DTH77 - Hallo und Vorstellung

  • Ihr Lieben, es war doch nur eine Feststellung. Kein Grund für "hitzige" Meinungsverschiedenheiten. Das lag gar nicht in meiner Absicht. Es hat auf jeden Fall den Effekt, dass wahrscheinlich nicht nur ich zukünftig etwas besser hinschauen werde. Und sicher, ich hätte es auch gleich recherchieren können.

    Ist keine hitzige meinungsverschiedenheit;)nur ein gedankenaustausch:mrgreen:

  • Nun habe ich die erste Woche das Haus meinen Freundes gehütet und meinen Alkohol in Sichtweite gehabt , ich hatte dort meine Arbeit erledigt , mir dann Bisi Schokolade gegönnt und hatte null Lust auf Alkohol , und ich geh da dreimal Tgl hin !!

    Ganz stolz bin ich das ich auch einen langerwarteten blöden Termin der wohl zu meinen Gunsten ausfiel , aber wegen den ich schon vor der Nüchternheit oft getrunken habe , überstanden habe ohne was zu trinken , ich fühlte mich danach wohl wie gerädert und nicht so euphorisch wie ich erwartet , aber ich hab den Termin hinter mich gebracht !

    Und dann war gestern die Familien Feier wo alle mit Sekt anstießen und ich konnte problemlos meinem Saft trinken , auch der Rest des Abends klappte gut , mein Freund saß neben mir und hat für mich auf Alkohol verzichtet und bei dem anderen war es ok für mich .

    Also war es eine sehr gute Woche !!! Bin sehr stolz und zufrieden

  • Moin DTH,

    das liest sich bei dir wie "alles wie früher, bloß das ich nicht mehr (mit)trinke"


    Dann hoffen wir mal, dass das auch noch möglichst lange so funktioniert.

    Warum ich das so schreibe? Nur nicht trinken reicht auf Dauer nicht.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Nun habe ich die erste Woche das Haus meinen Freundes gehütet und meinen Alkohol in Sichtweite gehabt , ich hatte dort meine Arbeit erledigt , mir dann Bisi Schokolade gegönnt und hatte null Lust auf Alkohol , und ich geh da dreimal Tgl hin !!

    Hallo DTH77,

    Du schreibst "meinen Alkohol" fast schon als ob es ein Gott wäre, desweiteren bist du dann noch länger geblieben und hast Schokolade gegessen...

    Hast du die Schokolade vor dem Altar gegessen (Alkohol)?

    Hört sich für mich nicht gut an, sei vorsichtig.

    LG R/no

  • und ich geh da dreimal Tgl hin !!

    Klingt wie ein Wettkampf. Dabei gibt es immer einen Gewinner und Verlierer. Hoffe Du findest Dich auf der Gewinner Seite wieder.

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

  • Ja als ob ich mir unbedingt beweisen muss das ich mich im Griff habe , beim einkaufen wäre ich wohl deswegen fast schwach geworden , alles sagte in mir : einen Tag mal was trinken kann doch nicht schlimm sein aber wie ich hier gelesen habe ist das nur wieder ein Anfang von Tgl Konsum . Es ist so schwer dann zu sagen , dass ein einmaliger Konsum nicht funktionieren würde

  • Ich lese nur heraus, wie oft du dich in einer alkohollastige Umgebung befindest. Hast du gar keine Bedenken, dass das nach hinten losgehen kann? Wie lange bist du abstinent?

    Leider erst 60 Tage , hatte erst ein suchtberatung Gespräch aber muss das fortsetzen sonst klappt es nicht

  • Moin DTH,

    das liest sich bei dir wie "alles wie früher,

    Warum ich das so schreibe? Nur nicht trinken reicht auf Dauer nicht.

    Das könnte wirklich sein , wie kann ich stabil werden ? Ich habe eine Gruppe einmal wöchentlich , versuche hier viel zu schaffen um den Tag zu füllen

  • wie kann ich stabil werden ?

    Hallo DTH77,

    Was du momentan machst ist kämpfen. Ein Kampf den viele nicht gewinnen. Ich hab am Anfang genauso gehandelt. Ich wurde eines besseren belehrt und das war bei mir der Auslöser für meinen jetzigen stabilen, zufrieden und mit mir im reinen Zustand.

    Die Kapitulation! Ich Kämpfe nicht mehr gegen den Alkohol, ich habe kapituliert. Ich weiß, das ich krank bin und nicht mit Alkohol umgehen kann, also lass ich die Finger davon.

    Es gibt doch bestimmt etwas in deinem Leben, dass du nicht kannst, und wovon du die Finger lässt und erst gar nicht darüber nachdenkst da hin zu langen. Bei mir ist das z.B. Kochen. Ich kann nicht kochen. Nicht mal Nudeln. Ich habe es aufgegeben zu Kochen. Ich mache mir lieber ein belegtes Brot, bevor es wieder schief geht. Ich habe kapituliert und es ist ok für mich.

    Jetzt habe ich noch was im Leben, was ich nicht kann... Alkohol konsumieren. Ich habe kapituliert und es ist OK für mich. Lieber trinke ich einen Kaffee bevor es wieder schief geht.

    Vielleicht ist es bei dir z.B. Reifenwechseln am Auto... nur als Beispiel... Das kannst du nicht, also holst du dir hilfe . Du versuchst es gar nicht, bevor du dich verletzt oder etwas kaputt machst...und es ist OK für dich.

    Das mal als Gedankenanstoß. So habe ich angefangen mit meiner Krankheit umzugehen und sie zu akzeptieren und damit zu leben. Und es ist absolut OK für mich.

    Viele Grüße Alexander

  • einen Tag mal was trinken kann doch nicht schlimm sein

    Du würdest ruck zuck wieder da landen wo du warst oder eher noch schlimmer und tiefer unten.

    aber wie ich hier gelesen habe ist das nur wieder ein Anfang von Tgl Konsum . Es ist so schwer dann zu sagen , dass ein einmaliger Konsum nicht funktionieren würde

    Das ist nicht nur wieder der Anfang sondern ein Rückfall. Erinnere dich daran wie es war und warum du vom Alk los kommen wolltest.

    Was soll dir denn ein einmaliger Konsum bringen? Nur eine Flasche Bier? Bei mir war so eine Kleinstmenge gar nichts. Ich brauchte ja viel mehr.

    Also ich bin heute froh, dass ich keinen Konsum von Alk mehr brauche. Nicht einen einzigen Tropfen würde ich heute freiwillig trinken.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Stell Dir das Suchtgedächtnis wie einen Drachen vor, den Du nicht besiegen, nur zum Schlafen bringen kannst (durch lebenslange Abstinenz). Manchmal spricht er im Schlaf mit uns (z. B.' einer geht doch" oder, bei mir: "hat doch so lange geschmeckt....")

    Wenn wir darauf eingehen, wacht er auf und ist nicht mehr so leicht zu bändigen. Und will genau die Trinkmengen, die er vor dem Einschlafen hatte. Und bald noch mehr, denn er braucht im Laufe der Jahre immer mehr, um halbwegs "zufrieden" zu sein. Bis du irgendwann völlig am Boden bist, und das geht so bis zum Lebensende.

  • Das könnte wirklich sein , wie kann ich stabil werden ?

    Stabil zu werden bedeutet auch, radikal ehrlich zu sich selbst zu sein. Es beginnt mit der klaren Einsicht: Ich bin Alkoholiker. Kein Beschönigen, kein Relativieren.

    Wenn ich nicht alles daran setze, nie wieder trinken zu müssen, werde ich früher oder später rückfällig. Das bedeutet, ich muss etwas an meinen Gewohnheiten, meinem Verhalten und meinem Umfeld ändern. Jeder Ort und jede Situation, die mich zum saufen verleiten könnten, müssen überprüft, vermieden oder umgestaltet werden.

    Es reicht nicht, ein paar schlaue Gedanken zu haben oder hin und wieder eine Gruppe zu besuchen. Trockenwerden geschieht nicht im Außen, sondern in mir selbst.

    Ich habe jahrelang gesoffen. Das hat mein Denken, mein Fühlen, mein Handeln geprägt. Diese Muster sind tief eingebrannt. Sie verschwinden nicht von allein. Es braucht seien Zeit , um diese kaputten Wege zu verlassen. Abwarten ist keine Strategie.

    Wer trocken werden will, muss "Tun" . . Mit Klarheit, mit Konsequenz, mit dem Willen, sich selbst neu zu bauen.

    Das mal meine Erfahrungen dazu.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich fühl mich einfach so unzufrieden , die ersten nüchternen 30 Tage waren so voller Euphorie , nun fühl ich mich nach 65 Tagen so leer so unfähig ,als ob ich nicht zustande bringe , sage hatte ich ja immer früh getrunken , da ich dann dachte mehr zu schaffen, früh hab ich meine Hunde und Pferde zu versorgen , dann ja noch die von meinem Freund bis er von der Reha kommt und wieder fit mit seiner Wirbelsäulen op ist, dann Haushalt , Lebens hab ich gestrichen aber ich bin nie richtig zufrieden, denke aber nicht das es an meinen Depressionen liegt , Bekannte hab ich ja nur zwei entfernte .
    Nun drängt öfters mein Gedächtnis das der Tag mit alk doch besser ausgefüllt wäre?

    Einerseits bin ich total geschafft und fertig andererseits denk ich , ich tue den ganzen Tag Nix.

    Ich Zähl dann die ganzen positiven Eigenschaften des nüchtern Seins auf , aber es ist anstrengend . Ich bin einfach nicht mehr stolz auf mich

  • Ich bin einfach nicht mehr stolz auf mich

    Diese Phase kenne ich. Nach der ersten Euphorie kommt irgendwie eine Ernüchterungsphase. Ich hab mich erschöpft gefühlt, empfindlich und leer. Klar: ich habe viel Zeit mit Saufen und Auskatern verbracht- die Wochenenden hat das komplett ausgefüllt. Ich musste für mich einen neuen Rhythmus finden, lernen, dass rumliegen und nichts tun auch ohne Kater ‚erlaubt‘ ist.

    Irgendwann ganz langsam stellt sich da eine Balance ein- diese Getriebenheit lässt nach und eine ruhige Zufriedenheit kommt, die ich vorher nicht kannte. Nicht immer natürlich aber manchmal schon. Hab Geduld mit dir- es ist kein leichter Weg, aber ein guter!

  • Ich Zähl dann die ganzen positiven Eigenschaften des nüchtern Seins auf , aber es ist anstrengend . Ich bin einfach nicht mehr stolz auf mich

    Bei mir gehen die Alarmglocken an, wenn die Euphorie verschwindet und zur Normalität wird, denn dann entsteht eine Leere. Und genau da kann es auch kritisch werden .

    Denn wenn der Alkohol keine Lösung mehr sein kann, aber die Probleme bleiben, rückt der Rückfall näher. Trocken zu sein ist für mich keine Leistung, kein Grund für Stolz oder Dank. Es ist eine Notwendigkeit. Eine Entscheidung, die ich treffen musste, um überhaupt weiterzumachen. Das war /ist auch keine Heldengeschichte, das ist meine Realität.

    Um mit dieser Normalität klarzukommen, brauchte ich etwas Neues für meinen Weg, etwas, das nicht betäubt, sondern Stabilität bringt. Ich musste aktiv werden, mein Verhalten analysieren, Muster durchbrechen und Neues aufbauen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich Zähl dann die ganzen positiven Eigenschaften des nüchtern Seins auf , aber es ist anstrengend . Ich bin einfach nicht mehr stolz auf mich

    Genau an diesem Punkt war ich auch mal ganz kurz. Da hat mir eine Aussage von Hartmut sehr geholfen. Nimm nicht nur die roten Ampelphasen wahr, sondern genieße bewusst die grünen Ampelphasen.

    Denk mal darüber nach, es liegt sehr viel Wahrheit und Erfahrung in dieser Aussage.

    Diese Brühe ises nicht wert getrunken zu werden und Dein Leben zu bestimmen oder zu beenden.

    Liebe Grüße René

    „Frei bin ich nicht, weil ich dem Alkohol entkomme – sondern weil ich mich selbst nicht mehr verliere.“

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