livia - Alkoholismus

  • Hallo livia!

    Ich habe mich für ein total günstiges Häuschen entschieden das ich dann gekauft und renoviert habe. Es ist abbezahlt und so wohne ich mietfrei. Das Häuschen habe ich sehr schnell gefunden, damals war der Immobilienmarkt noch viel besser. Ich weiß daß es heute sehr schwierig geworden ist etwas Günstiges zu finden.

    LG Marie

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo Marie!

    Das ist es ja. Darum möchte ich versuchen, mich mit meinem Mann zu arrangieren, aber ich weiss noch nicht, wie. Darum wende ich mich an Euch, vielleicht hat jemand einen Vorschlag, der in einer ähnlichen Situation ist.

    LG Livia

  • Liebe Livia,

    ich möchte dir 2 Gedanken mitgeben.

    1.

    Ich habe mich vor 2 Jahren scheiden lassen. Beim ersten Gespräch mit meinem Anwalt hat er einen Satz gesagt, den ich nicht mehr vergessen habe: "2023 muss keine Frau mehr als finanziellen Gründen mit ihrem Mann verheiratet bleiben."

    Ich bin zwar noch jünger als du, habe aber 2 Schulkinder und war in meiner Ehe mit meinem Exmann beruflich verbunden und habe mich somit finanziell abhängig gefühlt. Es war anfangs gar nicht so einfach finanziell alles zu wuppen, denn ich DACHTE, es geht finanziell nicht mich zu trennen.

    2 Jahre später kann ich den Satz meines Anwaltes nur bestätigen.


    2.

    Vielleicht kennst du folgenden Spruch: "In giftigem Wasser kann ein kranker Fisch nicht gesund werden."

    Ich hatte vor Jahren auch den Plan, dass ich neben meinem damaligen Mann wieder zu Kräften kommen muss. Heute weiß ich, das ist unmöglich neben einem unberechenbaren, launischen, energiesaugenden Menschen.


    Möchtest du wirklich den Rest deines Lebens im aktuellen Umfeld verbleiben?

    Bei mir war es so, dass sich die Türen erst zu öffnen begonnen haben, als ich um Hilfe gebeten habe. Solange ich geschwiegen und ausgehalten habe, war es nur eins: unerträglich!

    Es ist viel mehr möglich, als du dir heute vorstellen kannst!

    LG, Saphira

  • Hallo Hera!

    Ich möchte einfach Tipps, wie ich mich mit meinem Mann - das Wort Alkoholiker möchte ich nicht sagen - arrangieren kann, damit - schon - i c h - ein angenehmes Leben habe. Teilweise kann ich mich schon von meinem Mann distanzieren, aber vielleicht gibt es noch einige Tipps , die ich anwenden kann. Wir sind 45 Jahre verheiratet, da fällt es schwer, einen kompletten Schlussstrich zu ziehen.

  • Ist doch erstmal ein legitimer Wunsch. Die Gefahr liegt m. M. n. darin, dass das in Resignation umschlagen kann. Das Tolle ist ja, du musst dich ja noch gar nicht arrangieren, es warten noch einige Moeglichkeiten, die dir schon genannt wurden und die sich lohnen koennen.

    In deiner Situation ist jede Veraenderung ein Schritt in die richtige Richtung. Du schriebst du tust dir mehr Gutes, gleichzeitig kannst du aufhoeren, ihn zu belauern und zu kritisieren da das zu nichts fuehrt, und dich beraten lassen. Das wird Scham abbauen. Die Isolation muss ein Ende haben, sie haelt dich auch in dem Kreislauf.

  • Als ich mich getrennt habe war ich auch schon Mitte 50 und seit 32 Jahren mit ihm verheiratet.

    Wow....das ist ja wie bei mir jetzt

    ich habe mich wenn er zu Hause war in eins der Kinderzimmer verkrümelt und dort meine Zeit verbracht.

    Und nochmal wie bei mir...habe mir beide Kinderzimmer hergerichtet als Rückzugsorte

    Aber das war ja nun keine Partnerschaft mehr und ich konnte es auch nicht mehr aushalten.

    Ja...auf diesen Punkt bewege ich mich wohl zu. Aber der Gedanke an den finalen Schritt macht mir (noch?) Angst. Ich habe noch nie alleine gelebt und alleine für mich gesorgt. Oh mein Gott, hört sich das erbämlich an. Ich schäme mich, dass hier auszusprechen...Unser ganzes Konzept war auf lebenslange Ehe ausgelegt (naja...man würde wohl auch nicht heiraten, wenn man das nicht denken würde). Sprich ich war viele Jahre zu Hause bei den Kindern und ich habe es genossen und es war eine wertvolle bereichernde Zeit. Mein Ältester sagte sogar vor Kurzem zu mir: Mama, ich hatte eine tolle Kindheit. Und mein Arbeitseinstieg, wie schon gesagt, war nur Halbtags. Alles hat mein Mann gemacht, von der Versicherung bis zur Steuer. Und nun holt mich das alles ein. Manchmal habe ich Tage, wo ich voller Elan bin und mir denke irgendwie schaff ich das schon...und dann gibt es wieder Tage, da denke ich ich gehe alleine unter. Als mein Vater vor 2 Jahren gestorben ist habe ich dann erstmals angefangen vieles alleine zu wuppen. Es wäre so einfach gewesen meinem Mann alles zuzuschieben: Die ganze Beerdigungsorga, den Witwenrentenantrag für meine Mutter stellen, den Erbschein beantragen...Da habe ich zumindest schon mal erkannt, dass ich lernen muss solche Dinge alleine zu machen. Hat mich viele Tränen der Verzweiflung gekostet als ih über diesen Formularen gebrütet habe. Aber letztendlich habe ich alles auf Reihe bekommen. Und ich versuche vermehrt Dinge, die mich betreffen, auch selbst zu organisieren. Und dennoch kommen immer wieder diese Zweifel: Schaff ich das? Bin ich alleine überlebensfähig?

    Im Vergleich zu meinem vorigen Leben habe ich jetzt den Himmel auf Erden.

    Was für ein verheißungsvoller Satz. Irgendwann will ich den auch mal sagen können....

  • Hallo zusammen!

    Danke für Eure Beiträge. Ich weiss, ich muss etwas verändern, aber ich bin momentan so verunsichert, dass ich nicht weiss, wo ich anfangen soll. Es wäre mir schon sehr geholfen, wenn Ihr mir Ratschläge geben könnt, wie Ihr vorgegangen seid, Euer Leben zu verändern. Ich tue mir einfach schwer damit, mein Leben von heut auf morgen umzustellen.

    Liebe Grüße

  • Hallo Hera!

    Ja, den ersten Schritt, mich hier anzumelden habe ich gemacht, weil ich verzweifelt war und ja, das hat sich gut angefühlt. Aber jetzt weiss ich nicht mehr, wie ich weiter machen soll. Ich bin wie gelähmt. Ich hoffe einfach auf Eure Unterstützung.

    Liebe Grüße

  • Hallo livia,

    als ich die ersten Schritte gemacht hatte, ging es mir auch erstmal so, dass ich mich wie erschöpft und bewegungslos gefühlt habe. Denn es war zuerst mal eine riesengroße Überwindung und Anstrengung gewesen, diese ersten Schritte zu machen.

    Was kann dir jetzt helfen? Erstmal durchatmen, sacken lassen, einfach mal hier in den anderen Threads lesen. Und darüber nachdenken, was dir guttun kann. Erkennen, was DU brauchst.

    Eine Gebrauchsanweisung kann dir leider keiner geben, in deinen Schuhen steckt ja niemand anderer als du selbst. Aber aus den Erfahrungen hier kannst du Ideen bekommen, können dir eigene Lösungen für dich einfallen. Das ist das Gute an Selbsthilfe.

    Ich hoffe, du hast für heute was vor, was dich entspannt und dir Ruhe gibt um deine Gedanken zu sortieren.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Aber jetzt weiss ich nicht mehr, wie ich weiter machen soll. Ich bin wie gelähmt.

    Hast Du nahestehende Menschen, die Dich zusätzlich zu dem hilfreichen Schreiben hier unterstützen können? Hast Du mal Kontakt mit einer Beratungsstelle aufgenommen, zB mit der Caritas oder ähnlichem? Die beraten meist auch Angehörige von Suchtkranken und könnten vielleicht auch konkrete Schritte mit Dir erarbeiten. Auch eine Selbsthilfegruppe vor Ort kann zusätzlich hilfreich sein, weil sie nochmal ein Schritt aus dieser Hilflosigkeit und Isolation heraus ist. So hab ich es jedenfalls empfunden. Vielleicht magst Du Dich mal umschauen, was es da in der Nähe gibt.

    Du hast anfangs beschrieben, dass Dein Mann aggressiv wird, wenn er getrunken hat. Solange Du mit ihm ein Zuhause teilst,, bist Du belastet, vielleicht muss man sogar sagen: So lange bist Du nicht sicher. Aber ein gutes, angstfreies Leben ist eigentlich Dein gutes Recht.

    Liebe Grüße

  • Ich war damals bei der Suchtberatung, die bieten auch Hilfe für Angehörige.
    Es hat so gut getan, da vor Ort alles erzählen zu können.

    Und was das Organisatorische angeht. Schnapp dir doch einfach mal nach und nach eure Ordner/ Unterlagen. Und guck mal, was ihr so für Versicherungen habt. HAbt ihr ein gemeinsames Konto? Hast du eine Vollmacht dafür? Gibt es Rentenzusatzversicherungen? Verschaff dir einfach nach und nach mal einen Überblick.

  • Hallo zusammen!

    Erstmal danke für Eure Ratschläge. Ich werde jetzt alles einmal sacken lassen und verarbeiten und werde dann nachdenken, wie ich weiter vorgehen soll.

    Liebe Grüße an Euch alle.

  • Wenn du dir allein schon Klarheit verschaffst ueber eure Finanzen und die rechtliche Situation, das gibt dir auch Sicherheit in deinem Handeln.


    Bergdohle, das klingt gar nicht erbaermlich, sondern nach einer Erfolgsgeschichte, die du noch am schreiben bist.

  • Hallo Livia,

    Mein erster Gedanke war gerade, ob nicht übergangsweise sowas wie eine WG eine Idee wäre. Es gibt ja auch ältere (ich meine jenseits des Studiums 😂) alleinstehende Menschen in WGs. Es kommt natürlich auf die Gegend an, aber es wäre eine günstigere Alternative.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich von dem Moment an, in dem ich mit meinen Kindern endlich aus diesem nassen Haushalt raus war, meine ganze Lebensfreude und Energie wiedergewonnen habe, die ich früher immer hatte.


    Liebe Grüße

    Matilda

  • Ich weiss nicht, wie ich mit der ganzen Situation umgehen soll. Das ist ein einziger Alptraum geworden, aus dem es kein Erwachen gibt. Mein Mann war früher ganz anders. Er hat sich so verändert. Vielleicht macht das auch das Alter. Er ist 78 Jahre alt. Er hat früher vieles im Haushalt selber repariert und glaubt, er schafft es noch leicht, aber es geht halt nicht mehr so und das will er nicht einsehen und dann trinkt er. Vielleicht hat jemand auch so eine Situatio erlebt?

    LG

  • Hallo Livia,

    Alkohol ist ein Nervemgift und verzerrt Wahrnehmungen. Das führt auch zu Überschätzungen. Aus diesem Albtraum kommst du leider nicht raus, solange du deine ganze Aufmerksamkeit auf ihn richtest. Das ist eine Spirale, die nur eine Richtung kennt, und die geht nach unten.

    Mach etwas für dich, richte deine Aufmerksamkeit auf dich, damit es dir besser geht. Lass ihn machen, denn trotz all deiner Aufmerksamkeit wird er weitertrinken. Du kannst ihn nicht trockenlieben. Das funktioniert nicht.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Das ist ein einziger Alptraum geworden, aus dem es kein Erwachen gibt.

    Hallo livia ,

    Über diese Formulierung bin ich gestolpert. Es gab eine Zeit un meinem Leben, da hatte ich mit sehr, sehr schlimmen Alpträumen zu tun. Da konnte ich tatsächlich nicht draus fliehen. Schrecklich war das.

    Nun leben wir aber ja den größten Teil des Tages im Wachzustand. Und da sind wir gar nicht handlungsunfähig und auch nicht allem was so kommt ausgeliefert. Wir können uns Hilfe holen (was Du ja hier machst) und uns aktiv aus einer Lebenssituation befreien!

    Ich sage weder, dass das einfach, noch schön oder schnell geht. Ich selber habe Jahrzehnte gebraucht. Aber: es ist kein Ding der Unmöglichkeit. Wir können uns im wachen Zustand bewusst entscheiden, zu fliehen bzw etwas zu verändern. Im Albtraum funktioniert das nicht.

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