InHope - Vorstellung

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich bin 36 Jahre und mein Partner (seit 15 Jahren) ist Alkohol abhängig. Ich hatte nun einfach keine Kraft mehr und habe mich total abgewendet und ihn maßlos ignoriert. In dieser Zeit habe ich nur Schuldsprüche erhalten, dass genau dieses Verhalten von mir immer der Grund für sein Konsum ist. Dann ist die Situation eskaliert, sodass er gegangen ist und nun seit Tagen bei jemandem anders untergekommen ist (Familie). In dieser Zeit konnte ich etwas zu mir finden und habe eigentlich den Entschluss gezogen und ihm gesagt, ein Leben mit mir aber ohne Alkohol oder getrennt Wege. Habe dafür natürlich nur Vorwürfe bekommen, dass ich vorallem erstmal mich und mein Verhalten verändern muss. Nun sitze ich wieder hier (alleine) und Frage mich, ob dass die richtige Entscheidung war, ihn vor vollendete Tatsachen zu stellen und ob ich wirklich ein Weg ohne ihn gehen möchte. ;( Zu bemerken ist, dass er früher täglich getrunken hat und es nach einem riesen Streit nun noch auf freie Tage und jedes Wochenende gelegt hat. Das wird aber alles an diesen Tagen jetzt nachgeholt und diese Tage sind einfach nur schrecklich für mich || Vielleicht habt ihr ja ein paar Ratschläge für mich wie ich mit dieser Situation nun umgehen soll :/ Es fühlt sich einerseits gut an diese Entscheidung ausgesprochen zu haben und momentan durchzustehen aber andererseits so schrecklich dass ich es wieder rückgängig machen möchte<X Herzliche Grüße

    InHope

  • Hallo InHope,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    In dieser Zeit habe ich nur Schuldsprüche erhalten, dass genau dieses Verhalten von mir immer der Grund für sein Konsum ist.

    du bist auf gar keinen Fall schuld an seinem Konsum, lass dir das nicht einreden. Das wird gerne von nassen Alkoholikern benutzt, denn indem sie die SAchuldgefühle "verteilen" sind wir wieder am denken, und zweifeln letztlich an unseren Wahrnehmungen. So kann der nasse Alkoholiker in Ruhe weiter trinken.

    Zu bemerken ist, dass er früher täglich getrunken hat und es nach einem riesen Streit nun noch auf freie Tage und jedes Wochenende gelegt hat.

    Es geht nicht um die Trinkmengen, es geht um dich und daraum ob du das weiter durchstehen willst, und über deine Kräfte gehen willst. Es geht um dich. Wichtig ist aber, nur dass anzukündigen, was du auch umsetzen kannst, sonst nimmt er dich irgendwann nicht mehr ernst.

    Wenn du dich hier weiter austauschen möchtest, klicke unten auf den Link, und schreib noch einen kurzen Satz dazu, dann schalten wir dich frei.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo InHope,

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet.

    Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch, deinen Thread verschiebe ich dorthin.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Morgenrot 11. Juli 2025 um 21:26

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „InHope - Vorstellung“ geändert.
  • Vielen lieben Dank für deine Nachricht.

    Das er mich nicht mehr ernst nimmt sehe ich seit Jahren. Er beschuldigt mich immer, dass ich dir Opferrolle einnehme obwohl er eigentlich das opfer sei. Das man es einfach nüchtern mit mir auf dauer nicht aushalten kann, weil ich so kalt, abweisend und zurückgezogen bin.

    Wenn ich versuche zu erklären, dass mein Verhalten die Reaktion auf seinen Konsum und Verhalten ist, bekomme ich nur gesagt, dass ich das problem sei und mich verändern müsste. Ich wäre nie für ihn da, würde ihn alleine lassen.

    Es gibt kein Konsum, bei dem wir nicht streiten. Ich ziehe mich schon zurück wenn ich sehe das er anfängt zu trinken, aber das macht es schon fast nur schlimmer. Dann fühlt er sich erst Recht allein gelassen und ich bekomme das nach einem bestimmten Pegel wieder zuhören.

    Es sind mittlerweile 15 Jahre.....mit Höhen und vielen Tiefen.

    Und ja, Ich mag mich auch nicht wenn ich so bin. Denn das bin nicht ich. Aber ich muss ihm doch auch Grenzen zeigen und mich selbst schützen? Ich kann nicht einfach so tun als ob alles in Ordnung ist.

    Ich liebe ihn und schätze ihn sehr nüchtern. Ich weiß nicht, ob ich ihn einfach fallen lassen möchte und kann nach 15 Jahren.

  • Hallo,

    Das man es einfach nüchtern mit mir auf dauer nicht aushalten kann, weil ich so kalt, abweisend und zurückgezogen bin.

    Diesen Satz haben fast alle Angehörigen schon genauso gehört. Wir geraten da auch schon öfters in eine Opferrolle hinein, kann durch die ständige Belastung noch begünstigt werden.

    Wichtig ist, dass du weißt, dass du ihn nicht ändern kannst, sondern nur dich. Du mußt nicht jedes Glas "kommentieren", ich habe das auch gemacht, aber das zermürbt dich. Du kannst ihm keine Grenzen setzen im Bezug auf Alkohol, er ist süchtig und ohne Krankheitseinsicht geht da nichts.

    Hast du Dinge, die dir Spaß machen, und die du aufgegeben hast? Du könntest mal schauen, was du wieder aktivieren kannst, damit es dir besser geht. Mach etwas für dich.

    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo InHope!

    Herzlich willkommen hier im Forum!

    Er beschuldigt mich immer, dass ich dir Opferrolle einnehme obwohl er eigentlich das opfer sei.

    Das ist Quatsch denn es gibt keinen Grund weswegen man zuviel trinken muß. Das ist doch nur eine Ausrede mit der er dir die Schuld für sein Trinken in die Schuhe schieben will.

    Das man es einfach nüchtern mit mir auf dauer nicht aushalten kann, weil ich so kalt, abweisend und zurückgezogen bin.

    Wieder Quatsch von ihm, lasse dir das nicht einreden. Was erwartet er von dir sollst du lustig daneben sitzen und gucken wie er sich volllaufen lässt? Solche Sprüche hat mein Mann auch immer von sich gegeben, ich fühlte mich schuldig und habe erstmal wieder überlegt ob es nicht doch an mir liegt daß er schon wieder trinkt.

    Wenn du hier liest wirst du feststellen daß es den meisten von uns Angehörigen so ergangen ist. Es ist die Sucht weswegen er trinkt, er würde immer einen Grund finden um zu trinken.

    Du kannst wenig machen damit er aufhört zu trinken das kann nur er bewerkstelligen. Wenn die Sucht zu stark ist wird er nicht aufhören.

    Du kannst nur für dich sorgen damit es dir wieder besser geht aber eine Beziehung mit einem nassen Alkoholiker kann die Hölle auf Erden sein. Im Grunde dreht sich das ganze Leben nur um den Alkohol. Ich bin in meiner Beziehung irgendwann richtig krank geworden denn im Laufe des Lebens hat er immer mehr getrunken.

    Streit deswegen war an der Tagesordnung weil ich den Suff und seine Folgen nicht mehr ertragen konnte.

    Aber ich muss ihm doch auch Grenzen zeigen und mich selbst schützen? Ich kann nicht einfach so tun als ob alles in Ordnung ist.

    Natürlich nicht aber das hat ihn ja auch nicht vom Trinken abgehalten denn er ist süchtig und wird immer wieder trinken es sei denn er kommt zu der Einsicht daß mit seinem Konsum etwas nicht stimmt.

    Ich liebe ihn und schätze ihn sehr nüchtern

    Leider hast du ihn nicht nur nüchtern sondern auch im betrunkenen Zustand. Das ist ja das Dilemma, im Laufe der Jahre ist die Liebe zu meinem Mann verloren gegangen. Zuviel ist passiert als er betrunken war.

    Wenn du ihm mit Konsequenzen drohst und ziehst das nicht durch wird er dich nicht mehr ernst nehmen. Ich kann dir nicht raten was du tun sollst, ich kann dir nur von mir erzählen. Ich bin nach vielen Jahren gegangen weil ich einfach nur noch am Ende war.

    LG Marie

    Wer nichts ändern will für den ist die Opferrolle die beste Strategie!

  • Hallo InHope,

    In dieser Zeit konnte ich etwas zu mir finden und habe eigentlich den Entschluss gezogen und ihm gesagt, ein Leben mit mir aber ohne Alkohol oder getrennt Wege. Habe dafür natürlich nur Vorwürfe bekommen, dass ich vorallem erstmal mich und mein Verhalten verändern muss. Nun sitze ich wieder hier (alleine)

    Was ich gelernt habe ist, dass deine Entscheidung, die du selber für dich in Ruhe mit ein bisschen Abstand getroffen hast, die richtige ist. Dein Bauchgefühl und deine ganze Psyche sehnt sich nach Entlastung. Sobald diese ein wenig gegeben ist, triffst du die richtige Entscheidung.

    Dass es die richtige war, siehst du ja an seiner Manipulation als Antwort.

    Nicht du bist krank, sondern dein Partner. Nicht du musst dich ändern, sondern dein Partner. Du musst nur deine richtige Entscheidung zuende führen. Bei mir war es so viel einfacher, weil ich nur über 2 Ecken von der Sucht betroffen war, aber das Gefühl, dass man jemanden in Stich lässt, kenne ich. Lass dich nicht beirren. Höre auf dein Bauch, höre auf deine Gefühle, die schreien "Ich muss hier raus."

    Du bist nicht alleine. Wir sind hier. Im Zweifel ruf die Telefonseelsorge an. Das sind ganz liebe tolle Menschen. Die hören dir zu und du kannst dich ausweinen. Auch das ist wichtig.

    Und wenn du morgen eine ruhige Minute hast, dann überlegst du dir, wen du von deinem Leid und deinen Sorgen erzählen kannst. Einer Freundin, einem Verwandte, gute Arbeitskolleginnen, wer weiß. Aber vertrau dich wem an. Reden hilft und du wirst ganz schnell merken, dass dein Entscheidung die richtige ist und auch bleibt.


    Viel Kraft dir!

  • Ja es so schwer mir diesen Gefühlen umzugehen, weil ich selbst nicht weiß, ob es das richtige ist.

    Ich habe mir immer eine Zukunft mit ihm vorgestellt und gewünscht, sonst hätte ich nicht schon seit 15 Jahren in dieser Beziehung verharrt. Immer mit der Hoffnung es wird besser. Zu teils ist es besser geworden und dann wieder unerträglich. Voller Leid, Schmerz und Sorge aber immer mit dem Gedanken es wird wieder besser, bis es wieder besser wurde und dann wieder schlimm. Ewig dieser Teufelskreis.

    Er ist ein sehr emotionaler Mensch der auch über seine Gefühle spricht. In einem Moment weiß er dass das was er tut nicht gut ist und sich das ändern sollte aber immer anderen Moment bin ich mit meiner Art daran schuld, dass er das überhaupt macht. Oft wird mir gesagt er hat schon etwas verändert indem er nicht mehr täglich trinkt und ich mich aber nicht verändert habe und ich jetzt erstmal etwas tun muss.

    Seine Familie und meine wissen über die Sucht schon immer Bescheid. Ich bekomme Unterstützung von meiner Familie, die mich auch bekräftigen, dass es die richtige Entscheidung sei. Aber leider festigt mich das auch nicht, dass ich wirklich überzeugt bin, dass richtige zu tun. Wir lieben und schätzen ihn alle, aber der Alkohol macht so viel kaputt.

    Mit anderen Menschen in meiner Umgebung bin ich leider noch nicht bereit darüber zu sprechen. Aus Angst, Scham und Verurteilung. Ich bin eigentlich eine sehr starke und sture Persönlichkeit und deshalb wird jeden tag die maske wieder aufgesetzt, solche Themen gesellschaftlich umgangen.

    Ich habe Angst diesen weg zu gehen um nachher festzustellen, dass ich ohne ihn garnicht möchte und ihn nicht vor diese Entscheidung stellen hätte dürfen.

    Ich habe Angst dass es dann zu spät ist und es kein Zurück mehr gibt.

    Ich weiß dass er mit dem trinken aufhören kann. Es war ab und zu eine kurze Zeit der Fall. Aber ich denke er ist noch nicht bereit es zu wollen.

    Ich bin 36 Jahre unverheiratet, kinderlos in einer 15 jährigen Beziehung. Ich konnte mir nie darüber Gedanken machen, ob ich wirklich mal Kinder haben möchte, weil die Situation dies einfach nicht zugelassenen hätten überhaupt darüber nachdenken zu wollen.

    Meine Zeit tickt auch und es wird irgendwann zu spät sein, falls ich zu der Erkenntnis komme dass dies dich gerne gehabt hätte.

    Gestern hatte ich ein kurzes 5 minütiges Gespräch mit ihm nach 5 Tagen kompletten Abstand. Er wollte wissen ob es noch eine Zukunft gibt und ich habe gesagt ja, aber nur ohne Alkohol. Und selbst dann wissen wir nicht ob es ein gibt, da wir ins erst neu kennenlernen müssen ohne Alkohol. Seine Antwort war es ist möglich ohne Alkohol aber ich muss auch sehr viel an mir arbeiten,dass sich etwas verändert.

    Die zweite Frage war, ob ich unseren gebuchten Urlaub in 2 Wochen mit ihm antreten werde und wir schauen was passiert und es sich ergibt. Ich hatte keine Antwort darauf ob ich das möchte. Ich habe gesagt ich habe Angst in einem fremden Land dann fallen gelassen zu werden und alleine dazustehen. Ich solle mir es nun überlegen und ihm Bescheid geben, da wir beide uns den Urlaub eigentlich verdient hätten!? Ich habe keine Ahnung!

    Es tut gut zu wissen, dass ich mit diesen Problem nicht alleine bin und es so viele da draußen gibt, die in dem gleichen Schlamassel sitzen.

    Vielen Dank an euch für die wertvollen Worte und das teilen eurer Erfahrungen!

  • Nicht du bist krank, sondern dein Partner. Nicht du musst dich ändern, sondern dein Partner.

    hier muß ich ganz klar widersprechen, dieser Satz zeigt in meinen Augen ganz deutlich, dass ich mich noch in der Opferhaltung befinde.

    Natürlich muß auch der Angehörige etwas verändern. Ich mußte mein ständiges kümmern und helfen wollen ändern, es mußte mir klar werden, dass Versprechungen vielfach keine sind, sondern einfach "Beruhigung" für mich, damit alles so bleibt wie es ist. Den Angehörigen einlullen und schon dreht sich das Hamsterrad weiter, und es wird immer schneller.

    Ich weiß dass er mit dem trinken aufhören kann. Es war ab und zu eine kurze Zeit der Fall.

    das ist kein aufhören, sondern es sind Trinkpausen um dir etwas zeigen zu wollen. Der nasse Alkoholiker will ja seinen CO nicht verlieren, und wir Angehörige sind dann gleich wieder voller Hoffnung dass sich jetzt endlich etwas ändert. So vergehen Jahre und Jahrzehnte mit reiner Manipulation.

    Seine Antwort war es ist möglich ohne Alkohol aber ich muss auch sehr viel an mir arbeiten,dass sich etwas verändert.

    dann soll er mit der Arbeit anfangen und etwas tun. Soll sich Hilfe holen, alles was dazu gehört. Diese Hilfe wird er finden, du hast sie auch gefunden. Ich würde ihm aber auf keinen Fall dieses Forum nennen. Dies ist deine Selbsthilfegruppe.

    Ich habe keine Ahnung!

    was sagt dein Bauch, oder deine erste Reaktion?


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Na ja, mit der Schuldverschiebung auf Dich hat er sein in sich geschlossenes Narrativ für sich und Dich gefunden: Er muss trinken, weil Du so schrecklich bist (= seinen Alkoholkonsum kritisiert) - und wenn Du ihn verlässt, muss er auch trinken, weil Du ihm damit etwas so Schreckliches angetan hast. Usw. usf.

    Argumentieren zwecklos, wasserdicht.

  • Ich bin 36 Jahre unverheiratet, kinderlos in einer 15 jährigen Beziehung. Ich konnte mir nie darüber Gedanken machen, ob ich wirklich mal Kinder haben möchte, weil die Situation dies einfach nicht zugelassenen hätten überhaupt darüber nachdenken zu wollen.

    Meine Zeit tickt auch und es wird irgendwann zu spät sein, falls ich zu der Erkenntnis komme dass dies dich gerne gehabt hätte.

    Ich habe mir immer eine Zukunft mit ihm vorgestellt und gewünscht, sonst hätte ich nicht schon seit 15 Jahren in dieser Beziehung verharrt. Immer mit der Hoffnung es wird besser. Zu teils ist es besser geworden und dann wieder unerträglich. Voller Leid, Schmerz und Sorge aber immer mit dem Gedanken es wird wieder besser, bis es wieder besser wurde und dann wieder schlimm. Ewig dieser Teufelskreis.

    Es tut mir sehr leid, dass Du das schon so lang erträgst und ich kann mir vorstellen, dass Du gerade verzweifelt und müde bist.

    Als Tochter eines Alkoholkranken, der an seiner Sucht gestorben ist und als ehemalige Partnerin eines Alkoholkranken, der einige Therapien erfolgreich abgeschlossen hat und trotz bester Prognosen immer wieder zurück an die Flasche ist, möchte ich Dir sagen: Lass besser los. Und wenn Du auch nur einen kleinen Kinderwunsch hast, geh lieber heute als morgen.


    Ich wünsche Dir viel Kraft!

  • Hallo InHope,

    Ich habe Angst diesen weg zu gehen um nachher festzustellen, dass ich ohne ihn garnicht möchte und ihn nicht vor diese Entscheidung stellen hätte dürfen.

    Diese Gedanken und noch viele mehr haben mich über 20 Jahre lang in meiner ersten Ehe festgehalten.

    Na klar macht das Angst, Entscheidungen zu treffen die Veränderung bedeuten machen Angst. Ganz klar. Und es gibt immer Konsequenzen, die Entscheidungen nach sich ziehen. Aber deshalb an einer Lebenssituation festzuhalten, die jetzt für dich nicht gut ist, die dich runterzieht, die Lebensfreude nimmt und Lebenswünsche wie Kinder unmöglich macht, macht keinen Sinn.

    Du hoffst von Jahr zu Jahr, er wird durch die Sucht, solange er sie nicht stoppt, von Jahr zu Jahr, sich verändern. Alkohol ist ein Zellgift. Das ist Fakt. Da geht so ziemlich alles kaputt im Laufe der Zeit. Auch du, auch wenn du nicht trinkst. Aber dein Leben wird auch immer eingeschränkter werden.

    Das schreibe ich dir aus eigener Erfahrung. Ich hab mich nach 26 gemeinsamen Jahren endlich trennen können. Und dann konnte ich beginnen, wieder zu leben. Aber es ist viel von meiner Gesundheit auf der Strecke geblieben. Deshalb empfehle ich es niemandem an Lebensträumen und - wünschen festzuklammern, mit einem nassen Alkoholiker an der Seite.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • hallo und willkommen

    aus sicht eines alkoholikers, trennung! was hast du noch zu erwarten? die einsicht,so wie ich es lese, ist bei ihm nicht vorhanden.dein selbstwertgefühl hat auch schon mächtig gelitten...gehe deinen eigenen weg, es gibt manchmal dinge die sich nicht mehr reparieren lassen. ein ertrinkender wird immer versuchen jemanden mit in die tiefe zu ziehen... schütze dich selbst.


    grüsse eternal

  • Morgenrot

    Ja das mit dem einlullen ist richtig, dass schaffen sie immer wieder. Weil man einfach selbst nicht gefestigt ist und nicht weiß was richtig oder falsch ist und immer wieder diese Hoffnung hat es wird alles gut und besser.

    Hilfe holt er sich bereits um seinen allgemeinzustand aufarbeiten zu können und gefestigter zu werden, aber nicht Hilfe direkt für seinen Alkoholkonsum. Der ist ja laut ihm nicht so schlimm wie es schon mal war und ja auch nur noch wenn es geht also am Wochenende wenn er nicht arbeiten muss. Er habe dies ja nun unter Kontrolle. Was er tatsächlich auch unter der woche hat aber sobald es freitag ist....ist der erste Schritt nach Feierabend zur Flasche ;(

    Mein bauchgefühl sagt, es muss definitiv eine Veränderung her, so geht es nicht mehr weiter....aber dann kommt der Verstand und sagt komm versuch es noch ein bisschen du kannst das alles doch nicht einfach so aufgeben...wieso hast du das 15 jahre mit gemacht wenn du jetzt aufgibt.. Es ist schwierig!

    sorrowful

    Ja das könnte sein, aber es könnte auch sein dass er vllt. Alleine die einsicht und den Absprung schafft...dass hat er zumindest bei der letzten Eskalation mit räumlicher Trennung geschafft...zwar nicht lange aber immerhin 4 Wochen was davor unmöglich war :rolleyes: Und was wenn er es schafft aber mich nicht mehr möchte weil ich Ihn fallen lassen habe...Dann habe ich nie die Chance erhalten, für die ich jahre gedämpft habe, ihm zu zeigen wie schön das zusammenleben nüchtern sein kann...

    Lanananana

    Ja ich bin auch der Meinung dass ich lieber gleich los lassen sollte bevor es irgendwann zu spät ist...aber diesen Mut zu finden ist so schwer...weil ich auch immer die schönen Zeiten Erinnerung habe, die in den Momenten immer sorglos waren und er mir auch das Gefühl von vollkommen geben konnte. Bin ich noch vollkommen ohne ihn ? Ich weiß es nicht.:roll:

    Und genau das ist ja das nächste, ich weiß einfach nicht ob ich überhaupt einen Kinderwunsch habe... ich bin mit allem immer so verunsichert, sobald jch für mich selbst Entscheidungen treffen muss...es ist so viel einfacher für andere Entscheidungen zu treffen 8)

    Aurora

    Ja eingeschränkt ist es ja an sich schon, indem ich nie zur Ruhe kommen kann weil einfach so viele sorgen um ihn da sind. Überlebt er diesen konsum diese nacht? Liegt er bereits zusammengekauert im Wohnzimmer weil er den weg ins bett nicht mehr gefunden hat...und..und..und..

    Und wenn ich ihm meine Sorgen und Ängste mitteile, bekomme ich nur zu hören dass ich übertreibe und ihn doch nur fertig machen will...ich möchte ihn nur klein sehen und drauf hauen...ich wäre ein Narzist...der alles kaputt macht <X

    Ich kann mit seinem Alkoholproblem einfach nicht ICH sein. Zuneigung zeigen, Freude empfinde ohne Hintergedanken etc..


    Rennschnecke

    Ja da lese ich gerade sehr viel und tut sehr gut...nicht alleine damit zu sein und dass das allen auch so schwer fällt wie mir und ich nicht einfach nur ein unentschlossener mensch bin :rolleyes:


    Vielen Dank für Eure Worte, sie lassen es grad alles ein bisschen einfacher meistern :love:

  • _Eternal_

    Ja es zieht mich tatsächlich mit. Aber seiner Meinung nach ziehe ich ihn ja auch mit dahin wo er ist. Oft frage ich mich, ob ich nicht vielleicht doch dazu beigetragen habe oder beitrage und er einfach mehr Zuneigung und Gefühl von mir erhalten sollte. Das wünscht er sich sonst immer von mir, was ich ihm so aber leider nicht geben kann, da ich selbst so verletzt von ihm bin mit dem was er tut und ich einfach nur mich zurückziehen möchte damit nicht wieder eine Eskalation mit Vorwürfen in seinem Rausch entsteht. Aber die findet trotzdem satt, denn da biete ich ihm dann wieder genau das was er vor mir verachtet. Ein Teufelskreis:evil:

  • Hallo Hope,

    Was er tatsächlich auch unter der woche hat aber sobald es freitag ist....

    wer sagt dir denn, dass er unter der Woche nichts trinkt, nasse Alkoholiker kommen da auf Ideen die du nicht für möglich halten würdest.

    Was nützt ihm das aufarbeiten seines Allgemeinzustandes, wenn er den Alkoholkonsum nicht erwähnt? in meinen Augen Augenwischerei um dich zu beruhigen. Er wird dich auch weiterhin kleinmachen.

    und er einfach mehr Zuneigung und Gefühl von mir erhalten sollte.

    du kannst noch soviel Gefühl investieren, du kannst ihn nicht trocken lieben. Es ist und bleibt sein Part. Mit seinen Schuldvorwürfen bringt er dich immer wieder zum nachdenken, was du vielleicht noch tun könntest. Du bist dann mit dir beschäftigt, und er kann mal wieder in Ruhe weiter saufen.

    Es mag zwar hart klingen, aber das sind alles eigene Erfahrungen, ich habe die die drei "t"s der nassen Alkoholiker lange genug mit erlebt. Täuschen, tarnen, tricksen und daneben stand ich und habe immer wieder gehofft, und mich gefragt, was ich noch ändern kann.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • InHope seine meinung ist völlig irrelevant, er manipuliert dich für seine eigene agenda:idea: ich weiß wovon ich rede...schliesslich muss ja jemand den kopf dafür herhalten wenn etwas in seiner "blase" schief läuft und falls dich etwa schuld treffen sollte dann aber auch nur das du dass jahre mitgemacht hast. selbstzweifel sind hier unangebracht, denk allein an dich. das ist kein egoismus sondern schutz und du sagst es ja selber egal was du tust es ist falsch, in seinen augen. es liegt an dir diesen kreislauf zu durchbrechen. aus meiner erfahrung wird es nicht besser, ehr schlimmer. und mal ganz ehrlich, wie lang reichen deine akkus noch? tu dir das nicht an, dein leben hält mehr für dich bereit als das...

  • Hallo Hope

    Du bist so jung in diese Beziehung rein und seit 15 (!) Jahren „in Hope“. Aber die Chancen gehen gegen Null, daß er aufhört und trocken bleibt.

    Wirf dein noch junges Leben nicht weg.

    Hier in der Gruppe kannst du dir täglich deine Mut-Akkus aufladen.

    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Morgenrot

    Ich bin mir ziemlich sicher dass er unter der woche nichts trinkt. Worauf er schon immer! Wert gelegt hat ist niemals betrunken Auto zu fahren uns das hat er tatsächlich noch nie gemacht. Da ich ihn auch schon ein paar Jährchen kenne, erkenne und rieche ich direkt wenn er getrunken hat auch wenn es nur ein Glas sein sollte. Also da ist er schon sehr konsequent wenn er arbeiten muss nichts zu trinken. Dieser Entschluss kam aber auch erst seit er Anfang des Jahres einen neuen Job begonnen hat. Davor war es im anderen Job (selbständig) jeden Tag!

    Dabei denke ich mir nun auch, okay er hat

    sich wegen diesem Job dafür entscheide und wenn er sich für unsere beziehung entscheidet muss er dir restlichen Tage auch sein lassen.

    Gibt es alkoholiker die nach sowas noch kontrolliert trinken können zbsp. Nur auf gesellschaftlichen Veranstaltungen? Er hat es ja auch schon geschafft von täglich bis nur am Wochenende.

    Er denkt dass dieses Verhalten oder die Sucht aus früheren lebensumständen und die damit verbundenen psychischen Belastungen zusammenhängt und meinte er muss erst das wieder aufbauen damit er auch mit dem Alkohol umgehen kann, weil er dass alles immer nur ertrunken hat.

    Er hat noch nie versteckt getrunken und immer offen vor mir. Wenn dann versteckt vor anderen oder andere wissen nichts von der Sucht außer beide Familien.

    Er ist jetzt nicht total uneinsichtig. Er weiß dass das nicht gut ist aber hat noch nicht den kompletten Absprung geschafft.


    _Eternal_

    Mir ist auch bewusst dass er nur einen schuldigen dafür sucht. Aber das habe und werde ich mir auch nicht anhängen lassen. Dafür bin ich noch zu stark und natürlich Stur :D:evil:

    Aber ich könnte mir schon vorstellen dass wenn er mehr Zuneigung wieder von mir bekommt und gefühl, dass er etwas ändern könnte. Ich muss ehrlich sagen ich habe ihm die letzten Jahre sehr kalt und distanziert behandelt. Einfach um mich selbst zu schützen, aus verletztheit ging es für mich auch nicht anders und ihm zu zeigen dass das was er tut nicht in Ordnung ist.

    Habe mit ihm sehr selten und nur noch wenn dann nüchtern mit ihm geschlafen. Mit Alkohol ging das für mich garnicht und selten weil ich mich dafür nicht an sein konsum anpassen wollte..

    Um ehrlich zu sein würden meine Akkus schon noch bisschen reichen, aber bei mir ist da jetzt so ein Hass dagegen über dass ich irgendwelche sage, nein ich will dass einfach nicht mehr.

    Aber andererseits will ich ja auch nicht ohne ihn :roll:

    Linde66

    Ja deswegen bin ich wohl auch gerade an diesem Punkt....wie lange noch?

    Wir sind jetzt seit 1 Woche räumlich getrennt haben nur einmal 3 Sätze in dieser Zeit miteinander gesprochen...solange waren wir bis jetzt nur einmal getrennt und nach dem ersten mal hat er sein Konsum nur noch aufs Wochenende verlegt...er hatte wohl eingesehen und wollte wohl auch Veränderung...aber dass es damit nun auch nicht für mich funktioniert konnten wir beide wahrscheinlich noch nicht wissen :huh::D

    Wie ihr gerade wahrscheinlich merkt, bin ich wieder ziemlich unsicher und habe diese Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es besser werden könnte...ich weiß einfach nicht was tun aber zumindest habe ich mich bis jetzt noch nicht bei ihm gemeldet...und er sich bei mir auch nicht..habe ihm am donnerstag gesagt dass es für mich nur noch zwei Wege gibt ohne Alkohol oder getrennte :/

    Unser gemeinsamer gebuchter Urlaub rückt immer näher und er möchte von mir eine Antwort ob ich mit ihm den Urlaub antrete und wir schauen was passiert und wie es wird...Daraufhin habe ich gesagt dass für mich nur diese oben genannten Wege in Frage kommen und er meinte, ja das ist möglich!?

    Naja ich bin total überfordert mit dieser Situation und so unsicher :(

    Danke für eure Unterstützung :*

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