Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo, mein Name ist Petra, ich bin 52 Jahre alt und habe zwei erwachsene Kinder. Mein Mann, den ich mit Anfang 20 geheiratet habe, hat ein Problem mit dem Alkohol. Er ist ein Quartaltrinker. Begonnen hat alles recht harmlos! Wir waren jung, er spielte Fußball im Verein und in der Freizeitlieger, da ist es halt normal auf den Sieg oder auf die Niederlage ein Bierchen (wie ich mittlerweile diese Verniedlichung hasse) zu trinken. Als ich unser erstes Kind im 5. Monat verlor (da waren wir noch nicht verheiratet) besuchte er mich erst am 5. Tag, nach unserem Verlust, im Krankenhaus. Damals hat er versucht, seine Trauer im Alkohol zu ertränken und ich hatte Verständnis. Reden über das Thema konnte ich mit ihm kaum. Es war eine sehr schwierige Situation. Wir entschlossen uns, zusammenzuziehen und ich wurde sehr schnell gewollt schwanger. Unser Sohn war geboren und ich somit von ihm Finanzen abhängig. Beruflich wurde es für Ihn immer schwieriger und wie immer versuchte er seine Probleme mit Alkohol wegzusaufen!!! Ab diesen Zeitpunkt war es ein ewiges auf und ab. Als seine Oma starb gab es einen Erbstreit, der damit endete, dass er den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen hat und es kam wie es kommen musste, er trank wieder regelmäßig. Als ich unseren Sohn und ein paar Sachen gerade aus der gemeinsamen Wohnung schaffen wollte, ich meinen Bruder anrief, dass er mich bitte abholen soll da ich mich von meinem Mann trennen werde, weinte mein Mann bitterlich und bat mich zu bleiben (er wusste, wenn ich gehe und unserem Sohn die Trennung zumute, ist das Maß voll. Er erkannte sehr gut meine Entschlossenheit und was das für unsere Familie bedeutet. Einmal gegangen komme ich nicht mehr zurück) er versprach, sich zu ändern. Ich habe ihm geglaubt!!!!!!! Wir zogen dann aufs Land wo er aufgewachsen ist, damit wir zur Ruhe kommen konnten, das ging auch, eine lange Zeit gut. Als mein Bruder starb wurde ich überraschend schwanger und ich hatte große Angst, dass nun alles wieder von vorne beginnt. Ich wieder von ihm abhängig werde und er somit wieder machen kann was er möchte. Aber es traf nicht ein. Es war weiterhin einer meiner schönsten gemeinsamen Jahre/Zeiten. mit ihm und meiner kleinen Familie. Als unsere Tochter 5 Jahr und unser Sohn bereit 11 Jahre alt waren, zogen wir in unser neu gebautes Haus und ich war sehr glücklich. Ca ein Jahr danach fing er wieder an zu trinken. Nach der Arbeit trank er mit Kollegen ein oder zwei Bierchen (O-Ton mein Mann) und anschließend unten im Keller/Büro trank er heimlich weiter. Leere Bierflaschen wurden in jeder erdenklichen Ritze versteckt. Am Wochenende fuhr ich meist mit den Kindern weg damit sie nichts davon mitbekommen. Er hat den ganzen Tag nicht gegessen, war abends sehr hungrig und bekämpfte den Hunger mit Bier. Ich habe es damals schon gehasst, dass als er angetrunken nach Hause kam und wir nicht wirklich mehr einen schönen, gemeinsamen Abend verbringen konnten, aber ich habe es hingenommen und tat genau dass gleiche wie damals, es hinnehmen. Mir war nur wichtig, dass die Kinder nichts davon mitbekommen. Und so lebten wir unser Leben. Er trank Wochenlang nicht einen Tropfen. Dann nur auf Feiern. Dann wieder täglich. Dann ein Jahr nichts. Dann nur am Abend. Dann wieder Monate lang nichts, dann wieder nur am Wochenende usw. So viele Jahre lang hatte ich immer Hoffnung, Gespräche über Gespräche, Einsicht, Ehetherapie, Therapie usw. Bis unsere Kinder erwachsen waren und studierten. Unsere Kinder wussten bis zu diesem Zeitpunkt nicht das ihr Vater Alkoholsüchtig ist. Tagsüber war er arbeiten und trank keinen Tropfen, wenn die Kinder zuhause waren trank er nur heimlich bis sich die Situation im Job zuspitzte. Er verlor seinen Alltag, seine Tagesstruktur, saß stundenlang vor dem Hanny/Computer im Kellerbüro und trank immer so vor sich hin. Ich habe gehofft, er findet sich wieder. Es kam alles noch viel schlimmer als der Zeitpunkt kam wo ich unseren Kindern die Wahrheit erzählte, (weil es kaum noch zu verbergen ging, da sie ja nicht dumm sind) er flippte komplett aus. Das wir sogar die Polizei rufen mussten. Die Tatsache, dass seine Kindern nun bescheid wussten warf ihn völlig aus der Bahn!!!!! Und die Geschichte geht weiter: Haus verloren, gemeinsamer Umzug, Auszug von meinem Mann, räumliche Trennung, Entzug, wieder zusammen, zwei wunderschöne gemeinsame Jahre.


    Stand heute, trinken am Abend und am Wochenende.


    Wenn ich diese Zeilen so lese, dann macht es mich selber sehr bestürzt, traurig und ich schäme mich. WARUM habe ich all das mit mir machen lasse??? Wenn er nicht trinke ist er ein sehr liebevoller Ehemann und Vater. Er ist immer für uns da, wenn wir ihn brauchen. Aber der Jahrzehnte lange Alkoholkonsum macht sich mittlerweile sehr bemerkbar im Aussehen und im Wesen. Es ist sehr traurig mit anzusehen wie der Verfall sichtbar wird. Ich bin unglücklich und möchte so nicht Leben. Die letzte Suchtberaterin sagte zu mir, dass ich ihm nicht helfen kann. Ich weiß das!!!! Wie oft zweifelte ich eher an meiner eigenen Wahrnehmung, fragte mich, ob ich übertreibe und suchte die Schuld oft auch bei mir! Ich bin mir bewusst und im Klaren das es nicht meine Schuld ist und dennoch bin ich den Weg soweit mit ihm gegangen und finde immer noch nicht den Absprung. Wie sich die meisten bestimmt denken können, war diese Erzählung nur ein Bruchteil von meiner/unserer Geschichte mit einem Alkoholsüchtigen Partner/Vater. ABER vor 5 Jahren begann ich in der Familie darüber zu reden und entschuldige mich nicht mehr für sein Fehlverhalten. Ein kleiner Anfang aber ein Anfang.

  • Hallo Petra,

    herzlich Willkommen hier bei uns in der Gruppe.


    Puuh, da gehen Jahrzehnte um... aber wenn du dich im Forum einliest wirst du sehr viele sehr ähnliche Biographien finden. Es geht vielen Frauen so.


    Leider kann man als Angehörige keinen Alkoholiker trocken bekommen, egal wie man sich verhält.


    Zitat

    Ich bin unglücklich und möchte so nicht Leben.

    Den Satz finde ich entscheidend. Da steckt auch Kraft drin! Wenn du den Fokus auf dir und deinem Leben hast, dann kommst du aus der Co-Falle raus. Die schnappt ja immer wieder zu, wenn der Partner eine Phase hat, in der er nicht trinkt.


    Wenn du dich davon unabhängig siehst, kannst du deine Entscheidungen treffen lernen, völlig unabhängig von seinem Pegelstand.


    Bitte klicke als nächstes unseren Bewerbungslink an und fülle kurz das Formular aus. Ein paar Stichworte genügen, denn du hast dich ja hier schon ausführlich vorgestellt.


    Bewerbung - Alkoholiker Forum
    Bewerbung für die Teilnahme am Forum
    alkoholiker-forum.de


    Danach schalten wir dich frei und verschieben dein Thema gleich in den Angehörigenbereich.


    Viele liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Aurora

    Hat den Titel des Themas von „Meine Vorstellung“ zu „PetraPetra“ geändert.
  • Liebe PetraPetra,


    bei mir sind auch Jahrzehnte rumgegangen. Als ich endlich einen Schlussstrich ziehen konnte war ich 49 Jahre alt.


    Und seitdem nutze ich die Zeit um endlich in Ruhe und Zufriedenheit leben zu können. Es ist zwar in meinem Leben viel passiert nach der Trennung. Aber ich kann das alles viel besser verarbeiten als wenn ich auch noch dieses Alkoholiker/Co Drama hätte.


    Liebe Grüße

    Aurora

    "Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist "gestern", der andere "morgen". Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist."

    (Dalai Lama)

  • Hallo Aurora,


    ich bin leider im Moment (noch) nicht in der Lage mich trennen zu können. Da hängt grad einen Menge dran. ABER ich weiß genau das es keinen Ausweg mehr gibt. Er wird sich ohne Therapie NIE ändern. Es geht mal für eine gewisse Zeit. Das kennen wir ja. Ich bin unglücklich und das kann ich nur verändern. Möchtest du mit bisschen etwas über deinen Weg erzählen?

  • Hallo PetraPetra

    Auch bei mir sind es Jahrzehnte und auch ich habe mal am Anfang hier reingeschrieben, wie sehr ich mich schäme, seit mir das bewusst ist. Da kam die Antwort, ich solle mich nicht schämen. Versuch Du auch das nicht zu tun!

    Ansonsten bin ich grade leider keine gute Ratgeberin, aber Du wirst sicher viel Hilfe und viel Verständnis hier bekommen!!

    Einen schönen Abend noch,

    VG

    Api

  • Hallo Api,


    danke für deine Antwort. Mit dem nicht schämen in der Familie klappt schon recht gut. Aber um ehrlich zu mir selbst zu sein ohne Scham ist nicht einfach.


    Früher habe ich oft zu mir gesagt, wenn er doch nur ein Arschloch zu mir und den Kindern wäre, dann wäre ich sofort weg. Oder gewalttätig.....Aber diese zwei Gesichter machen es mir sehr schwer ihn AUFZUGEBEN. An den schlimmen Tagen bin ich soooooo wütend. Und dann ist da wieder der liebe Mensch den ich geheiratet habe und ich hoffe wieder.

  • Hallo Petra,

    herzlich willkommen im Forum.

    ABER ich weiß genau das es keinen Ausweg mehr gibt. Er wird sich ohne Therapie NIE ändern. Es geht mal für eine gewisse Zeit. Das kennen wir ja. Ich bin unglücklich und das kann ich nur verändern.

    .... und wenn er eine Therapie macht, er sich ändert und es trotzdem nicht klappt? Der letzte Satz zeigt Dir, wo es lang geht. Du bist unglücklich und nur Du kannst das ändern. Ich hab früher auch gedacht, wenn er aufhört zu trinken, wenn er eine Therapie macht, dann geht es mir wieder gut. Ich hab meine Zufriedenheit von seinem Verhalten abhängig gemacht - böser Fehler. Ich musste raus finden, was ich möchte, musste wieder lernen mir zu vertrauen und meine Bedürfnisse in meinen Fokus rücken - damit begann mein Weg in ein zufriedenes Leben.


    Viel Kraft und Geduld für Deinen Weg.


    sonnige Grüße

    Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Früher habe ich oft zu mir gesagt, wenn er doch nur ein Arschloch zu mir und den Kindern wäre, dann wäre ich sofort weg. Oder gewalttätig.....Aber diese zwei Gesichter machen es mir sehr schwer ihn AUFZUGEBEN. An den schlimmen Tagen bin ich soooooo wütend. Und dann ist da wieder der liebe Mensch den ich geheiratet habe und ich hoffe wieder.

    Hallo Petra,


    genau das ist es. Diese 2 Gesichter. Das macht es so schwer. Aber auch ich habe mir eingestanden das es immer so weiter gehen wird. Auch bei mir ist es noch ganz frisch das ich für mich die Entscheidung getroffen habe mich zu trennen. Und ich kann dir sagen ich zweifle fast stündlich an meiner Entscheidung. Immer wieder frage ich mich ob es nicht doch an mir gelegen hat. Aber wenn man hier liest stellt man fest das genau das die Co-Abhängigkeit ausmacht. Die Selbstzweifel, die Schuld bei sich selber suchen, immer wieder Hoffnung schöpfen, den Versprechungen glauben usw.


    Ich hoffe du triffst für dich und deine Kinder die richtige Enscheidung.


    LG Grit

  • Liebe Petra,


    oft haben das Alkoholiker ( aber auch andere Menschen, die sehr manipulativ handeln) an sich, so zu sein.


    Zuckerbrot und Peitsche, du weißt nie, woran du bist. Und das verunsichert Menschen enorm und macht sie abhängig. Merkst du, und viele hier, ja selbst. Bei mir war es auch so. Verwirrend, unberechenbar, schrecklich.


    Daher ist es wichtig, dass du dein Ziel im Auge behältst und dieses Muster erkennst. Und Dinge tust, die dir gut tun und dein Selbstvertrauen stärken. Denn DAS ist es ja, was wir Cos oft nicht mehr haben. Vertrauen in uns selbst, unseren Gefühlen und Wahrnehmungen. Es scheint alles vom Wohlbefinden des Partners abzuhängen, wie es uns geht. Dabei hängt es einzig und alleine von uns selbst ab.


    Liebe Grüße

    Aurora

    "Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist "gestern", der andere "morgen". Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist."

    (Dalai Lama)

  • Und,


    ich bin ja schon ein Urgestein hier ;) .


    Hier ist der Link zu meinem Fädchen hier im offenen Bereich



    Liebe Grüße

    Aurora

    "Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist "gestern", der andere "morgen". Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist."

    (Dalai Lama)

  • @ lütte 69 Meine Bedürfnisse kenne ich. Ich dachte ich lebe jetzt erst mein Leben und ertrage die Auf und Ab s. Gelang mir mir in den letzten Monaten ganz gut. Jedoch geht es mir seit 4 Tagen wieder schlechter. Ich weiß ich muss was verändern, nicht heute und auch nicht morgen. Es gab in all den Jahrzehnten weitaus schlimmere Zeiten als im Moment. Aber wir sind nun an dem Punkt angelangt wo er Lustlos wird! Kaum Interesse von seiner Seite aus. Er trinkt sehr wenig und selten aber es ist keine Leben. Wir tingeln uns von Urlaub zu Urlaub, dass war es. Und ich will mehr vom Leben....wer weiß wie lang es noch geht. In meinem Alter ist man noch Fit und ich leben wie eine Oma mit 75 Jahren.....


    @ mollifisch Die Frage ob es an mir liegt stell ich mir nicht mehr. Sowohl ich wie auch er, wir wissen das ER das Problem ist. Er sagt es ja auch selbst. Aber auch das führt uns nicht ans ZIEL.


    @ aurora oder muddi (smile) ich stöbere gerade bei dir in deinen Anfängen hier. Genau die zwei Gesichter. Ich sag zu ihm immer, er ist wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Ich/wir sind in den letzten 5 Jahren schon einen weiten Weg gegangen um zu wissen was diese Krankheit mit uns macht. Ich suche z.B. nicht mehr nach den vollen oder leeren Bierflaschen. Denn ich weiß genau wann ER trinkt. Auch wenn er ab und an immer noch denkt er könnte es verbergen. Und dennoch bin ich mir an manchen Tagen nicht ganz sicher ob es die Müdigkeit ist oder doch ein Bier. Verrückt!!!!!!!!!!!!

    Bei uns ist es so, Er arbeitet viel und lang. Er ist auch im Haus fleißig und kommt all seinen männlichen Pflichten nach. Er kauft ein, kümmert sich um den Garten usw. Das Problem hat sich aufs WE verlagert. Er schläft sehr schlecht wenn er nicht trinkt. Unsere Woche sieht so aus: Er steht um 4 auf und fährt um 6 zur Arbeit, kommt um 19.00/20:00 Uhr heim kümmert sich um seine Aufgaben, trinkt an manchen Tagen ein Bier, isst und geht ca. 21.00/22,00 Uhr schlafen. Wir reden nicht viele gemeinsam, nur die wichtigen Dinge des Tages. Am Samstag steht er zwischen 2.00 und 4.00 Uhr auf.....sieht Filme und wenn er nicht schlafen kann trinkt er ein bis zwei Bier. Bis ich aufwache schläft er meist schon wieder auf dem Sofa. Gegen Nachmittag steht er auf. Dann isst er was. Ab und an unternehmen wir was oder die Kinder besuchen uns. Er kocht.....das tat er schon immer am Sonntag gemacht.....dann essen wir gegen Mittag und dann wechselt es mit schlafen und Filme schauen ab. Das ist unsere Woche. Er weiß, dass es nicht normal ist, ich weiß das es der Jahrzehnte lange Alkoholkonsum ist und die vielen Ereignisse die wir dadurch in den letzten Jahren durchlebt haben. Spuren sind sowohl bei ihm wie bei mir hinterlassen worden.


    Ich weiß, ich kann nicht die nächsten Jahrzehnte die uns bleiben so weitermachen. Aber ich weiß auch, dass ich jetzt erst einmal so weiter machen werde. Ich habe mein ganzes Leben lang geschuftet, bin gerannt und habe immer meine Frau gestanden. Jetzt nimm ich mir das was ich brauche. Und das geht nur mit unserem gemeinsamen Geld. Ich nahm mir eine berufliche AUSZEIT und das tut mir gut. Das könnte ich nicht wenn ich mich Trenne. Und trotzdem weiß ich, es wird mich nicht glücklicher machen.

  • Hallo Hera,


    Das stimmt bedingt


    Ja, ich unternehme Dinge (Wellness mit meiner Besten Freundin, Essenverabredungen mit Bekannten, Alleineige Waldspaziergänge, ich plane sogar einen Urlaubstrip alleine) alleine.


    Aber genau deswegen bin ich sehr traurig. Denn das ist ja im Grunde nicht das was ich mir wünsche. Ich wünsche mir einen Partner mit dem ich meine Unternehmungen/ mein Leben teile. Er trinkt zwar weniger aber seine Lustlosigkeit ist genau so schlimm. Er lebt oft in seiner eigenen Welt.

  • Ich weiß, ich kann nicht die nächsten Jahrzehnte die uns bleiben so weitermachen. Aber ich weiß auch, dass ich jetzt erst einmal so weiter machen werde.

    Und was, wenn es genau das ist, was er auch denkt? Warum nicht sofort die Weichen neu stellen, wenn Du sicher bist, dass die Beziehung ohne Perspektive ist? Das Geld und Auszeit machen Dich nicht glücklich- sagst du ja selbst. Für mich klingt das, als würdest du das eigene Leben auf Halt setzen.

  • Früher habe ich oft zu mir gesagt, wenn er doch nur ein Arschloch zu mir und den Kindern wäre, dann wäre ich sofort weg. Oder gewalttätig.....

    huhu Petra,


    Solche Sätze liest man im Forum immer wieder. Der Gedanke ist auch total nachvollziehbar - aber, ich formuliere es jetzt mal sehr extrem, bitte nicht falsch verstehen, leider auch irgendwo egoistisch. Denn im Prinzip soll der andere einem damit die Entscheidung ja quasi abnehmen, bzw. So einfach machen, dass es einem nicht mehr so schwer fällt. Nur leider ist sowas immer eine wahnsinnig harte Entscheidung, immer schmerzhaft, immer beängstigend, immer traurig. Die Frage ist also eher: ist das Maß für einen so dermaßen voll, dass man bereit ist ins kalte Wasser, ins Unbekannte zu springen (und vielleicht mit einem erfüllenderen Leben belohnt zu werden) oder kann/will man die Situation, mit der man eigentlich nicht zufrieden ist, weiter aushalten? Wenn letzteres der Fall ist, ist das natürlich ok. Die Konsequenz ist halt, dass sich auch nichts ändert. Ich würde deshalb gerne die Frage in den Raum werfen, ob dieser Trade-Off zwischen beruflicher Auszeit, aber dafür der finanziellen Abhängigkeit zu deinem Mann, es wert ist zu bleiben? Und das meine ich als aufrichtige Frage!


    Natürlich liegt es absolut in deiner Hand zu entscheiden, bei deinem Partner zu bleiben. Dann wäre es für uns aber gut zu wissen, was deine Erwartungen an das Forum sind? Denn fast jeder in diesem Forum wird dir sagen, dass man mit einem nassen Alkoholiker nicht glücklich werden kann. Einfach, weil das leider so ziemlich die Erfahrung von jedem aus dem Forum ist. Der Alkohol wird immer im Weg stehen. Wenn du trotzdem bei deinem Partner bleiben willst, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, dass du dich emotional unabhängig von ihm machst, dich ganz klar abgrenzt, damit du eben nicht mehr unter seinem Konsum leidest. Was müsste denn passieren, bzw. Welche Schritte kannst du denn unternehmen, dass die Situation für dich erträglicher wird?


    Liebe Grüße,

    Kttnlos

  • Solche Sätze liest man im Forum immer wieder. Der Gedanke ist auch total nachvollziehbar - aber, ich formuliere es jetzt mal sehr extrem, bitte nicht falsch verstehen, leider auch irgendwo egoistisch. Denn im Prinzip soll der andere einem damit die Entscheidung ja quasi abnehmen, bzw. So einfach machen, dass es einem nicht mehr so schwer fällt.

    Das denke ich mir. Ja, wie gesagt er ist halt nicht so schlimm wie manch anderer Alkoholkranker. Das macht es noch einen Ticken schwieriger. Aber in der Gesamtsumme kommt es aufs selbe hinaus. Das sehe ich schon ganz deutlich.


    Ja, mag egoistisch sein: in den letzten drei Monaten denke ich auch öfter, lang geht das ja eh nicht mehr gut......ich möchte es gar nicht ausschreiben wohin mich da meine Gedanken oft tragen. Aber das ist völliger Quatsch, denn gesundheitlich kann das mit seinem Konsum noch locker 10 bis 20 Jahre gut gehe.

    Das alles ist mir bewusst !!!!!! Aber dennoch ist es sehr schwer zu wissen das ICH GEHE MUSS!!!!!!


    Ich weiß das es nicht böse gemeint ist. Nur weiter so, denn ich bin nicht hier das man mich pudert. Ich bin hie, um meinen Weg den ich begonnen hab zu gehen, weiter gehen werde. Und mir ist bewusst das ich dann um Unterstützung dankbar sein werde. Unterstützung von Menschen die den gleichen Weg gegangen sind und die wissen von was ich rede.

  • Die Frage ist also eher: ist das Maß für einen so dermaßen voll, dass man bereit ist ins kalte Wasser, ins Unbekannte zu springen (und vielleicht mit einem erfüllenderen Leben belohnt zu werden) oder kann/will man die Situation, mit der man eigentlich nicht zufrieden ist, weiter aushalten? Wenn letzteres der Fall ist, ist das natürlich ok. Die Konsequenz ist halt, dass sich auch nichts ändert. Ich würde deshalb gerne die Frage in den Raum werfen, ob dieser Trade-Off zwischen beruflicher Auszeit, aber dafür der finanziellen Abhängigkeit zu deinem Mann, es wert ist zu bleiben? Und das meine ich als aufrichtige Frage!

    Berechtigte Frage, es ist voll aber noch nicht am überlaufen.


    Genau dieser Sprung ist so schwer. Werde ich dann ein erfüllteres Leben leben, ganz alleine ??? Finde ich noch einmal einen Weggefährten??? Denn alleine möchte ich nicht bleiben. Viele Fragen, ich weiß darauf gibt es keine Antwort.


    Ich kann NOCH die Situation aushalten, denn es war schon mal viel schlimmer, aber auch schon mal viel besser. Wichtig für mich ist, ich schaue genau hin, nimm wahr wenn es mir nicht gut geht, möchte Veränderung. Mir ist bewusst das ich selbst was verändern muss. Denn wir sind an dem Punkt angelangt, wo mein Mann nichts mehr verändern möchte. Er sagt oft, ich lasse mich nicht mehr verbiegen oder mir was verbieten. Er sagt, er kommt damit zurecht. Ich glaube ihm das. Er hat es bewiesen als er alleine wohnte. Ich glaube auch, das er sich nicht mehr verändern wird.


    Darum gehe ich meinen Weg den ich begonnen habe.

    Erst einmal Kraft tanken und zu Ruhe kommen. Da gelingt ganz gut. Wir schlafen in getrennten Räumen und ich kann ihm sehr gut aus dem Weg gehen wenn er was trinkt. Er lässt mich mittlerweile auch in Ruhe wenn ich in meinem Raum bin.


    Ich spreche mit ihm auch ehrlich über meine Gedanken und Gefühle. Aber er glaubt bestimmt nicht, dass der Tag kommen wird wo ich etwas verändere. Was ich ihm nicht verübeln kann, ich glaube es ja selbst noch nicht zu 100 %.


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