Elara - Should I stay or should I go?

  • Ach so, das las sich jetzt so, als wären das nur wenige Jahre gewesen. Also du warst mehr als 20 Jahre geschieden und trauerst jetzt irgendwie noch dem Erbe und der Witwenrente hinterher oder wie soll ich das jetzt verstehen?

    Und was meinst du mit Unterhalt, wieso hast du keinen bekommen?

  • Ach so, das las sich jetzt so, als wären das nur wenige Jahre gewesen. Also du warst mehr als 20 Jahre geschieden und trauerst jetzt irgendwie noch dem Erbe und der Witwenrente hinterher oder wie soll ich das jetzt verstehen?

    Und was meinst du mit Unterhalt, wieso hast du keinen bekommen?

    Ich trauere um ihn in erster Linie und wünschte, er hätte die Kurve früher bekommen.

    Das Geld ist dabei Nebensache, aber ein Gedanke, den man vor einer Trennung nicht außer Acht lassen sollte. Es kann ja auch umgekehrt sehr ins Geld gehen, die Unmengen an Getränken mitfinanzieren zu müssen. Oder falls das Soz-Amt Geld vom Ehepartner haben will. Auch nach einer Trennung. Ohne Scheidung zahlt man mit. Umgekehrt: mit Scheidung zahlt man zwar nichts,bekommt aber auch nichts.

    Dinge, die man mit auf die Waagschale legen kann, falls die Entscheidung zu gehen schwer fällt. Abgesehen vom Drama, was man sich anschauen müsste, wenn man bleibt.

    Liebe Grüße

  • Panama ich finde das weniger harter Tobak, eher ein sehr guter Input.

    Wenn ich an meine Mutter denke, sie hatte sich von meinem Vater getrennt bevor er starb, sie waren im Trennungsjahr, der Scheidungstermin stand fest. Er hatte sämtliche Konten für meine Mutter gesperrt, es gab weder Patientenverfügung, noch Vorsorgevollmacht, er hatte niemanden bestimmt.

    Als er dann im Krankenhaus lag und auf Hilfe angewiesen war, hatte er und auch sie im Prinzip nur Glück, weil ich die Ärzte der Station kannte.

    Ich hab die medizinische Betreuung damals übernommen, bevor ein gesetzlicher Betreuer bestellt wurde.

    Nach seinem Tod war es ein riesiger Kampf mit Ämtern, Banken, Versicherungen, seiner Firma und auch der Rentenversicherung, da er ihr ja überall sämtliche Vollmachten entzogen hatte, sie offiziell im Trennungsjahr der Scheidung waren und er eben kurz vor dem Scheidungstermin verstarb, es war also schon alles in die Wege geleitet und es hätte für sie im Prinzip blöd ausgehen können.

    Und auch darüber sollte man sich eben im Vorfeld Gedanken machen, keiner weiß wie viel Zeit man hat, weder die Partner mit ihrer Krankheit, noch man selbst🤷

  • c.o.ma Danke für die nachdenklichen Worte. Ja, das ist es auch, was mir alles durch den Kopf. Zum Glück ist er finanziell versorgt (wir leben in seinem Haus, er hat eine gute EU-Rente) und ich brauch mir finanziell eigentlich auch keine Gedanken zu machen. Was ich am meisten vermisse ist Empathie, Interesse an unserem gemeinsamen Leben, gemeinsame Unternehmungen und nicht nur „seine“ Probleme, Sorgen diskutieren zu müssen.

    Und ja, wie weit muss jemand fallen, um aufzuwachen. Vielleicht gibt es für manche Menschen keine Chance dafür.

    Ich frage mich wirklich, ob es eine gute Beziehung mit einem „Abhängigen“ geben kann oder ob es immer darauf hinaus läuft, dass man wegläuft oder das durchsteht bis zum bitteren Ende.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Hallo Elara,

    Ich frage mich wirklich, ob es eine gute Beziehung mit einem „Abhängigen“ geben kann oder ob es immer darauf hinaus läuft, dass man wegläuft oder das durchsteht bis zum bitteren Ende.

    Ich glaube nicht, dass es eine gute Beziehung mit einem Abhängigen geben kann. Eine Beziehung lebt von nehmen und geben. Die Sucht nimmt nur und der Co gibt nur, bis sich alles um den Süchtigen dreht. Das ist ein großes Missverhältnis und tatsächlich sind beide unglücklich. Der Süchtige weil er gefangen ist und vielleicht nicht so kann wie er gerne will (ich meine ungestört konsumieren) und die Co kämpft und steckt alle Energie in die Bestrebungen, den anderen zu Bekehren. Dabei vereinsamen beide und sind unglücklich.

    Meine Meinung….

    LG ☀️

  • Mein Mann ist heute von der 10-tägigen Entgiftung nach Hause gekommen. Noch ist er zuversichtlich und trinkt nur Tee, Wasser und Spezi. Nächste Woche hat er einen Termin mit der sozialpädagogischen Beratung, ob evtl. eine ambulante Therapie möglich ist. Scheinbar haben sie ihn in der Entgiftung doch etwas geerdet. Im Januar möchte er noch mal in die Klinik und seine Depressionstabletten umstellen lassen. Bis dahin will er auf alle Fälle abstinent bleiben und bis dato auch danach. Ich möchte ja nicht schwarzmalen, aber ich würde es mir wünschen, dass er es schafft, aber es wiederholt sich einfach immer wieder bis der Tag X kommt, an dem angeblich irgendwas ganz schlimmes ist, das ihn aus der Bahn wirft und er wieder zu trinken anfängt. Ich arbeite auf alle Fälle parallel an „Plan B“. Mein Traum ist ein TinyHouse mit einem kleinen Garten, wo ich mit meinen Tieren einfach nach meinen Vorstellungen leben kann. Vielleicht muss es auch so sein, dass man sich trennt, damit man sich wieder näher kommen kann. Wenn der Wille und die Einsicht da bleibt ….

    Sy, dass ich so negativ denke.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Ein Plan B ist immer gut, solange Du Dir noch nicht im Klaren bist oder um Dir eine Auszeit zu nehmen und alles von weitem zu betrachten. Das habe ich zuerst gemacht. Räumliche Trennung, aber nicht so weit weg. Irgendwann wurde mir dann klar, klappt nicht.

    Liebe Grüße

  • Du sprichst mir aus der Seele💕, genau so geht es mir hier auch. Ich bin normalerweise Optimist, egal ob es meine Allergie war, oder die Lähmungen, in den letzten Jahren, ich habe allem noch immer irgendwas positives abgewinnen können und Wege gefunden das Leben trotzdem lebenswert zu gestalten.

    Und ja vielleicht ohne Hund, hätte ich auch aufgegeben, ich musste ja irgendwie weiter machen.

    Die Empathie und das Interesse, genau das fehlt so sehr und ehrlich gesagt, ich bin momentan wie Du in so einer Art Lauerstellung.

    Ich habe mir im Haus ein Zimmer nur für mich eingerichtet, mein Rückzugsort, meine Oase. Vorerst der Tropfen auf dem heißen Stein, da ich bevor ich nicht wirklich körperlich wieder fit bin (ob die mittlerweile noch minimalen Einschränkungen bleiben oder auch noch weg gehen, wird sich zeigen) und auch ich habe einen "Plan B" wenn es hart auf hart kommt.

    Ich glaube auch nicht an eine erfüllte Beziehung, dazu ist er nicht in der Lage, dazu müsste es wirklich Klick machen und derjenige müsste seine Prioritäten verschieben, dass glaube ich bei meinem Partner generell nicht und so ist es wohl die Ruhe vor dem nächsten Sturm,

    Wie weit jemand fallen muss um aufzuwachen, da muss ich ehrlicherweise wieder den Vergleich ziehen, wir lange brauchen wir als Angehörige, als Co, bis es uns klar wird, dass es das was wir uns erhofft und erträumt haben genau mit diesem Menschen nie geben wird und aufwachen. 🤔🤷🥰


    Lg -Leonia-

  • Hallo Leonia,

    wir lange brauchen wir als Angehörige, als Co, bis es uns klar wird, dass es das was wir uns erhofft und erträumt haben genau mit diesem Menschen nie geben wird und aufwachen. 🤔🤷🥰

    Das ist total unterschiedlich.

    Bei mir hat es auf alle Fälle lange gedauert bis ich in die Gänge kam. Ende der 80er Jahre ( Ende 81 hatten wir geheiratet) fing es an, dass mir einerseits das " komische" Trinken immer mehr aufgefallen ist aber auch, dass er wohl doch nicht unbedingt der Traummann war, wie ich die ersten Jahre gedacht hatte.

    Das hat sich dann in den Jahren gesteigert, das mit dem Trinken wurde irgendwie mehr bzw sichtbarer und seine Art wurde auch immer blöder. Um die Jahrtausendwende war ich schon sehr desillusioniert, erschöpft und wusste, dass das, was ich mal erträumt hatte mit ihm zusammen, nie was werden wird. Ab da begann es mehr und mehr in mir zu brodeln und zu arbeiten. 2007 hab ich mich getrennt.

    Heute denke ich, ich hätte mir bestimmt ca 15 Jahre sparen können. In denen ich unglücklich, gestresst war. Und wusste, ich werde mich trennen. Warum ich das nicht eher konnte ist sehr vielschichtig. Ich kann es garnicht mal genau erklären. Da war Angst vor finanziellem Desaster, Angst es nicht alleine zu schaffen, irgendwelche vermeintlichen Verpflichtungen ihm und den Kindern gegenüber, Hoffnung, dass es, wenn nicht gut, doch wenigstens besser wird.

    Das ist nur ein Bruchteil von dem, was da in mir rumging.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Liebe Aurora,

    ja, das kenne ich unter anderem aus meiner ersten Ehe (mit einem Narzissten), wo ich 28 Jahre gebraucht habe, um das zu erkennen und die Konsequenzen zu ziehen. Und ja, was du schreibst mit den Gedanken, Ängsten, die eine Trennung mit sich zieht, ist es bei mir ähnlich. Man will das ja nicht nochmal durchleben, aber zu bleiben ist genauso anstrengend. Mal sehen was wird, und muss ich eh erst mal mein Knie nach einer Knieluxation operieren lassen und das hilft vielleicht auch, nochmal in Ruhe über alles nachzudenken und die Zeit arbeiten zu lassen, was aus der derzeitigen Euphorie seitens meines jetzigen Mannes wird.

    Liebe Grüße Elara

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Hallo liebe Alkoholiker (ich gender jetzt mal nicht, sondern schreibe allgemein),

    ich respektiere die Krankheit Alkoholismus und wie schwer es ist, damit umzugehen, geschweige daraus auszubrechen. Und ja, es gibt oft wenig Hilfe, auch wenn das in der Öffentlichkeit immer so als einfach dargestellt. Geh doch da oder da hin, in eine Klinik, in eine Selbsthilfegruppe usw.

    Als Angehörige eines Alkoholiker mit Depressionen bitte ich euch aber, immer auch an die Angehörigen zu denken und was ihr damit anrichtet, wenn ihr weitertrinkt. Aus den vielen Fäden, die ich hier schon gelesen habe, die oft mit dem bitteren Ende ausgehen und eine tiefe Trauer, aber auch Selbstvorwürfe bei den Angehörigen hinterlassen, würde ich mich freuen, wenn ihr nicht nur im Form „Alkoholiker“ lest, sondern auch mal querlest und auch mal die Sicht der Angehörigen seht.

    Tut mir leid, ich möchte nicht übergriffig sein, dafür ist das Thema viel zu schmerzhaft, aber vielleicht rüttelt es doch wach.

    LG Elara

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Guten morgen liebe Elara. Die Sicht der Angehörigen hat noch niemanden trocken bekommen. Deine Gedanken dazu in deinem eigenen Faden zu formulieren macht vermutlich mehr Sinn, als einen Appellfaden zu starten.

    Ich bin jetzt gut 2 Jahre hier. Und erlebe schon, das quer gelesen wird. Wirklich hilfreich gerade in der ersten Zeit sind jedoch vorallem die Rückmeldungen und Gedanken von Betroffenen die das gleiche erlebt haben wie man selbst.

    Wachrütteln musst du hier niemanden, jeder ist für sich selbst da.

    Alles Liebe

  • Hallo Elara,

    bitte eröffne kein neues Thema, es wird sonst unübersichtlich. Ich habe die beiden Themen zusammengeführt.
    Du kannst keinen nassen Alkoholiker "wachrütteln" durch Appelle. Das gelingt zuhause nicht, und auch sonst nicht.

    eine Gedanken dazu in deinem eigenen Faden zu formulieren macht vermutlich mehr Sinn, als einen Appellfaden zu starten.

    dass sehe ich genauso, bleib bei dir. Denn nur du kannst für dich etwas ändern.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Aus den vielen Fäden, die ich hier schon gelesen habe, die oft mit dem bitteren Ende ausgehen und eine tiefe Trauer, aber auch Selbstvorwürfe bei den Angehörigen hinterlassen, würde ich mich freuen, wenn ihr nicht nur im Form „Alkoholiker“ lest, sondern auch mal querlest und auch mal die Sicht der Angehörigen seht.

    Fühlst du dich nicht gesehen? Was hat dein Zustand mit den Alkoholikern hier im Forum zu tun? Hier säuft keiner mehr.

    Oder soll das eine innere Abrechnung sein, weil das Saufen Negatives verursacht? Das ist bekannt. Und zwar auf beiden Seiten: Der eine lässt es laufen und versucht, den Säufer trocken zu legen, der Säufer hört zu und säuft weiter, weil er es anders sieht.

    Der Alkoholiker trägt seinen Teil. Der Co-Abhängige trägt seinen Teil. Das sind zwei völlig verschiedene Verantwortungsbereiche, die sich nicht vermischen lassen. Es gibt kein „Zusammen“ im Sinne einer gemeinsamen Diagnose oder einer geteilten Schuld.

    Am Ende bleibt es immer ein „Ich“. Und jeder muss seinen eigenen Anteil sehen und damit klarkommen.Forum 

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Fühlst du dich nicht gesehen? Was hat dein Zustand mit den Alkoholikern hier im Forum zu tun? Hier säuft keiner mehr.

    Oder soll das eine innere Abrechnung sein, weil das Saufen Negatives verursacht? Das ist bekannt. Und zwar auf beiden Seiten: Der eine lässt es laufen und versucht, den Säufer trocken zu legen, der Säufer hört zu und säuft weiter, weil er es anders sieht.

    Der Alkoholiker trägt seinen Teil. Der Co-Abhängige trägt seinen Teil. Das sind zwei völlig verschiedene Verantwortungsbereiche, die sich nicht vermischen lassen. Es gibt kein „Zusammen“ im Sinne einer gemeinsamen Diagnose oder einer geteilten Schuld.

    Am Ende bleibt es immer ein „Ich“. Und jeder muss seinen eigenen Anteil sehen und damit klarkommen.Forum 

    Hallo Hartmut,

    ich möchte hier niemandem zu nahe treten. Vielleicht war es falsch, meine Sichtweise hier im anderen „Forum“ darzustellen.

    <3 Höre niemals auf zu träumen. <3

  • Liebe Elara,
    bevor ich hier ins Forum kam, hatte ich auch schon unzählige "Wachrüttel-Gespräche" hinter mir, weil es mir sooo logisch vorkam, daß man nur überzeugend genug argumentieren muss, und dann muss es ja klappen mit der Abkehr vom lebenszerstörerischen Trinken. Und bis ich hierher kam, war mir auch nicht bewusst, das das ein fruchtloses Unterfangen sein könnte. Im Gegenteil, ich habe mich sehr oft gefragt, ob es nicht doch mehr gibt, was ich noch unternehmen oder sagen könnte, damit er endlich versteht, daß er sich umbringt. Da er jedoch ständig betrunken war, konnte er sich diese Gedanken ja gar nicht machen, und auch mit der Hilfesuche klappte das nicht besonders gut.

    Ich hatte ihm bis dahin einige Telefonnummern herausgesucht, zu einem Pastor Kontakt aufgenommen, ihn mit zur Caritas genommen, den sozialpsychiatrischen Dienst kontaktiert, die Malteser, diverse Kliniken... Ich dachte, wenn ich ihm all das abnehme, und er nur noch Ja sagen und hingehen muss, dann muss doch endlich der eine Groschen fallen. Mich hat es täglich mehr heruntergezogen, ihn so mutlos zu sehen, und auch so handlungsunfähig. Irgendwann hat es mich auch wütend gemacht, es war eine Mischung aus Mitleid, (auch einem starken Sog, der von ihm ausging) aber eben auch Frustration, das er sich augenscheinlich so hängen liess, wo es doch in meinen Augen so "einfach" war. Bloss sich Hilfe suchen! Und weil ich regelmässig dachte, ich hätte das noch nicht richtig kommunziert, hab ich das immer wieder versucht, ihn wachzurütteln, weg von diesem benebelten Zustand, indem nur der nächste Schluck wichtig ist, hin zu einer Zukunft die sich wieder lohnen könnte.

    Dann gab es ein längeres Gespräch mit ihm, indem er mich bat, ihn nicht mehr so zu bearbeiten, weil er es als übergriffig empfand. Ich verstand da aber noch was anderes, nämlich, daß er sehr wohl eine Ahnung davon hatte, was es mit seinem Umfeld machte, und daß er darüber auch verzweifelt war. Er wusste, daß er sich langsam umbrachte, auch, wie sehr sein Umfeld davon betroffen war, und trank weiter. Es ist nur zu verstehen, unter dem Aspekt der Macht, die die Sucht über den Süchtigen hat.

    Die Menschen, von denen hier immer wieder zu lesen sind, die den Weg nicht herausgefunden haben und letztendlich daran sterben, sind dieser übergrossen Macht der Sucht schlicht erlegen. Sie kamen nicht dagegen an, weil dagegen nicht anzukommen ist. Hier ist öfters von der eigenen Machtlosigkeit die Rede. Irgendwo in dieser Akzeptanz liegt der Schlüssel zum Stoppen der Sucht. Aber das betrifft den Trinkenden genauso wie uns Angehörige. Man kann darüber irre werden, oder es akzeptieren und dann damit leben lernen. Voneinander lernen, und sich austauschen darüber, das geschieht hier. Nicht mehr und nicht weniger.

  • Als Angehörige eines Alkoholiker mit Depressionen bitte ich euch aber, immer auch an die Angehörigen zu denken und was ihr damit anrichtet, wenn ihr weitertrinkt.

    Liebe Elara,

    ich verstehe deinen Groll und deinen Appell. Wirklich. Aber du sprichst hier gerade zu Menschen, die bereits nicht mehr trinken.


    Und als Alkoholiker kann ich dir sagen:

    Solche Appelle gehen uns während der aktiven Phase ehrlich gesagt ziemlich am arsch vorbei. Nicht aus Bosheit. Nicht, weil wir unsere Angehörigen verletzen wollen. Sondern weil wir krank sind. Jeder weiß irgendwo, dass er Schaden anrichtet und trinkt trotzdem weiter. Genau das ist das Tragische an der Sucht.

    Was ich dir aber versichern kann:

    Das Lesen hier, sowohl im Co-Bereich als auch im Eka-Bereich, ist für mich ein absoluter Augenöffner. Erst hier begreift man richtig, was man sich selbst und seinen Liebsten antut. Und man versteht, dass man genauso endet wie viele der Geschichten, die Angehörige hier teilen, wenn man nicht die Reißleine zieht.

    Genauso wie Co und Eka hier voneinander lernen können, lernen auch wir Alkoholiker viel über die Folgen unseres Handelns. Das ist ein Austausch. Ein ehrlicher, manchmal harter, aber hilfreicher.

    Der Alkoholiker kann die Co’s nicht retten und die Co’s nicht den Alkoholiker.

    Wenn das so wäre, bräuchten wir dieses Forum nicht.

    LG

  • ich möchte hier niemandem zu nahe treten. Vielleicht war es falsch, meine Sichtweise hier im anderen „Forum“ darzustellen.

    Als Erstes kannst du dir das bei mir abschminken. ;) Du trittst mir nicht zu nahe, denn wir sind eine Selbsthilfegruppe, und es scheint dich etwas zu belasten. Also tauschen wir uns eben darüber aus – mit oder ohne Ergebnis.

    Du hast nichts falsch gemacht, im Gegenteil, du suchst Antworten. Wenn wir alle Antworten schon hätten, wären wir ja nicht hier.

    Also einfach weitermachen.

    Gruß Hartmut

    ------------------

    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hi Elara.

    Ich lese von Anfang an bei beiden Seiten, schreibe aber kaum bei den Angehörigen. Weil ich deren Verhalten oft nicht nachvollziehen kann, so wie manche Cos eben die Alkoholikerin in mir nicht verstehen. Deinen Appell finde ich nicht total fehl am Platz und jemand der frisch abstinent ist, wird vielleicht zusätzlich motiviert. Aber vielleicht bringen dich gezielte Fragen auf deinem persönlichen Weg weiter. Nur ein Gedanke.

    LG, Hera

  • Liebe Elara,

    ich kann es nachvollziehen und in den Momenten in denen man dieses Wachrütteln versucht denkt man eher Emotinal als Rational.

    Und ja auch ich ertappe mich hier zu Hause immer wieder, dass ich zu sehr ins Emotionale rutsche und er das verdammt noch mal doch irgendwann kapieren muss, er doch sehen muss wie es uns zerstört, so blöd kann er ja nicht sein!

    Wenn also der rationale Mensch in mir anspringt, dann spare ich mir die Mühe, den Atem, die Energie und verschwende auch keinen Gedanken mehr daran ihn bekehren oder zur Einsicht zu kriegen.

    Das soll nicht heißen, dass ich total emotionslos ihm gegenüber werde oder hart, oder es mir total egal ist, aber ich bin eher professionell freundlich und empathisch wie ich es im Job gegenüber den Patienten war die man immer wieder sah.

    Das hat mit romantischer Liebe nichts mehr zu tun, aber das muss es gerade im Moment für mich auch nicht, ihm fällt es nicht mal auf.

    Und ja es tut auch weh sich einzugestehen, dass man selbst seinen Beitrag am ganzen Dilemma trägt.

    Wir haben hier die Möglichkeit Muster, Anteile und Erkenntnisse aller Seiten und besonders die Eigene zu erkennen und zu verstehen.

    Die Alkoholiker die hier sind, trinken nicht mehr, damit sind sie meiner Meinung nach vielen Co-Abhängigen einen Schritt voraus, denn als Co steckst Du meist mitten drin und erst hier kommst Du auf den Weg, der Dich von deiner Co-Abhängigkeit befreit, nicht immer hat man direkt die Akzeptanz das man Co-Abhängig ist und nennt sich zwar so, aber wirklich Klick gemacht hat es noch nicht, sonst würde man sich ja eher aus einer solchen Konstellation lösen.

    (Ich nehme mich da nicht aus, es gehen einem beim Lesen hier so viele Sachen durch den Kopf)

    Lg -Leonia-

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