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sunnypug - Vorstellung
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Was mich immer wieder beschäftigt:
Es heißt ja, dass es meist einen Tiefpunkt gab, der einen dazu gebracht hat, die Sucht einzugestehen und den ersten Schritt Richtung Abstinenz zu schaffen. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass es den bei mir gar nicht so gab. Klick gemacht hat es, als ich zum wiederholten Mal beim heimlichen Saufen erwischt wurde. Scham, Wut, Schock - das waren wohl die vorrangigen Gefühle, die ich dabei hatte. (Auch wenn ich im Nachhhinein betrachtet zu der Zeit gar nicht sooo viel gefühlt hab...) Dann das Nachdenken darüber, dass es so nicht weitergehen kann. Und damit einhergehend das Ziel, nie wieder zu trinken. Klar, war es ein wichtiger Moment, aber ich weiß nicht, ob man das als Tiefpunkt betrachten kann. Oder sind die Tiefpunkte einfach so individuell?
Wie war das bei euch?
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Ich hatte unzählige Tiefpunkte, durch die ich immer wieder gehofft hatte, aus dieser Spirale auszusteigen zu können. Durch meine Tiefpunkte konnte ich nur Trinkpausen erreichen – immer wieder habe ich dann irgendwann gedacht: „Ach, ein Bier kannst du ja jetzt wieder trinken.” Und das war wieder der Anfang vom Ende. In kürzester Zeit war ich erneut soweit, dass es mir schlicht egal war, wie viel ich trinke. Ich habe mich nur noch darauf konzentriert, meinen Führerschein und dergleichen nicht zu riskieren.
Lg🙋🏻♂️
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Hi sunnypug!
Schätze, dass der individuell ist.
Ich hatte meinen Tiefpunkt schon lange erreicht und hab trotzdem weitergetrunken, also so gesehen, hat mein Tiefpunkt lange gedauert. Auch wenn das jetzt ekelig klingt, ich hab zum Beispiel erbrochen, weil ich viel zu viel intus hatte und hab eine halbe Stunde später wieder getrunken. Das kam nicht nur einmal vor.
Ich hatte nicht DIESES Erlebnis und mir war schon lange klar, dass ich was ändern muss.
Liebe Grüße,
Hera
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Ich hab irgendwie das Gefühl, dass es den bei mir gar nicht so gab. Klick gemacht hat es,
Hallo sunnypug,
Ich habe lange gebraucht um meinen persönlichen Tiefpunkt zu erreichen. An dem Punkt konnte ich nicht mehr anders, ich war physisch und psychisch am Ende und ab da ging es aufwärts.
Das Entscheidende ist doch, dass es bei dir Klick gemacht hat und du dich für ein abstinentes Leben entschieden hast.
Ein Tiefpunkt zeichnet sich dadurch aus, dass es noch nie so tief war und was "tief" ist und ob es noch tiefer geht, das bestimmst du ganz alleine.Viele Grüße
Nayouk
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Ich hab irgendwie das Gefühl, dass es den bei mir gar nicht so gab. Klick gemacht hat es, als ich zum wiederholten Mal beim heimlichen Saufen erwischt wurde. Scham, Wut, Schock
Dieser kleine Tiefpunkt hat bei dir schon gereicht. Ich hatte unzählige Tiefpunkte, leider. Da mit 13 angefangen und ab da täglich ist meine Sucht besonders stark ausgeprägt
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Glaube auch, man muss nicht erst ganz unten sein.
Damals hatte ich auch einfach so aufgehört. Weder ging es mir sehr gut noch sehr schlecht.
Ich glaube einfach nur, dass ich nie so richtig abgeschlossen hatte. Ich habe halt nicht mehr getrunken. Weder ein für immer noch ein nur heute. Damit war die Tür immer ein Spalt weit offen.
Ein gutes Jahr ging das dann wieder so, bis dann wirklich ein Tiefpunkt kam. Hörte wieder auf, diesmal aber mit dem Ziel: wieder ich zu werden. Gar nicht wegen dem Alkohol selber sondern nur was er bei mir anrichtet. Ich habe mich gehasst. Ich fand mich eklig und ich kam mir wie eine fremde funktionierende Person vor. Ohne Bezug zu seinem Inneren, ohne Ziele und Freude. Es hat mich angekotzt. Nicht der Rausch, der kurze Kick. Nein, es war die Quittung für alles. Die Veränderung, das Fremdwerden.
Gerade wenn es einem wirklich mies geht finde ich das nochmal extrem schwieriger da raus zu kommen. Glaube jeder hat so ein kurzes Zeitfenster wo er sich sagt "jetzt". Nicht unbedingt aus Zwang, sondern eher aus Überzeugung. Das Gefühl ist irgendwann da. Stelle mir es sonst als absolutem Kampf vor, wenn man selbst nicht voll dahinter steht und es machen "muss".
Erst kommt der Körper, dann der Geist. Und irgendwann bekommt man auch das Freiheitsgefühl wieder. De Gefühle kommen wieder. Ja, leider kommen ALLE Gefühle wieder.
Finde, wenn man das erreicht hat, ab da ist es ein "einfacher" Weg. Man hat die allergrößte Hürde geschafft. Es gibt ab da immer nur eine Sache: das erste Glas stehen lassen. Das ist doch viel besser und einfacher als nach Jahren aus dem Sumpf rauszukommen, oder
? Sie bewusst machen: es war nicht Gestern das letzte Glas. Nicht letzte Woche. Nicht letzter Monat. Oder letztes Jahr. Je nachdem wo man sich befindet. Aber sich klar machen, WAS man erreicht hat. Dafür gibt es keine Pille, nicht noch so gute Worte oder Tadel. Das hat man aus sich und ganz allein geschafft! Klar mit Hilfe aber die Leistung vollbringst DUMan darf sich bei "Gedanken" gerne immer wieder bewusstmachen: Bekomme ich in meinem Leben nochmal dieses Zeitfenster und sollte ich all das wegwerfen was ich erreicht habe?
Weil egal aus welcher Situation heraus man aufgehört hat, es wird ja auch noch andere Phasen geben. Das man den Bezug trotzdem nicht verliert, nur weil alles "wieder gut" ist. Das sehe ich als die größte Gefahr an.
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Ich hab irgendwie das Gefühl, dass es den bei mir gar nicht so gab. Klick gemacht hat es, als ich zum wiederholten Mal beim heimlichen Saufen erwischt wurde. Scham, Wut, Schock - das waren wohl die vorrangigen Gefühle, die ich dabei hatte.
Ich weiß gar nicht, ob man dafür unbedingt einen Tiefpunkt braucht. Ich weiß nur, dass ich ihn gebraucht habe. Bei mir ging es bis zum Licht am Ende des Tunnels. Erst da habe ich begriffen, dass ich aufhören muss. Nicht wollte. Muss. Es war irgendwann keine Entscheidung mehr zwischen mehreren Möglichkeiten, sondern eine Notwendigkeit.
Gefühle spielen dabei für mich nur eine Nebenrolle. Scham, Wut, Angst, Verzweiflung oder Erleichterung können dabei sein. Müssen sie aber nicht.
Gefühle sind für das Suchthirn kein "Navigationssystem" Es benutzt Gefühle wie Werkzeuge. Mal dieses, mal jenes. Hauptsache, am Ende darf wieder gesoffen werden. Entscheidend ist für mich deshalb nicht, was jemand fühlt, sondern was er auf seinem Weg in die Trockenheit macht. Risiken minimieren. Sich der Sucht anpassen. Nicht versuchen, die Sucht an sich selbst anzupassen.
Und ja wenn es Klick macht, macht es Klick. Der eine säuft sich trotz mehrerer Tiefpunkte weiter zu Tode. Der andere wird einmal beim heimlichen Trinken erwischt, erkennt, was los ist, und hört auf. Warum es beim einen passiert und beim anderen nicht, weiß ich nicht.
Und ehrlich gesagt interessiert mich das auch nur begrenzt. Warum? Weil ich nicht von den Tiefpunkten anderer trocken geworden bin, sondern von meinem eigenen.
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Der in dem Zusammenhang häufig genutzte Begriff "Tiefpunkt" ist deshalb in meinem Augen eher irreführend. "Wendepunkt" trifft es vielleicht besser.
Die Kraft zu Einsicht UND Umkehr hängt ja nicht davon ab, wie "tief" jemand schon in der Suchtspirale "gesunken" ist. Denn schlimmer geht immer, und so ein Vergleich mit anderen kann das Suchthirn schnell dazu animieren, dem Süchtigen einzuflüstern: "Ach komm, so schlimm war es bei dir doch noch lange nicht, vielleicht bist du doch nur Missbräuchler gewesen", etc. (Selbst immer mal wieder kurzzeitig erlebt, da auch selbst von anderen in der Reha mehrfach zu hören bekommen.)
Der persönliche Wendepunkt war bei mir erreicht, als die gefühlten Nachteile der Sucht größer erschienen als die gefühlten Vorteile und Weitermachen mehr Angst ausloste als Aufhören.
"Gefühlt" deshalb, weil da anscheinend jeder eine andere Schmerzgrenze und ein anderes Talent zum suchtgetriebenen Selbstbetrug hat - neben unterschiedlichen Ausprägungen von Persönlichkeitsmerkmalen wie z. B. Ängstlichkeit oder dem Wunsch nach Kontrolle.
Logisches Denken ("das kann auf Dauer nicht gesund sein/gutgehen") allein reicht für diese Umkehr nicht aus, da ist die Sucht einfach stärker.
Bei mir kippte es einerseits schon früh - außer meinem Normalgewicht hatte ich noch nichts Erkennbares verloren - andererseits aber auch spät, erst nach rund 30 Jahren täglichen Alkkonsums - Spätfolgen nicht ausgeschlossen.
Anfangs habe ich mir aber schon Sorgen gemacht, ob mein persönlicher Wendepunkt tief oder dramatisch genug war, um eine lebenslange Abstinenz zu begründen: "Bin ich vielleicht rückfallgefährdeter, weil es mir am Ende meiner nassen Phase noch nicht wirklich dreckig ging?"
Egal, abgerechnet wird zum Schluss, deshalb ist es mir ein Bedürfnis, hier jeden Tag mitzulesen und ggf. zu schreiben.
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Der in dem Zusammenhang häufig genutzte Begriff "Tiefpunkt" ist deshalb in meinem Augen eher irreführend. "Wendepunkt" trifft es vielleicht besser.
Ich weiß nicht, warum man für alles neue Begriffe erfinden muss. Je mehr Begriffe, desto mehr redet man über Worte und desto weniger über das Eigentliche: trocken bleiben.
Ich bin Alkoholiker.Der einzige Weg raus ist trocken leben.
Alles andere war für mich meistens nur Verhandeln mit der Sucht. Viele beschäftigen sich mit Diagnosen, Gefühlen, Modellen und Nebenschauplätzen. Kann man machen. Für mich war nur wichtig. Hält es mich trocken oder nicht.
Warum ich so lange trocken bin? Keine Ahnung. Ich weiß nur, woran es nicht lag, nicht an Begriffen, nicht an Theorien, nicht an psychologischem Geschwurbel. Ich habe alles als Werkzeug gesehen. Was hilft, bleibt. Was stört, fliegt raus. Falsche Zange in der Hand? Weg damit. Viele machen aus ihrer Sucht eine Philosophie. Ich nicht.
Für mich ist es ein Werkzeugkasten. Was funktioniert, bleibt. Was verwirrt, kommt weg. Vielleicht bin ich deshalb trocken geblieben. Nicht weil ich alles verstanden habe, sondern weil ich aufgehört habe, mich selbst zu verwirren.
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Aber Hartmut,
da sieht man doch eher wie unterschiedlich Menschen sind.
ich wusste das auch, ich war Beratungen, ich habe keine Feste besucht. Es gab daheim keinen Alkohol.
Aber trotzdem war ich derjenige, der abends los ist und sich doch noch was geholt hat. Alles über Bord geworfen nur bei dem Gedanken "du brauchst jetzt ein Bier". Wieso lief der Tag oder die Woche so gut ohne Gedanken daran und plötzlich überkam das einen? Nicht mal die Wut, als ich die 2 Bier mir eingeschraubt habe. Eher die Erkenntnis: wieder nicht durchgehalten.
Wieder Podcast gehört, wieder Videos geschaut. Wieder den Willen. Und wieder nach ein paar Wochen/ Monaten getrunken.
Es war immer der innere Kampf auf den letzten Metern. Gerade das psychologische brachte den "ahaa-Moment". Auch wenn es noch nicht so lang ist, aber bisher gab es den letzten Meter nicht mehr. Drüber hinweg. Da kommt dann eher sowas wie: "Wieso früher nicht? Wieso musste so viel passieren?"
Man kann ja in andere nicht reinhören aber ich glaube schon, dass ein Suchtverhalten von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausgeprägt sein kann.
Als ich damals mal in einer realen SHG war haben die so ein bisschen erzählt. Klar lagen da noch Welten dazwischen aber mir war klar: wenn du so weiter machst, dann ist der Abstand bald nicht mehr da. Aber ich fand es eher "schlimm", welchen Kampf manche mit sich ausmachen müssen, während andere das Thema völlig "abgehakt" haben (ein Fall war trocken seit 1981 und nie wieder einen Rückfall).
Glaube schon, solang man nicht das erste Glas trinkt, es eine wesentlich psychologische Einstellung bei manchen ist. Den Alkohol hat man sich ja auch aus irgendwelchen Gründen antrainiert. Sehr viele haben eine Ursache mit dem Konsum. Das können Ängste, Unsicherheit usw. sein. Am Ende ist der Alkohol im Alltag und bleibt. Wenn man aber eine 180 Grad Wende in seinem Leben WILL, kann das bei einigen sicher auch sehr gut funktionieren, die Ursachen auch zu bekämpfen.
Ich bin kein Fachmann und ich will auch nichts falsches sagen. Aber vielleicht gibt es Abstufungen zwischen Missbrauch/ Zwang und ganz klassischer Alkoholsucht. Beides beinhaltet eine lebenslange Abstinenz aber der Weg raus und bleiben kann unterschiedlich sein, da verschiedene Trinkmuster zu Grunde liegen.
Ich habe einige Fälle im Bekanntenkreis dort haben Leute das ähnliche wie ich durch, haben einige Entziehungskuren hinter sich, fangen sofort wieder an, wollen den Alkohol nicht lassen. Zwar gerne nicht mehr trinken aber auf der anderen Seite wollen sie es auch nicht völlig aufgeben - egal was noch passiert. Ich wollte nicht trinken, noch nie, hab so viel versucht und es gehasst aber nie den richtigen Sprung geschafft. Es gab einen Wendepunkt und der war auch mit großer Hilfe dann da. Ich will mich weder vergleichen noch mich als "besser" darstellen aber der Kopf machte auf einmal bei Alkohol völlig zu - von von jetzt auf gleich - und bis heute. Das war nicht mehr nur Verzicht, Lassen oder so. Das war ein richtiger Wendepunkt. Beim Rauchen damals auch. Von jetzt auf gleich und nie wieder Verlangen nach einer Zigarette gehabt.
ich hatte vor drei Jahren schonmal so einen Wendepunkt. Nicht einen Tag noch an Bier gedacht. Bis zu einer Lebensveränderung. Und da dachte ich auch, hast es doch im Griff, das wird schon gut gehen. Sofort waren die Ängste und Sorgen weg. Alles war leicht. Alles lief super. Geld, Frau, neue Wohnung. Was soll passieren? Bis man merkt, man baut alles wieder auf dem Alkohol auf. Bis man völlig wieder drin ist. Nur mit einem Unterschied:
diesmal ging es auf die Gesundheit, die Beziehung, eine Wesensveränderung und Depressionen. Die absolute Hölle! Das abfucken des eigen Lebens. Nur mit Bier am Abend wurde alles wieder gut. Bis alles am Ende kaputt war. Es lag nicht an der nüchternen Person die ich vorher mal war. Es lag alles am Alkohol und seinen Auswirkungen. Und wenn alles weg ist, bleibt nur der Alkohol.
Wieso ist der neue Wendepunkt anders? Weil zum ersten Mal richtig das Bewusstsein kam, was man da eigentlich macht. das Luftschloss ist geplatzt. Die Realität ist da. Genauso: willst du wieder glücklich werden oder willst du in der Illussion bleiben?
ich glaube nicht, dass man aufhört, wenn es am besten ist. Es ist der Moment wo der letzte Funke Lebensenergie nochmal aufploppt.
Das menschliche Gehirn ist sehr lern und anpassungsfähig. Das was das nur zerstören kann, ist ein erneuter Konsum.
Ich weiß nicht wie es euch geht aber manchmal schaue ich von außen auf mein altes ICH und sehe einen verzweifelten Mann mit vielen Problemen, der dachte Alkohol hilft. Es ist nicht schön, aber von außen zuschauen beruhigt sehr, dass man nicht mehr in diesem Kreislauf ist. Dank einem Wendepunkt
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Hi Rennschnecke!
Der persönliche Wendepunkt war bei mir erreicht, als die gefühlten Nachteile der Sucht größer erschienen als die gefühlten Vorteile und Weitermachen mehr Angst ausloste als Aufhören.
Aber es gibt doch gar keine Vorteile? Oder was meinst du?
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Hi, Hera, ich habe ja bewusst von "gefühlten" Vorteilen geschrieben.
Was man sich in der nassen Phase eben so vom Suchthirn einreden lässt: Bei mir waren das vor allem Entspannung und Belohnung zum "Feierabend" ("man gönnt sich ja sonst nichts") - konnte ich mir lange Jahre nicht ohne Alk vorstellen, Feiern sowieso.
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da sieht man doch eher wie unterschiedlich Menschen sind.
Menschen sind unterschiedlich. Die Sucht aber nicht. Sie läuft immer nach dem gleichen Muster, egal wie jemand sie erlebt oder erzählt. Das ist der Unterschied zwischen persönlicher Geschichte und Suchtmechanik.
Und nur damit es nicht durcheinandergerät: Du stellst willkürliche Hypothesen auf und schreibst gleichzeitig, dass du kein Fachmann bist. Was soll das? In einem Suchtforum ist das fahrlässig, weil solche Aussagen anderen den Kopf kosten können.
Du vermischst schon wieder Missbrauch, Gewohnheitstrinken und klassische Alkoholabhängigkeit. Das sind drei verschiedene Dinge. Wer das alles in einen Topf wirft, redet über persönliche Eindrücke, aber nicht über Sucht.
Genau deshalb zweifle ich immer wieder daran, dass du dich selbst als Alkoholiker einordnest. Das ist aber nicht mein Zweifel, der dich überzeugen soll. Das ist dein eigener Denkprozess. Alkoholiker sein heißt, die Mechanik zu erkennen , nicht die Geschichten drumherum.
Bekanntenkreis, Beispiele, psychologische Aha‑Momente , alles nett. Aber in andere Reinfühlen, Reindenken, Hoffen, Vergleichen, Auf‑andere‑Schauen macht niemanden trocken.
Das hier ist Selbsthilfe. Und wer die Sucht – sofern sie da ist – nicht stoppt, geht daran kaputt. Das ist kein „ich sehe es heute so und morgen anders“-Thema.
Und es ist auch kein Diskussionsforum über die Lebensgeschichten anderer. Jeder ist für sich selbst da, für seine eigene Klarheit nicht für die der Nachbarn.
Alles andere ist deine Sache, du kannst dich ja in deinem Thread auslassen, hier ist der Thread von... sunnypug
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Hartmut : Wir reden hier doch viel über Begriffe - gerade auch, um sicherzugehen, dass wir mangels anderer Ausdrucksmöglichkeiten nicht aneinander vorbeireden - und weil Wortwahl und Denken sich nun mal gegenseitig beeinflussen, etwa wenn jemand vom "Kampf gegen Alkohol" spricht - und hier deshalb immer mit einer Reaktion rechnen kann.
Das war von mir eher spontan "laut gedacht", die Erkenntnis, auch aus dem intensiven Mitlesen hier, dass jemand einige (zumindest von außen offenkundige) Tiefpunkte erleben kann (Job weg, Familie weg, Haus weg ...), ohne dass daraus notwendigerweise ein Wendepunkt bzw. Eine Umkehr entsteht.
Drauf gekommen bin ich, weil ich den Eindruck hatte, dass Sunnypug durch den Begriff "Tiefpunkt" ähnlich verunsichert ist wie ich zu Anfang.
Ggf. Gern verschieben, ich meine, wir hatten mal einen eigenen Faden im offenen Bereich zum Zusammenhang von Tiefpunkt und Rückfallgefahr, vielleicht passt es da besser hin.
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Das war von mir eher spontan "laut gedacht"
Alles gut – es ist genauso gewollt. Ich kritisiere dich nicht. Ich haue einfach das raus, was ich aus meiner eigenen Erfahrung kenne. Austausch funktioniert nun mal unterschiedlich, jeder bringt etwas anderes mit.
Nur läuft es hier manchmal schief, wenn Meinungen automatisch als „Erfahrung“ gewertet werden. Das meinte ich. Bei dir ist das nicht so, deshalb passt das für mich völlig.
Ich freue mich sogar, wenn etwas konträr läuft. Alles gut.
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Ich dachte am Anfang auch öfters, dass mein „Tiefpunkt“ vielleicht gar nicht „tief genug“ wäre. Ich habe am Anfang den Fehler gemacht, mich mit anderen zu vergleichen. Und da gab / gibt es natürlich viele, die „schlimmer“ dran waren als ich.
In meiner realen SHG, in der ich am Anfang war, wurde das oft sogar so ausgedrückt (dass meine Trinkmenge ja „nicht so schlimm“ gewesen sein dass ich ja weder Job noch Führerschein verloren hätte).
Inzwischen sehe ich es so, dass für mich nur wichtig ist, was ICH denke und fühle. Für mich persönlich war mein Tiefpunkt erreicht, ich konnte mich nicht mehr im Spiegel anschauen und mir war klar, dass ich vom Alkohol loskommen möchte und muss. Und das sehe ich heute (nach über 10 trockenen Jahren) immer noch so.
Der Tiefpunkt ist meiner Erfahrung nach individuell und wie es anderen ergeht und ergangen ist, ist unwichtig.
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