Nina.D. - Ich liebe einen Alkoholiker

  • Hallo , ich bin neu hier.
    Und bin total verzweifelt.
    Nachdem mein Mann gestorben ist , habe ich einen Partner gefunden. Wir sind jetzt 10 Jahre zusammen und wohnen auch gemeinsam.
    Leider stellte ich nach 4 Jahren fest das er Alkohol abhängig ist. 7 Flaschen Bier pro Tag. Anfangs konnte ich das regeln oder mit Alkohol freiem Bier ausgleichen lassen. Das ist jetzt nicht mehr möglich.
    Er hat zu seiner polyneuropathie noch einen Herzschrittmacher bekommen, dann Gicht , dann Thrombose… er trinkt weiter.
    Zudem ist er auch ständig gereizt. Er schreit mich öfters an. Gibt mir für alles die Schuld. Ich hätte es im Leben zu nichts gebracht. Dabei hatte ich ein eigenes erfolgreiches Unternehmen. Hab ihn dort auch eingestellt, weil er altersbedingt seine Arbeit verloren hatte.
    Hab nun da ich psychisch am Ende war das unternehmen gecancelt. Wollte nur für ihn da sein. Er wohnt mit in meinem Haus.
    Er sieht überhaupt nichts gutes an mir .
    Wenn ich Dinge so erledige wie er will , dann ändert er seine Meinung.
    Ich kann es ihm nicht recht machen.
    Aber ich mag ohne ihn nicht leben. Er hat ebenfalls seine Partnerin verloren.
    Am Anfang waren wir ein herz und eine Seele.,

    Aber nun. .. vor 5 Jahren haben wir eine Auszeit genommen. Er ist da völlig abgestürzt. Hat sich nach 6 Wochen irgend eine Frau genommen. Mit der er aber nicht zurecht kam.
    Ich bin auch ohne ihn nicht zurecht gekommen.
    4 Jahre sind wir dann hin und her gependelt. Ich war völlig fertig von dem hin und her … hab mich für ihn statt für das Unternehmen entschieden.
    Aber diese ständige schlechte Laune von ihm. Die ständigen Schuld Zuweisungen. Die androhenden Worte… Ich verlasse dich.,

    Ich kann einfach nicht mehr. Ich hab an manchen Tagen gar nicht mehr aus dem Bett aufstehen können soviel Angst hab ich was falsch zu machen. Und ich hab 35 Jahre lang ein Unternehmen geführt.
    Aber ich liebe diesen Mann.
    Ab 18.00 Uhr Fernseher an. 3 oder 4 Flaschen Bier. Ein Liter Wein Schorle. Dann immer die fahne im Bett gegen 1 Uhr morgens.,

    Er meinte er sei kein alkoholiker. Den Hausarzt lügt er an. Er ist somit nicht zu einem Entzug bereit sondern wird sehr böse wenn ich darüber spreche.
    Auch bei Freunden reagiert er so. Und viele Kontakte haben wir deshalb verloren!
    Ich bin völlig ratlos.

  • Hallo Nina.D.,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe.

    Mit Deinem Problem bist Du bedauerlicherweise nicht allein. Es geht einigen Teilnehmern hier im Forum wie dir.

    Für den Austausch mit den anderen Teilnehmern klicke folgenden Link an:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Anklicken und kurz etwas dazu schreiben. Dann wirst Du freigeschaltet und Dein Thema in den Bereich "Erste Schritte für Angehörige" verschoben.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Nina.D.

    Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Ich gebe jetzt mal völlig nüchtern und ohne euch zu kennen wieder was ich in deinem Text gelesen habe.
    Ihr habt euch vor 10 Jahren verliebt und konntet eurer beider Trauer gut teilen. Du hast ihn in deine Firma und dein Haus aufgenommen.
    Im Moment sitzt er jeden Abend vor dem Fernseher, betrinkt sich und wankt dann stinkend zu dir ins Bett. Vorher beschimpft er dich noch als Nichtsnutz obwohl du ihm jahrelang Obdach und Arbeit ermöglicht hast.

    Jetzt die ganz große Frage: Warum genau kommst du ohne diese Dinge nicht zurecht?

  • Hallo Nina!

    Ich kann einfach nicht mehr. Ich hab an manchen Tagen gar nicht mehr aus dem Bett aufstehen können soviel Angst hab ich was falsch zu machen. Und ich hab 35 Jahre lang ein Unternehmen geführt.
    Aber ich liebe diesen Mann.

    Eine Frage, was liebst du an diesem Mann? Du berichtest nur schlechte Eigenschaften von ihm. Er trinkt obwohl er krank ist, er beschimpft dich, er droht dich zu verlassen. Er wohnt auf deine Kosten, du machst alles für ihn als Dank schreit er dich an und beleidigt dich.

    Abend würde ich mir auch anders vorstellen in einer Partnerschaft und nachts neben einem nach Alkohol stinkenden Mann zu liegen ist ja nicht gerade das was man sich vorstellt.

    Was hat er denn daß du so an ihm hängst?

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Er tut mir einfach leid. Ganz ehrlich, ich will hier nicht angeben aber ich bin von Beruf aus leider Arzt und aus diesem Grund lässt mich das eben nicht kalt. Ich hasse mich ja selber dafür.
    Und .. vor 5 Jahren hab ich mich genau aus diesem Grund von ihm getrennt.
    Dann Pasrtherapie hat aber nichts gebracht. Leider meint er das er eben nicht Alkohol krank ist.
    Und meinetwegen hätte er den Herzschrittmacher.
    Am Anfang unserer Beziehung ( er hat ne Gluten Unverträglichkeit) hab ich ihm dann dazu verholfen endlich glutenfrei zu leben und die Medikamente die starke Nebenwirkungen hatten, abzusetzen. Das war nicht einfach aber wir waren glücklich. Dann nach 3 Jahren kam ein krasser Wandel. Irgendwie ist er anders geworden seit er bei mir wohnte.
    Er wohnte nicht, er residierte.
    Wenn ich nach Hause kam war er mit meinen Schwiegereltern unterwegs. Oder er fuhr 3 mal die Woche zum Sport.
    Ja ich hätte ihn so kennen gelernt.
    Aber wie gesagt irgendwie kam immer noch mehr dazu. Irgendwie war ich immer nicht mit dabei.
    Ich bin inzwischen 64 Jahre alt . Und ich habe einfach panische Angst vor dem alleine sein.
    Es klingt lächerlich aber ich schaffe das nicht.
    Es war so grausam als mein Mann plötzlich tot war. Meine Kinder waren damals noch beide Student. Ich musste dort eben auch unterstützen und konnte das unternehmen nur ganz schwer alleine weiter leiten und arbeiten. Ich war so fertig. Und dann … kam er….
    Und vor 5 Jahren wie gesagt, hatte ich den Mut ihn rauszuschmeissen. Aber wir haben es beide nicht geschafft.
    Und er meint immer wieder … ohne Bier könne er nicht leben. Und so viel seien 2 Kästen die Woche ja nicht.

    Ich glaube ich bin mir selber im Weg. Psychotherapie hat auch nichts gebracht. Medikamente… dann trotzdem weiter arbeiten… er war die Hölle.

    Und nun arbeite ich als Angestellte weiter 10 Stunden die Woche und er hat dort auch einen Arbeitsplatz erhalten, weil man mich kennt, weil ich mal einen Namen hatte. Und so gehe ich mit ihm arbeiten, weil ich weiß, wenn diese Regel wegfällt… dann gibt es keine Struktur mehr im leben.,

    Er wird bald 70 , ich hab jetzt auch gesundheitliche Probleme sodass ich gerne ganz aufhören würde… aber das wäre auch das Ende seiner Arbeit!
    Er begleitet mich beiden Arztbesuchen, er kennt die Diagnosen die durch die jahrelange fehlhaltung auf Arbeit entstanden sind… Aber er akzeptiert das nicht. Geht schon. Und .. Du musst von früh bis spät beschäftigt werden sonst grübelst du nur. …. Mag alles sein. Aber es muss etwas anderes als nur diese Arbeit geben.
    Dann immer … andere Frauen würden. …

    Es fehlt jetzt einfach die Achtung

    Und leider war er nie ehrlich. Und wenn ich ihm sage das ich froh bin, das weiß ist …. Das ich ohne ihn nicht leben möchte , das ich mir das nicht vorstellen kann, kommt … weißt du, das Leben geht immer weiter auch ohne DICH !!!!
    Das muss man erst mal verkraften.
    Leider ist das kein Märchen.
    Und ich schreibe hier um zu erfahren, ob das normal ist. Ich kann mir nicht vorstellen warum ein Mensch so denkt.

    WAAARUM?
    Und wenn ich sage das es so nicht weitergeht. Das dies weiter gesundheitliche Folgen hat. Das die Medikamente mit seinem Alkohol nicht verträglich sind.. kommt ich sei eine Hexe und würde das Unglück herbeireden. Und nur deshalb sei er so krank!
    Ich weiß irgendwie nicht weiter… Ich kann nur zuschauen und muss mir jedes Wort überlegen. Ansonsten werde ich angebrüllt. Und wenn einem so etwas mehrmals täglich passiert, dann entwickelt man einfach eine Angst Störung. Das ist normal. Aber er meint die Ängste würden sich ja behandeln lassen!!! Ja hatte ich schon Psychopharmakon und dann trotzdem arbeiten!

  • Ich komme zwar von der Alkoholikerseite aber dieses Festhalten an einer dysfunktionalen Beziehung kenne ich. Erster Schritt: Hör auf dich fertig zu machen. Er benimmt sich schlecht und du bist verstrickt, hast Angst alleine zu sein und schaffst den Absprung nicht.

    Das gibt dir aber nicht die Schuld an seinem Verhalten.

    Er ist eine Zecke. Saugt dich aus wie einen Wirt, macht dabei auch noch einen auf dicke Hose und behandelt dich schlecht. Du hängst an ihm, weil dir diese Zecke eine Aufgabe gibt- das Gefühl gebraucht zu werden und ein bisschen auch einen Vorwand warum alles nicht schön ist.

    Wie sieht es denn sonst aus? Hast du Freunde? Wie ist der Kontakt zu deinen Kindern (evtl. Enkelkindern)? Gibt es Hobbys?

    Was sagt dein Umfeld zu dieser Beziehung?

  • Ich kann einfach nicht mehr. Ich hab an manchen Tagen gar nicht mehr aus dem Bett aufstehen können soviel Angst hab ich was falsch zu machen. Und ich hab 35 Jahre lang ein Unternehmen geführt.
    Aber ich liebe diesen Mann.

    Ist das wirklich Liebe?

    Und leider war er nie ehrlich. Und wenn ich ihm sage das ich froh bin, das weiß ist …. Das ich ohne ihn nicht leben möchte , das ich mir das nicht vorstellen kann, kommt … weißt du, das Leben geht immer weiter auch ohne DICH !!!!
    Das muss man erst mal verkraften.
    Leider ist das kein Märchen.
    Und ich schreibe hier um zu erfahren, ob das normal ist. Ich kann mir nicht vorstellen warum ein Mensch so denkt.

    Ich verstehe, dass Du Dich das fragst. Aber ab einem gewissen Punkt ist es wichtig zurück zu sich selbst zu kommen. Warum hältst DU an dieser ungesunden Beziehung fest. Warum opferst Du Dein Leben? Warum möchtest DU nicht ohne ihn sein?

    Ich wünsche Dir sehr die Kraft, dass Du zurück zu Dir kommst. Denn da kannst Du mit Veränderungen ansetzen. Du bist für Dich verantwortlich - nicht für ihn. Mir hat es sehr geholfen an Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit zu arbeiten. Wenn Du nicht die richtige Psychologin findest - es gibt auch hervorragende (Hör-) Bücher, die Dir dabei helfen, den Fokus neu zu setzen!

  • Er tut mir einfach leid.

    Mitleid sorgt in einer Beziehung dafür, dass eine Schieflage entsteht, die Beziehung kann dann nicht mehr auf Augenhöhe funktionieren.

    Menschen in helfenden Berufen definieren ihren Selbstwert häufig darüber, dass sie Menschen helfen können und sich dadurch wertvoll fühlen. Das ist auf Dauer ungesund, seinen Selbstwert nur über andere Menschen zu beziehen.

    Prüfe für dich sehr genau, was du sonst noch gut kannst, wie wertvoll bist du für dich?

    Niemand hat es verdient, sich schlecht behandeln zu lassen. Du kannst jetzt eine Grenze ziehen, ihn rauswerfen und dir ein selbstbestimmtes und glückliches Leben gestalten. Auch alleine kann Frau glücklich sein, es braucht keinen Partner, um wertvoll zu sein.

    Liebe Grüße

    123

  • hallo Nina,

    auch von mir noch ein herzliches willkommen.

    Menschen in helfenden Berufen definieren ihren Selbstwert häufig darüber, dass sie Menschen helfen können und sich dadurch wertvoll fühlen. Das ist auf Dauer ungesund, seinen Selbstwert nur über andere Menschen zu beziehen.

    Ich kann das nur bestätigen, ich bin auch aus einem helfenden Beruf, und habe erst einmal ewig gebraucht, bis ich zuhause hisehen konnte. Menschen die ich auf der Arbeit professionell betreut habe, und zuhause wollte es mir nicht gelingen. Dadurch habe ich mich minderwertig gefühlt, und ich hatte sehr lange das Gefühl, es darf niemand wissen.

    Du kannst ihm nicht helfen, du hastkeinerlei Einfluß auf seine Alkoholkonsum und du bist du bist nicht sein Arzt . Dein Beruf ist in diesem Fall sowas von egal, denn es geht allen Angehörigen so, egal, was sie an Wissen mitbringen oder nicht.

    Das mußte ich für mich erst einmal klar bekommen, das hat gedauert. Sich eine Hilflosigkeit eingestehen zu können, braucht seine Zeit und es ist keine Niederlage, auch wenn es sich erst einmal so anfühlt.

    Hast du etwas, was du für dich tun kannst, damit es dir besser geht? Versuche auf dich zu schauen.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Sie können nicht ohne den Alkohol und wir nicht ohne Sie. 🤔

    Das beschreibt ja auch sehr prägnant das Sytem Co-Abhängigkeit.

    Hilfreich ist es, für sich die Frage zu klären, warum ein schwer kranker Partner für mich so existenziell wichtig ist. Vor allem unter dem Aspekt, dass er mich schlecht behandelt.

  • Ja danke, das stimmt alles . Auch ich kann schlecht helfen in der Familie, so wie im Beruf.
    Und ja es stimmt, die einen können nicht ohne Alkohol und die anderen nicht ohne den Partner. Stimmt das ist eine co Abhängigkeit. Eine Sucht nach dem Partner. Das ist mir völlig bewusst.
    So etwas wie eine toxische Beziehung.
    Also beruht das auf Gegenseitigkeit.
    Fragt sich nur wie lange ich das aushalten kann.
    Wie gesagt ich hab ihn schon vor 5 Jahren rausgeschmissen.
    Dann aber ging es uns beiden so elend. Wir haben es ohne einander nicht geschafft. Ich hab so gelitten. Psychotherapie, Klinik, Praxisabgabe..: es hat alles nichts gebracht.
    Ich bin wieder da wo ich vor 5 Jahren war.
    Nochmals Rauswurf. Ich schaffe kein leben ohne ihn. Auch nicht mit Medikationen. Fühlt sich so scheußlich an.

  • haben es ohne einander nicht geschafft.

    So etwas wie eine toxische Beziehung.

    Nein, du hast es nicht ohne ihn geschafft, er schafft es nicht ohne Alkohol. Und wieso erwartest du, dass er sein ungesundes und potenziell tödliches Verhalten aufgibt, wenn du nicht dazu bereit bist, dieses extrem schändliche Verhalten aufzugeben?

    Er ist süchtig und der Alkohol ist ihm wichtiger als du, jemanden trockenlieben funktioniert nicht.

    Bleibt es so, werden beide elendig zugrunde gehen, löst du dich aus dieser Beziehung, dann hast du zumindest die Chance, es zu überleben. Bleibst du, hältst du das ganze Suchtsystem weiter mit aufrecht, solange er nicht aus eigenem Antrieb trocken werden möchte.

    Und selbst wenn der Fall eintritt, dass er einen Abstinenwunsch entwickelt und trocken wird, dann ist eure Beziehung nicht gerettet. Die wirkliche Arbeit beginnt dann erst und es wird nicht alles automatisch gut. Es braucht Jahre an Arbeit, um die Beziehung wieder auf Augenhöhe zu bringen und die entstandenen Verletzungen zu bearbeiten, Verletzungen, die auf beiden Seiten entstanden wird.

    Es gibt nämlich nicht nur den bösen Alkoholiker und den armen Co-Abhängige, der nichts für seine Situation kann, weil "der Alkoholiker ist ja schuld, dass mein Leben die Hölle ist".

    Mache ich den Alkoholiker für meine schlechte Lebenssitation verantwortlich, ist es nichts anderes als der Alkoholiker, der dem Alkohol die Schuld gibt für seine Lage. Durch solche Schulzuweisungen gebe ich die Verantwortung für mich, mein Leben und meine Entscheidungen ab.

    Du kannst es schaffen, wieder Verantwortung für dein Leben zu übernehmen, aber dafür musst du raus aus der Opferrolle!

  • Fragt sich nur wie lange ich das aushalten kann.

    Du musst das nicht aushalten!

    Wir haben es ohne einander nicht geschafft.

    Es ging ja auch vorher ohne ihn. Was passiert mit Dir, wenn er geht? Er scheint ja auch bereits gesagt zu haben, dass sein Leben auch ohne Dich weitergeht. Nina, Du glaubst die Geschichten, die Du Dir selbst erzählst. Wenn Du Dir immer wieder sagst, dass Du es ohne ihn nicht schaffst, wirst Du Dir selber glauben. Aber zum Überleben brauchst Du ihn nicht und ich bin nach dem, was Du hier schreibst, überzeugt, dass Dein Leben ohne ihn leichter und schöner sein wird. Warum also WILLST Du unbedingt an dieser Beziehung festhalten? Warum erzählst Du Dir immer wieder, dass Du es ohne ihn nicht schaffst?

  • Vielleicht haben wir auch ein ähnliches Problem wie unsere Partner.

    Sie können nicht ohne den Alkohol und wir nicht ohne Sie. 🤔

    Wenn ich diesen Gedanken zuende denke , dann muss ich denen, die sagen " lieber ein Ende mit Schrecken , als Schrecken ohne Ende " leider Recht geben.

    Aber soweit bin ich noch nicht. Ich glaube aber , Du bist es, und Du weist es auch, brauchst es nur noch bestätigt.

    Ich möchte nicht in deiner Haut stecken. Aber es ist wohl am Ende das einzig Richtige . 😪

  • Sie können nicht ohne den Alkohol und wir nicht ohne Sie.

    oder anders, fand ich immer treffend:

    Der nasse Alkoholiker hat den Alkohol im Blut, und der CO im Kopf.

    Meine Gedanken kreisten immer irgendwie um das Thema.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Liebe Nina.D. ,

    Vielen Dank für Deine Nachricht in meinem Faden. Ich springe mal zu Dir rüber, musste erstmal lesen was bei Dir los ist.

    Du hast bei mir geschrieben, dass Du auch Gewalt durch Deinen Partner erfahren hast. Aber in meinen Augen erlebst Du täglich psychische Gewalt. Das hatte ich in der Beziehung auch, konnte es aber in dem Moment nicht erkennen.

    Du schreibst du liebst ihn. Diese Gedanken hatte ich auch nach dem Ende der Beziehung. Aber ich für mich habe erkannt, dass ich eine Illusion geliebt habe. Nämlich dieses, dass es ja irgendwann schön ist. Das ist aber nie passiert. Rückblickend war der Gewaltausbruch meine Rettung sonst würde ich ggf noch heute meine Illusion lieben. Nach dem Motto: Wenn ich nur lange genug warte, noch mehr gebe, noch mehr Rücksicht nehme, mich aufopfere und Alles nur Mögliche tue, ihn richtig liebe usw - dann wird Alles schön sein und wir leben glücklich bis ans Ende unserer Tage... Ich habe mich als seine Retterin gesehen (so wie von mir wurde er noch von niemanden geliebt, etc).

    Ich für mich denke manchmal, was hat mich denn da geritten... Kein Mensch kann einen anderen Menschen retten. Kein Mensch sollte von seinem Partner Gewalt erfahren.

    Vielleicht schaffst Du es Dich mal mit Frauen auszutauschen, welche aus Gewaltbeziehungen kommen. Du erfährst hier auch häusliche Gewalt. Oder schau mal bei re empowerment.

    Ich bin mir sicher, dass Du viel besseres verdient hast. Liebe ist frei und nicht ein Eiertanz. Auch wenn Du Ärztin bist, er ist nicht Dein Patient, sondern eigentlich dein Partner? Und ein erwachsener Mann. Heißt, er weiß was er tut, was er Dir antut mit seinen Aussagen und er fühlt sich dadurch stark.

    Stelle Dir doch mal selbst die Frage: Was würde ich tun, wenn ich jetzt mutig wäre.

    Unser Gehirn unterscheidet nicht, ob Du Dich das selbst fragst oder jemand anderes.

    LG Momo

  • Sucht nach dem Partner. Das ist mir völlig bewusst.
    So etwas wie eine toxische Beziehung.
    Also beruht das auf Gegenseitigkeit.

    Ich bin von der Alk-Seite und meine Frau und ich haben uns jahrelang wegen meinen Konsum gestritten. Hart gestritten. Also das, was Du schreibst, kenne ich so ähnlich.

    Einer von beiden muss aus dem System austeigen und den wie auch immer gearteten Entzug durchstehen, sonst geht das ganz einfach so weiter. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fetzen sie sich und leiden noch heute.

    Bei allem, was Du schreibst, ist Dein Leidensdruck höher als seiner. Er hält das noch länger aus als Du. Sogar noch sehr viel länger, schätze ich.

    Ob er dabei vom Alkohol entzieht oder Du von Deiner emotionalen Abhängigkeit, ist irgendwie Jacke wie Hose. Eine(r) muss, und zwar etwas tun, was Hand und Fuß hat.
    Wenn jemand mit dem Trinken aufhört, ist das auch längere Zeit kein Selbstläufer, sondern das muss auch unter sämtlichen Umständen funktionieren, sonst hängt der Trinker eben wieder drin. Und bei Dir ist es genau das Gleiche. Du hängst auch drin, so lange Du auf Deine Argumente hörst. Du hälst Dich selbst da drin.

    Er hat Gründe, warum er weiter macht, Du nennst ebenfalls Gründe, warum Du weiter machst. Liebe ist etwas, was man aus Eigenliebe überwinden kann. Keiner hat gesagt, dass es leicht sein muss. Vielleicht klingt das ziemlich hart, aber was ist denn sonst die Folge?

    Wir haben ein sehr wichtiges Wort gelernt. Es heisst "Konsequenz".

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

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