Dalida - Ich will es schaffen!

  • Dem möchte ich noch hinzufügen: Ich finde es mehr als bedenklich, wenn sich Neulinge hier gegenseitig darin bestärken, aufgrund irgendwelcher Erkenntnisse und Gefühle die Grundbausteine des Forums ignorieren zu können.

    (Ja, ich war im ersten Jahr auch nicht immer konsequent, weil ich glaubte, schon so "gefestigt" zu sein, hab aber zumindest nicht anderen geraten, es mir gleichzutun.)

    Sucht hat nichts mit Stärke oder Schwäche zu tun.

    Schuldgefühle und Trennungsschmerz sind keine Abstinenzsicherung, denn irgendwann wird beides ja hoffentlich weniger - und dann?

    Und die Grundbausteine sind keine " "nervigen" Verkehrsregeln, die manche Mitmenschen meinen, ignorieren zu können, "weil sie fahren können".

    Gerade am Anfang ist es ratsam, hier auf die Erfahrungen der alten Hasen (zu denen ich auch noch ganz lange nicht gehöre) zu bauen, auch wenn es oft unbequem sein mag.

  • Hallo Angler.

    Du gehst auf die Feier und ich sage dir, du wirst das gut machen. Weil du stärker bist als du dir selber zutraust. Diese Sachen bauen dich innerlich auf. Stück für Stück und sie bringen dich wieder zu dir. Dazu brauchst du keinen Alkohol. Die Kraft ist schon in dir drin.

    Was ist, wenn sie es nicht gut macht? Unverantwortlicher geht es kaum. So ein Tipp ist eine Prognose ins Blaue, die jemanden direkt in die Rückfallblindheit laufen lassen kann. Und wenn es schiefgeht, ist nicht der Tippgeber der Leidtragende , sondern derjenige, der darauf vertraut hat.

    Im schlimmsten Fall bezahlt er das mit seinem Leben.

    Lass solche Fremddiagnosen. Wenn du für dich solche Risiken eingehen willst, ist das deine Sache, aber solche Tipps an andere zu geben ist schlicht gefährlich und unnötig.

    Deine Sichtweise wirkt nicht wie die eines Alkoholikers. Das hatten wir jedoch schon. Deshalb bitte ich dich, bei solchen Themen etwas überlegter vorzugehen.

    Danke

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Die ersten 10 min Rausch und Ruhe fordern eine lebenslange Strafe. Vergleichbar mit dem Packt mit dem Teufel. Du verkaufst deine Seele.

    Alkohol ist kein Pakt mit dem Teufel. Es ist meine Suchtkrankheit.

    Wenn ich das alkoholische Getränk personifiziere, gebe ich ihm Macht. Es ist nicht mehr als eine Flüssigkeit, welches das Nervengift Ethanol enthält.

    Der nächste Rausch/ Rückfall kann mich zum sabbernden Pflegefall machen oder tödlich enden.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

  • Hi Dalida,

    Wenn ich mich da mal einklinken darf….es gibt ja auch die Möglichkeit, bei der offiziellen Zeremonie dabei zu sein und sich dann zu verabschieden. Natürlich ist es grundsätzlich schön, Verwandtschaft und Freunde zu treffen, aber bei Dir ist das ja im Augenblick durch die Trennung von Deinem Partner eher emotional schwierig. Das und die Tatsache, dass auf solchen Festen meist viel Alkohol konsumiert wird, ist aus meiner Sicht für Dich gerade keine gute Mischung.

    Halo Schmidtty,

    es wird keine offizielle Zeremonie geben. Die haben heimlich im Februar geheiratet und feiern das nur. Sein runder Geburtstag wird gleich mitgefeiert. Also wirklich reine Feierei. Hab mich da falsch ausgedrückt.

  • Schuldgefühle und Trennungsschmerz sind keine Abstinenzsicherung, denn irgendwann wird beides ja hoffentlich weniger - und dann?

    Ja, diese Gedanken mach ich mir auch. Im Moment dominiert der Trennungsschmerz und die Scham. Anerkennung und Rückhalt für meinen Schritt sind aktuell sehr präsent. Wenn das weniger wird ist mir bewusst dass mein Suchthirn sich wieder in den Vordergrund drängen kann /wird. Ich bin sehr achtsam. Zumindest aktuell und hoffe das bleibt so.

  • Egal wie es benannt wird, es wird genug Alkohol ausgeschenkt werden.

    Ja, das ist unausweichlich. Es sei denn ich geh nicht hin. Aber das kann ich nicht bringen. In der Schweiz war ich ja auch von den ganzen Alkohol trinkenden umgeben und es war ok. Wenn ich kurz davor merke es geht mir nicht gut und ich hab Zweifel werd ich nicht hingehen.

  • . Es sei denn ich geh nicht hin. Aber das kann ich nicht bringen.

    Wenn du glaubst, Erwartungen anderer erfüllen zu müssen ,selbst dann, wenn dafür deine eigene Trockenheit ins Risiko geht,dann ist das natürlich deine Entscheidung.;)

    Mich würde es allerdings nicht überraschen, wenn die Geschichte irgendwann wieder von vorne beginnt. Das schreibe ich nicht, weil ich dir etwas Schlechtes wünsche, sondern weil ich es hier seit vielen Jahren genau so beobachte.

    Und ja: Das wäre sicher auch ein unvergesslicher Hochzeitstag. Der Bruder heiratet und die Schwester rutscht zurück in die Sucht. Das bleibt hängen. Nur eben anders, als man es sich für so einen Tag wünschen würde.

    Du bist noch gar nicht richtig unterwegs und denkst schon über Ausnahmen nach. Genau so beginnt Risikodenken meistens. Erst kommt der besondere Anlass. Dann die Ausnahme. Dann die Begründung. Und irgendwann steht man wieder an dem Punkt, an den man nie mehr zurückwollte. An die Flasche und hoch die Tassen .

    Die Sucht hat mit solchen Kompromissen erfahrungsgemäß deutlich weniger Probleme als wir. Wenn es einmal „gut gegangen“ ist, wird das Risiko beim nächsten Mal automatisch größer. Schließlich ist ja beim letzten Mal auch nichts passiert. Verständlich?

    Und wenn es nur der eigene Wille wäre, trocken zu bleiben, darf man nicht vergessen: Es war genau dieser "eigene Wille" der uns überhaupt erst in die Sucht geführt hat.;)

    Deshalb braucht es am Anfang nicht nur guten Willen, sondern vor allem Weitsicht in den eigenen Entscheidungen.

    Alles Gute dir

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Zudem hattest du eingangs geschrieben, dass du dich deinen Freunden und deiner Familie geöffnet hast und sie sich um dich gesorgt haben, also werden sie das doch verstehen, dass du nicht kommen wirst bzw. wird das dann doch keiner erwarten. Eher du von dir selbst oder?

    Ich bin dieses Jahr auch auf eine Hochzeit eingeladen und werde da hingehen. Aber nach vier Jahren ist das für mich auch ok.

    Woran ich nicht teilnehmen werde, ist am Junggesellinnenabschied (ein Wochenende in einem Nachbarland, voll übertrieben...), weil ich da die Einzige bin, die nichts trinkt und ich da echt keine Lust drauf habe. Ich seh mich schon, wie ich den Türsteher in irgendeinem Club in Gespräche über die Schattenseiten des Türsteherlebens verwickle und darauf warte, dass die Erste heim muss, weil es ihr schlecht geht. Nee, sowas geb ich mir nicht mehr.

    Also geh nochmal in dich und überlege, ob es dir wirklich wert ist, deine Abstinenz aufs Spiel zu setzen.

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