Hi Boss,
ich hab nen echten Stressjob nach 3 Monaten Trockenheit angenommen. Weil ich ordentlich Schulden hatte, war mir das als Baustein zum Frustabbau wichtig und ich war der Meinung, ich sollte meine Probleme auch wegen der Stabilität der Trockenheit lösen..
Jetzt dürfte gerade die erste feucht-fröhliche Weihnachtsfeier sich jähren, ich musste als Führungspersonal erscheinen und es lief unter Arbeitszeit, hätte schlecht ausgesehen, wenn ich nicht dabei gewesen wäre. Ich hab mir im Vorfeld überlegt, wie ich das mache und es hat funktioniert, ich weiss aber, dass es Andere triggert, deswegen ist das nur meine Erfahrung, und keine Empfehlung.
Ich hatte fast nie Saufdruck, meine schlechten Erfahrungen reichten erst mal. Ich hab ja auch ein bisschen mehr getrunken als Du und mir ging es ein bisschen schlechter deswegen.
Das erste Jahr war ich ziemlicher Loner, allein aufgehört, dann 8 Wochen einige Termine in der Suchtberatung, dann nichts mehr. Ich hab eine Partnerin, aber trocken werden musste ich selbst.
Und ich war auch so ein Typ mit der Einstellung, Yoga ist was für Warmduscher.
Ich hatte im Job viel Verantwortung und ich kam abends schlecht runter. Stresshormone hoch, Gedankenkreisen um den Tagesablauf, Unsicherheit ob ichs richtig mache, volles Programm. Ich habs mit auspowern versucht, bin schon mal grundsätzlich 20 km mit dem Rad da hin gefahren, mittags um den See gelaufen, abends noch ne Extrarunde, triggerte das Aufgedrehtsein aber eher bei mir.
Bin nach einem knappen Jahr in eine reale SHG, gucken ob Andere ähnliche Probleme haben, waren aber leider lauter Leute mit völlig anderer Lebensrealität als ich.
Tja und dann bin ich zum Yoga. Wenn du glaubst, das ist was für Weicheier, hast Du schlicht keine Ahnung. Erst mal war es körperlich anstrengend, obwohl ich sehr fit war, und bei den ersten Meditationsversuchen musste ich mal aufspringen und den Raum verlassen, weil ich mich selbst nicht ausgehalten habe.
Ich würde heute aber sagen, genau das brauchte ich.
Äh, Nein, ich will Dich nicht überreden. Ich schätze aber, dass Du schlicht keine Ahnung davon hast und nur eine Meinung ohne Background dazu.
Es geht nur ums geistig mal die Scheuklappen ablegen, was gibts überhaupt für Möglichkeiten.
Was Du machst, ist natürlich individuell.
Hör in Dich rein, ob das, was Du tust, Dir gut tut. Manche Leute, mich eingeschlossen, stellen hohe Ansprüche an sich selbst, die sie erfüllen wollen, obwohl das ungesund werden kann.
LG LK