Abstinenzler - Für mich gibt es nur einen Weg- Die Abstinenz

  • Falsche Uhrzeit da gewesen. Morgens ist keine Sauferei dort.

    Das war dir nicht bewusst?

    Angenommen, du bist trotzdem hingegangen dann war das eine bewusste Konfrontation mit Alkohol. Dass Saufgedanken kommen, wenn alle um dich herum trinken, besonders am Anfang des Weges, ist absehbar. Vor allem, wenn du weißt, dass du schon zigmal rückfällig geworden bist. Es dann trotzdem zu schaffen, nichts zu trinken, hat was mit Kampf zu tun.


    Es gibt Ansätze der Konfrontationstherapie, die so etwas propagieren, aber ich kenne niemanden, der das auf Dauer nüchtern durchgehalten hat. Jeder kann das sehen, wie er will. Und wenn einer im Biergarten trocken werden will und bleibt, dann ist alles gut. Am Ende zähle nur ich.

    Ich persönlich habe Probleme mit dem Begriff „Stolz“, besonders im Zusammenhang mit Krankheit. Ich war gerade erkältet, bin auf dem Weg der Besserung – soll ich jetzt stolz sein, weil ich wieder gesund werde? Als ich getrunken habe, war ich derjenige, der am meisten vertragen hat, der am meisten wegstecken konnte.

    Schnell Trinken, ein Liter Bier in unter fünf Sekunden darauf war ich auch stolz. Und ich war auch stolz, ein paar Tage nicht trinken zu müssen. Es folgte jedoch nur eine Trinkpause nach der anderen.

    Deshalb hat „trocken bleiben“ für mich nichts mit Stolz zu tun. Beim Trockenbleiben muss mir niemand auf die Schulter klopfen auch ich mir selbst nicht. Es ist eine Notwendigkeit. Eine Lebensaufgabe. Eine Strategie, um nicht rückfällig zu werden, um gesund zu bleiben. Aber was passiert, wenn der Stolz nachlässt? Wenn die Motivation schwindet? Dann bin ich immer noch süchtig.

    Genieß ruhig eine Weile die Anfangseuphorie, aber vergiss nicht, Trocken zu bleiben ist nichts Außergewöhnliches, es muss zur Normalität werden. Eine andere Chance hat ein Alkoholiker nicht.

    lso nur ein kleiner Teil der Suchtkranken schafft eine dauerhafte Abstinenz, viele schaffen es nicht

    Da hast du recht, aber ich stehe nicht in einem Wettbewerb mit anderen, sondern es geht nur um mich.

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Das verwirrt mich jetzt

    Moin Abstinenzler, ich bin auch ein wenig stolz auf meine 10 Monate es ist ja schließlich das erste mal seit ca. 30 Jahren, was Hartmut vermutlich in deinem Fall meint ist, das du dich in Gefahr begeben hast und jetzt stolz darauf bist widerstanden zu haben. Ich könnte ja auch nicht stolz auf mich sein wenn ich es schaffe 6 Stunden im Volksfestzelt mit apfelschorle dem Alkohol zu widerstehen. Um richtig glücklich abstinent zu werden muss es ein normal Zustand werden, wenn man noch stolz ist hat man ja noch nicht seinen Frieden damit gemacht.

    Vorgestern und gestern noch schlimmer kam mir in den Kopf, Saufen, saufen irgendwie möchte ich saufen. Ich dachte scheiße, dir geht es doch dann so schlecht aber trotzdem wollte ich saufen

    Solange du noch solche Gedanken hast musst du mMn jegliches Risiko vermeiden. Ich hatte zum Glück bis jetzt nicht so große Probleme mit dem Saufdruck darum hab ich leicht reden.

    Gruß R/no

  • es war in der Sauna

    Da kamen bei mir sogar plötzlich nach ca. 1 1/2 Jahren mal so Gedanken auf. Ich war sehr überrascht. Eigentlich aber kein Wunder. Ich hatte ja vorher, zwischen jedem Saunagang, ein Bier getrunken. Das hat wohl das Suchthirn zum Anlass genommen, mal zuzuschlagen. Bzw. das wollte es.

    dachte sie aber nicht zu Ende.

    Ich habe es nicht zu Wort kommen lassen. Ah, Suchthirn - keine Diskussion.

    Bei mir lief das "Gespräch" im Kopf in etwa so ab.

    Bild vom Bier in der Gastro kam auf.

    Ich: "Was ist denn jetzt los?"
    Suchthirn: "Du könntest mal wieder und Du hast noch einige Stunden Zeit."
    Ich: "Ah, Suchtstimme. M... halten."
    Suchtstimme: "Aber..."
    Ich: "M... halten"
    Suchtstimme:"..."
    Ich "Ruhe sag’ ich."

    Dann bin ich aufgesprungen und habe in den Notfallkoffer gegriffen. Also, an den Spind und meinen Sprudel leer getrunken. Die ganze Flasche. Danach in ein Becken gegangen. Andere Location.

    Also, erstens. Keine Diskussion mit der Suchtstimme. Ich weiß es schon und sie wird es nie einsehen.

    Zweitens. Nicht aussitzen, sondern aktiv werden. - Notfallkoffer.

    So. Das waren meine Gadgets in Kürze.

    Gut, dass es nochmal gutgegangen ist bei Dir.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Hallo, ich hatte leider am Samstag einen Rückfall. Ich hatte die Tage davor schon Saufgedanken, da habe ich es überstanden. Doch am Samstag hatte ich einen Streit der negative Gefühle auslöste, dazu noch die Saufgedanken. Ich fragte mich willst du? Ich sagte NEIN, bin aber trotzdem losgefahren. Eine Scheiße!!

    Habe 2 Tage gesoffen, saß in Handschellen auf der Polizeirückbank , die mich nach Hause brachten damit ich wohl kein Rad mehr fahre. Das Rad suchte ich dann im Dorf und fand es ``zufällig``. Habe mich beim Imbiss blamiert in dem ich mega Scheiße gelabert habe und wohl auch geweint habe. Wie immer Scheiße gewesen die Sauferei.

    Die 4 Tage darauf hatte ich einen heftigen Entzug mit zittern, schwitzen, Schüttelfrost, kaum Schlaf, völlige Erschöpfung, heftige Übelkeit, kaum Bewegung, Krankschreibung, Schuldgefühle.

    Vorher war ich so zufrieden,happy,stolz mit der Abstinenz. Alles fürn Arsch. Habe keinen Notfallkoffer. Habe das erst hier im Forum mitbekommen einen zu haben.

    Scheiß Sucht. Scheiß Ich

    Heute trinke ich nicht

  • Da wäre mir an anderer Stelle die Frage gestellt worden:

    Was hast Du Dir in dem Moment, als Du mit dem Trinken angefangen hast, davon erwartet? Und als nächstes: hat das funktioniert?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Hallo, ich hatte leider am Samstag einen Rückfall

    Welcher Samstag war das genau? Du hast geschrieben, zwei Tage durchgesoffen und danach vier Tage Entzugserscheinungen gehabt. Das wäre dann doch nicht letzten Samstag gewesen, oder?

    . Doch am Samstag hatte ich einen Streit der negative Gefühle auslöste, dazu noch die Saufgedanken. Ich fragte mich willst du? Ich sagte NEIN, bin aber trotzdem losgefahren. Eine Scheiße!!

    Das war kein Rückfall im klassischen Sinn , du hast ja noch gar nicht richtig aufgehört. Wenn ich das aus meiner Erfahrung sagen darf.;) Denn die Zeitspanne zwischen „Ich saufe wieder“ und dem tatsächlichen Loslaufen reicht normalerweise aus, um sich hier zu melden.

    Also wolltest du saufen. Das ist keine Kritik, kein Gemecker das ist der Prozess, den die Sucht auslöst. Sie meldet sich, du folgst. Und das mit dem kalten Entzug wenn es einer war, ist nicht ohne. Warst du beim Arzt? Hast du das abklären lassen?

    Also dann wieder von vorne. Oder bist du dir noch nicht sicher, ob du wirklich abstinent leben möchtest?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Habe 2 Tage gesoffen, saß in Handschellen auf der Polizeirückbank , die mich nach Hause brachten damit ich wohl kein Rad mehr fahre. Das Rad suchte ich dann im Dorf und fand es ``zufällig``. Habe mich beim Imbiss blamiert in dem ich mega Scheiße gelabert habe und wohl auch geweint habe.

    Das mit dem Rückfall tut mir sehr leid für dich. Ich gehöre ja auch zu der Kategorie Säufer, die das Blaulicht schon bei dem 1. Griff zur Flasche magisch anzieht und habe damit schon 1000x gehadert.

    Aber ich verspreche dir, dass auch diese beschissenen Gedanken an den Imbiss etc. wieder vergehen werden und Gras über die Sache wächst. Leider irgendwann sogar so viel, dass einen solche Erlebnisse gar nicht mehr vom Trinken abhalten können und man sie unter Kollateralschaden abheftet. Das wünsche ich dir natürlich nicht, sondern ein Verblassen der Scham- und Schuldgefühle bei gleichzeitiger Beibehaltung der Achtsamkeit vor dem scheiß Alkohol!

    LG und alles Gute, Soapstar

  • Hey Abstinenzler, nun ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und Fragen nach dem "Warum" sind denke ich überflüssig denn wir sind ja Alkoholiker. Kopf hoch und nachdenken, Hartmut hat es ja gut auf den Punkt gebracht was Fase war.

    Habe mich beim Imbiss blamiert in dem ich mega Scheiße gelabert habe und wohl auch geweint habe. Wie immer Scheiße gewesen die Sauferei.

    Wenn das der Ort war an dem du oft getrunken hast würde ich jetzt Tabula Rasa machen, geh hin und sag klipp und klar was los ist, vielleicht bedienen sie dich ja dann nicht mehr und wahrscheinlich weiß es schon das halbe Dorf.

    Kopf hoch und weitermachen das kann uns allen passieren und mich ärgert das auch wenn ein Kollege rückfällig wird glaub mir, ich schreib das jetzt nicht nur so....

    LG R/no

  • Ohne Alkohol ist es ein schönes Leben. Herrlich ohne die Scheiße die passiert, die Kater die immer schlimmer werden und die Entzüge. Es lohnt sich.

    Das muss du immer im Kopf behalten. Ich denke gefühlt 24/7 an das Forum und über mich und meine Krankheit nach. Vor allem hast du es ja schon öfters versucht und bist immer wieder gescheitert. Wie sieht das bei dir aus, wo gehst du Abends hin oder was machst du um dich auf andere Gedanken zu bringen. Ist der Imbiss gleich bei Dir um die Ecke und gibt es da noch mehr Lokalitäten in denen du oft gerne gesehen warst? MMn müsstest du dann vielleicht mal dahin und die Karten auf den Tisch legen und darum bitten nie wieder bedient zu werden. Erzähl doch mal wenn du willst wie das immer abläuft.

  • Schon bei Deinem Titel war mir klar, dass Du nen Rückfall haben wirst.

    Bei mir hat das mit Kampf überhaupt nicht funktioniert.

    Aber mit Einsicht und einer simplen Rechnung.

    Die Rechnung ging bei mir so:
    Für 10 Minuten Vorfreude beim Anfluten, die sowieso in einer Enttäuschung endet, weil ich mich gar nicht mehr in den Zustand saufen konnte, den ich gerne gehabt hätte, bezahle ich mit 5 Tagen Ärger wegen dem Mist, den ich mache und dem anschliessenden Ausnüchtern. Rentiert sich das in irgendeiner Weise? Nein.

    Und dann habe ich mich gefragt, was will ich eigentlich, wenn ich saufen will? Und die Antwort war, ich will mich in irgendeiner Weise besser fühlen, als ich mich jetzt fühle.
    Und da mir dann klar war, dass ich mit Saufen da nie mehr hinkomme, habe ich andere Wege gesucht. Oh, das war nicht immer einfach, ich musste ne Menge Dinge tun und die erst mal zulassen und lernen, über die ich früher gelacht oder mich sonstwie gesträubt hätte.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • hallo Abstinenzler

    das wird jetzt hart und nimms mir nicht krumm, aber mitleid gibts von mir nicht. auch dein selbstmitleid bringt dich nicht im geringsten weiter, sondern zieht dich immer weiter mit. es intressiert auch nicht was der auslöser war, dass bringt uns und vorallem dich nicht weiter:idea: der rückfall hat sich angekündigt und du hast nicht reagiert. punkt.

    zum anfang wäre es erst einmal schön, wenn du Hartmut seine frage beantworten würdest, die am ende seiner ausführungen stand. wie siehst du deinen weiteren weg? die frage ist auch relativ einfach zu beantworten... JA oder NEIN? siehst du für dich einen abstinenten weg oder nicht? entscheide in ruhe und vorallem nüchtern...möchtest du ein selbstbestimmtes leben führen ohne das teufelszeug? dann komm jetzt in die puschen. meinetwegen kannst du heulen und schreien und glaube mir es gibt hier keinen der das nicht schon durch hat. aber steh jetzt auf, denn knien musst du vor niemanden. klopf den staub ab und weiter gehts...

    gruss eternal

  • Hallo Abstinenzler, es tut mir sehr leid, dass du in die Falle getreten bist! Kopf hoch, weitermachen! Meinen Respekt hast du dafür, dass du dich wieder hier gemeldet und dich nicht still davongeschlichen hast. Das habe ich hier noch nicht häufig erlebt.

    Ich wünsche dir, dass du wieder in die Spur kommst, und freue mich auf weitere Beiträge von dir.

    Alles Gute

    Mattie

  • Wir sind bei Selbsthilfe, also könnte es mir egal sein, wo der Mehrwert für Abstinenzler ist.

    Und ich hab auch keine Rückfälle, seitdem ich ernsthaft aufhören wollte.und vielleicht liegt der Mehrwert für ihn darin, drüber nachzudenken, woran das wohl liegen könnte.
    Obwohl er selbst alle möglichen Weisheiten rausgehauen hat von Saufdruck ist nach einer halben Stunde vorbei bis es ist ja so viel schöner nüchtern (hat er alles hier geschrieben) hat ers ja nicht umgesetzt.

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Wer ist uns? Bitte nicht für mich sprechen.

    Ich hatte nicht vor für andere zu sprechen, ich hab mir vorgestellt wie ihm zumute ist und wollte dann ein paar aufbauende Worte spenden da hab ich es halt verallgemeinert, sorry. Ich würde es auch wieder tun dann halt >mir könnte es auch passieren< was ja auch zutrifft oder?

  • Hallo Abstinenzler,

    es tut mir leid, dass Dir das passiert ist. Sicher fühlst Du Dich nun elendig. Du kannst neu beginnen. Lass den Kopf nicht hängen und tu was für Dich und Dein Leben. Krone richten und weiter machen.

    LG

    Bibi

    Das Leben wird dir solange denselben Test geben, bis du ihn bestanden hast.

    -Xo Filou-

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