Abstinenzler - Für mich gibt es nur einen Weg- Die Abstinenz

  • Frohes neues!! Meine Frau war Heroinabhängig, hat früher auch getrunken. Nicht so wie viel wie ich aber aber auch riskant. Gestern war da ne Party 100 Meter weiter, zufällig gesehen. Sie wurde unruhig und das hat sie mal getriggert was sehr sehr selten ist. Meine Haltung war so klar und abblockend das wir die Situation verlassen haben. Zuhause war sie mega begeistert wie felsenfest ich damit nichts zu tun haben wollte. Das war so ein tolles Gefühl wie sie mich lobte. Sie sagte immer, den anderen geht es am 01.01. saudreckig vom feiern- uns nicht. Früher bin ich Silvester völlig verkatert, erschöpft, mit Magenproblemen aufgestanden, weitergesoffen und Neujahr wieder völlig verkatert, Magenprobleme, völlig fertig. Ich weiß noch wie eklig zerstört ich Silvester im Restaurant saß mit der Familie ca. 2022. Heute 7.30 Uhr topfit, quicklebendig das ist einfach nur schön. Die letzten 5 Jahre Saufen waren einfach nur eine Quälerei,ekelhaft und zum Heulen.

    Heute trinke ich nicht

  • Hallo Abstinenzler,

    erst mal wünsche ich Dir ein Gesundes und Gutes neues Jahr. Ich freue mich sehr für Dich, dass Du an Deiner Abstinenz dran bleibst. :thumbup: Das Leben hat einfach mehr Qualität ohne Alkohol.

    Ich wünsche Dir was.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

  • Hi Abstinenzler,

    ich weiß nicht, ob es hier eine allgemeingültige Definition gibt, aber vor Kurzem gab es hier doch die Frage nach der Pille und wer sie nehmen würde, um wieder saufen zu können.

    Ich habe mit "ja" geantwortet, weil ich nur die negative Abgrenzung zum Alkohol habe. Sprich ich trinke halt nicht, weil ich weiß, dass ich sonst wieder im KH aufwache, mich vollkotze oder ähnliches passiert. Könnte ich das zu 100% ausschließen, würde ich ziemlich sicher wieder trinken. Es würde mir gefallen, mich wieder mit Menschen in einer Kneipe zu treffen, daher bin ich zwar körperlich trocken, aber meine Gedanken sind immer noch nass.

    Wer mit dem Alkohol so weit abgeschlossen hat, dass er gar nicht mehr darüber nachdenkt, ob ihm dadurch was fehlt und sich eine positive Abgrenzung geschaffen hat(= was gefunden, das demjenigen viel mehr Freude bereitet, als zu trinken), der denkt trocken.

    So wäre mal meine (!) Definition davon, vielleicht nicht vollständig und eher knapp gehalten, aber vielleicht kannst du damit ja was anfangen.

    VG Soapstar

  • daher bin ich zwar körperlich trocken, aber meine Gedanken sind immer noch nass.

    Gut erkannt!

    Es ändert sich nicht von heute auf morgen alles. Wer 20 bis 30 Jahre lang getrunken hat, dessen Alltag war geprägt von Festen, Feierlichkeiten und den Menschen, die dabei mitgetrunken haben.

    Im Nachhinein wird dann auch klar, welche davon ein abhängiges Verhalten hatten. Als ich das überprüft habe, war ich fast der Einzige.


    Es braucht Zeit, bis sich das eine oder andere von selbst verabschiedet. Schneller geht es, wenn der Süchtige bereit ist zu handeln, andere Beschäftigungen suchen, das trockene Leben kennenlernen. Denn das ist zunächst fremd. Mit der Zeit lernt man neue Leute kennen – Menschen, die dieses Leben, das uns Alkoholikern fremd war, schon immer geführt haben.


    Auch die „nassen“ Freunde und Bekannten von früher waren ja nicht sofort da. Auch die musste man irgendwann kennenlernen.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Ich habe mal eine Frage. Was ist immer wieder mit nassen und trockenen Gedanken gemeint? Irgendwie hab ich das nicht verstanden.

    Nasse Gedanken sind unsichtbar, nicht greifbar und schwer zu erkennen. Sie zeigen sich nur in der „Alkoholiker-Sprache“. Trockene Gedanken haben nichts mit Alkohol zu tun, nasse Gedanken hingegen sind das Gegenteil. Doch oft tarnen sie sich, sodass der Alkoholiker glaubt, es seien trockene Gedanken da das Sucht Hirn jahrelang darauf trainiert wurde.

    Solche Gedanken kennen wir alle, leider nur zu gut.;) „Ein Bier am Abend schadet doch nicht, ich habe so lange durchgehalten, da kann man sich ja mal was gönnen.“ Oder: „Andere haben viel mehr gesoffen, so schlimm war es bei mir doch gar nicht.“ Der Klassiker: „Zur Entspannung brauch ich jetzt einfach was.“

    Früher war es ja auch schön, mit Freunden beim Trinken zu sitzen. Und wenn man nur am Wochenende trinkt, hat man es angeblich im Griff. Essen schmeckt ohne Wein einfach nicht so gut, und mit Alkohol scheint sowieso alles leichter zu ertragen. :whistling:

    Die harmlosen erkannte ich ziemlich leicht, aber die gefährlichen waren für mich. Es stört mich nicht, wenn andere um mich herum trinken, ich komme auch damit klar, wenn zu Hause getrunken wird, und ich kann anderen nicht verbieten, etwas zu trinken.

    Alle gesteuert aus dem Suchthirn Alle diese Gedanken können zu Saufdruck führen

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Die nassen Gedanken sind noch sehr oft Präsent aber ich arbeite dran sie loszuwerden und durch trockene Gedanken zu ersetzen. Nervt natürlich, besonders wenn ich die alten Saufkumpanen zufällig treffe. Bin ja noch keine 2 Monate trocken, das dauert wohl noch seine Zeit.

    Heute trinke ich nicht

  • Bei mir sind es jetzt ~ 7 Monate und die Gedanken sind immer noch so präsent wie zu Beginn der Abstinenz. Manchmal sogar präsenter. Manchmal denke ich sogar, dass ich durch das "Aushalten der Langeweile" bzw durch Spaziergänge etc., die ich nur gemacht hab, um nicht zu saufen, schon mehr Zeit vergeudet hab als ich im gleichen Zeitraum verkatert auf dem Sofa vergeudet hätte.

    Das gilt es halt wohl teilweise auch auszuhalten... so viele Hobbys und Ablenkungen könnte ich mir gar nicht suchen,um diese Gedanken 100%ig abzustellen. VG Soapstar

  • durch Spaziergänge etc., die ich nur gemacht hab, um nicht zu saufen, schon mehr Zeit vergeudet hab als ich im gleichen Zeitraum verkatert auf dem Sofa vergeudet hätte

    Zeit vergeudet durch Spaziergänge?

    Das ist tatsächlich nasses Denken. Alleine schon das Vergleichen.
    Ggfs solltest Du Dir etwas anderes ausdenken?

    Bei mir vergingen die Gedanken an Alkohol auch ohne Ablenkung. Es macht ja keinen Sinn an etwas zu denken, dass ich sowieso nicht mache.
    Du scheinst noch nicht richtig damit abgeschlossen zu haben. Kann das sein?

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Zeit vergeudet durch Spaziergänge?

    Ja, da mir Spazieren gehen keinen Spaß macht und ich das nur mache, um nicht zu saufen (natürlich erst, wenn Fitnessstudio, lesen und fernsehen schon durch sind), ist die Zeit für mich vergeudet. Ich sauf halt in der Zeit nicht, das ist alles.


    Du scheinst noch nicht richtig damit abgeschlossen zu haben. Kann das sein?

    Doch, hab ich, aber ich bin damit halt nicht glücklich. Wie ich schon öfters geschrieben habe, ich wäre der 1., der die "ich kann wieder saufen"-Pille nehmen würde und ich hasse es, nicht kontrolliert trinken zu können.

    Ich beneide Menschen, die Nächte in Kneipen vertrinken können, ohne im Krankenhaus oder der Zelle zu landen und sich einfach im Griff haben. Ich hasse es, Alkoholiker zu sein und finde das Leben jetzt genauso scheiße wie vorher auch. Es ist stinklangweilig, aber halt wenigstens ungefährlich.

    Tut mir leid, dass ich keiner von denen bin, die "nie mehr zurück" wollen und jetzt "das tollste Leben ever" haben. Gefühlt bin ich mit diesen Ansichten allein, das ist mir bewusst. Auch in meiner realen SHG ist bei allen fast immer eitel Sonnenschein und alles so viel besser als früher.

    Ist auch okay, sei Euch ja allen gegönnt. Für mich hat sich von den vielen Erwartungen ans Nüchternsein keine erfüllt außer der befürchteten Langeweile und der Verlust des Freundeskreises.

    Vielleicht bin ich heute auch noch frustrierter als sonst, weil ich gestern den Geburtstag eines Freundes mal wieder sausen lassen musste, aber im Großen und Ganzen sind das einfach meine Ansichten.

    VG Soapstar

  • Soapstar Ich mag deine anschauliche Ehrlichkeit ☺️ Dafür ein Like. Trotzdem wünsche ich dir, dass du deine persönliche Zufriedenheit mit der Nüchternheit findest.

    Liebe Grüße

    Mattie

    Hallo Mattie,

    vielen lieben Dank 😊 Ich denke, die letzten Tage (Weihnachten, Silvester und dann hat meine Freundin am 01.01. auch noch Geburtstag) waren halt auch ganz besonders "anders" als sonst, das muss ich für mich alles noch sortiert bekommen.

    Aber jetzt möchte ich Abstinenzlers Faden nicht länger blockieren, wenn ich noch mehr Bedarf zum "Auskotzen" habe, sollte ich meinen eigenen nutzen. Sorry Abstinenzler!

    VG Soapstar

  • Vielleicht hilft dir die Gedanken, die du hast zuzuordnen.

    Bist das du,oder das suchtgedächtnis.

    Sucht pflanzt Gedanken ein um weiter zu kommen, sprich saufen.

    Das willst du nicht. Aber sie quengelt rum wie ein kleines Kind, dem man sein Spielzeug weggenommen hat.Das Spielzeug warst du.

    Mir hat oft geholfen mir was gutes zu tun und es auch zu benennen, die positiven Auswirkungen zu benennen und den quälgeist zu ignorieren.

    Fängt mit der HALT Regel an.

    LG Bolle

    Der Weg ist das Ziel(Konfuzius)

    Seit 1.1.2014 trocken

  • Es ist stinklangweilig, aber halt wenigstens ungefährlich.

    also von mir gibt es auch einen Daumen hoch für deine Ehrlichkeit aber ich versuche zu verstehen woher die lange weile kommt. Bei mir ist es gerade anders rum, nüchtern gibt es doch viel mehr zu tun, Dinge die man nass nicht gemacht hat bzw. sich nicht darum gekümmert hat etc.

    du musst davon wegkommen andere fürs saufen zu beneiden, das dümmste Hobby der Welt.

  • Aber jetzt möchte ich Abstinenzlers Faden nicht länger blockieren, wenn ich noch mehr Bedarf zum "Auskotzen" habe, sollte ich meinen eigenen nutzen. Sorry Abstinenzler!

    Ich kann es abtrennen und bei dir weitermachen – sag einfach Bescheid. Dein Post zeigt eine klare Rückfallrichtung. Wie nah du wirklich dran bist, weiß nur du selbst. Aber wir können das Thema gern verlagern.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Danke Hartmut,

    danke fürs Angebot, aber ist nicht nötig.

    Ich bin zwar in der Tat sehr frustriert aktuell, sehe mich aber nicht gefährdet.

    Jetzt noch rückfällig zu werden, wo ich Heiligabend, zwei Feiertage, Silvester und zwei Geburtstage nüchtern absolviert bzw. abgesagt habe und in zwei Tagen wieder arbeiten darf, wäre auch wirklich Blödsinn. Auch wenn der Sucht das natürlich egal ist und sie auf nen unachtsame Moment lauert, aber ich fühle mich stabil. Unzufrieden, aber stabil. Danke für Eure Tipps, Hilfsangebote und guten Wünsche, das weiß ich wirklich zu schätzen!

    Ich habe jetzt auch einen Grund (sicher nicht alle, aber einen)für meinen Frust ausfindig gemacht, den werde ich Euch in meinem Faden mitteilen.

    Danke nochmal und VG, Soapstar

  • Hatte gerade unterwegs Saufdruck, richtig schlechte Laune mir gings schlecht. Meine Frau ist seit Silvester richtig scheiße zu mir. Notfallkoffer benutzt das erste Mal.Habe 1 Liter Wasser geext, Genascht, eine Liste mit schlimmen Dingen die durchs Saufen entstanden sind gelesen. Oh man. Ich fahre nicht saufen, ich bleibe Zuhause.

    Heute trinke ich nicht

  • Bei mir sind es jetzt ~ 7 Monate und die Gedanken sind immer noch so präsent wie zu Beginn der Abstinenz. Manchmal sogar präsenter.

    Mein Kopf sagt hast doch so lange nicht mehr, wäre ja nicht so schlimm

    Manchmal denke ich sogar, dass ich durch das "Aushalten der Langeweile" bzw durch Spaziergänge etc., die ich nur gemacht hab, um nicht zu saufen, schon mehr Zeit vergeudet hab als ich im gleichen Zeitraum verkatert auf dem Sofa vergeudet hätte.

    Du hast deine Gesundheit nicht zerstört, das ist doch viel besser. Verkatert auf dem Sofa ist ja eine Quälerei, Spazierengehen ist wenigstens etwas Bewegung, frische Luft und Natur

    Heute trinke ich nicht

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