Boss, Wenn das erste Bier den Tag beendet

  • Hi Boss,

    ich hab nen echten Stressjob nach 3 Monaten Trockenheit angenommen. Weil ich ordentlich Schulden hatte, war mir das als Baustein zum Frustabbau wichtig und ich war der Meinung, ich sollte meine Probleme auch wegen der Stabilität der Trockenheit lösen..
    Jetzt dürfte gerade die erste feucht-fröhliche Weihnachtsfeier sich jähren, ich musste als Führungspersonal erscheinen und es lief unter Arbeitszeit, hätte schlecht ausgesehen, wenn ich nicht dabei gewesen wäre. Ich hab mir im Vorfeld überlegt, wie ich das mache und es hat funktioniert, ich weiss aber, dass es Andere triggert, deswegen ist das nur meine Erfahrung, und keine Empfehlung.

    Ich hatte fast nie Saufdruck, meine schlechten Erfahrungen reichten erst mal. Ich hab ja auch ein bisschen mehr getrunken als Du und mir ging es ein bisschen schlechter deswegen.

    Das erste Jahr war ich ziemlicher Loner, allein aufgehört, dann 8 Wochen einige Termine in der Suchtberatung, dann nichts mehr. Ich hab eine Partnerin, aber trocken werden musste ich selbst.
    Und ich war auch so ein Typ mit der Einstellung, Yoga ist was für Warmduscher.

    Ich hatte im Job viel Verantwortung und ich kam abends schlecht runter. Stresshormone hoch, Gedankenkreisen um den Tagesablauf, Unsicherheit ob ichs richtig mache, volles Programm. Ich habs mit auspowern versucht, bin schon mal grundsätzlich 20 km mit dem Rad da hin gefahren, mittags um den See gelaufen, abends noch ne Extrarunde, triggerte das Aufgedrehtsein aber eher bei mir.

    Bin nach einem knappen Jahr in eine reale SHG, gucken ob Andere ähnliche Probleme haben, waren aber leider lauter Leute mit völlig anderer Lebensrealität als ich.

    Tja und dann bin ich zum Yoga. Wenn du glaubst, das ist was für Weicheier, hast Du schlicht keine Ahnung. Erst mal war es körperlich anstrengend, obwohl ich sehr fit war, und bei den ersten Meditationsversuchen musste ich mal aufspringen und den Raum verlassen, weil ich mich selbst nicht ausgehalten habe.
    Ich würde heute aber sagen, genau das brauchte ich.
    Äh, Nein, ich will Dich nicht überreden. Ich schätze aber, dass Du schlicht keine Ahnung davon hast und nur eine Meinung ohne Background dazu.
    Es geht nur ums geistig mal die Scheuklappen ablegen, was gibts überhaupt für Möglichkeiten.
    Was Du machst, ist natürlich individuell.

    Hör in Dich rein, ob das, was Du tust, Dir gut tut. Manche Leute, mich eingeschlossen, stellen hohe Ansprüche an sich selbst, die sie erfüllen wollen, obwohl das ungesund werden kann.

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

    3 Mal editiert, zuletzt von Lebenskuenstler (11. Dezember 2025 um 10:42)

  • Auf das Jobding wollt ich nicht eingehen. (Ich hab nach einem Jahr und drei Monaten eine neue Ausbildung gemacht, die nicht ohne war. Da war ich einfach soweit. Das aber nur am Rande.) Nach 4 Wochen Nüchternheit, wäre ich halt noch nicht auf ein Konzert gegangen, weil ich nicht gewußt habe, was das in mir vielleicht auslöst.

    Einmal editiert, zuletzt von Hera (11. Dezember 2025 um 13:11)

  • Also ich verstehe Boss insofern schon, dass man eine lange geplante Selbständigkeit nicht mal eben wieder rückgängig machen kann und dem bisherigen Arbeitgeber sagt "ich muss noch ein Jahr bei dir bleiben, ich arbeite jetzt an meiner Alkoholsucht".

    Genau so ist es auch. In meinem Fall habe ich die Entscheidung für die Selbstständigkeit schon im Frühjahr getroffen, weil ich eine Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Quartalsende hatte. Es ist auch nicht einfach, mich und mein Aufgabenfeld zu ersetzen, deshalb habe ich meinen Ausstieg bereits vor acht Monaten öffentlich gemacht.

    Und ja, gegen Ende hätte ich nicht einfach sagen können: „Beschäftigt mich bitte weiter, ich arbeite jetzt erstmal an meiner Alkoholabhängigkeit.“ Das wäre völlig unrealistisch gewesen. Eine neue Festanstellung wäre auch wieder mit massivem Stress und Verpflichtungen verbunden.

    Die Alternative wäre Arbeitslosigkeit gewesen. Und dafür bin ich mir zu fein, darauf habe ich auch absolut keine Lust.

    In die Abstinenz bin ich tatsächlich einfach so reingerutscht. Ich glaube aber schon, dass mir unterbewusst klar war, dass es schwierig werden könnte oder sogar gefährlich, wenn ich weiter trinke und gleichzeitig selbstständig werde. Denn durch die Selbstständigkeit habe ich natürlich deutlich mehr Freiraum als vorher.

    Wie dem auch sei, jetzt bin ich zum Glück fast einen Monat abstinent. Am Wochenende mache ich es offiziell rund. Und mit jedem Tag wird mir die Abstinenz schützenswerter. Am Anfang konnte ich gar nicht nachvollziehen, warum hier so viele davon sprechen, ihre Abstinenz zu schützen. Jetzt checke ich es.

    Ich brauche definitiv ein Gerüst mit mehreren Stunden Arbeit am Tag. Bei mir war es eher normal, zehn bis zwölf Stunden zu arbeiten und zusätzlich vier bis sechs Stunden erreichbar zu sein, Mails zu lesen und zu beantworten. Ich erhoffe mir durch die Selbstständigkeit sogar weniger Belastung, da ich überwiegend nach Stunden fakturiere.

    Aktuell muss eben noch das Fundament gebaut werden, aber das Ende ist absehbar.

    Ab dem 5. Lebensjahr meines Sohnes habe ich begonnen, ihm jedem Abend während des Abendbrotessens vorzulesen.

    Wir arbeiten gerade einen Kurs zum Lesen durch. Den Tipp bekam ich von einer Mutter, deren Kind in der Vorschule Lesen gelernt hat. Das hat mich ziemlich beeindruckt. Anfangs war die Motivation bei meinem Sohn überschaubar. Seit Minecraft aber die Blocknamen vorgibt und manche Blöcke sich nur am geschriebenen Wort unterscheiden, hat es Klick gemacht.

    Jetzt fragt er von sich aus nach der nächsten Lektion. Allerdings schaltet der Kurs nur wöchentlich etwas frei. Eine feste Leseroutine haben wir nicht, aber deine Idee klingt nach etwas, das ich mal ausprobieren könnte.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was diese Diskussion jetzt soll. Wenn es dich betrifft, können wir beide uns gerne bei dir austauschen. Aber das hier ist der Thread vom Boss. Wir sprechen hier nicht übereinander, sondern miteinander.

    Ich liebe deine Beiträge in meinem Faden. Im Prinzip wiederholst du dich ständig, nur die Sätze und der Kontext verändern sich. Genau das ist genial und hilft mir wirklich sehr. Der Text heute Morgen war eine 9.5 von 10. 0.5 Abzug, weil unterschwellig rüberkommt, dass ich die Abstinenz gegen die Wand fahre. Aber selbst das motiviert mich, es nicht zu tun.

    Ich werde die letzten zwei Sätze zitieren, wenn ich ein Jahr abstinent bin.

    Trotzdem möchte ich hier eine Regel festlegen. Solange es einen Bezug zu meinen Themen gibt, kann hier jeder fröhlich diskutieren und sich austauschen, auch wenn ich gerade nicht online bin.

    Es ist ein Austausch und jede Sicht interessiert mich. Deshalb bitte nichts künstlich abwürgen, solange es in den Rahmen des Forums passt.

    Und wenn meine Emotionen verrücktspielen, Suchtdruck kommt oder eine Gruppendynamik entsteht, dann greife ich eben zu. Genau deshalb geht es zuerst darum, stabil zu werden.

    Und das schaffte ich auch nicht allein mit Denken , dafür brauchte es Abstand. Zumindest, wenn sich all die Langzeit‑Trockenen, die diese Grundbausteine ins Leben gerufen haben, nicht irren.

    Und ich weiß selbst, wie es ist, an Meetings oder Events teilzunehmen und in der Gruppe zu sitzen. Das ist kein theoretisches Gerede, das ist gelebte Erfahrung.

    Mit jedem Mal, wenn du und andere es schreiben, wird mir klarer, dass es wirklich darum geht, alles zu tun, um riskante Situationen zu vermeiden, weil es eben um den Schutz der Abstinenz geht.

    Konkretes Beispiel Konzert. Es ist etwas, das man theoretisch weglassen kann. Ein unnötiges Risiko. Vielleicht nicht heute kritisch, vielleicht nicht morgen, aber irgendwann vielleicht doch. Ich verstehe das.

    Deshalb plane ich auch keine weiteren Events und kaufe bewusst keine Tickets mehr. Normalerweise hätte ich längst neue bestellt.

    Bin nach einem knappen Jahr in eine reale SHG, gucken ob Andere ähnliche Probleme haben, waren aber leider lauter Leute mit völlig anderer Lebensrealität als ich.

    Ich werde eine ausprobieren. Ich habe die gleiche Befürchtung wie du, dass es vielleicht nicht passt, aber ich mache es einfach.

    Tja und dann bin ich zum Yoga. Wenn du glaubst, das ist was für Weicheier, hast Du schlicht keine Ahnung.

    Das sollte nicht abwertend klingen, das war deine Interpretation. Ich werde definitiv mehrere Methoden zur Stressbewältigung ausprobieren. Yoga steht auch auf der Liste, nur ziemlich weit unten.

    Wenn die anderen Sachen nichts bringen, reden wir nochmal über Yoga. 😬

    LG

  • Trotzdem möchte ich hier eine Regel festlegen. Solange es einen Bezug zu meinen Themen gibt, kann hier jeder fröhlich diskutieren und sich austauschen, auch wenn ich gerade nicht online bin.

    Du kannst Regeln festlegen, wie du möchtest. Wenn sie zu unseren Regeln passen, ist alles gut. Wenn nicht, wirst du es erfahren.

    Natürlich wiederhole ich mich ständig. Trockenwerden ist keine Wissenschaft, sondern ein Abwägen von Risiken und ein Handeln. Ein tägliches Handeln. Und ob du irgendwann mal etwas zitierst, weil du es mit der Faust in der Tasche geschafft hast oder nicht, ist mir egal. Du stehst mir gegenüber in keiner Bringschuld. Wenn es dir persönlich guttut, dann freut es mich für dich.

    Aber du bist doch wegen dir hier, nicht wegen mir.

    Und ich kenne diese Geschichten auch seit 18 Jahren, auch immer das Gleiche, von denen, die die Grundbausteine gehen, bis zu den Individualisten, die hier reinkommen und glauben, sie hätten einen eigenen Plan. Und wenn du unterschwellig etwas hineinliest, zeigt das nur, dass du interpretierst, statt dich mit dem Sinn des Textes zu beschäftigen. Aber der Thread ist öffentlich und wenn Unsinn verbreitet wird, dann wird er eben klar gestellt.

    Dass du dich auch mit Soapstar verstehst (nur als Beispiel, weil er ebenfalls am Anfang steht), ist völlig normal. Überall dort, wo etwas geschrieben wird, das dem eigenen Denken entspricht, saugt der "nasse" Kopf automatisch an. Und das ist genauso normal, besonders am Anfang des Weges.

    Kennst du den Spruch: Zwei Ertrinkende können sich nicht gegenseitig retten?

    Egal, du hast es ja drauf, also mach mal.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Du kannst Regeln festlegen, wie du möchtest. Wenn sie zu unseren Regeln passen, ist alles gut. Wenn nicht, wirst du es erfahren.

    Warum hast du den Satz nicht mit zitiert, der genau das aussagt, was ich selber geschrieben habe.

    „Solange es ins Forum passt“ ist für mich gleichzusetzen mit „wenn es zu den Regeln passt“. Ich kenne die Forenregeln im Detail nicht, deshalb habe ich es bewusst so formuliert.

    Dass du dich auch mit Soapstar verstehst (nur als Beispiel, weil er ebenfalls am Anfang steht), ist völlig normal. Überall dort, wo etwas geschrieben wird, das dem eigenen Denken entspricht, saugt der "nasse" Kopf automatisch an. Und das ist genauso normal, besonders am Anfang des Weges.

    Warum „verstehe“ ich mich mit Soapstar.

    Es hätte jeder andere diese Sätze schreiben können und ich wäre genauso darauf eingegangen. Dass er noch ein Frischling ist, wusste ich nicht. Seinen Faden kenne ich, wenn überhaupt, nur am Rande.

    Und weshalb ist das jetzt „nasses Denken“.

    Unter nassem Denken verstehe ich, dass die Sucht in mir nach Bestätigung sucht. Das sehe ich in dem Fall nicht. Ich habe nur eine Ist Situation beschrieben und meine Entscheidung daraus abgeleitet. Mehr war da nicht.

    Egal, du hast es ja drauf, also mach mal.

    Das schlägt für mich in eine ähnliche Kerbe wie der Frontalangriff von Stef. Nur du brauchst einen Satz anstatt einen Auflauf.

    Wenn ich hier den Eindruck erwecke, ich wüsste alles besser, wäre der große Bitcoin Schnösel (Spoiler: ich halte keine Bitcoins), dann habe ich das komplett anders gemeint.

    Ich schreibe ausführlich, weil ich dachte, es gehört dazu und weil es mir hilft, die Gedanken zu sortieren. Offensichtlich triggert das bei manchen aber irgendetwas.

    Ich habe keine Lust, das endlos zu diskutieren, weil es mir nichts bringt. Macht mich ehr wütend. Aber du sagst es richtig, ich bin hier mich mich. Und sowas bringt mir gar nichts. Dann lass ich es mit dem Schreiben halt. Dann ist es halt so.

    LG

  • Ich habe keine Lust, das endlos zu diskutieren,

    Wieso machst Du es dann? Es ist kein Problem, eine Aussage einfach stehenzulassen, wenn sie mich meiner Meinung nach nicht weiterbringt.

    Z. B. Deine "Boss-Like Aussage" zum Yoga. Da habe ich das Gleiche gedacht wie Lebenskünstler. Aber es war/ist mir egal. Tipp gegeben, fertig.

    Bei Fragen oder Interesse hätte ich noch was geschrieben. So, aber ist das Thema eben hier durch. Spare ich mir schon die Worte.

    Habe ja meinen eigenen Faden den ich damit voll bollern kann. :) Und auch habe. Zumindest am Anfang.

    Wo ich hingehe, dort bin ich.

  • Warum „verstehe“ ich mich mit Soapstar.

    Nicht direkt mit dem Soapstar. Er galt als Beispiel. Es ist nicht unüblich, dass sich neue User die gerade erst aufschlagen, mit denen verbünden, die ebenfalls am Anfang stehen. Besonders dann, wenn sie ihren „individuellen Weg“ bestätigt haben wollen , am liebsten gegen die Erfahrungen der Langzeit-Trockenen.

    Das schlägt für mich in eine ähnliche Kerbe wie der Frontalangriff von Stef. Nur du brauchst einen Satz anstatt einen Auflauf.

    Ich habe das jetzt nicht so wahrgenommen, aber wenn es so ist, dann frag dich doch mal, warum du so wirken könntest. Mir ist das egal denn ich schaue auf den Text. Aber wenn ich interpretieren würde, kommst du manchmal , so nett, wie ich es formulieren kann ;) „über motiviert und sehr von dir selbst überzeugt“ rüber. Und da spreche ich ausschließlich von der Sucht.

    Der Rest interessiert mich relativ wenig.

    Du hast gerade mal 30 Tage auf dem Buckel , du gehst deinen Weg, alles gut. Aber wenn du gegen alle Erfahrungen argumentierst und deine eigenen Meinungen dagegenstellst, dann wird eben diskutiert.

    Nicht nur wegen dir. Es wird ja mitgelesen.

    Ich schreibe ausführlich, weil ich dachte, es gehört dazu und weil es mir hilft, die Gedanken zu sortieren. Offensichtlich triggert das bei manchen aber irgendetwas.

    Das ist doch gut, aber was hast du erwartet ? Dass alle deine Posts einfach abnicken? Natürlich triggert es, wenn der Eindruck entsteht, dass ein User lachend in die Kreissäge läuft.

    Ich habe keine Lust, das endlos zu diskutieren, weil es mir nichts bringt. Macht mich ehr wütend. Aber du sagst es richtig, ich bin hier mich mich. Und sowas bringt mir gar nichts. Dann lass ich es mit dem Schreiben halt. Dann ist es halt so.

    Es zwingt dich doch keiner, zu diskutieren. Manchmal hilft es einfach, etwas stehenzulassen und 24 Stunden sacken zu lassen.

    Hilft es – gut. Hilft es nicht – ab in den Trash. Und vielleicht schaust du später, in 30 Tagen oder wann auch immer, nochmal drauf, ob doch etwas drinsteckte. Und gut ist. Aber wenn du nicht mehr schreiben willst, ist das genauso in Ordnung.

    Es ist alles deins. Wir tragen hier keine Selbsthilfe nach.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Moin Boss

    Warum bist du immer gleich in verteidigungsstellung? Hier will dir keiner vor den koffer sch...es geht um das minimieren von risiken, nicht mehr und nicht weniger. Was du dir davon annimmst ist ganz allein deine entscheidung und das stetige wiederholen und wiederkäuen ist auch nicht ohne grund, sondern nennt sich lernen.und was ist lernen? Genau, ständiges wiederholen bis es in fleisch und blut übergeht oder auch zu ohren wieder rauskommt. Wie meinte Kazik, dass ist hier kein bällebad. Nein ist es nicht, genau deswegen wird nachgebohrt und wenn es dich stört, halt dich an deine eigene vorgabe und überlese es einfach. Was ist das problem? Aber gleich den rückzug antreten? Dass wäre doch wohl zu einfach. Lass es sacken und gut. Ich bin nicht auf die konzert und selbstständigkeit eingegangen weil es dein ding ist, genau wie das risiko was damit einhergeht. Also komm etwas runter, es kostet nur kraft und nerven;)

    Gruss eternal


  • Ich habe kurz gebraucht, um zu verstehen, worauf du hinauswillst. Im Kern sagst du, dass meine Beiträge als Frischling nicht in euren vertrauten Ton passen und dass „Mitlesende“ dadurch in die falsche Richtung laufen könnten. Weil ich angeblich „lachend in eine Kreissäge“ laufe. Hm. Fühlt sich für mich nicht so an, aber vielleicht sehe ich das in ein paar Jahren tatsächlich anders.

    Was ich aber klar merke: Ich reagiere momentan viel zu impulsiv auf jeden einzelnen Beitrag und rutsche sofort in Rechtfertigung. Das tut mir nicht gut, und es bringt mich in meiner Abstinenz keinen Schritt weiter. Insofern funktioniert die Idee der Hilfe zur Selbsthilfe hier für mich gerade nicht.

    Deshalb:

    Bitte den Thread schließen und mich zurückstufen.

    LG

  • Hartmut 20. Dezember 2025 um 14:24

    Hat das Thema geöffnet.
  • Hi zusammen,

    ich bin wieder da 😄
    Kurzfassung vorweg: weiterhin nüchtern, keinerlei Ambitionen das zu ändern. Heute endet Woche 5.

    Ich hatte den Faden damals bewusst erstmal schließen lassen. Nicht aus Drama, sondern weil ich gemerkt habe, dass ich gedanklich und im Austausch stellenweise vom Kern weggerutscht bin. Übersteuerung trifft es ganz gut. Mit den paar Leuten, bei denen noch was offen war, habe ich kurz per PN gesprochen. Thema erledigt.

    Die Zeit ohne offenen Faden ist ehrlich gesagt ziemlich schnell vergangen. Und: keine Cravings.
    Trotzdem mache ich den Faden wieder auf. Nicht, weil ich hier Dauerparker sein will, sondern aus einem ganz einfachen Grund: Ich will das Thema nie vergessen. Ich muss das Forum nicht ständig brauchen, aber ich darf nie vergessen, dass ich Alkoholiker bin.

    Gerade weil es mir aktuell so gut geht, liegt darin die größte Gefahr. Nicht im Druck, nicht im Verlangen, sondern im Vergessen. In diesem einen dummen „Ach-komm“-Moment.
    Das hier ist also keine Krise, sondern Prophylaxe. Und ja, inzwischen verstehe ich sehr gut, warum manche Menschen jahrzehntelang in eine SHG gehen.

    Für mich selbst einmal die letzten fünf Wochen, als Erinnerung:

    – Der Druck im Kiefer zu Beginn: komplett weg.
    – Cravings in den ersten drei Wochen, meist abends: erledigt.
    – Abends kein Gedanke mehr an Bier. Trigger aktuell praktisch stumm.
    – Arbeit, Alltag, Verantwortung: lösen nichts aus.
    – Schlaf: Anfangs schwierig, heute absurd gut. Einschlafen in fünf Minuten, Durchschlafen inklusive.
    – Kopf wird klarer, Wortfindungsstörungen fast weg.
    – Morgendliches Würgen („nervöser Husten“): komplett verschwunden.
    – Alte Konditionierungen wie „abends nichts essen“: aufgelöst. Dafür gelegentlich Schoko-Cravings 😅 geschenkt.
    – Jahrelanges Zucken hier und da: zu 90 % weg.

    Und je klarer der Kopf wird, desto absurder wirkt rückblickend dieses abendliche Biertrinken. Nüchtern präsent zu sein fühlt sich inzwischen schlicht besser an.

    Warum diese Auflistung?
    Als Gedächtnisstütze für mich. Man vergisst erschreckend schnell, dass der Anfang eben nicht leicht war vor allem dann, wenn es sich plötzlich leicht anfühlt.

    Aktuell bin ich sehr dankbar für diesen Zustand. Und gleichzeitig weiß ich: Wachsam bleiben gehört jetzt dazu.

    Nebenbei: Ich bin seit ein paar Tagen erkältet. Früher hätte mich das nicht interessiert, ich hätte trotzdem gesoffen.
    Heute denke ich nur noch: Wie dumm war das eigentlich? Krank sein und dem Körper dann auch noch Alkohol reindrücken. Komplett ferngesteuert.

    LG

  • Wieg Dich bitte nicht in falscher Sicherheit. Suchtdruck kann immer wieder aufkommen. Richtigen Druck hatte ich zuletzt vor ca. 5-6 Jahren, genau um diese Zeit herum.


    Ansonsten blitzen ab- und an Trinkgedanken auf und können von mir rasch zugeordnet und erledigt werden. Mittlerweile empfinde ich sie nicht mal als negativ, denn sie erinnern mich daran, dass das was ist, was nie mehr vergeht.

    Und noch ein Tipp: Bereite Dich auf die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel vor. Leider sind beiden Ereignisse in D von Alkohol durchzogen. Da könnte es evt. den einen oder anderen Gruß vom Suchtgedächtnis geben.

  • Nice das du wieder da bist. Bin jetzt zum zweiten Mal Erkältet in 4 Wochen. Bin jetzt 6 Wochen trocken, immer wieder Saufgedanken ganz kurz aber keinen Suchtdruck. Es ist aber viel viel ruhiger geworden im Kopf. Mein Schlaf ist auch mega geworden und alles andere auch

    Heute trinke ich nicht

  • Tag 37

    Langsam macht mir das Tage zählen und Wochen zählen sogar Spaß. Am Anfang war noch diese Haltung da: ist egal, jeder Tag zählt. Heute merke ich, je mehr Tage ins Land ziehen, desto entspannter wird das Ganze.

    Ich glaube auch, dass es deshalb entspannter wird, weil die Entscheidung nicht mehr zu trinken aus tiefer Überzeugung kam. Ich brauchte in den letzten Wochen wirklich nur sehr selten Willenskraft. Und dieses bisschen Willenskraft habe ich genutzt, um mich abzulenken. Hätte ich all die Zeit ausschließlich mit Willenskraft gegen den Alkohol gearbeitet, wäre ich vermutlich längst wieder am Saufen. So ehrlich muss man sein.

    Aber es war eben nicht Willenskraft. Es war die klare innere Entscheidung: Es reicht. Genug gesoffen. Nie wieder Alkohol.

    Und dieses „nie wieder“ triggert mich nicht. Im Gegenteil. Ich kenne das vom Rauchen. Ich habe schon öfter für Tage oder Wochen aufgehört und weiß genau: Eine Zigarette reicht und man ist sofort wieder drin. Beim Alkohol ist es exakt das Gleiche. Ein Bier würde reichen und ich wäre wieder im Game. Und da will ich nicht mehr hin. Punkt.

    Weihnachten wird für mich entspannt. Mein Sohn ist an Heiligabend bei der Familie seiner Mama. Ich bin zwar wie jedes Jahr eingeladen, sage aber wie jedes Jahr ab. Nicht wegen der Familie, im Gegenteil, super Verhältnis zu allen. Es wäre einfach irgendwann seltsam, wenn ich mit am Tisch sitze und sie einen neuen Mann mitbringt. Nicht für mich, sondern eher für den potenziellen Dude. Erster und zweiter Weihnachtstag ist mein Sohn dann bei mir. Ein paar Geschenke, Zeit zusammen, das war’s. Meine eigene Familie lebt nicht in der Region und wir schaffen es dieses Jahr leider nicht zusammenzukommen.

    Silvester skippe ich ebenfalls. Mein Sohn ist da auch bei mir. Ich hätte die Option, mit Freunden und deren Kindern zu feiern, aber ich habe für mich entschieden: Alle Events, bei denen es früher im Kern nur ums Trinken ging, lasse ich weg. Und Silvester ist für mich genau so ein Termin. Gleiches gilt für Geburtstage, Diskotheken und ähnliches. Alles, wo der eigentliche Zweck früher das Saufen war.

    Andere Sachen funktionieren für mich. Fußball im Stadion zum Beispiel. Ich kenne das Risiko, aber da war Alkohol nie der Hauptgrund vor, während oder nach dem Event. Deshalb klappt das bisher auch gut.

    Nächstes Jahr steht ein Festival an, Ende Juli. Die Karten habe ich schon. Ob ich das mache, weiß ich noch nicht. Das Campen macht das Ganze zu einem Sauf-Event und das lehne ich kategorisch ab. Entscheiden muss ich das heute nicht. Das mache ich ein oder zwei Monate vorher.

    Ansonsten gibt es gerade nichts Spektakuläres zu berichten. Mir geht es gut, ruhig, stabil.

    Ich wünsche euch allen entspannte Weihnachtsfeiertage.

    Bleibt sauber.

    LG Boss

  • Silvester skippe ich ebenfalls.

    Habe mal Silvester auf Entgiftungstation gefeiert. Habe an der Bushaltestelle mit den Patienten geböllert. Weihnachten auch. Irre, wie die Sucht den Weg bestimmt hat. Alles verloren, besonders durch die Drogen!! ALLES verloren.

    Jetzt ALLES zurückgeholt. Wunschlos glücklich- wenn ich trocken bin!! Frohe Weihnachten Chef!!

    Heute trinke ich nicht

  • Liebe Leute,

    ich wünsche euch allen einen guten und trockenen Rutsch ins neue Jahr. Auf dass eure Wünsche und Ziele in Erfüllung gehen.

    Ich musste gerade rechnen, weil ich mir nicht gemerkt habe, wann mein Datum des Aufhörens war. Deshalb schreibe ich es hier mal nieder: 16.11.2025.

    Hätte mir jemals jemand gesagt, ich würde bald keinen Alkohol mehr trinken – tja, den hätte ich für verrückt gehalten. Und jetzt? Jetzt wechsle ich ins neue Jahr: nüchtern!

    Bei mir ist heute gar nicht viel los. Ich werde gleich mit meinem Stöpsel ein paar Raketen in die Luft jagen. Er freut sich schon sehr. Klar, ich erinnere mich auch noch gut daran, wie mich die Knaller als Kleinkind angezogen haben 😬.

    Jedenfalls bin ich stolz auf mich. Letzte Woche gab es zwei Situationen. In einer geselligen Online-Runde bekam ich plötzlich Saufdruck. Den hatte ich bis dato nur einmal. Jedenfalls habe ich natürlich nicht getrunken, und am nächsten Tag war die Erleichterung sehr groß. Keine Ahnung, was meine Birne da wieder für einen Film gefahren hat.

    Und dann fragte mich am Wochenende ein Freund, ob ich mit auf eine Party will. Meine Antwort war, dass ich noch nicht so lange ohne Alkohol bin und nicht rückfällig werden möchte. Der Kollege weiß nicht, dass ich Alkoholiker bin, aber er bekommt mit, dass ich nichts mehr trinke. Das war auch kein Problem – kein Überreden oder sonst was. In der Nacht bekam ich dann noch zwei, drei Nachrichten von einer Bekannten, ich solle doch auch vorbeikommen usw., aber ich habe es ignoriert.

    Ich bin super stolz auf mich, weil es das erste Mal war, dass ich mich aktiv gegen etwas entschieden habe, um mich und meine Abstinenz zu schützen. So soll es weitergehen.

    Passt auf euch auf und bleibt sauber.

    Wir lesen uns im nächsten Jahr.

    LG

  • Hey,

    ich dachte, ich melde mich mal wieder. Die 8 Wochen habe ich bereits rum, und die 2 Monate knacke ich heute oder morgen oder so – ist aber eigentlich auch gar nicht so wichtig.

    Silvester habe ich ruhig verbracht, und seitdem ist auch nicht viel passiert. Der Suchtteufel war komplett still, und ich merke, wie die alten Routinen langsam verschwinden. Abends habe ich zum Beispiel gar kein Bedürfnis mehr.
    Außer … heute.

    Ziemlich stressiger Tag. Jetzt, wo ich runterkomme, merke ich, wie die Sucht es nochmal probiert. Aber dat wird nix. Habe mir gerade fett Gyros bestellt und werde mich gleich ordentlich vollfressen.

    Ansonsten ist auch nicht viel passiert. Letzte Woche war ich auf einem Geburtstag von einem Freund. Viele haben natürlich getrunken, es gab reichlich Wein – war nie mein Getränk. Ich hatte auch überhaupt kein Bedürfnis, etwas zu trinken. Mir macht es mittlerweile viel mehr Spaß, nüchtern zu sein. Als die meisten dann anfingen, „voll“ zu werden, bin ich gegangen und habe lieber noch zwei Runden gezockt.

    Nebenbei habe ich mich dort sogar als Alki geoutet. Kam bei allen gut an, aber einen Spruch gab’s dann doch. Als ich sagte, dass ich jetzt gehe, kam prompt:
    „Man, könnt ihr nicht alle mal wieder anfangen zu trinken.“

    Kam von einer Freundin – sie hat’s selbst schnell gemerkt und sich entschuldigt. Das „ihr“ bezog sich auch auf einen anderen Kollegen, den ich hier schon mal erwähnt habe. Er trinkt ja auch gar nicht mehr. Naja, halb so wild.

    So, jetzt ist gerade der Gyros da.
    Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.

    Liebe Grüße

  • Außer … heute.

    Erstmal guten Appetit und vergiss nicht viel Mineralwasser zu trinken. Dann ist auch der Durst gelöscht. Also Beachtung der HALT Regel.

    Dir auch nen schönen Abend.

    ————

    🦋 Heute trinke ich nicht, heute lasse ich das 1. Glas stehen 🦋 abstinent seit 16.05.2024 🦋

  • Hey Boss,

    zuerst mal Entschuldigung das ich meinen kleinen "Bro" so vernachlässigt habe ist sonst nicht meine Art und das finde ich selbst blöd wie ich jetzt merke.

    Bei mir ist zur Zeit ne Menge los, auch Streß, was ich Dir aber sagen will ist, lass solche Veranstaltungen in näherer Zukunft bleiben, es könnte sich rächen und das sag ich Dir obwohl ich ja auch nicht immer mit erhobenen Zeigefinger durch die Gegend gelaufen bin.

    Aber mal im Ernst was bringt es Dir zwischen lauter angetrunkenen Freunden zu sitzen und wahrscheinlich krampfhaft die Contenance zu wahren. Du hast ja selber geschrieben das viel getrunken, wahrscheinlich gesoffen, wurde. Die Freundin hat sich ja auch entschuldigt und mal Hand aufs Herz, so nebenbei würde ich meine Suchterkrankung nicht mitteilen, an Silvester war mir zum Beispiel ja schon der Konsum meiner Frau und unseren zwei Freunden zuviel und ich hab mich zurück gezogen, zum Glück hatte ich Husten.

    So jetzt wieder zu uns, meine Ansichten bzgl. des Umgangs mit dem Alk haben sich stark verändert und von Dir würde ich mir das auch wünschen.

    Auch wenn Du vermutlich stärker oder gefestigter bist als ich pass bitte auf Dich auf.

    Was macht deine Selbstständigkeit BTW? Ich hoffe alles läuft gut für Dich.

    Nochmal Entschuldigung für meine Abwesenheit aber mir ging es nicht gut und ganz über dem Berg bin ich immer noch nicht, aber ich bin fast aus der Talsohle raus und es geht jetzt hoffentlich konstant aufwärts, ich werde Dir wieder öfter schreiben.

    Ganz lieber Männergruss

    R/no

    Boah 10.000 editiert der AK 47 war es ganz wichtig schnell zu antworten🫣

    Einmal editiert, zuletzt von R/no (15. Januar 2026 um 19:46)

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