu mir herrscht ein ganz normales väterliches Verhältnis, wir treffen uns regelmäßig und reden miteinander über Gott und die Welt.

    Es ist im Moment alles so viel! Das unmögliche Verhalten meines Mannes, der Hausverkauf, Baustelle, Arbeiten, Kinder..aber dennoch bin ich ein bisschen stolz, dass ich das alles stemme und meine Kinder geben mir so eine Kraft!

    Da kannst du auch stolz sein.

    In 1 Monat ist Scheidungstermin und wie ich ihn kenne, wird es diesen Monat noch richtig zur Sache gehen - er muss ja seinen Ruf retten und mir die Schuld für das Scheitern in die Schuhe schieben bis dahin :(

    Absolut logisch und nachvollziehbar, es geht bei ihm, genau wie bei dir, um alles. Es gibt nur diesen einen Scheidungstermin, da wird jeder versuchen den anderen Partner zu verunglimpfen.

  • Absolut logisch und nachvollziehbar, es geht bei ihm, genau wie bei dir, um alles. Es gibt nur diesen einen Scheidungstermin, da wird jeder versuchen den anderen Partner zu verunglimpfen.

    Und warum sollte man den anderen verunglimpfen? Es geht doch nur darum, dass festgehalten wird, dass die Ehe "gescheitert" ist und man nun geschieden wird.

  • Ja das ist richtig, bei Gericht wird nur Rente geregelt bzw. die Scheidung ausgesprochen, der Rest ist normalerweise bereits vorab geklärt.
    Es ist ein Verwaltungsgericht, kein Prozessgericht, also wird dort natürlich keine Schuld gesucht oder gefunden oder ausgesprochen. Aber es wird dennoch gerne schmutzige Wäsche gewaschen oder zumindest versucht.
    Ich habe ja auch nicht gesagt das es unschön vor Gericht wird, nur das es nur einen Termin gibt und bis dahin wird es evtl. „unanständig“.
    Ich war noch nie vor einen Familiengericht, habe keine persönlichen Erfahrungen diesbezüglich, aber ich habe 3 konkrete Scheidungsfälle in meinem Umfeld, da lernt man einiges dazu.

  • Sie wohnt doch in Österreich. Da wird die Ehe noch schuldig oder unschuldig geschieden.

    Ja, aber neben der Scheidung aus Verschulden gibt es bei uns hier auch noch die Zerrüttungsscheidung (mind. 3 Jahre häusliche Trennung und das Eingeständnis des Scheiterns der Ehe) und natürlich auch die einvernehmliche Trennung (Trennung mit Scheidungsvergleich). In den letzten beiden Fällen ist das Verschulden irrelevant.

  • Irgendein Co hier dessen alkoholkranker Partner Klipp und klar gesagt hat: „dein Verdacht ist richtig. Ich bin süchtig. i will saufen und werde niemals aufhören. Wenn’s dir nicht passt, trennen wir uns“???


    oder „hey bevor wir uns weiter Daten, ich hab 2 Mal die Woche nen Vollrausch, aber die restliche Woche kipp ich mir täglich nur 6 Bier rein. Montags mach ich immer Pause. Kommst du klar damit?“

    Wenn sie so ehrlich wären, wäre das „Nein“ sehr einfach zu akzeptieren. Sind sie aber (in der Regel) nicht.


    Schönen Abend

    Ja meiner... er versteckt sich nun seit seinem Auszug nicht mehr. Kauft im Beisein der Kinder Alkohol und hat mir klipp und klar gesagt, gerade diese Woche wieder, weil wir einen offiziellen Beratungstermin für die Scheidung zusammen machen mussten, dass er sowieso nie "keimen Alkohol" trinken werde. Aber in gleichen Atemzug auch, dass er nun was verstanden hat und die Menge nun i Griff hat. Und zack, bin ich als Co die angeschmierte, weil ich es ja bin, die mit "kontrolliertem" Trinken nicht leben kann. Und wieder ist der schwarze Peter auf der falschen Seite und während ich vor Trennungsschmerz und Schuldgefühlen untergehe lebt er einfach so weiter. Familie und Haus gegen Alkohol getauscht.

    Er hat nir bereits damals gesagt, als wir uns kennenlernen, dass er gerne was trinkt. Aber ich habe nicht begriffen welches Ausmaß sowas annehmen kann - und wir ware jung- da trinkt ja auch oder was! Oder doch nicht?! So lässt man sich blenden. Hätte ich näher hingeschaut (alkoholabhängige Mutter seinerseits) und das alles früher verstanden, wäre mir und de Kindern vl viel erspart geblieben. Ich kenne nichts grausameres als Sucht und daneben zu stehen und mit unter zu gehen und nichts ändern zu können und schon gar nicht den anderen zum umdenken bewegen zu können!

    Einmal editiert, zuletzt von releaseme (30. September 2026 um 12:13)

  • Hallo releasme,

    Ich hab diesen Beitrag aus dem Thema " Fragen an Alkoholiker" in deinen Thread verschoben. Denn der Alkoholiker-Thread sollte nicht zum allgemeinen Austausch benutzt werden sondern nur für konkrete Fragen.

    Danke für dein Verständnis.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Mir geht's seit längerer Zeit nicht gut und ich lese gerade sehr sehr viel hier im Forum bei anderen, weil mich das immer auffängt.

    Möchte mir noch jemand von euch sagen, wie ihr es geschafft hat dieses Gefühl vom "den anderen im Stich lassen" abzulegen? Meine Gefühle wechseln ständig und heftig und momentan erlebe ich bei mir einen massiven Rückfall emotional. Ich habe mich schon nach psychologischer Hilfe erkundigt. Jedenfalls bleibt ja eigentlich nichts anderes übrig als auszusteigen und gleichzeitig bedeutet das aber schon auch den anderen seinem Schicksal zu überlassen. Ja, er möchte keine Hilfe, das habe ich verstanden. Aber ist es er selbst der da spricht oder doch die Sucht, die ihn vl schon viel fester im Griff hat als ich es vermutet habe? Ich versuche über all das nicht mehr zu viel nachzudenken - aber verdrängen hat mich nicht weitergebracht. Ich muss irgendwie lernen das erlebte zu verbreiten und auch wieder positiv gestimm weiterzumachen. Irgendwie bleibt man als Angehöriger einfach ratlos zurück. Das Leben liegt in Scherben, der Ausstieg ist vollbracht, aber gut ist trotzdem lange noch nichts... Danke euch!

  • Hallo releaseme,

    ich denke dass das nicht die Sucht ist, die ihn keine Hilfe annehmen lässt. Die Gründe dafür, dass er sich nicht helfen lassen möchte sind andere, persönliche, innerliche. So wie es auch Menschen gibt die zum Beispiel trotz großer Schmerzen nicht zum Arzt gehen wollen.

    Ich habe meine Gedanken, ihn im Stich gelassen zu haben, mein Mitleid, meine Schuldgefühle mit Gegengedanken zum Stillstand gebracht. Mich damit selbst beruhigt.

    Und zwar so in etwa: er ist erwachsen, er hat alle Möglichkeiten, die andere Menschen auch haben. Wie eben zum Arzt zu gehen, es gibt so viele Anlaufstellen , er kann rausgehen um wieder Schönes zu erleben, er muss mit seinem Leben selbst fertig werden, das geht allen Menschen so, er hat die Möglichkeit sich zu entscheiden... sowas eben.

    Und dass ich selbst auch das Recht dazu habe mein Leben in neue Bahnen zu lenken. Glücklich zu sein. Er hat mir nicht mehr gutgetan und das darf ich ändern. Ich brauche mich nicht schlecht behandeln zu lassen, das hab ich nicht verdient. Ich darf das beenden. Es darf mir gutgehen. Ich lebe nur einmal.

    Vielleicht bringen dich meine Gedanken auf viele eigene. Du bist erwachsen und hast gehandelt, damit es dir und den Kindern gutgeht. Das ist erwachsenes Handeln. Und genau das kann er für sich auch tun wenn er möchte. Auch ohne dich.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Vergleich ihn doch einmal mit dir selbst. Du hast doch von ihm getrennt, obwohl dein Herz blutet. Weil etwas in dir sagt, so geht es nicht mehr weiter. Und ich denke auch du kämpfst tagtäglich mit deinen Dämonen.

    Er hat die gleiche Chance. Und er nutzt sie nicht, weil er nicht will, weil er nicht kann oder sonstiges. Vielleicht ist der Alkoholismus der richtige Weg für ihn. Und aktuell sieht er das so. Und wenn das so bleibt, ist das seine Entscheidung und die ist zu akzeptieren.

  • Liebe Releaseme

    Ich sag mir immer "was wäre die andere Option gewesen"? Bleiben und mit ihm untergehen? Zusammen mit unserem Kind? Bei aller Liebe, nein, nein und nochmals nein. Man fühlt sich so machtlos aber kann leider nur sich selbst retten... ich wünsche dir von ganz viel Zuversicht und Lebensmut..

  • gleichzeitig bedeutet das aber schon auch den anderen seinem Schicksal zu überlassen.

    Liebe releaseme

    sein Schicksal, seine Lebensaufgaben oder was auch immer das ist, muss jede*r Erwachsene sowieso selber meistern. Du würdest ihm diese Aufgabe sicher nicht leichter machen, wenn Du ewig an seiner Seite bliebest.

    Vielleicht würdest Du ihn sogar daran hindern, seinen eigenen Lebensaufgaben ins Auge zu blicken, dadurch dass Du auffängst, mitträgst, abfederst. Wer weiß das schon...

    Mir hat geholfen, dass meine Therapeutin immer wieder mal gefragt hat, ob ich mich denn tatsächlich so allmächtig fühlen würde?! Denn nichts anderes sei es, wenn ich denken würde, mein erwachsener Ex-Partner könne nicht ohne mich seine eigenen Lebensaufgaben bestreiten.

    Liebe Grüße

    Api

  • Aber ist es er selbst der da spricht oder doch die Sucht, die ihn vl schon viel fester im Griff hat als ich es vermutet habe? Ich versuche über all das nicht mehr zu viel nachzudenken - aber verdrängen hat mich nicht weitergebracht.

    Ist es im Endeffekt nicht egal? Das Ergebnis ist doch dasselbe. Du kannst dir über ihn den Kopf zerbrechen oder die Zeit für dich selbst nutzen. Da wäre sie besser investiert. Ich gehöre auch zu den Menschen, die viel grübeln, und das ist anstrengend und nervt mich manchmal selbst ungemein.

    Du schreibst zwischendrin immer wieder von seinem Verhalten und das ist doch, was er zeigt. Alles andere ist ein Wunsch, wie es vielleicht sein könnte.

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